Platz 404 in der Kategorie "Science Fiction Filme". Altersfreigabe (FSK): 16 / System: VHS Videofilm / Genre: Science Fiction / VHS
In der nahen Zukunft gibt es keine Kriege mehr, sondern Rollerball. Jonathan ...mehr
Watergate und Vietnam, die „Ölkrise“ und die 68er-Bewegung – das alles war noch so nah, als Norman Jewison („In der Hitze der Nacht“, 1968; „Hurricane“, 2000) 1975 „Rollerball“ drehte. Die amerikanische Gesellschaft stand vor einem Scherbenhaufen, ohne dass das wirklich jemand zugeben wollte. Man wälzte sich in „Vergangenheitsbewältigung“ der speziellen Art: man blickte „einfach“ in die Zukunft. William Harrisons Geschichte einer nicht allzu fernen zukünftigen Gesellschaft zeichnet unsere Welt als eine von einer Handvoll mächtiger Konzerne beherrschte, repräsentiert durch Rollerball, einen „Sport“, in dem es mehr als hart zur Sache geht.
Jonathan E. (James Caan) ist der Held dieses Sports, einer Mischung aus Motorradsport, Pinball und Skating, gespielt in einer Arena vor tosendem Publikum, weltweit übertragen durch die Medien. Nicht nur Jonathan, alle Menschen dieser Welt sind „versorgt“; der Konsum ist zum Lebensinhalt geworden. Alles erinnert an eine moderne Variante von Brot und Spiele. Frauen werden den Spielern „zugeteilt“, sind zur Ware verkommen. Mackie (Pamela Hensley) wurde Jonathan einst zugeteilt, dann ihm auf Befehl eines der Konzernchefs, Bartholomew (John Houseman), wieder weggenommen, ersetzt durch Daphne (Barbara Trentham) und Ella (Maud Adams).
Jonathan spielt „sein“ Spiel. Als Skater neben den Motorradfahrern des Houston-Teams greift er nach der Kugel, die in eine Art Tor geworfen werden muss, das sich am Rand der Arena befindet. Fouls sind an der Tagesordnung, und nur schwere Fouls werden bestraft. Gegner werden vom Motorrad geholt, umgeworfen, verprügelt. Noch wachen Schiedsrichter darüber, dass die Spiele nicht völlig ausarten. Als Moonpie (John Beck) zum Houston-Team stößt, scheint die Mannschaft unschlagbar.
Dann allerdings passiert etwas Merkwürdiges. Bartholomew fordert Jonathan auf, sich aus dem Sport zurückzuziehen. Gründe nennt er ihm nicht. Teamchef Rusty (Shane Rimmer) ist Jonathan keine Hilfe, um gegen diese Entscheidung zu protestieren. Protest gibt es in dieser Gesellschaft der Gleichgültigkeit, des ewig Gleichen, sowieso nicht. Man hat zu akzeptieren, was die Konzerne entscheiden. Man folgt. Die Frage irgendeines Widerspruchs taucht erst gar nicht auf. Nur Jonathan will nicht verstehen, warum er als Champion des Rollerballs aufgeben soll. Er forscht nach, begibt sich in eine von Computern gesteuerte Bibliothek des „Weltwissens“, will wissen, wie die Konzerne zu ihren Entscheidungen kommen. Aber er findet nichts.
Jonathan E. spielt weiter – gegen die Anweisungen von Bartholomew, der inzwischen in Absprache mit den anderen mächtigen Konzernen entschieden hat, dass bei einem Spiel in Japan Regeln außer Kraft gesetzt werden: Fouls werden nicht mehr bestraft, die Spielzeit wird nicht begrenzt. Die Folgen dieser Anweisung sind offensichtlich: Es wird gespielt, bis nur noch einer übrig bleibt. Jonathan E. spielt mit – ein Spiel auf Leben und Tod.
