Die Eiserne Lady (DVD) Testbericht

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ab 6,60
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Bucher1967

Alles wegen Meryl Streep

3
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 6 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

großartige Darstellungsleistung von Meryl Streep (oscar-prämiert)

Kontra:

weniger eine politische Filmbiografie, Schwerpunkt auf der Demenzerkrankung Thatchers

Empfehlung:

Ja

Dass „Die Eiserne Lady“ vor allem von der darstellerischen Leistung Meryl Streeps lebt, hatte ich vorab gehört. Eigentlich hatte ich den Film schon im Kino sehen wollen, aber dann wurde es doch erst die DVD.

Heute sehe ich den Kauf gemischt: Aus der Filmhandlung hätte man noch sehr viel mehr machen können. Natürlich ist die ehemalige britische Premierministerin eine komplexe Persönlichkeit mit einer reichen politischen Vergangenheit. Hier auszuwählen, was man zeigt und was nicht, ist auf jeden Fall nötig. Aber ich hätte nicht erwartet, dass sich die Filmbiografie recht stark auf das Altern und die Demenzerkrankung von Thatcher konzentriert und sich sogar ausmalt, wie sie über ihren verstorbenen Ehemann halluziniert. Die Maskenbildner leisten hier ganze Arbeit, wie man sich vorstellen kann, und wurden – wie Meryl Streep selbst – dafür mit einem Oscar belohnt.

Filmhandlung:

Margaret Thatcher ist im April 2013 verstorben, aber der Film kam 2011 in die Kinos und wählte als Rahmenhandlung die Demenzerkrankung der ehemaligen britischen Premierministerin.

Zwischen fiktiven Gesprächen mit ihrem 2003 verstorbene Ehemann Denis und dem immer beschwerlicheren Alltag erinnert sich Thatcher an ihr Leben – von der jungen konservativen Abgeordneten, die noch belächelt wird, bis zur immer eigensinnigeren Premierministerin. Der Film erzählt in mehr oder weniger chronologisch angeordneten Rückblenden die politische Karriere von Margaret Thatcher, widmet sich aber auch ihrem Privatleben. Man begreift, wie wichtig ihr Ehemann Denis für das Gelingen ihrer Karriere war, da er sie immer unterstützte, aber man merkt auch, wie sie als eine der wenigen Frauen, die politisch so weit kommen, ihre Familie vernachlässigen muss.

Der Film reißt schwierige politische Entscheidungen und Krisen wie den Kampf gegen die Gewerkschaften und den Falklandkrieg an, nimmt aber in der späten Regierungszeit Thatchers fast nur noch ihre zunehmende Eigensinnigkeit ins Visier. Diese führt zwar dazu, dass Thatcher von ihrer Partei letztlich abgesetzt wird, jedoch wird hier endgültig klar, dass der Film vorrangig die Persönlichkeitsentwicklung betrachtet. Die Rolle Thatchers in der Politik hängt zwar damit zusammen, wird jedoch nicht allzu weit differenziert.

Gegen Ende des Films, als Thatcher immer mehr unter ihrer Demenz zu leiden beginnt, versucht sie ihren Ehemann aus ihrem Kopf zu jagen und fügt sich scheinbar ihrem Schicksal. Die stets so korrekte und kontrollierte Grand Dame der britischen Politik muss erkennen, dass ihre Sturheit und ihre Eigensinnigkeit Freunde und Familie verschrecken und dass Sie durch die Demenz langsam die Kontrolle über ihr Handeln verliert.

Regie und Besetzung:

Der Spielfilm beruht auf einen Drehbuch von Abi Morgan und wurde von der britischen Regisseurin Phyllida Lloyd inszeniert, die 2008 schon mit Meryl Streep in der Musicalverfilmung „Mamma Mia!“ einen großen Erfolg landete.

Neben Meryl Streep in der Hauptrolle als ältere und gealterte Margaret Thatcher spiele eher wenig bekannte Schauspieler. Jim Broadbent als Ehemann Denis Thatcher kennt man aus zahlreichen Filmen, den letzten beiden Harry-Potter-Teilen und zuletzt Cloud Atlas. Das junge Thatcher-Paar wird von Alexandra Roach und Harry Lloyd gespielt.

Der Film dauert 105 Minuten und ist freigegeben ab 6 Jahren.

Eindruck:

Man sollte sich bei „Die Eiserne Lady“ auf einen Film einstellen, der vor allem die Entwicklung von Thatchers Persönlichkeit im Blick hat. Wer Einblick in spannende und weitreichende politische Entscheidungsfindungen erwartet, wird enttäuscht werden.

Die Darstellung von Meryl Streep sticht natürlich sehr positiv hervor und wurde zu Recht mit einem Oscar belohnt. In anderem Zusammenhang hätte mich auch interessiert, wie es jemandem geht, der zum Ende eines vielschichtigen Lebens hin mit einer Demenz zurechtkommen muss. Hier jedoch empfinde ich diesen fiktiven Anteil an der Verfilmung des Lebens der berühmten Persönlichkeit Margaret Thatcher zeitweise als anstrengend und zu viel Raum einnehmend. Der Schwerpunkt hätte meiner Meinung noch stärker auf die Tragweite von Thatchers Persönlichkeit für ihre politischen Entscheidungen gelegt werden können.

Ohne ein bisschen Vorbildung über die Amtszeit Thatchers sind manche Ereignisse zudem schwer nachzuvollziehen, finde ich. Es wird gezeigt, dass die ehrgeizige Politikerin Thatcher auch mit Niederlagen zurechtkommen muss, aber am Ende ist mir das erfundene Szenario aus Selbstgesprächen mit ihrem verstorbenen Ehemann zu weit weg von der Rolle als Politikerin und Regierungschefin, wie ich sie mir vorgestellt hätte.

Was gelungen ist, ist die Darstellung der Frau, des Menschen, hinter der notwendigerweise resoluten Maske der Premierministerin, die ihr Land aus einer Wirtschaftskrise wieder in bessere Zeiten führen will. Dafür hätte meiner Meinung nach ihre spätere Demenzerkrankung keine so wichtige Rolle spielen müssen.

17 Bewertungen, 7 Kommentare

  • knuddelfire

    17.06.2013, 20:05 Uhr von knuddelfire
    Bewertung: sehr hilfreich

    einen sonnigen Wochenstart LG

  • Gi22Fr

    30.05.2013, 19:36 Uhr von Gi22Fr
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße

  • Lale

    29.05.2013, 23:42 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~+

  • bella.17@live.de

    29.05.2013, 22:40 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Annabelle. Über deine Lesung freue ich mich

  • wurmi2010

    29.05.2013, 22:16 Uhr von wurmi2010
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und viele Grüße

  • mausi1972

    29.05.2013, 22:13 Uhr von mausi1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße Marion

  • Clarinetta2

    29.05.2013, 18:39 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht