Kurzgeschichten Testberichte
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Tests und Erfahrungsberichte
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Ein Missverständnis
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Für diejenigen, die die Muße haben eine etwas längere "Kurz"geschichte hier zu lesen:- keine wahre Geschichte -
Ein Missverständnis
Es gibt Menschen, die wissen von früh auf genau, was sie wollen und gehen emsig und zielstrebig darauf zu. Ich bin jedes Mal vollkommen erstaunt, wenn mir eine 20jährige Studentin, gerade das Abitur in der Tasche, mit Präzision darlegt, wie sie ihren beruflichen Werdegang geplant hat und welche ersten Schritte bereits in die Wege geleitet sind. Manche Menschen neigen dabei zum Pragmatismus, andere verwirklichen tatsächlich ihre Träume. Ich kannte einen jungen Mann, der wusste mit 12 Jahren schon genau, dass er einmal Pilot werden wollte. Schon damals kannte er sich sehr gut in den Sphären aus, die in diesem Beruf wichtig sind und lebte mehr im Himmel als auf Erden. Tatsächlich flog er später für die Lufthansa. Allerdings stürzte er ab, als er gerade mal Anfang 30 war.
Andere Menschen hingegen überlassen ihr Leben Zufällen oder dem Schicksal. Das kann daran liegen, dass ihnen die Möglichkeiten und Perspektiven schlichtweg fehlen, die andere haben oder auch daran, dass sie nicht wissen, was sie wollen und sich nicht festlegen können.
Ich gehörte wohl mehr zu den Letzteren und es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, ich hätte jemals eines meiner Ziele erreicht. Ich hatte nämlich nie welche, Ziele meine ich. Ich hatte ein paar Wünsche, Ideen, Vorstellungen; eine kreative Phantasie könnte man sagen, wollte man es positiv ausdrücken. Andere würden sagen: Ich hing herum und wusste nichts mit meinem Leben anzufangen.
Nach dem Abitur, das ich mit Hängen und Würgen mit 19 Jahren erwarb, machte ich eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Nicht etwa, weil ich mich zu diesem Beruf besonders befähigt oder hingezogen gefühlt hätte. Es ergab sich einfach so, da ein Freund meiner Mutter einen Buchladen besaß und es den geringsten Aufwand bedeutete, bei ihm in die Lehre zu gehen, zumal er meine gelegentlichen Blaumachereien und andere Eskapaden wie das stetige Schwänzen der Berufsschule schweigend hinnahm. In Wahrheit hatte er schon lange ein Auge auf meine Mutter geworfen, die seit mein Vater sie, als ich zwei Jahre alt war, verließ, allein lebte. Ich wusste, dass sie dem schon recht ergrauten Bücherwurm nebst zarter Wampe nichts weiter als freundschaftliche Gefühle entgegenbrachte, aber nichtsdestotrotz machte er ihr jahrelang den Hof und geht ihr, soweit ich weiß, noch heute hilfreich zur Seite, wenn es irgendwie brenzlig wird.
Nachdem ich die Lehre beendet hatte, war ich arbeitslos. In der Buchhandlung konnte ich nicht bleiben. Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich mich ernsthaft um etwas bemühen und mir eine neue Stelle suchen. Meine Zeugnisse waren nicht gerade von Bravour, ehrlich gesagt waren sie miserabel. Ich wollte auch nicht wirklich arbeiten, das war das zweite Problem. Tagaus tagein der gleiche Alltag: Bücherabstauben, Kunden beraten, lesen .... Es langweilte mich alles zutiefst. Aber ich brauchte Geld. Mutter duldete nicht länger, dass ich ihr auf der Tasche lag und das Geld vom Arbeitsamt hätte nie und nimmer für eine eigene Wohnung gereicht. Ich hasste es über alle Maßen diese Bewerbungsschreiben aufzusetzen, in denen jedes Wort geheuchelt oder gelogen war. Meine Unfähigkeit zum Engagement hochstilisiert, meine Lustlosigkeit als größte Motivation maskiert und meine schlechten Schulnoten mit einem falschen Zeugnis des Verehrers meiner Mutter besänftigt, der die Zeilen nur deshalb schrieb, um endlich Gehör bei ihr zu finden. Die Empfänger meiner Schreiben müssen wohl gespürt haben, dass zu viele Ungereimtheiten in den Worten lagen. Nie wurde ich zu einem Gespräch eingeladen. Immer kamen nur höfliche unpersönliche Schreiben zurück, die ich in einem Ordner zu sammeln und zu nummerieren begann. Nach der 20. Absage hatte ich die Nase gestrichen voll. Ich fand, das Leben sei ungerecht. Ich hatte mich doch ehrlich bemüht, Arbeit zu finden und endlich Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Wenn es jetzt nicht klappte, konnte es nicht an mir liegen. Mutter musste dafür Verständnis haben. Immerhin war ich ein zutiefst geschädigtes Kind einer alleinerziehenden Mutter gewesen, vaterlos und somit strukturlos aufgewachsen. Normalerweise halfen diese Vorwürfe und fielen bei ihr auf fruchtbaren Boden. Doch offensichtlich hatte ihr der neue Psychotherapeut einen Floh ins Ohr gesetzt. Sie war nicht davon abzubringen, dass ich mit meinen 22 Jahren für mich selbst sorgen und auf eigenen Beinen stehen sollte.
Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich ernsthaft resigniert. Vorher hatte das Leben mir Spaß gemacht und die lästige Ausbildung hatte ich als leidiges aber notwendiges Übel hingenommen. Eigentlich hatte ich nie wirklich darüber nachgedacht, wie es danach weitergehen sollte. Die Aussicht als Verkäuferin zu enden und mit müden Beinen, stets ein Lächeln mimend von früh bis spät im Geschäft zu stehen und Kunden zu bedienen, ließ mir die Zukunft wie ein großes schwarzes Loch erscheinen.
Kein Wunder, dass ich damals triumphierte, als ich Kostas kennenlernte und er mir dieses wunderbare Angebot machte.
Kostas war Grieche und studierte gemeinsam mit einer Freundin von mir seit kurzer Zeit in Frankfurt. Als er hörte, dass ich keine Arbeit fände und deswegen völlig durchhing, machte er mir eines Abends bei einem Glas Retsina im Studentenheim den Vorschlag, mit ihm den Sommer über nach Korfu zu kommen, wo seine Familie lebte. Er selbst wollte die Semesterferien über in der Taverne seines Onkels arbeiten. Meine Englischkenntnisse waren nicht besonders gut und auch Kostas Deutsch ließ noch zu wünschen übrig, so dass es eine Weile dauerte, bis ich überhaupt verstanden hatte, was er meinte. Gewöhnlich frotzelten und flirteten wir in einem kuriosen Kauderwelsch miteinander und meistens versuchte ich ihn mit meinen Augenaufschlägen zu beeindrucken. Kostas schien ernsthaft besorgt um mein seelisches Gleichgewicht. Warum sonst hätte er mich einladen sollen, mit in sein Land zu kommen und sein Gast zu sein. Ich rechnete meine finanzielle Situation genauestens durch. Für den Flug reichte es noch und ein wenig Taschengeld würde ich auch noch haben. Wenn ich bei Kostas Familie lebte, kostete es mich nichts. Ich würde Mutter nicht auf der Tasche liegen, das hatte sie ja gewollt und wenn ich zurückkäme, könnte ich immer noch Verkäuferin werden. Kurz entschlossen befand ich mich zwei Wochen darauf im Flieger nach Kerkira. Während des Fluges träumte ich von Olivenhainen, Zypressen und Strandbars, von brauner Haut und langen Nächten an Kostas Seite. Kostas Eltern waren von ungewöhnlicher Freundlichkeit und Wärme. Ich spürte, dass ich hier etwas finden könnte, was mir in Deutschland fehlte. Wenn auch mein Zimmer nicht gerade einem Hotelzimmer glich, so war ich doch damit zufrieden.
