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Testberichte Dead Man

 (DVD) Western
4.3 von 5
Platz 4 in der Kategorie "Western".
Bewertung: Kundenbewertung 4,30 / 5,00 4.3 von 5
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Dead Man Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,30 / 5,00 4.3 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Satirisch genial!
  • hervorragendes Zusammenspiel von Bild und Ton, Johnny Depp
Nachteile/Kritik
  • Nichts.
  • sicher kein Film für die breite Masse, Schwächen beim O-Ton und auch beim Bild
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wildheart

Der Mensch des Menschen Wolf ...

ein Testbericht von 2004-07-06 09:46:10 vom 06.07.2004
Empfehlung: ja
„To see a world in a grain of sand,
And a heaven in a wild flower,
Hold infinity in the palm of your hand,
And eternity in an hour.
A robin redbreast in a cage
Puts all heaven in a rage.
A dove-house fill'd with doves and pigeons
Shudders hell thro' all its regions.
A dog starv'd at his master's gate
Predicts the ruin of the state.
A horse misused upon the road
Calls to heaven for human blood.
Each outcry of the hunted hare
A fibre from the brain does tear.“ (1)



Wege, die sich kreuzen oder auch nicht. Strecken, die zurückgelegt werden. Endlos scheinende Wege, durch eine Wildnis, die keine mehr ist, durch eine Zivilisation, die etwas auf sich hält, vor allem auf ihre kulturelle Hybris gegenüber allem, was nicht weiß, nicht europäisch, nicht indianisch und nicht schwarz ist. Wege, die zu nichts zu führen scheinen – in einem „kulturell erschlossenen“ Land, dessen Weite eben doch nicht endlos und dessen Kultur eben doch nicht hochstehend ist. „Machine“ – ein Ort am Arsch der Welt, schmutzig, schlammig, verkommen, verkorkst, eben Sinnbild der „neuen Welt“, des nicht mehr so neuen Amerika, Symbol für die Maschine, die sich durch die Weite des Westens unaufhaltsam vorwärts bewegt, bis zum Pazifik, mal als Dampfwalze, die alles nieder macht, was sich ihr in den Weg stellt – vor allem Indianer und ihre Habe, ihre Zelte –, mal als scheinbar örtlich gebundene Industrieanlage, die von einem der Protagonisten der „neuen Welt“, Mr. John Dickinson (Robert Mitchum), in patriarchalisch-diktatorischer Manier mit dem Colt oder dem Gewehr in der Hand verteidigt wird – ein Werk, herüber exportiert aus der alten Welt, wiederholend, was in nur wenigen Jahrzehnten schon in Europa die Welt umgekrempelt hat für die neuen Herren und die neuen Sklaven. Es ist angerichtet.


„A skylark wounded in the wing,
A cherubim does cease to sing.
The game-cock clipt and arm'd for fight
Does the rising sun affright.
Every wolf's and lion's howl
Raises from hell a human soul.
The wild deer, wand'ring here and there,
Keeps the human soul from care.
The lamb misus'd breeds public strife,
And yet forgives the butcher's knife.
The bat that flits at close of eve
Has left the brain that won't believe.
The owl that calls upon the night
Speaks the unbeliever's fright.“



Das „Zeitalter der Industrialisierung“ hat alles gleich gemacht: die Menschen, die nun entweder arbeiten oder Unternehmer sind, die Städte, die alle gleich aussehen, wie der Indianer Niemand (Gary Farmer) konstatiert, der durch halb Amerika und dann über den Atlantik nach England verschleppt wurde, bis er in seine kaum wieder zu erkennende Heimat zurückkommen konnte. Jetzt hat das „kulturelle Aufbauwerk“ hier den Hobel angesetzt.

Nur der Unschuldige, der unbedarfte junge Mann, der in der Eisenbahn sitzt, mit einer Nickelbrille auf der Nase, einem karierten Anzug aus Cleveland, einem Koffer – der sieht das alles nicht, der kennt nichts und der weiß nichts, vor allem nicht, was ihn erwartet, in „Machine“. Eine Stelle wurde ihm, Mr. William Blake (Johnny Depp), zwei Monate zuvor versprochen, eine Stelle als Buchhalter bei Mr. Dickinson. Da sitzt er, im Zug, der sich durch die amerikanischen Landschaften bewegt, als wäre hier nichts geschehen, als sei alles in Ordnung. Schweigend sitzt er in seinem Abteil. Die Fahrgäste wechseln, keiner sonst spricht ein Wort. Ein paar Blicke hier und da. Nur der im Gesicht von Ruß geschwärzte Maschinist (Crispin Glover) spricht ihn an, und wir erfahren, dass Blake seine Eltern verloren hat und nun auf eine neue Zukunft in „Machine“ hofft. Ha, was glaubt der, wo er hinkommt und was ihn erwartet.


„He who shall hurt the little wren
Shall never be belov'd by men.
He who the ox to wrath has mov'd
Shall never be by woman lov'd.
The wanton boy that kills the fly
Shall feel the spider's enmity.
He who torments the chafer's sprite
Weaves a bower in endless night.
The caterpillar on the leaf
Repeats to thee thy mother's grief.
Kill not the moth nor butterfly,
For the last judgement draweth nigh.“



Was ihn erwartet? Mr. Dickinson hat längst einen Buchhalter, und sein Adjutant Scholfield (John Hurt) und die anderen Angestellten des kapitalistischen Patriarchs im Büro lachen hämisch, als Blake darauf besteht, Dickinson persönlich sprechen zu wollen. Der jagt ihn mit der Flinte hinaus. Aus der Traum. Und wie das Schicksal so spielt, wenn man keinen Cent mehr in der Tasche hat, nimmt das Drama seinen Lauf. Der Papierblumen verkaufenden jungen Thel (Mili Avital) schaut Blake ein bisschen zu tief in die Augen und in den Üppiges enthüllenden Ausschnitt. Ihr Freund Charlie (Gabriel Byrne), Sohn von Dickinson, überrascht die beiden im Bett, erschießt Thel, nachdem sie ihm erklärte, sie habe ihn nie geliebt, und trifft auch Blake, woraufhin dieser, unerfahren im Umgang mit rauchenden Colts, Charlie beim dritten Versuch tödlich im Hals trifft – und von einer Sekunde auf die andere zum Outlaw wird, auf den Dickinson die drei Killer Cole Wilson (Lance Henriksen), Conway Twill (Michael Wincott) und „The Kid“ Pickett (Eugene Byrd) ansetzt.

Wieder Schicksal: Nobody, der Indianer, der von seinem Stamm weggegangen ist, der alleine und philosophierend durch die Berge, Wälder und Prärien zieht, findet den verletzten Blake, versorgt ihn – und hält ihn für den englischen Dichter gleichen Namens. Der Dichter ist tot, und den, den Niemand hier sieht, sehen will, dass ist der Dichter auf seinem letzten Weg in die ewigen Jagdgründe, einer, der seinen Tod noch nicht gefunden hat, weil er ihn vielleicht nicht akzeptieren will. Niemand sieht seine Aufgabe darin Blake, den vermeintlichen Dichter, auf seinem Weg zu begleiten, ihn vor dem Zugriff durch die Blake verfolgenden Killer zu schützen. „Hast du Tabak?“ Nein, Blake hat keinen Tabak, er raucht nicht, und muss sich doch diese Frage mehrmals anhören. Rauchen steht hier auch für eine Art symbolisch-kulturelle Untermauerung der eigenen Vergänglichkeit.


„He who shall train the horse to war
Shall never pass the polar bar.
The beggar's dog and widow's cat,
Feed them and thou wilt grow fat.
The gnat that sings his summer's song
Poison gets from slander's tongue.
The poison of the snake and newt
Is the sweat of envy's foot.
The poison of the honey bee
Is the artist's jealousy.
The prince's robes and beggar's rags
Are toadstools on the miser's bags.
A truth that's told with bad intent
Beats all the lies you can invent.“



Warum glaubt dieser William Blake nicht an seinen Tod? Weil der weiße Mann den Tod in seinem Leben nicht wirklich einkalkuliert hat. Die „neue Welt“ ist eine Welt der scheinbar Unsterblichen, eine des unaufhaltsamen, rastlosen und endlosen Fortschritts, der sich mit Gewalt und Geld seine Wege bahnt – Wege, nicht zu verwechseln mit den Pfaden, auf denen Niemand auf seinem Pferd dahin trabt, Wege, die so breit sind wie ein ganzer Landstrich.

