seti@home Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Benutzerfreundlichkeit:  sehr gut
  • Updatemöglichkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von janspambox

BOINC

5
  • Benutzerfreundlichkeit:  sehr gut
  • Updatemöglichkeit:  sehr gut

Pro:

Caching endlich drin, andere Projekte möglich

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

== Einleitung ==
Seti@home wird langsam, aber sicher auf BOINC umgestellt, worauf ich hier näher eingehen werde.

== Die Idee ==
Bisher hatte jedes dieser Projekte einen eigenen Client, und die einzelnen Clients haben sich nicht so gut miteinander vertragen. Außerdem musste man, wenn man den Analysealgorithmus ändern wollte, die Hauptclients updaten, was meist mit Arbeit für die Leute verbunden ist, die die Rechner betreiben. Da einige Leute auch hunderte von Rechnern haben, ist die Bereitschaft dazu nicht sonderlich groß.
BOINC soll alle Projekte vereinen. Das Hauptprogramm übernimmt viele Aufgaben, die einzelnen Projekte müssen nur das eigentliche Analyseprogramm liefern und müssen sich nicht mit Sachen wie dem Abholen der \"Workunits\", also der Aufgabendateien und ähnliches zu kümmern. Man kann an mehreren Projekten gleichzeitig teilnehmen, in BOINC kann man einstellen, welchen wieviel Rechenleistung zuteil kommt. Der Hauptvorteil ist, dass in jeder WU (Workunit) steht, mit welcher Version des Berechnungsmoduls sie bearbeitet werden soll. BOINC holt sich diese Version dann automatisch.
BOINC gibt es für alle gängigen Betriebssysteme inklusive Linux. Es ist Open Source.


== Das Fenster ==
Ich kenne nur die Windows-Version, die eine sehr schöne grafische Oberfläche hat. Diese ist normalerweise in English, eine Lokalisierungsdatei für Deutsch und viele andere Sprachen ist dabei.

-- Menü --
Unter \"Datei\" kann man einstellen, ob die Projekte ununterbrochen, nach den jeweiligen Einstellungen (z. B. bei Laptops nur bei Netzbetrieb) oder im Moment überhaupt nicht bearbeitet werden sollen. Das bezieht sich natürlich auf alle Projekte. Dann kann man den Internet-Zugriff abschalten (z. B. um Traffic bei voll ausgenutzten Voilumentarifen zu sparen), die Benchmarks neu durchlaufen und das Programmfenster oder das Programm selbst (mit allen Projekten) zu schließen.
Unter \"Einstellungen\" kann man sich mithilfe des Project Key, der Username und Passwort zugleich ist und nicht geändert werden kann, einem Projekt anschließen, sowie die Proxy-Einstellungen für den Internet-Zugriff bearbeiten.
Unter \"Hilfe\" gibt es nur den \"Über...\" -Dialog, in dem die Version des Hauptprogramms abzulesen ist

-- Die Register --
Der Rest den Fensters ist ein Datenblatt, dessen Inhalt über 5 Registerreiter oben ausgewählt werden kann.
Unter \"Projekte\" kann man sich die Liste der Projekte, an denen man teilnimmt, ansehen, weiterhin sieht man, wieviel % der Leistung diesem Projekt zugeteilt werden und wieviele Punkte man bei diesem Projekt erreicht hat. Mithilfe eines Rechtsklick auf ein Projekt kann man dieses Projekt zurücksetzen (wichtig bei Fehlern, alle projektbezogenen Daten werden gelöscht ud neue Arbeit wird geladen), die Teilnahme an diesem Projekt beenden oder aber die Website des Projekts besuchen. Weiterhin kann man BOINC zwingen, Verbindung zum Server aufzunehmen und neue Einstellungen und eventuell Arbeit zu laden.

Unter \"Arbeit\" sieht man die Liste der WUs, zu welchem Projekt sie gehören, welches Berechnungsmodul sie verwenden, wie sei heißen (die Namen sind kryptisch), wie lange sie bearbeitet wurden und vorraussichtlich noch werden (die Anzeige ist sehr ungenau), bis wann sie, um gewertet zu werden, fertig und hochgeladen sein müssen, den Status der Einheit und einen SEHR ungenauen Fortschritsbalken. (zumindest bei seti@home gehen die ersten 50% sehr schnell und der Rest langsam)

Unter \"Transfers\" sieht man, was herunter/hochgeladen wird/werden soll, inklusive Name, Größe Status, Dauer, Fortschritt und Geschwindigkeit.

Unter \"Nachrichten\" befindet sich ein sehr ausführliches Ereignisprotokoll, unter \"Disk\" kann man sehen, wieviel % des Festplattenspeichers BOINC frisst und wieviel davon auf welches Projekt entfällt.


