Krieg der Götter (Blu-ray 3D) Testbericht
D
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Summe aller Bewertungen
- Handlung:
- Anspruch:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Action:
- Romantik:
- Humor:
Erfahrungsbericht von Treice564
Krieg der Götter
Pro:
3D
Kontra:
Nichts
Empfehlung:
Ja
Inhalt
König Hyperion überzieht nicht nur die Menschen mit Krieg, sondern will einen magischen Bogen erringen, mit dem er die Götter im Olymp herausfordern und einen Krieg der Unsterblichen anzetteln könnte. Göttervater Zeus bereitet in menschlicher Gestalt den jungen Krieger Theseus darauf vor, Hyperion die Stirn zu bieten. Monumentalfilm um Figuren und Motive der griechischen Mythologie, dessen Dramaturgie und Figurenentwicklung nur wenig überzeugen; immerhin macht er seine Schwächen durch grandiose Bildwelten wett, wobei er die Antike als eklektizistische, suggestive Fantasie verlebendigt. Die einen Teil der Farben "schluckende" 3D-Projektion erweist sich dabei mehr als Schaden denn als Nutzen.
Kritik
"Wo waren die Götter, als meine Frau und meine Kinder qualvoll dahin siechten?" Diese Frage des mächtigen Königs Hyperion kommt einer Kriegserklärung gleich, als er sie wütend dem Hohepriester in einem soeben von ihm entweihten Tempel entgegenbrüllt. In seinen erbarmungslosen Kriegszügen gegen seine menschlichen Feinde sowie in seinen damit verbundenen Allmachtsfantasien macht Hyperion auch vor den Göttern nicht halt und müsste damit den Zorn des Olymps auf sich ziehen. Doch Zeus reagiert eigentümlich teilnahmslos angesichts der irdischen Auseinandersetzungen, gilt es doch als heiliges Gesetz, dass sich die Götter nicht in die Belange der Menschen einmischen. Ein Gesetz, das sich fatalerweise als tödliche Bedrohung auch für den Olymp erweisen könnte, sollte Hyperion in seinen siegreichen Metzeleien auf der Erde den legendären Bogen von Epirus ausfindig machen.
Mit dessen Macht nämlich käme der wütende Herrscher den Göttern beträchtlich nahe, könnten seine Pfeile doch, Blitzen gleich, die Fesseln der Titanen brechen, die einst im Tartaros gebannt wurden. Spätestens dann dürfte auch die letzte Stunde des Olymps im entfesselten Krieg der Götter geschlagen haben. Aber Zeus hat in weiser Voraussicht schon längst geplant, wie Hyperion auch von Irdischen Einhalt geboten werden kann. In Gestalt eines alten Mannes hat er den jungen Theseus trainiert, der als "unreiner" Bastard mit seiner Mutter aufwuchs und sich nun als junger Krieger anschickt, Gott und die Welt herauszufordern. Zwar gerät er, allzu ungestüm, bei einem Überfall auf sein Dorf in Hyperions Gefangenschaft, doch mit dem jungfräulichen Orakel Phaedra sowie einigen Weggefährten gelingt ihm die Flucht. Auch um den Tod seiner Mutter zu rächen, will er den finalen Kampf zwischen seinesgleichen und der Horde des Hyperion. Dabei leistet ihm Phaedra wertvolle Hilfe, weisen ihre seherischen Kräfte doch den Weg zum sagenumwobenen Bogen.