Die ersten Tage waren herrlich. Wir schwammen im Meer und blickten auf das gegenüberliegende Festland, das wie eine Wüste wirkte. Reichlich kahl und fast baumlos lag es da, während hinter uns in den Bergen von Korfu das Grün nur so strömte und der Blütenreichtum die Insel verzierte. Kostas Mutter machte Moussaka und gefüllte Weinblätter. Morgens gab es Melonen und herrliche Orangen - frisch gepflückt.
Wir waren etwa vier Tage dort, als Kostas mir eines Morgens in gebrochenem Deutsch-Englisch erklärte, dass wir heute Abend mit der Arbeit beginnen würden. Ich wusste nicht, wovon er sprach. Zwar war mir bewusst, dass er zum Arbeiten hier hergekommen war. Schließlich kostete das Studium in Deutschland Geld und insgeheim hatte ich mich schon gefragt, wann er damit beginnen würde. Aber was hatte das mit mir zu tun? Ich war doch hier um Urlaub zu machen und um mein seelisches Gleichgewicht wieder herzustellen. Erst nach und nach dämmerte mir, dass es sich um ein furchtbares Missverständnis gehandelt haben musste. Ich war nicht etwa eingeladen, sein Gast zu sein, sondern als Küchenhilfe in der Taverne von Nikos, dem Onkel, fest für die Saison eingeplant. Und das ohne einen richtigen Lohn. Kost und Logis und ein bisschen Taschengeld hatte man mir dafür zugedacht, dass ich Abend für Abend in der überhitzten Küche schwitzte und mir meine schönen Hände im Spülwasser kaputt rieb. Fünf Tage schuftete ich ohne eine Miene zu verziehen. Nur wenn ich nachts allein in meinem Zimmer lag, weinte ich gelegentlich mein Kissen nass und überlegte, wie ich dieser für mich furchtbaren Ausbeutung entkommen könnte. Der Rückflug war fest gebucht, das Geld für einen Linienflug fehlte mir. Außerdem wartete zu Hause die Aussicht auf ähnliche Unbill.
Wenn auch tagsüber immer noch Zeit blieb für ein Bad im Meer, ein Kaffee in der Strandbar und ein paar nette Gespräche mit Kostas, so hasste ich ihn doch insgeheim dafür, dass er mich als Arbeitsmagd in dieses mir unbekannte Land entführt hatte und nicht die geringsten Anzeichen von Mitleid zeigte. Natürlich waren alle freundlich wie bisher und Kostas Mutter kochte weiterhin griechische Köstlichkeiten, aber mir kam alles wie ein abgekartetes Spiel vor, in dem ich Opfer und Verliererin zugleich war. Zudem fehlten mir die sprachlichen Möglichkeiten, mich mit Kostas ernsthaft auseinander zusetzen und ihm meine Wut zu zeigen. Ich hätte natürlich meine Mutter anrufen und mir Geld für ein Rückflugticket schicken lassen können, doch die Aussicht reumütig zurückzukehren, ihrem Spott und ihrer Kritik ausgesetzt zu sein, war schlimmer als standzuhalten. So gingen die Wochen dahin, bis ich mich schließlich fast an das Leben als Küchenmagd gewöhnt hatte. Mit der Zeit begann ich sogar, ein wenig griechisch zu verstehen und zu sprechen und irgendwie machte sich manchmal das Gefühl breit, dass es an manchen Tagen angenehm war, dazuzugehören und nützlich zu sein. Tagsüber begann ich damit, allein die Insel zu erkunden. Ich nahm Kostas Moped und fuhr in die Wälder, sah von den Hügeln und Bergkuppen auf das Meer hinunter. Abends in der Taverne fütterte ich heimlich mit den Küchenabfällen die verwaisten Katzen, die sich am Hinterausgang der Küche herumtrieben.
Trotzdem blieb der Neid, wenn ich die Touristen beobachtete, die sich bedienen ließen, ihren Spaß hatten und vollkommen unbeschwert in der Sonne dösen konnten. Mit meinen grazilen Fingern wusch ich anschließend ihre Teller ab. Ich schnitt Tomaten und Salat, legte den Schafskäse ein und sah das Elend der zerhackselten Tintenfische Abend für Abend auf der schmalen Ablage der Küche mit an. Von den Gerüchen wurde mir schlecht, vor allem wenn es so heiß war. Wie eine Königin freute ich mich auf den Samstagabend, wo ich frei hatte und tun und lassen konnte, was ich wollte. Ich sparte mein Geld, um mir ein Kleid zu kaufen, das ich in einem Laden in Lefkimi gesehen hatte. An jedem Samstag trug ich das Kleid und ging mit Kostas und seinen Freunden aus.
So gingen die Wochen dahin und schließlich die Saison dem Ende zu. In einer Woche schon ging unser Flug zurück nach Deutschland. Eigentlich hätte ich in die Hände klatschen und froh sein sollen, diesem Martyrium zu entkommen, aber der Gedanke zurückzukehren schreckte mich auf eine mir unbekannte Weise. Nun weinte ich wieder nachts in meine Kissen, aber aus einem anderen Grund. Ich war traurig. Ich wollte nicht zurück. Ich hatte begonnen, mich wohl zu fühlen und vor allem hatte ich hier ein zu Hause. Am Tag vor der Abreise fuhr ich ein letztes Mal in die Berge hinauf, um die nun schon trockenere Pflanzenwelt und die Gerüche der zu Boden gefallenen Oliven noch einmal zu kosten. Von hoch oben ließ ich meinen Blick über einen Teil der Insel schweifen und fasste meinen Entschluss. Ich würde einfach hier bleiben. Sollte Kostas doch allein nach Deutschland zurückfahren.
Zurück im Dorf begannen schwere Verhandlungen. Man nahm mir das Versprechen ab, die Großmutter den Winter über zu versorgen, mich um die Hühner und Ziegen zu kümmern und im nächsten Jahr bereits in der Frühsaison wieder in die Küche zu gehen. Dafür durfte ich weiter mein Zimmer bewohnen, wurde versorgt und bekam 30.000 Drachmen im Monat. Das war soviel, dass es für ein paar Kleinigkeiten reichte. Ich willigte ein ohne weiter nachzudenken.
Sie werden es nicht für möglich halten, aber das ist jetzt 10 Jahre her und ich lebe noch immer auf Korfu. Meine Hände leiden nicht mehr unter dem Spülwasser. Sie sind wieder zart, wenn auch etwas älter geworden. Seit ein paar Jahren arbeite ich als Fremdenführerin. Wir machen Bootsfahrten zu den anderen ionischen Inseln und auf das Festland hinüber. In Patras habe ich vor ein paar Monaten gemeinsam mit Michalis, meinem Mann, einen fremdsprachigen Buchladen eröffnet, der ganz gut anläuft. Manchmal fahre ich nach Deutschland, aber wirkliches Heimweh habe ich noch nie gehabt. Kostas Familie fühle ich mich noch immer sehr verbunden. Sie haben mich gelehrt, was es heißt einen Platz in der Gesellschaft zu haben, in der man niemandem zur Last fällt und wertvoll ist.
Manche Menschen wissen genau, was sie wollen und gehen zielstrebig darauf zu. Ich warte immer noch ab, was sich für Möglichkeiten bieten und habe festgestellt, dass Zufälle das Leben bereichern können und manchmal sogar ein schreckliches Missverständnis dazu verhelfen kann, das Glück zu finden, das so beschaffen ist, dass man wohl freiwillig nie danach gesucht hätte.
Wer weiß schon, was morgen sein wird oder in einigen Jahren. Aber eines ist sicher: Ich kam nie in den Himmel, ich blieb auf der Erde, die mir manchmal schmutzig erschien, aber so stürzte ich auch nicht ab, ich fiel höchstens mal hin.
Kürzlich schrieb mir meine Mutter, die jetzt fast 60 ist. Sie will jetzt den Bücherwurm heiraten. Als Hochzeitsreise ist eine Kreuzfahrt durch das griechische Mittelmeer geplant und im Anschluss werden sie mich besuchen. Michalis hat sie erst zwei Mal gesehen. Sie bedauert noch immer, dass ich nichts aus meinem Leben gemacht habe.
