ein Testbericht von Gabimel2010-05-01 16:33:43vom 01.05.2010Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, fesselnd, erbarmungslos...Nachteile/Kritik: ein paar Rechtschreibfehler schmälern leider das Lesevergnügen
Jetzt mit dem schönen Wetter da draußen entspannt sich auch endlich die Situation auf der Arbeit ein wenig. Von daher habe ich in der letzten Zeit auch wieder vermehrt Lust, es mir mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Und wenn meine Motivation bleibt, folgt in der nächsten Zeit vielleicht noch der ein oder andere Bericht von mir.
Aber gut, backen wir mal kleine Brötchen und fangen mit diesem Bericht über Cody McFadyen's „Der Todeskünstler“ an.
Ich habe im vergangenen Jahr den ersten Fall von Smoky Barrett in „Die Blutlinie“ gelesen und musste den Folge-Fall unbedingt haben. Anfang April habe ich es dann endlich geschafft, das Buch zu bestellen, gelesen habe ich es in 2 Tagen.
*** Das Buch ***
Ich habe mir das Buch bei www.buecher.de bestellt, weil ich einen 5 € - Gutschein hatte, den ich nur ungern verfallen ließ. Mit seinen 556 Seiten weist das Buch eine enorme Dicke auf und verspricht ein langes Lesevergnügen.
Erschienen ist das Taschenbuch bei dem Bastei Lübbe Verlag. Es wurde 2007 von Cody McFadyen unter dem Originaltitel „The Face of Death“ veröffentlicht.
Mein Bericht basiert auf der Ausgabe von Juni 2009, 1. - 3. Auflage.
*** Das Cover ***
Die Taschenbuchausgabe hat als Grundfarbe weiß. Darauf ist eine Gipsmaske mit ihrem Schatten abegebildet. Sie weint blutrote Tränen, einige Spritzer Blut sind auch dahinter zu erkennen. Der Name des Autors ist in Großbuchstaben in einem Grauton ganz oben abgedruckt, darunter befindet sich der Titel „Der Todeskünstler“. Wobei das Wort „der“ in der gleichen Farbe gehalten ist, wie der Name des Autors, das Wort „Todeskünstler“ allerdings in einem etwas dunkleren Rot, als die Tränen der Maske. Die Kategorisierung „Thriller“ ist unmittelbar unter dem Titel zu finden, ebenfalls in grau. Sämtliche Schrift ist mit kleinen Zahlen versehen.
Die roten Fragmente dieses Covers sind reliefartig zu erfühlen.
*** Die Rückseite ***
Die Rückseite ist in den selben Farben gehalten, wie das Cover selbst. Auch hier erkennt man Blutflecken und -spritzer.
Ein Auszug aus dem Buch kann hier gelesen werden:
„Das Grauen ist hier.
Smoky Barrett riecht den Tod, als sie die Türe öffnet.
Der Boden und die Wände sind mit Blut getränkt.
Auf dem Bett liegen zwei tote Körper -
geschändet, entstellt, ausgeweidet.
Neben ihnen kauert ein Mädchen.
Der Todeskünstler hat sie besucht. Seit Jahren zerstört er
ihr Leben, tötet jeden, der ihr lieb ist. Er will sie in den
Wahnsinn treiben und nach seinem Bild neu erschaffen.
Er wird wieder zu ihr kommen...“
Psychologisch gut gemacht, ist hier die Hervorhebung einzelner Worte in dem Rotton. Die Wörter fallen einem somit direkt ins Auge und erzählen von dem, was einem in diesem Buch erwartet.
Zwei positive Rezensionen über das Buch sind ebenfalls auf der Rückseite zu lesen.
1)„McFadyen schreibt die Bücher, die man von Stephen King heute gerne lesen würde.“, sagt der Kölner Stadtanzeiger.
2)„MyFadyen schreckt vor nichts zurück.“, äußert die BZ am Sonntag ihre Meinung.
*** Die Geschichte ***
Sarah ist ein junges, hübsches Mädchen von gerade einmal 16 Jahren. Sie steckt also in der aufregendsten Zeit, ihres jungen Lebens.
Aufregend ist ihr Leben alle mal. Aber eben
nicht so, wie es sein sollte....
In der Nacht vor Sarah's sechstem Geburtstag besuchte ein Mann das elterliche Haus. Er fesselte ihre nackten Eltern und setzte sie im Wohnzimmer vor das Sofa. Er tötete Sarah's besten Freund – den Hund Buster – und weckte das Mädchen mit den Worten „Ich habe noch nie ein wildes Tier gesehen, das sich selbst bemitleidet hat.“ und warf den abgesägten Kopf auf das Bett des Kindes.
Und so nahm das Schicksal seinen Lauf...
Nun, mit ihren 16 Jahren, ist Sarah am Ende ihrer Kräfte. Der Künstler hat sie erneut besucht und ihr wieder einmal genommen, was sie liebte.
