Dänemark Testbericht

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Erfahrungsbericht von Mattes1203

Flinthörn - lever doot as slaav!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1925 wurde die \"Flinthörn\" in Lübeck auf Kiel gelegt. Der Rumpf ist ein Querspanntrumpf und besteht aus Stahl. Für Fahrten in flachen Gewässern besitzt es einen Flachboden. Zur Stabilisierung befinden sich an Backbord und Steuerbord je ein Schwert, welche bei Bedarf zu Wasser gelassen werden.
Der jetzige Eigner erwarb das Schiff 1984 und restaurierte es bis 1987. Heite ist die \"Flinthörn\" als Galeasse aufgeriggt und als Traditionssegler unterwegs. Beim Ausbau der Messe wurde viel Holz verwendet und auf eine schiffige Bauweise geachtet. Hier befinden sich auch 9 der insgesamt 11 Gästekojen. Die anschließende Kombüse ist durch einen kleinen tresen von der Messe abgetrennt. Große Personen bekommen zwar leicht Probleme mit der Deckenhöhe, dafür bietet sie aber auch Profiköchen eine gute Ausstattung. Zweckmäßigerweise wird mit Gas gekocht, um die bordeigenen Batterien zu schonen. Das Bad ist mit Badewanne, Dusche, WC, Waschbecken und sogar einer Waschmaschine ausgerüstet. Ferner kann das Bad als Dunkelkammer genutzt werden. Die Achterkajüte dient der Besatzung als Wohnraum.
Die \"Flinthörn\" kann außerhalb des Fahrplans von Gruppen für Segeltörns gechartert werden.
An technischen Daten ist folgendes zu erwähnen:
- Länge über alles: 25,00m
- Breite: 4,70m
- Tiefgang: 1,60m
- Besegelung: 195 Quadratmeter
- Maschine: 200 PS Cummins -Diesel
- Kraftstoff: 2700 Liter
- Trinkwasser: 3500 Liter.
Zur Ausrüstung gehören desweiteren: GMDSS, Decca, Radar, GPS, 2 x UKW-Funk, Funkpeiler, Grenzwellenempfänger, Sextant und Navtex.
Nach §6 der Schiffssicherheitsverordnung gehören Rettungsinsel, automatische Schwimmwesten, Rettungsboot mit 25 PS und ein Dieselgenerator ebenfalls zur Ausrüstung.
Das Schiff ist von der Seeberufsgenossenschaft abgenommen.

Unsere Reise begann am 25. 06. 01 in Bielefeld. Wir fuhren morgens los, um mittags in Kiel zu sein, wo die \"Flinthörn\" anlässlich der Kieler Woche lag. Wir waren zu sechst und wurden von den beiden Besatzungsmitgliedern herzlich empfangen.
Im voraus hatten wir einen speiseplan aufgestellt und eine Einkaufsliste geschrieben. Logischerweise fand der Einkauf erst in Kiel statt. Anhand unserer drei gut gefüllten Einkaufswagen waren wir auch leicht als Segler zu identifizieren. Nachdem wir alles gut an Bord verstaut hatten, fand durch den Skipper eine Sicherheitsbelehrung statt, bei der wir in den Gebrauch der Rettungsmittel eingewiesen wurden. Anschließend lernten wir ein paar Knoten, die immer verwendet werden. Natürlich wußten wir dann auch, welches Segel mit welchem Fall gesetzt wird und wie man es befestigt.
Die Sicherheitsbelehrung und der Eintrag in die Besatzungsliste ist seitens der SeeBG vorgeschrieben.
Von Kiel-Holtenau segelten wir nach Bülk, wo wir abends vor Anker gingen. Beim gemütlichen Grillen lernten wir Flint und Edeltraut näher kennen. Natürlich wurde auch Seemannsgarn gesponnen. Da wir tagsüber segeln wollten, einigten wir uns darauf, das es Abends die Hauptmahlzeit gibt.
Am nächsten morgen begann dann unser erster seetag. Leider kamen wir bald in eine Flaute, so daß wir zeitweise mit motor fuhren. Marstal auf der Insel Aerö wurde unser erster Hafen in Dänemark, wo wir neben zwei weiteren Traditionsseglern im Päckchen festmachten. Nach dem Duschen an Land - dafür gibt es extra Häuser- begann ein Stadtbummel. Ich erkundigte mich nach einem Bäcker, wo ich dann am nächsten Morgen frische Brötchen geholt habe. Nach dem frühstück haben wir das sehr interessante Schiffahrtsmuseum besucht. Neben vielen Ölgemälden und Schiffsmodellen wird viel schiffszubehör aus früherer zeit ausgestellt. Sehr interessant sind auch die vielen mitbringsel aus allen Teilen der Welt und die Werkstätten, die mit der Seefahrt zu tun haben.
Abends gingen wir vor Aerösköbing vor Anker und wurden mit dem Beiboot an Land gebracht. Das Städtchen ist sehr malerisch und hübsch. Andere Leute fahren für soviel Schönheit nach Florenz oder Venedig. Am Strand befinden sich viele Strandhäuser, wo die Einwohner ihre Badeschen aufbewahren. Verkauft werden die Häuser nie, sondern von einer Generation auf die nächste weitervererbt.
Die weiterfahrt nach Lyö brachte endlich den ersehnten Wind. Während des gesamten Törns ließ der Skipper seine Gäste an geeigneter stelle auch für längere zeit ans Ruder. Wir waren unter seiner Anleitung eben die Besatzung, die überall mit zupacken mußte.
Auf Lyö befindet sich der sogenannte \"Klokkesteen\", ein alter Dolmen, sprich Hügelgrab. Wenn man mit einem faustgroßen Stein an eine bestimmte Stelle schlägt, klingt es wie eine Kirchenglocke. Die Insel ist auch so klein, daß man sie zu Fuß leicht umwandern kann. Leider neigte sich unsere Reise auch schon dem Ende entgegen. Hier und vielleicht auch darum hatten wir den einzigen regenschauer während der ganzen Reise.
Die strecke von Lyö nach Klein Flintholm, wo wir am letzen Abend vor Anker gingen, war auch unsere längste.
Am nächsten Morgen machten wir dann in Kappeln an der Schlei fest, wo die \"Flinthörn\" im Museumshafen ihren Stammplatz hat. Zum Abschied war natürlich ein Gruppenfoto Pflicht. Flint überreichte jedem Teilnehmer eine Seemeilenbestätigung mit der eingezeichneten Route und dem Fahrgebietals Andenken.

Leider verging diese Woche wie im Flug. Aber es kann keiner behaupten, er hätte keinen Spaß gehabt und nicht ein wenig gelernt.

Gestern hatten wir eine kleine Nachbesprechung, bei der wir uns alle Fotos angesehen haben. Von mir aus könnten wir die tolle Reise nächste Woche gleich noch einmal wiederholen...

7 Bewertungen, 1 Kommentar

  • campino

    13.04.2002, 18:53 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sorry, aber das ist für deinen interessanten Bericht leider die falsche Kategorie.