Lazy Jones Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
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Viele verschiedene Spiele in einem Computerspiel
ein Testbericht von mg19702005-09-28 14:21:41vom 28.09.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Spielspaß, relativ guter Sound, viele Spiele in einem...Nachteile/Kritik: technisch sehr veraltet, Grafik
Vor wenigen Jahren war der Musiktitel „Kernkraft 400“ von Zombie Nation in den Charts. Auch eine von vielen Coverversionen, wie seit einiger Zeit üblich. Bei diesem Lied wissen wahrscheinlich viele nicht, dass es eine Coverversion ist – und von wem das Original ist. Das Original ist nichts anderes als ein Ausschnitt einer C64-Spielemelodie, nämlich „Lazy Jones“.
Um dieses Spiel „Lazy Jones“ handelt es sich in diesem Bericht. Ein absoluter Spieleklassiker, der mittlerweile fast 20 Jahre auf dem Buckel hat. In den 80ern habe ich es mehrere Jahre lang sehr gern gespielt. Heute ist das Spiel wieder für jedermann zugänglich, man kann es aus dem Internet herunterladen (es gibt diverse C64-Spielearchive) und mit Hilfe eines C64-Emulators am PC spielen.
Erschienen ist dieses Actionspiel 1984 bei Terminal Software und wurde programmiert von David Whittaker, der auch für sehr gute Spielemelodien bekannt ist. So stammt selbstverständlich auch das „Lazy-Jones“-Thema von ihm, auf das ich später noch mal eingehe.
Eigentlich ist es nicht nur „ein Spiel“. Eher könnte man sagen, es sind viele Spiele in einem. Wir starten das Spiel. Als erstes können wir die Anzahl der Leben auswählen. Standardwert ist 5 Leben. Profis können die Anzahl bis auf 1 Leben reduzieren. Dem Anfänger rate ich aber, das Maximum von 9 Leben einzustellen. Gesteuert wird diese Einstellung übrigens mit dem Joystick (bzw. beim Emulator sind das die Pfeiltasten auf dem Ziffernblock). Drückt man nach der Einstellung nun „Feuer“ (Emulator: Enter-Taste), kommt man zum eigentlichen Spiel.
DIE SPIELHANDLUNG
Man findet sich nun in einem dreistöckigen Hotel wieder. Unser Held, der „Lazy Jones“, ist ein lustig dargestelltes Männchen. Wenn man sich ihn so anschaut, sieht es fast so aus, als würde er mit nacktem Oberkörper im Hotel herumlaufen, sieht lustig aus. Während er durch die Flure der drei Stockwerke läuft, muss er aufpassen, dass er nicht mit anderen Leuten in Berührung kommt, die ebenfalls durch die Flure laufen. Wenn er jemanden berührt (bzw. im mittleren Stock ist das ein Servierwagen, mit dem er nicht kollidieren darf), wird die Spielfigur nach oben geschossen, und ein weiteres Spielerleben ist futsch. Gekonnt muss er den Leuten bzw. dem Wagen ausweichen, was durch das Klettern über diese „Hindernisse“ geschieht, mit dem Joystick (wirklich „sehr“ realitätsnah). Dann gibt es noch die Möglichkeit, mit dem Aufzug zu den einzelnen Stockwerken zu fahren. Dieser befindet sich in der Mitte des Spielbildschirmes. Mit „Feuer“ (bzw. „Enter“) kann man Aufzug fahren, sofern unser Männchen sich im Bereich des Aufzugs befindet. Ob nach oben oder unten, das entscheidet das aktuelle Stockwerk sowie die Bewegungen des Joysticks entweder nach unten oder nach oben. Man muss also aufpassen, dass man weder mit einer Person noch mit diesem Servierwagen kollidiert.
Ist das alles? – Natürlich nicht!
In diesem Hotel befinden sich neben den 3 Fluren noch 18 Zimmer (6 pro Flur), die unser Held alle besuchen muss. Mit „Feuer“ bzw. „Enter“ betritt er einen Raum, wenn er gerade vor der Tür steht.
Was macht man in diesen Räumen?
In 14 dieser 18 Räume steht ein Computer (wahrscheinlich ein C64), mit einem überdimensionalen Monitor (im Vergleich zum „Computer“ wirkt
das wie eine Kinoleinwand). In diesen Räumen muss er ein Computerspiel (Actionspiel) spielen, in jedem Raum befindet sich ein anderes Spiel. Gerade das macht das Spiel „Lazy Jones“ so interessant: es sind viele Spiele in einem!
Auf der „Leinwand“ bzw. dem überdimensionalen Monitor sieht man den Bildschirm des jeweiligen „integrierten“ Spieles. Nun sind verschiedenste Aufgaben zu erfüllen, für die es Punkte gibt. Für jedes „Spiel im Spiel“ hat man gleich viel Zeit. Das geschieht durch einen vierstelligen Zeitzähler, der von „9999“ rückwärts läuft. Ist die Zeit um, nimmt unser Männchen automatisch den Joystick aus der Hand und geht wieder zurück zur mit „Exit“ beschrifteten Ausgangstür. Wenn man die Größe der Tür und des Monitor sowie den dunklen Hintergrund betrachtet, kommt man sich wirklich vor wie im Kino!
