Platz 420 in der Kategorie "Gartenbäume & Zierpflanzen". Themenbereich: Zimmer-/ Zierpflanzen / Croton Petra (Codiaeum Petra).
-immergrün.
-auch genannt: Wunderstrauch. ...mehr
Croton Petra Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Alles so schön bunt hier...
ein Testbericht von Tut_Ench_Amun2003-08-22 11:54:55vom 22.08.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Schöne Farbverläufe, recht pflegeleicht, benötigt wenig Licht, günstig...Nachteile/Kritik: Mindergiftig, zu große Hitze ist für einige Unterarten fatal
Nach der Affenhitze folgt nun ein weiterer Teil aus des Pharaos Dachtempel-Garten, nämlich der als „Wunderstrauch“ oder simpel „Croton“ bezeichneten (Zimmer-)Pflanze, die wegen ihrer schönen Farbverläufe immer wieder gern genommen wird. Zu haben sind Croton-Sträucher für relativ wenig Geld, letztens wurden sie bei Aldi-Süd sogar für 1,59 € / Topf angeboten – der „Normalpreis“ liegt aber mit 1,99 bis 2,99 Euronen auch nicht wirklich signifikant höher. Eine ganze zeitlang zierten 4 dieser ausgesprochen schönen Pflanzen das herrscherliche Domizil, wovon 2 die Wetterkapriolen der letzten Wochen trotz aller Bemühungen nicht gut verdaut haben und sehr zum Leidwesen des Pharaos in die ewigen Jagdgründe übergingen, wo sie nun hoffentlich ein kühleres und schattigeres Dasein genießen. Mittlerweile sind die beiden Verluste im Diesseits aber auch wieder ausgeglichen und es ist an der Zeit die Lanze für diese sehr interessante und dekorative Pflanze zu brechen...
Der Steckbrief
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Name: Codiaeum Variegatum („Pictum“)
Deutsche Synonyme: Croton, Wunderstrauch
Gruppe: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiae)
Heimat: Südsee, sprich: Malaysia etc.
Blüte- und Wuchszeit: Blüht hier nur selten, wächst ganzjährig
Wuchshöhe: je nach Unterart 30 – 40 cm
Standort: Hell bis Halbschatten, mäßig Sonne
Düngung: 1 - 2 x im Monat
Wurzelform: Ballen (Ast- bzw. Fadenwurzeln)
Boden: Humus, Blumenerde zur Not auch (feines) Granulat
Bewässerung: Genügsam, Stauwasser im Übertopf vermeiden!
Luftfeuchte: ab ca. 45 – 50% rel. (je höher desto besser)
Temperaturen: Nicht unter 5°! Normalbereich: 12 bis über 40° C
Topfgröße: mindestens 13 cm Durchmesser oder mehr
Vermehrung: Stecklinge
Schädlinge: Rote Spinnenmilbe, Schmierläuse
Wunder der Natur – Die Anatomie
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Der Croton ist ein bunter Vogel, das liegt daran, dass seine großflächigen Blätter ein schönes Farbspiel ausbilden, das je nach Zuchtart von Dunkel- und Hellgrün an der Blattwurzel ins Gelbe oder Rote zur Blattspitze hin übergeht. 14 ursprüngliche Croton-Arten sind bekannt, allerdings ist nur eine einzige als Zierpflanze kultiviert, doch davon gibt es eine ganze Menge Varietäten, die sich in Blattform und Farbverlauf unterscheiden. Es gibt welche, deren relativ schmalen Blätter mehr spitz zulaufen und die Farbsprenkel in Rot und Orange aufweisen, andere wiederum haben breitere, rundliche Blätter, die ähnlich aussehen, wie eine überdimensionale gestreckte Bärentatze und deren Blätter einen richtig satten Farbverlauf von Grün über Gelb bis zu satten Rot zeigen. Schaut man von oben auf das Gewächs, so hat man den Eindruck auf einen vielfarbigen Stern zu blicken. In unseren Gefilden blüht er nicht oder nur selten (ich hab's in Jahren nicht einmal gesehen). Die Auswahl dieser vom Malayischen Archipel stammenden Pflanze ist reichhaltig und Geschmackssache. Meine beiden Wundersträuche gehören übrigens zur breiteren Pictum Unterart, die mir wegen ihrer Blattform, Äderung und tollen Farbverläufe besonders zusagt.