Blake, verletzt, unfähig sein Schicksal als Outlaw nun in die eigene Hand zu nehmen, zu reagieren und zu agieren, ist auf dem Weg, den ihm ein anderer weist. Er erwehrt sich seiner Verfolger, zum Beispiel der beiden glatzköpfigen Marshalls (Mark Bringleson, Jimmy Ray Weeks), des auf die Belohnung gierigen Händlers auf der Poststation (Alfred Molina), der drei die Bibel zitierenden Fellhändler (Iggy Pop, Billy Bob Thornton, Jared Harris), die alle das Zeitliche segnen, während der skrupellose Kopfgeldjäger Cole Wilson sich seiner beiden ihm von Dickinson aufgezwungenen Partner entledigt.

Nur Niemand weiß, was William Blakes Schicksal sein wird. Er, der an Mythen und die Kraft der Natur glaubende Indianer – ein dicker Indianer mit zerzaustem Federschmuck auf dem langen schwarzen Haar –, ist sich seiner und des Schicksals sicher. Die Welt der Geister ist die Welt, in der Blake aufgehoben scheint.


„It is right it should be so;
Man was made for joy and woe;
And when this we rightly know,
Thro' the world we safely go.
Joy and woe are woven fine,
A clothing for the soul divine.
Under every grief and pine
Runs a joy with silken twine.
The babe is more than swaddling bands;
Every farmer understands.
Every tear from every eye
Becomes a babe in eternity;
This is caught by females bright,
And return'd to its own delight.
The bleat, the bark, bellow, and roar,
Are waves that beat on heaven's shore.“



Jim Jarmuschs „Dead Man“ ist nicht nur formal ein Western, der gegen fast alle Klischees und Regeln des Genres inszeniert ist: Ein Outlaw wider Willen, ein unfreiwilliger Held, der keiner ist, ein Indianer, der nach körperlichem Aussehen und Mentalität eher als verkleideter Indianer wirkt, drei Killer, von denen einer ein Kannibale, der seine Eltern missbraucht, ermordet und gegessen hat, der andere ein endloser Schwätzer ist – vor allem aber eine Geschichte, die nicht in Ruhm und Ehre, Rettung und Erlösung endet und die amerikanische Gesellschaft als kulturell hochstehende aussehen lässt und immer wieder reproduziert, sondern eine Handlung, die von vornherein das Todbringende in zweierlei Hinsicht vor Augen führt: William Blake hat in dieser Welt nichts verloren. Der Irrtum, dem Niemand in der Person des Buchhalters unterliegt, ist nur die eine Seite der Reise in die ewigen Jagdgründe. Die andere besteht in der Leere, nachdem Blakes Illusionen nach dem Rausschmiss bei Dickinson zerbrechen und durch nichts ersetzt werden. Blake ist dem Leben ausgeliefert und damit dem Tod - a dead man. Sein Tod ist „beschlossene Sache“, sein Tod als Outlaw oder sein Tod als vermeintlicher Dichter in einem mit allerlei Dingen der Natur ausgestatteten Boot, in das ihn Nobody bettet. Blake endet als „legendärer“ Outlaw – wie viele vor ihm. Für Niemand aber endet er als der große Dichter William Blake.

Andererseits das Todbringende des Westens, der „neuen Welt“, in der außer halsabschneiderischen und skrupellosen Industriekapitalisten wie Dickinson nur Wegelagerer wie die drei Killer und die drei Fellhändler zu existieren scheinen. Jarmuschs Sicht auf die amerikanische Geschichte, aber auch auf die Filmgeschichte und ihr Western-Genre ist eben eine ganz andere, eine wirklich eigene, ein besonderer Kommentar zur Geschichte der Zivilisation, eine spezifische Fußnote zu unserer Kultur, vorab der amerikanischen.


