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Testberichte Gegen die Wand

 (DVD) Drama
3.1 von 5
Platz 286 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 3,10 / 5,00 3.1 von 5
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Gegen die Wand Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,10 / 5,00 3.1 von 5
von 67% aller Autoren empfohlen (4/6).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • schauspieler, die handlung, das ende, DER FILM!
  • mal was anderes, kein 0815-Film
  • nah an der realen Welt
  • -Neugier, denn es wurde viel darüber berichtet - bekam Oscars dafür
  • ungewöhnlicher Film, fern ab von Hollywood
Nachteile/Kritik
  • aber auch wirklich gar nichts
  • langwierig, anstrengend zu verstehen
  • etwas zu hart in manchen Teilen
  • - unnötig viel Blut - eindeutig zu viel Fäkalsprache - enttäuschendes Ende
  • unnötig brutal, schwache Kamera, fast nur türkisch
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july

... und da war plötzlich ne Wand?!

ein Testbericht von 2004-04-23 13:42:59 vom 23.04.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: schauspieler, die handlung, das ende, DER FILM!...
Nachteile/Kritik: aber auch wirklich gar nichts
Kennt ihr diese Filme, die so plötzlich und unerwartet aufhören, mit einer solch sanften Gewalt enden, dass es einen umhaut; und man starrt wie gebannt auf den Abspann, als warte man noch auf eine Vortsetzung, auf Aufklärung; und dann geht man aus dem Kino raus, und ist den Abend lang gefangen in dem Bann dieser unglaublichen Wucht dieses Films?
Nein?! Ja dann nichts wie rein in dieses Schmuckstück von Film.
Ich sprach gerade von Aufklärung, aber genau das scheint ( unter vielem anderen) die Faszination diese Meisterwerks auszumachen: das Kino im Kopf, auf wundersame Art verbunden mit den Bildern, diesen tollen Nahaufnahmen der wirklich fantastischen Schauspieler, dieser Gewalt dieses Films. Fragen bleiben offen, aber es sind rethorische Fragen, es sind genau die richtigen Fragen, um den Zuschauer noch nach Verlassen des Kinos zu fesseln.


Ein Film von...
--------------------

... Faith Akin, einem Hamburger Jung. Wer von euch "Im Juli" mit Moritz Bleibtreu, "Kurz und Schmerzlos" (Akins Erstling) oder Solino (ebenfalls mit Moritz) kennt, der weiß: der Junge hats einfach drauf, faszinierende Filme zu machen, wer die Filme noch nicht kennt: Anschaun! Jetzt! Sofort! Der Mann versteht sein Handwerk.
Erwähnenswert zu Anfang wäre: teilweise ist der Film mit deutschen Untertitel, da im Film viel türkisch gesprochen wird, und dann gibt es noch nette musikalische Einspielungen: ein Traum! Achtet auf diese coolen Teppiche... Und natürlich noch ein nicht unwesentlicher Punkt: dieser Film hat den Hauptpreis der diesjährigen Berlinale, den "Goldenen Bären", gewonnen.


