Vor einigen Wochen war es mal wieder so weit; ein Hormonschwall schnappte mich und zog mich in die unendlichen Tiefen des sinnlosen Geldausgebens. Für alle, die mich nicht sooo gut kennen ... es gibt immer ca. ein oder zwei Tage im Monat, in denen erkenne ich meine volle Weiblichkeit und kaufe mir Röcke, Schminkzeug etc. was ich am Ende eh nie brauche, aber in dem Moment kann ich meist nicht anders. Dabei war meine letzte Errungenschaft der „Combinations“-Nagellack von Manhattan.
~*~*~*~* LAYOUT ~*~*~*~*
Der Nagellack kommt vom Styling etwas anders daher als andere Nagellacke, denn er beinhaltet 2 verschiedene Farben, die sich in einer „Packung“ befinden. Das Prinzip ist nicht wirklich neu, kennt man es doch von einigen Stiften, wie z.B. vom Tintenkiller. An der einen Seite ist die eine Farbe (Nail Colour One) und an der anderen Seite ist die andere Farbe (Nail Colour Two). Verbunden werden beide Fläschchen mit einem Deckel in welchem sich zugleich der Pinsel zum Auftragen befindet wie bei jedem anderen Nagellack auch. Nur hier hat der Deckel eben 2 Pinsel, da die Farben ja sonst völlig vermischt werden würden. Für die, die sich das ganze immer noch nicht vorstellen können: es ist so, als hätte man 2 Deckel mit der glatten Seite aneinander geklebt. So befinden sich in jedem Fläschchen 4,5 ml der jeweiligen Farbe.
Selbstverständlich gibt es die Nagellacke in verschiedenen Farben, doch genau wie bei Duolidschatten oder ähnlichen Doppelpacks kann man sich hier eben nicht beide Farben frei auswählen, sondern muss dann die Farbe nehmen, die noch mit dranhängt. Dies stellte bei mir aber kein Problem dar, da ich eine Kombination fand, bei der mir beide Farben sehr gut gefielen, allerdings recht schwierig zu beschreiben sind (corale und ?). In wie vielen verschiedenen Farbkombinationen der Nagellack erhältlich ist kann ich nicht sagen, noch dazu, da das Regal schon ziemlich „abgeräumt“ war in dem sich die Flaschen befanden. Selbstverständlich gibt es den Lack aber in allen erdenklichen Rottönen und Modefarben. Meine beiden Farben sind metallic.
Für ca. 4 € gehörten beide Farben mir und ich eilte nach Hause zum Test.
~*~*~*~* ANWENDUNG ~*~*~*~*
Ich selbst empfinde meine Fingernägel als nicht allzu lang, aber sie sind es wohl, wenn ich den Worten meiner Mutter und meiner Freundin glauben schenken darf. Deshalb streiche ich immer recht wenig Farbe ab, da ich sonst nicht den ganzen Nagel bemalen kann. Nun war dies nicht meine erste Erfahrung mit Nagellack und ich wage zu behaupten, dass ich weder blutiger Anfänger noch absoluter Laie im Umgang mit Nagellack bin, doch diesen Nagellack hat mit Sicherheit ein Mann entwickelt, der sich immer über das blöde Aussehen seiner mit abgespreizten Fingern dasitzenden Sekretärin geärgert hat, die selbstverständlich keine Arbeit erledigen konnte, bevor nicht ihr Nagellack getrocknet war. Schnelltrocknender Nagellack ist da mit Sicherheit eine der wichtigsten Erfindungen des letzten Jahrhunderts, doch frei nach Tim Taylor dachte man wohl hier „mehr Power“ ist die Lösung des Problems. Der Nagellack trocknet so schnell, dass man
beim erneuten ansetzen des Pinsels Schlieren in die bereits lackierten Stellen macht und der Pinsel fast stecken bleibt. Etwas derartiges habe ich wirklich noch nie erlebt. Ich probierte es dann aus, indem ich den Pinsel gar nicht abstrich und dachte, dass mehr Farbe vielleicht den gewünschten Erfolg brächte und man die Zeit des erneuten Eintauchens so sparen könne und der Lack so keine Zeit hätte zu trocknen. Pustekuchen! Mit viel Geschick gelang es mir dann nahezu nahtlose Übergänge zwischen den einzelnen Pinselstrichen zu erzeugen. Ungeübte „Lackierer“ könnten hierzu durchaus eine Flasche pro Hand verbrauchen! Das letztendliche Ergebnis war dann schon irgendwie zufriedenstellend.
~*~*~*~* HALTBARKEIT ~*~*~*~*
Ich bleibe zum Glück von Hausarbeiten wie abwaschen weitestgehend verschont, aber wenn ich meine Hände dann doch hin und wieder in Palmolive baden darf, dann habe ich die dumme Angewohnheit, fast kochendes Wasser zu verwenden. Ich fand bisher keinen Nagellack, der das ohne weiteres mitmachte. Entweder er bröckelte oder löste sich zum Teil vollständig vom Nagel ab. Zu diesem Test kam es bei diesem Nagellack erst gar nicht, da er sich schon vorher verflüchtigte. Ich konnte fast zusehen, wie er immer blasser wurde (von der Nagelspitze beginnend) und schließlich drohte ganz zu verschwinden. Ein äußerst schwaches Ergebnis wie ich finde, aber man soll ja immer versuchen alles positiv zu sehen ...
~*~*~*~* FAZIT ~*~*~*~*
Seitdem ich wieder in der Praxis arbeite darf ich dort ja keine lackierten Fingernägel haben. Oft ist es mir zu mühselig mir die Nägel nur für’s Wochenende zu lackieren und meist sitze ich Montag früh in der Straßenbahn und stelle schockiert fest, dass ich vergessen habe mir die Nägel wieder abzulackieren (heißt das so?). Dies würde mir mit dem Nagellack selbstverständlich nicht passieren. Und sonst ... tut mir leid, mehr positive Aspekte fallen mir zu dem Lack nicht ein. Für die schlechte Qualität beim Auftragen und die kurze Haltbarkeit ist der Preis ganz einfach zu hoch und die Zeit und die Mühe beim Auftragen stehen in keinem Verhältnis zu Dauer der Freude am „Kunstwerk“. So gesehen war es von Manhattan nicht dumm keine weiteren Versprechungen zum Produkt zu machen, sondern nur die Firma und den Produktnamen auf die Flaschen zu drucken.
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