Wer ist Hanna? (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Dr_Ed
Hanna, der Profi
Pro:
solide Action-Kost mit einer überzeugenden Saoirse Ronan
Kontra:
wie so oft bei dieser Art Filme viele Logiklöcher
Empfehlung:
Ja
Seit der Bourne-Trilogie kommen immer wieder mal Action-Filme ins Kino, wo die Hauptfigur ihre Identität und Herkunft nicht so recht nachvollziehen kann. Seit kurzem ist nun ein neues Werk dieser Gattung auf unseren Kino-Leinwänden zu bewundern. Der wesentlichste Neu-Aspekt an dem ganzen: Die Hauptfigur ist diesmal ein weiblicher Teenager. Ob das den Film wirklich so innovativ macht und was davon zu halten ist, dazu mehr in diesem Bericht.
### DER INHALT ###
~~~ zuerst die „Für MissVega ist nichts tödlicher als langweilige Filme“ - Kurzversion ~~~
Äußerlich ist Hanna ein ganz normaler Teenager, aber dennoch unterscheidet sie sich deutlich von anderen Mädchen ihres Alters. Zwar genoss sie einerseits eine behütete Kindheit mit ihrem Vater in der finnischen Wildnis fernab jeglicher Zivilisation, aber als ehemaliger CIA-Agent hat er sie in jahrelangem Training zu einer willensstarken und ausdauernden Kampf- und Tötungsmaschine ausgebildet. Das alles hat nur den Sinn und Zweck, dass sie eines Tages die CIA-Abteilungsleiterin Marissa Wiegler töten soll, die verantwortlich für den Tod ihrer Mutter ist. Als sie sich eines Tages bereit glaubt, ihre Mission zu erfüllen, muss sie feststellen, dass ihr Vater sie zwar auf vieles vorbereitet hat, aber nicht auf das wirkliche Leben.
~~~ und jetzt wieder die „Für Dr.Ed ist nichts langweiliger als alter Wein in neuen Schläuchen“ - Langversion ~~~
Hanna (Saoirse Ronan) ist äußerlich betrachtet ein ganz normaler Teenager. Trotzdem gibt es da deutliche Unterschiede zu anderen Mädchen ihres Alters. Zwar genoss sie einerseits eine behütete Kindheit mit ihrem Vater Erik (Eric Bana) in der finnischen Wildnis fernab jeglicher Zivilisation, aber als ehemaliger CIA-Agent hat er sie in jahrelangem Training zu einer willensstarken und ausdauernden Kampf- und Tötungsmaschine ausgebildet. Das geschieht nicht ohne Grund: Eines Tages soll sie die CIA-Abteilungsleiterin Marissa Wiegler (Cate Blanchett) töten, die für den Tod von Hannas Mutter verantwortlich ist.
Als sie sich eines Tages bereit dazu sieht, ihre Mission zu erfüllen, betätigt sie den Auslöseknopf eines Peilsenders und es dauert nicht lange, bis ein CIA-Sondereinsatz-Kommando bei ihr aufschlägt und sie mitnimmt. Schnell wird klar, dass das zum Plan gehört. Bei ihrem ersten Verhör in einem Hochsicherheitstrakt kann sie ihren Befragern entkommen, aber Wiegler nicht töten. So beginnt für Hanna eine atemlose Hatz von Marokko über Frankreich bis nach Deutschland. Ein Stück des Weges wird sie dabei von der englischen Hippie-Familie Von Sebastian (Jason Flemyng) und Rachel (Olivia Williams) in deren Wohnmobil mitgenommen.
Schnell muss Hanna merken, dass ihr Vater sie zwar auf vieles vorbereitet hat, aber nicht auf das wahre Leben. Zaghaften ersten Annäherungsversuchen des anderen Geschlechts steht sie ziemlich hilflos gegenüber. Bei ihrer Fahrt durch Europa werden Hanna und ihre Gastgeber vom CIA-Spezialisten Isaacs (Tom Hollander) unerbittlich verfolgt. Nichtsdestotrotz gelingt es Hanna immer wieder, ihren Häschern zu entfliehen und so kommt es dann in Berlin zum finalen Showdown...
### MEINE MEINUNG ###
Tja, wer hier Parallelen zur Bourne-Trilogie sieht, liegt damit gar nicht so falsch. Die Bilder, sowie der Inhalt und das Tempo der Geschichte zeigen auch deutliche Parallelen. Der wesentlichste Unterschied ist auf den ersten Blick ist in der Tat, dass die Hauptfigur diesmal ein weiblicher Teenager ist. Es dürfte wohl kaum jemanden geben, bei dem man weniger vermutet, dass sich dahinter eine nahkampferprobte Kampfmaschine verbirgt. Ein kleines Mädchen als tödliche Waffe, sowas gab es zuletzt bei „Kick-Ass“ und davor bei „Leon – der Profi“, ist aber ansonsten bei Action-Filmen eher die Ausnahme. Aber damit sie die wesentlichsten Unterschiede schon weitestgehend aufgezählt, denn auch hier geht es wieder um eine Figur auf der Suche nach ihrer Identität.