„The babe that weeps the rod beneath
Writes revenge in realms of death.
The beggar's rags, fluttering in air,
Does to rags the heavens tear.
The soldier, arm'd with sword and gun,
Palsied strikes the summer's sun.
The poor man's farthing is worth more
Than all the gold on Afric's shore.
One mite wrung from the lab'rer's hands
Shall buy and sell the miser's lands;
Or, if protected from on high,
Does that whole nation sell and buy.
He who mocks the infant's faith
Shall be mock'd in age and death.
He who shall teach the child to doubt
The rotting grave shall ne'er get out. (...)“



Unterstützt wird dies durch die wieder einmal exzellente Kameraarbeit Robby Müllers, der dem in Schwarz-Weiß gedrehten Film Szenen abgewinnt, die diesen anderen Blick hervorheben. Bereits in den Anfangssequenzen erweist sich dies, wenn Müller nur eingeschränkte Blicke nach außen und die Sicht auf die Räder der Eisenbahn erlaubt, wenn er später den Weg der Darsteller vor allem als einen Weg im Kreis visualisiert, als einen inneren Weg ohne Ausweg, ohne Alternative, der mit den Pfaden da draußen kaum etwas zu tun hat. Hinzu kommen die genialen Gitarrenriffs von Neil Young, vor allem das beherrschende „Dead Man Theme“.


„The whore and gambler, by the state
Licensed, build that nation's fate.
The harlot's cry from street to street
Shall weave old England's winding-sheet.
The winner's shout, the loser's curse,
Dance before dead England's hearse.

Every night and every morn
Some to misery are born,
Every morn and every night
Some are born to sweet delight.
Some are born to sweet delight,
Some are born to endless night.
We are led to believe a lie
When we see not thro' the eye,
Which was born in a night to perish in a night,
When the soul slept in beams of light.
God appears, and God is light,
To those poor souls who dwell in night;
But does a human form display
To those who dwell in realms of day.“



„Dead Man“ zeigt Wege, die keine wirklichen sind, die zu nichts führen als dem Tod, Wege einer Kultur, die sich selbst genügsam ist und in der das Leben keine wirkliche, und das heißt auch: keine spirituelle Wirklichkeit einschließende Bedeutung hat. Und der Film zeigt analog dazu Räume, deren klaustrophobische Enge erschreckend ist, zumal diese Räume in der schier endlosen Weite des Westens angesiedelt sind. Dass Jarmusch seinen Protagonisten dennoch Komik in der Tragik abgewinnt, dürfte nach „Down by Law“, „Night on Earth“, „Stranger than Paradise“ und zuletzt „Coffee and Cigarettes“ kaum verwundern.

Johnny Depp und Gary Farmer überzeugen ebenso wie Alt-Mime Robert Mitchum sowie Michael Wincott und Lance Henriksen. Für Depp eine Paraderolle, für Farmer eine (gut genutzte) Chance, einen ganz besonderen Indianer darzustellen.

Wertung: 10 von 10 Punkten.
Prädikat: besonders wertvoll.

[1] William Blake: Auguries Of Innocence, geschrieben zwischen 1800 und 1803, zuerst veröffentlicht 1863 (Auszug)

