Pro:
schöne Ausstellung, naturgetreu, sehr interessant
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Während unseres Urlaubs auf Usedom haben wir auch einen Abstecher nach Stralsund gemacht, um uns mal wieder das Meeresmuseum anzuschauen. Das letzte Mal waren wir in den tiefsten DDR-Zeiten da. Und weil wir nun schonmal hier waren, haben wir uns auch noch das Ozeaneum angeschaut. Mit den Besuchen in diesen beiden Museen war der Tag ziemlich ausgefüllt. Glücklicherweise hatten wir uns auch einen guten Tag für den Museumsmarathon ausgesucht. Es war recht bewölkt und auch ziemlich frisch. Mit anderen Worten: perfekt.
Der Weg zum Meeresmuseum ist sehr gut ausgeschildert. Wahrscheinlich ist es hierbei auch egal, aus welcher Richtung man nach Stralsund fährt. Da wir ja wußten, dass wir ziemlich viel Zeit brauchen werden, stellten wir unser Auto im Parkhaus am Meeresmuseum ab. Von hier sind es nur ein paar Schritte zum Museum. Man zahlt für die erste Stunde 1,00Euro, für jede weitere 2,00Euro, aber maximal 11,00Euro pro Tag. Allerdings beginnt ab 18.00 Uhr der Nachttarif und man muss wieder zahlen. Pro Stunde 0,50Euro, aber maximal 3,00Euro.
Das Museum befindet sich am Katharinenberg 14 - 20 in der Altstadt von Stralsund
Tel.: 03831/2650210
Fax: 03831/2650209
[email protected]
www. Meeresmuseum.de
Auf der Homepage kann man sich über die vier einzelnen Museum informieren.
Als erstes und ältestes natürlich das Meeresmuseum (Welches leider nicht auf dem Bild von Dooyoo zu sehen ist. Auf dem Bild sieht man das Ozeaneum). Dann, nicht weit entfernt das Ozeaneum. Ebenfalls in Stralsund gibt es noch das Nautineum und ein ganzes Stück entfernt auf dem Darß gibt es es noch das Natureum.
Öffnungszeiten
Oktober - Mai täglich 10 - 17 Uhr
Juni - September täglich 10 - 18 Uhr
24. 12. + 01.01. geschlossen
31. 12. 10 - 15 Uhr geöffnet
Am Museum angekommen steht man vor einem richtig schönen alten Gemäuer, welches eher an ein Kloster erinnert als an ein Museum. Es war ja auch früher das Dominikanerkloster St. Katharinen.
Gleich im "Klosterhof" steht ein großes Schiff, das erste der Fischfangflotte der DDR. Außerdem kann man sich hier die Zeit mit einem kleinen Quiz vertreiben. An einer Mauer hängen kleine Täfelchen mit fragen über alles mögliche. Auf der Rückseite kann man seine Antworten überprüfen.
Im Inneren angekommen muss man sich natürlich erstmal die Eintrittskarten besorgen.
Erwachsene zahlen 7,50Euro. Kinder bis 3 Jahre sind frei. Kinder ab 4 Jahren, Schüler, Studenten, Azubis, Arbeitssuchende, Zivis, Grundwehrdienstleistende und Schwerbehinderte (mit Ausweiß) zahlen je 5,00Euro.
2 Erwachsene mit 1 Kind zahlen 17,00Euro, mit 2 Kindern 19,00Euro. Für jedes weitere Kind zahlt man 2,00Euro.
Wenn man vorhat, mehrere Museen zu besuchen, dann lohnen sich die verschiedenen Kombitickets. Diese sind ab Kauf 3 Monate gültig.
Für das Kombiticket Meeresmuseum/Ozeaneum zahlt man als Erwachsener 18,00Euro, ermäßig 11,00Euro.
Wenn man fotografieren oder filmen möchte, wir noch mal 1,00Euro für die Fotoerlaubnis fällig. Natürlich soll man im Aquarium das Blitzlich ausschalten.
