Mehr zu AutorInnen mit B Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Überraschungen - Geständinisse - Wahrheiten - einfach Kult
- immernoch moderne Bücher, auch wenn Frau von heute irgendwie anders ist
- packende Story mit unvorhergesehenen Wendungen
Nachteile / Kritik
- gewöhnungsbedürftiger Schreibstil
- außer bei Ebay oder auf Flohmärkten nur noch schwer zu bekommen
- teilweise etwas viel >Blödsinn<
Tests und Erfahrungsberichte
-
Baldacci, D. / Das Labyrinth(Total control) - Hochspannung im Umfeld Internet und Hochfinanz
26.06.2003, 14:44 Uhr von
emmtie
Da wollen wir YOPI einmal eine 2.Chance geben (wenn auch nur auf Bewährung). Und dabei geht es ga...4Pro:
als reiner Unterhaltungsroman ganz nett
Kontra:
siehe Text
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich „Absolut power“, den ersten Roman von David Baldacci sehr gut fand, war ich gespannt, ob er diese Niveau auch in seinem zweiten Buch aufrecht erhalten kann. Nachdem sich „Absolut power“ im Umfeld des Weißen Hauses und des Präsidenten spielte, hat er in „Das Labyrith. Total control“ die Handlung in einem Umfeld aus Internet-Unternehmen, der Hochfinanz und der Juristerei angesiedelt.
Handlung:
Sidney Archer ist eine Top-Anwältin in einer Kanzlei für Firmenrecht, die gerade den Kauf eines Internet-Unternehmens durch ein anderes anbahnt. Ihr Mann ist im mittleren Management des kaufenden Unternehmens. Eine typische erfolgreiche Yuppie-Ehe, mit einer kleinen Tochter. Doch dann stürzt das Flugzeug, mit dem Jason angeblich zu einem geheimen Bewerbungsgespräch fliegen wollte und in dem auch der Präsident der amerikanischen Zentralbank war, ab. Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass das Flugzeug sabotiert wurde, Jason anscheinend doch nicht an Board war und er scheinbar auch noch geheime Firmenpapiere an die größte Konkurrenz beim Kauf des Internet-Unternehmens geliefert hat. Die Welt um Sidney Archer scheint immer mehr zusammenzubrechen.
Mehr als diesen „Anreißer“ will ich hier gar nicht schreiben, da ein Thriller ja aufgrund seiner Spannung wirken soll.
Die Story wird sowohl aus der Sicht Sidney Archers, als auch ihres Mannes und des ermittelnden FBI-Beamten Saywer erzählt.
Mein Eindruck:
Wiederum ist es David Baldacci gelungen, einen Thriller zu schreiben, der mit überraschenden Wendungen, spannender Action und detailreicher Kenntnis des beschriebenen Umfelds aufwarten kann. Was aus meiner Sicht das Wichtigste ist und für mich einen guten Thriller ausmacht, ist die Tatsache, dass man nicht nach 50 Seiten schon mehr oder weniger weiß, wie es ausgeht und wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind. Immer wieder schwenkt die Handlung plötzlich in eine völlig neue Richtung und Handlungsfäden aus den ersten Seiten, die man schon längst vergessen hat, werden wieder wichtig. Die Personen werden relativ glaubhaft dargestellt, so dass man deren Handeln nachvollziehen kann. An einigen Stellen gegen Ende des Buches gibt es zwar meiner Ansicht nach einige kleinere „Ausreißer“ von dieser Regel, die aber den Gesamteindruck nicht allzu sehr trügen. Ich will ja die Spannung nicht nehmen, daher nur so viel. Etwas Schießtrainig in der Jugend macht noch keine „Rambo“.
Die Einblicke in die Bereiche zukünftige Internet-Technologie und die Konkurrenz der Unternehmen, um diese neuen Technologien zu erlangen, ist gut beschrieben, wenn auch nicht allzu tiefgehend. Auch die Verknüpfungen des Finanzsektors werden gut dargestellt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass hier bis ins Detail erklärt wird, denn es handelt sich ja um einen Roman, der solche Infos hauptsächlich dazu benutzt, eine Handlung aufzubauen J Aber die Einblicke und Gedanken, in wie weit moderne Technologie in den falschen Händen gefährlich sein kann, sind recht interessant.
Ähnlich wie bei Grisham kann man bei den Romanen Baldacci natürlich nicht leugnen, dass sie in gewisser Hinsicht immer auch schon so ausgelegt sind, dass man auch ein gutes Film-Drehbuch daraus machen kann. Aber im Gegensatz zu Werken wie z.B. Crichtons „Timeline“, hat „Total control“ immer noch den Aufbau und die Struktur eines Romanes und nicht die „Momentausnahmen“, in denen man quasi schon den Film sieht, die aber die Ausgestaltung der Charaktere kaum möglich macht.