Auf dem großen Bildschirm sieht man links unten seinen Punktestand pro „Spiel im Spiel“ und rechts unten die verbleibende Zeit.
Eine Besonderheit ist, dass man in keinem der Zimmer ein Leben verlieren kann. Aufpassen muss man nur auf den Fluren. Wenn man beim „Spiel im Spiel“ Fehler macht oder mit anderen Objekten/Charakteren kollidiert, bekommt man lediglich Zeit abgezogen, oder das „Spiel im Spiel“ wird mit einem „Game Over“ vorzeitig beendet, man „darf“ aber wieder zurück auf den Flur, und ab geht’s ins nächste Zimmer.
Wenn man sich auf einem der Flure befindet, sieht man unten auch die Gesamtpunktzahl und die noch verbleibenden Leben.
Was ist, wenn man alle 18 Räume besucht hat? Dann geht’s wieder von vorne los – und das so lange, bis man alle seine Leben „verschossen“ hat. Nur sind die Spiele jetzt wieder in ganz anderer Reihenfolge. Nehmen wir an, im 1. Durchgang haben wir im 1. Stock im ganz rechten Raum „Jay Walk“ gespielt. So kann im 2. Durchgang im selben Raum nun „The Reflex“ angesagt sein.
DIE GRAFIK
Wie gesagt, das Spiel ist fast 20 Jahre alt, und somit ist natürlich alles in 2D gehalten. Man hat hier noch die richtigen lustigen Strichmännchen aus damaliger Zeit, für heutige Verhältnisse wäre die Grafik ungenügend – aber gerade das macht heute den Kultfaktor aus! Der Hintergrund ist sowohl in den Räumen als auch auf den Fluren schwarz, so dass das gesamte Spiel sehr dunkel wirkt.
DER SOUND
Obwohl technisch nicht ganz 100%ig überzeugend (mir fehlen ein wenig die „Schlagzeuge“), hat David Whittaker ein Meisterwerk komponiert. Ein sehr langes Stück, ein Medley bestehend aus vielen Melodien. Während der Rhythmus immer gleich bleibt, ertönt immer wieder eine andere Melodie, sobald man einen neuen Raum betritt. Damals in den 80ern habe ich einen Spieldurchgang auf Kassette aufgenommen, Ende der 90er noch mal (vom PC-Emulator) auf CD, und heraus kam ein ca. 14-minütiges Medley. Größtenteils hat David Whittaker völlig neue Melodienfolgen komponiert (u.a. auch dieses „Kernkraft 400“), bei einigen Spielen hat er sich aber auch bereits existierenden Materials bedient. So hört man u.a. „99 Luftballons“ und „Fade To Grey“.
DIE EINZELNEN SPIELE
Fangen wir an mit 99 RED BALLOONS. Hier muss man herumfliegende Luftballons aufsammeln, und sobald man zwei eingesammelt hat, fliegt man nach oben und muss dort einem Mädchen die Luftballons geben. Zu hören ist hier die Melodie von Nenas „99 Luftballons“. Da dies eins der längsten Spiele ist (kollidieren kann man mit niemandem, deswegen kein Zeitabzug), kann die Melodie bald nerven, das Spiel an sich finde ich auch sehr langweilig.
Bei JAY WALK muss man eine viel befahrene Straße überqueren und sicher an die andere Seite kommen. Wird man auch nur von einem Fahrzeug erfasst, ist das Spiel sofort aus (wie im richtigen Leben).
RES Q ist ein Geschicklichkeitsspiel. Man muss irgendeinen „Wagen“ so steuern, dass man nicht die grünen Ränder der Spielumgebung berührt. Bei der kleinsten Berührung ist das Spiel aus. Im Prinzip ist SCOOT kaum anders, nur dass man hier den Zeitzähler hat und bei Berührung wieder von vorne anfängt, leider ohne Zeitabzug. Da ich dieses Spiel stinklangweilig finde, kann man sich bei SCOOT gern mal zwischendurch eine Tasse Kaffee gönnen.
THE TURK ist die nächste Episode. Hier gilt es, mit Gabeln zu schießen und damit möglichst viele Hähnchen zu treffen. Aber passt auf die Telefone auf. Die kommen auf die Gabeln zugeschossen und ziehen Euch Spielzeit ab.
WILD WAFERS – hier muss man mit einem „Laser“ Waffeln nach oben schießen. Verpasst man welche, geht die Zeit flöten. Melodie ist hier übrigens das bekannte „Fade To Grey“ von Visage.
Bei OUTLAND und THE HILLS ARE ALIVE muss man Ufos abschießen, und zwar geht das nur in die linke Richtung. Das ganze erinnert sehr an das noch ältere „Defender“-Spiel.