Dead Man
(Dead Man)
USA 1995, 121 Minuten
Regie: Jim Jarmusch

Drehbuch: Jim Jarmusch
Musik: Neil Young
Director of Photography: Robby Müller
Schnitt: Jay Rabinowitz
Produktionsdesign: Bob Ziembicki
Darsteller: Johnny Depp (William „Bill“ Blake), Gary Farmer (Nobody / Niemand), Robert Mitchum (John Dickinson), Lance Henriksen (Cole Wilson, Kopfgeldjäger), Michael Wincott (Conway Twill, Kopfgeldjäger), Eugene Byrd (Johnny „The Kid“ Pickett, Kopfgeldjäger), Iggy Pop (Salvatore „Sally“ Jenko, Jäger), Billy Bob Thornton (Big George Drakoulious, Jäger), Jared Harris (Benmont Tench, Jäger), Mili Avital (Thel Russell), Gabriel Byrne (Charles Ludlow Dickinson), Alfred Molina (Händler in der Poststation), Crispin Glover (Maschinist), John Hurt (John Scholfield, Büroleiter bei Dickinson), John North (Buchhalter bei Dickinson), Mark Bringleson (Lee, Marshall), Jimmy Ray Weeks (Marvin, Marshall), Michelle Thrush (Niemands Freundin)

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0112817


Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (1,5 von 4 Punkten):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_rev iews/1996/06/062801.html

„Movie Reviews“ (James Berardinelli) (2,5 von 4 Punkten):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/d/dead.html


© Ulrich Behrens
...
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 16.07.2010
western sind nicht so meine sache, aber die story hört sich ganz schön schön und spannend an. bw und ganz liebe grüße
catmother
catmother, 09.08.2004
Wenn es hier bhs gaumlbe, du bekaumlmst eins.
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Kater

Johnny Depp in einem lustigen Spätwestern!

ein Testbericht von 2004-06-06 11:37:22 vom 06.06.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Satirisch genial!...
Nachteile/Kritik: Nichts.
Hallo Ciaomembers oder Besucher! Heute präsentier ich euch einen lustigen Spätwestern mit Johnny Depp in der Hauptrolle. Viel Spaß beim Lesen.

Der Plott:

William Blake ist Buchhalter und hat sich in der kleinen Stadt Machine für einen ihm versprochenen Job gemeldet. Die Zugfahrt dorthin ist lang und öde und zudem ist Blake nur von versoffenen Pennern umgeben. Ein Fahrgast kommt auf ihn zu und sie unterhalten sich über Blake's Vorhaben nach Machine zu gehen, um dort seinen Job anzutreten, doch der Mann warnt ihn ausdrücklich davor, dies zu tun, er würde sich so sein eigenes Grab schaufeln.

Angekommen in Machine bemerkt er die Kälte und Einsamkeit die die Stadt ihm offenbart. Er ist regelrecht angewiedert von ihr, geht aber trotzdem zu der Fabrik bei der er sich melden soll. Man sagt ihm er sei einen Monat zu spät gekommen und den Job habe jetzt schon jemand anders bekommen. Blake ist verwirrt und drängt darauf mit Mr. Dickenson, der ihm den Brief geschrieben hat, zu reden, doch alle Angestellten lachen ihn aus, weisen ihm aber die Tür zu, wo dieser Mr. Dickenson drin ist. Der hält ihm eine Schrotflinte vors Gesicht und sagt ihm er soll sich verpissen.

Total eingeschüchtert, verwirrt und gedemütigt von den Angestellten macht Blake das auch. Anschließend geht er erstmal in eine Bar und holt sich einen Whiskey. Vor der Bar lernt er Phel kennen, die gerade von einem Mann in den Schlamm geschubst wird. Blake hilft ihr hoch und sie lädt ihn mit zu sich nach Hause ein. Dort schlafen sie miteinander bis das Charlie, Phel's Exfreund ins Zimmer reinplatzt. Zuerst tut er auf melancholisch, doch als Phel ihm gesteht, dass sie ihn nie richtig geliebt hat, knallt er Phel ab.

Die Kugel verwundet aber auch Blake, er bleibt aber noch am Leben und erschießt Charlie nach drei Versuchen. Blake flieht aus dem Fenster, stürzt aber schwer. Der Indianer Niemand gabelt ihn auf und versucht ihm die Kugel rauszuschneiden, doch sie steckt zu tief in seiner Brust. Der tote Charlie war aber zu Blakes Pech der Sohn von Mr. Dickenson und ist jetzt richtig sauer und drei Killer auf ihn, die ihn suchen und töten sollen...

