Amiga CD 32 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung (5.0 von 5)
von 67% aller Autoren empfohlen (2/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
eine der ersten 32 Bit - Konsolen der Welt ! Amiga inside ! Zum vollwertigen Amiga - Homecomputer erweiterbar ! Recht viele Spieletitel erhältlich, darunter auch einige echte Highlights !
Kult, seltener, modernstes Amiga System, erweiterbar zu einem Amiga-1200.
Nachteile/Kritik
das originale Gamepad ist recht billig verarbeitet ! Konnte das Ruder leider auch nicht mehr herumreißen - somit die letzte Produktion, die das Label "Commodore" trug
Für Spieler nicht wirklich geeignet, Zu wenig Artikel, Verarbeitung nur mittelmässig.
das CD32
ein Testbericht von TFAMiGA2003-01-28 12:11:14vom 28.01.2003Empfehlung: ja
Ja das CD32- die erste 32Bit Konsole, die 1993 auf den Markt kam, aber leider keinen Fuß fassen konnte, da die Welt ( gerade Europa ) nach 16Bittern schrie, vor allem fürs SNES. Es hätte durchaus was werden können, wenn CBM die Vermarktung geschickter angestellt hätte, aber diese Geschichte ist lang und oft niedergeschrieben worden, die dann 1994 endet, auch ein Grund warum es das CD32 nicht geschafft hat. Ein bissel früher und C= würde heute nicht Taschenrechner herstellen, sondern immernoch ausgezeichnete Hardware, die immerschon ihrer Zeit voraus war.
Ich zocke heute noch gerne Runden mit dem CD32. Wer könnte Pirates! GOLD vergessen? Oder Microcosm, oder Alien Breed: Tower Assault? Das Intro lief nur auf eben dieser Konsole ruckelfrei. Für die PC Version war damals mind. ein PI 166 von Nöten. Oder Syndicate, oder......
Ach ja! Meiner Meinung eine der besten Konsolen Anfang der Neunziger und auch heute noch macht das Spielen spaß.
Gelobt sei der, der noch eine sein eigen nennt und nicht alles bei ebay verscheuert hat. ;)
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Das Amiga CD-32 - Erste 32 Bit Console und letztes Produkt von Commodore.
ein Testbericht von Tristario2012-04-01 23:14:24vom 01.04.2012Empfehlung: ja
Vorteile: Kult, seltener, modernstes Amiga System, erweiterbar zu einem Amiga-1200....Nachteile/Kritik: Für Spieler nicht wirklich geeignet, Zu wenig Artikel, Verarbeitung nur mittelmässig.
Commodores letztes Produkt und nach dem CDTV aus dem Jahre 1991 der 2. Versuch jenseits der puren Amiga Computer Fuss zu fassen kam mit dem CD-32 leider zu spät.
Das Gerät ist , um es vorweg zu nehmen NICHT für jemanden geeignet der einfach "nur" Amiga Spiele spielen will. Da empfiehlt sich der Amiga-500 Computer und ggf. der Amiga-1200 Computer noch sammt einem guten Satz an Spielen und ein paar Joysticks. Alternativ gibt es noch die günstige Möglichkeit bei der Firma Cloanto eine CD namens AmigaForever zu bestellen. Mit dieser kann man einen Amiga Computer am PC nachbilden ( emulieren ) und dann diesen mit Joypads für den PC und den jeweiligen Amiga Disketten Datei Images auch zum spielen benutzen.
Für alle anderen sei gesagt, dieses Gerät wurde in nur geringen Stückzahlen produziert da Commodore einfach das Geld fehlte für Stückzahlen wie den Amiga-500, Amiga-1200. Es ist dem Sammler zu empfehlen, der alle Amigas die von Bedeutung gewesen sind in seiner Sammlung haben möchte. Ebenso ist es auch dem Nostalgiker sehr ans Herz zu legen.
Viele Spiele die von Bedeutung sind gibt es für das CD-32 nicht. Die meisten Spiele sind einfach nur Disketten Umsetzungen auf CD, sprich - von der Fähigkeit der CD wird kein Gebrauch gemacht. Trotzdem gab es ein paar wenige Produkte für die Konsole auf CD die auch die Leistungsfähigkeit der Konsole ausnutzten.
Zu erwähnen ist noch das man die Konsole mittels Amiga Tastatur und Diskettenlaufwerk zu einem VOLLWERTIGEN Amiga-1200 Computer ausbauen konnte. Auch gab es Zusatzhardware um das CD-32 mit Festplatte und Turbokarte aufzuwerten.
Technisch basiert das CD-32 auf dem Commodore Amiga 1200 Computer System. Es fehlen halt die Tastatur und das Diskettenlaufwerk. Technisch besitzt es 2 MB Chip Ram, den alten Soundchip "Paula" vom ersten Amiga und den 68mc020 Motorola Prozessor der ebenfalls wie der Prozessor des Amiga 1200 mit 14Mhz getaktet ist. Dank des effizienten Amiga Betriebssystems reicht aber das auch aus für die damaligen Aufgaben auf dem Amiga. Die Verarbeitung und das Design der Hülle der Konsole wie auch die Verarbeitung der Kontroller kann nur als mittelmässig bezeichnet werden. Die Hardware selber ( Platine etc. ) war wie man es gewohnt war von Commodore Vernünftig zusammengeschustert.
Sammler und Nostalgiker greifen zu, jemand der nur "Amiga" spielen will oder neugierig ist sollte sich das 2. überlegen.
ein Testbericht von Terminator-II2007-06-15 12:35:12vom 15.06.2007Empfehlung:Vorteile: eine der ersten 32 Bit - Konsolen der Welt ! Amiga inside ! Zum vollwertigen Amiga - Homecomputer erweiterbar ! Recht viele Spieletitel erhältlich, darunter auch einige echte Highlights !...Nachteile/Kritik: das originale Gamepad ist recht billig verarbeitet ! Konnte das Ruder leider auch nicht mehr herumreißen - somit die letzte Produktion, die das Label "Commodore" trug
History I.
··· Sommer 1992 - für Commodore wird die Luft dünn. Nachdem die Weiterentwicklung des Amiga jahrelang immer wieder in die falsche Richtung ging, kam "endlich", und doch viel zu spät, Bewegung ins Commodore-Management - die neuen 32 Bit-Amigas werden präsentiert. Der Amiga 1200 ersetzt die bisherigen, schon seit einiger Zeit überholten Einstiegsmodelle Amiga 500+ und 600, während das neue Flaggschiff Amiga 4000 seinen Vorgänger Amiga 3000 ablöst.
··· Herbst 1992 - obwohl die nur rund ein Jahr zuvor präsentierte Amiga CDTV Multimedia-Konsole völlig gefloppt war, sollte es auch für sie
einen Nachfolger geben. Wie schon die anderen neuen Amiga-Modelle, sollte die geplante Konsole Spiele- und Multimedia-Titel mit 32 Bit-Technologie verarbeiten können. Commdore führte Gespräche mit den wichtigsten Spiele-Entwicklern, und schon kurz darauf beginnt man mit der Entwicklung der ersten Amiga CD32 Konsolen-Prototypen.
··· Frühjahr 1993 - bereits in der ersten Januarwoche wird der erste funktionstüchtige Prototyp des CD32 fertiggestellt. Im Februar werden fünfzehn Prototypen an Software-Entwickler versendet. Währenddessen bekommen auch die ersten Amiga-Fachzeitschriften Wind von den Gerüchten um das CD32. In kleinen Artikeln wird vermeldet, daß Commodore eine neue Amiga CD-Spielkonsole auf den Markt bringen will, die auf Firmen wie Nintendo oder Sega abzielen sollte.
