Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (gebundene Ausgabe) / Rachel Joyce Testbericht

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Erfahrungsbericht von HEIDIZ

Eigentlich wollte er nur den Brief lesen ...

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Ja

Von diesem Buch hatte ich viel gehört – viel Gutes gehört – ich konnte nicht umhin, mir dieses Buch auch zur „Brust“ zu nehmen und möchte euch nun berichten, wie ich es empfand.

Daten zum Buch:
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PREIS: 18,99 Euro

• Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
• Verlag: Krüger Verlag; Auflage: 3 (25. Juni 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3810510793
• ISBN-13: 978-3810510792
• Originaltitel: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry
• Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,6 cm

Über den Autor
Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Original-Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. ›Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry‹ ist ihr erster Roman. Er erscheint in über 30 Ländern auf der ganzen Welt. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.
Quelle: amazon.de

Inhaltsangabe:
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Maureen Fry bringt ihrem Mann aus dem Postkasten einen Brief mit. Von da an wird sich das Leben des Harold Fry ändern. 1000 Kilometern in 87 Tagen sollen es sein, die er bewältig und die wir als Leser mit ihm gehen dürfen. Harold war Handelsvertreter ist aber nun im Ruhestand und das Leben mit einer Familie ist nicht das, was man glücklich nennen könnte. Die beiden Eheleute schlafen in getrennten Zimmern und David der Sohn kommt kaum noch nach Haus. Der Brief ist von einer Kollegin, mit der er über 20 Jahre nichts zu tun hatte. Sie ist totkrank. Nun ist es ein Mädchen an einer Tankstelle, die ihn unbewusst dazu leitet, die Kollegin Queenie zu besuchen und ihr in den letzten Stunden zur Seite zu stehen. Er hofft, dass sie sich mit dem Sterben noch so lange Zeit lässt, bis er zu Fuß zu ihr gegangen ist.

Meine zusammenfassende Meinung:
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Dieses Buch geht an die Nieren, dieses Buch lässt man unweigerlich an sich heran, weil es so emotional und tiefgründig geschrieben ist. Es ist die Reise eines Rentners zu seiner ehemaligen Kollegin, die eine Reise zu sich selbst ist und die – wenn man sich darauf einlässt, eine Reise zu jedem Leser persönlich sein kann. Man kann so viel aus diesem Buch für sich mitnehmen, dass man wirklich sagen kann, dass es wertvoll ist und unbedingt lesenswert.

Es ist ein langer Weg über 1000 km, der aber für den Leser nicht lang rüberkommt, weil die Geschichte keine langatmigen Stellen aufweist, sondern durchweg tiefsinnig, spannend und mitreißend geschrieben ist.

Warum Harold diesen Weg zu Queenie auf sich nimmt, da muss doch mehr dahinter stecken, habe ich mich gefragt. Am Ende wird man es lesen dürfen.
Aber bis man zum Ende kommt, ist man bestens unterhalten und wird zum Nachdenken angeregt.

Es ist auch so, dass der Leser mitbekommt, dass nicht nur Harold sich während des Laufens verändert, sondern mit ihm im Prinzip auch seine Familie – seine Frau Maureen und das ist schön ….

Dieser Roman gehört – so finde ich – zum Genre Drama – ist auch dramatisch, aber nicht künstlich dramatisiert, sondern sehr authentisch geschrieben. Man meint, man kenne den Protagonisten, der so viel von sich erzählt. Das Buch ist der Vergangenheit in Erzählschreibweise geschrieben.

Am Schluss des Buches kann man eine ganzseitige Karte sehen, die die Strecke zeigt von Südengland bis an die schottische Grenze, die Harold zu Queenie gegangen ist. Das Buch umfasst 32 Kapitel.

Leseprobe:
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Maureen schlief unruhig. Sie träumte, sie sei bei einer Abendgesellschaft, mit vielen Leuten in Smoking und Abendkleid, die sie nicht kannte. Sie setzte sich zum Essen an die Tafel und blickte auf ihren Schoß. Da fand sie ihre Leber liegen. „Wie nett, Sie kennenzulernen“, sagte sie zu dem Mann neben sich und deckte ihre Leber mit den Händen zu, bevor er sie sehen konnte. Die ganze Zeit glitschte die Leber zwischen ihren Fingern herum, drückte sich schmatzend in die Zwischenräume unter ihren Nägeln, bis Maureen nicht mehr wusste, wie sie sie bändigen sollte. Die Kellner trugen schon die Teller auf, die mit Silberhauben abgedeckt waren.


Nach einer lange Pause fragte der Onkologe: „Wie viel wissen Sie über Krebs, Harold?“
Harold gähnte, um die Gefühle zu ersticken, die sich auf seinem Gesicht abzeichnen wollten, während der Onkologe langsam erklärte, wie ein Tumor entsteht. Er nahm sich Zeit. Er wich nicht aus. Er beschrieb, wie sich eine Zelle unkontrolliert vermehren und eine abnorme Gewebsmasse erzeugen kann …

Man bekommt während des Lesens Gänsehaut ob der tiefgründigen Betrachtungen und Gedankengänge Harolds`, die er während des Wanderns hat und man ist auch einfach bestens unterhalten ob der abwechslungsreichen Begegnungen, die man unweigerlich auf einem solchen Marsch macht. So viel hört man heute vom Jakobs- und anderen Pilgerwegen, dass man denkt: „Schon wieder ein Pilgerroman “ – aber dieser hier ist gänzlich anders. Diesen muss man gelesen haben, wenn man sich für diese Art Buch und das Genre interessiert und wenn man einfach neugierig ist und das Leben liebt.

Ich bin absolut begeistert !!!

32 Bewertungen, 2 Kommentare

  • sigrid9979

    20.09.2012, 15:22 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht...Lg Sigi

  • katjafranke

    20.09.2012, 14:02 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA