Blutsommer (Taschenbuch) / Rainer Löffler Testbericht

Auf yopi.de gelistet seit 06/2012
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von allegra1805
Mein erster Sommerschocker in diesem Jahr
Pro:
durchgehend hohe Spannung
Kontra:
teilweise eine sehr blutige Angelegenheit, unnötige Romanze
Empfehlung:
Ja
=== Buchdaten ===
Titel: Blutsommer
Autor: Rainer Löffler
Taschenbuch: 495 Seiten
Erschienen: Juni 2012
Verlag: rororo
ISBN: 978-3499257278
Preis: 9,99 €
Auch als ebook und Hörbuch erhältlich
=== Autor ===
Rainer Löffler lebt mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern und dem Sohn in Hemmingen bei Stuttgart. „Blutsommer“ ist das Debüt des Autors - der Auftakt einer Serie um den Fallanalytiker Martin Abel.
(Quelle: Autoreninfo im Buch)
=== Inhalt ===
Das 1 x 1 des Grauens
Eine Dunstglocke liegt über der Stadt. Die Hitze ist unerträglich. Und dann dieser Geruch, dieser furchtbare Geruch!
Der Picknickausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stößt, von Fliegen und Maden bedeckt: Der „Metzger“ hat wieder zugeschlagen.
Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Doch das hier - das ist eine neue Dimension.
(Quelle: Rückseite des Buches)
=== Inhalt in eigenen Worten ===
Die junge, ehrgeizige Polizistin Hannah Christ will unbedingt mit dem erfolgreichsten Fallanalytiker, Martin Abel, zusammenarbeiten. Abel ist nicht nur für seine sehr hohe Aufklärungsquote bekannt, sondern auch für sein eher schwieriges Verhalten, das Teamarbeit manchmal ganz schön erschwert. Nach einer schmerzhaften Scheidung hat er sich eingeigelt, was sich sowohl an seinem bisweilen ruppigen Benehmen als auch an seiner äußerlichen Erscheinungsform zeigt. Selbst bei warmen Temperaturen trägt ein Jackett.
In Köln treibt „der Metzger“ sein Unwesen. Eine überaus blutige Mordserie bringt den erfahrenen Hauptkommissar Greiner an seine Grenzen. Er erkennt, dass er mit klassischer Polizeiarbeit bei den Ermittlungen nicht weiterkommt und greift auf die operative Fallanalyse zurück. In ursprünglich englischen Krimis nennt man das üblicherweise „Profiling“. Obwohl Greiner dieser Methode gegenüber sehr skeptisch ist, fordert er bei seinem alten Kollegen Frank Kessler aus Stuttgart einen Spezialisten an. So reisen Martin Abel und Hannah Christ in die Rheinmetropole Köln.
Durch seine sehr unkonventionellen Arbeitsweisen gelingt es Abel tatsächlich recht schnell den Täterkreis einzugrenzen. Die operative Fallanalyse beruht auf einem Datenbanksystem mit der Bezeichnung VICLAS (engl. Violent Crime Linkage Analysis System). Darin werden Daten von Tötungs- und Sexualdelikten gesammelt und systematisch ausgewertet. Abel und Christ ergänzen dieses System allerdings noch durch zahlreiche eigene Beobachtungen und Informationen.
Anfangs verhält sich Abel recht gereizt gegenüber Hannah Christ, weil sie ihm gegen seinen Willen zugeteilt worden ist. Im Verlaufe der Ermittlungen wird er ihr gegenüber offener, so dass sich eine kleine Romanze zu entwickeln beginnt.
Die Lösung des Falles ist durchgehend spannend, sehr blutig und für mich unerwartet. Mehr werde ich hier zum Inhalt nicht verraten.
=== Meine persönliche Meinung ===
Martin Abel erinnert mich als Ermittler an eine Mischung zwischen Hunter (Chris Carter) und Adrian Monk, den ich aus den Fernsehserien kenne. Er teilt nicht nur die Initialen mit Monk, sondern auch die Vorliebe, braune Jacketts zu tragen. Ebenso leiden beide unter psychischen Traumata hervorgerufen durch einen familiären Verlust. Abel ist aber weitaus weniger autistisch veranlagt und tendiert dazu, seinen Frust im Alkohol zu ertränken. In dieser Hinsicht ist er „Detective Hunter“ nicht unähnlich.
Wer die Serien von Monk schon gesehen hat, kann sich beim Lesen bildlich vorstellen, wie Abel am gerichtsmedizinischen Institut „mit der Leiche tanzt“.
Mit dem Charakter der Hannah Christ hatte ich etwas Mühe. Sie ist für mich nicht so wirklich zum Leben erwacht. Ihre Tendenz zu Zickigkeit und „Primadonnengehabe“ kollidiert für mich etwas mit ihrem Wunsch, unbedingt mit Abel zusammen zu arbeiten, um von ihm beruflich zu profitieren. Die Art, wie sie sich ihm nähert, passt für mich nicht wirklich.
Die übrigen Personen sind sehr glaubwürdig beschrieben. Sie bilden den für Krimis üblichen Hintergrund an Polizeiapparat und ich kann mir gut vorstellen, dass ihre Konstellation zusammen mit den Hauptfiguren Abel und Christ eine gute Basis für eine Buchserie darstellt.
Die Ermittlungen bestehen aus einer Kombination von klassischer Polizeiarbeit mit Befragungen, Spurensicherung, Gerichtsmedizin, der operativen Fallanalytik und Abels bisweilen skurrilen Verrenkungen, wenn er sich in die Position des Täters, beziehungsweise des Opfers begibt, um sich in den Täter hinein zu versetzen. Als Leser erfährt man eine informative Einführung in die Arbeitsweise eines Fallanalytikers.
Für mich war „Blutsommer“ von Anfang bis zum Ende ein überaus spannendes Lesevergnügen. Ich wusste bis zum Schluss nicht, wer der Täter ist, obwohl ich zwischen durch mal einen Moment lang sogar den richtigen Gedanken hatte.
Für sehr sensible Leser würde ich das Buch nicht empfehlen, es ist wirklich voller abstruser Perversitäten, die aber leider – wie auch im Nachwort vom Autor erwähnt – durchaus Parallelen zur Realität haben.
Was mir nicht so wirklich gefallen hat, ist die sich entwickelnde Romanze. Die fand ich nicht glaubwürdig und für diesen Thriller völlig unnötig. Die Familie Lerch, die einem im Prolog schon fast ans Herz wächst, wird leider im Buch nur noch an einer Stelle erwähnt. Ich hätte gerne gewusst, wie es ihnen später ergangen ist. Wahrscheinlich hätte das den Umfang des Buches gesprengt.
=== Mein Fazit ===
„Blutsommer“ ist für mich ein sehr gelungenes Debüt. Ich fühlte mich bei der Lektüre wunderbar unterhalten und konnte mich für kurze Zeit aus dem Alltag ausklinken, was der eigenen Seele manchmal auch ganz gut tut. Ich würde gerne mehr von Martin Abel lesen und freue mich schon jetzt auf den neuen Fall.
Von mir eine Lesempfehlung mit 5 Sternen.
*** Meine Berichte erscheinen auch auf anderen Plattformen ***
66 Bewertungen, 13 Kommentare
-
17.07.2012, 10:43 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
-
26.06.2012, 13:39 Uhr von giselamaria
Bewertung: besonders wertvollwunderbar beschrieben ! - LG gisela
-
24.06.2012, 14:52 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichlg andrea -----------
-
19.06.2012, 14:34 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
-
15.06.2012, 16:10 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
-
15.06.2012, 13:08 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollKlasse Foto :-) Hier kommt das versprochene BW. LG Melanie
-
15.06.2012, 01:53 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
14.06.2012, 20:16 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreich...und ganz liebe grüße
-
14.06.2012, 20:07 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Schönen Donnerstagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
-
14.06.2012, 18:42 Uhr von Lakisha_1
Bewertung: sehr hilfreichwürde mich über deine Gegenlesung freuen. lg
-
14.06.2012, 18:26 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße Katja
-
14.06.2012, 17:42 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß *~*
-
14.06.2012, 17:27 Uhr von romantikramona
Bewertung: sehr hilfreichschön in Szene gesetzt, lg Ramona

Bewerten / Kommentar schreiben