Aber wenn ich im späten Herbst, wenn die Touristen die Insel verlassen haben, unten am Strand entlang spaziere, fühle ich mein Herz schlagen. Klar und sanft schlägt es in meinem Inneren und es durchströmt mich ein wunderbares Gefühl der Liebe für meine Heimat, für Korfu.
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Wurzelchen2, 18.06.2002, 16:20 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Einfach nur wow. Im Prinzip ist das ein Leben, wie ich es mir schon immer mal gewünscht habe. Ein Leben in einem Urlaubsland. Geschickt verbunden mit dem doch teilweise sehr harten Alltag, ist es eine durchaus real erscheinende Geschichte. Mach weiter
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Andreas68, 04.06.2002, 01:41 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ihr/sie erlebte Einbindung u. Harmonie. Das kann wichtiger sein fürs Glück als Lohnarbeit, die auch nicht Voraussetzung dafür ist, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Allein der innerliche Heimatwechsel erscheint mir ein kl
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hidaka, 30.05.2002, 17:07 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Mich würd interessieren, ob du Costas nun abgeschleppt hast! ^_^
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Schwarze Sternenfee
14.03.2002, 17:23 Uhr von
Chitchi
was hat das bitte fuer einen sinn auf einen bericht,den man mit sh bewertet hat einen kommentar m...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Heute setz ich mal eine kleine Geschichte von mir rein, die allerdings auch ziemlich traurig und recht kurz gebunden ist. Sie ist auch auf meiner Homepage und einige die mich kennen sagen ich könne mich mit dem Mädchen vergleichen...Hm naja, könnt es ja selber lesen. Ich hab die Geschichte einmal in der Schule in einer Unterrichtsstunde, ich glaube es war Deutsch, geschrieben, weil ich mich mal wieder nicht gut fühlte...
***Schwarze Sternenfee***
Stundenlang sitzt Amanda schon auf ihrer Fensterbank, hört "Astronomy" von Metallica und schaut hoch zu den hell leuchtenden Sternen. Es ist eine klare Nacht und es scheint wie eine Ewigkeit, die sie da sitzt. Es wird kühler, doch sie verschwendet keinen Gedanken daran sich ins Bett zu legen um zu schlafen. Sie denkt nach.
Sechzehn Jahre ist sie alt, wohnt mit ihren Eltern und ihrer sieben Jahre alten Schwester in Bontesory, einem kleinen Ort im Norden Colorados. Von anderen Leuten wird sie immer nur Mandy genannt. Mandy hat einen Hund, einen Labrador, den sie über alles liebt. Sie hat schon ein paar Freunde, doch Rocky ist ihr einzig wahrer Freund. "Tiere können am besten zuhören und meckern nicht an einem rum.", sagt sie immer. Mandy liebt es mit Rocky lange Spaziergänge zu machen und einfach nur zu träumen. Sie ist eine Träumerin, ja das stimmt.
Mandy fühlt sich mit ihrem Leben nicht wohl. Sie kann kaum über ihre Gefühle und Gedanken reden, weiß keine richtigen Worte. Sie verstellt sich anderen gegenüber, damit sie wenigstens von einigen Leuten aufgenommen wird. Doch kein einziger Mensch kennt ihr inneres und wahres Ich. Dieses versucht sie in Gedichten und der Musik zum Ausdruck zu bringen. Doch auch die Gedichte lässt sie niemanden lesen. Mandy fühlt sich sehr sehr allein. Sie hat eigentlich keinen Kontakt zu anderen in ihrem Alter. "Nobody cares for me!" ist ihr Standardspruch ("Keiner interessiert sich für mich!"). Mandy wird oftmals falsch verstanden. Sie ist so sensibel, dadurch leicht verletzlich und schafft es kaum zu jemandem Vertrauen zu fassen. Immer und immer wieder versucht sie es, aber sie zuckt jedesmal zurück. Sie selbst kann auch nicht genau sagen, was mit ihr los ist. Sie fühlt sich einsam und allein, sie kann nicht schlafen und hat oft Kopfschmerzen und Albträume. Aber sie bleibt stumm und erzählt keinem davon. Manchmal versteht sie sich selber nicht. Zum Beispiel tut sie manchmal Dinge, die sie eigentlich nicht will. Allerdings kann sie sich auch nicht dagegen wehren. Sie verletzt sich dann selber...Holt sich irgendeinen spitzen, scharfen Gegenstand und schneidet sich kaputt. Niemandem fällt was auf; nichtmal ihren Eltern. Alles, was sie tut, tut sie versteckt und im Hintergrund. Im Grunde weiß sie, dass sie sich glücklich schätzen könte, mit dem, was sie hat. Doch sie fühlt sich von den Eltern vernachlässigt.
Courtney, ihre kleine Schwester, leidet an einer schwer heilbaren Blutkrankheit, und braucht deshalb ständige Aufmerksamkeit und Pflege. Dabei kommt Mandy einfach zu kurz. Sie zieht sich immer mehr zurück und nun ist es soweit, dass sie sehr tief am Boden liegt. Sie bekommt Depressionen, alles wird ihr egal. Die letzten Dinge, die ihr noch was bedeuten sind Rocky, ihre Gedichte und vor allem...der Nachthimmel mit seinen wunderschönen leuchtenden Sternen. Sie fühlt sich weniger einsam, wenn sie "Astronomy" hören und zu den Sternen schauen kann. Dann beginnt sie meist zu träumen. Das sind die schönsten Momente für sie. Doch dann, wenn sie wieder in die Realität geholt wird, kommen ihr manchmal sogar Gedanken in den Sinn, die sie sich selbst niemals zugetraut hätte. Sie verletzt sich und manchmal fragt sie sich: "Wie wäre es eigentlich, einfach plötzlich nicht mehr da zu sein? Ich könnte vielleicht noch ein Engel werden und endlich zu meinem Stern fliegen..." Mandy hat in den vielen langen Nächten einen Stern zu ihrem Eigen gemacht. An diesen glaubt sie ganz fest und er bedeutet ihr auch sehr sehr viel. Mandy macht sich nicht viel aus Jungs. Sie ist in sich gekehrt und geht nie mit anderen Leuten weg.
Der Abend wird immer länger und Mandy sitzt immer noch auf ihrer Fensterbank, zu den Sternen schauend. Dann plötzlich erscheint eine riesige Wolke am Himmel...Die Sterne sind nicht mehr zu sehen. Nun sitzt sie da...Sie sitzt einfach weiter da und nach einer Weile kommen ihr düstere Gedanken in den Sinn. Sie fängt an zu weinen. "Ich will nicht mehr! Ich kann nicht mehr!" Doch niemand ist da, um sie aufzuheitern und sie von einer schrecklichen Tat abzuhalten. Sie steigt kurz von ihrer Fensterbank, geht in die Küche und setzt sich anschließend wieder auf ihre immer so geliebte Fensterbank, wo sie ihre Träume träumen konnte.
Am nächsten Morgen, "Astronomy" läuft immer noch in ihrem CD-Player, findet man Amanda tot auf, mit einem Messer in der Brust. Das immer so unscheinbare Mädchen hat sich das Leben genommen...
Die Eltern, restlichen Verwandten und paar Freunde verstehen die Welt nicht mehr. "Was hatte unsre Amanda nur für Gründe?? Sie war doch immer glücklich gewesen und hatte nie irgendwelche Probleme." Denken sie...
Doch wenige Tage später werden Amandas unzählige Gedichte und ein Gedankenbrief an ihren Stern gefunden. Denn ihm...und nur ihm hat sie ihre wahren Gefühle erzählen können.
Und erst jetzt, wo es zu spät ist, haben die Menschen ihr wahres Ich erfahren und verstanden. Erst jetzt kennen sie die wahre Amanda...
Man kann eine Person noch so gut kennen...Wenn man alles, wirklich alles über eine Person wissen will, muss man mit ihr reden. Und vor allem: Gut zuhören und verstehen können!