Insgesamt betrachtet ist „Total control“ aber wieder ein spannendes und gut zu lesender Thriller, der zwar nicht ganz an „Abolut power“ heranreicht, aber doch klar in der „Oberliga“ mitspielt.
P.S. Wieder einmal die Anmerkung, dass ich das englische Original gelesen habe und es daher eventuell kleinere Abweichungen bei Bezeichungen geben kann. Und vielleicht ist dies auch im Zusammenhang mit dem Stil wichtig. Denn ich habe mittlerweile von Leuten, die das Buch auf Deutsch gelesen haben, gehört, dass die Übersetzung etwas abgehakt sein soll.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-28 13:25:07 mit dem Titel Boukreev,A.-DerGipfel: Eine Art Rechtfertigungsbuch eines Beteiligten
„Der Gipfel“ ist ein weiteres Buch, das sich mit der Tragödie bei der Besteigung des Mount Everest durch 2 kommerziellen Kletterteams 1996 beschäftigt.
Richtig bekannt und auch in einer makaberen Weise populär wurden die damaligen Ereignisse durch den Weltbestseller „In eisigen Höhen (Into thin air)“ von John Krakauer , einem Bergjournalisten, der für einer Fachzeitschrift Mitglied einer der beiden Expeditionen war und in seinem Buch in ergreifender Weise die Geschehnisse, bei denen mehrere Bergsteiger den Tod fanden, beschreibt. In seinem Buch kommt einer der Führer der anderen Expedition relativ schlecht weg, da er u.a. ohne Sauerstoff-Unterstützung aufstieg und, nach Meinung Krakauers, eher am eigenen Gipfelerfolg als am Erfolg und der Unterstützung der Klienten interessiert war.
Dieser Führer war Anatoli Boukreev, der im hier beschriebenen Buch „Der Gipfel - Tragödie am Everest“ eine Art Antwort auf Krakauer gibt. Er beschreibt den Ablauf der Expedition und insbesondere die Katastrophe am „Gipfeltag“ und gibt dabei insbesondere Erklärungen für speziell seine Rolle in diesem Drama. Einen wichtigen Teil des Buches macht auch die Schilderung seiner Rettungsversuche der am Berg eingeschlossenen Bergsteiger in den späten Nachmittags- und Abendstunden dieses Tages aus. Denn wie schon Krakauer geschildert hatte, war Boukreev einer der Ersten, die den Gipfel erreichten und auch wieder komplett bis zum Lager abstiegen. Was in diesem Buch auch immer wieder deutlich gemacht wird, ist die besondere Freundschaft zwischen Boukreev und dem Leiter seines Expeditionsteams, Scott Fischer, der schon angeschlagen an den Aufstieg ging und Probleme bekam. Aus dieser Tatsache und dem Problem, das eine kommerzielle Expedition zum Erfolg verdammt ist, um auch weiterhin zahlenden Kletterer anzulocken, versucht Boukreev auch einige seiner Handlungen zu begründen.
Für sich alleine genommen wäre diese Buch eine gute Beschreibung der Tragödie, eigentlich relativ flüssig zu lesen und mit sehr persönlichen Eindrücken versehen. Man muß aber davon ausgehen, daß fast jeder Leser dieses Buches auch das Buch von Krakauer kennt. Und wenn man diese beiden Bücher direkt vergleicht, merkt man, daß vieles in „Der Gipfel“ einfach nur Rechtfertigungsversuche des angegriffenen Boukreev sind. Dies schadet meiner Ansicht nach dem Gesamtzusammenhalt des Buches, da es mir manchmal vorkam, als ob eine Art Liste von Vorwürfen abgehakt wurde. Natürlich muß man auch bedenken, daß in Punkto Schreibbstil und -fähigkeit hier keine Chancengleichheit bestand. Während Krakauer mit dem Schreiben von Artikel und Büchern zu diesem Thema schon Jahre vorher seine Lebensunterhalt verdient, konnte der Kasache Boukreev (nicht nur nach Krakauers sondern auch einiger anderer Beteiligter, die alle im Laufe der Jahre ebenfalls Bücher zu den Ereignissen geschrieben haben) nicht besonders gut Englisch. Das machte es ihm zum einen eventuell schwerer die Gespräche und Verhältnisse während der Expedition richtig zu erfassen und bringt auch beim Schreiben, auch wenn ein amerikanischer Ghostwriter zu Seite gestellt wurde, Nachteile.
