The Salton Sea Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung 3.6 von 5
von 83% aller Autoren empfohlen (5/6).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
Vincent D´Onofrio´s Schauspiel, geniale Monologe der Hauptfigur (Val Kilmer) und eine bedrückende Atmosphäre
Die Handlung gewinnt mit der Zeit an Spannung, Val Kilmers beste Rolle, Vincent D’Onofrio, Bild - und Tonqualität der DVD, zwei sehr interessante Dokumentationen zum Film
Spannung, Stimmung, Romantik
vereint gekonnt Action, Humor und Story; gut produziert
Nachteile/Kritik
manche Spanungslücken, hauptsächlich am Anfang
Langweiliger Beginn
viel Gewalt
hat hier und da seine Längen, allerdings ohne wirklich für Langeweile zu sorgen
ein Testbericht von pischti19822006-04-12 21:33:47vom 12.04.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Vincent D´Onofrio´s Schauspiel, geniale Monologe der Hauptfigur (Val Kilmer) und eine bedrückende Atmosphäre...Nachteile/Kritik: manche Spanungslücken, hauptsächlich am Anfang
Ich gehe davon aus, daß "Salton Sea" nicht viele kennen, da es sich bei diesem Film nicht um einen "Mainstream Streifen" handelt, die Story recht ernst ist und die Schauspielbesetzung bis auf Val Kilmer gelegentlichen Kino- und Videothekgängern eher unbekannt erscheinen wird.
Es handelt sich hierbei um einen Thriller
verbunden mit dramalastischen Elementen, einer recht dichten und überzeugenden Atmosphäre und gelegentlichen Handlungsüberraschungen, welcher aber nicht für jedermann etwas sein sollte. Ich selbst wurde auf den Film aufmerksam nachdem ich auf einer meiner Lieblingsreferenzseiten, welche sich mit Filmen, Schauspielern und sonstigen Filmdaten beschäftigen nach weiteren Filmen mit R. Lee Ermey gesucht habe und unter anderem diesen als Ergebnis bekam.
Im folgenden Bericht möchte ich Euch "Salton Sea" etwas näher bringen. Viel Spaß beim Lesen ;)
DATEN ZUM FILM: (SCHAUSPIELER, REGISSEUR, WICHTIGE INFOS):
Titel: "Salton Sea"
Genre: Thriller/Drama
Land: USA
FSK: ab 16
Laufzeit: 103 Min.
Regie: D.J. Caruso
Story: Tony Gayton
Schauspieler: Val Kilmer, Peter Saarsgard, Vincent D´Onofrio
Deborah Kara Unger, R Lee Ermey, Doug
Hutchison, Luis Guzman, Anthony LaPaglia
Heute habe ich mich mal dazu entschlossen, Euch einfach einen sehr hilfreichen Link zu geben, mithilfe dessen ihr ALLES selbst nachlesen könnt, falls es Euch interessiert. Ihr findet alle wichtigen Daten zum Film, die Besetzung, die Biografie der einzelnen Schauspieler, ihre anderen Filme in denen diese mitwirkten, Daten zum Regisseur, und sooo vieles mehr.
Falls jemand damit ein Problem hat und dies in seine Bewertung mit einfließen läßt, so bitte ich ihn/sie, mir einen Eintrag ins Gästebuch zu machen, dann ergänze ich alles selbst.
Hier der Link: http://www.imdb.com/title/tt0235737/
INHALT
Bei Salton Sea handelt es sich um eine Art Rahmenhandlung , sprich, der Film beginnt im Präsens, die Hauptfigur (Val Kilmer) sitzt in einer in Flammen stehenden Wohnung, spielt auf seiner Trompete und stellt sich die Frage, wer er eigentlich ist in Form eines Monologes. Es fallen 2 Namen "Danny Parker" und "Tom Van Allen " und der Protagonist fängt an, seine Geschichte zu erzählen. Für die erste Szene ist die nebenan wohnende, sehr heruntergekommen aussehende Colette (Deborah Kara Unger) verantworlich, wie man am Ende sehen kann. Zum Schluß knüpft die Handlung an gerade diese Szene zum Anfang an.
Danny Parker ist eine Art Junky, ein schreckliches Ereignis veränderte komplett sein Leben und riß ihn in den sozialen Abstieg.... Mit seinen paar Freunden dröhnt er sich täglich zu, meistens weiß er nichteinmal, welcher Wochentag der aktuelle ist. Parker ist nebenbei Spitzel für 2 Undercoverpolizisten im Drogenmilieu. Er verpfeift Dealer an die beiden, wird selbst aber in Ruhe gelassen, da seine Drogenakte ihn sofort hinter Gitter bringen würde.
Um nicht völlig vor die Hunde zu gehen, will Danny als Mittelsmann in einem lukrativen Drogendeal groß absahnen. Sein Freund Jimmy (Peter Saarsgaard) stellt ihn "Pu dem Bären" vor (Vincent D´Onofrio), einem perversen Drogenboss, der auf sadistische Spiele steht. Es kommt zum Deal und für Danny beginnt eine lebensgefährliche Odyssee durch L.A.....
EIGENE MEINUNG
"Salton Sea" versetzt den Zuschauer anfangs in eine Art Drogensumpf. Zugedröhnte hippyaussehende Menschen, die sich irgendwelches Zeug reinziehen und Dealer, welche auf einem besonders harten Trip unterwegs sind und nur "Scheiße" erzählen. Val Kilmers Charakter sieht ausgelaugt, erschöpft und traurig aus. Die
Schauspielumsetzung von Kilmer ist ganz gut gelungen und wirkte auf mich überzeugend.