Die Welt, die Jewison uns zeigt, unterscheidet sich in ihrem Äußeren kaum von unserer Realität. Man ist nicht anders gekleidet, die Städte sind wie unsere Städte, alles scheint unsere Welt zu sein. Man spürt deutlich die Verzweiflung, Hilflosigkeit und Enttäuschung einer Zeit, die in der Inszenierung in eine Welt der Ignoranz, des kalten Machtdenkens und der Skrupellosigkeit mündet. Jonathan E. erscheint als jemand, der dies spürt, der die Selbstverständlichkeit eines gleichgültigen, beliebigen Lebens, das eher einem Dahinvegetieren gleicht, in Frage stellt. Jewison
und Harrison setzen dieser korporierten, im wahrsten Sinn des Wortes „un-ethischen“ Welt das Individuum entgegen, das seine Individualität erkennt, sich aber nur wehren kann, indem es das Spiel weiterhin mitspielt. Jonathan bleibt nur der einsame Weg durch das Spiel, um es als einziger zu gewinnen.
Das alles bedeutet nicht die Predigt eines obskuren und oberflächlichen, fast möchte man sagen egozentrischen Individualismus, wie sie in so vielen Filmen späterer Jahre gepflegt wurde. Jonathan E. ist eher jemand, der ein zunächst nur unbestimmbares Gefühl dafür hat, dass in dieser, auch seiner Welt etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Er entdeckt die ethischen Momente der Menschheitsgeschichte wieder, über die Rebellion – und kann dies trotz allem nur, indem er sich den Regeln der Konzerne für das regellose Spiel aussetzt: ein bedrückendes Finale steht am Ende des Films.
Man vergleiche in dieser Hinsicht Jewisons Film mit dem „Remake“ von John McTiernan aus dem Jahre 2002. Bei McTiernan dreht sich alles ins Gegenteil, er versetzte die Geschichte nach Russland und Kasachstan und predigte eine dummdreiste Welt der Gleichgültigkeit und Gewalt – wohl einer der schlechtesten Filme aller Zeiten.
Wertung: 9,5 von 10 Punkten.
Rollerball
(Rollerball)
USA 1975, 129 Minuten
Regie: Norman Jewison
Drehbuch: William Harrison
Musik: Tomaso Albinoni, Johann Sebastian Bach, Dimitri Schostakovich, Pjotr Ilyich Tchaikovsky
Director of Photography: Douglas Slocombe
Schnitt: Antony Gibbs
Produktionsdesign: John Box, Robert W. Laing
Hauptdarsteller: James Caan (Jonathan E.), John Houseman (Bartholomew), Maud Adams (Ella), John Beck (Moonpie), Moses Gunn (Cletus), Pamela Hensley (Mackie), Barbara Trentham (Daphne), Shane Rimmer (Rusty, Trainer), Burt Kwouk (japanischer Arzt), Nancy Bleier (Frau in der Bibliothek), Robert Ito (Ausbilder Houston-Team), Ralph Richardson (Wissenschaftler in der Bibliothek)
Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0073631
ein Testbericht von klukklukkluk2004-01-23 20:02:00vom 23.01.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Gute Actionszenen...Nachteile/Kritik: Einige langatmige Dialoge
Dieser Bericht bezieht sich auf die VHS Version des Warner Home Video Label
Story :
Im Jahr 2018 hat sich die Gesellschaft grundlegend verändert. Es sind nicht mehr die Politiker, die regieren, vielmehr haben einige Konzerne die Macht an sich gerissen. Um den Menschen ein Ventil für ihre Aggressionen zu bieten, haben die Konzerne ein Spiel ins Leben gerufen, dass genau so unterhaltsam wie brutal ist.
„Rollerball“ wird in einer überdachten Sportarena gespielt, auf deren Bahn sich Motorräder und Männer auf Rollschuhen duellieren. Sie versuchen alles, um einen Ball in das dafür vorgesehene Tor zu bringen. Star des Spiels ist, der in die Jahre gekommene, Jonathan E., der von unvorstellbaren Menschenmengen bejubelt wird. Allerdings bejubeln ihn die herrschenden Konzerne nicht unbedingt, sie sehen ihn aufgrund seiner zunehmenden Popularität sogar als Gefahr. Daher wird ihm ans Herz gelegt, sich aus dem Sport zurückzuziehen.
Eigentlich ist es für die Menschen im Jahre 2018 üblich, die Entscheidungen der Konzerne zu akzeptieren, Jonathan beugt sich der Anweisung allerdings nicht. Auch nicht als die Regeln der Spiele immer lockerer werden und es zu ersten Todesfällen kommt. Jonathan zieht sein Ding durch und will sogar das Finale spielen, dass nur ein Spieler überleben wird...
