Release - Pet Shop Boys
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Release - Pet Shop Boys

Platz 1665 in der Kategorie "CDs: Musik aller Interpreten". Tonträger-Typ: CD / Genre: Rock / Pop / Interpreten von A-Z: P / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 3,50 / 5,00 (3.5 von 5)

Release - Pet Shop Boys Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,50 / 5,00 (3.5 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Klangqualität:  gut
Cover-Design:  mittelmäßig
Vorteile
  • einfache Popmusik, das Coverdesign der Jungs
Nachteile/Kritik
  • einfache Popmusik
Stepnwolf

Willkommen in der Tierhandlung!

ein Testbericht von 2003-07-06 18:23:06 vom 06.07.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: einfache Popmusik, das Coverdesign der Jungs...
Nachteile/Kritik: einfache Popmusik
>>> PET SHOP BOYS - RELEASE <<<



Kennt ihr noch "Westend girls" oder "Being boring" oder wie wäre es mit "Go west"??? Noch nie gehört??
Und wie steht’s mit "It’s a sin"?? Auch nicht??? OK, ihr braucht nicht weiterzulesen ... aber danke für den Besuch.
Für alle anderen: Haltet eure Haustiere fest! Die Jungs von der Tierhandlung sind wieder da. Sie haben ein neues Album veröffentlicht, mit dem einfallsreichen Namen "Release" ... die Pet Shop Boys.


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DIE JUNGS
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sind noch immer und wohl auch für immer Neil Francis Tennant (geboren am 10. Juli 1954 in North Shields) und Christopher "Chris" Sean Lowe (geboren am 4. Oktober 1959 in Blackpool). Zwei waschechte Briten mit dem Ziel Musik zu machen. Da eine komplette Biographie zu einer eigenen Meinung ausarten würde, hier nur einige wenige Fakten.

Ihr erstes Aufeinandertreffen war im August 1981 in einem Musikladen in London, indem sie beide in der Dance-Abteilung herumstöberten und so feststellten, das sie den gleichen Musikgeschmack hatten. Man gründete eine Band mit dem Namen West End. Aber schon nach kurzer Zeit wurde daraus der Name Pet Shop Boys, nach einem Freund, der in einer Tierhandlung arbeitete.

1985 unterzeichneten sie einen Labelvertrag bei Parlophone und Anfang 1986 erschien ihr erstes Album "Please". Warum sie das Album so nannten? Neils einfache Erklärung: "It’s so people can go into the record shop and say 'can I have the Pet Shop Boys album, please?'." Für derlei Sprüche waren und sind die Jungs berühmt...

Und natürlich für ihre Musik. Weitere Alben folgten (wie "Behaviour" 1990 oder "Very" 1993) – immer mit einer Art Mischung aus Synthie-Pop, Dancetiteln und langsamen Balladen, gepaart mit Neils unverwechselbarer Stimme. Die Pet Shop Boys waren Ende der 80iger und Anfang der 90iger aus den Charts nicht mehr wegzudenken. Und lieferten mehrere Hitsingles (die oben erwähnten sind wirklich nur die Spitze des Eisberges). Ihr erstes Best Of-Album "Discographie" erschien 1991 und bietet einen Querschnitt aus dem musikalischen Schaffen von Neil und Chris.

Neben der Veröffentlichung ihrer eigenen Werke, traten sie immer öfter auch als Songwriter und Producer in Erscheinung. So u.a. für Dusty Springfield und Liza Minelli. Auch auf dem Album der Band Electronic, die von Bernard Sumner (New Order) und Johnny Marr (Ex The Smiths) gegründet wurde, tauchten Neil und Chris auf.
So kam es dann wohl auch zur Zusammenarbeit zwischen Johnny Marr und den Pet Shop Boys auf ihrem neusten Longplayer "Release" ...


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DAS ALBUM
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Sie wollen auf ihrem Album etwas gitarriger klingen, nicht mehr nur auf elektronische Elemente zurückgreifen. Und deshalb sehen wir im Video zu "Home and dry" auch Neil mit einer Gitarre in der Hand (wenn dann mal die Mäuse nicht zu sehen sind).
"Release" glänzt mit einer Limited Edition, bestehend aus dem Album und einem Hardcover in vier verschiedenen Farben (silber, rot, rosa und himmelblau). Die CD-Hülle ist in unschuldigem weiß gehalten. Sie lassen sich halt immer wieder etwas einfallen ...