R. Lee Ermey, allen bekannt aus "Full Metal Jacket" hat leider nur eine gaaaaanz kleine Rolle, ohne einen Dialog. Aber seine Präsenz zaubert mir persönlich immer einen Schmunzler aufs Gesicht, da ich sofort den "lustigen" Ausbilder aus "Full Metal Jacket" in ihm sehe. Wer kennt nicht DIE Sätze wie "Ich bin hart aber ich bin fair", "Seit wann kann man Scheiße so hoch stapeln" , "Ab sofort heißen sie Private Schneewitchen, gefällt Ihnen das?" oder "Ihr Arsch kommt auf meine Liste". *g*
Die Person die er spielt ist für die Handlung leider total belanglos, diesmal aber symphatisch im Gegensatz zu seinen anderen Filmen, in welchen er meistens richtige "Arschlochrollen" spielt und das sehr überzeugend.
Vincent D´Onofrio (den meisten bekannt als Private Paula *g* , ebenfalls aus "Full Metal Jacket") spielt "Winni Puh". Er hat sich zu viel Zeug durch die Nase gezogen und diese mußte ihm abgenommen werden. Seitdem läuft er mit einer Plastiknase herum und sieht dementsprechend lächerlich aus.Über ihn lustig machen würde ich mich aber nicht, sonst verschwindet man mal ganz nebenbei in die Gefriertruhe nebenan, wenn auch nur zum Teil....Auch die digitale Bearbeitung der Szene, in der er seine schicke Nase absetzt, ist technisch solide gemacht und sieht ganz "witzig" aus. Sein Charakter ist ziemlich abgedreht und "leicht" pervers.. D´Onofrio zeigt für mich die beste Schauspielleistung von allen, da sein Charakter der schwierigste von allen im Film ist. Hier beweist "D´Onofrio, daß er nicht nur dauerhaft grinsen kann, sondern auch in der Lage ist, einen sardistischen und extrem gestörten Drogenhändler hervorragend darzustellen.
In weiteren Rollen sieht man Peter Staarsgaard als Parkers besten Freund Jimmy, einem drogenabhängigen , sehr kollegialen und hilfsbereiten Menschen, welcher beim Zuschauer einen symphatischen Eindruck hinterläßt. Deoborah Kara Unger als heruntergekommene, sehr verbraucht und psychisch fertig aussehende Nachbarin, welche Streß mit ihrem südamerikanischem Freund hat und Doug Hutchison zusammen mit Anthony LaPaglia als Undercoverpolizisten, welche sehr wichtig für den ganzen Handlungsverlauf sind...
Storytechnisch gibt es weniger Überraschungen, die gesamte Geschichte, auf welche ich nicht detaillierter eingehen möchte, da sonst zuviel verraten würde, ist ganz interessant und stellenweise auch packend, aber nichts, was zuvor in irgendeiner anderen Art und Weise nicht schoneinmal dem Zuschauer irgendwo gezeigt wurde.
Einzig und allein ist das Schicksal des Hauptcharakters Parker (Val Kilmer) interessant, welches gleichzeitig sein etwas anders aussehendes Leben erklärt und welches mit dem gesamten Handlungsverlauf am meisten zutun hat. Zum Ende hin erkennt man die komplette Absicht, welche sich hinter dieser Lebensweise verbirgt...warum wieso und weshalb er gerade dieses Leben wählt...Auch ist es interessant, zu erfahren, warum der Film gerade mit diesem Monolog "Wer bin ich eigentlich" anfängt. Am Ende war ich zwar nicht komplett begeistert, aber enttäuscht hat mich "Salton Sea" auch nicht. Läßt man den Film Revue passieren, so handelte es sich um einen sehenswerten Film, den ich allerdings eher Freunden von Thrillern, verbunden mit Dramaelementen empfehlen würde.
Die Atmosphäre im Film ist ein weiterer Pluspunkt, allein schon der Anfang, mit den auf dem Sofa liegenden zugedröhnten Leuten und dem sehr spärlichem Licht im Raum. Überall irgendwelche Spritzen, Tabletten, bunte Pillen oder Zigaretten. Apathische , halluzinierende und sich momentan in irgendeiner anderen Welt bewegende Menschen. Genau so stell ich mir irgendwelche versifften Drogenorgien vor. Schnell bemerkt man allerdings, daß der Film auf etwas anderes hinauszielt, nämlich nicht auf Anti-Drogen oder "Drogen sind schlecht für Dich" Themen.
Das Maß an Brutalität ist bezogen auf FSK 16 sehr angebracht . Brutale Tötungsszenen sind nur angedeutet, sind in diesem Film aber auch nicht im Vordergrund und ehrlich gesagt sollte "Salton Sea" auch nicht durch diese auftrumpfen, sondern eher durch die Art der Erzählung und die Auflösung offener Fragen während des Filmes.
Was die deutsche Sycnhronarbeit angeht, so ist diese natürlich wiedereinmal hervorragend. Wir in Deutschland können froh sein, somit den besten, wenn nicht sogar DEN besten Synchronisationsmarkt zu besitzen. Ein schlechter Synchronsprecher wertet den Schauspieler um einiges ab, ein guter wertet ihn auf. Da mit David Nathan (Feststimme von Johnny Depp, Paul Wakler, Christian Bale) hier ein Meister seines Faches den Hauptcharakter, als Val Kilmer spricht, ist sensationell. Er hat so eine angenehme, sehr symphatische Stimme, welche er gekonnt einsetzt. Durch die einigen Monologe, welche im Film vorhanden sind und einen weiteren Pluspunkt bilden, überzeugt er komplett, wie immer.
