Platz 141 in der Kategorie "E-Bässe". E-Bass, EDA5 - Hals, Luthite body, 24 Medium Bünde, MR-2 bridge mit Fishman Piezos, 1x DFR-N5 neck Pickup, EQA-PZ EQ, Elixir equipped, Farbe: iron pewter flat ...mehr
Ibanez EDA905 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Geniales Konzept!
ein Testbericht von flippoflapp2004-03-26 21:29:31vom 26.03.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Extrem vielseitig und ausgewogen....Nachteile/Kritik: Deckt Saiten- und Spielschwächen schonungslos auf!
5 Punkte... und wenn ich könnte, würde ich diesem Bass noch einen Punkt zusätzlich geben!
Ich spiele seit vielen Jahren Bass und habe schon sehr viele dieser Instrumente besessen. Zum Teil waren wirklich sehr edle Teile mit dabei, aber ich stiess immer wieder recht schnell an die jeweiligen Soundgrenzen. Entweder war der Bass sehr "erdig", aber das "knurren" kam dabei zu kurz, oder er klang "knurrig", aber die Höhen wurden zu schwach akzentuiert. Naja, das mag jetzt pingelig klingen und ehrlich gesagt wurden mir diese Umstände erst richtig bewusst, nachdem ich das erste mal den EDA905 in den Händen hielt.
Durch Zufall hatte ich im Ebay einen Ergodyne EDA905 entdeckt. Anfangs interessierte mich der Bass reichlich wenig, weil mir die Form nicht zusagte. Trotzdem merkte ich mir die Auktion und erkundigte mich online über dieses Instrument.
Meine Neugierde war hauptsächlich wegen der Bridge-Piezo-Tonabnehmer geweckt worden. Das kannte ich vorher nur von akustischen Instrumenten. Nun lange Rede kurzer Sinn: Ich ersteigerte den Ergodyne, allerdings mit gemischten Gefühlen, weil ein Preis von knapp unter 500.-- Euronen doch eine Menge Geld für ein gebrauchtes Instrument ist, dass man noch nie vorher in den Händen hielt. Aber ich war einfach zu neugierig geworden.
Als ich endlich das grosse Paket aufmachen durfte und das gute Stück vor mir so dalag, war ich hochentzückt über das Design und den schönen blauen Lack. Den Bass muss man direkt vor sich sehen! Auf Fotos kommt dieses wundervolle Design leider nicht richtig zur Geltung.
Ich konnte es nicht erwarten, den Bass anzuschliessen.
Als erstes schloss ich ihn direkt an meine Stereoanlage(!) an. Spinnt der Typ? Nein, das mache ich immer als erstes mit allen neuen Instrumenten, weil normalerweise kein Instrument direkt an eine HiFi-Anlage angeschlossen gut klingt und man dadurch die Klang-, bzw. Qualitätsunterschiede sehr schnell erkennen kann(ausprobieren!), ohne dass der Sound durch einen guten Bassamp/Box etc. beschönigt wird.
Mein HiFi-Amp ist immer absolut liear eingestellt, also Bässe und Höhen sind weder angehoben noch abgesenkt. Den Loudness-Schalter rühre ich sowieso nicht an.
So, nun kam der Augenblick der Wahrheit: Erst einmal alle Regler am Bass auf 0 und langsam den ersten Regler (der für die Lautstärke des Humbuckers) bis Vollanschlag aufdrehen. Hmmm... naja, dachte ich mir, klingt ein wenig dünn. Power ist schon da, aber tiefe Bässe?... Nun den 2. Regler (Lautstärke Piezos) dazudrehen... Aha, klingt höhenreicher aber noch nicht so doll... Jetzt den 3. Regler... Holla, was ist das? Bei Mittelstellung: Richtig guter tiefer Bassound, aber dann bei Maximum: WOW... Derart kellertief und voll hatte ich's noch nie ohne Hilfsmittel! Sogar die H-Saite kam mit richtig Druck. Erstklassik, die aktive Klangregelung! Aber die Sensation kam dann, als ich den 4. Regler aufdrehte. Nun wurden die Piezohochmitten und Höhen freigesetzt.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich spielte und spielte und spielte... ÜBER MEINE HIFI-Anlage! DIREKT, ohne Pre-Amp oder Effekte!! Wahnsinn! Einen solchen runden kraftvollen Sound hatte ich über die Anlage wirklich noch nie gehört. Ich spielte mit den Reglern herum und stellte dabei fest, dass dieser Bass an Vielseitigkeit kaum zu
überbieten ist. Alles, vom tiefen, erdigen Klang über knurrende Sounds bis zu klaviersaitenartigen Klängen ist möglich.