Weil sie sich nicht mehr zu helfen weiß, verlangt Sarah die erfolgsgekrönte FBI-Agentin Smoky Barrett zu sprechen. Die Streifenpolizisten geben ihrem Wunsch nach, immerhin hält sich Sarah eine Waffe an den Kopf und droht mit Selbstmord.
Smoky Barrett wird also herbei gerufen, welche sich – obwohl sie ja eigentlich Urlaub hat – sofort auf den Weg zum Tatort macht. Mit Hilfe ihrer Empathie kann Smoky das Vertrauen von Sarah erwerben und somit den angedrohten Suizid verhindern.
Allerdings wird ihr die Geschichte, die sie von nun an zu hören und zu lesen bekommt, schwer zu schaffen machen: Sarah stellt JEDES Opfer dar.
Agentin Barrett setzt von nun an alle Hebel in Bewegung, um den Fall zu knacken, um den Künstler zu fassen und seiner gerechten Strafe zuzuführen.
*** Leseprobe ***
„Es ist anstrengend zu reden, wenn ich hier unten sitze und du da oben stehst, Sarah“, sage ich und blinzle zu ihr hinauf. Ich deute auf den freien Platz vor mir. „Setz dich.“ Ich schaue ihr ins Gesicht. „Du siehst müde aus.“
Sie legt den Kopf auf die Seite. Wieder diese unheimliche Bewegung. Ich beuge mich vor, tätschle mit der flachen Hand den Teppichboden.
„Komm, Sarah. Nur wir beide, sonst ist niemand da. Niemand wird hereinkommen, bevor ich es sage. Niemand wird dir etwas tun, solange ich hier bin. Du wolltest mich sehen.“ Ich tätschle erneut den Teppich, schaue ihr in die Augen. „Setz dich zu mir. Entspann dich. Ich halte den Mund und wir warten hier, bis du mir sagen kannst, was du mir sagen wolltest.“
Sie bewegt sich ohne Vorwarnung, macht einen Schritt rückwärts und setzt sich auf den Boden, mit der gleichen fließenden Eleganz wie vorhin, als sie vom Fenstersims geglitten ist. Sie ist geschmeidig wie eine Tänzerin oder Kunstturnerin.
Ich lächle ihr beruhigend zu. „Gut, Sarah“, sage ich. „Sehr gut.“
Ihre Augen blicken unverwandt in die meinen. Die Mündung der Browning ist unverwandt an ihrer Schläfe.
[...]
Ich schaue Sarah in die Augen, mit ruhiger gelassener Miene, und schweige.
[...]
Ich betrachte das Blut an ihr, während ich warte.
Die Spritzer auf ihrer rechten Gesichtshälfte sind länglich, als hätte ein Sturm ihr die Tropfen ins Gesicht geweht.
Vielleicht hat sie jemand mit Blut bespritzt? Mit in Blut getauchten Fingerspitzen?
Ihr Nachthemd sieht grässlich aus. Die gesamte Vorderseite ist blutgetränkt. Ich entdecke Flecken an den Knien.
Als hätte sie gekniet. Vielleicht hat sie versucht, jemanden wiederzubeleben?
Mein Gedankenzug entgleist plötzlich, als sie blinzelt, seufzt und dann wegsieht.
„Sind Sie wirklich Smoky Barrett?“, fragt sie mit müder Stimme, voller Zweifel und Resignation.
(Seite 73 f)
*** Charaktere ***
Dieses Buch ist voll mit Charakteren, welche so unterschiedlich sind, wie es die Natur nur schaffen kann.
Natürlich gibt es einen eingespielten „Charakterstamm“, das wäre in diesem Buch das Team um Smoky Barrett, inklusive Smokys Pflegetochter Bonnie, Elaina und AD Jones. Hinzu kommen dann noch zwei weitere Hauptcharaktere: Sarah und der Künstler.
AD Jones
Assistant Director Jones ist Smoky Barretts unmittelbarer Vorgesetzter. Er ist ein erfahrener, älterer Mann, der schon viel gesehen und erlebt hat. Er steht für Gerechtigkeit, Unterstützung und Rückhalt. In manchen Momenten zeigt er ein wenig Empathie, ist aber die meiste Zeit recht verschlossen.
Smoky Barrett
Natürlich dreht sich das ganze Buch hauptsächlich um Smoky Barrett. Sie ist eine überaus starke und selbstbewusste Frau.
Ihre Fähigkeit, sich in die Mörder und Täter hinein versetzen zu können, hat sie sehr erfolgreich gemacht. Sie ist erbarmungslos bei der Jagd auf ihre Verbrecher, knallhart bei den Ermittlungen und eiskalt bei Vernehmungen.
Ihre Intelligenz und ihr logisches Denkvermögen helfen ihr, Spuren zu verfolgen, Indizien zu finden und Strategien zu erkennen.