FAZIT:
"Salton Sea" ist ein Thriller der besseren Sorte mit dramalastigen Elementen, welcher zwar streckenweise etwas abbaut, trotzdem nicht langweillig wird. Läßt man die Handlung Revue passieren, so ist der Film "ganz nett", sehenswert ist er allemal.
7,5/10 , bzw. auf yopi bezogen 3 Sterne, somit "gut".
LG, Felix
Auch diesmal ist konstruktive Kritik natürlich gern gesehen. Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten. ;)
Mein Bericht erschien ebenfalls auf ciao.de ;)
...
ein Testbericht von Scoopexx2010-01-26 17:55:43vom 26.01.2010Empfehlung: ja
Vorteile: vereint gekonnt Action, Humor und Story; gut produziert...Nachteile/Kritik: hat hier und da seine Längen, allerdings ohne wirklich für Langeweile zu sorgen
Es ist nicht unbedingt einfach zu erklären, worum es in The Salton Sea geht, ohne den Film zu spoilern. Da ich mit diesem Test niemandem das Filmvergnügen verhageln möchte, indem ich irgendwelche Wendungen bereits hier aufdecke, werde ich nur den groben Plot, wie er am Anfang dargestellt wird, erzählen.
Danny Parker ist ein Junkie, der den ganzen Tag herzlich wenig anderes macht, als sich Drogen einzuflößen und mit flüchtigen Bekannten abzuhängen. Er hat lediglich einen einzigen guten Freund, der ebenso in dem Drogenmilieu mit drinsteckt und der wirklich alles für Danny tun würde. Nebenher arbeitet er als Spitzel für zwei Polizisten, die ihn dafür alles andere als gut behandeln und ihm immer die Drecksarbeit überlassen. Das führt so weit, dass er eines Tages das Ungemach der Unterwelt auf sich zieht und dringend die Stadt verlassen muss, um nicht irgendwann über den Haufen geschossen zu werden. Um zumindest ein bisschen flüssig zu sein, will er noch einen letzten großen Deal mit Pooh dem Bär, einem Typen, dem sein Drogenkonsum die Nase gekostet hat. Eigentlich ist auch er ein kleiner Fisch, aber er hat das Geld, um den Deal über die Bühne zu bringen, ist dabei aber alles andere als seriös. So gerät Danny zwischen die Fronten zwischen dem Dealer, Pooh dem Bär und den beiden Polizisten, die auch ihren Vorteil aus der Sache schlagen wollen.
Nach und nach wird die Geschichte hinter Danny im Film aufgedeckt und die Sache ist am Ende komplett anders, als es zu Beginn scheint. Gerade diese Wendungen sind ein Bestandteil des Films, die seine Qualität ausmachen. Fast wie bei "Wild Things" ist man am Ende vollkommen überrascht, wenn man die Geschichte herausfindet, die wirklich hinter Danny steht. Aber die gute Story ist nicht das einzige Aushängeschild von The Salton Sea. Der Film hat auch einige Lacher, ohne dabei seine Düsterkeit einzubüßen. Er verbindet gekonnt mehrere Genres miteinander, wechselt immer zwischen Drama, Thriller, Action und Komödie und schafft so eine Symbiose, die perfekt von den Schauspielern rübergebracht wird. Die Rollen sind alle vergleichsweise einfach zu spielen, sie entsprechen meist auch irgendwelchen Klischees, aber dafür fällt auch nirgendwo eine schlechte schauspielerische Leistung auf. Mit Val Kilmer haben die Produzenten ja auch einen mittlerweile recht bekannten Namen des Filmgeschäfts eingesetzt, der schon unter anderem in solch genialen Filmen wie Heat mitgespielt hat. Die restlichen Rollen sind eher durch unbekanntere Schauspieler besetzt, auch wenn man hier und da das ein oder andere Gesicht schon einmal gesehen hat.
Wem kann man The Salton Sea also empfehlen? Leuten, die mal wieder einen Film mit Hintergrundgeschichte sehen wollen, sicherlich, denn hier ist die größte Stärke des Films. Insbesondere wenn man hier und da auch nicht auf Action und Komödie verzichten möchte.
Ich gebe dem Film vier Sterne, da er irgendwann ab der Hälfte einige kleinere Längen hat, in denen dem zuvor verwöhnten Zuschauer zu wenig geboten wird. Wenn es mir das Bewertungssystem hier erlauben würde, dann wären es genau genommen 4,4 Sterne. Der Film ist also nicht perfekt, aber das sollte einen nicht
davon abhalten, ihn zu sehen. Wenn einen das oben beschriebene nur ansatzweise anspricht, dann sollte man ihn mal in der Videothek ausleihen oder bei Ebay kaufen. Da die DVD schon einige Jahr auf dem Buckel hat, wird man dort sicher nicht viel mehr ausgeben, als in der Videothek und es lohnt sich The Salton Sea in der eigenen DVD-Sammlung zu haben. Ich habe ihn seit Erscheinen immerhin schon 3x gesehen und er war keinmal langweilig.
Fakten:
Die deutsche Kauf-DVD wird von Warner vertrieben und ist durch die FSK als ab 16 eingestuft worden und damit natürlich ungeschnitten. Die Laufzeit beträgt knappe 100 Minuten, als Sprachen sind Deutsch und der englische Originalton sowie Spanisch auswählbar. Als Untertitel lassen sich folgende Sprachen hinzuschalten: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Griechisch, Hebräisch, Portugiesisch und Spanisch auswählen. Mit Extras wurde leider gespart, ihre Spieldauer beträgt lediglich 20 Minuten und es wird einem lediglich Standardmaterial wie Interviews und Original-Trailer geboten.
