Das Skript (Taschenbuch) / Arno Strobel Testbericht


Auf yopi.de gelistet seit 01/2012
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von gamzef
Und der deutsche Thriller hat nun einen Namen - Arno Strobel
Pro:
alles
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Liebe Yopianer,
ich möchte euch über ein Buch berichten, das ich vor kurzem gelesen habe. Es ist ein 380-Seiten-Buch des deutschen, mir bisher nicht bekannten Autoren Arno Strobel. Ich meine das Buch „Das Skript“. Vom Genre her kann man es in die Kategorie Psychothriller und Genre einordnen, wobei ich sagen muss, dass ich auf das Genre später noch näher eingehen werde. Viel Spaß beim Lesen!
Ich hatte meinen Zug verpasst und musste eine halbe Stunde Zeit totschlagen. Ich begab mich in die Zeitschriften- und Buchhandlung in der Bahnhofshalle und ging zum Krimi- und Thrillerregal, weil mich dieses Genre am meisten anspricht. Es gab jede Menge Bücher, die mit einem verlockenden Klappentext und einem tollen Cover meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Doch zwei Bücher hoben sich durch ihr schönes Cover, den Titel und den Klappentext sehr ab von den anderen ab. Es waren zwei Bücher, die ich unbedingt lesen wollte. Eins davon war „Das Skript“ von Arno Strobel. Ich musste es haben und lesen!
Auf dem Cover sieht man den Rücken, den linken Oberarm und den Hinterkopf einer nackten, schlanken Frau. Ihr Rücken ist mit einem grünlichen Licht erhellt. Auf ihrem linken Oberarm ist eine Beschriftung, die man nicht gut lesen kann. Man sieht die Schulterblätter der Frau. Die Frau liegt auf dem großen Schriftzug des Titels „Das Skript“. Der Schriftzug ist ebenfalls in einem grünen Ton gehalten. Unter dem Titel steht, dass es sich hierbei um einen Psychothriller handelt. Der Hintergrund des Covers ist schwarz. Farblich macht das Buch einen sehr geheimnisvollen, leicht gruseligen Eindruck. Das grüne Licht, das auf den Rücken der Frau fällt, die Position, wie sie da liegt und der bedrohlich giftgrün-farbene Schriftzug auf dem Cover führte mich zur Annahme, dass es um Verbrechen an jungen Frauen handeln muss, die grausam sind. Alles in einem ist das Cover ziemlich gelungen. Es sieht sehr elegant, aber gleichzeitig auch etwas gruselig aus. Genau so hat das Cover eines Thrillers auszusehen, denke ich.
Etwas Dünnes, Kaltes strich über ihr Schulterblatt. Langsam, von links nach rechts und wieder zurück. Sie hielt die Luft an, wurde beherrscht vom dröhnenden Schlag ihres Herzens. Dann explodierte der Schmerz.
Eine junge Frau ist verschleppt worden. Der Entführer schneidet Stücke aus ihrer Haut, um darauf eine Geschichte zu schreiben und verschickt sie per Post... . Ein Entführungsfall, ein Serienkiller und ein Hauptverdächtiger mit beängstigender Phantasie: Bruta raffiniert erzählt Arno Strobel eine furchterregende Geschichte mit doppeltem Boden.
Der Klappentext gibt zwar die Handlung im groben wieder, dennoch ist es keine vollwertige Inhaltsangabe, sodass ich hier näher auf den Inhalt eingehen will.
Es verschwindet Heike Kleenkamp, die Tochter des Herausgebers der Hamburger Allgemeinen Zeitung. Ein wenig später bekommt eine junge Studentin ein Päckchen, in dem sich ein Buch befindet mit Seiten aus reiner Menschenhaut. Die Ermittler Mathiessen und Erdmann stellen fest, dass jemand einen Roman des Autoren Christoph Jahn nachstellt. Doch wieso kriegt eine junge Studentin dieses Päckchen. Warum handelt es sich bei der Menschenhaut im Päckchen um die der jungen Heike Kleenkamp? Das Ermittlerduo begibt sich auf die Suche nach Antworten und die Zahl der Verdächtigten und ihrer Motive scheint sich nur zu vermehren.
Normalerweise hasse ich es, wenn in Thrillern und Krimis zu viel über alle Figuren geschrieben wird. Oft gehen die Beschreibungen der Autoren zu weit, was die Spannung sinken lässt und den Leser nervt. Arno Strobel weiß jedoch ganz genau, wo er mit der Figurenschilderung und mit Hintergrundinformationen zu den Figuren aufzuhören hat. Jede wichtige Figur im Buch – und das sind einige – wird so gut und detailliert beschrieben, so dass man sich ganz genau ein Bild von ihnen machen kann. Aber genau da wo man sich von der Haupthandlung des Buches distanziert hat, hören diese Informationen und Schilderungen auf. Ich erlebe es zum ersten Mal, dass mich in einem Buch Personenbeschreibungen nicht nerven. Ich kam mir beim Lesen so vor, wie als wären die Ermittler mir bekannte Menschen. Man sympathisiert als Leser mit den Figuren und wird nicht durch unnötige Informationen abgelenkt. Natürlich haben die Figuren auch ihre eigenen Probleme und Geschichten, aber dies ist sehr maßvoll von Herrn Strobel gemacht. An Glaubwürdigkeit und Kontur der Figuren fehlt es auch nicht. Ich konnte mir jede Figur gut ausmalen und sehe auch nichts, was ausbaufähig ist im Hinblick auf die Charaktere.