~Gedichte sind nicht nur einfach geschriebene Texte. Es sind die tiefsten und innigsten Gefühle, die in einem Menschen schlummern. Es ist keine Kunst sie lesen zu können. Aber alle Menschen, die sie wirklich LESEN und den Sinn verstehen, gehört eine Urkunde geschenkt. Das ist etwas besonderes und solche Personen sind rar!!~
By JeN
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Eine Geschichte mitten aus dem Teenie-Leben
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Hallo Leute! Ich möchte jetzt auch mal was in dieses "kleine" ciao-Büchlein schreiben. eine Geschichte, die mein Leben stark beeinflusst hat.
Die Namen, die innerhalb dieser Geschichte vorkommen, habe ich absichtlich geändert, da sich die betreffenden Personen nicht angesprochen oder verletzt fühlen. Es geht mir hier nicht darum, irgendwelche schmutzige Wäsche zu waschen oder jemanden nieder zu machen. Ich möchte einfach nur die ciao-Leser an dieser Geschichte teilhaben lassen, wie sie nur das Leben schreiben kann.
Michael war schon immer mein bester Freund gewesen. Schon seit der fünften Klasse, in der wir uns kennen lernten, waren wir wie Brüder. Eine wirklich unglaublich intensive und feste Freundschaft in der es nur ein Mal ein bisschen Streit gab.
Michael lebt alleine bei seiner Mutter, die von seinem Vater verlassen worden ist. Er dachte, dass er sie freiwillig verlassen hätte. Eines Tages erzählte mir mein eigener Vater, ein Justizbeamter, jedoch, dass Michaels Erzeuger angetrunken jemanden fast erschossen hätte und der Geschädigte seitdem querschnittsgelähmt ist. Michaels Vater ist danach in sein Heimatland (die Niederlande) abgeschoben worden. Das durfte ich Michael nicht erzählen und schwie immer wie ein Grab, auch wenn es mir schwer fiel, wenn er von seinem Vater sprach.
Zum Ende der neunten Klasse hin spielte ich in der Theater-AG unserer Schule eine sehr charmante Rolle, einen echten Gentleman. Einen Tag nach der Aufführung vor der Schule schlurfte ich morgens in meinen Klassenraum, als ich von einer Theater-Kollegin gerufen wurde. Ich mochte sie nie besonders und wollte schon mit den Augen rollen, als ihre Freundin Daniela plötzlich schnurstracks auf mich zu marschierte und mir einen Zettel in die Hand drückte. Es war ein Liebesbrief. Die Freundin meiner Theater-Kollegin hatte sich bei der Aufführung in mich verschossen und wollte sich mit mir treffen.
Den Brief zeigte ich nach etwas Grübeln Michael, der sich mit mir freute. Ich schrieb mit Daniela im Laufe der nächsten Tage ein paar SMS hin und her (JA, WIR WAREN 15!!!) und trafen uns einmal. An einem der nächsten Tage hatte sie Geburtstag und ich brachte ihr einen kleinen Teddy mit zur Schule, der ein kleines Herz in der Pfote hielt. Ich hatte bewusst dieses Teddy gwählt, da Daniela mir schon ziemlich gut gefiel. Am übernächsten Tag wurden wir dann im Beisein von Michael ein kleines, hübsches und totalö verknalltes Liebespaar. Sie blieb an dem Abend noch etwas beim Michael, um sich zu unterhalten, weil ich schon früh nach Hause musste. Sie unterhielt sich auch sonst viel mit ihm, weil sie zusammen im Kindergarten waren und sich gut verstanden. Michael sagte dann auch irgend wann mal: "Du hast echt eine tolle Freundin!". Ich fand das alles super: Ich war frisch verliebt, hatte ein paar neue Bekannte (Danielas Freundeskreis) und einen guten Freund, der sich ebenfalls mit allen verstand. Alles passte.
Michael verliebte sich eine Zeitlang später in danielas Freundin Steffi. Mit ihr war er schon vor ein paar Jahren mal zusammen und wir vier hatten einen guten Freundeskreis abgegeben. Steffi wollte ihn allerdings nicht mehr und da Michael wegen Lästereien und Egoismus kaum noch Freunde hatte, fiel er in ziemlich tiefe Depressionen. Er hatte schon immer ein gewisses Bisschen mehr Geltungsbedürfnis als andere und so artete das alles in Selbstmordversuche aus, von denen ich nichts mitbekam.
Eines Abends waren wir drei mal wieder zusammen und brachten Daniela nach Hause. Bei der mittlerweile üblichen Abschiedsorgie (wie das bei frischverliebten nun mal so ist) wirkte Michael plötzlich etwas ungehalten und fuhr nach einer fast barschen Verabschiedung mit dem Fahrrad weg. Auf dem Rückweg von Daniela sah ich jemanden auf einer Bank sitzen, der das Gesicht in den Händen vergraben hatte. Erst Monate später wurde mir bewusst, dass dieser Junge auf der Bank Michael gewesen sein muss.
Michaels Depressionen wurden immer schlimmer. Er freundete sich etwas mit Danielas Oma an und verbrachte sogar mal eine Nacht bei der Oma auf dem Sofa, als er nicht nach Hause wollte. Er schrie quasi stumm nach Aufmerksamkeit.
Mit der Zeit wurde dann die Beziehung zwischen Daniela und mir weniger euphorisch. ich hielt das für normal, weil man halt leider nicht so Leben lang frisch verliebt sein kann. Auch Michael wurde mir gegenüber jedoch etwas kürzer angebunden. ich dachte, das läge einfach an seiner schlechten Laune. Als er dann irgendwann sagte, dass er tatsächlich ein bestimmtes Problem hätte, wollte ich natürlich wissen, worum es geht. Er meinte jedoch, das könne er mir leider nicht sagen, jedenfalls nun nicht. Vielleicht später. Nun kam mir langsam alles komisch vor. Michael hatte mir doch immer alles gesagt, was ihn bedrückte, genau so wie ich ihm!
Eines Tages dann kam ich zu Daniela nach Hause. Ich wusste, dass sie vorher noch mit ihrem Hund spazieren gehen wollte. Bei ihr zu Hause klingelte ich dann und Danielas Mutter öffnete mir die Tür. Ich fragte ob "Die beiden" denn schon wieder zurück wären. Die Mutter bejahte und Daniela kam die Treppe herunter. Zu meiner Verwunderung kam jedoch Michael gleich hinter ihr her! Ich war ziemlich verdutzt und meine Verwunderung stieg unheimlich, als Michael dann auch noch einen Bussi von Danielas Mutter bekam. Zu mir sagte er nur einen kurzen Satz und verschwand. Insgesamt hatte ich ihn vielleicht 30 Sekunden zu Gesicht bekommen. Jetzt kam mir endgültig alles etwas komisch vor. Auf meine Anfrage sagte Daniela, dass er nur den Hund mit ausgeführt hätte. Ich grummelte etwas, sagte aber nichts weiter.
Irgendwann meldete sich Daniela gar nicht mehr und benahm sich etwas komisch, wenn ich sie anrief. Dabei hatte ich wirklich nichts gemacht und versuchte wirklich immer, Rücksicht auf sie zu nehmen. Und ein Macho bin ich nun wirklich nicht. Irgendwann kam dann eine SMS von ihr, sie habe sich in einen anderen verliebt. Ich dachte sofort an Michael, wischte diesen gedanken jedoch erst mal weg, weil mir das zu hart um wahr zu sein erschien und sie dann wohl nicht geschrieben hätte "einen anderen". Ich fragte, was ich denn falsch gemacht habe. Sie meinte, ich könne ja jetzt wieder anderen Mädels e-mails schreiben und Carina aus meiner Klasse auf den Hintern gucken. Das waren tatsachen. Dazu muss man jedoch sagen, dass ja wohl jeder Junge oder Mann mal einer anderen ausser der Partnerin auf den hübschen Hintern schaut. Und die e-mails waren an eine gute Freundin gewschickt worden.
