Nichts als die Wahrheit (Blu-ray) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von LilithIbi

„Ein Akt des Verrats.“

  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

~„Man soll niemanden verpetzen.“
~„Man soll sich aber auch nicht alles gefallen lassen.“

An diesem mütterlichen Rat, den die Journalistin Rachel Armstrong (Kate Backingsale) an ihren Sohn Timmy (Preston Bailey) wendet, orientiert sich im Grunde genommen der Kern des knapp 102minütige Thriller

===“Nichts als die Wahrheit“===, der in meinen Augen etwas schwerfällig beginnt. Sehr gut möglich jedoch, dass dieses Gefühl einzig und allein an mir persönlich liegt, befasste ich mich während jenen Filmes erstmalig ausführlich mit dem Problem, welches rund um „Informanten“ in Gang gerät. Sprich: im Zuge um die vermeintlichen Entlarvung von Erica Van Doren (Vera Farmiga) als CIA-Agentin erschien es mir nicht wirklich als derartig logisch, unbedingt die Quelle jener Information herauszufinden. Auch wollte mir nicht so recht in den Kopf, warum der Journalistin deswegen Zwangshaft angedroht wurde ~ das Große und Ganze Drumherum schlich sich erst nach und nach in meinem Verständnisbereich.

Pluspunkt somit definitiv für den Film, dass dieser sich nicht als schwer verständlich oder gar allzu politisch anschauen lässt. Das, was dem Artikel vorausging – ein versuchtes Attentat auf den Präsidenten der vereinigten Staaten – wird an für sich nur kurz angeschnitten; der Fokus liegt zweifelsfrei auf dem, was Rachel Armstrong ab der ungefähren 35te Minute umgibt.

Auch Van Doren hat es nicht gerade leicht ~ ständig wird sie von der Presse belauert, zu ihrer CIA-Tätigkeit befragt und schlussendlich von ihrer Tochter getrennt, um diese nicht weiterhin dem Trubel auszusetzen.
_„Nichts als die Wahrheit“_ involviert generell kleinere, ruhige Skandale, die meines Erachtens stellenweise ruhig etwas emotinal-betonter hätten ausgeschmückt werden dürfen.

Im weiteren Verlauf wirkt Rachel Armstrong leider etwas zu ruhmsüchtig, indem sie beispielsweise damit argumentiert, dass Männer, die an ihrer Stelle die Haft antraten, regelrecht gefeiert wurden. Die meinige Sympathie für die Protagonistin begann spätestens hier abzunehmen, kann ich persönlich weiterhin nicht nachvollziehen, warum sie nicht einmal ihrem Mann Ray (David Schwimmer) gegenüber die Quelle ihrer Informationen benennen wollte. Die Vertrauensfrage, die sie somit selbst mit Füßen tritt, wirft sie ihm zu guter Letzt selbst vor ~ so wirkliches Mitgefühl wollte sich in mir jedoch kaum noch bemerkbar machen.

Bestechend und auflockernd zugleich wirkt „Nichts als die Wahrheit“ vor allem durch Schlagfertigkeiten wie

~„Sie können nicht einfach kündigen, Erica.“
~„Wieso nicht? Was ist das hier, 'Die Sopranos'?“

die oftmals keinen Satz später eine überaus tragisch-vernichtende Äußerung nach sich ziehen. Die vorherrschende Atmosphäre in den Thriller ist durchaus beklemmend, spannend und fesselnd zugleich, kann sich jedoch einer gewissen Ungeduld auf der Seite des Zuschauers nicht erwehren.
So liebenswert Rachels Anwalt Albert Burnside (Alan Alda) agieren mag, so hinterrücks-faszinierend die rechtliche Gegenseite in Form von Patton Dubois (Matt Dillon) vorgeht... so sehr mochte ich für meinen Teil Rachel am liebsten selbst fragen, ob sie noch alle Kekse in der Dose parat hat.
Wie sehr ihre kleine Familie unter der immer länger andauernden Beugehaft leidet, liegt sicherlich auf der Hand, dennoch geht die Aussage Ray's