Wer Splatter liebt und wem es beim Lesen mehr um die brutalen Verbrechen geht, der wird von diesem Buch enttäuscht sein. Natürlich sind die Verbrechen in „Das Skript“ brutal und sehr detailliert geschildert, so dass sogar der abgehärteste Psychothriller-Fan große Augen machen und sich schütteln muss. Doch die grausamen Verbrechen ergeben vom Anteil her höchstens 30% vom Buch. Es geht mehr um die Ermittlungen und um die Suche nach dem Verbrecher. Es geht darum, wie viele als Verdächtiger in Frage kommen und was für Motive viele haben um solche grausamen Taten zu begehen. Dies spricht alles eher für einen Krimi. Doch das macht das Buch nicht schlecht. Es gibt auch einen Aspekt, der eher für die Einordnung in die Kategorie „Psychothriller“ als Krimi spricht, und zwar die Tatsache, dass Arno Strobel uns geschickt zu falschen Annahmen führt und uns immer wieder mit neuen Motiven, Erkenntnissen der Ermittler und neuen Verdächtigen und Informationen überrascht und so die Spannung und Neugier ins Unermessliche steigen lässt. Des Weiteren leidet man mit den Frauen, an denen die grausamen Verbrechen begangen werden. Die Frage ob es ein Krimi oder Thriller ist, kann somit offenbleiben. Das Buch beinhaltet Elemente aus beiden Kategorien.
Mich hat das Konzept von Arno Strobel in „Das Skript“ sehr beeindruckt. Es geht in seinem Buch um ein Buch, das grausame Verbrechen schildert und nachgestellt wird. Das „Buch-in-Buch-Konzept“ ist mir neu und ich finde es sehr wirkungsvoll und originell. Solche originellen Ideen bin ich eigentlich nur aus amerikanischen Büchern gewohnt.Arno Strobel kann den amerikanischen Bestsellern in Puncto Originalität locker das Wasser reichen. Sehr schön finde ich auch, dass sich Arno Strobel nicht klischeehaften Mitteln aus dem Horror- und Krimimanier bedient. Es gibt keine unbekannten, dunkel bekleideten, gestörten Verdächtigen. Der Kreis der Verdächtigen weitet sich zwar, doch sind dies alles Menschen, die man im Buch bereits kennengelernt hat und dessen Motive man nachvollziehen kann.
Ebenso gut finde ich, wie zwischen den Verbrechen und den Ermittlungen immer abgewechselt wird. Die Spannung lässt nie nach durch den gut durchdachten Wechsel des Geschehens. Auch die Gewichtung zwischen den Verbrechen und den Ermittlungen ist sehr gut gewählt. Es hätte dem Buch geschadet, wenn über beides gleich viel geschrieben worden wäre. „Das Skript“ soll nämlich kein Splatterbuch sein, sondern ein spannendes Buch, das zum Mitdenken und Mitgrübeln anregen soll.
Nun komme ich zum Allerbesten. Ich habe wirklich an alle Möglichkeiten gedacht, die als Ende in Frage kommen. Doch ich bin nicht darauf gekommen! Arno Strobel hat es trotzso vieler versteckter Hinweise ja tatsächlich geschafft uns am Ende so richtig zu schockieren. Damit meine ich die Person des Verbrechers. Das Ende ist ziemlich raffiniert, total wirkungsvoll und der Leser klappt das Buch im verblüfften Zustand mit einem innerlichen „Darauf wäre ich nie gekommen“ zu. Ich habe das Buch in nur 3 Abenden gelesen und weiß jetzt ganz genau was ich als nächstes lesen werde. Ein weiteres Buch von Arno Strobel.
20 Bewertungen, 9 Kommentare
-
31.10.2014, 23:58 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß *~+
-
20.05.2013, 11:00 Uhr von joelovesyou
Bewertung: besonders wertvollbewe & lG
-
19.05.2013, 17:09 Uhr von Juri1877
Bewertung: sehr hilfreichsehr schön rezensiert
-
28.12.2012, 22:22 Uhr von Steve2512
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht! LG Steve2512
-
26.11.2012, 08:54 Uhr von MasterSirTobi
Da hast du dir ein SH verdient. LG wünscht MST
-
26.11.2012, 08:47 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichEin Reporter in spe^^. LG Tobi
-
24.11.2012, 15:45 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollKlasse Bericht. Dieses Buch ist irgendwie total an mir vorbeigegangen. LG Melanie
-
23.11.2012, 21:04 Uhr von knuddelfire
Bewertung: sehr hilfreichSH und einen schönen Abend LG
-
23.11.2012, 19:38 Uhr von allegra1805
Bewertung: sehr hilfreichSchade, bei mir hört der Bericht schon nach wenigen Zeilen auf. Aber ich gehe mal davon aus, dass er bestimmt sehr hilfreich ist.
Bewerten / Kommentar schreiben