DIE TITEL

"Home and dry"
Ihre 1. Singleauskopplung und mittlerweile zum Dauerläufer auf allen Radiostationen avanciert.
Das typische Pet Shop Boys Lied. Eine eingängige Keyboardmelodie und Neil Tennants unnachahmlicher Gesang. Und doch ist etwas neu. Genau, da sind erstens der Einsatz einer echten Gitarre und sogar Percussions sind zu vernehmen. Das alles verbindet sich zu einem Titel, der locker dahinfließt und mitsingen scheint Pflicht und läßt sich auch sehr schlecht vermeiden.

"I get along"
Ein Piano beginnt und erhält wenig später Unterstützung von einer ruhigen und langsamen Melodie, die auch hier durch Einsatz von Gitarren und Percussions so gar nicht nach den Pet Shop Boys klingt. Aber das Lied ist so perfekt aufgebaut, das ich nicht umhin kam, schon beim ersten Hören mitzusingen. Was bei dem einfachen und eingängigen Refrain auch nicht schwer fällt: "I get along, get along without you very well, I get along very well." Und das Auftippen meines Fußes im Takt der Musik läßt sich auch nicht vermeiden. Tut mir leid, aber das ist auf Anhieb mein Favorit auf dem Album. Mehr Lieder von der Sorte wären nicht schlecht...

"Birthday boy"
Eine Ballade! Und was für eine! Neil Tennant haucht mehr ins Mikro als er singt. Wieder sind diese Gitarrenmelodien zu hören, die sich mittlerweile positiv in meine Gehörgänge geschummelt haben. Thematisch geht es um Gott?? Oder doch nicht?? "If you knew his name would you feel the same?" Ja, wenn ich seinen Namen kennen würde, würde ich wohl genauso fühlen. So feierlich, so hymnisch. Johnny Marrs Gitarrenbegleitung wird intensiver, tritt ab und an sogar in den Vordergrund und das ganze Lied steigert sich zum Ende auf dramatische Art und Weise ... und klingt aus! Perfekt!

"London"
Was ist mit Neil Tennants Stimme los?? Diese Vocoderverzerrungen klingen irgendwie seltsam, als ob er das Wort London immer verschlucken würde. Hier herrscht wieder der typische Sound vor. Eine Synthesizermelodie, mehrere andere begleitende Klänge und trotz des Textes "We were in London – Let’s do it, let’s break the law! We were in London, tell it like it is." ist das Lied brav und einfach gehalten. Nichts mit Regeln brechen. Das ist einfacher Synthie-Pop, nicht mehr und nicht weniger.

"E-Mail"
Beginnt sehr ruhig und leise; und was ist das?? Das typische Geräusch eines Modems beim Einwählen ins Netz. Dann setzt ein Bassdrum ein und da sind sie wieder, die Gitarreneinsätze von Johnny Marr... einige Streicher bilden im Hintergrund eine träumerische Melodie. Und was macht Neil Tennant?? Der ist gerade im Schriftverkehr mit einer guten Freundin, tierisch verknallt, kommt ihr näher (rein virtuell versteht sich) und will nur eins: "Send me an E-Mail that says I love you" . Liebe in digitalen Zeiten verarbeitet in einem Lied, eben ein Fall für die Pet Shop Boys...

"The samurai in autumn"
Ich zitiere den Text: "It’s not easy as it was or as difficult as it could be for the samurai in autumn" Ääähh, muß ich das verstehen?? Vielmehr gibt es hier nicht zu hören, rein textlich. Und musikalisch ist das Lied vollkommen elektronisch mit einer schnelleren tanzbaren Melodie und einigen eingestreuten fernöstlichen Klängen. Aber so richtig gefallen kann mir das nicht. Deshalb bin ich froh, das nach 4 Minuten Schluß ist und ...

