Die Kinderhexe Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

die kinderhexe

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Das 384seitige Taschenbuch erschien im rororo Verlag in der 2. Auflage am 1. Dezember 2011 in deutscher Sprache. Unter der ISBN 978-3499257100 kostet es 8,99 €.

Buchumschlag:

Auf der rechten Seite des Buchumschlages ist das Gesicht einer jungen Frau zu sehen. Über ihr ist ein roter Samtvorhang, der nach oben gezogen wurde. Links unten ist eine mittelalterliche Stadt zu erkennen.

Autor:

Roman Rausch, 1961 in Würzburg geboren, arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Medienbereich und als Journalist. Für seine Trilogie um den Kommissar Johannes Kilian wurde er 2002 auf der Leipziger Buchmesse mit dem Book on Demand Award ausgezeichnet. Heute lebt er als Autor und Schreibcoach in Würzburg und Berlin. Mehr über den Autor und sein Werk: www.Roman-Rausch.de

Klappentext:

Hexen müssen brennen – und wenn es Kinder sind. Würzburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Grausam wütet der Hexenwahn, die Scheiterhaufen lodern höher als je zuvor. Als auch die alte Hebamme Babette sterben muss, schwört ihr Pflegekind Kathi Rache. Zusammen mit einer Freundin gibt sie an, auf einem Hexensabbat Bürger der Stadt gesehen zu haben. Die Nachricht vom Hexenflug der Mädchen verbreitet sich wie ein Lauffeuer, und bald kann niemand mehr seiner Haut sicher sein. Immer mehr Männer und Frauen fallen den tödlichen Bezichtigungen zum Opfer. Und am Ende sehen sich auch die Kinder selbst vom Feuertod bedroht …

Inhaltsverzeichnis:

Wie das Ei...
Für Lev...
Herbipolis Würzburg (1)...
Würzburg
Kapitel 1 - 35

Inhalt:

mittelalterliche Karten Würzburgs mit verschiedenen Ansichten auf die Stadt

Inhalt in eigenen Worten:

Der Dreißigjährige Krieg hinterlässt seine Spuren in Deutschland. Allerorts brennen Hexen auf den Scheiterhaufen. Babette ist eine Hebamme und auch als Hexe angeklagt, denunziert und auch sie endet in den Flammen der vielen Scheiterhaufen. Kathi, ihr Pflegekind, schwört Rache. Beim Ausschuss der Stadt wird sie als Zeugin geladen und gibt an, aber nicht nur sie alleine, eine Freundin ist mit dabei, Menschen aus ihrer Stadt auf dem Hexensabbat erkannt zu haben. Das, was die beiden aussagen, verbreitet sich natürlich in der Stadt und immer mehr der Bürger werden der Hexerei angeklagt, unter anderem auch Kinder. Niemand ist sich mehr sicher, nicht der nächste auf den Scheiterhaufen zu sein.

Leseprobe:

Würzburg

Im Jahr 1629

Die Erde ist vergiftet und mit ihr die Menschen. Überall lauern Krankheit, Verrat und der Tod.
Niemand will sich mehr erinnern, wie alles begann. Dabei ist jedem bekannt, wer die Schuld an all dem Grauen trägt.
Mit uns hat das ganze Unwesen angefangen und nicht mit jener bedauernswerten alten Amme. Sie war das Licht und das Leben im Garten des Herrn. Die Kinder liebten sie. Und wir haben sie getötet.
Als Vorboten unseres Verderbens wüteten Hunger, Pestilenz und der Große Krieg. Die Not war allerorten und kannte kein Erbarmen. Kein Haus wurde verschont, kein Gebet erhört.
O Herr, höre das Flehen deiner Kinder. Aber Gott hörte nicht. Er hatte sich von uns abgewandt und schickte uns die Zeichen. Der Himmel öffnete sich, und heraus traten die sieben Engel mit den sieben Plagen. Das Ende aller Tage war angebrochen. Die Abrechnung stand bevor.
Aber noch immer glaubten wir, das Schicksal selbst in der Hand zu haben. In unserer Vermessenheit suchten wir nach Schuldigen.
Wer hat nur unsere Kühe verhext, dass sie keine Milch mehr geben? Wer hat Frost und Hagel gezaubert, dass uns das tägliche Brot genommen wird? Und wer hat die Frucht unserer Weiber verhext, dass sie kein lebend Kind mehr zur Welt bringen?

