Sinister (DVD) Testbericht

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Sinister-dvd
ab 4,94
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Auf yopi.de gelistet seit 07/2013
5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Lolobili

Verleugne nicht Deine Furcht

5
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

Musik, Atmosphäre, Darstellung

Kontra:

Nichts.

Empfehlung:

Ja

Ich bin ein eingefleischter Horrorfilmfan, auch wenn ich die Sparte „Splatter“ kategorisch ausschließe, und so schaue ich alles an, was irgendwie in Richtung Grusel/Horror schlägt. Neue und gleichzeitig gute Filme gibt es selten. Doch endlich wurde ich von der Gruselfee mit diesem Streifen belohnt.

--- Allgemeine Infos ---

Sinister
USA 2012

Länge: 110 Minuten

Freigabe ab 16 Jahren

Regie: Scott Derrickson (ua. „Der Tag an dem die Erde stillstand“, „Der Exorzismus der Emily Rose“)
Darsteller: Ethan Hawke, Juliet Rylance ua. …

--- Worum geht es? ---

Ellison ist Schriftsteller, der über reale Morde und ihre Hintergrundgeschichten kritische Bücher schreibt und es sich zur Gewohnheit gemacht hat, mit seiner Frau und den Kindern in die Nähe der Schauplätze jener Morde zu ziehen. Sein letzter Bestseller ist schon eine Weile her; die anderen Bücher zogen eher Kritiker auf den Plan.

Sein neuester Fang ist ein ungelöster Mordfall. Eine Familie wurde an einem Baum erhängt, von der kleinen Tochter jener Menschen fehlt jede Spur.
Er erhofft den großen Coup und zieht somit ohne Wissen seiner Familie in das Haus, welches die Familie zur Zeit des Mordes bewohnte.

Beim Einzug findet er auf dem Dachboden eine Kiste mit Spulen von vermeintlichen Familienaufnahmen und einem dazugehörigen Projektor.
Den ersten Film, mit dem klangvollen Namen „Abhängen im Garten“, zeigt eben jene Szenen der erhängten Familie… Geschockt schaut er sich ein weiteres Video an, auf welchem ebenfalls nach wenigen unscheinbaren Familienaufnahmen ein Mehrfachmord geschieht.

Ellison ahnt, dass diese Aufnahmen in einem Zusammenhang stehen und fängt an, seine Recherche zu vertiefen. Er verzichtet auf die Einschaltung der Polizei, da er möglichst viel Kapital aus dem Ganzen ziehen möchte, kommt jedoch nicht drum rum, einen örtlichen Deputy, ein eingefleischter Fan von ihm, hinzuziehen.

Doch mit jedem Tag gerät er tiefer hinein in die Geschichte der Aufzeichnungen und allmählich schleicht sich das Unheil in das Haus und seine Bewohner können sich dem nicht entziehen…

--- Eindrücke, Musik & Gruselpotential ---

Meinem Erachten nach ist es vor allem die Gesamtatmosphäre, die für mich einen guten Horrorfilm ausmacht. Sicherlich konnte der ein oder andere Film schon im Nachhinein überzeugen, insofern der Anfang misslang. Doch hier fesseln sofort die ersten wenigen Minuten, die uns das Video der erhängten Familie zeigt. Danach folgt der Einstieg in die Geschichte.

Wenngleich ich zunächst der Meinung war, die Familie hätte zwei Töchter (der Sohn wirkt sehr feminin), mochte ich die unfreundliche Aufnahme der Familie im neuen Ort durch die ansässige Polizei, gefolgt durch erste Bilder des recht düsteren und verwinkelten Hauses. Horrorfilmkennern wird sofort das Potential jener Örtlichkeiten bewusst.

Man verschwendet nicht viel Zeit, dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, durch einen nicht allzu langen Umriss den Figuren nahezukommen und der Geschichte folgen zu können. Dementsprechend lässt auch der erste Grusel nicht lange auf sich warten.