Diese Dinge konnte Daniela jedoch nur von Michael erfahren haben. Ich stellte ihn am Telefon sofort zur Rede. Er bestritt, mich bei ihr schlecht gemacht zu haben, um an sie heranzukommen. Er beschimpfte mich als Spinner und behauptete, dass das alles nicht wahr wäre.
Ich bettelte Daniela an, mich das alles doch erklären zu lassen. Sie willigte ein und wir kamen binnen drei Tagen waren wir wieder zusammen. Immerhin hatte ich ja wirklich nichts schlimmes gemacht.
Irgendwann beendete Daniela die Beziehung jedoch wieder, weil sie kein Vertrauen zu mir habe und sowas. Es liess sich dieses Mal nichts daran rütteln. Daniela war dann bald mit Michael zusammen, wie ich es mir gedacht hatte. Nun war ich natürlich bei beiden unten durch. War eine schwierige Zeit, in der wir alle uns gegenseitig viele üble Sachen vorwarfen. Ich möchte nun nichts darüber sagen, wer denn nun Schuld hatte oder wer nicht. Ich versuche, so objektiv wie möglich zu schreiben.
Irgendwann jedenfalls, muss so im August 2000 gewesen sein, da fing Daniela an, Michael ziemlich schlecht zu behandeln. Er durfte nur dauernd ihren Hund ausführen und ihre Hausaufgaben machen. Nicht, weil sie dazu keine Zeit gehabt hätte. Sie hatte einfach keine Lust. Es sind jedenfalls noch einige unschöne Dinge bei den beiden passiert. Ich jedenfalls beobachtete das ganze mit Schadenfreude und lauerte richtig darauf, dass die beiden sich wieder trennten denn ich trauerte Daniela immer noch nach. Eines Nachts auf einer Geburtstagsfeier, bei der auch wir drei eingeladen waren, beendete Daniela die Beziehung. Michael legte sich daraufhin in einen Strassengraben und weinte. Er dachte an Selbstmord. Okay, das tun vielleicht einige in dem Alter, aber bei ihm war es schon heftig, weil er sich gefühlsmäßig meist nur entweder im Himmel oder in der Hölle befindet. Selten dazwischen. Ich sprach mich am gleichen Abend noch einmal mit Daniela aus und ging sogar zu Michael, als ich hörte, dass er sich was antun wollte. Wir redeten über eine Stunde über all das, was geschehen war. Natürlich gifteten wir auch ganz schön und auch weil er etwas betrunken war, geriet das Gespräch etwas aus dem zivilisiertem Rahmen. Es mündete schliesslich darin, dass ich ihm die Wahrheit über seinen Vater erzählte. Erst glaubte er mir nicht, aber er wusste, dass meine Eltern beide Justizangestellte sind sich das was ich sagte also beweisen liess. Er machte mir natürlich Anschuldigungen und weinte fürchterlich. Konnte ich natürlich verstehen, aber damals hatte ich natürlich eine riesige Wut auf ihn und daher kein Mitgefühl. Ich hatte ihm die Wahrheit übrigens bis dato verschwiegen, damit er deswegen nicht traurig wird. An diesem Abend sah ich aber unseren kontakt als endgültig beendet an und die Erzählung als Abschluss. Damit war alles gesagt.
Tja, und dann? Ich kam natürlich wieder mit Daniela zusammen. Sie kann auch heute nicht ohne einen Macker leben, der sie betütelt. Ich spare mir jetzt das Wort „Schl....“. An der Beziehung hatte ich nur vielleicht zwei Wochen wirklich Freude. Danach fing sie wieder wie bei Michael und auch bei mir an, sich nur um ihren Kram zu kümmern. Sie quatschte mich stundenlang damit zu, ob sie denn nun am nächsten Tag zur Schule gehen sollte (sie hatte keine Lust auf eine Klassenarbeit) und so weiter und so fort... Mir gingen jedenfalls recht fix die Augen auf ich stellte fest, dass ihre Stille nach aussen nicht aus Einfühlsvermögen und Tiefsinnigkeit resultierte, sondern vielmehr aus Verschüchterung und Egoismus. Sie dachte kein Stück über mich und mein Leben nach. Ich verlange ja nicht, dass sich eine Beziehung nur darum dreht, sich über irgend etwas Gedanken zu machen. Aber ihr Verhalten war und ist definitiv nicht normal. Sie sagte zwar immer, dass sie mich liebt. Aber es machte nicht wirklich den Eindruck und ich hatte dann bald einfach keine Lust mehr auf diese halbherzige Behandlung und den Egoismus. Ausserdem schien ja eine Beziehung mit Daniela generell unter keinem guten Stern zu stehen. Michael kann mir das heute bestätigen. Ich rief ihn an einem Nachmittag an und erzählte ihm, dass ich innerhalb des laufenden Tages die Beziehung zu Daniela beenden würde und warum. Der eigentlich Grund für meinen Anruf bei ihm war jedoch, dass ich ihn vor ihr warnen wollte. Ich wusste, dass er sich noch sehr gerne mochte und sie abermals anbaggern würde. Er sagte, dass er das ganz bestimmt nicht tun würde, weil er mit Daniela so verblieben sei. Wir sprachen uns dann noch eine ganze Weile aus und erzählten uns noch einmal alles gegenseitig, was passiert war, mitsamt aller Hintergründe. Und wir vertrugen uns, anders als auf der Geburtagsfete, sogar wieder.
Das änderte im Nachhinein jedoch nichts daran, dass Michael und Daniela eine Woche später knutschend in der Schule standen. Generell war es mir egal, da ich mich ja von Daniela getrennt hatte. Nur von Michael war ich arg enttäuscht und giftete gleich wieder in die Richtung der beiden. Sie erwiderten das sofort. Und alles schien wieder beim alten. Es war langsam ermüdend. Irgendwann schoss Daniela Michael wieder ab. Wir waren jedoch alle immer noch im Streit. Irgendwann beschliss ich dann, die beiden nicht mehr verbalö anzugreifen oder ihnen ezwas übles nachzureden oder so. Ich wollte einfach nicht der Aggressor sein und ein schlechtes Gewissen haben. Ich fand das alles mittlerweile widerlich und primitiv. Ich ertrug einfach die Anstachelungen und Angriffe von Daniela und Michela. War nicht einfach, hat aber gut geklappt. Es sollte nicht an mir liegen, dachte ich mir immer, wenn ich wütend war.
In den Sommerferien 2001 habe ich ihn dann noch mal angerufen und ihn gefragt, ob wir beide uns nicht wieder wie normale menschen benehmen wollen. Wir gehen seit diesen Sommerferien auf verschiedene Schulen und ich dachte mir damals, dass man das nicht in das neue Schuljahr verschleppen sollte; es sei ja sowieso alles blöd gewesen. Er willigte ein und freute sich, r3edete auch gleich wieder von Freundschaft und so. Naja, wir haben uns daraufhin noch zwei Mal privat getroffen und uns ganz gut verstanden. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich seine Art und Weise, mit Menschen in gewissen Situationen umzugehen absolut nicht mag. Das war kurz vor Ende unserer Freundschaft auch schon so, aber damals habe ich mir noch Toleranz dessen abgerungen. Das möchte ich heute nicht mehr. Ich stehe in einem ganz guten Verhältnis mit Michael. Wir grüssen uns, wenn wir uns sehen, aber mehr möchte ich nicht. Er hat mich ein paar Mal gefragt, ob wir uns mal wieder treffen wollen und mir versprochen, bei mir anzurufen. Hat er aber nie gemacht. Ist auch okay so. Zu Daniela habe ich heute keinerlei Kontakt mehr. Man schaut natürlich schon einmal zueinander rüber, wenn man sich sieht. Man lernt einen Menschen natürlich ganz gut kennen, wenn man eine Beziehung mit ihm führt. Ich möchte aber keinerlei Kontakt mit ihr haben, weil ich sie heute nur noch doof und anstrengend finde.
