ein Testbericht von Leoxa2007-03-09 20:21:03vom 09.03.2007Empfehlung: ja
Vorteile: einfache Handhabung...Nachteile/Kritik: Staubabsaugung nicht sehr effizient
Umgangssprachlich wird der Bosch PSM 160 A auch gerne als Multischleifer bezeichnet, wahrscheinlich wegen den Sonderschleifzubehören (Lamellenschleifvorsatz / Schleifzunge flach / Schleifzunge oval), die man separat erwerben kann.
Ich habe mich für den Kauf des PSM 160 A entschieden, da ich meine Kommode auf Vordermann bringen möchte. Die üblichen Schwingschleifer sind zu groß, ein Deltaschleifer definitiv zu klein – ich möchte ja auch fertig werden. Mit seinen 1,4 kg Gewicht, ist er auch von Frau gut zu bedienen.
Hersteller:
Robert Bosch GmbH, Power Tools Sivision, 70745 Leinfelden-Echterdingen
Technische Daten:
Nennaufnahme: 160 W
Schwingzahl: 24.000 min-1
Schwingkreis-Ø: 1,6 mm
Schleiffläche: 104 cm²
Maschinengewicht: 1,4 kg
- Komfortable Einhandbedienung dank ergonomischem Design und Softgrip
- Eingebaute Staubabsaugung und Bosch-Microfiltersystem
- Kletthaftung der Schleifplatte für einfachen Schleifblattwechsel
- Dreieckige Platte für alle Anwendung: Kanten/Ecken/ Flächen
- Vorderer Teil der Schleifplatte ist dank SDS abnehmbar um weiteres Zubehör anzubringen
- Vorderer Teil der Platte lässt sich in drei Positionen drehen und bietet so eine längere Standzeit des Schleifpapiers
Preis:
ca. 69,90 Euro
Verpackung auf, los geht’s – natürlich erst mal die Bedienungsanleitung lesen! Hier fällt positiv auf, dass die Anleitung (über 4 Seiten) übersichtlich und verständlich gestaltet ist. Dank der sehr guten Abbildungen sind die Handgriffe schon selbsterklärend.
Nachdem die gute Kommode ins Wohnzimmer gestellt wurde und ich die Schleifblätter (Körnung 40) auf das Klettgewebe aufgebracht hatte – geht übrigens kinderleicht – brauchte ich nur noch die Staubbox (also das Microfiltersystem) anbringen. Gerät angeschaltet und los ging der Spaß.
Die Lautstärke ist akzeptabel – schließlich wird hier ja gearbeitet. Die ersten drei Minuten dachte ich, dass sich wenig tut und war verunsichert, aber dann kam der Durchbruch. Das Holz blitzte unter der roten Farbschicht hervor und spornte zum Weiterarbeiten an. Es dauerte nicht allzu lange, bis ich das Gröbste abgeschliffen hatte. Nun wurden nur noch schnell die Schleifblätter auf Körnung 120 gewechselt und die Oberfläche Fein glatt geschliffen.
Nachdem die Oberseite schön abgeschliffen wurde, hatte ich mir eine Pause verdient und sah die nicht so schöne Bescherung. Überall – schön verteilt – Staub über Staub. Schnell die Microfilterbox vom Gerät entfernt und nachgeschaut. Dort war leider nicht sehr viel Staub drin – konnte ja auch nicht, da alles schön im Wohnzimmer verteilt war.
Na gut, man lernt daraus: Schleifarbeiten immer in geeigneten Räumen durchführen, auch wenn man glaubt, dass eine Staubbox irgendeinen Nutzen hat. Hier gibt es übrigens laut Bedienungsanleitung noch einen Absaugadapter sowie einen Absaugschlauch für den Staubsauger als Sonderzubehör extra zu erwerben. Allerdings sei darauf hinzuweisen, dass der Staubsauger für den zu bearbeitenden Werkstoff geeignet sein muss. Brandgefahr!