Besonders gut hat mir der elektronische Reiseleiter gefallen. Man bekommt ein kleines Kästchen und Kopfhörer für 2,00Euro. Wahlweise bekommt man die Informationen in Deutsch oder Englisch. An allen Schaukästen zu denen etwas erzählt wird, stehen die entsprechenden Zahlen in einem Kopfhörer. Diese muss man nur eingeben und auf Start drücken. Und schon bekommt man Unmengen an Informationen. Es wird zwar sehr viel erzählt, aber es wird nicht langweilig. Wir waren wirklich froh, dass wir uns diese Kästchen geholt haben. Allerdings braucht man dadurch um einiges länger, bis man durch das gesamte Museum durch ist.
Auch unabhängig von diesen Infozahlen sind die Vitrinen durchnummeriert, allerdings sind die manchmal ziemlich durcheinander. Wenn man aber ein bisschen darauf achtet, verpasst man zumindest nichts.
Was gibt es zu sehen?
Das Meeresmuseum ist in einzelne Themenbereiche gegliedert.
Im Erdgeschoss geht um den Planet Erde, das Meer, Meeresforschung und das Leben im Meer. Zum Beispiel sieht man eine Querschnitt durch die komplette Erde. Ohne meinen elektrischen Reiseleiter hätte ich das wahrscheinlich relativ langweilig gefunden. Aber durch die Erklärungen war es doch sehr interessant.
Im ersten Obergeschoss geht es um die Entwicklung der Fischerei. Natürlich hauptsächlich zu DDR-Zeiten, da es das Museum da ja bereits gegeben hat. Allerdings nehme ich mal an, dass die Entwicklung im Westen auch nicht viel anders war. Hier sieht man alles vom kleinen Fischerboot bis hin zum Supertrawler. Man lernt einiges über die verschiedensten Fangtechniken. Es werden die Vorteile erwähnt, und auch über die Nachteile einzelner Fangmöglichkeiten wird nicht geschwiegen.
Es gibt eine große Wand mit allen möglich nachgebildeten Fischen. Davor gibt es eine elektrische Tafel mit deren Hilfe man versuchen kann, die einzelnen Namen dem richtigen Fisch zuzuordnen. Probiert es mal aus. Das ist gar nicht so einfach.
Auch über die Technik in einem U-Boot kann man sich informieren. Allerdings ist das wohl eher etwas für den männlichen Teil der Bevölkerung. Mich hat es jedenfalls nicht besonders interssiert. Das was ich richtig toll finde, kam erst in den nächsten Bereichen.
Über mehrere Etagen wurde ein komplettes Riff nachgebildet, mit allem, was das Meer so zu bieten hat. Das ist doch recht spannend, soetwas mal in seiner ganzen Größe zu sehen.
Die große Weltkugel, welche im Eingangsbereich steht, kann man auch von den einzelnen Etagen aus bewundern.
Noch eine Etage höher unter dem Gewölbe der Katharinenhalle herrscht das Thema "Mensch und Tier".
Es gibt Muscheln, Krebse, Eisbären, Pinguine, Robben, Hai, Quastenflosse, Mondfische und was sonst noch alles im und am Meer kreucht und fleucht. Auch eine seltene Lederschildkröte wird ausgestellt. Die hatte sich wohl mal im Meer verirrt und war in eine Bucht getrieben worden, aus der sie sich nicht mehr befreien konnte. Leider konnte das Tier nicht gerettet werden und so landete es im Meeresmuseum in Stralsund.
Im nächsten Teil gefindet sich ein "Museum im Museum". Dieser Teil wurde direkt aus DDR-Zeiten übernommen. Damals war es eine völlig neue Art eines Museums. Auch hier findet man wieder alle möglichen nachgebildeten Tiere, hauptsächlich Federvieh.
Zum Beispiel wird der Jahreszyklus der Möwen aufgezeigt. Man kann die verschiedensten Vögel sehen, wie sie nisten, zusammen mit ihren Jungen.
Im nächsten Raum hängen nur Bilder, die sind allerdings zum Teil richtig schön. So tolle Unterwasserbilder würde ich auch gerne mal machen. Man sieht die verschiedensten Fische, Krabben und Garnelen.
Als nächstes gibt es große Schaukästen mit Muscheln und Schnecken.
