soulseek.de.vu Testbericht

Soulseek-de-vu
ab 13,18
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
  • Navigation:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Gimmick404

Tauschbörse abseits des Mainstreams

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Einst ging Napster von uns, der Verlust wurde jedoch durch Alternativen wie Morpheus und vor allem Audiogalaxy mehr als kompensiert. Grade Audiogalaxy konnte Napster locker in den Schatten stellen, wenn es um mp3s abseits des Mainstreams ging. Kein Song selten genug, als dass er nicht doch irgendwo vorhanden gewesen wäre. Leider war Audiogalaxy jedoch angreifbar, da es auf zentrale Server setzte. Dieses wurde der Tauschbörse dann auch zum Verhängnis. Vor allem diejenigen, die seitdem ziellos alle anderen Tauschbörsen abklapperten und doch meist nicht fündig wurden, hatte die Musikindustrie dort aufs Korn genommen. Die Britney-Spears-Fans hatten ja immer noch Kazaa oder WinMX. Reiner Zufall, dass ich über Soulseek Anfang August stolperte.

Zum Download bereit steht der Client dieser Tauschbörse – inklusive einer FAQ – auf www.slsk.org. Bei der Installation kann man dann nicht viel falsch machen: Installationspfad angeben, mehr gibt’s nicht zu beachten. Beim ersten Programmstart legt man dann neben Benutzernamen und Passwort noch das Downloadverzeichnis und ein Verzeichnis fest, welches man für andere freigibt. Beim Start ist das Tool übrigens recht zäh, ansonsten aber recht stabil.

Auf den ersten Blick wirkt die englischsprachige Benutzeroberfläche recht chaotisch. Das liegt vor allem daran, dass jedes Mal sich innerhalb der Oberfläche des Tools ein neues Fenster öffnet, wenn man auf "Search Files" klickt. Vorteil ist dabei, dass so ein bereits gesuchter Song nicht durch Eingabe eines anderen Suchbegriffs verloren geht, der Nachteil, dass man so ein ziemliches Fensterchaos anrichten kann. Will man neben dem Suchfenster gleichzeitig auch laufende Downloads (Transfers) beobachten, so ist dies auch möglich durch klicken von "Tile Windows", wodurch die geöffneten Fenster nebeneinander platziert werden.
Eine weitere schöne Funktion ist die sogenannte "Wishlist". Dieser Merkzettel hat schon was für sich: fällt einem grade ein Song ein, findet ihn aber nicht, trägt man ihn eben hier ein und beugt so der Vergesslichkeit vor. Dieser Merkzettel wird dann regelmäßig als Suchanfrage gestartet und mit etwas Glück dann auch mal fündig. Hat man sich aber erst an die Bedienung gewöhnt – und das geht doch sehr schnell, dann wirkt die Oberfläche doch sehr übersichtlich.

Soviel zur Programmbeschreibung, wichtiger als das ist natürlich: findet man damit alles, wie schnell sind die Downloadrates, wie stabil läuft das Programm, wie ist es mit dem Wiederaufnehmen von Downloads, wie viele User gibt es?

Zum Musikangebot sollte man vielleicht einleitend erwähnen, dass Soulseek ursprünglich vor allem eine Tauschbörse war, die sich auf eher unbekannte elektronische Musik im weitesten Sinne spezialisiert hatte. Aktuelles vom Schlage Britney Spears findet man zwar auch, doch diese Musik ist nicht gerne gesehen, viele der User sind – zurecht – der Meinung, dass diese "Musik" bei Soulseek nichts verloren hat, damit sollten KaZaA und Konsorten zugemüllt werden. Hintergedanke ist natürlich: je weniger populäres auf Soulseek getauscht wird, desto weniger ist man Ziel der Musikindustrie, die sich dann eben mit KaZaA beschäftigt und Soulseek in Ruhe lässt. Bisher ist diese Rechnung auch noch aufgegangen. Sollte sich das allerdings ändern und Soulseek einen großen Kreis von Tauschwilligen erreichen, dürfte es wohl schnell vorbei sein mit der Herrlichkeit, ein zentraler Server bietet genügend Angriffsfläche – Napster und Audiogalaxy mussten das schon erfahren. Zur tatsächlichen Userzahl kann ich zwar nichts sagen, doch wenn man mal einen recht bekannten Song eingibt, tauchen doch jede Menge Ergebnisse auf und auch bei der Suche nach seltenem wird man oft fündig, so dass man zumindest nicht meint, im einsamen Wald zu stehen.