Die Sagen des griechischen Altertums bieten mit ihren vielen Schauplätzen, Schlachtgemälden, Heldengesängen und wundersamen Kreaturen eine schier unerschöpfliche Quelle für fantastische Abenteuer-Epen; angezapft hat sie das Hollywood der Fantasy-Blockbuster bisher eher selten. Zu den visionären Köpfen, die genügend Mut haben, um diese mythischen Bilderwelten zu erschließen, zählt der in Los Angeles und London ansässige Inder Tarsem Singh Dhandwar. Mit "The Cell" und "The Fall" hat er erst zwei Langfilme realisiert; "The Cell" war wirtschaftlich ein Flop, "The Fall" entstand in zehnjähriger Mühe als Independent-Produktion. Beiden Filmen ist die intensive gestalterische Wucht eines Filmemachers gemein, der keinen Aufwand scheut, seine mal märchenhaften, mal abgründigen und grotesk-brutalen Kopfgeburten zu visualisieren. Nie zuvor sah man Bilder, wie es sie in Tarsems Filmen zu sehen gibt, und da macht auch "Krieg der Götter" keine Ausnahme: Zusammen mit Kostümbildnerin Eiko Ishioka und Set-Dekorateur Tom Foden formt er aus der opulenten griechischen Antike ein postmodernes Sammelsurium aus Rock, Bollywood, Arno Breker und dem blitzenden Chic "hipper" Musik-Videoclips.
Da ist es geradezu eine Schande, dass diese Bilder "dank" der heute gängigen 3D-Technik im Kino hinter einem mehr oder minder drastischen Grauschleier der Licht fressenden Brillen verschwinden. Dem primär visuell denkenden Regisseur ist freilich nicht anzukreiden, dass seine Visionen für ein technisch noch unausgereiftes 3D-Kino einfach zu früh kommen; zu beklagen ist indes, dass Tarsem die Optik bei "Krieg der Götter" allzu sehr vor die Dramaturgie stellt, die im ersten Drittel oberflächlich, zitatenhaft, gestelzt und fahrig daherkommt und kaum einmal berührt. Die Psychologie der Figuren - so schön, so kraftvoll, so brutal sie allesamt auch sind - bleibt ebenso schleierhaft, wie es die durch 3D abgedunkelten Bilder sind. Erst wenn sich im Finale die Titanen gegen die Götter und Theseus gegen Hyperion erheben, siegt das visuelle Überwältigungskino über die Schwächen des Drehbuchs - ein deutlicher Beleg dafür, dass Kino zu allererst etwas mit Bildern zu tun hat. Zu bedauern ist allerdings, dass "The Fall", Tarsems märchenhafter "Kinderfilm" für Erwachsene, hierzulande nur in wenigen Kinos lief: Hier waren Seele und Intellekt eines Films noch in Einklang, während "Krieg der Götter" lediglich die teure Fingerübung eines Visionärs auf der Suche nach dem großen Wurf ist.
König Hyperion überzieht nicht nur die Menschen mit Krieg, sondern will einen magischen Bogen erringen, mit dem er die Götter im Olymp herausfordern und einen Krieg der Unsterblichen anzetteln könnte. Göttervater Zeus bereitet in menschlicher Gestalt den jungen Krieger Theseus darauf vor, Hyperion die Stirn zu bieten. Monumentalfilm um Figuren und Motive der griechischen Mythologie, dessen Dramaturgie und Figurenentwicklung nur wenig überzeugen; immerhin macht er seine Schwächen durch grandiose Bildwelten wett, wobei er die Antike als eklektizistische, suggestive Fantasie verlebendigt. Die einen Teil der Farben "schluckende" 3D-Projektion erweist sich dabei mehr als Schaden denn als Nutzen.
Kritik
"Wo waren die Götter, als meine Frau und meine Kinder qualvoll dahin siechten?" Diese Frage des mächtigen Königs Hyperion kommt einer Kriegserklärung gleich, als er sie wütend dem Hohepriester in einem soeben von ihm entweihten Tempel entgegenbrüllt. In seinen erbarmungslosen Kriegszügen gegen seine menschlichen Feinde sowie in seinen damit verbundenen Allmachtsfantasien macht Hyperion auch vor den Göttern nicht halt und müsste damit den Zorn des Olymps auf sich ziehen. Doch Zeus reagiert eigentümlich teilnahmslos angesichts der irdischen Auseinandersetzungen, gilt es doch als heiliges Gesetz, dass sich die Götter nicht in die Belange der Menschen einmischen. Ein Gesetz, das sich fatalerweise als tödliche Bedrohung auch für den Olymp erweisen könnte, sollte Hyperion in seinen siegreichen Metzeleien auf der Erde den legendären Bogen von Epirus ausfindig machen.