„Was auch immer dich hier drin hält, es ist dir bedeutend wichtiger als das, was draußen auf dich wartet.“

tief unter die Haut und erhielt meinerseits durchgehende Zustimmung.
Die Offenbarung, die dem Zuschauer in einer letzten, rückblendenden Szene dargeboten wird, untermauert das meinige Empfinden, das Rachel mit ihrem Versuch, Licht in eine dunkle Angelegenheit zu gehen (und natürlich nur ganz nebenbei den Publitzer-Preis abzustauben), über das Ziel der (womöglich) guten Absicht hinausschoss. Dadurch, dass das Thriller-Drama an dieser Stelle endet, bleibt dem Gucker genügend Zeit, sich mit der „Auflösung“ zu befassen ~ ethisch, politisch wie auch generell-zwischenmenschlich.

Besonders hervorzuheben an für sich eher der Aspekt, dass man sich bis zuletzt fragen darf, wer nun eigentlich der „Gute“ in dem Plot darstellt; ob Patton Dubois tatsächlich der miese Rechtsverdreher ist, als den man ihn zum Großteil zwangsläufig ansieht. Bedauerlicherweise schwächelt _„Nichts als die Wahrheit“_ gleichzeitig an eben diesem Knackpunkt, der meines Empfindens nach zentraler betont hätte werden sollen.
Drehbuchautor und zugleich Regisseur Rob Lurie ließ hier und dort intensivere Spannung wie auch ein packenderes Erzähltempo vermissen, so dass der Zuschauer demnach nicht so in die Geschehnisse hineingezogen wird, als es bei einer intensiver-raffinierteren Umsetzung der Fall hätte sein können.

===Die DVD selbst=== verfügt über umfangreiches Bonusmaterial, welches ich mir bis auf die beiden '''Trailer''' jedoch nicht angesehen habe. Wer sich für '''Interviews''', '''Featurette''', '''Deleted Scenes''' oder weiteren Eindrücken wie '''Making of''' oder dem Extra '''Beim Dreh''' interessiert, wird hier sicherlich seine helle Freude haben.
Über Bild und Ton kann ich nicht meckern, wenngleich als Sprachauswahl lediglich Deutsch wie Englisch nebst einem einzigen Untertitel (Deutsch) verfügbar ist.

===Summa summarum=== ist die DVD inzwischen bereits für einen Preis in Höhe von 1,99 Euro (Saturn) zu haben ~ eine Ausgabe, die in dem schauspielerischen Kontext sicherlich niemand wird scheuen müssen. Durch die überzeugende Arbeit sämtlicher Darsteller, von denen der kleine Timmy auf der emotionalen Ebene hervorsticht, entstand ein leicht verständlicher Politthriller, der erfreulicherweise nicht so sehr ins diesbezügliche Detail geht, das Menschen wie ich sich unweigerlich zu langweilen beginnen würden.

Der Aspekt, dass Rachel Armstrong in ihrer selbsternannten Märtyrerrolle, die von Anfang an wusste, dass sie gegen das Gesetz verstoßen würde, trotzdem immerfort die Schuld für alles, was nachkommt, bei anderen sucht, zunehmend unsympathischer wird, mag möglicherweise sogar Absicht gewesen sein ~ ein wenig unausgewogen fühlte sich das Gesamtwerk für mich nichtsdestominder an.

42 Bewertungen, 10 Kommentare

  • Bienitz

    31.10.2012, 16:07 Uhr von Bienitz
    Bewertung: sehr hilfreich

    Zu diesem Preis hätte ich die DVD wohl auch mitgenommen.

  • catmum68

    28.10.2012, 12:22 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • anonym

    27.10.2012, 21:57 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • campino

    25.10.2012, 23:33 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    :: LG AndreA ::

  • sirikit06

    25.10.2012, 23:19 Uhr von sirikit06
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir einen schönen Abend! LG

  • blutengelchen15

    25.10.2012, 17:29 Uhr von blutengelchen15
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wäre etwas für mich =)

  • ag_588

    25.10.2012, 15:00 Uhr von ag_588
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße und schönen Tag!

  • atrachte

    25.10.2012, 14:18 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg

  • Lale

    25.10.2012, 14:02 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • Miraculix1967

    25.10.2012, 13:04 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Drollige Donnerstagsgrüße aus dem gallischen Dorf Miraculix1967