Darüber hinaus ist Smoky ein Opfer ihrer Vergangenheit. Sie hat durch ihren Beruf ihre Familie verloren, was beim Leser unmittelbar Verständnis und Empathie hervorruft.
Gleichzeitig verkörpert sie das alltägliche Leben, so wie es jeder von uns kennt: man geht seinen Weg, es tauchen Komplikationen auf, eine Lösung muss gefunden, eine Entscheidung getroffen werden, man geht seinen Weg weiter.
Gerade diese Alltäglichkeit in dieser so grausamen „Buchwelt“ lassen diesen Thriller realistisch werden.
Callie
Diese wunderschöne Frau ist nicht nur schlagfertig und intelligent. Nein, sie ist auch eine Koriphäe auf dem Gebiet der Spurensicherung.
Über Callie als Persönlichkeit ist nicht viel bekannt. Lediglich Smokys Meinung über ihre Mitarbeiterin wird deutlich.
Demnach ist sie ein Wirbelwind an purer Lebensfreude, versteckt aber hinter ihrer gelassenen und schlagfertigen Art ihre Sorgen und Probleme. Sie möchte ihr Leben alleine auf die Reihe kriegen und gewährt nur ab und zu jemandem einen kleinen Einblick in ihre Gedankenwelt.
James
James ist – wie Smoky – fähig, sich in die Täter hineinzuversetzen. Er versteht sie, kann sie fast spüren. Aber nicht nur deshalb ist er in Smokys Team. Er ist ein Computer-Spezialist und kennt sich mit der neuen Technik besonders gut aus.
Ansonsten steht James in diesem Team recht alleine. Er ist ein Miesepeter, kommt mit niemandem zurecht und möchte gerne sein Ding alleine durchziehen. Er ist sehr verschlossen und wirkt oft, wie ein arrogantes Arschloch, den niemand leiden kann.
Alan
Alan ist die gute Seele des Teams. Allein sein äußeres Erscheinungsbild ist Furcht einflößend. Er ist groß und stämmig, doch steckt hinter dieser Fassade ein sehr liebenswerter und sensibler Typ. Seine besondere Fähigkeit ist die Liebe fürs Detail und das Verhör, bei dem er schon immer erreicht hat, was er wollte. Er scheint hierfür ein gewisses Gespür zu haben.
Elaina
Alans Frau ist eine sehr hübsche, doch gebeutelte Frau. Das Leben brachte ihr etliche Schicksalsschläge ein, welche ihr jedoch niemals die Liebe, Gutmütigkeit und ihren Großmut nehmen konnten.
Elaina ist der Engel des Buches, sie versteht vieles, erkennt Strukturen und weiß um die Probleme anderer – ohne dass die auch nur etwas sagen.
Bonnie
Bonnie ist Smokys persönlicher Engel. Sie ist 10 Jahre alt und die Tochter ihrer besten Freundin.
Bonnies Mutter wurde durch einen Mann getötet, der Smoky Schaden zufügen wollte. Seither spricht Bonnie nicht mehr, lebt aber bei Smoky und macht deren Leben um einiges heller.
Sie wird als intelligentes und sehr verständnisvolles Kind beschrieben.
Sarah
Sarah ist 16 Jahre alt und ein Opfer. Man könnte auch sagen DAS Opfer, immerhin hat sie sehr viel durchgemacht. Sie hat quasi fast alles erlebt, was man nicht erleben möchte bzw. sollte. Es hat sie geprägt und verändert.
Äußerlich gesehen ist Sarah sehr schön, sie hat geschmeidige Bewegungen und klare Augen. Doch hinter dieser Fassade herrscht Krieg. Der ewige Kampf „leben oder sterben“ herrscht in ihr und kostet sie enorm viel Kraft.
Sie hat zu viel gesehen und erlebt, um die Leichtigkeit und die Fröhlichkeit anderer Teenager aufzuweisen.
Der Künstler
Alles dreht sich um ihn. Und doch wird nicht viel über ihn bekannt. Er ist der Täter, er will sich selbst neu erschaffen, indem er Sarah leiden lässt. Sie soll wie er werden, sein Abbild sein. Dafür nimmt er viel auf sich, plant gut und begeht eine Straftat nach der anderen.
Er ist grausam, wirkt zeitweise unorganisiert und wahnsinnig und doch verfolgt er einen teuflischen Plan, der sehr strukturiert und gut geplant ist. Alles geschieht, weil er es will.
*** Aufbau ***
Wie bereits Michael Ende eine Geschichte in einer Geschichte schrieb, hat auch Cody McFadyen zwei Geschichten in ein Buch gepackt.
Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt, diese Teile durch Überschriften in mehrere Abschnitte, die wiederum in Kapitel aufgeteilt wurden.
Ein Teil der Geschichte um Smoky Barrett ist aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive zu lesen. Diese Teile erstrecken sich auf die Gegenwart.