Die Geschichte
----------------------

Eigentlich eine recht plumpe Handlung, aus der auf zauberhafte Weise ein direktes, teilweise schockierendes, aber auch sehr berührendes Drama gestrickt wird.
Die junge Türkin (allerdings eine in Deutschland geborene) Sibel (Sibel Kekilli) will endlich frei sein. Unterdrückt durch die starren Traditionen und die dadurch erdrückende Enge des Elternhauses (als sie mit einem Mann Händchen hielt, brach ihr Bruder ihr die Nase), sucht sie den letzten Ausweg und schneidet sich die Pulsadern auf, allerdings quer. In der Reah lernt sie ihn dann kennen: ihren vermeintlichen Traummann; der ihr dann auch sogleich Tipps gibt, wie man sich richtig umbringt: man muss längs schneiden, nicht quer! Für sie scheint Cahit (Birol Ünel) der perfekte Mann für eine Scheinehe. Denn nur wenn sie einen türkischen Ehemann hat, liesse sie ihre Familie in Ruhe, so denkt sie, was im Endeffekt auch so ist.
Zu ihm muss gesagt werden, dass er sich natürlich nicht grundlos in der Reah befindet. der ältere Mann (so um die 40) scheint sein Leben nicht in den Griff zu bekommen, der Alkohol ist sein ständiger Begleiter, er hat einen Job als Gläser-Aufsammler nach wilden Parties und auch er ist auf seine Art unfrei, sein Leben hat keinen Sinn mehr. Also fährt er "gegen die Wand".
Der ruppige, vernarbte Cahit mit einem weichen Herzen; das man ihm vielleicht nicht ansieht, wenn er mal wieder seine Ehefrau Sibel mit den Worten:"F*#k dich" aus der Wohung schmeisst...Sie allerdings scheint es zu sehen. Allerdings ist sie nach der Hochzeit ersteinmal auf ihrem "Freiheits-Trip" und lässt ihren bis dato eingepfrechten Trieben zügellos ihren Lauf. Vorhersehbar, dass ihr das einmal zum Verhängnis wird...
Die Scheinehe läuft gut, die Eltern und der Bruder akzeptieren ihn, seine Wohnung ist sauber, er hat jemanden, der für ihn lecker Sachen kocht, und sie hat die Freiheit mit dem zu schlafen, mit dem sie will. Dieses Mädchen will Spass haben, das ist sicher. Allerdings natürlich nicht mit ihrem "Mann"... Und dieser, auch vohersehbar, taut auf, der Sex mit seiner "Ab-und-zu-mal" Affäre wird besser und auch sonst scheint das Leben ganz gut zu sein im Moment.
Und von einem Moment zum anderen ändert sich alles schlagartig. Auf dem Gipfel ihrer eingentlich gar nicht sein könnenden/dürfenden/geplanten Liebe, gerade als alles perfekt sein wollte, weil die Liebe so gewachsen, es aber keiner dem anderen richtig gezeigt hat, gerade dann passiert ein Fehler, ein Unglück, ein provoziertes Missgeschickt... und beide werden schlagartig ins Elend katapultiert.
"Ich werde auf dich warten", verrät der deutsche Untertitel dem Zuschauer ihre letzten Worte zu Cahit.
Verfolgt von Presse und Familie kann sie nicht mehr in Deutschland bleiben, flieht sozusagen nach Istanbul, zu der Cousine. Ihre Haare sind kurz. Ihr Leben verläuft eintönig, ihre Cousine verschafft ihr einen Job als Zimmermädchen in dem Hotel bei dem sie fast Managerin ist, und so irrt sie einsam und in einer Art Delirium durch diese große verrückte Stadt. Sucht nach Drogen, findet einen Dealer, schlimme Szenen in einer Bar, ihr Leben läuft aus dem Ruder. Und der einzige Ausweg ist: natürlich der Tod, aber wie? Sie ist zu schwach, von den Drogen, dem Suff. Wieder dramatische Szenen, die einen fesseln. Man spürt beinahe diese Schmerzen und diese Verzweiflung, es ist wirklich unglaublich direkt, und fast agressiv, aber in einer solch melancholischen Grundstimmung eingebettet, dass es einen wie durch Watte erreicht, und die Gefühle der Darstellerin noch intensiver mitgefühlt werden können. SCHNITT.
Nach Jahren? wieder in Hamburg, ein nicht wieder zu erkennender Cahit kommt, auch mit kurzem Haar, aus dem Gefängnis. Nur ein Ziel, ein Wunsch hat ihn am Leben erhalten, die ganze Zeit über, und so macht er sich auf nach Istanbul. Er trinkt nur noch Wasser (es sind diese winzigen Details, die den Charme und das Geheimnisvolle dieses Films ausmachen, alles ist in einander verstrickt, hat eine Bedeutung). Er findet die Cousine: der Zuschauer erfährt mit Cahit zusammen: Sibel hat Mann und Kind. Doch er glaubt, glaubt an diese Liebe, an sie. Sie treffen sich erneut, und machen Pläne (sie hat immer noch kurze Haare, eine süsse Tocher und auch eine Brille; was die Verwandlungsfähigkeit dieser Schauspielerin noch mehr hervorhebt)...
Der Schluss macht Eindruck.... mehr möchte ich zu den letzten Szenen nicht sagen, schaut selbst!

Die Schauspieler
------------------------

... sind grossartig!

Birol Ünel -- sein Spiel ist einfach wunderbar. Er vermag es diesen großen bösen Wolf mit großem gebrochen Herzen perfekt zu spielen. Sehr charmant, sogar als Alkoholiker. Und die vielen Nahaufnahmen seines Gesichtes tragen nur zu der wirklich guten Leistung dieses Schaupielers bei.

Sibel Kekilli -- Man wird schon vielleicht etwas über sie gehört haben: ja sie war eine Pornodarstellerin, hat nette Fotos gemacht, wer sich dafür interessiert kann die Bild lesen. Obwohl man vielleicht meinen könnte, dass ihr das schon ein wenig Übung für die paar Sexszenen in "Gegen die Wand" gabracht hat, muss man wirklich ihr unglaubliches schauspielerisches Talent loben. Sie hat eine kontroverse, in logische Widersprüche verwickelte, mit ein paar wirklich dramatischen Szenen gespickte Rolle gespielt, und alle Gefühle (Hoffnung, Verzweiflung, Wut, Trauer und diese tiefe Kraftlosigkeit) des Mädchens dem Zuschauer absolut super rübergebracht.
Außerdem muss noch erwähnt werden, dass sie ein unglaublich hüpsches Mädchen ist! Sogar dieser Kurzhaarschnitt vermag es nicht sie zu entstellen :)

Weitere Schauspieler wären:

- Catrin Striebeck
- Meltem Cumbul
- Güven Kiraç
- Cem Akin
- Aysel Iscan
- Demir Gökgöl
- Hermann Lause
- Mehmet Kurtulus
- Adam Bousdoukos
- Ralph Misske



Das Fazit
-------------

...schließt sich dem ersten Textabschnitt an und möchte noch hinzufügen: geiler Film...

