Venedig Testbericht

Venedig
ab 42,21
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Erfahrungsbericht von tepungaatewaka

Venedig- Faszination leben und lieben!

Pro:

einzigartig

Kontra:

teuer, kanäle teils verschmutzt

Empfehlung:

Ja

Es gibt sicherlich viele Städte, die man einmal gesehen haben sollte. Welche das sind, darüber haben viele wohl sehr verschiedene Meinungen. Bei Venedig allerdings dürften sich die meisten dennoch einig sein.
Venedig ist faszinierend, Venedig ist herrlich, Vendig hat Flair, Venedig ist einfach eine Stadt, die keiner anderen ähnelt, zumindest keiner, die ich bislang sah…





Die Anreise
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--> mit dem Auto
Wer direkt nach Venedig möchte, dem sei abgeraten, mit dem Auto zu kommen, denn Venedig hat keine Straßen, nur Gassen und diese sind für Autos nicht befahrbar.
Wer dennoch keine andere Möglichkeit, als die eigene Anreise nutzen möchte, der fährt am besten über Süddeutschland und Österreich, weiter über den Brenner- Pass. Dann auf der A22 oder der nahezu parallel laufenden Staatsstraße, der SS12 nach Venetien.
Ganz in der Nähe zu Trento (=Trient) hat man die Wahl zwischen 2 verschiedenen Strecken:
Zum einen über Verona, am dortigen Autobahnkreuz der A4 nach Osten folgend, vorbei an Vincenza, Padua bis hin nach Mestre/Venedig.
Zum anderen die N47 Richtung Pergine ins Val Sugana.
Diese Strecke ist landschaftlich wohl die Schönere, denn hier fährt man vobei an den Seen: Lago di Caldonazzo und Lago di Lévico.
In Ora folgt man dann der A22 nach Osten Richtung Cavalese. Die Straße ist sehr Kurvenreich und spektakulär. Vorbei an 2000- 3000m hohen Gipfeln und vielen Bergpässen.
Der A22 folgt man bis Feltre und von da an ist Venedig auch schon ausgeschildert und nicht mehr zu verfehlen.

Man sollte bei der Anreise mit dem Auto allerdings nicht vergessen, dass man je nach Aufenthaltsdauer eine günstigere oder teurere Variante der Autobahnvignette für Österreich benötigt.
Die Maut für die italienischen Autobahnstrecken ist quasi erst „vor Ort“ zu zahlen. Sobald man auf eine Autobahn fährt, muß man, wie bei unseren Parkhäusern an einer Schranke ein Ticket ziehen. Sobald man die Autobahn wieder verläßt wird die gefahrene Strecke errechnet und der zu zahlende Betrag muß vor der Weiterfahrt am Kassenhäuschen beglichen werden.
Wer nun seinen Weg bis nach Vendig gefunden hat, der muß nur noch der Staatsstaße SS11 über die Ponte della Libertá (eine Brücke) zu den dortigen Parkplätzen- bzw. Parkhäusern am Piazzale Roma folgen.
Für 24h zahlt man um die 15€ Parkgebühren, bei einem Aufenthalt von etwas 1 Woche macht sich das am leer werdenden Geldbeutel sicherlich bemerkbar…
Die günstigere Variante dürfte es wohl sein, sein Auto in der Nähe des Hauptbahnhofs in Mestre/ Vendig zu parken und von dort aus gleich den Zug oder auch eine der vielen Busse zum Piazzale Roma zu nehmen.



--> mit dem Zug
Ich habe mich ehrlich gesagt nie sehr ausgiebig mit dem Gedanken beschäftigt, den Zug nach Venedig in Betracht zu ziehen.
Ich weiß lediglich, dass es beispielsweise von München aus Direktverbindungen nach Vendig gibt.
Am bequemsten dürften wohl die Nachtzüge mit den Liege- und Schlafwagen sein.
Es gibt 3 verschiedene Strecken, die eine führt über den Brenner-Pass, eine andere über den Gotthard und die dritte Alternative führt über Villach.
Welche Strecke die günstigste, welche die Schönste ist, das weiß ich leider nicht.
Da es aber eh immer etliche Angebote der DB gibt und vor allem immer etliche Ausnahmen, ist es eh ratsam, sich bei Bedarf selbst zu erkundigen.