Andere Kapitel sind aus der Sicht von Sarah geschrieben – hierbei handelt es sich um die „Geschichte in der Geschichte“, Sarahs Tagebuch. Hier erlesen wir uns die Vergangenheit.
*** Meine Meinung ***
Wie ich bereits am Anfang schrieb, habe ich das Buch beinahe verschlungen. Innerhalb von 2 Tagen hatte ich das Buch ausgelesen. Wenn ich so etwas bringe, dann muss mich das Buch fesseln und nicht mehr loslassen.
Cody McFadyen hat das auch mit dieser Geschichte wieder einmal geschafft.
McFadyen's Schreibstil ist sehr einfach und nachvollziehbar. Lediglich bei den Gedankengängen von Smoky Barrett wird es komplexer, was dem Verständnis beim Lesen jedoch keinen Schaden zufügt.
Der Autor schafft es in seinem Buch die diversen Wechsel von An-Spannung und Ent-Spannung so hinzukriegen, dass der Leser nicht enttäuscht ist, weil plötzlich ein Themenwechsel entsteht. Er verpackt diese Wechsel mit der Ruhephase von Smoky Barrett und ihrem Team, sodass der Leser sich gemeinsam mit der direkten Heldin des Buches entspannen kann, um neue Kräfte für die spannenden Sequenzen sammeln zu können, welche dann urplötzlich wieder eintreten und den Leser anspannen lassen.
Die Geschichte ist faszinierend – inhaltlich sowie technisch gesehen. Es ist wie bei einem Unfall – keiner möchte eigentlich sehen, was passiert ist und doch schaut jeder hin. Genauso ist es mit der Geschichte. Ich habe bestimmt zwei-, dreimal das Buch beiseite gelegt, weil ich einfach nicht wissen wollte, was Sarah so alles erlebt hat. Ich habe es beiseite gelegt und bin aufgestanden. Sobald ich stand musste ich mich wieder setzen, um weiterzulesen. Die Geschichte ließ mich nicht los. Und genau DAS macht, meiner Meinung nach, ein gutes Buch aus.
Und obwohl das Buch so toll geschrieben, so spannend und so fesselnd ist, existieren einige Wermutstropfen.
Eigentlich lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Eigentlich! Wäre da nicht.... Ja, es gibt ein „wäre da nicht“.
Meine Ausgabe strotzt nur so von Rechtschreibfehlern. Wenn anstelle eines „mit“ ein „mir“ zu lesen ist, fällt es schwer die Logik des Satzes zu verstehen – bis man den Faux-pas bemerkt hat. Ich habe viele solcher Momente erlebt, wo ich einen Satz angefangen habe zu lesen, nur um dann noch mal zum Satzanfang zurückzukehren, weil irgendetwas nicht stimmte.
Dieses Problem hat bei mir ein bisschen dazu beigetragen, dass ich das Buch auf Seite legen wollte. Wenn ich lese, dann versinke ich in der Welt des Buches, ich bin dann plötzlich Smoky Barrett oder Alan oder manchmal aber auch Bonnie oder Sarah. Und jedes Mal, wenn so ein Fehler auftaucht, war ich zurück in meiner Welt. Es hat die Freude an diesem Buch ein wenig geschmälert, aber dennoch kann ich es nur empfehlen.
Für nur 9,95 € habe ich 2 Tage Spannung, Abwechslung und Beschäftigung erhalten. Was will man mehr???
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
...auch zerbrochene Dinge spiegeln das Licht.
ein Testbericht von BulmaZ2010-04-23 08:28:10vom 23.04.2010Empfehlung: ja
Wirklich gute Thriller zu finden, die fesseln, spannend und atmosphärisch sind, wird mit dem nicht enden wollenden Wust der bestenfalls durchschnittlichen Lektüre dieses Genres ja zunehmend schwerer. Da erfreut es das Thrillerfanherz doch umso mehr, wenn es Autoren gibt, auf die man quasi blind zurückgreifen kann, stets wissend, garantiert keinen Fehlgriff zu landen. Einer davon ist der Autor des nachfolgend besprochenen Romans:
Der Todeskünstler – Cody McFadyen
+++ Bezugsquelle & Preis +++
Gekauft habe ich das Buch bei www.buecher.de.
Dort habe ich den üblichen Preis von 9,95 € bezahlt.
+++ Eckdaten +++
Titel: Der Todeskünstler
Originaltitel: The Face of Death
Autor: Cody McFadyen
Übersetzung: Axel Merz
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 556 Seiten
+++ Der Autor +++
Cody McFadyen (* 1968 in Texas) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller von Kriminalromanen.