Allen Varietäten gemein ist der Wuchs aus einem einzigen, holzig-gummigen Stamm mit etwa 5 mm Durchmesser, bei dem auf je etwa 5 cm Höhe 2- 3 einzelne Blätter versetzt sprießen, was dem Croton ein buschiges Aussehen verleiht.. Häufig gabeln sich die Mutterstämme auch, diese Pflanzen sind neben ihrer kunterbunten Farb-Texturen besonders schön und interessant anzuschauen. Croton-Pflanzen sind im Handel meist mit etwa 30 - 40 cm Höhe im 15cm-Topf zu bekommen, diese Größe überschreiten sie nur selten und dazu recht langsam. Ab dieser Wuchshöhe muss der
Stamm mit einem geeigneten Pflanzstab und Blumendraht stabilisiert werden bzw. kommt aus dem Gartenmarkt bereits mit einem solchen. Ansonsten biegt sich aufgrund des hohen Blattgewichts der Stängel unschön durch und kann sogar in Ausnahmefällen brechen. Das ziemlich fleischige Blattwerk kann unter Umständen sogar so schwer werden, dass sich ein großer und hochgewachsener Croton auch selbst „austopft“, da die Wurzelballen das Gewicht ohne Unterstützung durch Anbinden gerade bei Pflanzen mit vielen Blättern nicht mehr zu halten vermögen - Eine kippelige Angelegenheit, der man am Besten mit einem entsprechend breitem Übertopf entgegenwirkt - DAS nenne ich mal angewandte Physik, sprich: praktische Auswirkungen des Hebelgesetzes. ;-)
Wundertüte – Die Pflege
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Der Wunderstrauch ist weder ein besonderer Liebhaber von praller Sonneneinstrahlung noch ein ausgesprochenes Nachtschattengewächs, der Halbschatten und mäßiges Sonnenlicht bekommt ihm gut, auch ein heller Standort ohne direkte Sonne wird gerne akzeptiert. Mit der Wahl des Standortes hat man überdies in Grenzen einen Einfluss auf die generelle Farbgebung der Blätter. Je dunkler der Stellplatz desto höher der Grün-Anteil und natürlich umgekehrt: Mehr Licht erhöht Gelb und Rotfärbung. Ich finde den Halbschatten als besten Kompromiss und ausgewogen, das Farbspiel der abgestuften Nuancen ist dann ideal verteilt. Letztendlich ist das aber Geschmackssache und ausprobieren hilft hierbei prima, denn der Croton ist absolut unkompliziert, wenn man ihn an einen anderen Ort verfrachtet.
Hohe Temperaturen sollte man aber vermeiden und auch die Luftfeuchte darf nicht zu niedrig sein, ab 50% rel. gedeiht der Bursche vollkommen klaglos, doch je mehr desto lieber. Zu niedrige Temperaturen quittiert der Tropenbewohner mit gehemmten Wuchs, zwar geht er nicht sofort kaputt, doch unterhalb von 12° fühlt er sich alles andere als wohl, ab etwa 5° ist dann endgültig Sense mit seinem Überlebenswillen. Ist es ihm zu heiß, lässt der traurig die Blätter hängen, die normalerweise fast waagerecht vom Stamm abstehen. Im schlimmsten Fall verfärben sich Spitzen und Ränder hässlich braun und trocknen rasch aus. Das kann aber auch noch andere Ursachen haben (Überdüngung, Wurzelfäule - siehe weiter unten). Perfekt, wenn die Blätter ein paar Grad nach oben gerichtet sind, ein Zeichen, dass sich der Croton gesund & wohl fühlt und genügend Elastizität aufbringen kann die recht schweren und großen Blätter der unerbittlichen Schwerkraft entgegen sogar leicht aufrecht zu halten.