--> mit dem Flugzeug
Wer mit dem Flugzeug anreist, der hat meiner Meinung nach die beste Wahl getroffen.
Je nach Abflugort fliegt das Flugzeug von Deutschland aus zwischen 90- 120 Minuten. Venedig hat einen internationalen Airport: Marco Polo.
Von vielen Deutschen Flughäfen wird er direkt angeflogen (Frankfurt, Hamburg, Köln, München..)
Da es viele so genannte billig- Airlines gibt, die Venedig anfliegen, kann man mit etwas Glück auch günstig nach Venedig reisen. Ich bin letztes Jahr beispielsweise mit Hapag- Lloyd Express geflogen und habe sowohl für den Hin-, als auch für den Rückflug jeweils 49.95€ gezahlt. Informieren lohnt sich also, denn es gibt durchaus auch wesentlich teurere Angebote.
Vor 2 Jahren flog ich mit der Deutschen Lufthansa mit dem Studententarif für 222€, was vergleichsweise doch recht teuer war…
Wer am Flughafen von Venedig ankommt, der kann sich gleich völlig auf die Stadt einlassen und seine gebuchte Unterkunft per Schiff erreichen.
Es gibt 2 Varianten, die Stadt über den Wasserweg zu erreichen.
Zum einen kann man für etwa 10€ am Aliguna. Kiosk gleich in der Ankunftshalle ein Ticket für eine Schiffahrt in die Stadt buchen, zum anderen kann man ein Taxiboot direkt an der Anlegestelle für Boote am Flughafen nehmen.
Die Fahrt mit dem Taxiboot ist unverschämt teuer, dafür aber um einiges schneller. Um sich richtig auf Venedig einzustellen würde ich das langsamerer Schiff empfehlen, welches etwas mehr als 1h in die 11km entfernte Laguneninnenstadt fährt. Das Wassertaxi benötigt nur etwa 20 Minuten, wer es also eilig hat, kann diese Alternative nutzen.
Ansonsten gibt es selbstverständlich auch Busse, die allerdings nicht bis in die Innenstadt fahren können, denn dort gibt es ja keinerlei Straßenverkehr, abgesehen vom Wasserstraßenverkehr.



Über Venedig
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Dass Venedig in Italien liegt erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.
Sie ist die Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Venetien.
Die Niedrigwasser- und Sumpfzone der venezianischen Lagune umfaßt 550 km², das Stadtgebiet alleine macht 7 km² aus.
Venedig selbst ist auf über 100 Inseln erbaut, deren sechs verschiedene Stadtteile durch über 400 verschiedene Brücken miteinander und untereinander verbunden sind.
Nicht ohne Grund wird Venedig als „Stadt der Fußgänger“ bezeichnet. Autos können wie bereits erwähnt in der Stadt der Lagunen nicht benutzt werden und trotz der vielen Wasserwege und des guten Wasserverkehrsnetztes ist auf Venedigs Straßen nicht nur an Karneval die Hölle los.
Die Inseln, auf denen Venedig steht bestehen aus engen, atemberaubenden schluchtartigen Gassen (= Calli) und Plätzen (= Campi) verschiedenster Formen und Größen.
Die meisten Plätze sind besonders klein und werden deswegen Campielli genannt.
Sich hier in den unzähligen Gassen zu verlaufen ist keine Kunst, gleicht Venedig doch ein wenig einem Irrgarten, in dem es sich selbst mit Stadtplan nur schwer zurecht zu finden läßt.
Zum einen mag dies daran liegen, dass es keinen wirklich vollständigen Stadtplan, mit sämtlichen Gassen und Sackgassen gibt, zum anderen hat es wohl auch damit zu tun, dass man durch das ständige Staunen und bestaunen der vielen Sehenswürdigkeiten, Souvenirläden und Gondeln auf den kleinen Wasserwegen sich immer ablenken läßt und seinen Weg außer Acht läßt. In Vendig läßt man sich somit meist mehr von seinen Eindrücken, als von irgend etwas anderem leiten.



Sehenswürdigkeiten
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Alles aufzuzählen, was sich zu betrachten lohnt würde jeglichen Rahmen sprengen, doch gibt es einige Sehenswürdigkeiten, die man sich keineswegs entgehen lassen sollte und genau über diese möchte ich auch ein wenig ausführlicher Berichten:


