Black Swan (DVD) Testbericht

ab 8,35
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von natschie

"Der einzige Mensch, der dir im Wege steht, bist du."

Pro:

perfekte Besetzung, Musik, pefekte Inszenierung, Preis

Kontra:

Rolle der Lily teilweise unauthentisch, einige Szene waren unnötig

Empfehlung:

Ja

VORWORT

„Der einzige Mensch, der dir im Wege steht, bist du.“, sagt der Choreograf Thomas Leroy im Film zu der zarten Schwanenkönigin Nina Sayers, als diese die Verwandlung zum schwarzen Schwan nicht umsetzen kann. Und irgendwie trifft diese Aussage auch auf mich zu, denn ich habe lange gezaudert, diesen Film zu kaufen. Ich tue mich schwer, mir Filme anzuschauen, die von angeblich jedem Kritiker hochgejubelt werden, mit Oscars und Golden Globes geschmückt werden, und am Ende nur langweilige Staubfänger im heimischen Regal werden. Das hatte ich schon mit manchem Film erlebt und wollte es nicht noch einmal erleben. Doch Natalie Portman gehört zu meinen Lieblingsschauspielerinnen und ich schätze ihre Darstellungskünste sehr, sodass ich doch am Überlegen war und schlussendlich durch Zufall den Film im Angebot zu einem Spottpreis zu den vorherigen Preisen fand. So konnte ich doch mit „Black Swan“ nicht viel falsch machen, oder?

PRODUKTDETAILS

Englischer Titel: Black Swan
Deutscher Titel: Black Swan
Preis: 6,99 € (u.a. bei Amazon bzw. im Angebot wie in meinem Fall!)
Produktionsort: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Laufzeit: ca. 104 Minuten in Farbe
Sprache: Deutsch, Englisch, 5.1 Dolby Digital
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
FSK: ab 16 Jahre
Regie: Darren Aronofsky
Musik: Clint Mansell
Sonstiges: kein Bonusmaterial, Digital Copy (Film kann einfach auf den Computer überspielt werden und anschließend auf ein portables Gerät!)

DIE WICHTIGSTEN ROLLEN

Nina Sayers

Nina Sayers ist die Hauptrolle im Film und wird von der Schauspielerin Natalie Portman verkörpert. Sie ist Primaballerina und träumt davon, eines Tages endlich die Hauptrolle in „Schwanensee“ tanzen zu dürfen. Hierfür kriegt sie auch schnell die Chance, als sie zu den wenigen Auserwählten ihres Ensembles gehört, die beim Choreografen Thomas Leroy vortanzen darf. Leroy plant eine neuartige Inszenierung mit einer Doppelrolle, wobei die Tänzerin sowohl den schwarzen als auch weißen Schwan tanzen soll. Während Nina den weißen Schwan perfekt beherrscht, ist Leroy mit ihrer Inszenierung vom schwarzen Schwan unzufrieden. Mit ihrer zurückhaltenden, disziplinierten und perfektionistischen Art kann sie sich nur schwer in die Rolle versetzen. Dennoch wird sie nach dem Vortanzen für die Doppelrolle ausgewählt.

Thomas Leroy

Vincent Cassel mimt den exzentrische ChoreografThomas Leroy des Ballettensembles, der für eine gelungene Vorstellung gern Grenzen überschreitet und auf Tuchfühlung mit seinen Hauptdarstellerinnen geht.

Lily
Lily ist die Neue im Ensemble und verkörpert das komplette Gegenteil von Nina – nämlich den schwarzen Schwan. Mila Kunis zeigt in ihrer Rolle, was den schwarzen Schwan und die damit dunkle Seite ausmacht: Leidenschaft und Sinnlichkeit. Das Leben in vollen Zügen unbeschwert zu genießen, könnte ihr Motto sein.

Erica Sayers

Erica Sayers wird von der bekannten Schauspielerin Barbara Herschey gespielt und ist im Film die Mutter von Primaballerina Nina.In früheren Zeiten war auch sie professionelle Ballerina eines Ensembles und begann eine steile Karriere, die jedoch jäh durch ihre Schwangerschaft, aus welcher Nina hervorging, beendet wurde. Damit ihre Tochter nicht denselben Fehler ausbaden muss, lebt Nina unter ihrer Obhut streng bewacht und sehr kontrolliert. Die Mutter möchte ihrer Tochter die Karriere ermöglichen, die ihr selbst nicht möglich war.. Dabei schreckt sie auch vor rigiden Mitteln nicht zurück.