...
ein Testbericht von LilithIbi2006-08-05 15:41:31vom 05.08.2006Empfehlung: nein
Meinem Wahn nach handelnd, mir unbedingt alles mit Vincent D’Onofrio anschauen zu müssen, habe ich mir nun auch den Film „The salton sea“ besorgt. Da er über amazon gebraucht billig zu haben war, habe ich hier zugeschlagen ~ getäuscht von der Stimme in meinem Kopf, dass man mit 3 EUR sicherlich nichts falsch machen kann.
Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung hatte, um was es in den Film gehen sollte ~ es war also buchstäblich ein „Blindkauf“. Doch wenn Val Kilmer mitspielt kann der Film ja gar nicht mal
soooo schlecht sein....
//DIE NACKTE WAHRHEIT//
entpuppte sich in der Form einer doch recht ansehnlichen Tätowierung auf der Originalhülle. Nihct schlecht... Und auch die Inhaltsangabe las sich nicht allzu uninteressant: grob zusammengefasst geht es mal wieder um die Drogenszene; vielmehr um Danny Parker (gespielt von Val Kilmer) der so nebenbei für die Polizei spitzelt und irgendwann eben auf die glorreiche Idee kommt, sich mit einem „Drogenboss“ in Verbindung zu setzen um ans große Geld zu kommen.
Neu ist die Story natürlich allemale nicht ~ was mir ein wenig Hoffnung erweckte, war der Zusatz „einem perversen Drogenboss, der auf sadistische Spiele steht“. Irgendwo erhoffte ich mir also was in der Machart von „8 mm“, den ich trotz dem mir absolut zuwideren Nicolas Cage für sehr gut befand.
Doch schon nach den ersten Minuten geriet ich stark ins zweifeln:
Der Zuschauer erblickt einen Kerl, der inmitten von Flammen sitzt und Trompete spielt. Das, was dann so von sich gibt erweckt mir dann die ersten Grauen. Zugegeben, für die Synchronisationsstimme kann kein Schauspieler was ~ aber die gewählte Erzählstimme ließ mich meine Teetasse doch etwas fester krallen. Der Inhalt... absolutes Gewäsch Marke „seicht“ und versucht melodramatisch.
Nu ja, tapfer wie ich bin tat ich mir dann doch noch ne halbe Stunde an ~ auch wenn ich sehr irritiert zusehen durfte, wie eine Frau zwischen zwei Matratzen eingeklemmt liegt und sich nicht anders zu helfen weiß als dass sie immer wieder ruft, dass sie keine Luft mehr bekäme, während ihr zugedröhnter Mann auf sie einschlägt.
Das erste mal an die Stirn geklatscht hab ich mir als jener Junkie erschossen auf dem Bürgersteig lag. Nahezu malerisch floss dass Blut vom rechten oberen Bildrand bis in die äußerste linke Ecke; natürlich fein säuberlich in den Gulli und begleitet von Kindergeheul.
Aber das war immer noch besser als Danny Parkers Trompetenspiel, bei dem dauernd eine doch recht ansehliche Frau am Strand eingeblendet wird. Man darf erahnen, dass Parker mit eben dieser Schönheit ein „Tete-a-tete“ hatte und eben wegen deren Verschwinden zum Junkie wurde.
Ergo ~ Kitsch pur.
Ich muss gestehen, dass ich einer der wenigen Personen dieser Welt bin, der von Trompeten- oder gar Saxophonspielen nahezu aggressiv wird.
Nach kurzer Spielzeit des Filmes entschließt sich Parker also mit seinem Kumpel zu einem Drogendealer namens „Puh der Bär“ zu fahren. Bei den Gesprächen während der Autofahrt an sich musste ich wirklich zweimal lachen ~ endlich also mal ein Gag, der ankam und auch zog. Aber spätestens bei der haarsträubenden Story, dass „Puh der Bär“ eben so genannt wird weil ihm seine Nase im Krankenhaus abgeschnitten worden musste weil er zuviel gekokst hatte überlegte ich mir, den Film auszuschalten.
Abgehalten wurde ich zum einen davon nur, weil ich bis dato immer noch nicht Vincent D’Onofrio bewundern durfte und zum anderen weil mich diese Szene, in der zwei Tauben in einem ferngesteuerten Auto saßen und JFK plus Gattin „nachspielten“ irgendwie lähmte. Wie gebannt schaute ich auf mein TV-Gerät ~ und sodann eben auf „Puh den Bären“; ergo: meinen derzeitigen Lieblingsschauspieler.
Frau wie ich nun mal bin muss ich gestehen dass ein Mitentscheidungspunkt,dass ich „Salton Sea“ an dieser Stelle aus dem Recorder entfernte eben der war, dass die Rolle des „Puhs“ derart lächerlich wirkte. Nein, so wollte ich mir meinen Traummann vor dem Zubettgehen nun doch nicht in Erinnerung behalten!
Die Plastiknase wirkte noch alberner wie eine Clownsnase; die darauffolgende Szene, wie er in der Küche sitzt ist einfach der Hammer... in negativer Art und Weise.
Und zack ~ mehr kann ich zu dem Film nicht sagen.
//ERGO//
Tja, wie geht es nun weiter, wie endet der Film?
Ich kann es nicht sagen.
Eben weil ich mir keine weitere Minute angetan habe.
Statt dessen guckte ich mir sodann den Rest von „Frauentausch“ an; immer noch leicht verstört, wie ich zugeben muss.
Mag sein, dass „Salton Sea“ noch irgendwann spannender geworden wäre ~ doch diese Machart von „Drogenfilmen“ ist einfach nicht mein Ding.