Nun – nachdem eh schon alles zu spät war – nahm ich lustig die Seitenteile der Kommode in Angriff. Laut Hersteller reicht die Spitze leicht in Ecken und Kanten. Gut, das funktioniert gerade bei dieser Kommode nicht so (siehe Fotos) aber ich will nicht meckern. Das bisschen bekomme ich auch mit der Hand weg geschliffen. Da das Kopfholz die Farbe mehr aufgenommen hat, ist auch hier das Runterschleifen langwieriger und noch nicht abgeschlossen.
Fazit:
Sehr gute Schleifergebnisse an leicht zugänglichen Stellen. Das Arbeiten mit der Schleifmaschine ist sehr leicht, klappt zügig und macht
wirklich Spaß. Ecken müssen bei meiner Kommode mit der Hand nachgeschliffen werden. Die Microfilterbox bietet mir nicht den gewünschten Staubschutz – darauf sollte man sich einstellen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut und ich würde sie mir jederzeit wieder kaufen.
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Feinschliff
ein Testbericht von Tut_Ench_Amun2009-05-19 21:03:24vom 19.05.2009Empfehlung: ja
Vorteile: - Vielseitig
- Handling
- Integrierte Staubabsaugung
- Ergonomie...Nachteile/Kritik: - Zubehörpolitik Boschs
- Saugleistung des Staubfangs schwächlich
Bei steigenden Temperaturen nimmt auch der Schaffensdrang Merkwürdens überproportional zu. Schon lange harren diverse Aufgaben im Pyramiden-Keller sowie dem Tempelgarten ihrer Erledigung. Etwa die schon recht gammelige Holzbank, welche die Göttergattin zum nächsten Festbankett gerne den heuschreckengleich einfallenden Grillwütigen als vorzeig- und bedenkenlos verwendbare Sitzgelegenheit anbieten würde. Natürlich obliegt diese hehre Mission Papa Pharao und seinen magischen Gerätschaften. War ja klar - wem auch sonst? Sklavenhaltung ist ja heute doch ein klitzekleines Bisschen verpönt. Na denn der gefühlt 20 Zentimeter dicken Farbschicht stolz erhobenen Hauptes und Schwingschleifers zu Leibe gerückt.
Der Bosch PSM 160A ist die leistungsfähigere Variante (160 Watt – daher die Bezeichnung) der beiden größeren Dreiecks-Schleifer aus dem Modellangebot des Herstellers. Das in typischem Grün von Bosch gehaltene Werkzeug ist für Ein- sowie Zweihandbetrieb ausgelegt und wurde eben wegen des daraus resultierenden Handlings und auch der relativ schnellen Einsatzbereitschaft seinerzeit gekauft. Die Vielseitigkeit aufgrund der sehr speziellen Form seiner Schleiffläche (der Vergleich mit einem Bügeleisen drängt sich unweigerlich auf) nicht zu vergessen. Als UVP für die Standardvariante gibt Bosch rund 60 Euro vor, den die meisten Baumärkte tatsächlich auch dafür verlangen. Zum Glück gibt es ja auch noch die große Auktions-Plattform mit dem E vor dem Bäh.
Das Köfferchen mit dem Multischleifer enthielt für knapp 45 Euro auch noch einen extra Satz des speziellen (Klett-)Schleifpapiers. Normal sind im Lieferumfang nämlich lediglich 5 Schleifpads enthalten, dieses Sonderangebot beinhaltete jedoch gleich noch einmal 25 Stück zusätzlich – gemessen an einem Einzelpreis von 8 Euro für einen 4er-Satz ein beträchtlicher Mehrwert. Die Schleifpads teilen sich hierbei in zwei Kategorien auf: Red/Rot = Wood/Holz, White/Weiß = Paint/Farbe. Beide Körnungen sind P80, wobei die weißen Pads aber rein subjektiv etwas grober strukturiert erscheinen. Die komplette Pad-Bestückung ist zweiteilig, sie besteht aus einem dreieckigen (Vorder-)Teil und einer mehr rechteckigen hinteren Sektion.