Beth MacIntyre

Winona Ryder findet mit der kleinen Nebenrolle der Beth MacIntyre wieder auf die Leinwand zurück und spielt eine gealterte Primaballerina sowie verglühenden Stern am Balletthimmel.Beth kommt nicht damit klar, dass sie von Choreograf Leroy aufs Abstellgleis abgeschoben wird und rastet komplett aus. Im Affekt wirft sie sich vor ein Auto und wird dadurch schwer verletzt.

HANDLUNG

Die junge talentierte Primaballerina Nina Sayers trainiert in einem New Yorker Ballettensemble jede Minute für ihren großen Traum: die Hauptrolle in „Schwanensee“. Für gewöhnlich tanzt sie in den hinteren Reihen, bis Nina eines Tages zu den Ausgewählten des Choreografen Thomas Leroy für ein Vortanzen der Schwanenkönigin gehört und sich nach einigem Hin und Her durchsetzen kann. Doch das Glück währt nur kurz, denn Nina hat ziemliche Schwierigkeiten mit ihrer Doppelrolle. Während sie den weißen Schwan perfekt tanzen kann, verkörpert sie die Rolle des schwarzen Schwans mehr schlecht als recht. Bedingt durch ihren zurückhaltenden und disziplinierten zu Perfektionismus tendierendem Charakter kann sie sich nur schwer fallen lassen und kann sich nicht der Sinnlichkeit und Leidenschaft, wie aber auch Unbefangenheit des schwarzen Schwans hingeben.
Durch den ungeheuren Druck und Stress durch ihre Hauptrolle leidet Nina immer mehr. Choreograf Leroy ist mit Lily nicht zimperlich und zeigt ihr mehr als deutlich,dass sie dem schwarzen Schwan noch nicht gewachsen ist und zu prüde ist. „Mach's dir doch mal selbst!“, ist sein unschlagbarer Tipp für Nina um gelöster zu werden, doch dafür findet die gestresste Nina keine Ruhe Zuhause, denn ständig stört ihre Mutter und kontrolliert ihr „kleines Mädchen“, für die sich die große Karriere wünscht, welche ihr selbst versagt blieb.
Allmählich rebelliert Ninas Seele immer mehr. Unbemerkt beginnt sie sich zu kratzen und bekommt Halluzinationen, verstrickt sich immer mehr in ihre Paranoia, die immer mehr von ihr Besitz ergreift. Verstärkt wird ihre Paranoia durch die neue Ballerina im Ensemble Lily. Diese verkörpert alles, wofür Nina so hart arbeitet: leidenschaftliches, sinnliches und entfesseltes Tanzen. Sie wäre die perfekte Besetzung für den schwarzen Schwan, wie auch ihr Choreograf Leroy stets bissig anmerkt. Nina trainiert immer verbissener und hat nur noch das Ballett im Kopf.
Eines Tages steht Lily vor der Tür und möchte mit ihr ausgehen. Trotz aller Widerstände seitens der Mutter will Nina nur noch abschalten und geht mit. Langsam schafft sie es, sich gehen zu lassen und wird durch Alkohol und ein paar Drogen von Lily vollkommen entfesselt. Im Rausch von Halluzinationen und der Realität kommt sie der Rolle des schwarzen Schwans immer näher. Der Abend endet mit einer heißen Sexszene zwischen Lily und Nina in deren Zimmer, doch Lily kann sich am nächsten Tag nicht daran erinnern und ist in der Zwischenzeit für Nina als schwarzer Schwan eingesprungen, da Nina durch den Alkohol und die Drogen vollkommen verschlafen hat. Nina ist außer sich und fühlt sich in ihrem Wahn zunehmend darin bestätigt, dass Lily sich ihre Hauptrolle krallen möchte. Auf dem Höhepunkt ihres Wahn zusteuernd begibt sie sich nach dem Training nach Hause und hört die Bilder ihrer Mutter mit ihr sprechen. Sie flippt komplett und reißt die Werke von der Wand. Plötzlich verändert sich auch Ninas Erscheinungsbild: ihre Augen werden blutrot, ihre Haut erinnert an die gerupfte picklige Haut eines Huhns und ihre Füße nehmen die Form von Schwanenfüßen an, sodass sie daraufhin stolpert und mit dem Kopf am Bettpfosten anstößt. Sie wird bewusstlos und wacht am nächsten Morgen in ihrem Zimmer wieder auf, wo ihre Mutter sich mit ihr eingeschlossen hat und sie davon abhalten will, zur Premiere des Stücks „Schwanensee“ zu gehen. Doch mit Gewalt befreit sie sich und schafft es noch rechtzeitig vor der Vorstellung.
Lily hat mittlerweile auf Leroys Anordnung Ninas Platz eingenommen, doch diese lässt es nicht zu, sich die Rolle klauen zu lassen und betritt selbst nach kurzer Vorbereitung die Bühne. Als sie in der Pause ihre Garderobe betritt, sitzt dort Lily im schwarzen Kostüm und bietet ihr an, den schwarzen Schwan für sie zu tanzen. Es kommt zum Streit, wobei ein Spiegel zu Bruch geht und Nina ihre Rivalin mit einer Spiegelscherbe scheinbar tötet. Nina lässt die sterbende Lily zurück und tanzt auf der Bühne den schwarzen Schwan so perfekt wie nie zuvor. Danach geht sie wieder in die Garderobe zurück, als es an der Tür klopft und eine gesunde Lily vor ihr steht. Nina erkennt irritiert, dass der Streit eine Halluzination war und bemerkt, dass sie blutet. Sie hat sich selbst verletzt. Dennoch geht sie auf die Bühne zurück und spielt die Sterbeszene des weißen Schwans perfekt zu Ende. Es folgt tosender Beifall und das ganze Ensemble kommt zum Gratulieren zu ihr auf die Bühne. Mit Schreck sieht Choreograf Leroy Ninas schwere Verletzung, doch diese reagiert nicht mehr auf seine Fragen und sagt ihm nur, dass alles perfekt sei und sie es endlich „gefühlt“ habe.