== Einstellungen ==
Die Einstellungen werden auf der Projekt-Web-Site gemacht, was es Farm-Inhabern ermöglicht,recht einfach alle Rechner schnell umzustellen. Es gibt Projektspezifische Einstellungen und Globale Einstellungen. Man kann 3 Profile verwenden, wenn man z. B. Rechner zu Hause anders behandeln will als die in der Arbeit. Unter den globalen Einstellungen, die alle Projekte betreffen, kann man einstellen, wieviele Prozessoren benutzt werden sollen, wann gerechnet werden soll (immer, nur bei Netzbetrieb, nur wenn der PC nicht benutzt wird, Uhrzeit), wieviel Arbeit vorgehalten werden soll (zu wenig bedeutet, dass der Computer nix zu tun hat, wenn der Server mal wieder ausfällt, zu viel bedeutet, dass die Ergebnisse nicht vor der \"Deadline\" fertig sind), und wieviel Speicher und Verbindungsgeschwindigkeit BOINC nutzen darf.


== Die Projekte ==
Angelaufen ist bisher nur seti@home, andere Projekte planen umzusteigen und/oder haben Betatests am laufen. Zu seit@home:
Es kann eingestellt werden, wie die Grafik aussehen soll, denn die Arbeit kann auch, z.B. als Bildschirmschoner, grafisch gezeigt werden. Dann, wieviel Leistung für die Grafik maximal geopfert werden dürfen, und wie hoch die Priorität es Projekts ist. Die Grafik sieht schön aus. Das Problem ist, dass der Server ständig down ist, und man bei einer Deadline von 14 Tagen nicht allzuviel Arbeit vorhalten kann, da Arbeit für einen Tag auch mal eine Woche dauern kann, und mein Rechner nicht ständig an ist.


== Punkte ==
Das Projekt ist ehrenamtlich, dazu ist aber zu sagen, dass es im Hintergrud läuft und den Computer nicht beeinträchtigt, da es nur rechnet, wenn der Prozessor sonst im Leerlauf wäre.
Für jede berechnete Einheit rechnet der Client einen Punktewert aus. Dieser hängt von der rechnergeschwindigkeit und dem Aufwand der berechnungen ab. Dieser wird zusammen mit dem Ergebnis übermittelt. Wenn mehrere Ergebnisse eingetroffen sind, entscheidet der Server, welchen Wert die WU wirklich hat (anhand der gemeldeten Werte) und fügt diesen ERST DANN zu dem Punktekonto des Benutzers hinzu. Alte seti@home-Punkte werden zusätzlich auf der Projektseite angezeigt, aber natürlich nicht umgerechnet. Es wird zudem auch noch ein Wert angezeit, der die erzeilten Punkte in der letzten Zeit anzeigt, um Späteinsteigern eine Chance zu geben, auch mal in einer der zahlreichen Ranglisten zu erscheinen.


== Caching ==
Der Client besorgt sich automatisch Arbeit, wenn ein bestimmter, einstellbarer Schwellenwert erreicht wurde, damit er genux Arbeit für X Tage hat, wobei X auch einstellbar ist. Dies ist wichtig, da nicht alle Rechner ständig online sind (Modem) und zudem der Server oft Probleme hat, was sich hoffentlich jetzt bessert (Anlaufschwierigkeiten, das Projekt ist recht jung).
Es ist hinfreich, bei mehreren Projekten mitzumachen, wenn ein Projekt keine Arbeit hat, rechnet man in der Zwischenzeit für ein anderes. Problem: Der Server mag es nicht, innerhalb von 10 Minuten mehrmals kontaktiert zu werden, und sendet in dem Fall keine Arbeit. BOINC ist im Moment noch dum´m und versucht es noch ein- oder zweimal, bevor es eine ausreichende Pause einlegt.


== Belastung des PCs ==
Der Prozessor steht unter Dauerbelastung, was bei Win98 SE sowieso immer der Fall wäre, ein moderneres Betriebssystem kann nicht benötigte Prozessorteile abschalten und so Energie sparen und weniger Wärme erzeugen. Diese Funktion unterstützen Laptops per hardware, sodass BOINC zu erhöhtem Hitzeaufkommen und Stromverbrauch führen wird, dahel sollte man, wenn man es auf Laptops verwendet, es wenigstens so einstellen, nur bei Netzbetrieb zu rechnen. Der Rechner wird durch BOINC nicht langsamer, auch nicht bei 3D-Spielen (ausführliche Benchmarks gemacht, Änderungen im Bereich, der mehr auf Messfehler zurückzuführen ist) Auf die Festplatte wird nicht zu oft geschrieben, man kann den Minimalabstand einstellen. Es wird vieleicht auch Projekte geben, bei denen man nicht Prozessorleistung, sondern Speicherplatz zur Verfügung stellt.

== Fazit ==
Wer seine ungenutzte Rechenleistung der Wissenschaft zur Verfügug stellen will, trifft mit BOINC eine gute und vor allem zukunftsträchtige Wahl. Bald wird es mehr Projekte geben, und diese werden vermutlich auch bald so arbeiten, dass man sich nach einmaligem Einstellen nicht mehr um das Zeug kümmern muss.

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