Nachdem Cody McFadyen mit 16 Jahren seine Highschool-Ausbildung abbrach, begann er, freiwillige soziale Arbeit zu leisten. So setze er sich unter anderem für Selbsthilfegruppen und bei der Drogenberatung ein und trat mehrere Weltreisen an. Er arbeitete danach in unterschiedlichen Branchen, wie etwa als Webseiten-Designer, bevor er sich mit 35 Jahren ganz der Tätigkeit als Schriftsteller widmete. Sein erster Roman Die Blutlinie um die Protagonistin Smoky Barrett fand internationale Anerkennung. Ihm folgten zwei weitere Romane; laut der Webseite des Autors stehe ein vierter Teil kurz vor der Veröffentlichung, und ein fünfter Teil sei bereits in Arbeit.[1]
Cody McFadyen ist Vater einer Tochter und lebt in Südkalifornien.
Quelle: www.wikipedia.de
+++ Der Todeskünstler +++
Gerade am ersten Urlaubstag, an dem Smoky Barret endlich ihren Mut zusammen nimmt und endlich die restlichen Sachen ihrer ermordeten Familie aus dem Haus schaffen will, erhält sie einen merkwürdigen Anruf. Inmitten von drei grausam zugerichteten Leichen sitzt ein junges Mädchen, das nur mit Smoky reden will. Smoky macht sich natürlich direkt auf den Weg. Was sie vorfindet, schockt selbst die erfahrene FBI – Agentin: Ausgeweidete Leichen, eine Wanne voll Blut, Wände, die mit Blut bespritzt wurden und eine vollkommen apathische 16jährige, die behauptet, der Künstler habe sie wieder besucht und ihr zum wiederholten Male alles genommen, was ihr lieb war.
Im Alter von sechs hat der Künstler das Mädchen, Sarah, zum ersten Mal besucht und ihre Eltern dazu gezwungen, sich gegenseitig umzubringen. Danach kam er immer wieder und hat ihr alle liebgewonnenen Personen genommen, um Sarah so nach seinem Ebenbild zu formen. Smoky lässt sich nicht lange bitten und legt sich in die Spur. Dabei stößt sie direkt auf zwei weitere Leichen. Das Motiv des Täters ist schnell klar – Rache. Aber wofür? Smoky und ihrem Team läuft die Zeit davon…
+++ Eindrücke +++
Wer bereits den Vorgänger gelesen hat, der weiß vermutlich noch, dass McFadyen hinsichtlich seiner expliziten Gewaltdarstellung kein Blatt vor den Mund nimmt. „Die Blutlinie“ allerdings war bereits mehr als nur ein plumper Gewaltporno. Mit allerhand Mitteln, vor allem mit seinem grandiosen Schreibstil, hat der Autor es geschafft, eine sehr dichte und vor allem düstere Atmosphäre aufzubauen, in die er eine recht intelligent gestrickte Story eingebettet hat sowie vorstellbare Figuren. Fraglich ist nun wohl, ob McFadyen dies mit dem Nachfolger ebenfalls gelingt.
Dass dem so ist, wird direkt vom ersten Satz an klar.
Denn da ist sie wieder, die drückende Atmosphäre, das rumorende Gefühl in der Magengrube des Lesers. Man wird von Seite eins an in den Bann der Geschichte, der Figuren und des Stils gezogen und man möchte sich dem nicht mehr entziehen, ehe man nicht den letzten Satz gelesen hat. Wie eingangs erwähnt, gibt es leider viel zu wenige Thriller, die diesen Ansprüchen nur halbwegs gerecht werden. „Der Todeskünstler“ jedoch kann noch mehr und McFadyen übertrifft nicht nur viele andere Autoren auf diesem Gebiet, sondern auch sich selbst. Dabei bedarf es allerdings eines sehr robusten Magens, möchte man die Geschichte wirklich bis zum Ende durchstehen. Radikal geht es bereits mit der detaillierten Beschreibung der Leichen los. Brutalität ist man als Genrefan ja gewohnt, viel Blut eine Eingeweide ebenso. McFadyen ist hier allerdings kurz davor, eine unausgesprochene Grenze zu überschreiten. Im weiteren Verlauf wird dann deutlich, dass die Schilderungen zu Beginn des Romans noch lange nicht alles sind, was der Autor seinen Lesern zumuten wird. Gerade die Passagen, die das Tagebuch von Sarah wiedergeben, sind stellenweise schwer bis gar nicht zu verdauen, sodass man durchaus geneigt ist, das Buch einstweilen wegzulegen, eine zu rauchen, einen Tee zu trinken und erstmal wieder runter zu kommen. Will sagen, McFadyens Schilderungen sind ganz hart an der Grenze des Erträglichen.