Vergleichsweise musste ich recht schnell an „Fear and leathing Las Vegas“ mit Johnny Depp denken. Auch diesen Film habe ich nicht mal bis zur Hälfte gesehen; aber immerhin machte ich hier nicht den Fehler, die VHS direkt zu kaufen.
Meat Loaf soll in diesem Film ebenfalls mitspielen ~ tja, denn hab ich nu leider verpasst. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es in einem schwachen Moment doch noch mal wagen sollte, mir auch den Rest noch anzusehen. Aber eigentlich würde ich jedem, der die Kassette im Geschäft in Augenschein nimmt, eben diese aus der Hand schlagen. Soviel Nächstenliebe muss dann eben doch sein.....
Ergo des Ergos: ein totaler Fehlkauf. Ich wage zu bezweifeln, dass der Rest des Streifens den miesen Anfang noch retten kann. Im Grunde hab ich also quasi 6 EUR ausgegeben, damit mir Val Kilmer in einer nervtötenden Art und Weise mit seiner Trompete ins Ohr trötet.
Und das brauch ich nu echt nicht.
Hat jemand Interesse an der VHS? Mich kann nichts und niemand mehr daran hindern, diese weiter zu verkaufen.
ein Testbericht von trampastheo2005-03-29 17:13:41vom 29.03.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Die Handlung gewinnt mit der Zeit an Spannung, Val Kilmers beste Rolle, Vincent D’Onofrio, Bild - und Tonqualität der DVD, zwei sehr interessante Dokumentationen zum Film...Nachteile/Kritik: Langweiliger Beginn
The Salton Sea ist ein sehr interessanter Thriller, mit Val Kilmer in der Hauptrolle, den ich mir vor einiger Zeit auf DVD angeschaut habe.
Handlung
Danny Parker (gespielt von Val Kilmer) ist ein Junkie, der zusammen mit anderen Drogensüchtigen sein Leben damit verbringt, sämtliches weißes Zeugs einzuatmen und daran zu verenden. So glaubt man zumindest am Anfang, bis uns Danny die ganze Geschichte erzählt. Seine Frau wurde vor wenigen Jahren, vor seinen Augen erschossen. Bis heute macht er sich Vorwürfe, warum er vom Badezimmer des Hauses nicht eingegriffen hat, um sie
zu retten. Es muss sich bei diesem Mord um einen Fehler gehandelt haben, denn seine Frau, ihre Eltern und er, hatten sich bis dahin nichts zu Schulden kommen lassen. Er will sich für den Tod seiner Frau rächen. Dabei ist er unter die Drogenszenen gegangen, wo er es schafft der Spitzel für zwei Polizisten zu werden. Diese sind korrupt, ermorden meistens die Drogendealer und behalten das Geld für sich. Als sie Danny als Spitzel ausgesaugt haben, lassen sie ihn fallen. Danny sieht nun die Möglichkeit einen eigenen Deal zu vollbringen, bei dem es um 250.000 Dollar geht. Er trifft sich mit dem sadistisch veranlagten Drogendealer Pooh Beer (gespielt von Vincent D'Onofrio), mit dem er den Deal abschließen möchte. Doch er hat die mexikanische Mafia und seine einst einzigen Beschützer, die beiden korrupten Gesetzeswächter, am Hals.
Filmkritik
The Salton Sea ist ein gelungener Thriller, der mir gut gefallen hat. Anfangs war ich etwas skeptisch, denn Filme, die mit Drogenhandel und Junkies zu tun haben, sind nicht so mein Ding. Für mich ist auch der Anfang des Films, als alle dieses Mettamphetamin probieren, eher langweilig. Ein Mensch, der noch nicht mal eine Zigarette mit seinen 28 Jahren probiert hat wie ich, der kann so was dann auch nicht gerne sehen. Doch mit der Zeit enthüllt sich eine ganz andere Geschichte im Film, die zwar weiterhin den Drogenhandel im Vordergrund präsentiert, trotzdem eine ganz andere Fährte aufsucht. Denn Danny Parker (Val Kilmer) ist nicht Danny, sondern Tom und Tom will sich für den Tod seiner Frau vor vielen Jahren rächen. Was das jetzt mit der Drogenszene zu tun hat, erfährt man als Zuschauer erst gegen Ende des Films und dazu darf ich natürlich an dieser Stelle nicht all zu viel verraten. Den Zuschauer erwartet auf jeden Fall ein sehr actionreiches Ende! Im Film fließt in einigen Szenen etwas zu viel Blut. Schiessereien auf Menschen und Tauben kommen vor und diese werden nicht blutlos präsentiert, deshalb auch das FSK ab 16 und nicht 12 Jahren. Für Werbung sorgen im Film die Firmen Jägermeister, Coca Cola und Budweiser. Prost!
Wer mich etwas besser kennt, weiß, dass Heat zu meinen Lieblingsfilmen gehört. Darin treten nicht nur Robert de Niro und Al Pacino auf, sondern auch Val Kilmer. Seine Rolle dort zeigt ihn als Komplize von de Niro bei einem Raub- und später Banküberfall. Dass Kilmer auch in The Salton Sea den Bösen spielt, glaubt man am Anfang des Films allemal. Und wenn nicht genau den Bösen, dann doch den verkommenen Junkie, der alles tun würde, um seine Dosis zu bekommen. Schnell bekommt man jedoch mit, dass er ein Spitzel von zwei Polizisten ist, die korrupt sind und aus ihren Drogenfahndungen selbst große Geldsummen kassieren. Val Kilmers Rolle als Junkie ist absolut überzeugend. Mit seinen flimmernden Augen, der Punkfrisur, dem riesigen Tatoo auf dem Rücken und der trägen Redensart hat er einige Merkmale, die den Zuschauer überzeugen. Doch all das ist natürlich, wie sich später erweist nur gespielt, denn in Wahrheit ist er auf Rache für den Mord an seiner Frau aus. Eine herrliche Interpretation von Kilmer, zur durchaus besten Rolle in seiner Karriere. Zu den anderen Darstellern wären eigentlich nur Vincent D'Onofrio zu erwähnen, der als nasenloses, sadistisches Biest für Unterhaltung im Film sorgt.