Alles in allem war das alles eine sehr unangenehme Zeit, in der Michael und ich jedoch extrem viel gelernt haben. Ich werde jedenfalls nie jemandem die Freundin oder Frau ausspannen. Denn nun weiss ich eben, wie hart das ist. Klar, bei mir war es vielleicht besonders übel, war der andere Typ mein bester Freund war, aber trotzdem. Michael und ich wissen ausserdem jetzt beide, dass sich ein Streit unter Freunden wegen einer Frau nicht lohnt und dass man so nicht miteinander umgehen sollte.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich das alles hier rein geschrieben habe. Naja, das alles hat mich eben sehr bewegt und auch verändert. Das Internet ist einigermassen anonym, so dass ich das hier ruhig ablassen kann. Ich fühle mich jetzt ein wenig erleichtert, obwohl ich das alles eigentlich schon verkraftet und verarbeitet habe. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, solche Einblicke in sein leben zu gewähren, aber ich finde das überhaupt nicht schlimm.
Wer bis hier durchgelesen hat: Danke! Ich würde mich über jeden Kommentar riesig freuen! Schreibt mir eure Meinung, Anmerkung oder was weiss ich! Bitte sagt was zu meiner Geschichte!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-07 15:19:05 mit dem Titel Die Geschichte hier ist echt.
Hallo Leute! Ich möchte jetzt auch mal was in dieses "kleine" Geschichts-Büchlein schreiben. eine Geschichte, die mein Leben stark beeinflusst hat.
Die Namen, die innerhalb dieser Geschichte vorkommen, habe ich absichtlich geändert, da sich die betreffenden Personen nicht angesprochen oder verletzt fühlen. Es geht mir hier nicht darum, irgendwelche schmutzige Wäsche zu waschen oder jemanden nieder zu machen. Ich möchte einfach nur die ciao-Leser an dieser Geschichte teilhaben lassen, wie sie nur das Leben schreiben kann.
Michael war schon immer mein bester Freund gewesen. Schon seit der fünften Klasse, in der wir uns kennen lernten, waren wir wie Brüder. Eine wirklich unglaublich intensive und feste Freundschaft in der es nur ein Mal ein bisschen Streit gab.
Michael lebt alleine bei seiner Mutter, die von seinem Vater verlassen worden ist. Er dachte, dass er sie freiwillig verlassen hätte. Eines Tages erzählte mir mein eigener Vater, ein Justizbeamter, jedoch, dass Michaels Erzeuger angetrunken jemanden fast erschossen hätte und der Geschädigte seitdem querschnittsgelähmt ist. Michaels Vater ist danach in sein Heimatland (die Niederlande) abgeschoben worden. Das durfte ich Michael nicht erzählen und schwie immer wie ein Grab, auch wenn es mir schwer fiel, wenn er von seinem Vater sprach.
Zum Ende der neunten Klasse hin spielte ich in der Theater-AG unserer Schule eine sehr charmante Rolle, einen echten Gentleman. Einen Tag nach der Aufführung vor der Schule schlurfte ich morgens in meinen Klassenraum, als ich von einer Theater-Kollegin gerufen wurde. Ich mochte sie nie besonders und wollte schon mit den Augen rollen, als ihre Freundin Daniela plötzlich schnurstracks auf mich zu marschierte und mir einen Zettel in die Hand drückte. Es war ein Liebesbrief. Die Freundin meiner Theater-Kollegin hatte sich bei der Aufführung in mich verschossen und wollte sich mit mir treffen.
Den Brief zeigte ich nach etwas Grübeln Michael, der sich mit mir freute. Ich schrieb mit Daniela im Laufe der nächsten Tage ein paar SMS hin und her (JA, WIR WAREN 15!!!) und trafen uns einmal. An einem der nächsten Tage hatte sie Geburtstag und ich brachte ihr einen kleinen Teddy mit zur Schule, der ein kleines Herz in der Pfote hielt. Ich hatte bewusst dieses Teddy gwählt, da Daniela mir schon ziemlich gut gefiel. Am übernächsten Tag wurden wir dann im Beisein von Michael ein kleines, hübsches und totalö verknalltes Liebespaar. Sie blieb an dem Abend noch etwas beim Michael, um sich zu unterhalten, weil ich schon früh nach Hause musste. Sie unterhielt sich auch sonst viel mit ihm, weil sie zusammen im Kindergarten waren und sich gut verstanden. Michael sagte dann auch irgend wann mal: "Du hast echt eine tolle Freundin!". Ich fand das alles super: Ich war frisch verliebt, hatte ein paar neue Bekannte (Danielas Freundeskreis) und einen guten Freund, der sich ebenfalls mit allen verstand. Alles passte.
Michael verliebte sich eine Zeitlang später in danielas Freundin Steffi. Mit ihr war er schon vor ein paar Jahren mal zusammen und wir vier hatten einen guten Freundeskreis abgegeben. Steffi wollte ihn allerdings nicht mehr und da Michael wegen Lästereien und Egoismus kaum noch Freunde hatte, fiel er in ziemlich tiefe Depressionen. Er hatte schon immer ein gewisses Bisschen mehr Geltungsbedürfnis als andere und so artete das alles in Selbstmordversuche aus, von denen ich nichts mitbekam.
Eines Abends waren wir drei mal wieder zusammen und brachten Daniela nach Hause. Bei der mittlerweile üblichen Abschiedsorgie (wie das bei frischverliebten nun mal so ist) wirkte Michael plötzlich etwas ungehalten und fuhr nach einer fast barschen Verabschiedung mit dem Fahrrad weg. Auf dem Rückweg von Daniela sah ich jemanden auf einer Bank sitzen, der das Gesicht in den Händen vergraben hatte. Erst Monate später wurde mir bewusst, dass dieser Junge auf der Bank Michael gewesen sein muss.
Michaels Depressionen wurden immer schlimmer. Er freundete sich etwas mit Danielas Oma an und verbrachte sogar mal eine Nacht bei der Oma auf dem Sofa, als er nicht nach Hause wollte. Er schrie quasi stumm nach Aufmerksamkeit.
Mit der Zeit wurde dann die Beziehung zwischen Daniela und mir weniger euphorisch. ich hielt das für normal, weil man halt leider nicht so Leben lang frisch verliebt sein kann. Auch Michael wurde mir gegenüber jedoch etwas kürzer angebunden. ich dachte, das läge einfach an seiner schlechten Laune. Als er dann irgendwann sagte, dass er tatsächlich ein bestimmtes Problem hätte, wollte ich natürlich wissen, worum es geht. Er meinte jedoch, das könne er mir leider nicht sagen, jedenfalls nun nicht. Vielleicht später. Nun kam mir langsam alles komisch vor. Michael hatte mir doch immer alles gesagt, was ihn bedrückte, genau so wie ich ihm!
Eines Tages dann kam ich zu Daniela nach Hause. Ich wusste, dass sie vorher noch mit ihrem Hund spazieren gehen wollte. Bei ihr zu Hause klingelte ich dann und Danielas Mutter öffnete mir die Tür. Ich fragte ob "Die beiden" denn schon wieder zurück wären. Die Mutter bejahte und Daniela kam die Treppe herunter. Zu meiner Verwunderung kam jedoch Michael gleich hinter ihr her! Ich war ziemlich verdutzt und meine Verwunderung stieg unheimlich, als Michael dann auch noch einen Bussi von Danielas Mutter bekam. Zu mir sagte er nur einen kurzen Satz und verschwand. Insgesamt hatte ich ihn vielleicht 30 Sekunden zu Gesicht bekommen. Jetzt kam mir endgültig alles etwas komisch vor. Auf meine Anfrage sagte Daniela, dass er nur den Hund mit ausgeführt hätte. Ich grummelte etwas, sagte aber nichts weiter.
