Skoda Octavia Testbericht

Skoda-octavia
Abbildung beispielhaft
ab 39,87
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Auf yopi.de gelistet seit 01/2004
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von brascher

Ein gutes Jahr mit meinem Tschechen

4
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut
  • Besitzen Sie das Produkt?:  ja
  • Dauer des Besitzes & der Nutzung:  länger als 1 Jahr

Pro:

Sehr gutes Preis-Leistungs Verhältnis

Kontra:

Siehe Kleinigkeiten im Bericht

Empfehlung:

Ja

Im Oktober 2003 stellte sich für mich die Frage nach einem neuen Auto. Da ich nicht der absolute Freak in Sachen Motorisierung bin, waren meine Ansprüche recht bescheiden.
Das letzte von mir im Straßenverkehr geführte Modell war ein Opel Zafira 2.0 TDI , mit dem ich eigentlich auch recht zufrieden war.
Auf eine bestimmte Marke festgelegt bin ich ohnehin nicht, also fing ich im September an, mir diverse Modelle von verschiedenen Herstellern unter die Lupe zu nehmen.
Wichtige Kriterien waren für mich eine moderne Sicherheitsausstattung, gute Fahreigenschaften, einige bequeme Details in der Bedienung, ein gutes Fahrverhalten, relativ geringer Spritverbrauch, ausreichend große Sitze ( da hatte der Zafira den größten Mangel ) gute Verarbeitung, Wertstabilität und ein langer Serviceintervall.
Und das Ganze natürlich auch in einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis!

Meine Frau und ich waren schnell einer Meinung: Ein Skoda Oktavia wäre das ideale Auto für uns.

Im Internet unter diversen Anbietern wie mobile.de und Autoscout24 wurden wir auch sehr schnell fündig, wie denn diese Autos damals gehandelt wurden.

Der Oktavia war zu dieser Zeit mit recht günstigen Finanzierungen zu haben, ausgehend von einem Preis, je nach Ausstattung und Motorisierung ab etwa 16.000 Euro.

Auf einen Sportwagen legen wir keinen Wert, aber 75 PS erschienen mir auch etwas zu wenig, in die engere Wahl kam der

OKTAVIA 1.6 FAMILY mit 75 kw also 101 PS

Mit dem günstigsten Internetangebot sind wir zu einem Vertragshändler in unserer Nähe und fragten höflich an, was sich denn mit diesem Preis machen ließe.
Das Gestöhne war groß und man wusste ja nicht, ob es sich um dasselbe Modell mit den gleichen Ausstattungen handelte und tiefer als die Hauspreise ginge eigentlich nicht.

Mit dem von mir genannten Preis ( 14.900 Euro) geht es bei einer Finanzierung ohne Anzahlung nur zu einem Zins von 8,9 %.

Dies war der Zeitpunkt, der Chefin die Gelegenheit zum Nachdenken zu geben und uns auf den nächsten Tag zu verabreden. Natürlich nicht, ohne vorher noch eine ausgiebige Probefahrt gemacht zu haben.

Am nächsten Tag trafen wir uns wieder und siehe da, auf einmal waren die Konditionen einander sehr ähnlich. Was die Chefin nicht ahnte, war die Tatsache, dass ich am Tag vorher völlig vergessen hatte den anstehenden Modellwechsel bei Skoda zu erwähnen.
Der bezog sich zwar nur auf etwas Kosmetik ( Ausnahme: das synchronisierte Getriebe) aber damit war der Oktavia ein Auslaufmodell!
Der zweite Punkt war die Tatsache, dass ein nagelneuer Oktavia auf dem Hof stand in admiralblauer Metallic – Lackierung mit 0 Kilometer.
Ein Fahrzeug wie bestellt und nicht abgeholt und so war es auch!

Auf einmal ging alles recht schnell, den würden wir nehmen, so wie er ist und sofort alle Verträge unterschreiben.

„Aber da ist ein höherwertiges Navigationssystem drin“ war der letzte verzweifelte Versuch, uns vom Kauf abzubringen.
„Das macht nichts, sie müssen es wegen uns nicht extra ausbauen“ wandte ich ein und das Eis war endgültig gebrochen.
14.900 Euro, ohne Anzahlung, auf 4 Jahre, eine Laufleistung von 12500 km jährlich und das zu 189 Euro im Monat (effektiver Jahreszins 2,9 %) , gesparte Überführungskosten, meine Frau und ich waren zufrieden.

Drei Tage später waren alle Formalitäten erledigt und das Auto rollte mit mir am Steuer vom Hof.