über...

...eine Liebe, die keine sein soll, und die sich trotzdem am Ende durchsetzt; und doch wartet man vergeblich auf ein "Happy End".

Also: ein wirklich lohnenswerter Film!

thx und auf wiedersehn
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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gamzef

Wie bitte? Ab 12??

ein Testbericht von 2010-02-10 21:54:24 vom 10.02.2010
Empfehlung: nein
Vorteile: -Neugier, denn es wurde viel darüber berichtet - bekam Oscars dafür...
Nachteile/Kritik: - unnötig viel Blut - eindeutig zu viel Fäkalsprache - enttäuschendes Ende
Liebe Yopianer!

Heute möchte ich euch einen Film vorstellen, der irgendwie trotz des immensen
Medienrummels voll an mir vorbeigerauscht ist. Mal waren es gewisse gewalt-
verherrlichende Szenen und mal war es die Hauptdarstellerin Sibel Kekilli, über
die im Zusammenhang mit dem Film, den ich euch vorstellen will, täglich in
diversen Illustrierten und Tagesblättern berichtet wurde. Ich nenne euch hier
an dieser Stelle mal den Namen des Filmes, damit ihr bescheid wisst, worüber
ich spreche:

"Gegen die Wand".

Es scheiden sich wirklich die Geister, wenn es um die Frage geht, ob "Gegen
die Wand" ein Erfolg oder daneben ist. Gerade über solch einen kontrovers
diskutierten Film, über den die Meinung geteilt ist, möchte ich meinen
Senf dazu geben. Viel Spaß mit meiner neuen Filmrezension!



.....allgemeine Info.....


Titel: Gegen die Wand (deutsch), Duvara karsi (türkisch), Head on (internat.)

Genre: Liebesdrama

Regie: Fatih Akin

Länge: 116 Minuten

Darsteller / innen: Sibel Kekilli, Birol Ünal, Catrin Striebeck, Güven Kirac,
Meltem Cumbul, Hermann Lause, Demir Gökgöl,

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2004

Produktionsland: Deutschland, Türkei


......Inhaltsangabe.....

Sibel hat eine konservativ eingestellte, türkische Familie und kann nicht das Leben
führen, das sie haben will. Aus Rebellion gegen die strenge Familie schneidet sie
sich die Pulsadern auf und landet in der Klinik, wo sie den Türken Cahit kennenlernt,
der ebenfalls einen Suizidversuch hinter sich gebracht hat und genauso wenig türkisch
wirkt wie sie. Sie beschließt, mit ihm eine Scheinehe einzugehen, um sich vom
Gefängnis "Zuhause" zu befreien. Cahit sagt trotz mangelnden Willens "ja" zur Fake-Ehe.
Doch dann passieren Sachen, die er nie gedacht hätte.


......Hintergrundinfos.....

Fast noch populärer und bekannter als der Film war eigentlich die Hauptdarstellerin
Sibel Kekilli, die auf Grund ihrer bisherigen Filmkarriere total in den Strudel der
türkischen Presse gezogen und heftig kritisiert wurde. Auch die deutsche "Bild"
schrieb über sie viele Artikel, die sogar mit Foto auf der Titelseite veröffentlicht
wurden. Sibel Kekilli hat nämlich in vielen Hardcore-Pornofilmproduktionen
mitgespielt. Für Sibel hatte dies zu traurigen Ereignissen in familiären Beziehungen
geführt, weil Filme, die in die Kategorie Erotik und Porno fallen, für türkische
Eltern - auch für Promieltern- überhaupt nicht vereinbar mit ihrem Moral- und
Ehrebegriff ist.


.....Meine Meinung.....

Zuerst dachte ich mir "Cool, ein türkisch-deutscher Film mit Themen aus der Realität".
Filme mit Kulturclash kommen grundsätzlich immer gut bei mir an. Dass der Film
auch noch diverse Preise bekommen hat, hat ihn noch interessanter für mich gemacht.
Leider wurden meine Erwartungen an diesen Film jedoch nicht erfüllt.
Die Hauptdarstellerin Sibel ist mir zu lebenshungrig. Mir hat auch nicht die Art, wie sie
sich ausdrückt gefallen. Die Sprache, die sie nutzt, mag zwar bei den Teenies von heute
ganz normal sein, aber auf mich wirkt sie zu ordinär und macht den Film niveaulos.
Positiv auffallend war der männliche Hauptdarsteller Birol Ünal, der überhaupt nicht
türkisch aussieht aber mit seinen Blicken und Mimiken wirklich Bände spricht und
Professionalität zeigt. Nun möchte ich aber mehr zur Handlung und der Umsetzung
sagen. Viele Szenen kritisieren türkische Familien und Kreise. Ich bin ja nicht
gegen Kritik. Wenn es in einer Kultur etwas Kritisches gibt, kann es ruhig auch
in Filmen so dargestellt werden. Was mir gar nicht gefällt, ist, dass diese türkischen
Kreise so falsch und anders dargestellt werden. Würde ich nicht wissen, wie es
wirklich ist, hätte mir der Film ein völlig falsches Bild von Türken vermittelt.
Irgendwann im Verlauf des Filmes keimt im Zuschauer die Hoffnung auf, dass
endlich Liebe zwischen dem chaotischen "Schein-Ehepaar" entsteht.
Doch die Entstehung dieser Liebe ist genauso fragwürdig wie die Hindernisse,
die sich zwischen die beiden stellen. Es findet im Mittelpunkt des Filmes eine
zu rasche und unnachvollziehbare Entwicklung statt, die einfach nicht glaubwürdig
genug ist. Gegen Ende sucht dann "Romeo" seine "Julia" in einer für ihn fremden
Stadt. Nach gewaltverherrlichen, unnötig blutigen Szenen und viel Fäkalsprache
kommt dann ein völlig unvermutetes Ende, das irgendwie einen fahlen Nach-
geschmack beim Zuschauer hinterlässt. Ich verstehe auch nicht, wie dieser
Film ab 12 Jahren freigegeben sein kann. In einer Szene gibt es ein völlig
entstelltes, blutiges Gesicht, viel Schlägerei und von Anfang bis Ende nur
ordinäre Sprache , die unter die Gürtellinie geht. Auch an Sexszenen wird
nicht gespart. Der Fehler dieses Filmes ist es, dass manches viel zu sehr
extremisiert wurde und manche Sachen viel zu kurz kamen.Welche
Intention der Regisseur mit der ständig vor dem Bosporus singenden
Musikantengruppe hatte, verstehe ich auch nicht.

Ich fand den Film aus diesen Gründen nicht gut und vergebe somit nur
2 von 5 Sternen!

Danke für das lesen, bewerten und kommentieren!


Eure gamze(f)
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 2,00 / 5,00 2
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Hot_Rider
Hot_Rider, 05.03.2010
Grüße vom Markus und einen angenehmen Start ins Wochenende !
cleo1
cleo1, 12.02.2010
Viele Grüße und Danke für Deine Gegenlesungen. cleo1
templerthomas
templerthomas, 11.02.2010
war nicht so meins aber die Musikanten fand ich gut
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mausal18

Toller, sehr tiefgründiger Film!

ein Testbericht von 2006-08-27 17:00:42 vom 27.08.2006
Empfehlung: ja
Cahit ist ein perspektivenloser Alkoholiker in den Vierzigern, der sich durchs Einsammeln von Flaschen in der Hamburger "Fabrik" seinen Lebensunterhalt verdient. Der Film beginnt fast damit, daß Cahit mit seinem Auto schnurstracks gegen eine Wand knallt und dann in der psychiatrischen Abteilung die 20jährige Sibel kennenlernt, die sich offensichtlich gerade die Pulsadern aufgeschnitten hat, zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht darüber aufgeklärt ist, daß man dies senkrecht und nicht waagerecht tun sollte, wenn man damit Erfolg haben will.
Sibel verfolgt Cahit geradezu und bittet ihn, sie zu heiraten. Cahit sieht keinen Sinn darin, daß eine junge Frau einen mehr als doppelt so alten Penner heiraten soll, aber da Cahit auch Türke (deutscher Staatsangehörigkeit) ist, sieht Sibel in Cahit die Möglichkeit ihren Eltern zu entkommen, und fortan nicht von ihrem Bruder die Nase gebrochen zu bekommen, wenn er sie beim Händchenhalten erwischt, sondern endlich ihr Leben so zu führen, wie es ihr gefällt und ihre Sexualität auszuleben. Nach einem erneuten Selbstmordversuchs Sibels willigt Cahit schließlich in die Scheinehe ein und stellt sich gemeinsam mit seinem "Onkel" bei der Familie vor. Sibels Bruder ist zwar sehr argwöhnisch, aber der Vater willigt schließlich ein.

Bei der Hochzeit wird Cahit sogar zum Tanzen überredet (lächelnd beschimpft er seine Frau), zuhause trägt er sie über die Schwelle der von Bierdosen überschwemmten Wohnung, aber schließlich gibt es Streit und Sibel verbringt die Hochzeitsnacht mit jemandem anderes, wie es auch in Zukunft bleiben wird.

Lange Zeit fragt man sich als Zuschauer, ob man einer romantischen Komödie oder einer tristen Sozialstudie mit tragischem Ausgang beiwohnt, und Regisseur Fatih Akin, der sich nach Solino wieder seiner deutsch-türkischen Herkunft zuwendet, sieht Gegen die Wand explizit in der Tradition des neuen türkischen Neo-Realismus, der auf dem schmalen Grad zwischen Komödie und Tragödie wandelt.

Trotz diverser Selbsmordversuche, Vergewaltigung, Totschlag etc. ist Gegen die Wand ein extrem witziger Film, man könnte ihn berlinaletechnisch im Gefolge von Wilbur wants to kill himself sehen, nur daß Akins Film noch viel witziger, viel verstörender, viel romantischer und viel realistischer ist. Wer diese Adjektive als unvereinbar sieht, wird durch den Film eines anderen belehrt, insbesondere der gekonnte Musikeinsatz (I feel you von Depeche Mode etwa untermalt Cahits "poetische Selbstzerstörung", teilweise erscheint er wie eine Mischung aus Dave Gahan und Nick Cave) und der Mut zu Extremen zeichnen den Film aus, aber auch die detailierte Beobachtungsgabe des Regisseurs und die pointierten Dialoge überzeugen. Und nicht zuletzt hat Akin mit dem routinierten Birol Ünel und der Debütantin Sibel Kekilli ein überzeugendes Paar gefunden, daß die intensiven Emotionen des Films gekonnt darstellt.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Marc12

Knallhartes Leben

ein Testbericht von 2006-01-22 15:09:43 vom 22.01.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: nah an der realen Welt...
Nachteile/Kritik: etwas zu hart in manchen Teilen
- Zum Film -

Der 40 jährige Cahit liegt nach einem Selbstmordversuch in der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses. Der Arzt rät ihm, dass er sein Leben auch ohne sich umzubringen ein Ende setzen kann. Was der Doktor damit meint, weiß Cahit genau. Er kann einfach nicht mehr die Wut, die tief in ihm sitzt immer wieder mit Alkohol und Drogen betäuben. Die 20 jährige Sibel ist wie Cahit türkischer Herkunft. Sie ist in Hamburg aufgewachsen und liebt das Leben viel zu sehr, um eine anständige Muslimin zu werden. Auch sie hat einen Selbstmordversuch hinter sich, denn sie wollte aus der streng gläubigen und traditionsbewussten Familie ausbrechen. Genau wie Cahit überlebte sie den Suizidversuch. Als Sibel auf Cahit trifft, sieht sie eine neue Chance ihrer Familie zu entfliehen. Sibel bittet Cahit sie zu heiraten. Dieser zögert erst, doch sieht auch er in der Heirat eine Chance aus seinem Leben endlich etwas Sinnvolles zu machen. Nun teilen die beiden sich eine Wohnung, aber auch nicht mehr. Die neu gewonnene Freiheit wird von Sibel gnadenlos ausgenutzt. Auch Cahit geht weiterhin mit seiner Bekannten Maren ins Bett. Irgendwas ändert sich aber mit der Zeit. Cahit verliebt sich in Sibel. Endlich entdeckt er wieder die Freude am Leben und bekommt die Kraft weiter zu machen. Sibel jedoch trifft sich weiterhin mit anderen Männern. Als Sibel merkt, dass auch sie sich in Cahit verliebt hat, ist es schon zu spät. Cahit ist so eifersüchtig, dass er einen Liebhaber von Sibel tötet. Cahit wird verhaftet und Sibel von ihrer Familie verstoßen. Sie flieht nach Istanbul. Nach Cahits Freilassung fliegt auch er nach Istanbul, in der Hoffnung eine gemeinsame Zukunft mit Sibel zu finden.

- Darsteller -

Birol Ünel - Cahit Tomruk
Sibel Kekilli - Sibel Güner
Catrin Striebeck - Maren
Güven Kiraç - Seref
Meltem Cumbul - Selma

- Filmstab -

Regie: Fatih Akin
Produzenten: Stefan Schubert, Ralph Schwingel
Drehbuch: Fatih Akin

- weitere Infos:

Genre: Sozialdrama
Land: Deutschland / Türkei
Jahr: 2004
Länge: 121 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

- Meine Meinung -

Zu Recht hat der talentierte und viel versprechende Regisseure Fatih Akin bei der Berlinale den Goldenen Bären für seinen Film abgeräumt. GEGEN DIE WAND spielt in den wilderen Straßen von Hamburg Altona und kümmert sich um die Probleme türkischer Immigranten der zweiten Generation. Diese Generation steckt irgendwo zwischen den tradionsbewussten Elternhäusern und den verführerischen westlichen Lebensstil. Gerade für junge Türkinnen ist dies oft nicht einfach, wenn sie frei leben wollen. Genau so sieht es für Türken aus, die ihre Wurzeln schon fast vergessen haben und nur noch gebrochen türkisch sprechen können. Um diese beiden Probleme kümmert sich der Film im Schwerpunkt. Damit hat sich Akin nachdrücklich als Regisseur zwischen den Kulturen etabliert. Gerade das Leben von Cahit wird in diesem Film knallhart dargestellt. Keine einfache Aufgabe für Schauspieler Birol Ünel, die er aber mit sehr viel potenzial erfüllen kann. Birol schafft es sogar sein Sexleben in diesem Film so aussehen zu lassen, dass man merkt, dass es nur animalische Triebbefriedigung ist. Eine fantastische Leistung des Hauptdarstellers. Für einige Zuschauer mag der Schluss es Films sehr zerfahren und konfus wirken. Ich glaube aber, dass dies gewollt ist und dem Film nicht schadet. Irgendwie passt ein einfaches Happyend auch gar nicht. Wenn man so einen knallharten Film macht, passen Gewaltdarstellungen und eine hässliche Vergewaltigung einfach viel besser. Man wird zwar mit einem gewaltigen offenen Ende zurück gelassen, doch vielleicht gibt es da ja Raum für einen zweiten Teil.
Wie in vielen Filmen, die zwischen zwei Ländern spielen, sind die Untertitel nicht vermeidbar. Dies macht es manchmal nicht einfach dem Film zu folgen. Soll man sich nun den Untertiteln widmen und sie lesen, oder lieber den Charakteren ins Gesicht schauen. Es ist immer eine Gradwanderung, schließlich will man ja nichts verpassen. Da hätte man vielleicht auch etwas mehr deutsch sprechen können, oder auch auf der anderen Seite hätte dies den Film doch verfälscht. Wenn ich mich recht erinnere hat Sibel wegen ihrer Sexszenen richtig ärger bekommen. Wie man daran sehen kann, hat der Film im realen Leben schon seine Wirklichkeit gezeigt.
Dies ist mal ein Film, denn ich Euch wirklich ans Herz legen kann. Er ist sehr gut inziniert und zeigt und das wirkliche Leben. Zwar sind sicher nicht alle türkischen Mitbürger so, im Grunde nur ein ganz geringer kleiner Teil, doch sicher haben viele von ihnen dieselben Sorgen und Ängste wie Cahit und Sibel. Dieser Film will auch etwas vermitteln und die schafft er.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Kommentare
AngelikaBS
AngelikaBS, 22.01.2006
Sehr schön geschrieben! LG von Angelika :-
morla
morla, 22.01.2006
sehr hilfreich
Lidlefood
Lidlefood, 22.01.2006
sehr hilfreich
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Kleine_Waldfee

Was war das??

ein Testbericht von 2005-01-03 16:35:00 vom 03.01.2005
Empfehlung: nein
Vorteile: mal was anderes, kein 0815-Film...
Nachteile/Kritik: langwierig, anstrengend zu verstehen
Grund des Kinobesuchs:
Eigentlich wäre ich nicht darauf gekommen mir diesen Film anzusehen. Doch hatte ich im Deutschunterricht einen Artikel in "Die Zeit" über diesen Film gelesen und war an der Story interessiert.
Also entschloss ich mich mit einigen anderen aus meinem Kurs den Film zu schauen. Er lief nur einmal bei uns im Kino....ich weiß auch warum.

Bewertung:
Der Film beginnt mit türkischer Musik, die eine Gruppe vor türkischer Landschaftskulisse spielt. Nicht umbedingt meine Lieblingsmusik, aber ich wartete ab.
Diese Musikeinspieler kamen häufiger im Film vor. Ich frage mich allerdings immernoch, was sie für einen Zweck hatten. Vielleicht war das zu hoch für mich.

Die Handlung ist nicht so übel. Es geht um eine junge Türkin, die ihren Eltern eine Ehe vorspielt um ihre Freiheiten genießen zu können. Der Mann, den sie sich dafür ausgesucht hat, ist allerdings nicht umbedingt ideal. Er ist ständig besoffen, spricht gar kein Türkisch mehr usw.
Die Handlung plätschert so dahin.
Er verliebt sich irgendwann in sie, dann landet er im Knast, sie verspricht auf ihn zu warten, geht dann aber in die Türkei. Es wird immer undurchschaubarer. Er folgt ihr, als er seine Zeit abgesessen hat und sucht sie überall.

Bis Mitte des Film fand ich es eigentlich nicht so schlecht, am Ende habe ich nur noch Bahnhof verstanden und mich gefragt was das alles soll.

Um ehrlich zu sein, die letzte halbe/ 3/4 Stunde habe ich nur noch auf das Ende gewartet.

Ich würde sagen, dieser Film ist eher für den Intellekt geeignet, für Leute die gerne was gesellschaftskritisches sehen. Es ist nämlich nicht so einfach zu verstehen. Man muss ihn vielleicht auch 2 mal sehen, um den Zusammenhang wirklich zu kapieren. Aber den Nerv hatte ich dann doch nicht.

Mein Gesamtbild:
Kein Film für mal so, eher was zum nachdenken, für Menschen die sich gerne GEdanken machen und das Genre der türkischen Welt etc. mögen.

Zum Ende:
Das Ende war eigentlich noch am eigentümlichsten. KEiner von den Leuten, die mit mir im Kino waren, hat es verstanden. Ich nehme aber an, dass es Absicht ist, deshalb fand ich das Ende eigentlich recht gut, man muss danach noch nachdenken.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 2,00 / 5,00 2
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Vortax

Der etwas andere Film

ein Testbericht von 2004-04-01 23:05:20 vom 01.04.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: ungewöhnlicher Film, fern ab von Hollywood...
Nachteile/Kritik: unnötig brutal, schwache Kamera, fast nur türkisch
Einleitung

Gegen die Wand ist ein etwas anderer Film, vielleicht ist es sogar der "anderste" Film den ich in meinem Leben bisher gesehen habe. Viel diskutiert wurde im Vorfled über "Gegen die Wand", er wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, später kam jedoch heraus, daß die weibliche Hauptdarstellerin auf eine lange Pornokarriere zurückblicken kann - ob das nun schlimm ist oder nicht. Daß es sich um einen nicht gerade gewöhnlichen Film handelt wird schon klar wenn man sich den Regisseur betrachtet, denn mit Fatih Akins stammt der Film von einem in Deutschland lebenden Türken der so garnicht in das übliche Filmemacherklische passen will.


Die Story

Die Story ist nicht ganz leicht zu umschreiben, klingt sie auf den ersten Blick doch extrem befremdlich und eher nach einem enorm dümmlichen Klamauk. Sibel ist eine in Hamburg wohnende, junge türkische Frau deren Eltern schon vor ihrer Geburt nach Deutschland gezogen sind. Wie andere junge Menschen auch, will sie vor Allem Spaß haben und das Leben genießen, ihre Familie ist jedoch extrem konservativ und verbietet ihr praktisch Alles, ihr Bruder hat ihr sogar das Nasenbein gebrochen, weil er sie beim Händchenhalten erwischt hat. Cahit ist ebenfalls türkischer Abstammung und führt eine bescheidene Existenz in einer total heruntergekommenen Bruchbude. Für Beide scheint der letzte Ausweg Selbstmord zu sein - Sibel schneidet sich die Pulsadern auf und Cahit fährt gegen eine Wand. Zufälligerweiße passiert das in der gleichen Nacht, so daß sich beide im Krankenhaus begegnen. Sibel hat von da an eine Idee - Cahit soll sie heiraten, denn dann würden ihre Eltern endlich aufhören sie zu überwachen. Cahit ist davon zunächst nicht gerade überzeugt, lässt sich aber schließlich doch umstimmen, nachdem sich Sibel erneut die Pulsadern aufschneidet. Im weiteren Verlauf des Filmes entwickelt sich eine hochemotionale Beziehung, da die Beiden doch Gefühle füreinander entwickeln, was zu einigen ersten Komplikationen führt. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, der Film ist es nämlich durchaus wert angeschaut zu werden.


Die Schauspieler

Da der Film von einem türkischen Regisseur stammt und er sich mit in Deutschland lebenden Türken beschäftigt sind natürlich auch die meisten der Schauspieler Türken. Um Nahe an der Realität zu bleiben wird deswegen auch die meiste Zeit türkisch gesprochen, unterlegt mit deutschen Untertiteln. Die schauspielerischen Leistungen können sich dabei durchaus sehen lassen, vor Allem die beiden Hauptdarsteller Birol Ünel und Sibel Kekilli können ihre Rollen wirklich überzeugend darstellen - man nimmt Cahit seine Emotionsschankungen wirklich ab, sie wirken zu keiner Zeit überzogen oder aufgesetzt. Lediglich einige der Nebenrollen können nicht wirklich überzeugen, so wirken einige Familienmitglieder von Sibel einfach zu archetypisch, eben so wie sich Otto Normalbürger einen typischen Türken vorstellt.


Der Sound

Soundtechnisch wird der Film sicher spalten. Die allgemeine Geräuschkulisse ist sehr gut aufgebaut, es ist weder zu still noch wirken die Schauplätze mit Tönen überladen, lediglich einige kleinere Ungereimtheiten wie Vogelgezwitscher mitten in der Nacht fallen am Rande etwas auf. Musik spielt dagegen eine sehr große Rolle in dem Film, fast alle Szenen sind mit Musikstücken verschiedener Genres geschmückt, ganz klar dominant ist dabei Techno und Hip Hop was so manchem Pop, Rock oder Metal Hörer auf Dauer schon ziemlich auf die Nerven gehen dürfte. Wie auch immer man zu den einzelnen Musikstilen steht, so muß man aber auf jedenfall festhalten, daß sich die gewählte Musik immer sehr gut der aktuellen Umgebung anpasst und keine Dialoge übertönt werden.