"Love is a catastrophe"
als nächstes folgt!
Oje, dieser Liebeskummer. Wer dieses Gefühl noch nie erlebt hat (was ich mir aber kaum vorstellen kann), der höre sich einfach dieses Lied an. Ihr werdet verstehen. Neil Tennant durchlebt komplett alle Phasen nach dem großen Knall. So depressiv, so mitleidend ist der Gesang und die Instrumentierung steht dem Gefühl in nichts nach. Die Gitarre jault im Hintergrund derart traurig und untermauert Neil Tennants Stimme auch noch zu jeder Sekunde dieses einzigen dahinfliessenden Mitleids, das sich uns offenbart. Und zu welchem Schluß kommt er??
Ich denke der Titel des Liedes sagt alles...

"Here"
Synthie-Pop in Vollendung. Ja das können sie, die beiden, ohne Frage. Eine Keyboardmelodie, einige Streicherelemente im Hintergrund und ein Neil Tennant, der uns erklärt "You’ve got a home here, call it what you want, you’ve got a home here to return to when you can’t face the world and you need some support to succeed" Haben wir nicht alle einen Platz an dem wir uns zurückziehen, eine Person, der wir uns anvertrauen, wenn wir Hilfe brauchen?? Genau das gibt er uns zu verstehen...

"The night I fell in love"
Das Lied beginnt sehr leise...dann setzt ein Bassdrum ein...die Gitarre spielt im Hintergrund und Neil Tennant startet seinen Gesang, von der Nacht, in der er sich verliebte. Oder vielleicht doch nicht er?? Man könnte annehmen, er singt aus der Sicht eines Groupie, der eine Nacht mit seinem Star verbringt. Seltsam?? Das beste kommt ja noch: der Groupie ist männlich. Mmmhhh, wie soll ich das jetzt auffassen?? Aber ehrlich der Text ist noch das beste am Lied. Musikalisch ist mir das einfach zu eintönig und bietet wenig Abwechslung. Aber trotzdem würde ich doch gern wissen, wie das mit dem Text gemeint ist. Wieder so ein typisches Pet Shop Boys Rätsel ...

"You choose"
Das klingt noch mal so richtig schön gitarrig. Percussions sind leise im Hintergrund zu vernehmen, die Gitarre spielt vor sich hin und die Melodie strömt ruhig dahin. Langsam und träumerisch. Und mal wieder großer Schmerz nach einer verlorenen Liebe. Aber die Erkenntnis aufzustehen und weiterzugehen: "Learn the lesson take the blows, you didn’t fall in love by chance, you chose. Play the sad songs sing the blues, you don’t fall in love by chance, you choose." Jaja, die Lektionen der Liebe (Lessons in love). Irgendwie animiert das immer wieder zu guten Liedern, oder zumindest zu hörenswerten ...


ANSPIELTIPPS

Bevor ihr euch irgendetwas anderes auf diesem Album anhört: "I get along" (ihr werdet mitsingen!)
Und dann natürlich "Home and dry" und die Mitleidshymne "Love is a catastrophe".

CD-INFOS

"Release" ist bei Parlophone Records erschienen und hat eine Spiellänge von 45 Minuten.
Mitwirkende Musiker, neben Neil und Chris, der schon erwähnte Johnny Marr (guitar), Jodie Linscott (percussion) und Steve Walters (bass guitar). Ist ja schon fast eine Rockband ;)
Das schwarz-weiße Booklet bietet alle Texte und eine Titelliste, sowie alle relevanten Producerinfos (das übliche eben). Die 4 verschiedenen Limited Editions habe ich schon erwähnt.


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FAZIT
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Mehr handgemachte Musik soll es sein. Nicht mehr nur diese Synthiemusik, richtige Gitarren und Schlagzeug. Halbwegs wurde das auch umgesetzt auf dem neuen Album "Release" von den Pet Shop Boys. Vor allem "I get along" klingt mehr nach dem sogenannten "BritPop" als nach Neil Tennant und Chris Lowe. Und trotzdem sind es wieder durchgehend einfach gestrickte Poplieder, mitunter mit seltsamen Texten ("The nigth I fell in love") und Neils bekannter Stimme. Ein Album das es sich lohnt anzuhören, ja das es sich sogar lohnt zu kaufen. Gute Laune versprüht es, Balladen hat es zu bieten und daher kann ich es nur jedem empfehlen.