1. Der Markusplatz

Der Piazza San Marco bildet das Zentrum Venedigs und das Herz des Stadtteils San Marco, wenn nicht sogar der ganzen Stadt.
Den meisten Menschen, nicht nur aus Europa, sondern weltweit ist der Markusplatz ein Begriff.
Nicht allein wegen des Dogenpalastes, welcher einer der bekanntesten und größten Sehenswürdigkeiten Venedigs ist, der Markuskirche und dem 99m hohen Campanile (= Glockenturm) ist dieser Platz so bekannt.
Viele bringen mit diesem Schlagwort wohl die unzähligen Tauben in Verbindung, die auf dem Piazza anzutreffen sind.
Man kann sich für ein bißchen Kleingeld Taubenfutter kaufen und die Tauben damit füttern. Allerdings sollte das auch nur derjenige tun, der keinerlei Berührungsängste mit den Tauben hat, denn es ist eher die Regel, als die Ausnahme, dass die Tauben keine Berührungsängste mit den Personen haben, die freundlicher Weise das Futter für sie gekauft haben.
Ich habe nie Futter gekauft, denn ich mag weder so viele Tauben um mich herum haben und schon gar keine Tauben auf mir sitzen haben.
In Venedig haben die meisten Piazzas ein und den Selben Grundriß, so auch dieser Piazza. Der Grundriß stellt eine L- From dar. Dies bedeutet, dass von keinem Punkt des Platzes aus dieser vollständig zu überblicken ist. Man muß ihn quasi durchschreiten, um ihn zu entdecken. Der kurze Schenkel des L- förmigen
Platzes beispielsweise, der sich direkt vor dem Dogenpalast befindet, nennt sich Piazetta (= Plätzchen).
Er war bis hin ins 12. Jahrhundert das Hafenbecken.
Auf der Piazette befinden sich zwei große Granitsäulen, Monolithen aus dem Orient. Sie wurden 1772 erbaut. Die linke Säule ziert ein geflügelter Löwe,(= das Wappen der Stadt) auf der rechten Säule thront der heilige Theodor mit dem Drachen, welcher vor dem heiligen Markus als Stadtpatron galt.
Sie stellten vor etlichen Jahren ein Symbol der Herrschaft und des Gerichts dar.
Einst galt der Platz dazwischen als Hinrichtungsstätte, was noch heute der Grund dafür ist, das viele Venezianer nicht zwischen den beiden Säulen hindurchgehen, denn Venezianer sind abergläubig.
Wie dieser Teil des L´s, so hatte jeder andere Teil des L´s seine ganz eigene Funktion.
Im 18. Jahrhundert erhielt der Markusplatz sein heutiges Aussehen, denn in genau diesem Jahrhundert wurde das aus dem 13. Jahrhundert stammende rote Ziegelpflaster durch den heute noch immer vorhandene grauen Trachyt ersetzt. Der graue Trachyt enthält ein aus weißen Marmorsteinen verziertes Muster.


2. Markuskirche

Die Basilika di San Marco wurde im 11. Jahrhundert errichtet und ist dem Evangelisten Markus geweiht.
Zuvor standen genau an diesem Platz zwei Vorgängerbauten.
Die erste Markuskirche war, wie der Dogenpalast auch, aus Holz. 976 brannten beide zusammen nieder. Die Flammen forderten dazu noch um die 400 Häuser.
Die nach dem Brand errichtete, zweite Markuskirche baute man aus Stein. Diese brach man im 11. Jahrhundert ab und der Bau der dritten, der heutigen Markuskirche begann ab 1063 und dauerte 31 Jahre, bis sie im Jahre 1094 fertig gestellt wurde. Im gleichen Jahr wurden auch die Markusreliquien, die seit dem Brand von 976 verschollen waren, wieder aufgefunden.
Die Form eines griechischen Kreuzes bildet den Grundriß dieser Kirche, welche von insgesamt fünf Kuppeln überdacht ist.
Zur Markuskirche gehört der 99m hohe Campanile von San Marco (= Glockenturm), der 1902 einstürzte und daraufhin originalgetreu wieder aufgebaut wurde.
Man sagt über die Markuskirche, dass sie ganz ohne jeglichen Zweifel das wichtigste Gebäude der Stadt sei.
Öffnungszeiten:
Die Markuskirche hat täglich von 10- 17 Uhr geöffnet