LASER JONES. Unzählige „Totenköpfe“ oder ähnliche Gebilde schwirren in der oberen Bildschirmhälfte herum. Mit einem Laser muss man diese so schnell wie möglich abschießen. Hier sind Schnelligkeit und Reaktion gefragt, dann kann man nämlich Punkte kassieren!
STAR DUST ist ähnlich aufgebaut wie WILD WAFERS, nur geht es hier um große „Kugeln“, die man zu treffen hat. Berührt man eine Kugel mit seiner „Kanone“, wird Zeit abgezogen, außerdem „wackelt“ der überdimensionale Bildschirm. Hier hört man übrigens die Melodie, die „Zombie Nation“ in „Kernkraft 400“ verwendeten.
THE WALL. Wer nun eine Melodie von Pink Floyd erwartet, wird hier enttäuscht. Hier geht es darum, mit dem Joystick eine Mauer zu ziehen. Das geht in enormer Geschwindigkeit vor sich. Trifft man ein Hindernis oder den Bildschirmrand, ist das Spiel aus – und das geht meistens verdammt schnell.
WIPE OUT, auch das hat nichts mit dem gleichnamigen Lied zu tun. Links findet man viele Quadrate, die es zu zerstören gilt, indem man mit einem „Paddle“ eine Kugel jonglieren muss, diese soll möglichst viele der Kästchen treffen.
EGGIE CHUCK, wieder ein meist kurzes Spiel. Ein Schauplatz mit Leitern und verschiedenen Ebenen – und einzusammelnden Eiern. Ähnelt sehr den damaligen Spielen wie „Werner“ oder „Flaschbier“. Aber wehe man berührt eins der Hühner: schon ist das Spiel aus!
THE REFLEX. Man hört hier auch nicht das gleichnamige und gleich alte Lied von Duran Duran, aber trotzdem eine sehr schöne Melodie, verstärkt durch die Effekte, wenn man knochenähnliche Gegenstände mit seiner nach links und rechts beweglichen „Einheit“ eingesammelt hat.
THE BARMAN. In diesem Raum ist kein Computer, sondern eine lange Theke. Man muss bei der Bedienung so viele Getränke wie möglich einsammeln. Das erschwert Dir aber ein Betrunkener, der ebenfalls vor der Theke hin und her läuft. Daran muss man vorbeikommen, was wieder mit „Klettern“ geschieht, wie auch auf den Fluren.
LAZY NIGHTMARE. Eine Ruhepause muss für unseren Herrn Jones auch mal sein, wenn er sich schon so anstrengen muss. Er legt sich hier in ein Bett und träumt irgendetwas von ein paar Personen, die irgendwo herumtanzen. Nach ein paar Sekunden ist der Traum vorbei, und er geht wieder aus dem Zimmer.
KLO. Auch das muss mal sein. Unser Held geht zu einem Klo, steht kurz davor und geht wieder. Wahrscheinlich macht er gerade Pipi!
BESENKAMMER. Hier geht er ebenso kurz in eine Besenkammer (da stehen Besen und Staubsauger) und dreht sich wieder um.
FAZIT UND EIGENE MEINUNG
Obwohl schon sehr alt, ist es immer noch wieder nett, es mal zu spielen. Ein zwar einfaches Spiel, das aber so schnell nicht langweilig wird (mal abgesehen von einigen wenigen Spielepisoden). Vor allem liegt das an den vielen unterschiedlichen Spielen, die man alle zu bewältigen hat.
Außerdem ist ein gewisser Kultstatus vorhanden. Einige der meist über 30-Jährigen (wie ich) erleben mit diesem Spiel wieder eine kleine Zeitreise in die 80er. Aber auch für alle anderen ist es empfehlenswert, ein wenig Kultstatus kommt vielleicht auch bei denjenigen auf, die das Spiel noch nicht kannten. Dafür sorgt schon allein die veraltete Strichmännchengrafik in 2D, die Melodien sind auch größtenteils gut gemacht.
Leider weiß ich nicht mehr, wie viel das Spiel damals neu gekostet hat, aber das ist heute sowieso egal, da man es sich für seinen C64-Emulator herunterladen kann.
Einen Punktabzug gibt es lediglich für das Alter des Spiels und den damit verbundenen sehr veralteten technischen Stand (System, Grafik). Vom Spielspaß her würde ich es noch knapp mit „sehr gut“ bewerten. Ladet es Euch ruhig mal herunter!
Erstveröffentlichung von mir unter gleichem Benutzernamen auch bei ciao.de in 05/2003
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Produktbeschreibung Lazy Jones
Technische Daten und ProdukteigenschaftenAction Spiel
Allgemeine Informationen Lazy Jones
gelistet seit: 23.08.2005Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Allgemeine Daten
Genre: Action Ausstattung
Unterstützte Betriebssysteme: MS DOS