Grade im eher elektronischen Bereich – Industrial, EBM, Wave – aber auch anderen eher selteneren Stücken wird man noch am ehesten bei Soulseek fündig. Aber auch im eher alternativen Bereich sind die Trefferquoten erstaunlich hoch. Trefferquote heißt aber natürlich nicht automatisch, dass ein Download auch stattfindet oder beendet wird. Hier sind wir denn auch gleich bei ein paar kleineren Mängeln, die es so bei Audiogalaxy nicht gab. Häufig befindet man sich in Warteschleifen, immerhin wird angezeigt, an welcher Position der Schlange man sich befindet. Da kann man dann eigentlich auch gleich aufgeben, wenn dort eine dreistellige Zahl steht. Umgehen lässt sich das aber, wenn man bereit ist, einen Betrag von monatlich 5 Dollar zu zahlen. Dann wird man, will man einen Download starten, automatisch an einer vorderen Stelle eingereiht. Mit etwas Glück kann man aber einen Song durch anklicken auch direkt starten. Je öfter es einen Song gibt, desto besser sind da die Chancen. Bei Songs, die eher in gräulichem Ton daherkommen, kann man sich in besagter Schlange einreihen. Wird ein Song jedoch in fettem Schwarz angezeigt, startet mit großer Wahrscheinlichkeit auch sofort der Download.

Übrigens kann man mit Soulseek nicht nur MP3s tauschen, sondern auch alle möglichen anderen Anwendungen.

Die Downloadrates sind – typisch für P2P – nicht kalkulierbar. Mal erreicht man Downloadrates von 30 k/sek, manchmal aber auch weniger als 1 k/sek. Theoretisch ist hier Soulseek allerdings gegenüber anderen Filesharingtools benachteiligt. Denn ein Download kann nur immer von ein- und derselben Quelle stattfinden. KaZaA oder WinMX beherrschen ja auch das gleichzeitige downloaden von mehreren Quellen. Auch die Resumefunktion ist eher eingeschränkt: einen abgebrochenen Download kann man nur dann beenden, wenn derselbe User wieder online geht. Tut er das aber nicht, hat man Pech gehabt. Bei anderen Tools reicht es, wenn jemand online ist, der ein identisches File auf seiner Platte hat. Übrigens kann man sich auch alle übrigen Files von anderen Usern anschauen, wenn diese es erlauben. Falls man dabei jemanden gefunden hat, dessen Musikgeschmack sehr dem eigenen ähnelt, kann man ihn auch eine Liste setzen und so im Auge behalten. Einstellbar sind übrigens auch die Anzahl der maximal möglichen Up- und Downloads sowie die Bandbreite, die man diesen zur Verfügung stellen will. Zu finden sind die entsprechenden Regler im Transferfenster am rechten Rand.

Manchmal klappt auch das Einloggen beim Programmstart nicht, zu erkennen am linken oberen Fenster unterhalb von Connection, welches dann statt grün rot glänzt. Meist funktioniert es dann aber, wenn man es wenige Minuten später erneut probiert.

Bisher überwiegt also deutlich das Positive, das Negative lässt sich recht gut verschmerzen, schließlich kostet das Tool ja auch nichts. Wirklich ärgerlich ist aber, dass nach einiger Zeit die Internetverbindung wie tot erscheint, nur Soulseek selbst arbeitet brav, als wäre nichts. Doch ansonsten lassen sich in allen installierten Browsern keine Webseiten mehr anzeigen und auch Pop-Mails lassen sich nicht mehr abrufen. Sobald man Soulseek beendet, funktioniert die Verbindung wieder einwandfrei. Auf der FAQ wird dieses Problem auch beschrieben. Es kann auf älteren Windows-Versionen auftreten, auf Windows XP und 2000 jedoch demnach nicht. Abhilfe bietet ein auf der FAQ beschriebener Eingriff in die Registry. Den habe ich dann auch vorgenommen. Leider lief danach meine Firewall nicht mehr (Tiny Personal Firewall), so dass ich den Eingriff dann doch wieder rückgängig gemacht habe. Da der Fehler auch nicht immer auftritt, nehme ich das halt nun in Kauf.

