Indonesien Testbericht
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Erfahrungsbericht von lotharh44
Liebenswertes Indonesien
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Liebenswertes Indonesien
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Der größte Inselstaat der Erde erstreckt sich beiderseits des Äquators mehr als 5000 km, weit von der Nord spitze Sumatras bis nach Neuguinea hinein. Auf der Landbrücke zwischen Asien und Australien lebt fast die Hälfte aller Einwohner Südostasiens.
Vorweg gesagt, warnt ja aktuell das Außenministerium und rät bei touristischen Besuchen zu Vorsicht. Dem reinen, das Land nicht bereits kennenden Touristen, der nicht bereits gute einheimische Freunde in Indonesien hat, würde ich momentant sogar von einer Reise abraten. Derzeit ist bei einigen Glaubenseiferern die Stimmung gegen Christen besonders aufgebracht, wir hatten unangenehme Gelegenheit, dies am rande des Urlaubsgeschehens mitzubekommen. Ganz besonders sollte man die Region Ost Timor meiden!
Wir, d. h. meine kleine Reisegruppe, bestehend aus Familienangehörigen und Freunden, die schon jahrelang gemeinsam reisen, sind da immer etwas mutiger, da wir bei einheimischen Freunden im Land in deren Familie aufgenommen werden und diese bei unseren Streifzügen durch die Inselwelt immer um uns sind.
Geografisches
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Das heutige Indonesien erscheint uns Besucher aus dem Ausland als eine in sich geschlossene, mächtige Nation; in Wirklichkeit liegt die Eigenart der Inselrepublik aber gerade in ihren inneren Gegensätzen, im Zusammenspiel vieler verschiedener Volksgruppen und der Einflüsse unterschiedlichster Kulturen. Die Einheit ist, wie die Indonesier selbst sagen, erst das Ergebnis dieser Vielfalt. Um sich zu einer führenden Nation der dritten Welt zu entwickeln, musste die junge Republik eine ganze Reihe von sehr schweren Kinderkrankheiten überstehen. Mit der von der Kolonialmacht übernommenen parlamentarischen Demokratie machte der Vielvölkerstaat Indonesien keine guten Erfahrungen; Wahlen führten angesichts der verwirrenden Parteienvielfalt leider auch zu keinen klaren Regierungsverhältnissen. Außerdem kam es immer wieder zu Aufständen, die durch Separatisten und strenggläubige Moslem geschürt wurden.
Das Experiment einer „gelenkten Demokratie“, das Präsident Sukarno zwischen 1957 und 1965 mit einer in sich höchst gegensätzlichen Regierungsmannschaft aus Nationalisten, Moslems und Kommunisten wagte, scheiterte vor allem an der katastrophalen Wirtschaftslage.
Nach 1965 wurde Sukarno schrittweise durch den in der fünften Amtsperiode regierenden Präsidenten Suharto entmachtet, der eine Politik der Öffnung zum Westen verfolgt.
Das starke Wirtschaftswachstum führte 1997 zu einer ökonomischen Überhitzung, die das Land in eine schwere soziale und politische Krise trieb. Nach blutigen Unruhen trat Suharto im Mai 1998 zurück. Neuer Staatschef wurde damals Bacharuddin Jusuf Habibie. Unter seiner Führung unterzeichnete Indonesien im Mai 1999 mit Portugal einen Autonomieplan für Ost-Timor. Die Parlamentswahlen am 7. 6. 1999 gewann die Demokratische Partei Indonesiens Kampf (PDI-Perujuangan) unter Führung von Megawati Sukarnoputri, einer Tochter des Republikgründers Sukarno.
Nachdem sich die Bevölkerung Ost-Timors am 30. 8. 1999 in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Indonesien ausgesprochen hatte, eskalierte die Gewalt in der Krisenregion fürchterlich.
Nich vergessen sei, dass dort im September 1999 UNO-Friedenstruppen stationiert wurden. Die Volksversammlung Indonesiens wählte am 20. 10. 1999 den Moslemführer Abdurrahman Wahid zum neuen Staatspräsidenten. Unruhen auf den Molukken sowie in den Provinzen Aceh und Irian Jaya gefährdeten die innere Ordnung des Landes aktuell mehr denn je und es kam, wie es kommen musste, am 23.Juli 2001 wurde Wahid aus Amt enthoben, Megawati wurde neue Präsidentin des Landes
Präsident Wahid hatte Indonesien viel versprochen- Weniger Korruption und mehr Demokratie. Beides hat er nicht erreicht, im Gegenteil. Wahid wurde nun aus seinem Amt enthoben. Ihm wird Korruption, Unfähigkeit und Verletzung der Verfassung vorgeworfen. Dagegen hatte er sich in den letzten Wochen ja mehrfach gewehrt und wollte mit aller Gewalt an der Macht bleiben.Neue Präsidentin ist Megawati Sukarnoputri, was aber nicht unbedingt Besserung bringen wird, ich befürchte diesbezüglich Stagnation der von ihr übernommenen Verhältnisse. Meiner Meinung nach sollte dies nur eine Übergangslösung sein, bis sich endlich ein fähiger Staatspräsident findet.(Ohne etwas gegen Frauen einzuwenden wollen, aber in diesem Land kann eine Frau politisch nicht durchsetzenden Erfolg haben, leider!)