Meine Meinung:

Ein ungewöhnlich lustiger Spätwestern in schwarzweiß.
Am Anfang kriegt man richtig Mitleid mit Blake, wo er mit großen Erwartungen in das verschlafene, aber sehr rauhe Städtchen Machine kommt, denn als erstes sieht er wie Särge in Reihen aufgestellt werden, Geweihe von toten Hirschen aufgehängt werden und wie eine Prostituierte einem Cowboy einen bläst in aller Öffentlichkeit. Ein nicht gerade hoffnungsvoller Anblick einer Stadt in der man später mal arbeiten soll. Doch hier fängt schon das übertrieben satirische Spiel der Geschichte an, was ich so bemerkenswert finde. Man fühlt sich in allen Facetten auf die Schippe genommen, wenn man den Film sieht! So auch wenn man einen der 3 Killer Cowboys sieht, der nachts mit seinem Teddy kuschelt und die andern mit seiner Flinte droht, es ja niemandem zu erzählen. Sehr killerhaft und beängstigend. Ich musste schmunzeln als ich diese Szene sah.. Oder auch der Indianer ,,Niemand" (*gg*), der glaubt William Blake sei die Reinkarnation des englischen Dichters William Blake und zieht ihn somit immer damit auf.
Fast jeder der Blake begegnet fragt ihn ob er Tabak dabei habe, was ich auch sehr witzig finde, weil das den Eindruck macht, als wäre damals jeder Nikotinabhängig gewesen, was auch wieder satirisch zu verstehen ist. Eh, haste Tabbakk?
Zwischen den einzelnen Szenen sorgen Neil Youngs melancholische Gitarrenklänge für eine erdrückende Stimmung, die zu Blake's Gemütslage haargenau passt.

Endfazit:

Den Film müsst ihr sehen wenn ihr auf Western gemischt mit Anspielungen der herbesten Art steht. Aus den oben aufgeführten Gründen bekommt dieser Film auch die volle Punktzahl von mir.

Regie: Jim Jarmusch.

Darsteller: Johnny Depp alias William Blake,
Gary Farmer alias Niemand.

Drehort: USA, 1995.

Lauflänge: 115 Minuten.

FSK: Ab 16 Jahren.

By Kater ;-)

Für Ciao und Yopi.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 06.11.2008
:- sehr schön berichtet - schönen Tag noch gell - LG Gisela
ingoa09
ingoa09, 18.09.2008
Ein sehr guter Bericht!
Einen schönen Tag noch,
Ingo
Zzaldo
Zzaldo, 02.10.2008
liebe Grüße sendet dir Stephan
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Bjoern.Becher

"It is preferable not to travel with a dead man"

ein Testbericht von 2004-02-09 13:01:19 vom 09.02.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: hervorragendes Zusammenspiel von Bild und Ton, Johnny Depp...
Nachteile/Kritik: sicher kein Film für die breite Masse, Schwächen beim O-Ton und auch beim Bild
"It is preferable not to travel with a dead man" heißt das Zitat, das Jim Jarmuschs Streifen “Dead Man” aus dem Jahr 1995 einläutet. Entgegen diesem Zitat ist es für den Zuschauer nicht verkehrt, den „Dead Man“ im gleichnamigen Schwarz-Weiß-Anti-Western auf seiner Reise zu begleiten.

Schon die Eröffnungssequenz zeigt die Brillanz des Regisseurs Jim Jarmush. Wie ein Fremdkörper sitzt ein verschüchterter Mann in einem komischen Anzug („einem verdammten Affenanzug“) in einem Zug, der von Osten nach Westen fährt. Es ist der Protagonist des Films, William Blake (Johnny Depp), der nach dem Tod seiner Eltern und nachdem es sich seine Verlobte „anders überlegt“ hat, nun auf den Weg in den Wilden Westen ist, um dort eine Stelle als Buchhalter anzutreten.

Allein diese Bildsequenz rechtfertigt das Anschauen. Mit immerwährenden Wechseln zwischen der Stille, in der der unsichere Blake sitzt und dem lauten Geräusch des Zuges, unterstützt von den Gitarrenriffs des Musikers Neil Young, lernt der Zuschauer seinen Reisegefährten für die nächsten zwei Stunden kennen: einen scheuen Versagertypen, der zufälligerweise den Namen eines bekannten Dichters trägt.

