Animositisomina - Ministry
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Animositisomina - Ministry

 von Sony
Platz 2737 in der Kategorie "CDs: Musik aller Interpreten". Tonträger-Typ: CD / Genre: Industrial Metal / Interpreten von A-Z: M / Erscheinungsdatum: 17. Februar 2003 Stil: Industrial Metal ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 2,00 / 5,00 (2.0 von 5)

Animositisomina - Ministry Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

hlemmur

Never Trust A Junkie

ein Testbericht von 2004-10-06 15:38:09 vom 06.10.2004
Empfehlung: nein
Vorteile: Die letzten paar Songs ...
Nachteile/Kritik: Retro-Produktion, die restlichen Songs
Ich verehre Ministry – zumindest ihre Neunziger-Phase. Auch wenn die Band, bzw. das Projekt um Berufsjunkie Al(ien) Jourgensen und Monsterbasser Paul Barker es in diesen zehn Jahren nur auf drei Alben brachte, so ist doch jedes für sich ein absoluter Klassiker. Da hätten wir zum einen das Soundmassaker „Psalm 69: The Way To Succeed And The Way To Suck Eggs“ mit seinen drei übergeordneten Single-Hits „Just One Fix“, „Jesus Built My Hotrod“ und „N.W.O.“, die eigentlich jeder kennen müsste, der sich, sei es auf MTV oder VIVA, eine Metalsendung in den Neunzigern reingezogen hat. Dann meinen absoluten Favoriten, gleichzeitig mit das umstrittenste Ministry-Album: „Filth Pig“. Ein Koloss an selbstzerstörerischer Atmosphäre voll Hass, Ironie und Modergeruch. Ein Album so böse wie ein zäher, feurig heißer Lavabrocken, während er ein kleines Kind unter sich begräbt. Auf diesem Album ist jeder Song ein Manifest an Boshaftigkeit. Zwischendrin: Das wunderschöne (!) Bob Dylan-Cover „Lay, Lady, Lay“. Ende der Dekade kam das verspielte, harte “Dark Side Of The Spoon”, welches mindestens genauso sperrig, wie sein Titel tönt. Nach kurzer Eingewöhnungsphase verströmt allerdings auch diese Scheibe eine verdammt hohe Qualität. Der Hit-Charakter von „Psalm 69“ trifft auf „Filth Pig“ – abgeschmeckt mit einer großen Prise Experimentalität. Nur geil.

Mit „Animositisomina“ mussten sich Ministry also erstmals im neuen Jahrtausend beweisen. Und versagten kläglich. Wahrscheinlich ging es Al Jourgensen einfach zu gut, als er sich mit seinem Kumpanen Barker an die Arbeit machte. Es ist schließlich ein offenes Geheimins, dass Al jahrelang an der Nadel hing und dem Teufel oft genug von der Schippe gesprungen ist. Laut eigenem Bekunden ist Al inzwischen wieder clean und erfreut sich bester Gesundheit (das merkt man auch daran, dass der Gute inzwischen richtig fett geworden ist – das Skelett welches in den Neunzigern die Ministry-Gigs bestritt ist also Geschichte...), was sich wohl letztlich eben zu sehr auf „Animositisomina“ ausgewirkt hat. Das Album ist für meinen Geschmack viel zu positiv ausgefallen. Das passt gar nicht zu Ministry. Außerdem versuchen die Jungs irgendwie einen auf Retro zu machen, was ordentlich in die Hose geht. Einerseits wollen sie wieder Hits, wie auf „Psalm 69“ schreiben, andererseits versuchen sie sich an den Stil, den sie Ende der Achtziger auf „Mind Is A Terrible Thing To Taste“ und „The Land Of Rape And Honey“ fabrizierten, anzubiedern. Aber: Wir haben nunmal 2003 – und da braucht die Welt den verdammt nochmal abgefucktesten Ministry-Output, den man sich vorstellen kann. Und nicht ein quietschvergnügtes Industrial-Album, welches in gewisser Hinsicht sogar Hoffnung versprüht. Bezeichnend: Das Magazine-Cover „The Light Pours Out Of Me“. Klar klingt es interessant, wenn Ministry das Ding durch den Fleischwolf drehen, aber es passt nunmal null zu dem verwaschenen, monotonen Sound, den die Band sonst pflegt.