3. Santi Giovanni e Paolo

Diese Basilika, die von den Venezianern unter dem Namen „ San Zanipolo“ zusammengefaßt wird ,ist die Klosterkirche der Dominikaner und wurde 1232 von Papst Gregor dem IX mit den Durchführung der Inquisition betraut.
Die Inquisition forderte auch in Venedig unzähligen angeblichen Ketzern das Leben.
Dennoch hatte die Kirche zu damaligen Zeiten nicht ihre volle Macht ausüben können, da die Beauftragten der Inquisition unter staatlicher Kontrolle standen. (Hierzu gibt es auch ein wirklich gelungenen Spielfilm, der vor nicht all zu langer Zeit im Fernsehen lief. Ich glaube, er hieß „Dangerous Beauty, die Macht der Kurtisanen).
Die Kirche selbst ist ein Backsteinbau, der sehr beeindruckende Elemente sowohl der Renaissance (freistehende Säulen), als auch der Gotik (Spitzbogen) in sich vereint.
Die 102m lange Kirche entstand hauptsächlich im 14. Jahrhundert. Ab dieser Zeit endeten hier die Begäbnissprozessionen für die Dogen, die heute in dieser Kirche beerdigt liegen.
Die 27 Dogengräber sind somit das „Schmuckstück“ dieser Kirche und eines der bedeutendsten Werke europäischer Architektur, denn dem Armutsideal der Dominikaner entsprechend ist die Kirche an sich recht einfach und vor allem prunklos gehalten.
Die Gräber verdeutlichen noch heute die einstige Macht und das Ansehen, das Venedig genießen dufte.


4. Rialto

Die Rialtobrücke ist die älteste und wohl bekannteste der drei über den Canal Grande führenden Brücken.
Ab dem 13. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert war sie die einzige Brücke, die über den Canal Grande führte. In ihrer ursprünglichen Form war sie eine Holzbrücke, deren Mittelteil beim passieren von Schiffen geöffnet werden konnte.
Im 16. Jahrhundert schrieb Venedig einen Architektenwettbewerb aus, an dem namhafte Künstler, wie Michelangelo, Palladio und Sansovino teilnahmen. Die Steinbrücke, wie wir sie heute kennen wurde vom Wettbewerbsgewinner Antonio da Ponte entworfen und von 1588- 1591 auf mehreren tausend Holzpfählen erbaut.
Schon damals wurden Geschäfte auf der Brücke vermietet, um den Bau zu finanzieren.
Heute finden wir ausschließlich Souvenirläden mit allem erdenklichen und unnötigem Allerlei und dazu noch mit überteuerten Preisen..
Die 28m lange Brücke zu überqueren ist dennoch ein ganz besonderes Erlebnis.
Obwohl es sehr touristisch ist geht von der Rialto- Brücke ein sehr großes Flair und vor allem aber eine enorme Anziehungskraft aus.
Meiner Meinung nach ist das Überqueren per pedes genauso Pflicht bei einem Venedigbesuch, wie einmal unter der Brücke mit dem Varporator (=Schiff) oder der Gondel durch zu schippern!


5. Canal Grande

Überspannt wird der Canal Grande von 3 Brücken.
Der Canal Grande ist sozusagen die Hauptverkehrsstraße des venezianischen Verkehrsnetzes.
Der Kanal ist etwa 4km lang und zwischen 30 bis 70m breit.
Im Durchschnitt ist er bis zu 5m tief.
Etwa 190 Häuser, 15 Kirchen und etwa 40 Zuflüsse aus Seitenkanälen lassen sich bei einer Fahrt mit dem Schiff auf und entlang des Canal Grande bestaunen.
Es gibt etliche Gärten, Villen.Parks, Restaurants, Brücken und Anlegstellen. Es ist einfach unbeschreiblich, wie viele Informationen unser Auge zum Verarbeiten bekommt…!
Will man in aller Ruhe die ganze Schönheit des Canal in sich saugen, so setzt man sich am besten schon am Piazza Roma in das Varporette Linie 1 und schon geht’s los. Das Schiff legt an jeder Haltestelle des Canal an und sucht sich in einer Zickzacklinie seinen Weg.
Ich weiß nicht, wie oft ich den Canal Grande schon entlang gefahren bin, aber eines weiß ich ganz sicher, bei jeder Fahrt entdecke ich etwas neues. Zu jeder Tages- und Nachtzeit schimmert Venedigs Antlitz in anderen Farben, es ist einfach eine unglaublich faszinierende Stadt!