··· Sommer 1993 - im Juli ist es endlich soweit - das Amiga CD32 wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Lou Eggebrecht, Commodore VP of Engineering, kommentiert, "ich bin stolz, mit einem Produkt verbunden zu sein, das neue Standards für Fans elektronischer Spiele setzt". Doch noch im selben Jahr meinte Dr. Peter Kittel, ein langjähriger Amiga-Mitentwickler, "wenn sich das CD32 nicht gut verkaufe, werde es Commodore im folgenden Jahr nicht mehr geben"...
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Willkommen zu meinem heutigen Review und seiner zugegebenermaßen etwas ungewöhnlichen Einleitung! Das Amiga CD32 ist für einstige Amiga-Fans wie mich, die mit Herz, Seele und Begeisterung dabei waren, einfach mehr als nur ein Stück Technik. Es symbolisiert gleichzeitig das letzte Jahr wie auch das letzte aufbäumen von Commodore - einer Firma, die jahrzehntelang nicht aus der Computerwelt wegzudenken war. Ein Name, der seinen festen Platz in der Geschichte der Homecomputer eingenommen hat. Was auch immer man heute beim Gedanken an Commodore, dessen jahrelanges Missmanagement letztendlich auch die einst so bahnbrechende Amiga-Technologie ruiniert hat, empfindet - verdaut hat das aprupte Commodore-Ende bis heute wohl kaum einer. Von daher wird dieser Review über das Amiga CD32, welches ja eine der allerletzten Entwicklungen von Commodore war, wohl gleichzeitig auch eine emotional leicht angehauche Zeitreise zurück zu den letzten Tagen dieses Computerherstellers werden. Zumindest diejenigen unter euch, die die Glanzzeiten des Amiga noch selbst miterlebt haben, werden das hoffentlich nachvollziehen können! :o)
Commodore war bei der Präsentation des CD32 Mitte 1993 finanziell schon recht angeschlagen. Eine fatale Situation bahnte sich an, denn zwar war die Konsole an sich bereits verkaufsfertig, aber zu diesem Zeitpunkt gab es, bis auf eine Demo-CD, noch nicht -einen- verfügbaren Spieletitel dafür! Das brachte den Vertrieb in Zugzwang, denn das CD32 mußte dennoch umgehend in die Läden, um die finanzielle Situation bei Commodore nicht noch weiter zu verschlimmern. So kam man zunächst auf die Idee, jedem CD32 einen Gutschein beizulegen, mit dem man im nachhinein ein Spiel für die Konsole erhalten sollte! Das sorgte jedoch selbst Commodore-intern für hitzige Diskussionen, denn wer würde sich schon eine Konsole kaufen, für die es keine Spiele gab? Zum Glück erschien dann aber kurz vor dem Verkaufsstart die bekannte "Oscars & Diggers"-CD mit zwei Spielen, welche in letzter Minute jeder Konsole beigelegt werden konnte. Und so wurde das CD32 schließlich zusammen mit der besagten Spiele-CD, einem Gamepad sowie einem Netzteil zum Einführungspreis von 799.- DM in das Sortiment deutscher Elektronikmärkte und Versandhäuser aufgenommen.
__________________________________ _______________________ ____ ___ __ _ DAS AMIGA CD32
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Nach zwei erfolglosen Versuchen war das CD32 bereits Commodore´s dritter Anlauf, im Konsolen-Geschäft Fuß zu fassen. 1993 wurde dieser Markt noch von 16 Bit-Konsolen wie Segas Megadrive oder Nintendos SNES dominiert. Zumindest von den technischen Vorraussetzungen her war das CD32 zu der Zeit durchaus eine interessante und konkurrenzfähige Alternative, denn es war tatsächlich eine der ersten Spielkonsolen, die gleichermaßen auf 32 Bit-Technologie, wie auch auf die CD-ROM als Medium setzte. Der dicke, weiße "32 bit"-Schriftzug war auch gleich das auffälligste Merkmal des ansonsten dunkelgrauen und recht unspektakulären Gehäuses. An der linken Seite des Gerätes findet man zwei typische, 9-polige Gamepad-Buchsen sowie einen Tastatur-Anschluß vor. Die Rückseite beherbergt einen HF Antennen- und einen SVHS-Ausgang, zwei Chinch-Buchsen für den Stereo-Sound und den Netzschalter. Auf der Oberseite wurden dann schließlich noch ein Reset-Button, zwei Status-LEDs für Betrieb und CD-Laufwerk, ein Volume-Regler sowie ein Kopfhörer-Anschluß angebracht.