Was allerdings die Fähigkeiten von Hanna betrifft, erfahren wir relativ schnell, was bei ihr Sache ist. Warum sie aber diese Fähigkeiten hat, das wird erst im Laufe des Films nach und nach aufgedröselt. In mehreren Rückblenden erfahren wir, dass Hanna Ergebnis einer Genmanipulation ist. Es gab in der Vergangenheit Experimente seitens der CIA, wo Föten besondere genetische Eigenschaften verpasst bekamen, die sie in Gefechts- oder Zweikampf-Situationen besonders stark und widerstandsfähig machen sollten, quasi die perfekten SoldatInnen. Das Programm lief unter der Leitung von Wiegler, wurde aber vorzeitig eingestellt. Da Hannas Vater diese Art von Experimenten auf Dauer nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, hat er sich von der CIA abgesetzt und ist seitdem auf der Flucht.
Nachdem er Hanna rund 16 Jahre einer gnadenlosen Ausbildung unterzogen hat, hält er nun die Zeit der Abrechnung für gekommen und als Lockvogel dafür soll Hanna dienen. Zu diesem Zweck wird ein lange stillgelegter Peilsender aktiviert und es dauert nicht lange, bis ein SEK in der winterlichen finnischen Tundra landet, um sie einzusammeln. Schon da gibt es jedoch erste Verluste auf Seiten des Gegners. Und die Verluste dort werden nicht weniger: Als Hanna aus ihrer vorübergehenden Gefangenschaft fliehen kann, ist sie wenig zimperlich. Auch sonst ist Hanna ziemlich schnell bei der Sache, wenn man ihr zu nahe kommt, was auch eine Reisebekanntschaft, die nichts böses im Schilde führt, schnell zu spüren bekommt. Jedenfalls schafft es Hanna, ihren Häschern immer eine Nasenlänge voraus zu sein.
Nach einer atemlosen Hatz von Nordafrika quer durch Westeuropa kommt es dann schlussendlich in Berlin zum obligatorischen finalen Showdown und Hannas letzter Filmsatz ist wortgleich zu ihrem ersten Filmsatz, womit sich dann der Kreis irgendwo wieder schließt. Die Geschichte als solche ist – wie so oft bei Verschwörungs-Thrillern – eher nebensächlich und wirkt sehr konstruiert. Die Logik bleibt in weiten Teilen auf der Strecke und hinterlässt einen eher hanebüchenen Eindruck. Jedenfalls dachte ich die meiste Zeit: „Wer denkt sich so einen abstrusen Schrott aus“. Immerhin hat das Ganze einen durchgängigen Spannungsbogen, der bis zum Ende durchhält und zumindest in sich ist das meiste einigermaßen schlüssig, wenn man mal über vereinzelt auftauchende Logiklöcher großzügig hinwegsieht.
Was die Inszenierung betrifft, unterscheidet sich dieser Film von der Bourne-Trilogie in der Hauptsache dadurch, dass er sich zwischendurch auch mal die Zeit nimmt, in elegischen Landschaftsaufnahmen zu schwelgen und auch auf aufwendige Auto-Verfolgungsjagden verzichtet. Wenn irgendwelche Verfolgungen stattfinden, sind die Beteiligten in der Regel zu Fuß unterwegs. Insgesamt ist das Tempo des Films schon recht hoch und die Landschaftsaufnahmen sind dann so etwas wie eine kurze optische Verschnaufpause. Darstellerisch macht Saoirse Ronan ihre Sache erstaunlich gut und auch Eric Bana hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Dagegen wirkt Cate Blanchett als skrupellose CIA-Abteilungsleiterin mitunter etwas blass und schablonenhaft, was aber auch der Rolle geschuldet sein dürfte.
### FAZIT ###
Ich will jetzt nicht sagen „Kennt man einen, kennt man alle“, aber Parallelen zur Bourne-Trilogie sind hier unverkennbar. Das Genre des Verschwörungs-Thrillers wird hier nicht gerade neu erfunden, aber zumindest in solider Form wieder aufgelegt. Wem die Bourne-Trilogie oder „Salt“ gefallen hat, der wird auch hier auf seine Kosten kommen. Andererseits würde ich nicht behaupten, dass man diesen Film gesehen haben MUSS. Daher vergebe ich an dieser Stelle vier von fünf Finnland-Saunen.
### ABSPANN ###
Spielfilm USA, GB und D 2011, 111 Min., FSK 16
Regie: Joe Wright
Drehbuch: David Farr und Seth Lochhead
Kamera: Alwin H. Kuchler
Musik: Ed Simons und Tom Rowlands (besser bekannt als Chemical Brothers)
~ Erik Heller – Eric Bana
~ Hanna Heller – Saoirse Ronan
~ Marissa Wiegler – Cate Blanchett
~ Isaacs – Tom Hollander
~ Rachel – Olivia Williams
~ Sebastian – Jason Flemyng
~ Knepfler – Martin Wuttke
~ Johanna Zadek – Vicky Krieps
~ Katrin Zadek – Gudrun Ritter
u.v.a.
38 Bewertungen, 7 Kommentare
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26.08.2012, 11:23 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreich.:. LG AndreA .:.
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16.06.2011, 19:54 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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16.06.2011, 15:58 Uhr von PatMcNamara
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße aus der Eifel!! Patty
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16.06.2011, 11:17 Uhr von sigrid9979
Bewertung: besonders wertvollVerregnete Grüsse aus Holland...
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16.06.2011, 02:06 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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16.06.2011, 01:09 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollhm, ich hatte mir einen Superfilm erwartet..
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16.06.2011, 01:09 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
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