Wenngleich man sich an dem Standardspektrum der bekannten Gruselfilme bedient - beispielsweise dem Einsetzen von Taschenlampen des Nächtens, Knarzen und Geräusche in der Nacht - war es vor allem die Musik, die mich hier schon in der 12. Minute am Bildschirm kleben ließ, hervorgerufen durch einen dumpfen, hypnotischen Rhythmus, der sich den ganzen Film durchweg wiederholend ins Gehirn brennt. Es sind nicht immer die gleichen Melodien, doch die Grundstruktur hat etwas durchaus Anziehendes. Mal sind es Gesänge, mal leichte Bässe, mal psychodelisch anmutende Reize. Die Musik… sie reißt einen mit – fast möchte man sich im Stuhl/Sofa/Sessel selbstumschlungen dazu vor- und rückwärts bewegen.
Und da wären wir wieder beim Zauberwort Atmosphäre… Was gibt es Besseres, als nebst entsprechender Bebilderung und einiger Snuff-Filmchen, wenn auch nicht stetig aneinandergereiht, eine entsprechende musikalische Untermalung genießen zu dürfen?

Zurück zum Filmverlauf: erfährt der Hauptprotagonist (Ethan Hawke überzeugt) nach der ersten Erfahrung des Films der Erhängten so allerlei bedrückende Momente - natürlich immer wieder unterbrochen durch normale Filmszenen, wie das gemeinsame Frühstück oder einen Streit mit der Ehefrau – spürt man seine zunehmende Nervosität gegenüber des Dachbodenfundes. Überhaupt spielt der normale Ablauf des Geschehens von Anfang an nur eine untergeordnete Rolle. Es wird dem Zuschauer kaum Zeit gelassen, durchzuatmen.
Die Spannung wird, wie erwähnt, bereits nach 12 Minuten aufgebaut, vieles wirft Fragen auf.

Mich persönlich hat meine eigene Gier überrascht, mehr von diesen verstörenden Filmen sehen zu wollen; mehr von dieser unheimlichen Begierde nach dem Bösen aufsaugen zu wollen. Hierzu möchte ich einräumen, dass man den Film quasi verspottet, wenn man ihn sich bei Tageslicht oder heller Beleuchtung ansieht. Gedimmtes Licht, natürlich nachts… nur so könnt ihr nachempfinden, was ich beim ersten Sehen erlebte. Und nur so könnt ihr der unheilvollen Zeichen gewahr werden, die sich stetig aufbauen.

Bevor wir 30 Minuten des Films erreicht haben, befinden wir uns bereits mittendrin. Wir können und wollen nicht mehr abschalten. Wir müssen weitersehen; genau wie Elliot…
Der unter dem Deckmantel seiner Recherchen und der Hoffnung auf einen weiteren Erfolg am Ende nur seine eigene Lust am Sehen stillen will. Wie bei einem Autounfall, an dem man vorüberfährt und man denkt, dass man nicht zu den „Gaffern“ gehören will. Und trotzdem nicht wegschauen kann… die Neugierde ist zu groß; wie grausam das Gesehene auch sein mag.

Doch bleibt es, anders als bei mancher Autobahnfahrt, bei Elliot nicht nur beim reinen Sehen. Der Film nimmt seinen Lauf und somit auch das Böse immer mehr Einzug in das reale Leben von ihm und seiner Familie.

Noch etwas zu den darstellerischen Leistungen: auch wenn hier niemand wirklich hervorzuheben ist, weil er schauspielerisch den Jackpot erreicht, wirken doch alle Darsteller sehr überzeugend. Eventuell hätte ich ein wenig an dem femininem Jungen und seiner kaum berührten Rolle auszusetzen. Er spielt im ersten Viertel eine Rolle, wird aber nicht großartig weiter thematisiert und sticht nicht wirklich hervor. Das Ehepaar ist überzeugend, ebenso wie die Tochter und diverse Nebencharaktere.
Die Synchronisation, wie einige von euch wissen ist dies für mich ein sehr wichtiger Punkt, ist hier sehr gut gelungen. Keine Beanstandung meinerseits.

--- Zusammenfassend: positive & negative (?) Aspekte ---

Da ich diesen Film sehr genossen habe, möchte ich zuerst auf die positiven Punkte zu sprechen kommen. Neben einer gelungenen Gesamtatmosphäre, einer genialen musikalischen Untermalung und einem guten Cast, gibt es nicht wenige gruselige Momente. Für wahre Horrorkenner und abgehärtete Leute, die kaum noch was schocken kann, würde ich am Ende zwar nur eine Szene als wirklicher Schocker erklären. Doch nicht zuletzt die verstörenden Bilder der Dachboden-Filmchen, wie auch die andauernd sich steigernde Spannung und die für mich sehr gute Auflösung/das Ende an sich, stufe ich diesen Film als wirklich gruselig ein.
Für manche mag es nur dann Horror sein, wenn man viel Blut spritzen sieht oder Menschen sich endlos quälen. Wenngleich wir hier nicht selten durch bestimmte Bilder fast an gewisse Grenzen stoßen, wird weitestgehend auf übertriebene Action wie in Splattern verzichtet. Wir haben es mit einem wirklich deftigem Grusel zutun, der erst im Nachhinein, nach dem Sehen der Szenen und kurzem Nachdenken, seinen Horror entfaltet.
Er ist nachhaltig, er regt zu erneutem Sehen an und hat seit Langem endlich mal wieder einen neuen Ansatz geboten.