Irgendwann meldete sich Daniela gar nicht mehr und benahm sich etwas komisch, wenn ich sie anrief. Dabei hatte ich wirklich nichts gemacht und versuchte wirklich immer, Rücksicht auf sie zu nehmen. Und ein Macho bin ich nun wirklich nicht. Irgendwann kam dann eine SMS von ihr, sie habe sich in einen anderen verliebt. Ich dachte sofort an Michael, wischte diesen gedanken jedoch erst mal weg, weil mir das zu hart um wahr zu sein erschien und sie dann wohl nicht geschrieben hätte "einen anderen". Ich fragte, was ich denn falsch gemacht habe. Sie meinte, ich könne ja jetzt wieder anderen Mädels e-mails schreiben und Carina aus meiner Klasse auf den Hintern gucken. Das waren tatsachen. Dazu muss man jedoch sagen, dass ja wohl jeder Junge oder Mann mal einer anderen ausser der Partnerin auf den hübschen Hintern schaut. Und die e-mails waren an eine gute Freundin gewschickt worden.
Diese Dinge konnte Daniela jedoch nur von Michael erfahren haben. Ich stellte ihn am Telefon sofort zur Rede. Er bestritt, mich bei ihr schlecht gemacht zu haben, um an sie heranzukommen. Er beschimpfte mich als Spinner und behauptete, dass das alles nicht wahr wäre.
Ich bettelte Daniela an, mich das alles doch erklären zu lassen. Sie willigte ein und wir kamen binnen drei Tagen waren wir wieder zusammen. Immerhin hatte ich ja wirklich nichts schlimmes gemacht.
Irgendwann beendete Daniela die Beziehung jedoch wieder, weil sie kein Vertrauen zu mir habe und sowas. Es liess sich dieses Mal nichts daran rütteln. Daniela war dann bald mit Michael zusammen, wie ich es mir gedacht hatte. Nun war ich natürlich bei beiden unten durch. War eine schwierige Zeit, in der wir alle uns gegenseitig viele üble Sachen vorwarfen. Ich möchte nun nichts darüber sagen, wer denn nun Schuld hatte oder wer nicht. Ich versuche, so objektiv wie möglich zu schreiben.
Irgendwann jedenfalls, muss so im August 2000 gewesen sein, da fing Daniela an, Michael ziemlich schlecht zu behandeln. Er durfte nur dauernd ihren Hund ausführen und ihre Hausaufgaben machen. Nicht, weil sie dazu keine Zeit gehabt hätte. Sie hatte einfach keine Lust. Es sind jedenfalls noch einige unschöne Dinge bei den beiden passiert. Ich jedenfalls beobachtete das ganze mit Schadenfreude und lauerte richtig darauf, dass die beiden sich wieder trennten denn ich trauerte Daniela immer noch nach. Eines Nachts auf einer Geburtstagsfeier, bei der auch wir drei eingeladen waren, beendete Daniela die Beziehung. Michael legte sich daraufhin in einen Strassengraben und weinte. Er dachte an Selbstmord. Okay, das tun vielleicht einige in dem Alter, aber bei ihm war es schon heftig, weil er sich gefühlsmäßig meist nur entweder im Himmel oder in der Hölle befindet. Selten dazwischen. Ich sprach mich am gleichen Abend noch einmal mit Daniela aus und ging sogar zu Michael, als ich hörte, dass er sich was antun wollte. Wir redeten über eine Stunde über all das, was geschehen war. Natürlich gifteten wir auch ganz schön und auch weil er etwas betrunken war, geriet das Gespräch etwas aus dem zivilisiertem Rahmen. Es mündete schliesslich darin, dass ich ihm die Wahrheit über seinen Vater erzählte. Erst glaubte er mir nicht, aber er wusste, dass meine Eltern beide Justizangestellte sind sich das was ich sagte also beweisen liess. Er machte mir natürlich Anschuldigungen und weinte fürchterlich. Konnte ich natürlich verstehen, aber damals hatte ich natürlich eine riesige Wut auf ihn und daher kein Mitgefühl. Ich hatte ihm die Wahrheit übrigens bis dato verschwiegen, damit er deswegen nicht traurig wird. An diesem Abend sah ich aber unseren kontakt als endgültig beendet an und die Erzählung als Abschluss. Damit war alles gesagt.
Tja, und dann? Ich kam natürlich wieder mit Daniela zusammen. Sie kann auch heute nicht ohne einen Macker leben, der sie betütelt. Ich spare mir jetzt das Wort „Schl....“. An der Beziehung hatte ich nur vielleicht zwei Wochen wirklich Freude. Danach fing sie wieder wie bei Michael und auch bei mir an, sich nur um ihren Kram zu kümmern. Sie quatschte mich stundenlang damit zu, ob sie denn nun am nächsten Tag zur Schule gehen sollte (sie hatte keine Lust auf eine Klassenarbeit) und so weiter und so fort... Mir gingen jedenfalls recht fix die Augen auf ich stellte fest, dass ihre Stille nach aussen nicht aus Einfühlsvermögen und Tiefsinnigkeit resultierte, sondern vielmehr aus Verschüchterung und Egoismus. Sie dachte kein Stück über mich und mein Leben nach. Ich verlange ja nicht, dass sich eine Beziehung nur darum dreht, sich über irgend etwas Gedanken zu machen. Aber ihr Verhalten war und ist definitiv nicht normal. Sie sagte zwar immer, dass sie mich liebt. Aber es machte nicht wirklich den Eindruck und ich hatte dann bald einfach keine Lust mehr auf diese halbherzige Behandlung und den Egoismus. Ausserdem schien ja eine Beziehung mit Daniela generell unter keinem guten Stern zu stehen. Michael kann mir das heute bestätigen. Ich rief ihn an einem Nachmittag an und erzählte ihm, dass ich innerhalb des laufenden Tages die Beziehung zu Daniela beenden würde und warum. Der eigentlich Grund für meinen Anruf bei ihm war jedoch, dass ich ihn vor ihr warnen wollte. Ich wusste, dass er sich noch sehr gerne mochte und sie abermals anbaggern würde. Er sagte, dass er das ganz bestimmt nicht tun würde, weil er mit Daniela so verblieben sei. Wir sprachen uns dann noch eine ganze Weile aus und erzählten uns noch einmal alles gegenseitig, was passiert war, mitsamt aller Hintergründe. Und wir vertrugen uns, anders als auf der Geburtagsfete, sogar wieder.
Das änderte im Nachhinein jedoch nichts daran, dass Michael und Daniela eine Woche später knutschend in der Schule standen. Generell war es mir egal, da ich mich ja von Daniela getrennt hatte. Nur von Michael war ich arg enttäuscht und giftete gleich wieder in die Richtung der beiden. Sie erwiderten das sofort. Und alles schien wieder beim alten. Es war langsam ermüdend. Irgendwann schoss Daniela Michael wieder ab. Wir waren jedoch alle immer noch im Streit. Irgendwann beschliss ich dann, die beiden nicht mehr verbalö anzugreifen oder ihnen ezwas übles nachzureden oder so. Ich wollte einfach nicht der Aggressor sein und ein schlechtes Gewissen haben. Ich fand das alles mittlerweile widerlich und primitiv. Ich ertrug einfach die Anstachelungen und Angriffe von Daniela und Michela. War nicht einfach, hat aber gut geklappt. Es sollte nicht an mir liegen, dachte ich mir immer, wenn ich wütend war.
In den Sommerferien 2001 habe ich ihn dann noch mal angerufen und ihn gefragt, ob wir beide uns nicht wieder wie normale menschen benehmen wollen. Wir gehen seit diesen Sommerferien auf verschiedene Schulen und ich dachte mir damals, dass man das nicht in das neue Schuljahr verschleppen sollte; es sei ja sowieso alles blöd gewesen. Er willigte ein und freute sich, r3edete auch gleich wieder von Freundschaft und so. Naja, wir haben uns daraufhin noch zwei Mal privat getroffen und uns ganz gut verstanden. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich seine Art und Weise, mit Menschen in gewissen Situationen umzugehen absolut nicht mag. Das war kurz vor Ende unserer Freundschaft auch schon so, aber damals habe ich mir noch Toleranz dessen abgerungen. Das möchte ich heute nicht mehr. Ich stehe in einem ganz guten Verhältnis mit Michael. Wir grüssen uns, wenn wir uns sehen, aber mehr möchte ich nicht. Er hat mich ein paar Mal gefragt, ob wir uns mal wieder treffen wollen und mir versprochen, bei mir anzurufen. Hat er aber nie gemacht. Ist auch okay so. Zu Daniela habe ich heute keinerlei Kontakt mehr. Man schaut natürlich schon einmal zueinander rüber, wenn man sich sieht. Man lernt einen Menschen natürlich ganz gut kennen, wenn man eine Beziehung mit ihm führt. Ich möchte aber keinerlei Kontakt mit ihr haben, weil ich sie heute nur noch doof und anstrengend finde.