Auch die Suche selbst bietet nicht allzu viel besonderes. Eigentlich kann man nur nach Titel und/oder Interpret suchen. Gezielt nach Bitrates kann man leider nicht suchen, immerhin werden diese dann bei den Treffern angezeigt. Anhören kann man sich die Songs bereits während des Downloads. Hierfür muss man allerdings in das Downloadverzeichnis gehen und das entsprechende Stück in die Playlist des mp3-Players (z.B. Winamp) ziehen oder einfach doppelt drauf klicken. Etwas unkomfortabel.

Ansonsten gibt es auch noch eine Menge Chatrooms, die man während das Tool läuft, betreten kann. Scheint vom Prinzip her dem System von Napster recht nahe zu kommen. Namensgebend für die Rooms sind zumeist Musikrichtungen, so dass man wohl davon ausgehen kann, dort dann auf Leute zu treffen, die viel Musik aus genau dieser Richtung hören und haben.

Ein Wort zum juristischen Aspekt: Wer copyrightgeschützte mp3s zum "Tausch" anbietet, macht sich strafbar, wie es aussieht, wenn man selbst copyrightgeschützte Songs zieht, darüber streiten sich noch die Juristen. Dies erwähne ich auch nur der Vollständigkeit halber, weil es natürlich auch mit dem Thema Filesharing zu tun hat.

Insgesamt ist Soulseek – aufgrund des Musikangebots – eindeutig einer der besseren Napster-/ Audiogalaxynachfolger. Wäre da nicht dieser Win9x/ME-Bug, die etwas eingeschränkte Resumefunktion und die mitunter recht langen Wartezeiten, es wäre sicher die Höchstbewertung. So schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen, kann mich aber letztlich nicht zu mehr als einer – allerdings sehr guten – durchschnittlichen Bewertung durchringen. Finde ich einen Song mit einem anderen Tool, würde ich das andere allerdings vorziehen. Immerhin, von Fakes ist die Tauschbörse noch weniger betroffen als die weit bekannteren, größeren. Mit steigender Userzahl könnte sich das allerdings auch ganz schnell ändern.


Betriebssystem: Win9x/ME, XP, 2000, NT
Offizielle Seite: http:///www.slsknet.org/ (Version 1.56 im Mai 2005)
FAQ: http://www.allnews.de/central/?area=fileshare&item=soulseek

73 Bewertungen, 9 Kommentare

  • sandieheinrich

    01.09.2008, 21:45 Uhr von sandieheinrich
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüßle aus Berlin !

  • blackangel63

    31.08.2008, 21:10 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    WuEnScHe EiNeN sChOeNeN aBeNd...AnJa

  • ingoa09

    31.08.2008, 19:33 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt sehr interessant! Liebe Grüße, Ingo

  • wolli007

    31.08.2008, 17:48 Uhr von wolli007
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße, Wolli

  • Gemeinwesen

    31.08.2008, 14:21 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: besonders wertvoll

    Morla, zu minderbemittelt, um das richtige Knöpfchen zu treffen? Oder zu unfähig, das 0815-Blabla zu entziffern, das Du per Copy-and-Paste unter jeden x-beliebigen Text setzt? Auch Mekki83 versteht gar nicht, worum es geht, nehme ich an.

  • Baby1

    24.09.2007, 20:41 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • anonym

    09.03.2006, 02:03 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...sh...*g*, Lg, Christina

  • morla

    09.02.2006, 00:14 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Mekki83

    24.01.2006, 23:47 Uhr von Mekki83
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg melli