Diesen Reisenden begleitet man als Zuschauer nun durch einen der ganz wenigen Filme, bei denen die Geschichte eigentlich völlig nebensächlich ist. Man könnte wohl eine Rezension schreiben ohne auf den Inhalt einzugehen und trotzdem alles Wichtige dabei erfassen. Um der Neugierde des Lesers Genüge zu tun, trotzdem ein paar Worte zum Inhalt des Films:

Am Zielort seiner Reise angekommen, muss Blake erkennen, dass sein Job schon vergeben ist. Zu allem Übel sorgt eine Verkettung unglücklicher Umstände dafür, dass er den Sohn (Gabriel Byrne) des Fabrikbesitzers Dickinson (Robert Mitchum), bei dem er arbeiten wollte, erschießen musste. Selbst schwerverletzt, mit einer Kugel in der Brust, flüchtet Blake sich in die Wälder. Dort nimmt sich der Indianer Nobody (Gary Farmer) seiner an. Nobody ist ein großer Fan des gleichnamigen, schon verstorbenen Dichters und hält Blake für diesen. Er sieht es als seine Bestimmung an, den „Dead Man“ auf seiner Reise vom Diesseits in die Welt der toten Geister zu begleiten. Auf ihren Fersen sind drei knallharte Kopfjäger (Lance Henriksen, Michael Wincott, Eugene Byrd), die von Dickinson angeheuert wurden, um Blake zu töten. Sowieso hat Dickinson jedem gesagt, dass er viel Geld für die Ergreifung Blakes zahlt, so dass jeder Cowboy, Trapper oder Marshall hinter Blake her ist. In die Rolle des Outlaw gezwungen wird der zahme Buchhalter zum Revolverhelden und zur Legende.

Doch die Handlung ist nicht entscheidend. Sie sorgt sogar eher dafür, dass man einen falschen Eindruck vom Film bekommt. „Dead Man“ ist kein Western im klassischen Sinne und auch keine Rachedrama. Der Film ist bewusst arm an Spannung und Action gestaltet. „Dead Man“ ist ein poetischer Bilderreigen, der zu fesseln vermag. Ähnlich wie zum Beispiel in Kazushi Watanabes Debütspielfilm „19“ (Japan 2000), der sehr stark von „Dead Man“ inspiriert ist, muss man die Story nur als einen ganz kleinen Teil des Kunstwerks ansehen.

Solche Filme haben es natürlich schwer beim großen Publikum und das hier vorliegende Werk wird sicher nicht jedem gefallen. Es wird Leute geben, die sich bei „Dead Man“ langweilen werden, die die ganze Zeit darauf warten, dass es zu der großen Westerschießerei kommen wird und dann enttäuscht sein werden, dass Jarmusch die wenigen Westernduelle in kleinen abrupten aber trotzdem (oder gerade deswegen) brutalen Szenen abhandelt. Diese Zuschauer werden enttäuscht sein
und dabei ob ihrer Enttäuschung viel verpassen. Das hervorragende Zusammenspiel zwischen Bild und Ton, vor allem zwischen Bild und der E-Gitarre von Neil Young, ohne den der Film nur die Hälfte wert wäre (auch hier übrigens eine Parallelität zu Watanabes „19“, wo die Gitarrenriffs von Octabeer eine ähnlich wichtige Rolle spielen), macht den größten Teil des Streifens aus.

Hauptdarsteller Johnny Depp selbst musste erkennen, wie schwer das Drehen eines solchen Films ist. Sein Versuch mit seiner ersten Regiearbeit „The Brave“ einen ähnlichen Film zu machen, scheiterte kläglich, was Depp heute selbst eingesehen hat. Der Grat zwischen Kunst und Langeweile, zwischen Poesie und Belanglosigkeit ist schmal. Kaum ein anderer versteht es wie Jarmusch den richtigen Weg zu finden.