Mit dessen Macht nämlich käme der wütende Herrscher den Göttern beträchtlich nahe, könnten seine Pfeile doch, Blitzen gleich, die Fesseln der Titanen brechen, die einst im Tartaros gebannt wurden. Spätestens dann dürfte auch die letzte Stunde des Olymps im entfesselten Krieg der Götter geschlagen haben. Aber Zeus hat in weiser Voraussicht schon längst geplant, wie Hyperion auch von Irdischen Einhalt geboten werden kann. In Gestalt eines alten Mannes hat er den jungen Theseus trainiert, der als "unreiner" Bastard mit seiner Mutter aufwuchs und sich nun als junger Krieger anschickt, Gott und die Welt herauszufordern. Zwar gerät er, allzu ungestüm, bei einem Überfall auf sein Dorf in Hyperions Gefangenschaft, doch mit dem jungfräulichen Orakel Phaedra sowie einigen Weggefährten gelingt ihm die Flucht. Auch um den Tod seiner Mutter zu rächen, will er den finalen Kampf zwischen seinesgleichen und der Horde des Hyperion. Dabei leistet ihm Phaedra wertvolle Hilfe, weisen ihre seherischen Kräfte doch den Weg zum sagenumwobenen Bogen.
Die Sagen des griechischen Altertums bieten mit ihren vielen Schauplätzen, Schlachtgemälden, Heldengesängen und wundersamen Kreaturen eine schier unerschöpfliche Quelle für fantastische Abenteuer-Epen; angezapft hat sie das Hollywood der Fantasy-Blockbuster bisher eher selten. Zu den visionären Köpfen, die genügend Mut haben, um diese mythischen Bilderwelten zu erschließen, zählt der in Los Angeles und London ansässige Inder Tarsem Singh Dhandwar. Mit "The Cell" und "The Fall" hat er erst zwei Langfilme realisiert; "The Cell" war wirtschaftlich ein Flop, "The Fall" entstand in zehnjähriger Mühe als Independent-Produktion. Beiden Filmen ist die intensive gestalterische Wucht eines Filmemachers gemein, der keinen Aufwand scheut, seine mal märchenhaften, mal abgründigen und grotesk-brutalen Kopfgeburten zu visualisieren. Nie zuvor sah man Bilder, wie es sie in Tarsems Filmen zu sehen gibt, und da macht auch "Krieg der Götter" keine Ausnahme: Zusammen mit Kostümbildnerin Eiko Ishioka und Set-Dekorateur Tom Foden formt er aus der opulenten griechischen Antike ein postmodernes Sammelsurium aus Rock, Bollywood, Arno Breker und dem blitzenden Chic "hipper" Musik-Videoclips.
Da ist es geradezu eine Schande, dass diese Bilder "dank" der heute gängigen 3D-Technik im Kino hinter einem mehr oder minder drastischen Grauschleier der Licht fressenden Brillen verschwinden. Dem primär visuell denkenden Regisseur ist freilich nicht anzukreiden, dass seine Visionen für ein technisch noch unausgereiftes 3D-Kino einfach zu früh kommen; zu beklagen ist indes, dass Tarsem die Optik bei "Krieg der Götter" allzu sehr vor die Dramaturgie stellt, die im ersten Drittel oberflächlich, zitatenhaft, gestelzt und fahrig daherkommt und kaum einmal berührt. Die Psychologie der Figuren - so schön, so kraftvoll, so brutal sie allesamt auch sind - bleibt ebenso schleierhaft, wie es die durch 3D abgedunkelten Bilder sind. Erst wenn sich im Finale die Titanen gegen die Götter und Theseus gegen Hyperion erheben, siegt das visuelle Überwältigungskino über die Schwächen des Drehbuchs - ein deutlicher Beleg dafür, dass Kino zu allererst etwas mit Bildern zu tun hat. Zu bedauern ist allerdings, dass "The Fall", Tarsems märchenhafter "Kinderfilm" für Erwachsene, hierzulande nur in wenigen Kinos lief: Hier waren Seele und Intellekt eines Films noch in Einklang, während "Krieg der Götter" lediglich die teure Fingerübung eines Visionärs auf der Suche nach dem großen Wurf ist.
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