=====
MEHR
=====

ÜBER DIE PET SHOP BOYS

www.petshopboys.co.uk.
Eindeutige Referenzseite mit allen erdenklichen Infos. Deshalb auch diesmal der einzige Surftipp meinerseits, denn hier bleiben wirklich keine Fragen offen ...
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Senilm

Samurais im Herbst kommen trocken nach Hause...

ein Testbericht von 2004-08-31 09:48:53 vom 31.08.2004
Empfehlung: ja
Hallo und Willkommen,

britische Bands gibts ja zuhauf...
und nicht gerade wenige davon können sich rühmen massgeblich Einfluss auf die Musikgeschichte genommen zu haben!

Ob das nun die SexPistols sind, The Cure oder etwa Oasis... ja da gäbs noch so einige zu nennen... wie z.B. auch die Pet Shop Boys !


I. DIE BAND

Die Bandgeschichte würde hier mal wieder den Rahmen total sprengen, deshalb nur kurze Infos über die Neil Tennant und Chris Lowe.

Die beiden trafen sich im August 1981 in London und formten, aufgrund ihrer gemeinsamen musikalischen Vorlieben eine Band.
1983 traf Lowe dann auf den Produzenten Bobby Orlando, welcher den beiden mit "West End Girls" in den USA einen Riesenhit verpasste... jedoch blieb die Single in ihrer Heimat Großbritannien jenseits der Chartsränge.
Erst nach dem Signing mit EMI wurde West End Girls 1985 neu aufgelegt .. und zu einem internationalen Erfolg !
Ihr erstes Album Majorlabelalbum "Please" stand 1986 weltweit in den Charts und selbst ihr zuvor veröffentlichtes Erstlingswerk "Opportunities ( Let`s make a lot of money )" wurde in der Neuauflage zum Verkaufsschlager.
Ihren Höhepunkt erreichte die Band 1987 mit "Actually" einer Platte die Welthits hervorbrachte... u.a. "It`s a sin", "What have i done to deserve this ?" ( einer meiner persönlichen Favoriten ) und "Always on my mind".
Der damals angesagte Synthiekeyboardsound sorgte zusammen mit der warmherzig, sehnsüchtig nasal klingenden Stimme von Tennant für Wohlgefühl in den Charts.
1988 folgte "Introspective" mit dem Hit "Domino Dancing" - und dann war plötzlich aus !
Die Pet Shop Boys zogen sich zurück - als Produzenten und auf Solopfaden !
Neil Tennant feierte mit der Band Electronic einen Solohit - was auch auf den Frontmann der Band zurückzuführen war - New Order Mitglied Bernard Summer.
1990 waren Sie dann plötzlich zurück - mit Harald Faltermeyer als Produzenten ! "Behaviour stand in den Läden und verkaufte sich dank dem Lebensgefühl vermittelnden "Being boring" grandios gut.
Mit dem 93er Album "Very" bewiesen Sie der Welt das Sie auch mit "anderen" Klängen hervorragende Musik machen können - "Go West" war der aus dieser Scheibe resultierende weltweite Mega-Erfolg.
"Bilingual" erweiterte 1996 den Horizont von Pet Shop Boys noch weiter... "Se a vida e" machte klar, daß die Jungs auch vor sonnengetränkten Latinoklängen keine Scheu haben.
Richtige Dancemusik das konnten die Pet Shop Boys schon immer... mit "Nigthlife" bewiesen Sie dies 1999 ihren Hörern noch einmal.
Nach diesem Album wurde erstmal kräftig am Musical der Beiden gearbeitet... "Closer to Heaven" so der Titel des Stücks entpuppte sich durchwegs als Erfolg beim Publikum und erhielt hervorragende Kritiken.
... doch heute möchte ich über "Release" schreiben, dem aktuellen letzten Monat veröffentlichten Album von den Pet Shop Boys.


II. DAS ALBUM

Eine rote Blume ziert mit Ihrer Blütenpracht das weisse Cover der CD.
Das Booklet ist informativ gestaltet und lässt keine Wünsche offen.