Nichtsdestotrotz stehen jene Schilderungen nicht im Fokus des Romans. Denn McFadyen hat es nicht nötig, eine eventuell halbseidene Story mit viel Blut und viel Entsetzen seitens des Lesers zu kaschieren. Nein, McFadyen konstruiert eine ebenso spannende wie intelligente Geschichte wie bereits in seinem Erstling, „Die Blutlinie“. Der Plot ist zwar nicht derartig verschachtelt, dass man Gefahr liefe, den Faden zu verlieren, dennoch ist er so undurchsichtig, dass man sich gewiss keinen Reim auf die große Auflösung machen kann. Nicht einmal die winzigen Spuren, die nach und nach zutage gefördert werden, helfen weiter. Hinzu kommt, dass die Vorgehensweise des Killers in dieser Geschichte eine gänzlich andere ist, als man sie sonst von typischen Killerfiguren des Genres kennt. Zwar erinnert jene Vorgehensweise hier leicht an „Saw“ [und zwar nicht an die unsäglichen, unzähligen Fortsetzungen], wirkt aber dennoch nicht wie ein billiger Abklatsch. Man hat als Leser eher den Eindruck, McFadyen habe sich von Jigsaw & Co. inspirieren lassen, seine eigene Vorstellung und Note hinzu gefügt und am Ende eine grandios spannende Geschichte draus gemacht, die den Leser nicht mehr loslässt.
Neben dem Plot kann bei „Der Todekünstler“ vor allem aber auch der hervorragende Schreibstil überzeugen. Wie schon der Vorgänger, ist auch dieser Roman aus Sicht von Protagonistin Smoky Barrett geschrieben. Dieser Fakt allein verleiht dem Ganzen schon einmal mehr Tiefe und vor allem mehr Nähe zum Geschehen. Im Gegensatz zum Vorgänger allerdings, besteht dieser Roman hier zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus den Tagebucheinträgen der jungen Sarah, die allerdings aus auktorialer Sicht geschrieben sind. Beide Stile überzeugen und befinden sich genau an den richtigen Stellen. Es eröffnet ganz neue Möglichkeiten zum Aufbau der Atmosphäre, dass ein Tagebuch eben nicht aus Ich – Perspektive geschrieben ist. Bemerkenswert ist auch, dass man neben der Perspektive auch am eigentlichen Stil durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Passagen erkennt. Alles in allem ist der Stil aber als sehr intensiv und bildgewaltig zu bezeichnen. McFadyen arbeitet viel mit Vergleichen, was den Leser ungleich näher an das Geschehen und vor allem die seelische Verfassung der Figuren kommen lässt. Hinzu kommt, dass man sich vor allem bei der detailliert beschriebenen Szene des Mord – Doppelmordes der Eltern von Sarah fühlt, als säße man daneben und wurde das unbeschreibliche Grauen, den unerträglichen Schmerz sehen und miterleben. Obwohl oder gerade weil jene Szene sehr lang gezogen wird, erscheint sie echt, erschreckend echt. Dabei liegt das Grauen gar nicht nur in der Tat an sich, sondern vielmehr daran, auf welche Weise McFadyen das Ganze auf den Leser transportiert. Er hätte das Ganze auch in zwei Sätzen verpacken können – es wäre immer noch schlimm, aber bei weitem nicht so aufwühlend wie es so ist, wie man es hier vorfindet. Es dürfte also sicher einige Leser geben, die spätestens hier abgebrochen haben. Denn diese Szene ist nicht nur als solche schwer zu verdauen, sondern vor allem auch aufgrund ihrer intensiven Schilderung. So beeindruckend McFadyens Fähigkeiten auch sind, aber hier hat er den Bogen fast überspannt.
Wie bereits aus „Die Blutlinie“ gewohnt, sind die Figuren im Nachfolger wieder sehr gut vorstellbar, leicht klischeehaft und realistisch. Allen voran gilt dies wohl für Protagonistin Smoky Barrett. Smoky hat durch einen Serienkiller ihre Tochter und ihren Mann verloren, was sie nach wie vor nicht verwunden hat. Dennoch merkt man ihr deutlich an, dass sie langsam wieder Lebensmut fasst, nicht mehr die labile Persönlichkeit ist, die sie war, dennoch aber noch lange zu kämpfen haben wird. Die Art und Weise, wie Smokys Verfassung dargestellt wird, wirkt sehr authentisch und nachvollziehbar. Vor allem wirkt sie wie eine echte Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger, dennoch aber nicht zu extrem oder schnell, was dem Ganzen eine glaubhafte Note verleiht. Etwas störend mag vielleicht die Tatsache erscheinen, dass sich Smoky für eine der Besten der Besten auf ihrem Gebiet hält, sich in die kranken Vorstellungen eines Killers hinein denken zu können. Aber das kann man locker verschmerzen. Ähnlich gut gelungen, wenn auch ein wenig klischeehafter sind auch alle mehr oder minder am Rand agierenden Figuren – Smokys Kollegen wie beispielsweise Callie, mit ihrem vorwitzigen Benehmen oder James, der von allen für ein Arschloch gehalten wird, auf den zu verzichten aber aufgrund seiner Fähigkeiten unmöglich ist. Einzig Sarah bleibt ein wenig farblos, obwohl der Leser sie aufgrund ihrer langen Tagebuchpassagen doch besser kennenlernen sollte. Sie ist die typische [noch mehr als nachvollziehbare] kaputte Seele, die kurz davor steht, sich die Kugel zu verpassen – ein Opfer. Hier hätte ein wenig mehr Persönlichkeit nicht geschadet.