Die DVD und ihr Bonusmaterial
Produktionsjahr: 2002
Laufzeit: ca. 100 Minuten
Freigegeben: ab 16 Jahren
Bildformat: 1.85:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, englisch, spanisch
Untertitel: Deutsch, englisch, griechisch, spanisch, hebräisch, portugiesisch
Die DVD zu The Salton Sea zeichnet sich außer dem einwandfreien Bild (durch die etwas dunkle Atmosphäre hervorragend) und dem sauberen Ton (Dolby Digital eben), für zwei sehr interessante Dokumentationen aus, die eine Art Making Of darstellen. In den beiden Dokus mit den Namen Embracing the Chaos: a Conversation with the Cast of The Salton Sea und Meth and Method: the Production Design of The Salton Sea bekommt man als Zuschauer sehr viele Details von den Dreharbeiten, aber auch von den Gedanken der Protagonisten des Films mit. Man hört den recht jungen Regisseur des Films D.J. Caruso über die Atmosphäre sprechen (Film-Noir-Stimmung), die er versucht hat im Film einzubauen und er spricht auch einige Szenen an, wie die mit dem Waffenhändler, die in einem sehr dunklen Zimmer gedreht wurde. Produktionsdesigner Tom Southwell betont die genauen Stellen im Film, wo die Atmosphäre eine besondere Rolle spielt, wie z.B. das Haus von Bösewicht Pooh Beer. Val Kilmer kommt natürlich in den Interviews auch zu Wort und meint, dass seine Rolle im Film die wohl schwierigste in seiner Karriere war. Man erfährt dazu auch einige Hintergrundinfos zum Film, wie z.B. dass Vincent D’Onofrio ganze 20 Pfund für seine Rolle zugenommen hat oder wie das Tattoo auf dem Rücken von Val abgedruckt wurde. Zwei sehr interessante Dokumentationen, die nach dem Anschauen des Films ideal als Zusatzinfos hinzukommen. Ein Trailer zum Film wird auf der DVD ebenfalls angeboten.
Fazit
"The Salton Sea" ist ein sehenswerter Thriller, der vor allem nach den anfänglichen, für mich zumindest, langweiligen Minuten an Spannung und Sinn (was die Story betrifft) gewinnt. Val Kilmer ist es gelungen, sein schauspielerisches Talent auch als Solo-Protagonist in einem Film unter Beweis zu stellen. Die DVD ist einwandfrei was Bild & Ton angeht und bietet mit ihren zwei Dokumentationen ein überzeugendes Bonusmaterial für den Fan der Hintergrundinfos solcher Filme.
...
ein Testbericht von Creeptceeper2004-11-01 12:08:46vom 01.11.2004Empfehlung: ja
The Salton Sea“ ist einer der wenigen guten Thriller, die bei uns nicht ins Kino geschafft haben. Dies leider völlig zu unrecht. Neben einer sehr guten Story ist der Film mit Schauspielern wie Val Kilmer auch noch hochkarätig besetzt. Doch leider hatte „Warner Brother“ nicht genug Vertrauen um die Film in Deutschland ins Kino zu bringen.
In „Salton Sea“ geht es um den ehemaligen Jazz- Musiker Dany Barker. Bei einem Überfall in denen er und seine Frau zufällig hineingeraten, stirbt seine Frau. Nach diesen Verhängnisvollen schlag rutscht er immer weiter
in die Drogen- und Unterwelt ab. Die meiste Zeit hängt er mit seinem Freund rum, und dröhnt sich zu. Alles in seinem Leben könnte so einfach sein. Doch Dany Barker muss auch noch für die Polizei als Spitzel arbeiten. Als erfährt das eine Gang von Mexikanern ihn umbringen will, beschleißt Dany noch einen großen Deal landen. Daraufhin lässt er sich mit dem verrückten Dealer „Winny Pu“ ein. Dieser soll ihm Stoff verkaufen. Doch schon bald kriegt auch die Polizei heraus was Dany vorhat. Nun ist dieser von allem Seiten genötigt, etwas für sie zu tun. Doch irgendwie muss er das alles auch selber überleben.
Der Regisseur D. J. Caruso ist eigentlich eher bekannt geworden durch TV Serien. So war er der Regisseur bei Serien wie „Martial Law“, „The Strip“ oder „The Shield“. Doch auch ein paar Filme machte er. So führte er Regie bei „Black Cat Run“. Für diesen Film hatte Frank Deborant(Die Verurteilten, The Green Mile) das Drehbuch geschrieben. Doch sein Durchbruch erlangte er mit „The Salton Sea“. Nach dem ganzen Lob des er für Caruso heraus sprang, dürfte er danach die Big Budget Produktion „Taking Lives“ mit Angelina Jolie. Hauptdarsteller aus „The Salton Sea“ ist Val Kilmer. Kilmer wurde bekannt ihn Hollywood durch seine Filme wie „Batman Forever“ oder auch „The Saint“. Doch nach einer Reihe von Flops, wollte niemand in Hollywood, mehr etwas von ihm wissen. Doch nach „The Salton Sea“ schaffte er so etwas wie ein Comeback.