Negatives… Negatives… Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich hier als negativ erachten könnte. Für die ganz ungemein Kritischen unter euch (und einfach auch den Kennern): es lässt sich hier sicherlich in der einen oder anderen Szene ein Vergleich zu bereits existierenden Filmen ziehen, doch sind wir mal ganz fair… welcher Film hat das nicht? Wir sind einer derartigen Überflutung von sehr guten bis grottig schlechten Streifen ausgesetzt, dass sich am Ende immer irgendwo ein Haken oder ein vermeintlicher Vergleich zu einem älteren Stück finden lässt. Am Ende präzisieren, meiner bescheidenen Meinung nach, die Mischung aus verstörender Musik und den dazugehörigen Bildern mit einer entsprechenden Schauermär, die am Ende einen wirklich guten Film ausmachen.

Wer hier nach Fehlern guckt, der nimmt es nur allzu genau und kann den Film nicht so auf sich wirken lassen, wie ich das konnte. Und ich habe schon viel, sehr viel, vielleicht viel zu viel gesehen.

--- Fazit ---

Mir bleibt nichts anderes übrig als eine absolute Empfehlung auszusprechen. Der Film ist nichts für Einsteiger in das Genre, aber durchaus etwas für alle, die zwar schon meinen, alles gesehen zu haben, sich trotzdem aber neugierig und freudig auf jeden Streifen dieser Sparte freuen können.

Ein Gemisch aus den oben genannten Punkten macht für mich ein wirklich gutes, sich an das Sofakissen klammernde Filmerlebnis aus.

Ich habe ihn inzwischen schon ein paar Mal gesehen. Auch wenn der Zauber des Erstsehens natürlich schwand, so lass ich mich doch gern immer wieder aufs Neue auf den Zauber von „Sinister“ ein.

Endlich mal wieder etwas genau nach meinem Geschmack.

29 Bewertungen, 16 Kommentare

  • Besserwisser2014

    17.01.2014, 18:18 Uhr von Besserwisser2014
    Bewertung: besonders wertvoll

    Klasse geschrieben!

  • Gi22Fr

    21.11.2013, 19:37 Uhr von Gi22Fr
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Gitte

  • Mondlicht1957

    23.10.2013, 14:55 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und liebe Grüsse

  • Clarinetta2

    19.10.2013, 17:27 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut vorgestellt

  • anonym

    19.10.2013, 07:00 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW und LG

  • mausi1972

    17.10.2013, 21:50 Uhr von mausi1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß Marion.

  • monagirl

    17.10.2013, 20:33 Uhr von monagirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht von dir. LG Mona

  • goat

    17.10.2013, 18:55 Uhr von goat
    Bewertung: sehr hilfreich

    Freue mich über Gegenlesungen. LG Melanie

  • Little-Peach

    17.10.2013, 14:02 Uhr von Little-Peach
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG :))

  • uhlig_simone@t-online.de

    17.10.2013, 10:52 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    GLG SIMONE

  • Juri1877

    17.10.2013, 08:34 Uhr von Juri1877
    Bewertung: sehr hilfreich

    Fotos bis 4 MB hochladen => auf das kleine t in Produktfoto klicken und den Anweisungen folgen; Produktvorschläge an [email protected] wie unter COOMUNITY beschrieben

  • minasteini

    17.10.2013, 07:55 Uhr von minasteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh von mir. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. LG Marina

  • Haustierhalterin

    17.10.2013, 07:34 Uhr von Haustierhalterin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich lese gegen - Du auch? :)

  • stahlemma

    17.10.2013, 07:19 Uhr von stahlemma
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe grüße

  • BoxerRocko

    17.10.2013, 06:48 Uhr von BoxerRocko
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße

  • Lale

    17.10.2013, 06:46 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*