Essen und Trinken in Venedig
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Man sagt, die venezianische Küche sei sehr berühmt! Berühmt für ihre horrend hohe Preise, und berühmt, für ihre verdammt schlechte Küche;)
Nunja, dem ersten stimme ich wohl uneingeschränkt zu, denn in Venedig ist Essengehen nicht gerade ein preiswertes Vergnügen.
Essen im Sitzen ist teurer als im Stehen, also behaltet bitte stets im Hinterkopf, dass, sobald man sich an einen bereits vorgedeckten Tisch setzt, man für das Gedeck zahlen muss, selbst dann, wenn man nur etwas Trinken möchte. Die Gedeckpreise liegen je nach Restaurant und Lage des Restaurants zwischen 3-5€ pro Person. Dies ist allerdings keine Macke der Venezianer, sondern aller Italiener;))
Auch in einem Eiscafé ist es nicht gestattet, sich an die dort vorhandenen Tische zu setzten, wenn man in Selbigen beim Straßenverkauf sein Eis in der Waffel gekauft hat. Man muß also immer extra zahlen. Am besten ist es deswegen, sich irgendwo in einen Park, ans Ufer oder auf eine der vielen Stufen der vielen Brücken zu setzten um sich dort auszuruhen und gekauftes oder besser noch, mitgebrachtes Essen dort zu verspeisen!
Wer dennoch in Venedig mal essen gehen möchte, der kann das selbstverständlich tun.
Nachmittags hat man meist keine Probleme, hie und da noch einen freien Tisch zu finden, doch am Abend sollte man reservieren, insbesondere dann, wenn man schon ein bestimmtes Restaurant im Visier hat. Oft sind die Restaurants sehr, sehr klein und deswegen sind sie auch sehr schnell „belegt“. Kein wunder, wenn man mit 6 Personen und 3 Tischen im Lokal schon voll ausgelastet ist…
In den meisten Lokalen kommt man nicht unter 20€ pro Person gezahlt zu haben wieder zurück ins Hotel.
Ebenfalls sollte man wissen, dass es in den Restaurants nicht gerne gesehen wird, wenn man nur ein Hauptgericht bestellt, denn für den Italiener zählt zu den normalen Eßgewohnheiten eine Vorspeise, sowie ein Nachtisch ebenfalls dazu. In den vielen kleinen Bars und Pubs Venedigs sieht man das allerdings nicht so streng!
Des Weiteren sollte man sich auch nach den Öffnungszeiten des gewünschten Lokals erkundigen.
Sonntags sind zum Beispiel die meisten Restaurants geschlossen, denn dieser Tag steht bei den Italienern ganz im Zeichen der Familie.
Nicht nur in Deutschland ist es üblich, Trinkgeld für die Bedienung mit ein zu kalkulieren. Angebracht, so sagt man, sind etwa 12% des Betrages der Rechnung. Ich handhabe das aber je nach Lust und Laune die bei mir sehr vom Service und dem Essen abhängig ist.
Für unfreundlichen Service zahle ich nicht noch extra, dafür gibt es aber bei gutem Service eine entsprechende Aufmerksamkeit, aber das steht ja jedem selbst frei, es so zu machen, wie er es für richtig hält!

Zum Trinken in Venedig kann ich eigentlich nicht viel sagen, denn ich habe nichts vermisst.
Was allerdings typisch für Venedig ist, zumindest für die Venezianer, das ist das Trinken von so genannten „Schatten“. Wer damit nichts anfangen kann, dem geht es, wie es mir einst ging, aber ich möchte es euch gerne erklären:
Viele Venezianer fangen bereits in den frühen Morgenstunden damit an, eine „ombra“ (lat.= Schatten) zu trinken. Eine ombra ist ein kleines Gläschen gefüllt mit 0,1l eines einfachen Weines. Wer sich in Lokalen aufhält und mal lauscht, der wird sicherlich des Öfteren hören, wie ein Venezianer eine „andare per ombre“, eine so genannte Schattendrunde bestellt.
Da die Kellner nicht immer 0,1l, manchmal auch weniger einschänken spricht man scherzhaft auch von einer ombretta, einem „kleinen Schatten“.
Angeblich soll der Begriff auf dem Piazza San Marco entstanden sein, denn dort folgten die Weinverkäufer einst immer dem Schatten, um ihren Wein nicht in der Sonne zu lassen, sondern ihn im Schatten zu kühlen.
Man sagt, das rund 500.000 ombre täglich in den Bácari (= venezianische Weinschänken, deren Name sich vom Weingott Bacchus ableitet) bestellt werden. Den Schatten gibt es als Rot-oder Weißwein und kostet am Tresen zwischen 0,50€ und 1, 50€.