„The Salton Sea“ fängt wie ein ganz normaler Drogenfilm an. Es werden viele Junkies bei ihrem Treiben gezeigt. Doch der Darstellung der Junkies unterscheidet sich, von denen aus anderen Filmen der selben Thematik. Alles wird hier ein wenig verrückt und skurril gezeigt, so das man teilweise denken könnte, dass es sich hier um eine Komödie handelt. Doch schnell wird klar das trotz der komischen oder skurrilen Elemente, der Film eigentlich sehr Ernst ist. Doch wenn man nur den Anfang betrachtet, erinnert man sich an Filme wie „Spun“. Der Film selber nimmt an Anfang sich sehr viel Zeit, um das Treiben der Drogensüchtigen ausführlich zu beschrieben. Dabei wird vollkommen auf die Dokumentation des gezeigten verzichtet. Und das ist auch gut so, die Bilder sprechen eine eigene Sprache. Man ist schon amüsiert aber auch gleichzeitig, betroffen wenn man sieht wie ausgelassen dort gefeiert wird. Wen etwas genauer hinsieht, erkennt man das die Fröhlichkeit, nur aufgesetzt ist um zu verschleiern das die Protagonisten damit ihre Probleme verdrängen wollen. Genau in dieses Raster passt auch der Hauptdarsteller.
Doch wenn man den Film ganz gesehen hat, weiß man das er doch anders ist, als die anderen Junkies. Aber um nicht zuviel zu verraten, gehe ich darauf nicht weiter ein. Der Film wandelt sich aber sehr schnell zu einem düsteren Thriller. Dies ist schnell zu erkennen, an der Spitzel Thematik. Von nun an ist der Film ein reiner Thriller, wo es nur noch um Drogen als Verkaufsobjekt geht. Doch die eigenwilligen Still und den Humor behält der Film bei. Dieser macht den Film zu einen der besten Thriller seit langer Zeit. Der Humor ist zwar teilweise sehr trocken oder auch dunkel aber dem noch in guter Portion vorhanden. Dies sieht man besonders an zwei Szenen des Films. Die handelt vom Namen des Drogendealers. Ich glaube jeder kennt den Bären „Winny Pu“. Diesen Namen hat auch der Dealer. Er hat diesen Namen weil er keine Nase mehr hat. Was das mit dem richtigen Winny Bu zu tun hat, ist ganz einfach zu erklären. Dieser steckt immer seine Nase in Becher mit Honig und bleibt stecken. Der Dealer hat seine Nase auch immer in einen Becher mit „Honig“ gesteckt, bloß war dieser Weiß und Pulverförmig.
Die andere Geschichte ist, wie einige der Junkies versuchen, die Stuhlprobe von Bob Hope zu stehlen. Diese wollen sie danach für eine große Summe bei Ebay versteigern. Nicht nur das die Idee völlig bescheuert ist, die Ausführung des „Plans“ ist noch viel schlimmer. Doch trotz des Humors die der Film verströmt, ist der Film meistens eher dunkel. Val Kilmer schlürft immer wie ein Zombie durch die Gegend wenn er nicht high ist. So versucht er den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Doch er hat auch immer noch den Gedanken sich an seinen Mördern zu rechen. Dies wird bald im Film die zentrale Rolle. Bald wird die Story von immer mehr Wendungen heimgesucht, die den Charakter von Kilmer immer wieder in ein neues Licht stellt. Doch das ist die große Stärke des Films. Der Spannungsbogen steigt immer mehr und durch die Wendungen, erhält der Film sich seine dynamischen Züge. Veranschaulicht werden einige Szenen auch mit dem Off Kommentar von Kilmer. Dieser wirft immer wieder fragen für den Zuschauer auf, die sie erst am Ende des Films beantworten können.
Val Kilmer spielt in „The Salton Sea“ die Rolle seines Lebens. Es muss eine gespaltene Figur so Darstellen, das man ihm diesen Aspekt auch abkauft. Dies schafft er mit Bravur. Seine Darstellung schafft es den Film noch zu verbessern. Ich glaube das der Film auch hätte scheitern können, wenn man einen schlechten Schauspieler genommen hätte. Der Regisseur Caruso hat schon mit der brillanten TV Serie „The Shield“ gezeigt, was er kann. Dies setzte er mit „The Salton Sea“ fort. Es ist also kein Wunder, dass er danach eine Große Produktion aus Hollywood über nehmen könnte.
„The Salton Sea“ ist wirklich einer der besten Thriller der letzten Jahre, dem ich nur jedem empfehlen kann. Hier wird fast alles geboten was ein Thriller nur enthalten kann.
Originaltitel: Salton Sea, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2002
Regie: D.J. Caruso
Darsteller: Val Kilmer
Vincent D'Onofrio
Adam Goldberg
Luis Guzmán
Doug Hutchison
Anthony LaPaglia
Glenn Plummer
Peter Sarsgaard
Deborah Unger
Chandra West
B.D. Wong
Tom Fitzpatrick
Shirley Knight
Val Lauren
Meat Loaf
...
ein Testbericht von Volker1112003-12-15 21:18:53vom 15.12.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Spannung, Stimmung, Romantik...Nachteile/Kritik: viel Gewalt
The Salton Sea Thriller
•••Vorwort•••
Eine Filmkritik auf CIAO weckte mein Neugierde. Als ich dann auf Ebay vorbeisurfend relativ günstig den Zuschlag erhielt, freute sich mein relativ neuer DVD-Player über sein neues Futter.
Die Inhaltsangaben, obwohl nicht direkt falsch, ließen mich jedoch anderes erwarten als das, was ich schließlich zu sehen bekam.