Das vordere Schleifpad kann zur besseren Ausnutzung und damit verbundenen Standzeiterhöhung bei Bedarf 3 Mal um je 120 Grad weiter gedreht werden. Dank Klett, eine sehr simple und fixe Angelegenheit. Dieser Teil des Gerätes auch der am stärksten beanspruchte. In beide gummigelagerten Schwingplatten sind Öffnungen eingelassen, durch welche anfallender Schleifstaub nach hinten in einen separaten Behälter gesaugt wird. Dieser ist mit einem feinporigen Mikrofilter ausgestattet, sodass möglichst wenig des zwangsläufig anfallenden Staubes in die umliegende Gegend gelangt und dabei ziemlich viel versaut – unter anderem auch die Lungen das Arbeitenden selbst und natürlich der eventuell umstehenden Gaffer.
Das Filterelement braucht eigentlich nie ausgetauscht werden. Ein Ausklopfen das Staubfangs reicht für gewöhnlich, gegebenenfalls kann man mit Druckluft nachhelfen. Der kleine Behälter lässt sich im Übrigen sehr leicht vom Gerät trennen, aufklappen und entleeren. Wer es fast vollkommen staubfrei haben möchte und/oder muss, die geräteeigene Sogwirkung ist - nebenbei bemerkt - vergleichsweise schwachbrüstig, für den sieht Bosch einen Adapter (nicht im Lieferumfang) vor, mit dem man sämtliche Staubsauger an den PSM andocken kann. Der serienmäßige Behälter entfällt dann dadurch. Apropos Sonderzubehör: Die Schwingplatte kann auch noch gegen andere Aufsätze ausgetauscht werden. Diese sind selbstredend gesondert hinzu zu kaufen, lohnen sich aber nur, wenn man sie
tatsächlich braucht.
Schon von Haus aus ist der PSM darauf ausgelegt auch schwierige Ecken und Kanten zu erreichen, sodass die meisten Anwender mit der Standard-Bestückung sehr gut fahren dürften. Ein großer Vorteil des Modells ist eben seine Handlichkeit, auch was die durchdachte Ergonomie betrifft. Der vergleichsweise kompakte und leichte Schwingschleifer lässt sich bequem mit einer Hand an seinem zentralen Knauf führen, sowie auch beidhändig – etwa für mehr Anpressdruck. Die entsprechenden Oberflächen des Gerätes sind zu diesem Zweck rutschfest gummiert, was gleichzeitig auch dazu dient die bei 22.000 Schwingungen/min. zwangsläufig auftretenden Vibrationen in den Gliedmaßen etwas einzudämmen.
Trotzdem liegt es in der Natur der Sache, dass grade bei ausdauernden Arbeiten, sich ein recht hartnäckiges Kribbeln in den Patschehändchen hält. Dementsprechend sollten häufiger einmal Pausen eingelegt werden, denn das permanente, niederfrequente Gerüttel stresst unter anderem die Muskeln und schadet der Konzentration, was wiederum mangelnde Präzision zur Folge hat. Von Arbeitsunterbrechungen profitieren auch die Ohren. Zwar hält sich die Geräuschkulisse im vertretbaren Rahmen, knapp unterhalb 80 Dezibel ist aber der Einsatz von geeigneten Gehörschutzartikeln kein Zeichen von Weicheiertum. Ein- und Abschalten lässt sich der PSM übrigens dank eines griffgünstig in einer Fingermulde angebrachten, nicht zu leichtgängigen Kippschalters.
Fazit
Die PSM-Modellreihe hat ein sehr breites Einsatzspektrum, eignet sich aber vornehmlich für eher filigranere Arbeiten an verwinkelten Objekten. Die Ergonomie und Funktionen sind durchdacht und die Verarbeitung befindet sich auf bekannt hohem Niveau. Zu bekriteln wäre die recht geringe Saugleistung für den Staubfang. Über Preisgestaltung und darüber hinaus die heute vorherrschende (Sonder-)Zubehörpolitik im Premium-Segment, kann man geteilter Meinung sein. Zumindest was die proprietären (und teuren) Schleifpads angeht, sind mittlerweile jedoch kostengünstigere Alternativen von Drittanbietern erhältlich. Ansonsten spricht absolut nichts gegen diesen vielseitigen Schwing- pardon: MultiSchleifer.
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