EIGENE MEINUNG

Die Verpackung ist recht schlicht gehalten und zeigt Natalie Portmans perfekt geschminktes blasses Gesicht, welches einen Riss hat. Ich habe länger nach der DVD suchen müssen, weil die DVD schlecht zu erkennen war unter den anderen bunten DVD-Hüllen. Zudem ist der Filmtitel in weißen Buchstaben kaum zu erkennen und hat mich enttäuscht. Man hätte sich mit der Schrift auf dem Cover mehr einfallen lassen können. Nach dem Sichten des Menüs war ich zudem enttäuscht, kein Bonusmaterial zu finden, welches ich mir gern zu diesem tollen Film angeschaut hätte. Wiederum finde ich die „DIGITAL COPY“ - Funktion recht interessant, da man den Film so auch über andere tragbare Geräte anschauen kann. Bisher habe ich diese Funktion aber noch nicht ausgetestet.

Der Einstieg in den Film beginnt mit einem Ausschnitt einer Tanzszene aus „Schwanensee“, worin Natalie Portman den weißen Schwan spielt. Ihre anmutigen und grazilen Bewegungen haben mich fasziniert, jedoch nicht gefesselt. Der Tanzausschnitt stellt sich als Traum Ninas heraus, die in ihrem Bett Zuhause erwacht und so eine gelungene Überleitung zu ihrem realen Leben bietet.