Mit dem Opener „Animosity“ ist eigentlich schon alles gesagt. Anstatt an die Hassbatzen-Opener der letzten beiden Scheiben anzuknüpfen („Reload“ und „Supermanic Soul“), versuchen Ministry einen richtigen Hit in der Tradition von „N.W.O.“, „Thieves“ oder „Stigmata“ abzuliefern. Und scheitern kläglich. Vorallem die absichtlich auf alt gemachte Produktion nimmt dem Song jegliche Energie. In meinen Ohren klingt der Sound, wie wenn die Boxen Schnupfen hätten. Obwohl die Scheibe natürlich wieder von Al und Paul unter den Pseudonymen Hypo Luxa und Hermes Pan selbst produziert wurde. Doch auch bei den folgenden Songs schaffen es Ministry nicht, gute Songs abzuliefern. Da klingt irgendwie alles mau, faul, alt und muffelig. Keine zwigende Songidee, keine böse Atmosphäre, die damit droht dich aufzufressen. Gar nichts. Da frage ich mich als Fan doch wohl zurecht: Was soll das? Wo sind die songschreiberischen Fähigkeiten der Jungs (naja, beide gehen schnurstracks auf die 50 zu. Sollte ich vielleicht dreckige, alte Männer sagen?) geblieben? Ist das wirklich die gleiche Band, die Perlen, wie „Crumbs“, „Dead Guy“, „Useless“ oder „Vex And Siolence“ geschrieben und eingespielt hat? Wie sagt der Schwabe so schön: The Truth hurts.

Erst gegen Ende rappeln sich Ministry. Der aggressive Ausbruch in dem sonst so schleppenden „Shove“ lässt richtig aufhorchen und erinnert fast schon an alte Zeiten. Danach kommen die tonnenschweren Highlights, die „Animositisomina“ letztlich doch noch als Ministry-Album rechtfertigen: Das rund 8-Minütige „Impossible“, welches wie ein fahrender Zug wirkt, der nicht anhalten kann. Kein Wunder, dass Al anscheinend drei bis vier verschiedene Version von dem Song in der Schublade hat, die mit Spielzeiten zwischen drei und vierzehn Minuten gesegnet sind. Vielleicht wäre die Extended-Version noch geiler gewesen, aber mit den acht Minuten hat Al schonmal nichts falsch gemacht. Jawoll, das ist die berühmte Ministry-Monotonität, die richtig Spass macht. Doch das Niveau bleibt hoch: „Stolen“ ist ebenfalls ein Göttersong. Verzerrt, kaputt und richtig unterhaltsam. Sollte dieser verzerrte Soundbrei, der irgendwann Ende des Songs ertönt, wirklich ein Saxophon-Solo sein (so deute ich das zumindest), dann hat sich Al einen großen Stein in mein Brett (ähm) zurückgespielt. Geil. Der rund 9-Minütige Abschluss „Leper“ ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern, auch wenn man aus diesem Gebilde meiner Meinung nach schon noch etwas mehr hätte machen können. Trotzdem: Ein versöhnlicher Abschluss einer allenfalls durschnittlichen Platte.

Tja, also so wird das nichts mit uns, liebe Ministries. Auch wenn viele (ältere) Fans wohl aufatmen werden, dass sich ihre Götter von den irren, verdammt nosigen Klängen der letzten paar Alben wieder verabschiedet haben. Doch trotzdem kann es nicht in ihrem Sinn sein, dass uns Ministry dafür jetzt mit halbgaren Songs abspeisen? Oder etwa doch? Keine Ahnung. Mir ist es jedenfalls ein Rätsel, dass es soviele positive Stimmen zu dem Album gibt. Ich bleib dabei: „Animositisomina“ ist ein Schuss in den Ofen. Und zwar ein ganz Gewaltiger.

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MINISTRY - Animositisomia
(Mayan/Sanctuary, 2003)

01. Animosity
02. Unsung
03. Piss
04. Lockbox
05. Broken
06. The Light Pours Out Of Me
07. Shove
08. Impossible
09. Stolen
10. Leper
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 2,00 / 5,00 2
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Klangqualität:Klangqualität von Animositisomina - Ministry  von Sony: 4,0 gut
Cover-Design:Cover-Design von Animositisomina - Ministry  von Sony: 4,0 gut
Dieser Tonträger ist:einer der schlechteren des Künstlers
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Kommentare
Connector
Connector, 02.03.2006
Danke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
Hoffi
Hoffi, 02.03.2006
SH gruß Dominik -
Rym2210
Rym2210, 04.03.2006
sh
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Produktbeschreibung Animositisomina - Ministry von Sony

Technische Daten und Produkteigenschaften
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2003 Stil: Industrial Metal
Allgemeine Informationen Animositisomina - Ministry
gelistet seit: 04.10.2004
Hersteller: Hersteller: SonySony, www.sony.de
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Produktbewertung: Kundenbewertung 2,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Interpreten von A-Z:
Tonträger-Typ: CD 
Genre: Industrial Metal 
Interpret: Ministry 
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