Der Frequenzbereich dieses Basses ist enorm und die Bespielbarkeit ist über alle Zweifel erhaben! Die Saitenlage möchte ich als ideal bezeichnen. Das einzige, was diesem Bass fehlt, ist eine Möglichkeit, die Reglerstellungen abzuspeichern ;-) weil selbst kleine Veränderungen den Sound dramatisch ändern können.
Nun war es an der Zeit, den Bass im Bandgefüge zu testen. Mit einem Satz: Wie erwartet: spitzenmäßig!
Ich spiele hauptsächlich über meine alte geliebte 4x10 300W Warwickbox "gelbe Serie" mit Horn, weil diese Box einen ausgeglichenen, dynamischen Klang mit genügend Tiefbass, bei hoher Lautstärke produzieren kann. Die ideale Box auf der Bühne: klein, allein zu tragen und einfach gut.... aber das ist eine andere Geschichte. ;-)
Noch einen kleinen positiven Nebeneffekt muss ich anmerken: Man braucht nun nicht mehr irrsinnig viel Geld für einen teuren Bassamp hinlegen. Selbst aus einem preiswerten Verstärker ( beispielsweise Behringer BX3000T, ca. 220.-- Euronen) kann man mit diesem Bass einen richtig guten anspruchsvollen Sound herausholen. Nur bei der Box sollte man nicht sparen, eine 4x10 Hartke, Warwick oder Trace mit Horn sollte es schon sein. Warum? Nun, eine Billigbox würde vermutlich dieses grossartige Frequenzspektrum nicht optimal wiedergeben können und so ganz nebenbei recht schnell ihren Geist aufgeben, weil sie den gewaltigen Tiefbassdruck des EDA905 auf Dauer nicht gewachsen wäre.
Bleibt noch anzumerken, dass ich mehrere verschiedene Saitensätze ausprobiert hatte und sich mit jedem Saitensatz der Sound dramatisch änderte. Soetwas hatte ich noch bei keinem meiner vorigen Bässe so extrem erlebt. Es lohnt sich wirklich, auf diesem Bass verschiedene Saiten auszuprobieren, bis man den Soundcharakter gefunden hat, der einem persönlich am meisten liegt. Ich spiele derzeit einen richtig dicken Satz italienische Edelstahl-Saiten von Galli. Die H hat eine Stärke von .145(!!) und bin sehr zufrieden damit.
Aber aufpassen: Der EDA905 deckt Schwächen an den Saiten schonungslos auf! Wenn's mal nicht klingt, liegt's oft an den Saiten und nicht am Bass. Pyramid beispielsweise, eine der Marken, die ich früher oft benutzte, flogen nach ein paar Tagen sofort runter und zieren jetzt einen meiner anderen Bässe, weil der EDA905 eine in-sich verstimmte E-Saite schonungslos aufdeckte, was man auf dem anderen Bass praktisch nicht hört.
Und noch etwas Wichtiges: Auf der Rückseite befinden sich kleine Vertiefungen mit Trimpotis. Dort kann und muss man mit einem kleinen Schraubenzieher die Lautstärke der Piezo-Tonabnehmer für jede einzelne Saite getrennt einstellen. Das hat sich als sehr wichtig und nützlich herausgestellt, weil man damit alle Saiten aufeinander perfekt abstimmen kann.
Tja, zum Schluss kann ich jedem Basser, der ein anspruchsvolles, ausgewogenes Instrument sucht, dass äusserst vielfältig eingesetzt werden kann, den Ergodyne EDA905 nur ans Herz legen! Einfach einmal ausprobieren und nicht wundern, wenn man auf einmal "sauber" spielen muss, weil man's nun hört ;-)))
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