Alles in allem war das alles eine sehr unangenehme Zeit, in der Michael und ich jedoch extrem viel gelernt haben. Ich werde jedenfalls nie jemandem die Freundin oder Frau ausspannen. Denn nun weiss ich eben, wie hart das ist. Klar, bei mir war es vielleicht besonders übel, war der andere Typ mein bester Freund war, aber trotzdem. Michael und ich wissen ausserdem jetzt beide, dass sich ein Streit unter Freunden wegen einer Frau nicht lohnt und dass man so nicht miteinander umgehen sollte.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich das alles hier rein geschrieben habe. Naja, das alles hat mich eben sehr bewegt und auch verändert. Das Internet ist einigermassen anonym, so dass ich das hier ruhig ablassen kann. Ich fühle mich jetzt ein wenig erleichtert, obwohl ich das alles eigentlich schon verkraftet und verarbeitet habe. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, solche Einblicke in sein leben zu gewähren, aber ich finde das überhaupt nicht schlimm.
Wer bis hier durchgelesen hat: Danke! Ich würde mich über jeden Kommentar riesig freuen! Schreibt mir eure Meinung, Anmerkung oder was weiss ich! Bitte sagt was zu meiner Geschichte! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Lieselotte5, 28.03.2002, 12:40 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ich weiß leider nicht genau was ich dazu sagen soll. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass du es hier geschrieben hast, vielleicht hilft es dir ja damit fertig zu werden. Ich wünsche dir ein FROHES OSTERFEST!!!
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Stoewi, 07.03.2002, 16:34 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Wie soll ich dich nur bewerten? Besser als jetzt gehts leider nicht. Gruß, Stoewi
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anonym, 07.03.2002, 16:30 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
wow krasse geschichte...
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Nur ein kleiner Zettel
03.03.2002, 23:53 Uhr von
Deborah
Bei Yopi bin ich neu, bei Ciao schon ein altes Häschen. Ich schreibe über Dinge, die mich faszini...Pro:
schön, wenn man erkannt, dass es vorbei ist
Kontra:
es ist vorbei
Empfehlung:
Nein
Hallo W.,
wenn du diese Zeilen liest, bin ich nicht mehr da. Ich habe den Tatsachen ins Auge geblickt und erkannt, dass wir uns auseinander gelebt haben. Trotz eines gemeinsamen Kindes sind nicht mehr viele Gemeinsamkeiten geblieben. Es ist besser, wenn jeder seinen eigenen Weg geht, bevor wir zusammen einen Weg gehen, der nicht unser ist.
Ich hoffe du kannst mir verzeihen.
H.“
Langsam gleitet ihr der Zettel aus den Händen, fast genauso langsam laufen die Tränen über ihre Wangen. Das ist nun alles, was von so vielen gemeinsamen Jahren übrig geblieben ist. Ein kleiner Zettel mit ein paar Worten, die entgültiger nicht sein könnten.
Ein Stück Papier für das Erinnerungsalbum, obwohl Erinnerungen kein Album brauchen, um sich ins Gedächtnis zu bringen. Gewollt und viel zu oft ungewollt bahnen sie sich ihren Weg ins Bewusstsein. Gerade jetzt lassen sich ihre Erinnerungen nicht in den Tiefen, in denen sie sonst begraben liegen, festhalten.
All die schönen Zeiten, die sie hatten, drängen sich vor ihr inneres Auge. Wann war der Punkt auf der Zeitskala ihrer Beziehung, als Spontaneität von Gewohnheit abgelöst wurde? Wann hatte sich Leidenschaft in Routine verwandelt?
Es fällt ihr schwer den Tag X zu benennen, denn Entwicklungen sind schleichend, unbemerkt am Anfang und unwiderruflich zum Schluss. Der Lauf der Dinge? Ein normales Stadium einer Partnerschaft? Oder eine Sache der Schuld?
Schuld....ein großes Wort, dass am Ende doch ohne Bedeutung scheint, denn die wenigen Worte auf einem kleinen Zettel sind unabhängig von Schuld. Sie stehen für sich, auch wenn sie die Buchstaben durch den Tränenschleier kaum erkennen kann.
Ihre Gedanken drehen sich im Kreis, schweifen ab und kehren wieder zurück. Erinnerungen vermischt mit Zukunftsängsten. Wie soll sie nur dem Kind erklären, dass die scheinbar heile Familie nun nicht mehr existiert? Was soll sie sagen, wenn ihr schon in Gedanken die Worte fehlen. Auseinandergelebt, miteinander nebeneinander gelebt.
Andere Erinnerungen treten nun in den Vordergrund. Laute und leise Diskussionen um Wichtigkeiten und Nichtigkeiten. Schweigen, das in den Ohren schmerzt und erfüllt ist von Ablehnung und Aggression. Gemeinsame Unternehmungen, die in gemeinsamer Frustration und einsamer Isolation enden.
Hätte sie mehr kämpfen müssen? Hätte sie ihren Alltagstrott, ihre Gleichgültigkeit einfach zur Seite schieben können, um das wieder wachzurütteln, was vielleicht noch im Verborgenen schlummert? Gekämpft hatte sie, gekämpft gegen unsichtbare Windmühlen, die sich doch nicht bezwingen lassen wollten. Letztendlich hat sich der Mitstreiter umgedreht und ihr den Rücken gekehrt. Ein einsamer Kampf führt nicht zum Sieg, nur zur innerlichen Erschöpfung.
Sie waren den Weg so lange gemeinsam gegangen, wie soll sie den Weg nun allein finden?
Seltsam, wie man an Dingen oder Menschen festhält, aus Angst eine neue Richtung einzuschlagen. Lieber ein bekannter Stolperpfad, als eine unbekannte Schnellstrasse.
Ihr Stolperpfad endet wohl hier, vor einem Abgrund.
Wenn jemand diesen Abgrund hinuntersteigen würde, würde er eine Menge Emotionen dort vorfinden. Angst, Enttäuschung, Wut und Trauer. Und vielleicht würde in einer abgelegenen Ecke diese Abgrunds auch ein kleines gebrochenes Herz liegen. Gefühle lassen sich auch von Differenzen, Verletzungen und Entfremdung nicht so einfach abschalten. Gefühle müssen langsam abkühlen. Sie brauchen Abstand, räumlichen als auch zeitlichen.
Sanft streicht ihre Hand noch einmal über den kleinen Zettel. So unbedeutend sieht er aus. Ein paar mühsam geschriebene Buchstaben, die am Ende so vieler Jahre übrig bleiben.
Sie strafft die Schultern und steht auf.
Es ist Zeit zu packen, damit sie fort ist wenn er ihre Zeilen liest. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Indigo, 25.08.2002, 18:26 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Niemals geht man so ganz, ein kleines Stück bleibt hier. Und wie sagt man mir immer: Zukunft braucht Herkunft
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ahaefner, 19.03.2002, 19:26 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Das PRO habe ich gerade selbst erkannt... Ganz liebe Grüße, Andreas
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Anubis71, 13.03.2002, 22:05 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Eine traurige Sache, aber sehr schön geschrieben. Lies doch auch mal meine Kurzgeschichte "Die Fassade" Ich denke die wird dir gefallen. Musst ja nicht bewerten! :-))
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