Doch das vorweg, obwohl in einigen Szenen recht grausam, würde ich dennoch nachträglich diesen Film als romantisch und mit einer richtigen und wichtigen Lebenslehre versehen bezeichnen. Doch nun endlich zum Inhaltsanriss, der durch die vielen Rückblenden und Zeitebenen gar nicht so einfach
zu bewerkstelligen ist.
••• Inhaltsanriss •••
Der Film beginnt mit dem zweiten Ich des Jazz Musikers Tom van Allen, meisterlich gespielt von Val Kilmer, von dem ich bis dato noch nichts wusste, was sich nun aber ändern wird.
Dieses zweite Ich, Danny Parker, der Polizeispitzel und Drogenkleindealer, lebt in einer Welt rücksichtsloser gegenseitiger Ausbeutung und Gewalt, scheinbar selbst ständig auf der Flucht und auf der Suche nach dem einmaligen letzten großen Coup.
Doch dieser Danny Parker erschien mir während des ersten Teils des Filmes ein wenig unglaubwürdig und psychologisch einfach nicht stimmig. Aber das gehört vielleicht mehr in die Bewertung.
Danny Parker legt es darauf an, nachdem seine Polizeispitzeltätigkeit bei einem der größeren Bosse kein Geheimnis mehr zu sein scheint, einen großen Drogendeal abzuschließen, um sich mit dem großen Geld in Sicherheit zu bringen.
Dass dieses jedoch nicht sein wirkliches Ziel ist, merkt der aufmerksame Zuschauer bereits im ersten Drittel des Filmes, zunächst nicht begreifend, dass jemand nach der Ermordung seiner heißgeliebten Freundin am Salton Sea zwar eine bemerkenswerte künstlerische Tätowierung zur unauslöschlichen Erinnerung auf dem Rücken trägt, andererseits sich von seiner damaligen Lebensidee mehr und mehr entfernt.
Skurrile Freunde mit chaotischen Verhaltensweisen tragen zur Verwirrung bei, obwohl man dann mehr und mehr ahnt, dass jemand totale Erniedrigung und Schwäche nach außen hin nur auf sich genommen hat, um ans Ziel zu gelangen, Rache für den Tod seiner ermordeten Freundin zu nehmen.
Auf dem Weg dorthin muss allerdings eine andere Identität so realistisch gespielt werden, dass manchmal Tom selbst nicht mehr weiß, ob er nun Tom oder Danny Parker ist.
Nicht nur den sadistischen Drogenboss Winnie Puh, das korrupte Polizistengespann als auch seinen neuen Freund aus der Drogenszene könnte jede Abweichung in seiner Rolle als Danny Parker zu extremen Maßnahmen verleiten.
In diesem menschlichen Dschungel, angereichert durch eine ehrgeizige FBI Kommission, trifft Tom eine lebensgefährliche Entscheidung, sich einem seiner neu gewonnenen Freunde anzuvertrauen, sein doppeltes Spiel zu gestehen, damit er am FBI vorbei in das Zentrum der Todesengel gelangt.
Den Verlauf dieses Hauptteiles spare ich aus. Als alles vorbei zu sein scheint und Tom begreift, dass er weder Danny noch Tom bleiben kann, sondern eine neue Identität entwickeln muss, holt ihn ein kleiner Fehler aus der Zeit als Danny grausam ein. Nur gut, dass er einen wirklichen Freund selbst in dieser Situation behält.
Klingt sicher etwas wirr, doch eine klarere Darstellung würde zu viel des Inhalts vorweg nehmen, was aufgrund der Rückblenden besonders bis zum letzten Viertel die Spannung erheblich verringert hätte.
••• Bewertung •••
Trotz diverser Gewaltszenen in einer Subwelt menschlicher Wracks, von Außenseitern und Psychopathen wirkt der Film eigenartig schön. Die Trompetensoli des Jazzmusikers Tom tragen sicherlich genauso dazu bei wie seine bildschöne Freundin.
Skurril die phantastische Planung seiner Drogenmilieufreunde, die gleichzeitig wie ein
supramodernes Tanzballett wirken.
Knallhart dann wieder die Szene kurz vor der Ermordung der geliebten Frau, hilflos zusehen müssend. Brutal atemberaubend die Verhörmethoden des Drogenbosses Pu dem Bären, wobei dessen nasenlose Fratze und seine Erzählungen über seinen Umgang mit schlechten Geschäftspartnern bereits Übelkeit hervorrufen könnte, ganz zu schweigen von seinen scheinbaren Speiseeinladungen.
Und doch, bestimmt wird dieser Film nicht vom Rachefeldzug, sondern von Romantik und der Suche nach dem eigenen Ich nach einer traumatischen Identitätskrise.
Die schauspielerischen Leistungen in den Nebenrollen erscheinen mir außergewöhnlich gut.
Dem extrem spannenden dramatischen Thriller kann ich einfach nur 5 Sterne und eine Empfehlung für alle erwachsenen Zuschauer geben.
P.S. Auch der endgültige Schluss des Streifens hat mir sehr gut gefallen.
••• Infos zur DVD •••
Die DVD enthält zusätzlich zu den 100 Minuten des Filmes noch Interviews (englisch) mit dem Team des Films, einen Trailer und natürlich das obligatorische Menu zur Anwahl verschiedener Szenen. Ton und Bild sind optimal. Sprachen sind deutsch, englisch und spanisch, als Untertitel stehen außerdem noch weitere Sprachen zur Verfügung. Die Freigabe ab 16 Jahren halte ich für angemessen. Die DVD kostet bei amazon.de neu immer noch um 25 Euro, ist aber gebraucht bzw. wie neu ab 10,50 Euro zu kaufen. Bei Ebay kann man sie mit etwas Glück (wie ich) auch unter 8 Euro erstehen.