Im ganzen Museum verteilt sind Terminals mit einem Quiz zum jeweiligen Ausstellungsbereich.
Bevor es nun endlich zu den Aquarien geht gibt es natürlich auch wieder den unvermeidlichen Tütelkramlladen.
Ich war zwar nicht drin, aber hier gibt es sicher viel unnützes Zeug, was kein Mensch braucht, aber viel Geld kostet.
Und jetzt zu den vielen großen und kleinen Aquarien. Hier gibt es sehr vieles davon zu sehen, was so im Meer lebt. Von winzig kleinen Garnelen bis hin zu den Schwarzspitzenriffhaien gibt es alles. Man kann versuchen den Steinfisch ausfindig zu machen, von dem man sich in der freien Natur unbedingt fern halten sollte. Richtig niedlich sind auch die Seepferdchen. Meine Eltern erzählen immer, als Kind hätte ich Angst vor ihnen gehabt und mein Papa musste mit mir aus dem Museum rausgegen. Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Heute finde ich die richtig süß. Richtig klasse fand ich auch den Seegras Feilenfisch. Ich finde er sieht aus, als würde er gern jemanden abknutschen.
Über zwei Etagen zieht sich am Ende noch das große Schildkrötenbecken. Es ist zwar nicht die freie Natur, aber sie haben doch recht viel Platz. Da könnte man sich ewig davorsetzen und den Schildkröten zuschauen.
Am Ende des Meeresmuseum angekommen gibt es das Bistro Tartaruga. Hier kann man sich stärken, bevor es auf zum nächsten Museum geht. Soweit ich gesehen habe, waren die Preise recht annehmbar und das Essen sah lecker aus. Gegessen haben wir allerdings nichts.
Führungen
werden ebenfalls angeboten. Als wir da waren, war gerade eine Schülergruppe unterwegs. Da bekommt man sogar Klappstühle, damit man nicht so lange stehen muss.
Es gibt fünf verschiedene Führungen: Das Meer und das Leben im Meer, Fischerei, Der Mensch und das Meer, Tiere und Pflanzen der Ostseeküste und Das Aquarium und seine Bewohner.
Behindertenfreundlichkeit
Alle Etagen sind über einen Aufzug zu erreichen.
Im Bistro sind das Buffet und die vorderen Tische barrierefrei.
Der Eingangsbereich hat genügend breite Türen, jedoch benötig man Hilfe beim Öffnen.
Im Eingangsbereich und im Bistro gibt es behindertenfreundliche Toiletten.
Überall im Museum gibt es Sitzgelegenheiten zum Ausruhen. Menschen, die schlecht zu Fuß sind können am Informationsstand einen Rollstuhl ausleihen.
Wohin mit meinem Hund?
Am Besten sollte man einen Hund natürlich gar nicht erst mit ins Museum bringen. Sollte man allerdings andere keine Möglichkeit haben, gibt es im Innenhof einen Hundeplatz mit Wasserversorgung. An der Kasse oder am Infostand bekommt man Informationen. Wie genau die Hunde da untergebracht sind, weiß ich leider nicht.
Allerdings sollte man bedenken, dass der Hund eine ganze Weile dableiben muss. Wir haben für unseren Museumsbesuch vier Stunden gebraucht.
Fazit
Das Meeresmuseum ist wirlich jeden Cent wert. Wer in der Nähe von Stralsund ist, sollte unbedingt einen Abstecher hier her machen. Mit kleineren Kindern ist es vielleicht etwas schwierig, zumindest die ersten Etagen. Das dürfte doch eher langweilig sein. Ab den nachgebildeten Tieren dürften aber auch die Kleinen ihren Spaß haben. Vor allem, weil die Tiere doch sehr echt aussehen.
Wenn man eine gute Kamera hat, die auch ohne Blitz auskommt, dann sollte man sich die Fotoerlaubnis gönnen. Obwohl es auch außerhalb des Aquariums einiges zu fotografieren gibt. Und hier darf man ja blitzen.
Für mich hat sich auch die Investition in den elektrischen Reiseführer voll und ganz gelohnt. Klar, vieles vergisst man wieder aber die Erklärungen machen das Museum noch viel interessanter. weiterlesen schließen
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