Das Innenleben eines CD32 besteht aus einer dichtbepackten Platine, die in 6-Layer-Technik gefertigt ist, d.h., die Leiterbahnen wurden in sechs Schichten übereinandergelegt. Dies sorgt für eine höhere und platzsparende Bauteildichte. Auf dieser Platine arbeitet prinzipiell ein um einige Extremitäten erleichterter Amiga 1200 mit einem aufgesetzten 2x Speed CD-ROM-Drive. Dementsprechend finden auch im CD32 ein Motorola 68EC020-Prozessor mit 14 MHz Takfrequenz, 2 Megabyte Arbeitsspeicher, 4-Kanal-Stereosound und der Amiga AGA-Chipsatz Verwendung, der aus einer Palette von 16.7 Millionen maximal 256 Farben gleichzeitig darstellen kann. Ausschließlich im CD32 kommt dagegen der sogenannte "Akiko"-Chip zum Einsatz, der die Chunky-to-Planar-Konvertierung übernimmt. Simpel ausgedrückt, ist der Akiko in der Lage, PC-VGA-Standards in Amiga-eigene Grafikstandards umzurechnen. Dies sollte es Spielefirmen erleichtern, ihre PC-Spiele entsprechend schnell für das CD32 anzupassen. Commodore hoffte, so den Softwarepool für seine Konsole zu vergrößern. Leider passierte das nicht allzuoft, und bis auf einige wenige PC-Umsetzungen hatte der Akiko-Chip meist nicht viel zu tun.
Die Bedienung der Konsole ist kinderleicht. Nach dem einschalten empfängt einem das nett gemachte, animierte und mit Sound untermalte CD32-Logo. Das CD-Laufwerk wurde als Top-Loader konzipiert, man öffnet es von Hand nach oben. Nach dem einlegen einer CD wird das entsprechende Spiel automatisch geladen. In den Preferences, also der "Systemsteuerung" der Konsole, kann man einige unkomplizierte Grundeinstellungen wie z.B. die gewünschte Sprache vornehmen. Hier erinnert optisch alles noch sehr an den Vorgänger des CD32, das Amiga CDTV. Auch der CD-Player, der auf dem Bildschirm erscheint sobald man eine Audio-CD einlegt, gleicht dem des CDTV und weckt alte Erinnerungen! Gesteuert wird zumeist mit dem etwas billig wirkenden und nicht allzu robusten Commodore-Gamepad. Manchmal ist der Anschluß einer externen Tastatur von Vorteil, gerade die Steuerung älterer CDTV-Titel profitiert davon. Ansonsten verfügt die Konsole noch über ein sattes Kilobyte Flash-Speicher, in den man zum Beispiel Spielstände abspeichern kann. Alles in allem eine durch und durch typische Spielkonsole, bei der nicht allzuviel auf ihre enge Verwandschaft zu einem Amiga 1200-Rechner hindeutet.