Unterm Strich ist „Der Todeskünstler“ wohl einer der herausragenden Thriller der letzten Jahre. Hier stimmt wirklich alles: Spannung, Stil, Story und vor allem, was noch wichtiger ist, die Atmosphäre. Dennoch hätte McFadyen sich in seinen Schilderungen vielleicht einen Tick zurückhalten können. Das hier zu lesende ist sehr schwere Kost und damit schwer zu verdauen. Streckenweise ist es sogar ganz hart an der Grenze dessen, was man noch ertragen kann. Wer Ketchums „Evil“ für das Maß aller Dinge in Sachen Grausamkeit gehalten hat, der dürfte seine Meinung nach dieser Lektüre ändern. Dementsprechend fällt auch die Bewertung schwer – einen Stern wegen expliziter Schilderungen abziehen? Eigentlich nein – denn mich persönlich hat der Roman so sehr gefesselt, wie schon sehr, sehr lange keiner mehr. Daher gibt es auch ungeachtet der schwer zu verdauenden Schilderungen fünf Sterne.
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fantagirlie, 26.04.2010
Liebe Grüße, einen angenehmen Montag und eine nicht so stressige Woche.
Danke im übrigen für deine zuverlässigen Gegenlesungen... M
Shirty1980, 23.04.2010
Ein sehr schöner Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich freuen. Lg Shirty1980
warismoney, 23.04.2010
Super Bericht. Leider nicht mein Lese-Gebiet. lG, Domi
ein Testbericht von Revan242010-01-08 10:50:21vom 08.01.2010Empfehlung: ja
Vorteile: Intensität, Spannung, Nervenkitzel, keine Langeweile...Nachteile/Kritik: Brutal geschilderte Todesszenen, hohe Intensität für die Gefühlswelt
Mit dem 1. Teil "Die Blutlinie" hat Cody McFadyen einen absoluten "Blockbuster" unter den Thriller-Romanen abgeliefert und ich hatte die Befürchtung dieses Niveau könnte er nicht halten. Doch meine Befürchtungen bewahrheiteten sich zum Glück nicht.
Der 2. Teil schließt gnadenlos an den 1. Teil an. Das Leben und die Freunde von Smoky Barrett werden wieder sehr intensiv beschrieben und der Killer sowie das "Hauptopfer" werden sehr dramatisch in Szene gesetzt.
Der Wechsel zwischen "Gegenwart" und "Tagebuch-Rückblicken" ist sehr erfrischend und man leidet förmlich mit den Opfern mit und ist erschütternt, schockierend
und man ist auch selber erschrocken mit was für einer eiskalten Brutalität der Killer zu werke geht, wie detailliert man Mordszenen beschreiben kann, dass man es bildlich vor den Augen hat.
Man verschlingt förmlich Seite für Seite und wer nicht über ein "dickes Nervenfell" verfügt, wird sicherlich kurze Pause einliegen um das gelesene erst einmal sacken zu lassen, so genial intensiv ist das Leseerlebnis was uns Cody McFadyen hier schenkt.
Die Geschichte ist sehr dynamisch, es kommt nie Langeweile auf, man kann es gar nicht erwarten wie es ausgeht und jedesmal wenn man denkt, jetzt geht es auf die Zielgeraden zu, kommen neue Überraschungen, Charaktere oder Wendungen hinzu, einfach klasse!
Dieses Buch hätte es verdient verfilmt zu werden, nein, eigentlich die ganze Reihe!
Das Leben der Smoky Barrett ist so dramatisch und traurig, man kann einfach nur mit ihr leiden und hoffen das sie irgendwann ihr das Glück bald wieder zur Seite steht.
Ihre Adoptivtochter fügt nicht wenig dazu bei, weiter bei der Stange zu bleiben und mitzufiebern und das ganze Einsatzteam um Smoky Barrett ist zum Glück auch weiter mit dabei und kommt nicht zu kurz, mit Einzelschicksalen!
Wichtig ist zu beachten, dass dieses Buch wirklich nichts für die zarten Gemüter ist, da die Mordszenen teilweise einem Massaker / Hinrichtung gleichen und bis auf das kleinste Detail beschrieben sind, hier könnten einige Leser evtl. abgeschreckt werden. Wer sich davon aber nicht unterkriegen lässt, wird mit einem einmaligen, intensiven Lesevergnügen beschenkt, was ich selten in der "Thriller-Ebene" gesehen / gelesen habe.
...
ein Testbericht von vampire-lady2008-10-22 15:22:41vom 22.10.2008Empfehlung: ja
Vorteile: krass...Nachteile/Kritik: zu dicke
“Der Todeskünstler“ von Cody McFadyen ist der zweite Teil der Smoky Barrett Reihe (19,95 Lübbe 2007, leider nur als Hardcover erhältlich, 560 Seiten). Da habe ich sehr drauf gelauert, weil mir der Vorgänger „die Blutlinie“ recht gut gefallen hat. Aktuell ist auch der dritte Teil „Das Böse in uns“ erschienen.