Mit der Ausfuhr von Kautschuk, Holz, Kaffee, Palmöl, Gewürzen und anderen Agrarprodukten, vor allem aber mit dem Erdölexport aus den Feldern in Sumatra, Kalimantan und Java, verfügt die indonesische Wirtschaft im Grunde über ein stabiles wirtschaftliches Fundament. Dennoch befindet sich Indonesien, potentiell eines der reichsten Länder der Erde in einer seit Jahren andauernden wirtschaftlichen Krise. Gefahren drohen dem jungen Staat heute aber vordringlich durch das enorme Bevölkerungswachstum, das wirksam einzudämmen der Regierung bislang noch nicht gelungen ist. Nach neueren Schätzungen wird die Bevölkerungszahl Indonesiens auf derzeit über 210 Mio. geschätzten. Ein weiteres Problem ist die ungleiche Bevölkerungsverteilung zwischen Java, das zur Jahrtausendwende wahrscheinlich bereits mehr als 100 Mio. Menschen beherbergen musste, und den bisher nur relativ dünn besiedelten „Außeninseln“.
Im dichtbesiedelten Indonesien muss auch das kleinste Fleckchen Land landwirtschaftlich genutzt werden. Für den Anbau von Reis hat man kunstvolle Terrassen angelegt.
Soweit mein erster, allgemeiner Bericht zu Indonesien, in Folge werde ich mich noch über unseren Aufenthalt auf Bali und Java zu Wort melden und da mehr über die landschaftlichen und menschlichen Reize (;-)) zum Besten geben.
© Lotharh44 Februar 2002
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Der größte Inselstaat der Erde erstreckt sich beiderseits des Äquators mehr als 5000 km, weit von der Nord spitze Sumatras bis nach Neuguinea hinein. Auf der Landbrücke zwischen Asien und Australien lebt fast die Hälfte aller Einwohner Südostasiens.
Vorweg gesagt, warnt ja aktuell das Außenministerium und rät bei touristischen Besuchen zu Vorsicht. Dem reinen, das Land nicht bereits kennenden Touristen, der nicht bereits gute einheimische Freunde in Indonesien hat, würde ich momentant sogar von einer Reise abraten. Derzeit ist bei einigen Glaubenseiferern die Stimmung gegen Christen besonders aufgebracht, wir hatten unangenehme Gelegenheit, dies am rande des Urlaubsgeschehens mitzubekommen. Ganz besonders sollte man die Region Ost Timor meiden!
Wir, d. h. meine kleine Reisegruppe, bestehend aus Familienangehörigen und Freunden, die schon jahrelang gemeinsam reisen, sind da immer etwas mutiger, da wir bei einheimischen Freunden im Land in deren Familie aufgenommen werden und diese bei unseren Streifzügen durch die Inselwelt immer um uns sind.
Geografisches
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Das heutige Indonesien erscheint uns Besucher aus dem Ausland als eine in sich geschlossene, mächtige Nation; in Wirklichkeit liegt die Eigenart der Inselrepublik aber gerade in ihren inneren Gegensätzen, im Zusammenspiel vieler verschiedener Volksgruppen und der Einflüsse unterschiedlichster Kulturen. Die Einheit ist, wie die Indonesier selbst sagen, erst das Ergebnis dieser Vielfalt. Um sich zu einer führenden Nation der dritten Welt zu entwickeln, musste die junge Republik eine ganze Reihe von sehr schweren Kinderkrankheiten überstehen. Mit der von der Kolonialmacht übernommenen parlamentarischen Demokratie machte der Vielvölkerstaat Indonesien keine guten Erfahrungen; Wahlen führten angesichts der verwirrenden Parteienvielfalt leider auch zu keinen klaren Regierungsverhältnissen. Außerdem kam es immer wieder zu Aufständen, die durch Separatisten und strenggläubige Moslem geschürt wurden.
Das Experiment einer „gelenkten Demokratie“, das Präsident Sukarno zwischen 1957 und 1965 mit einer in sich höchst gegensätzlichen Regierungsmannschaft aus Nationalisten, Moslems und Kommunisten wagte, scheiterte vor allem an der katastrophalen Wirtschaftslage.