____________________________________ _____________________ ____ ___ __ _ SPIELE, ZUBEHÖR UND ERWEITERUNGEN
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Nach seiner Veröffentlichung begannen Spielefirmen zunehmend, ihre schon von den Amiga-Homecomputern bekannten Titel auch für das CD32 neu zu veröffentlichen. Und so entstand im Laufe der Zeit ein doch recht ordendlicher Software-Pool mit ca. 200 Titeln für die Amiga-Konsole. Dieser beinhaltete auch so manches Highlight wie Pirates! Gold, Theme Park oder Psygnosis´ Vorzeigespiel Microcosm, das in Sachen Geschwindigkeit, Farbenpracht und Sound die PC- oder die Mega-CD-Varianten um Längen schlug. Das CD32 war übrigens abwärtskompatibel zu seinem glücklosen Vorgänger CDTV, so daß man dessen CDs mit dem CD32 ebenfalls betreiben konnte. Das die Amiga-Konsole unter anderem auch noch mit Audio-CDs, CD+G oder Karaoke-CDs etwas anfangen konnte, war sicherlich ein weiterer Pluspunkt. Auf der anderen Seite war es aber leider Tatsache, daß viele bereits für den normalen Amiga erschienenen Titel einfach lieblos 1:1 für das CD32 umgesetzt wurden und die Möglichkeiten und den Speicherplatz des Mediums CD-ROM noch nicht einmal ansatzweise nutzten. Und so war es für viele User, die bereits einen Amiga-Homecomputer besaßen, nicht sonderlich reizvoll, sich auch noch ein CD32 anzuschaffen.
Ein Amiga konnte im Prinzip bis zum geht-nicht-mehr erweitert werden. Hier sollte auch das CD32 keine Ausnahme machen. So konnte man an der Konsole z.B. eine externe Tastatur oder ein Diskdrive anschließen, und bald schon erschienen hochwertige Gamepads und andere interessante Pheripherie von Drittanbietern. Der externe Communicator z.B. bot Midi Ein- und Ausgänge sowie einen seriellen Port, um die Konsole mit anderen Computern zu verbinden. Das Highlight in dieser Richtung waren aber wohl das SX32- und SX32 Pro-Modul, das man in jede Konsole einschieben konnte. Dieses Modul war u.a. mit stärkeren Motorola-CPU´s (bis hin zum 68030 mit Co-Prozessor und 50 MHz) und einem Sockel für ein RAM-Modul ausgestattet, um den Speicher des CD32 um bis zu 64 Megabyte zu erweitern. Da das SX32 zudem auch noch einen IDE-Port für eine 2.5"-Festplatte und externe Anschlüsse wie einen Parallelport oder Diskdrive bot, konnte man mit diesem Modul ein CD32 tatsächlich zu einem vollwertigen Amiga 1200-Homecomputer ausbauen! Commodore selbst hielt sich mit eigener Pheripherie weitgehend zurück. Immerhin erschien aber noch das FMV-Modul, eine MPEG Decoder-Erweiterung, die es dem CD32 dann auch ermöglichte, VideoCD-Filme in Stereo und SVHS-Qualität abzuspielen.
History II.
··· Herbst/Winter 1993 - das CD32 erhält von Fachzeitschriften überwiegend positive Resonanzen. Obwohl die Mittel für größere Werbeaktionen fehlen, steigert das Weihnachtsgeschäft 1993 die Nachfrage nach dem CD32 weiter. Doch Commodores Reserven reichen nur noch für 100.000 Geräte, von denen alleine in England 50.000 Stück verkauft werden. Nach einem Verlust von 177 Mio. US$ gibt Commodore die Einstellung seiner kompletten PC-Linie bekannt.
··· Frühjahr 1994 - das FMV- (MPEG Decoder-) Modul für das CD32 erscheint, doch nur sehr wenige Exemplare (man spricht heute von unter 1000 Stück) konnten noch produziert werden. Zeitgleich werden bei Commodore selbst bereits massiv Mitarbeiter entlassen und ganze Abteilungen geschlossen. Die Commodore-Aktie wird an der New Yorker Börse erstmalig ausgesetzt. Im April muß eine Niederlassung nach der anderen den Bankrott erklären.
··· April 1994 - bis zum 25. April 1994 war bis auf die höheren Manager fast die komplette Belegschaft entlassen worden. So gab es auf dem riesigen Firmengelände in West Chester (USA), wo früher über 1500 Mitarbeiter beschäftigt waren, am Ende noch 20 Angestellte. Am 29. April 1994 ist der einstige Homcomputer-Gigant Commodore International zahlungsunfähig. Der Weltkonzern mit Stammsitz auf den Bahamas meldet offiziell Konkurs an.