Der Film geht weiter mit ihrem Training in der Academy und ist meines Erachtens nach ein wenig langatmig von den Ballettdarstellungen des Ensembles und dem Monolog des Choreografs Leroy her. Es hat mich ein wenig irritiert, wie er scheinbar ziellos zwischen den Ballerinas durchgeht und ihnen das Stück „Schwanensee“ erläutert. Sein Gerede ist in meinen Augen auch ein wenig sinnlos gewesen, da diese Ballerinas mit großer Wahrscheinlichkeit das Stück in- und auswendig kannten, da sie es ja so oft trainieren mussten.
Während des Trainings kommt die neue Primaballerina Lily dazu und zeigt später eine perfekte und ziemlich interessant getanzte Version des schwarzen Schwans. Ihre Rolle sollte absichtlich das absolute Gegenstück zu der Rolle der Nina sein: cool, lässig, überhaupt nicht prüde und leidenschaftlich. Jedoch fand ich ihre Rolle oft einfach zu unauthentisch und übertrieben. Eine Ballerina, die mal eben lässig im Trainingsraum raucht, Drogen nimmt, Nächte mit Typen durchfeiert und trotzdem eine gut trainierte Ballerina ist?
Jedoch muss ich zugeben, dass ich die wilde Tanzszene mit den verzerrten Lichteffekte und schnell wechselnden Filmausschnitten sehr interessant und ansprechend. Die sonst so strenge und nüchterne Nina war mal vollkommen entfesselt und sinnlich. Ihre anschließende halbe Sexszene auf einem dreckigen Klo mit irgendeinem Kerl ist einfach nur unpassend und widerlich.
Ninas Halluzinatione und ihre ständigen Wechsel zwischen Realität und Wahnsinn sind gut gemacht und erfordern Mitdenken. Besonders die Premiere hat mir gut gefallen, als Nina endlich den schwarzen Schwan in sich durchkommen lässt und ihn perfekt tanzt. Außerdem finde ich es eine tolle Idee, es am Ende des Films offen zu lassen, ob Nina stirbt oder nicht.

FAZIT

Eine perfektere Besetzung als Natalie Portman hätte man nicht finden können und ihren Oscar hat sie sich zurecht verdient. Meine Vorbehalte dem Film gegenüber sind vollkommen gewichen und ich werde ihn mir bei passender Gelegenheit gern noch einmal anschauen. Bis auf ein paar Ausnahmen, was einige Szenen beziehungsweise Charakterdarstellungen anbetrifft, ist der Film eine gelungene Gesamtkomposition und bekommt von mir die volle Punktzahl.

Vielen Dank für eure Lesungen!

Eure Natschie

P.S. Meine Berichte befinden sich auch auf anderen Plattformen.

83 Bewertungen, 20 Kommentare

  • Lenni26

    05.08.2011, 22:21 Uhr von Lenni26
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter Bericht...LG Lenni26

  • ThomasKu

    29.07.2011, 21:58 Uhr von ThomasKu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht! Würde mich über Gegenlesungen freuen!

  • Hamsterbacke09

    27.07.2011, 20:55 Uhr von Hamsterbacke09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Bayern

  • pontiaclilly

    27.07.2011, 00:18 Uhr von pontiaclilly
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich muss ihn unbedingt sehen, lg

  • misscindy

    27.07.2011, 00:15 Uhr von misscindy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht, lg Sylvia

  • anonym

    20.07.2011, 23:09 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • belli89

    20.07.2011, 22:30 Uhr von belli89
    Bewertung: sehr hilfreich

    freue mich über gegenlesungen

  • topfmops

    19.07.2011, 19:38 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Irgendwie bin ich bei "Tanzfilmen" bei Maurice Bejart stehen geblieben.

  • fantagirlie

    17.07.2011, 21:53 Uhr von fantagirlie
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag Abend!

  • morla

    17.07.2011, 17:59 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • Luna2010

    17.07.2011, 14:39 Uhr von Luna2010
    Bewertung: besonders wertvoll

    Viele Grüße von Luna2010

  • PatMcNamara

    17.07.2011, 14:17 Uhr von PatMcNamara
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße von Patty!

  • atrachte

    17.07.2011, 12:10 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg

  • cleo1

    17.07.2011, 10:54 Uhr von cleo1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. LG und einen schönen Sonntag. cleo1

  • Lale

    17.07.2011, 10:10 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~*

  • mima007

    17.07.2011, 10:05 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • yeppton

    17.07.2011, 07:17 Uhr von yeppton
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima berichtet, Mfg Markus

  • anonym

    17.07.2011, 02:51 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima beschrieben - Würde mich über Gegenlesung von dir sehr freuen. GLG

  • anonym

    17.07.2011, 02:11 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht.LG Quacky

  • katjafranke

    17.07.2011, 02:11 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Wochenendgrüße von der KATJA