Kommen wir zum Wichtigsten auch für Pflanzen: Essen und Trinken. Bei der Düngung gibt sich der Croton recht genügsam, je nach Jahreszeit etwas Flüssigdünger in Wasserlösung alle 2 Wochen bis einmal im Monat reichen. Noch bequemer ist es alle 6 Wochen 2 – 3 Langzeitdüngestäbchen in den Boden zu stecken. Wässern ist regelmäßig angesagt und zwar etwa alle 2 Tage, ohne dass zu viel überschüssiges Wasser sich im Übertopf sammelt - eine kleine Pfütze ist noch soeben ok – zu viel Stauwasser lässt die Wurzeln faulen. Befindet sich nach 1 Tag immer noch Flüssigkeit am Grund: Innentopf mit Pflanze rausheben und Rest aus dem Übertopf auskippen. Erstmal Restfeuchte aufbrauchen lassen, frühestens nach 2 -3 Tagen wieder leicht wässern... Diesmal aber bitte nicht wieder übertreiben *g*. In eine grobkörnige Hydrokultur kann man den Croton nicht setzen, damit habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, feines Ton-Granulat geht dafür aber problemlos. Der Croton mag Berieselung, entweder per Sprühflasche oder in der Dusche/Badewanne, so alle 1 - 2 Monate kann man ihm eine Voll-Dusche gönnen. Sprühflaschen-Einsatz erfreut ihn täglich und ist ja schließlich kein Aufwand (aber auch nicht Pflicht), ganz besonders bei den noch bis letzte Woche vorherrschenden Temperaturen.
Verwunderliche Nebeneffekte
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Der Croton ist Minder-Giftig und in etwa zu vergleichen mit dem hier heimischen Löwenzahn (ebenfalls ein Wolfsmilchgewächs). Meine Katzen jedenfalls haben scheinbar keine Probleme damit es zumindest einmal zu versuchen die Wundersträuche auf ihre terroristische Art fertig zu machen, danach war dann Ruhe im Glied – scheint's als hätte den Herrschaften das zaghafte Anknabbern der unteren Blätter gar nicht gemundet *g*. Passiert ist dem Überfallkommando augenscheinlich nichts. Tödlich wird die Verköstigung des Pflanzensaftes wohl auch kaum ausgehen, aber mit ordentlich Würfelhusten und flottem Heinrich kann man schon rechnen. Die Nordrheinwestfälische Uni Bonn [ http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/wunderstra uch.html ] empfiehlt in diesem Falle: „Reichlich Flüssigkeit (Tee, Wasser), nach Einnahme größerer Mengen zusätzlich Verabreichung von Kohle.“ Zudem wird dort vom sporadischen Auftreten allergischer Reaktionen beim Umgang mit Croton-Pflanzen berichtet, das kann ich für meinen Teil nicht bestätigen und ich hab schon verdammt viele Allergien... ;-)
Croton ergo sum – Das Fazit
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Der Wunderstrauch ist recht unkompliziert, günstig und zudem eine farblich sehr schöne Pflanze, die relativ leicht zu pflegen und nachzuziehen ist, dennoch kann ihr eine solche widernatürliche Gluthitze, wie in den letzten Wochen und Monaten durchaus das Kreuz brechen, umso wichtiger ist das Besprühen der Blätter mit Wasser und das Stellen an einen sehr schattigen Ort, dennoch kann auch das alles nichts helfen und – wie bei mir - zum Totalausfall führen, warum nur 2 der 4 Pflanzen eingingen bleibt mir ein Rätsel. Offenbar gibt es doch noch Unterschiede, bei WEM man die Pflanzen ersteht, lustiger- und bezeichnenderweise stammten die beiden Überlebenden von Discounter LIDL und die beiden Eingegangenen vom (teureren) TOOM-Gartenmarkt. Eigentlich sollte es ja umgekehrt sein...verkehrte Welt *g*. Trotz des Verlusts von 50% ist und bleibt diese Pflanze einer meiner Alltime-Favs, um dunkle Zimmerecken farblich aufzupeppen und daher gibt es für mich auch keine andere Bewertung, als die 5 Sternchen. Bei diesen Wüstentemperaturen kann ich mich glücklich schätzen, dass nicht noch mehr Grünzeug das Zeitliche gesegnet hat.
SoLong
Der Wundertüten-Pharao
Warnhinweis:
Schnellklicker bekommen einen Eimer Pflanzensaft intravenös verabreicht und leiden dann zeitlebens an blutigem Durchfall *blääärch*... ;-)
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