Nicht nur der Wein hat Geschichte, auch die Kaffee- und Capuccinokultur.
Wichtig zu wissen ist vielleicht, dass der, der sich einen caffé bestellt einen Espresso bekommt und der, der einen Filterkaffee trinken möchte, wie er ihn aus Deutschland kennt, der sollte sich einen caffé americano bestellen.
Für Liebhaber eines starken Kaffees eignet sich am besten der caffé ristretto, eine weniger starke Variante ist der caffé lungo.
Entkoffeinierter Kaffe ist unter dem Namen decafféinato zu bestellen und wer einen caffé coretto bestellt, erhält einen, je nach Wahl mit Grappa, Amaretto etc., korrigierten Kaffee.
Dies war allerdings nur eine kleine Exkursion, denn es gibt wahrlich zig Varianten….



Übernachten in Venedig
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Ich muß leider gestehen, dass ich hierzu nicht allzu viel sagen kann, denn ich habe immer Privat wohnen können…
Die Preise für Übernachtungen in Hotels sind jedoch nicht gerade Schnäppchenpreise.
1* Hotels würde ich persönlich nie empfehlen, ganz gleich, wo man sich gerade aufhält, aber selbst diese kosten in der günstigsten Variante pro Nacht zwischen 80. 150€.
Günstige Mittelklassehotels, sprich 2* und 3* Hotels gibt es eigentlich auch nicht wirklich, denn Übernachtungen zwischen 140- 300€ pro Person empfinde ich sicherlich nicht als günstig.
Ab 300€, nach oben natürlich kein Preislimit, gibt es in 4* und 5* Hotels Zimmer pro Nacht. Was ich allerdings schon des Öfteren mitbekam war, dass die 4*und 5* Hotels nicht unbedingt mit unserem Standard zu vergleichen sind, aber in Venedig zahlt man viel für die Lage und damit verbunden für einen oft wunderschönen und unvergleichlichen Blick aus dem Fenster und letztlich ist das ja auch einer der Hauptgründe, weswegen man in diese wunderschöne Stadt kommt.
Wer nach Venedig reist, der sollte seine Unterkunft allerdings nicht vor Ort buchen, denn Venedig ist an den meisten Tagen des Jahres restlos ausgebucht und nicht nur dann, wenn in Venedig der Karneval tobt.
Zudem ist es auch oft günstiger, Hotels über einen Veranstalter zu buchen.




Fazit
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Wie man unschwer erkennen kann, bin ich wohl ein wenig in diese Stadt verliebt. Für mich ist dies allerdings kein Wunder, denn obwohl sie natürlich sehr touristisch ist, entdeckt man immer wieder kleine Gassen und Hinterhöfe, in denen niemand sonst anzutreffen ist.
Venezianer sind überaus freundlich und ausser den horrend hohen Preisen für eine Gondelfahrt und die sowohl durch Einheimische, als auch durch Touristen teilweise verdreckten Kanäle ist mir bislang nie etwas Negatives aufgefallen.
Mir macht es einfach unheimlich viel Freude, durch die Gassen zu schlendern, am Meer zu sitzen und einlaufende Schiffe zu beobachten oder das Treiben auf dem Markusplatz zu verfolgen.
Venedig hat für mich von allem etwas: Kultur, Flair, Natur, Getümmel, ruhige Flecken, Parks, Strände, Restaurants, Imbissbuden, Souvenirläden, typisch venezianische Geschäfte, einfach alles, was man für einen rundum gelungenen Urlaub benötigt.
Ich war bislang 2 Mal in Venedig, insgesamt habe ich mehr als 3 Wochen dort verbracht und somit Zeit gehabt, mich dieser Stadt zu widmen und mich auf sie einzulassen. Kein einziger Tag den ich dort verbrachte war zu lang und mich zieht es wieder dort hin.
Francesco Sansovino (1521- 1586) schrieb einst das, was viele Besucher jährlich bejahen:
„Mit Recht behaupten manche, der Name der Stadt Venezia stamme vom lateinischen „Veni etiam“ ab und bedeutet also: „Komm immer wieder“. Denn sooft du auch kommst, du wirst immer Neues erblicken und neue Schönheiten sehen.

Ich kann diese Stadt nur jedem empfehlen und der, der das nicht so sieht, der verpasst meiner Meinung nach ein wunderschönes Erlebnis verbunden mit tollen Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben.

30 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    21.10.2004, 21:52 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    letzten Satz kann ich nur beipflichten! Ich war das letzte Mal vor 8 Jahren in Venedig und jede Sekunde genossen- ein Erlebnis das ich jedem gönnen würde !

  • Jenni29Mai80

    20.10.2004, 04:38 Uhr von Jenni29Mai80
    Bewertung: sehr hilfreich

    bloß das Besonders Hilfreich ;-) Ich kann es nicht finden! LG Jenni