Nun gut 15 Monate und etwa 15 TKM später ist Zeit für ein erstes Fazit.

Mein Modell hat als Sicherheitsausstattung folgendes Paket:

Fahrer- und Beifahrerairbag ( abschaltbar! ), Seitenairbags vorn, Anti-Blockier-System, Motor-Schleppmoment-Regelung, Antriebs-Schlupf-Regelung, mechanischer Bremsassistent, Servolenkung, el. Wegfahrsperre, höhenverstellbare Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern, 2 Kopfstützen vorn, 3 Kopfstützen hinten, Verankerung für 2 Kindersitze, Nebelscheinwerfer und –schlussleuchte, Verzurrrösen im Kofferraum sowie ein vollwertiges Reserverad.

Zur Komfortausstattung gehört ein höhen- und längenverstellbares Lenkrad, ein Pollenfilter, geteilt umklappbare Rückbank, Tankklappenfernentriegelung, Zentralverriegelung, getönte Scheiben, Elektrisch einstellbare und beheizbare Aussenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer, Klimaanlage, diverse Ablagefächer und Getränkehalter.

Stoßfänger in Wagenfarbe, beheizte Heckscheibe und Heckscheibenwischer, Antenne, Seitenschutzleisten und 15“er Stahlräder mit Zierblenden runden Komfort und Optik ab.

Ein klangvolles CD System mit 8 Lautsprechern, höheneinstellbare Vordersitze mit Lendenwirbelstützen sowie variable Spannnetze im Kofferraum sind auch serienmäßige Details.

FAHREIGENSCHAFTEN

Reinsetzen, Starten, Losfahren, Spaß haben. So lässt sich das eigentlich beschreiben. Der Oktavia in dieser Ausstattung ist kein Sprinter, aber mit der richtigen Wahl des Gangs beim mechanischen 5- Ganggetriebe erreicht man passable Beschleunigungswerte, die ein zügiges Fahren und gefahrloses Überholen erlauben. Was mir besonders gut gefällt und sich natürlich auch benzinsparend auswirkt ist sein konstantes Beschleunigen auch aus unteren Gängen. Die Werte habe ich nicht nachgemessen, aber die angegebenen 11,2 sek. von Null auf Hundert schafft er schon.
Was mich fasziniert ist sein ruhiges Fahrwerk auf jeder Art von Untergrund, ob klapprige DDR – Altlaststrassen, schwedische Wald- und Gebirgswege oder glänzender nasser Asphalt; das Auto liegt kerzengerade in der Spur und traumhaft sicher in den Kurven, auch bei etwas höherer Geschwindigkeit. Die Federung ist komfortabel ohne zu weich zu wirken.
Und gerade jetzt auf winterlichen Straßen macht sich die zuschaltbare Antriebs-Schlupf-Regelung bezahlt. Kein Durchdrehen des Fronttrieblers auf schneeglatten Straßen.

Der Komfort beim Fahren lässt für mich kaum Wünsche offen. Die genügend hart gepolsterten Sitze haben die nötige Länge um auch bei längeren Fahrten meinen 1,86 m großen Körper, und da besonders die Beine in einem relativ entspannten Zustand zu belassen. Für die Fondspassagiere ist ebenfalls genügend Beinfreiheit vorhanden, selbst wenn ich den Fahrersitz bis nach hinten verschiebe. Zwei hintere Mitfahrer können richtig lümmeln, zu dritt kann man normal sitzen.
Der Fahrersitz muß im praktischen Einsatz nach der für jeden bestmöglichen Einstellung als Kombination aus Lenkradhöhe, Sitzstellung und Lendenwirbelstütze erprobt werden.
Ein kleiner Mangel ist die Tatsache, dass sich der Sitz nach einiger Zeit in der Höhe absenkt und immer wieder korrigiert werden muß. Dies geschieht allerdings mit einem mechanischen Pumphebel in kürzester Zeit beim Fahren. Man merkt es beim Blick in den Rückspiegel, dass man zu niedrig sitzt.

Der Benzinverbrauch richtet sich in erster Linie nach dem eigenen Fahrverhalten. Ich bin ein recht vorrausschauender Fahrer und schalte auch gern schnell in die höheren Gänge. Auch im Stadtverkehr benutze ich überwiegend den fünften Gang. Getankt werden kann mit Normalbenzin, empfohlen wird allerdings Super und dem folge ich auch.
Im reinen Stadt- und Kurzstreckenverkehr pegelt sich der Verbrauch bei etwa 8 Liter ein, auf längeren Fahrten auf der Autobahn komme ich auf knapp 7 Liter, wenn ich mich mit maximal 140 km/h bewege.
Tja, und in Schweden, bei Geschwindigkeiten Zwischen 70 und 110 km/h sind es dann etwa 5 Liter.