Bild und Kamera

Die Kameraführung ist sicher ein großes Manko von Gegen die Wand, die Szenen wirken häufig ein wenig verwackelt oder unscharf. Dies fällt vor Allem bei Drehorten im Innerne von Gebäuden auf wo man sich manchmal schon sehr darauf konzentrieren muß alle Einzelheiten zu erkennen. Dem gegenüber steht eine teilweiße sehr rasante und gutgemachte Bildabfolge in der gelegentlich mehrere Wochen kurz zusammengefasst werden. Da diese Szenen jedoch häufig Schock- und Ekelelemente enthalten auf die ich später noch eingehen werde fällt auch dieser Teil eher negativ auf.


Weitere Besonderheiten

Zunächst einmal sollte man eine echte Skurilität des Films herausstellen - zu Beginn und immer wieder während des Films findet man urplötzlich eine kleine türkische Band samt Sängerin wieder die vor der Kulisse einer Moschee ein Liebeslied zum Besten gibt. Diese Szenen lassen während des ganzen Films jeglichen Bezug zur eigentlichen Handlung vermissen, Zeilen wie "mögen meine Feinde erblinden" mitten in einem Liebeslied ernten aber zumindest einige verwunderte Lacher.

Kritisch betrachten muß man dagegen die teilweiße schon extreme Gewaltdarstellung sowie einige Nacktszenen. So kann man in allen Einzelheiten bewundern wie Sibels Arm wieder zusammengeflickt wird, ein andermal bekommt ein völlig demoliertes Frauengesicht in Großaufnahme präsentiert. Für einen Film der ab 12 Jahren freigegeben ist für mich ganz klar übertrieben, zumal diese Bilder häufig in einer schnellen Abfolge hintereinander kommen was den Schockeffekt noch verstärkt. Dazu kommen einige Sexszenen in denen man schon recht viel zu sehen bekommt. Im meinen Augen nicht weiter tragisch, für einen ab 12 freigegeben Film aber ebenfalls etwas ungewöhnlich und eigentlich einfach überflüssig, da der Film dadurch nicht wesentlich weitergebracht wird.


Meine Meinung

Als "Gegen die Wand" in der Sneak angekündigt wurde hielt sich die Begeisterung zunächst doch sehr in Grenzen und so richtig geändert hat sich das auch während des ganzen Films nicht. Teilweiße ist der Film geradezu schreiend komisch, aber nur eine Minute später wendet man sich voller Ekel von der Leinwand ab. Die Story ist bewusst krass und überzogen erzählt, sie driftet mit der Zeit aber in Dimensionen ab die einfach unglaubwürdig erscheinen und den Film doch einige Punkte kosten. Überhaupt scheint dem Regisseur nach etwa einer Stunde ein wenig die Puste ausgegangen zu sein, denn bekommt man in den ersten 60 Minuten noch echtes Powerkino geboten so ziehen sich die verbleibenden 50 Minuten doch schon extrem in die Länge. Ein Happy End gibt es nicht - eigentlich gibt es überhaupt kein richtiges Ende - auch das trägt dazu bei, daß man das Kino mit sehr gemischtem Emotionen verläßt. Auf der einen Seite fühlt man sich aufgerüttelt und bewegt, der Film ist aber auch doch wieder zu weit entfernt und dauerhaft zu berühren.


Fazit

Außergewöhnliche Filme sind in aller Regel auch außergewöhnlich schwer zu bewerten. Die Kritiker in Berlin scheint der Film überzeugt zu haben, das muß jedoch nicht unbedingt etwas darüber aussagen, ob der Film auch für ein gewöhnliches Publikum taugt. Ich für meinen Teil kann den Film nur als mittelmäsig bezeichnen, er hat ganz klar seine Stärken, er hat jedoch auch nicht zuvernachlässigende Schwächen. Ich spreche trotzdem eine ganz klare Empfehlung für den Film aus, da man in jedem Fall etwas verpaßt hat wenn man Gegen die Wand nicht gesehen hat, denn mehr als genug Gesprächsstoff liefert der Film alle mal.
Wer also bereit ist 2 Stunden lang Untertitel zu lesen und vor einigen Gewalt- und Nacktszenen nicht zurückschreckt, der bekommt einen Film der etwas anderen Art geboten, der einem zwar nicht als Meisterwerk in Erinnerung bleibt, den man aber trotzdem so schnell nicht vergessen wird.
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1-6 von 6 Testberichten über Gegen die Wand
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