Schreibstil:

finster, bedrückend, düster, realisitsch, glaubwürdig, gute Recherchen, zieht in den Bann, interessant und spannend



Meinung:

Meister Dürr ist Hexenjäger in der Stadt Würzburg und er beobachtet Kinder, wie sie Reime singen und erzählen, so zum Beispiel über Frau Holle.
Die Pest geht um und greift um sich, Menschen und Vieh sterben am Mutterkorn, der Cholera und anderen Krankheiten. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen denkt sich der Hexenmeister. Die Menschen leiden durch die eisige Zeit der langen Winter bis in den Sommer hinein an Hunger, sterben daran, das Wasser der Brunnen ist vergiftet und vieles andere mehr.
Immer mehr Hexen landen vor dem Hexenausschuss. Sie kommen ins Gefängnis und das Hab und Gut dieser Leute geht an den Bischof der Stadt.
Gesteht eine Hexe nicht gleich ihre Vergehen, wird sie gefoltert, bis sie gesteht. Schreckliche Qualen erleiden die Frauen bei dieser Prozedur der Peinlichen Befragung.
Meist geht es hier um Frauen und Kinder, die in der Gesellschaft ausgegrnzt sind. Eine Hebamme ruft Neid und Eifersucht auf den Plan und ist vor den Aussagen, sie hätte mit ihrer Kraft zu heilen, Menschen Blattern ans Bein gezaubert und ist schnell zu einer Hexe verschrien und landet vor dem Hexenausschuss.
Das zieht Parallelen in die heutige Zeit, in der auch Kinder genauso wie Erwachsene von der Gesellschaft wegen ihres Verhaltens, ihrer Kultur und Religion ausgegrenzt werden.
Dem Ausschuss ausgeliefert stehen die Hexen in den kalten steinernen Mauern in der Folterkammer eines Gefängnisses dem Priester, dem Schreiber und anderen hohen Herren gegenüber, denen sie Rede und Antwort stehen sollen über ihre Verbrechen.
Dabei geht es um den Tanz mit dem Teufel, darum, mit dem Satan durch die Luft geritten zu sein auf einem Besen oder einer Mistgabel.
Ihnen werden die Haare geschoren, die Frauen müssen sich entkleiden, damit einer der Mitglieder des Ausschusses sie nach Hexenmalen untersuchen kann.
Noch schwächer als die ausgelieferten Frauen sind die Kinder. Auch sie stehen vor dem Ausschuss und sollen sich den Fragen, die an sie gerichtet werden, stellen.
Logischerweise ist sich keine einzelne Person eines Vergehens bewusst, aber viele gestehen, da sie sich vor den Qualen der Folter fürchten.
Andere wiederum werden gefoltert in den Bein- und Daumenschrauben. An der Decke hängt ein Ring, durch den ein Strick gezogen ist. An den Händen am Rücken gefesselt, wird dieser Strick an den Fesseln der Hände festgemacht und die befragten "Hexen" mit Gewichten an den Beinen nach oben an die Decke gezogen. Dabei brechen sämtliche Knochen. Nach all den Befragungen, worauf keine Geständnisse folgen, werden sie in die dunklen und feuchten Löcher der Verliese gesteckt. Dort schlafen sie oder sie leigen auf dünn ausgelegtem Stroh, mit einem Joch an die Wand gefesselt, bewegungslos Tag für Tag.
Kathi ist die Hauptfigur des Romans von Roman Rausch. Sie hilft in der Apotheke, in der sie eine Ausbildung macht. So wollte es ihre Pflegemutter Babette.
Es geht in dieser Geschichte um die Stadt Würzburg in der Epoche des 17. Jahrhunderts. Sie hat eine leibliche Mutter, der sie nicht alle Dinge, die ihr Leid bereiten, erzählt.
In der Ausbildung schlägt sie der Apotheker und das Geld, das ihre Mutter bezahlt, damit sie dort essen kann, setzt der Apotheker nicht für ihr Essen ein.
Babette, die Hebamme, ist die einzige, die sich um das Wohl des Mädchens kümmert. Das ruft natürlich auf den Plan, das Missgunst die Menschen zermürbt.
Es ist die Zeit, in der weder Mädchen noch Frauen einen Wert besaßen in den Augen und der Ansicht der Männer.
Bedrückend, finster, dunkel ist die Zeit des Krieges und des Hungers beschrieben.
Mit Nachdruck und mit Beklemmung geht der Schriftsteller auf die angeklagten Personen in den Gefängnissen ein und beschreibt sehr detailliert von der Zeit.
Die Gassen und Straßen sind voll mit Fäkalien und den Abfällen, die von den Frauen unbedacht auf die Straße geworfen werden. Dadurch sind die Flüsse vergiftet, die Pest ist auch eine Folge davon, doch die Frauen stehen im Kreuzverhör und sollen an all diesen Dingen die Schuld tragen.
Packend und mitreißend schildert Roman Rausch die Hexenverfolgung der Frauen und Kinder und schildert sehr genau die Beweggründe Kathis für ihr Verhalten.
Der Charakter der Kinder rückt der Schriftsteller so zurecht, dass sie sich gegen die Obrigkeit auflehnen und damit Hoffnung auf Zukunft beim Leser vermittelt.
Beklemmend ist der Roman in seiner ganzen Gestaltung und Ausarbeitung geschrieben und schildert die Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit all seinen Schrecken, die Macht der Kirche und des Hexenausschusses und nimmt als Gegenüberstellung die Unterwürfigkeit des einfachen Volkes.
Gut recherchiert und damit mit sehr viel Überzeugungskraft ist der Roman um die Kinderhexen sehr spannend geschrieben.

29 Bewertungen, 3 Kommentare

  • XXLALF

    12.04.2012, 19:29 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und einen lieben gruß

  • morla

    12.04.2012, 19:23 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • katjafranke

    12.04.2012, 10:55 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen Gruß von der Katja