„Dead Man“ ist eine Genre-Studie und reiht sich damit in die Reihe anderer Jarmusch Filme wie „Down by Law“ oder „Mystery Train“ ein. „Dead Man“ ist ein Film mit einer ganz eigenen Komik. Allein die trockenen Dialoge und die skurrile Zeichnung der Personen, so zum Beispiel die ständige Fixierung auf Tabak bei allen außer Blake, zeigen einen besonderer Humor, der einen entweder zum schmunzeln bringt oder nicht. Beim Humor ist es wie bei allem bei „Dead Man“: Man findet es hervorragend oder es langweilt einen. Neun von zehn Punkten!

D V D
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Technische Informationen:
Bildformat: 1,78 : 1 anamorph
Tonformat: Dolby Digital 2.0/Dolby Surround), Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras:

- Starinfos
- Trailer
- Deleted Scenes
- Musikivideo “Dead Man Theme”

Die DVD von “Dead Man” ist nichts Hervorragendes, aber ordentlich. Das Bild weist gelegentliches Rauschen auf, was gerade diesem Film aber nur bedingt schadet. Der deutsche Ton, der in Dolby Surround vorliegt, schlägt den englischen, der nur in Stereo auf der DVD zu finden ist, deutlich. Dies ist schade, da „Dead Man“ ein Film ist, den man gerne im Original schaut. Allgemein fällt beim Sound auf, dass er sehr leise ist und man folglich die Lautstärke etwas nach oben drehen muss.

Die Extras sind in Ordnung. Die Starinfos sind hervorragend und umfangreich, so dass es in diesem Punkt überhaupt nichts zu meckern gibt. Die viertel Stunde Deleted Scenes zeigt noch einmal ein paar Sequenzen, die zu Recht nicht den Weg in den Film gefunden haben. Manch eine hätte man zwar schon mit hereinnehmen können, aber der Film ist mit fast zwei Stunden recht lange und deshalb hat Jarmusch sich entschieden, einige Teile wegzulassen.

Highlight der DVD ist das geniale „Dead Man Theme“ von Neil Young. Bessere E-Gitarrenriffs hat man selten gehört. Begleitet werden sie von ein paar gesprochenen Worten von Johnny Depp. Zusätzlich befinden sich auf der DVD noch der Trailer zu „Dead Man“ selbst und den weiteren Jarmusch Filmen „Down by Law“, „Night on Earth“ und „Ghost Dog“.

F A Z I T
°°°°°°°°°
„Dead Man“ ist ein hervorragender Film, der aber sicher nicht jedem gefallen wird. Die DVD ist kein Meisterwerk, aber zufrieden stellend. Gerade bei einem Film für eine doch recht kleine Zielgruppe kann man nicht mehr erwarten.

Film: 9 von 10 Punkten!
DVD: 2,5 von 5 Punkten!
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Gesamt: 8 Punkte auf meiner 10er Skala!

Diese DVD wurde mir freundlicherweise von DVDs24.de für eine Review zur Verfügung gestellt.

D A T E N
°°°°°°°°°
Titel Deutschland: Dead Man
Originaltitel: Dead Man
Genre: Drama / „Western“
USA/Deutschland/Japan 1995, FSK 16, Schwarz-Weiß, Laufzeit: 121 Minuten

Darsteller: Johnny Depp (William Blake), Robert Mitchum (Mr. Dickinson), Gary Farmer (Nobody), Lance Henrikson (Cole Wilson), Iggy Pop (Salvatore "Sally" Jenko), John Hurt (John Scholfield), Michael Wincott (Conway Twill), Eugene Byrd (Johnny "The Kid" Pickett), Gabriel Byrne (Charlie Dickin-son), Mili Avital (Thel Russel), Alfred Molina (Handelsposten)

Regie: Jim Jarmusch
Produzentin: Demetra J. Macbride
Drehbuch: Jim Jarmusch
Kamera: Robby Müller
Schnitt: Jay Rabinowitz
Musik: Neil Young

W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0112817/

Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=2882

© Björn Becher 2003, 2004
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
1-3 von 3 Testberichten über Dead Man
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