Die Hauptfigur der Reihe, Smoky Barrett leitet ein Ermittlungsteam des FBI, das vor allem für die ganz krassen Fälle eingesetzt wird. Smoky hat selbst bereits ihr Erlebnis mit einem abgedrehten Killer hinter sich, daß ihr einige Narben und den Verlust
von Mann und Kind eingebracht hat. Im ersten Band hat sie sich ins Leben zurück geschleppt, weil sie sich um ihr Patenkind Bonnie kümmern muss, dessen Mutter ebenfalls ziemlich übel aus dem Leben gerafft wurde. So hat auch die kleine Bonnie ihr seelisches Paket zu tragen. Aktuell überlegt Smoky gerade einen weniger belastenden Posten anzunehmen, um Bonnie mehr Sicherheit zu geben. Smoky wird aber erkennen müssen, daß sie sich über ihren Ermittlungsjob definiert. Interessanterweise findet sie die Kraft dafür eigentlich durch Bonnie. Als wichtigster Charakter der Serie ist Smoky ziemlich rund gefeilt: eine große Nummer beim FBI, Revolverlady, Überlebende, die Narben und auch der Name, das passt einfach.
Der rote Faden der Serie verläuft aber nicht nur entlang Smokys Leben, sondern umfasst auch ihr Ermittlungsteam. Ein recht bunter Haufen mit eigenen Spezialgebieten, der sich zwar nicht wohltuend aus den gewohnten Klischees (Forensikerin mit großer Schnauze oder großes böses schwarzes Verhörprofi) hervorhebt, aber der Handlung Facetten und Pep verleiht. Diesmal liegt der Schwerpunkt ein wenig auf Forensikerin Callie, bildschön aber mit einer ziemlichen Klappe am Kopf und eigenen Leichen im Keller. Aber auch die Frau des Verhörprofis Alan hat ihre Krankheit immer noch nicht überwunden und diesmal gerät das Team in den Dunstkreis eines äußerst kranken Gegenspielers.
Der Roman ist ein Wechsel zwischen den Abschnitten, die von der Ich-Erzählerin Smoky beschrieben werden und den Teilen in denen Smoky das Tagebuch der 16jährigen Sarah liest. Je weiter Smoky Sarahs seltsame Schilderungen verfolgt, desto weiter entwickeln sich auch die Ereignisse um die Ermittlungsarbeit des Teams. Es hat seinen Reiz wie sich beides verwebt, aber ich habe mich öfter gefragt, warum Smoky das brisante und wichtige Material nur nach und nach liest.
Der Krimipart führt Smoky zu eben dieser Sarah, die nach Smoky verlangt, während sie sich eine Pistole an den Kopf hält. Barrett findet das Mädchen im Haus ihrer Pflegeeltern. Beide Eltern wurden abgeschlachtet und auch ihr Pflegebruder ist tot. Sarah hat in ihrem Leben schon so einige Morde und Verbrechen miterlebt, einige Pflegefamilien und zahlreiche Kinderheime ertragen. Sie ist ein sehr harter Charakter, denn das muss sie sein, aber sie hat deutliche Risse, diente sie doch immer wieder als Zuschauerin des Todeskünstlers, der sie verfolgt und erpresst seit sie 6 Jahre alt ist und systematisch alles zerstörte, was ihr ansatzweise etwas bedeutet hat. Sarah hat von Barrett gehört, sieht sie als Leidensgenossin, die es aber geschafft hat sich zu befreien und hofft auf Hilfe.
Der Thriller hat mir im wesentlichen gefallen, aber für meinen Geschmack hat der Autor fast schon zu viele Register gezogen um aufzufallen. Der „Künstler“ lässt fast vermuten, als lehne McFadyen sich an Filme wie „Saw“ an, wenn er seine Opfer vor wahnwitzige Optionen steht, die allesamt zum Tode führen, während Sarah – samt Leser im Übrigen- im als Publikum dient. Die sich stellende Frage, warum er das mit einem unschuldigen Kind anstellt, wird sich später natürlich klären und führt über viele abstruse Wendungen weit durch die Vergangenheit, fast mag man meinen man hätte die total durchgeknallte Variation eines Grafen von Monte Christo vor der Nase. So werden Mord und Totschlag noch durch Entführungen, Geiselnahmen und Kindesmissbrauch ergänzt. Gegen Ende wird das alles ein wenig viel und verzettelte sich ineinander, so daß das Verfolgen der Handlung fast ein wenig anstrengte. Die Lesezeit war alles andere als eine vertane Zeit, für ein 5-Sterne-Buch, bleibt es mir eine Idee zu dicke.
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