Der Bordcomputer, der mir so nützliche Dinge wie Zeit, Temperatur, Frostwarnung, gefahrene Kilometer, Kilometerzahl bis zum nächsten Tankstop anzeigt, hat auch die positive Eigenschaft, den Durchschnittsverbrauch einer jeden Fahrt und den aktuellen Verbrauch anzuzeigen. Daher weiß ich, dass bei einer Geschwindigkeit von 190 km/h zwischen 17 und 18 Liter Sprit den Auspuff verlassen. Dies ist eine Geschwindigkeit, die der Oktavia bei Bedarf über eine lange Strecke gefahren werden kann.
Spitze meines Wagens waren leicht wind- und streckenbegünstigte 210 km/h.

WEITERE NÜTZLICHE DINGE

Hier sind in erster Linie das vollwertige Reserverad und der für eine Limousine mit Fließheck nahezu üppige Kofferraum zu nennen. Normal 620 Liter und nach aufklappen der Rückbank über 1400 Liter sind einem Kombi würdig und für eine Limousine überragend.
Da wir nur noch zu zweit in den Urlaub fahren, wissen wir gar nicht, was wir alles reinpacken sollen. Wir sind schon am Überlegen aus unserem nächsten Urlaub einen lebenden Elch mitzubringen.
Wenn wir vielleicht auch mal in Ländern mit einer höheren Kriminalitätsrate unterwegs sind, wird sich das elektronische Verriegelungssystem als nützlich erweisen an einer sizilianischen Kreuzung oder ähnlichem.
Die einzelnen Ausstattungsmerkmale haben ich weiter oben erwähnt, diese werden von mir zweckentsprechend genutzt.

WAS NOCH ZU VERBESSERN WÄRE

Wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Ein elektrischer Türöffner kostet 200 Euro extra; ich verzichtete. Die Ablagemöglichkeiten im Frontbereich sind zwar recht vielfältig, aber nicht immer praktisch. Da habe ich gerade bei der Tochterfirma VW bessere Lösungen gesehen. Im neuen Oktavia wurde da auch schon Einiges verbessert.
Wenn es geregnet hat und ich öffne die Heckklappe dann lässt es sich nicht vermeiden, dass etwas Wasser in den Kofferraum kommt, da eine kleine Führungsrinne fehlt.
Die Schaltung ist etwas hakelig und es bedarf schon einiger Kilometer um sich an das problemlose Schalten zwischen den Gängen 2 bis 4 zu gewöhnen. Da ist es mir Anfangs ab und an passiert, dass mir ein Gang wieder rausrutschte.
Das Größte Ärgernis für mich ist das Luft tanken!
LIEBE SKODA INGENIEURE!
HABT IHR SCHON MAL VERSUCHT AN EINER NORMALEN TANKSTELLE DIE REIFEN ZU BEFÜLLEN OHNE DIE ZIERBLENDEN ZU ENTFERNEN?

Ich kontrolliere den Luftdruck regelmäßig zu Haus und habe mir einen kleinen Kompressor zugelegt.


FAZIT
Mein nächstes Auto wird mit Sicherheit wieder ein SKODA, wenn ich hier bei ciao genug verdiene vielleicht ein Superb.
Wirtschaftlichkeit, saubere Verarbeitung,Fahrspass, Service lassen aus meiner Sicht kaum Wünsche offen. Dazu kommen ein langer Wartungsintervall ( 30.000 km bzw. alle 2 Jahre, gilt ebenso für den Ölwechsel!) eine zweijährige Full-Service-Werksgarantie mit anschließender 2-jähriger Full-Service-Gewährleistung und eine sehr günstige Einstufung in der Haftpflicht und Vollkasko.
Eine dreijährige Steuerbefreiung tut ihr Übriges.
Kleine, von mir beschriebene Mängel nehme ich dafür gern in Kauf. Wer dieses und jenes noch etwas besser oder komfortabler möchte, dem steht eine Zutatenliste kostenpflichtig zur Verfügung, die der Meister der Werkstatt gern für jeden zubereitet.

Nicht umsonst ist Skoda in Deutschland eine der wenigen Marken, die seit Jahren kontinuierlich wächst und in allen Testberichten und Umfragen Spitzenplätze belegt.

Um Missverständnisse zu vermeiden:Oktavia Celebration und Family sind identische Modelle!

13 Bewertungen