Nach 1965 wurde Sukarno schrittweise durch den in der fünften Amtsperiode regierenden Präsidenten Suharto entmachtet, der eine Politik der Öffnung zum Westen verfolgt.
Das starke Wirtschaftswachstum führte 1997 zu einer ökonomischen Überhitzung, die das Land in eine schwere soziale und politische Krise trieb. Nach blutigen Unruhen trat Suharto im Mai 1998 zurück. Neuer Staatschef wurde damals Bacharuddin Jusuf Habibie. Unter seiner Führung unterzeichnete Indonesien im Mai 1999 mit Portugal einen Autonomieplan für Ost-Timor. Die Parlamentswahlen am 7. 6. 1999 gewann die Demokratische Partei Indonesiens Kampf (PDI-Perujuangan) unter Führung von Megawati Sukarnoputri, einer Tochter des Republikgründers Sukarno.
Nachdem sich die Bevölkerung Ost-Timors am 30. 8. 1999 in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Indonesien ausgesprochen hatte, eskalierte die Gewalt in der Krisenregion fürchterlich.
Nich vergessen sei, dass dort im September 1999 UNO-Friedenstruppen stationiert wurden. Die Volksversammlung Indonesiens wählte am 20. 10. 1999 den Moslemführer Abdurrahman Wahid zum neuen Staatspräsidenten. Unruhen auf den Molukken sowie in den Provinzen Aceh und Irian Jaya gefährdeten die innere Ordnung des Landes aktuell mehr denn je und es kam, wie es kommen musste, am 23.Juli 2001 wurde Wahid aus Amt enthoben, Megawati wurde neue Präsidentin des Landes
Präsident Wahid hatte Indonesien viel versprochen- Weniger Korruption und mehr Demokratie. Beides hat er nicht erreicht, im Gegenteil. Wahid wurde nun aus seinem Amt enthoben. Ihm wird Korruption, Unfähigkeit und Verletzung der Verfassung vorgeworfen. Dagegen hatte er sich in den letzten Wochen ja mehrfach gewehrt und wollte mit aller Gewalt an der Macht bleiben.Neue Präsidentin ist Megawati Sukarnoputri, was aber nicht unbedingt Besserung bringen wird, ich befürchte diesbezüglich Stagnation der von ihr übernommenen Verhältnisse. Meiner Meinung nach sollte dies nur eine Übergangslösung sein, bis sich endlich ein fähiger Staatspräsident findet.(Ohne etwas gegen Frauen einzuwenden wollen, aber in diesem Land kann eine Frau politisch nicht durchsetzenden Erfolg haben, leider!)
Mit der Ausfuhr von Kautschuk, Holz, Kaffee, Palmöl, Gewürzen und anderen Agrarprodukten, vor allem aber mit dem Erdölexport aus den Feldern in Sumatra, Kalimantan und Java, verfügt die indonesische Wirtschaft im Grunde über ein stabiles wirtschaftliches Fundament. Dennoch befindet sich Indonesien, potentiell eines der reichsten Länder der Erde in einer seit Jahren andauernden wirtschaftlichen Krise. Gefahren drohen dem jungen Staat heute aber vordringlich durch das enorme Bevölkerungswachstum, das wirksam einzudämmen der Regierung bislang noch nicht gelungen ist. Nach neueren Schätzungen wird die Bevölkerungszahl Indonesiens auf derzeit über 210 Mio. geschätzten. Ein weiteres Problem ist die ungleiche Bevölkerungsverteilung zwischen Java, das zur Jahrtausendwende wahrscheinlich bereits mehr als 100 Mio. Menschen beherbergen musste, und den bisher nur relativ dünn besiedelten „Außeninseln“.
Im dichtbesiedelten Indonesien muss auch das kleinste Fleckchen Land landwirtschaftlich genutzt werden. Für den Anbau von Reis hat man kunstvolle Terrassen angelegt.
Soweit mein erster, allgemeiner Bericht zu Indonesien, in Folge werde ich mich noch über unseren Aufenthalt auf Bali und Java zu Wort melden und da mehr über die landschaftlichen und menschlichen Reize (;-)) zum Besten geben.
© Lotharh44 Februar 2002
19 Bewertungen, 2 Kommentare
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18.02.2007, 12:06 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHast du meine Reise nach Sumatra und Nias zu den Kopfjägern schon gelesen? (1 Gesamtbericht und 31 Folgen, jeweils 6 Fotos). Vielleicht findest du etwas was dich interessiert
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15.02.2002, 12:30 Uhr von ch_zocker
Bewertung: sehr hilfreichgute Meinung, kannst ja auch mal bei mir reinschauen, würde mich freuen
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