Mit "Home & Dry" eröffnet die Singleauskopplung das Album. Und schnell wird klar, daß wir doch nicht mit dem gitarrenbestimmten Sound zu rechnen haben, den die Jungs ankündigten.
Denn schon zu Beginn werden wir von harmonischen Synthies rhytmisch eingestimmt, ehe dann ein lockerer Beat die Tempoarbeit übernimmt. Mit Neil Tennants glasklarer Sehnsuchtsstimme verliert man sich wieder in der stillen Melodie des Songs. Ab und an kommt dann doch mal ein Gitarrenakkord leise zupfend zum Vorschein ohne jedoch merklich Einfluss zu nehmen. Zu schön die Harmonie der flächenebnenden Synthies und des soften Beats gepaart mit der hervorragenden Stimme von Neil Tennant.

Ein Piano stimmt uns harmonisch auf "I get along" ein - schnell sorgt auch hier das Schlagzeug wieder für melodische Rhytmusarbeit und Synthieklänge streicheln leise das Ohr - welches von der nasalen Stimmlage Tennant´s in Beschlag genommen wird. Streicher harmonisieren den Hintergrund, bevor dann der poppig, eingängige Refrain einsetzt. Der stimmige Gesang arrangiert sich hier besonders gut mit den motiviert aufspielenden Instrumenten.
Mit langanhaltender Stimme und eingängiger Stimmlage trällert Tennant den Refrain souverän ins Ohr des Hörers.

Erstmals kommt die Gitarre gleich von Beginn an zum Einsatz bei "Birthday Boy". Aber auch hier bleibt Sie auf dem harmonisch, zupfenden Akustiksektor zu Hause. Wogend breitet sich das Instrument langsam vor dem Hörer aus, genauso wie Neil Tennants langatmig, leicht beschlagen klingende Stimme. Das ganze klingt arg nach Weihnachtslied... ja nicht die Ruhe stören. Und genau das ist es was meiner Meinung nach dem Song die Atmosphäre total wegnimmt. Das wogend schleppende Tempo des Songs fährt sich zuschnell in der nasal weichen Stimmlage von Tennant fest... welcher schon von "Christmas Eve" singt! Nein, nicht wirklich gut...

"London" verwöhnt den Hörer auch wieder von Beginn an mit einer rhytmisch gestimmten Akustikgitarre und dem motiviert klingend, aber dennoch in erzählerischer Weise dargebotenen Gesang von Tennant. Schnell gesellen sich sphärisch wogende Synthies dazu, welche nach dem ersten leich überhöht gesungenem Refrain dann auch in tackernde Electrobeats übergehen. Diese bringen Tempo in den Titel und verleihen der Stimme von Tennant mehr Ausdruckskraft, darum ist dann später auch ein Piano hörbar bemüht. Dennoch kann mich persönlich der Refrain nicht so recht überzeugen - Tennant überdreht zu sehr, erhebt seine stimme doch arg stark! Die Vocodereinsätze im Mittelpart jedoch rechne ich als tollen Gimmick an.

Eine "E-Mail" erhalten wir von schnarrenden Gitarren angekündigt - die sich allerdings schnell von flächigen melodischen Synthies und einer rhytmischen Akustikgitarre ablösen lassen. Sanfte leicht latino-beschwingte Beats trollen sich um die Tennants weiche Stimmlage. "Send me an e-mail that says i love you"... um die Romantik noch zu erhöhen kommen auch Streicher im Hintergrund tragend zum Einsatz. Vor allem im Mittelpart schafft es dann noch ein Orgelartig klingender Ton sich neben Tennants Stimme zu gesellen.
"There´s a ghost in the house... hunting me tonight". Während Tennant sich sein Liebesfernweh von der Seele trällert klingt der Titel harmonisch aus...

Einer meiner persönlichen Albumfavoriten ist "The Samurai in Autumn". Ein brilliant von Synthies angetriebenes Electronic-Stück, das mit seinen wabernd, hämmernden Electro-Beats, weichen sphärischen Violinklängen und harmonischen Passagen locker leicht ins Ohr geht und erst durch einen sehr spät einsetzenden, dafür umso bedachter vorgehenden Tennant eine ganz besondere Atmosphäre erhält. Während die Beats eher hektisch tackern, gibt sich Tennant zurückgelehnt harmonisch - und säuselt mit seiner unverkennbaren Stimmlage "It is not as easy as it was or as difficult as it could be..." Stimmig !