Technische Daten zum Film :
Originaltitel : Rollerball
Darsteller : James Caan, John Houseman, Maud Adams
Regie : Norman Jewison
FSK : 18
Drehland und Jahr : USA 1975
Filmlänge : ca. 123 Minuten
Meine Meinung :
„Rollerball“ ist ein Film, der seinerzeit für Aufregung sorgte, da er gewaltverherrlichende Elemente besitzen sollte, was auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Es geht schon ganz schön zur Sache und Opfer gibt es genug, doch im Vergleich mit heutigen Filmen bleibt er eine wirre Zukunftsvorstellung, die allerdings nicht ohne Aussagekraft ist. Es werden dort die mächtigen Konzerne kritisiert, die zwar dafür zuständig sind dass alle materiell versorgt sind und keinen Hunger leiden müssen, sie sind aber auch Schuld daran, dass keine rechte Lebensfreude unter den Erdbewohnern aufkommen will. Aber dafür gibt es ja den Katalysator, dass Rollerballspiel, welches eigentlich aufgrund seiner Härte verachtet werden sollte, aber dennoch geliebt wird, da halt nichts anderes da ist.
Allerdings ist diese Gesellschaftskritik auch nicht allzu ernst zu nehmen, da sie doch sehr bizarr dargestellt wird. Seltsame Klänge und schräge Farben erinnern etwas an Fulcis Frühwerk „Die Schlacht der Centurions“, ein Film, der nicht gerade für den hohen Berühmtheitsgrad des verstorbenen Horrorkultregisseurs beigetragen hat. Und zudem wird bei „Rollerball“ schnell ersichtlich, dass der Streifen wirklich schon sehr alt ist.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Actionszenen, die sich allesamt in der Sportarena abspielen, äussert sehenswert und sehr unterhaltsam sind. Trotz das dem Werk Gewaltverherrlichung nachgesagt wurde gibt es für Splatterfans so gut wie nichts zu sehen. Meist sieht man nur wie jemand umgeknallt wird und dann die drei Lichter hinter seinem Namen, auf der Anzeigentafel, ausgehen. Stunttechnisch ist allerdings alles in Ordnung und Freunde von Motorradkloppereien werden ihre helle Freude haben.
Leider gibt es aber auch einen Kritikpunkt bei „Rollerball“ und dieser ist gar nicht mal so unbedeutend. Es gibt nämlich einige sehr dialoglastige Szenen, die anfangs
zwar noch ganz interessant sind, dann aber ein wenig nerven. Zum Glück werden diese aber immer wieder von den Spielen unterbrochen und nach dem furiosen Finale sagt sowieso niemand mehr was...
„Rollerball“ ist sicherlich ein empfehlenswerter Film, wenn er auch über einige Szenen verfügt, die einen übers Einschlafen nachdenken lassen. Aber wer genug vom Gebrabbel hat, der kann sich ja von Actionszene zu Actionszene spulen...
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Produktbeschreibung Rollerball (VHS)
Technische Daten und ProdukteigenschaftenVHS
In der nahen Zukunft gibt es keine Kriege mehr, sondern Rollerball. Jonathan E (James Caan) ist der Beckenbauer dieser spektakulären Gladiatorensportart, doch weil er mit regimekritischen Gedanken nicht hinter dem Berg hält, soll er sterben. Pessimistische Zukunftssatire von Regiemeister Norman Jewison ("Cincinnatti Kid"). Die Aufnahmen aus der Rollerball-Arena entstanden im seinerzeit höchst futuristisch wirkenden Olympiagelände zu München.
Allgemeine Informationen Rollerball
EAN: 4045167002647
gelistet seit: 12.10.2004Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Film / Kino-Daten
Darsteller: James Caan , John Houseman , Maud Adams
Genre: Science Fiction
Kategorie: Spielfilm
Land / Jahr: USA 1974
Originaltitel: Rollerball
Altersfreigabe (FSK): 16
Regie: Norman Jewison Video / DVD-Daten
Anbieter (Label): Sony Pictures (MGM/UA)
Sprache: Deutsch
Auslieferung: 07.03.2002
EAN-Code: 4045167002647
System: VHS Videofilm
Vertrieb: Sony Pictures
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