Nachdem ich ein Schreiben erhalten hatte, das ich zum schriftlichen Eignungstest geladen bin, um mich für meine gewünschte Ausbildung als Industriekaufmann zu qualifizieren, ging ich an dem Morgen zum Pförtner am Siemens-Gebäude in München, der Termin war um 08.30 Uhr. Dort wurde mein Name in einer Liste abgehakt und mir wurde gesagt wohin ich gehen musste.
Im Richtigen Gebäude angekommen, wurde ich auch schon von der Recruiterin empfangen. Es wurde noch mal kontrolliert, ob mein Lebenslauf etc. dort vorhanden ist und dann wurde ich in einen Raum gebeten. Dort saßen schon gut 20 andere und warteten ebenfalls wie ich auf ihren Test.
Wir wurden alle gemeinsam begrüßt und dann ging schon die Erklärung zum Test los.
Der Test bestand aus 4 Teilen. Mathematik, Logisches / Abstraktes denken, Textverständnis, Rechtschreibung / Grammatik.
Auf dem Tisch lagen 2 Bleistifte, ein Radiergummi und ein weißer Zettel.
Wir bekamen einen Zettel wo wir noch mal unsere Daten ausfüllen sollten.
Und dann gab es zu den 4 einzelnen Themengebiete je ein Zettel für die Lösungen und ein Heft mit den Aufgaben.
Ich fand es sehr positiv, dass wir immer 3 – 5 Aufgaben als Übung gemacht haben und kontrolliert wurde, dass wir die auch richtig hatten damit wir die Aufgabe auch verstanden hatten.
Die ersten Aufgaben hatten also etwas mit Mathematik zu tun – nun ja mehr oder weniger. Worauf es ankam waren verschiedene Textaufgaben für die man aus Tabellen richtig ablesen können musste, Prozentrechnung und Dreisatz waren auch hilfreich.
Es waren also nicht Aufgaben die man in der Schule machen würde sondern eher solche wo man Verständnis für brauchte.
Eine Frage war z.B. aus einem Säulendiagramm ablesen in welchem Monat im Vergleich zum vorherigen der höchste Prozentuale Gewinnzusatz erzielt wurde.
Zu jeder Frage gab es 4 verschiedene Antworten die man auf dem Antwortzettel ausmalen musste. Ausmalen? Richtig. Einfach nur ankreuzen geht leider nicht denn der Zettel wird auch maschinell gelesen sodass man das „runde Kästchen“ komplett ausmalen musste.
Das kann echt nervig werden nach einiger Zeit.
Der 2. Bereich war Logisches denken und Kombinatorik.
Es gab verschieden Symbole und nach jedem Symbol gab es ein oder 2 Anweisungssymbole die auf dem Materialienblatt erklärt waren. Unter anderem bewirkten sie z.B. das Tauschen mit dem vorherigen oder nächsten Symbol, das drehen (wagrecht oder senkrecht) das Löschen des nächsten / vorherigen, das ignorieren des vorherigen / nächsten Befehls, sortieren auf verschieden Arten.
Diese Aufgaben sind wie die anderen auch am Anfang sehr leicht und werden immer anspruchsvoller.
Man hat immer eine begrenzte Zeit die gestoppt wird und danach ist Abgabe der Teilaufgaben.
Es gibt aber sehr viele Aufgaben, sodass man nicht unbedingt alle beantworten kann. Möglich ist das wohl schon aber die wenigstens schaffen dies. Es wird also auch nicht erwartet, alle Fragen zu bearbeiten.
Beim Textverständnis gab es verschiedene kurze Texte mit je 4 Aussagen. Man musste nun möglichst rasch entscheiden ob die Aussagen richtig oder falsch sind oder ob man sie aus dem Text heraus nicht lesen kann.
Hierbei fand ich bei 2 Aufgaben 2 Antworten richtig, weil sie zwar nicht wortwörtlich im Text standen, es aber die einzige logische Schlussfolgerung gewesen wäre.
Was jetzt richtig ist wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Der 4. und damit auch letzte Teil bestand aus Lückentexten. Jeder Satz hatte 2 Lücken und man musste aus 5 verschiedenen Schreibweisen oder manchmal auf Wörtern wählen, die in die Lücken passen. Also für jemanden der keine Rechtschreibschwäche hat eigentlich keine so schwere Aufgabe. Es sind einige Tücken dabei gewesen aber nichts richtig Gemeines.
Alles in allem fand ich den Test nicht unbedingt sehr schwer wenn man sich darauf konzentrieren konnte.
Ich habe vorher schon mal im Internet ein paar Test dieser Art gemacht (Focus bietet einen sehr umfangreichen online an) und für mich war das schon hilfreich, damit ich ein bisschen wusste was auf mich zukommen würde und ich nicht in einer ganz neuen Situation war.
Nach dem Test kam nach 2 Tagen schon ein Schreiben, dass ich es geschafft hatte. Einen Tag später dann die Einladung zum Gruppenauswahlverfahren worüber ich hier schreiben werde wenn ich es absolviert habe.
Dieser Bericht sagt noch nichts über die Ausbildung aus, sondern nur über den Weg dorthin. Ich habe leider keine andere Kategorie gefunden weiß aber aus eigener Erfahrung das auch die Bewerbung selber nicht leicht ist und ich auch viel darüber im Internet gesucht habe und froh war, als ich etwas gefunden hatte. Das nimmt einem auch die "Angst" vor dem Test.
Einige Informationen zur Ausbildung.
Die Ausbildung als industriekaufmann (Stammhauslehre in München) hat das Abitur zur Vorraussetzung und dauert 2 Jahre. Während dieser Zeit werden Zusatzseminare angeboten: BWL-Planspiel, Business English Kurs in London, Kommunikationstraining, PC-Standartsoftware, Präsentation, Produktschulung, Projektmanagement, Prozessmanagement, Qualitätsmanagement und Marketing, Teamentwicklung)
Diese für 2 Jahre relativ vielen Angebote hören sich schonmal nicht schlecht an.
Nach der Ausbildung bekommt man in der Regel 1 Jahr Beschäftigungsgarantie bei Siemens. Wobei ich denke dass man mit einer Asubildung bei Siemens keine so schlechten Karten hat wenn man sich in einem anderen Betrieb bewerben möchte.
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