Mit der Feststellung "Love is a catastroph" und melancholisch fiebrigen Gitarren leitet man uns in den siebten Titel ein. Harmonisch nimmt die Gitarre ihren Lauf und Neil Tennant gibt sich erschüttert "Love is a catastrophy - look what it`s done to me".
In erzählerischer Manier begibt er sich langsam über den Soundteppich der schleppend vom Schlagzeuger begleitet wird. Die Gitarren wandern ab und an mal ins elektronische Genre ab - verstärken damit aber nur die deprimiert, verhangene Atmosphäre.

"Here" klopft dann mit sanft, dumpfen Beatklängen und virtuos klimpernden Keyboard langsam an unser Gehör. Während sich Tennant mit seiner Stimme sofort im Gehörgang festsetzt um von dort an den rhytmisch, melodischen Elektroangriff zu starten.
Die leise vibrierenden Synthies im Vordergrund gesellen sich wunderbar mit den im Hintergrund flächendeckend sphärisch wogenden tieferen Synthesizerklängen zu einer wunderbaren Einheit die sich um Tennants Stimme schmiegt.

Mit "The Night I fell in love" verzaubert man uns zunächst mit leisen Bläsertönen, dann aber schnell mit arg poplastig klopfenden Electrobeats und sanften Gitarrenklimpereien. Der Beat klopft sich schnell über Tennants arg verweichlicht klingende Stimme, welche hier kaum in den Mittelpunkt rücken kann. Überhaupt verliert sich der Titel schnell im oberflächlichen Gesang von Tennant und den sanften Beats, denen es leider an jeglicher Abwechslung mangelt.

"You choose" ist der letzte Titel. Dieser belagert uns sofort mit Gitarrenromantik. Sanft gezupfte Töne die sich diesmal sehr gut mit Tennants langatmig, weicher Stimme vereinen. Ab und an überlässt Neil, dann Bläsern die atmosphärische Unterstützung des Songs, was diesen auch sehr gut gelingt. Richtig Stimmung kommt aber erst mit den motiviert, souveränen Bongotrommlern - die dem Titel sanft Schwung verleihen und auch Tennant`s Stimme etwas vorantreiben.


III. MEIN FAZIT

Wieder eines dieser Alben, das einen durchaus sehr guten Start hinlegt, dann aber leider schnell in ein paar Hänger fällt - die sich gegen Ende des Albums arg häufen.
Bei einer Anzahl von gerade mal zehn Songs auf dem Album ist dies leider nicht unbedingt eine Glanzleistung.

Dennoch haben es Lowe und Tennant wieder einmal bewiesen das Sie ein Gespür für gute Songs haben, auch wenn keiner dieser Songs wohl ein Hit werden wird, so ist jeder mit poppigen Melodien verhangen.
Vor allem "Home & Dry" und "Samurai in Autumn" gehören meiner Meinung nach zu den besseren Werken des Albums.

Ich vergebe gute drei Sterne!
Etwas mehr Motivation gegen Ende und die Jungs hätten ein Spitzenalbum abgeliefert - aber die brauchen sich ja selbst nichts mehr zu beweisen.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Klangqualität:Klangqualität von Release - Pet Shop Boys : 4,0 gut
Cover-Design:Cover-Design von Release - Pet Shop Boys : 3,0 mittelmäßig
Dieser Tonträger ist:mittelmäßig
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Produktbeschreibung Release - Pet Shop Boys

 
Allgemeine Informationen Release - Pet Shop Boys
gelistet seit: 10.09.2003
Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung: Kundenbewertung 3,50 / 5,00
Allgemeine Informationen
Tonträger-Typ: CD 
Genre: Rock / Pop 
Interpret: Pet Shop Boys 
Interpreten von A-Z:
Release - Pet Shop Boys im Vergleich

Preisverlauf für Release - Pet Shop Boys

Preisentwicklung Release - Pet Shop Boys

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