___________________________________________ ______________ ____ ___ __ _ MEINUNG UND FAZIT
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Nach dem C64-GS und dem Amiga CDTV war das CD32 die erste erfolgversprechende Spielkonsole für Commodore, und sie war sogar eine der ersten 32 Bit-Konsolen der Welt. Doch gleichzeitig war sie eine der letzten Produktionen, die das Label "Commodore" tragen sollte, und Wunder konnte sie nach dem jahrelangen Missmanagement dieser Firma leider auch nicht mehr bewirken. Technisch stellt das CD32 trotz seiner 32 Bit-Architektur sicherlich nicht das Optimum des Jahres 1993 dar. So war die Motorola-CPU der Konsole von Anfang an veraltet und recht langsam. Das "32 bit"-Logo sollte auf die 16 Bit-Konkurrenz von Sega und Nintendo abzielen - doch gegen die kurz darauf erschienenen Atari Jaguar- oder 3D0-Konsolen, die eine bessere Rechen- und Soundleistung boten, kam die Commodore-Konsole nicht an. Und so verkaufte sich das CD32 in erster Linie eben nur an Commodore-treue Kunden. Zu etwaigen "hätte, wäre, wenn"-Gedanken sollte man sich deshalb nicht hinreißen lassen - auch ohne Commodore-Pleite hätte das CD32 wohl nicht den Erfolg einer Sony Playstation oder eines Sega Saturn gehabt.
Auf der anderen Seite aber erhält man mit einem CD32 heute Nostalgie pur! Bis auf das etwas billige, originale Commodore-Gamepad ist sie robust und kompakt genug, um sie auch mal zu Bekannten mitzunehmen und dort dann zusammen viel Spaß zu haben, wenn man einstige Amiga-Klassiker auf dem TV-Gerät wiederauferstehen läßt! Was nie seinen Reiz verloren hat, ist die Möglichkeit, die Konsole durch ein SX32-Modul zu einem vollwertigen Amiga 1200 Homecomputer zu erweitern! Hier tun sich dann selbst heute noch die multimedialen Möglichkeiten auf, die den Amiga einst so beliebt und erfolgreich machten, und die auch heute noch nicht alltäglich sind - beispielsweise, über das TV-Gerät im Internet zu surfen. Während das CD32 bei seinem erscheinen mit 799.- DM ziemlich teuer war, findet man die Konsole und dafür passendes Zubehör heute zu kleinen Preisen auf Flohmärkten oder in Online-Auktionen. Lediglich das Commodore FMV-Modul ist heute aufgrund seiner geringen Stückzahlen schon als Sammlerstück anzusehen, und dementsprechend hoch sind auch dessen 2nd-Hand-Preise.
Mit dieser Konsole endet die einst so unglaubliche Erfolgsstory des Amiga, und kurz darauf verschwand auch dessen Hersteller Commodore in dieser Form für immer von der Bildfläche. "Hätte, wäre, wenn"... manchmal male ich mir aus, bestimmt wie viele andere Fans auch, was ein Amiga heute sein könnte - wenn man das unglaubliche Potenzial, die Innovation und den technischen Vorsprung dieser Idee bei Commodore seinerzeit nicht so außerordendlich und konsequent vergeudet hätte. So gesehen ein verdientes Ende für diese Firma... wenn auch eines, das man als einstiger Amiga-Fan dennoch nie so richtig wegstecken konnte. Die Stammleser unter euch werden ja sicher schon bemerkt haben, wie es mich immer wieder magisch in die Kategorie "Computerklassiker" zieht! Wie auch immer - fünf nostalgische Sterne für das Amiga CD32, dem letzten Kapitel von Commodore.
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für alle Amiga-Fans gibt es als kleinen Bonus unter folgendem Link noch einen
original Commodore-Werbespot zum Amiga CD32 (englischsprachig, 11.7 MB)!