Was damals wirklich geschehen ist, wird wohl niemals ganz geklärt werden, da einige der Hauptpersonen sich dazu nicht mehr äußern können; auch Boukreev ist einige Zeit später bei einer Besteigung tödlich verunglückt. Ich persönlich habe auch viel zu wenig Ahnung vom Bergsteigen um mir in irgend einer Weise ein Urteil zu erlauben, wessen Version der Geschichte näher an der Wahrheit liegen könnte. Aber nur von den Büchern betrachtet, ist vieles bei Krakauer schlüssiger und logischer dargestellt und schlägt den Leser mehr in seinen Bann. Aber als eine weiterer Sicht eines Beteiligten ist "Der Gipfel" als Zusatzlesestoff durchaus empfehlenswert.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-20 21:05:57 mit dem Titel Bingül,B.-Ping.Pong: Pop-Roman mit Tischtennis-Background
Ein Roman im Stil der aktuellen Pop-Literatur, der sich unter anderem auch mit Tischtennis beschäftigt? Und dann auch noch in der FAZ besprochen; da konnte ich, der seitdem er über die Platte schauen kann, aktiv im Verein Tischtennis spielt, doch nicht widerstehe und musste mir das Buch sofort besorgen.
Na gut, das mit der FAZ-Besprechung ist etwas übertrieben. Es handelte sich dabei um einen Bericht über eine Lesung aus dem betreffenden Buch und erschien nicht im Feuilleton sondern im Sportteil. Aber immerhin bin ich so auf „Ping.Pong“ von Birand Bingül aufmerksam geworden.
Inhalt.
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Hakim, der Protagonist und Ich-Erzähler in diesem Roman, ist Deutsch-Türke, Ende 20 und eigentlich Medizin-Student. Doch das Studium interessiert ihn nicht und er hat es eigentlich nur begonnen, weil er seinen Eltern einen Gefallen tun wollte. Stattdessen jobbt er als Radio-Moderator und seine Leidenschaft gilt dem Tischtennis, das er bei einem Verein in der 5.Liga spielt. Irgendwie läuft Vieles schief in seinem Leben: Seine Freundin hat ihn verlassen und er muss erfahren, dass sie jetzt mit seinem besten Freund und Tischtenniskumpel zusammen ist, seine Idee für eine neuartige Radioshow entwickelt sich durch die nicht abgesprochenen Eingriffe seines neuen Chefs zwar zu einem quotenträchtigen Skandal, aber nicht zu dem, was sich Hakim eigentlich vorgestellt hat. Er kündigt den Job. Und auch im Tischtennis klappt nichts mehr, so das er schließlich so verzweifelt ist, dass er sogar Noppen ausprobiert.
(Exkurs für Nicht-Tischtennisspieler: Noppen sind eine bestimmt Belagart, die hauptsächlich dazu dienen, das Spiel des Gegners zu zerstören, da gewisse Techniken wie Schnitt oder Topspin gegen diesen Belag viel von ihrer Wirkung verlieren. Noppen stehen in dem Ruf, eingesetzt zu werden, wenn der Spieler gewisse eigene Schwächen kompensieren will. Noppenspieler sehen das natürlich ganz anders :-))
Durch die Ich-Perspektive wird in diesem Roman zwar auch die Handlung vorrangetrieben, doch einen weiten Raum nehmen auch die Gedanken, Sorgen und Ängste der Hauptfigur ein.
Der Autor:
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Wie sein Protagonist ist Birand Bingül Deutsch-Türke, 1974 im Sauerland geboren und arbeitet als Hörfunkmoderator und Autor beim WDR. Doch laut eigener Aussage handelt es sich bei dem Buch um kein autobiographisches Werk, sondern er habe nur die Eckdaten seiner eigenen Persönlichkeit benutzt, um die Figur des Hakim zu schaffen.
Meine Meinung:
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Meiner Meinung nach muss man diesen Roman mit zweierlei Maß beurteilen:
Zum einen ist es ein Roman aus der momentan so angesagten, aber nicht unbedingt fest definierbaren Kategorie „Pop Literatur“. Eine sehr auf die Hauptperson fixierte Geschichte, die aber genügend Platz für einen Einblick in sein/ihr Innenleben zulässt. Die Sprache des Buches ist sehr flott und offenherzig, mit Ausdrücken aus der Jugendkultur gespickt. In vielem ähnelt dies den Büchern von Stuckradt-Barre (den ich überhaupt nicht mag) oder auch Leuten wie dem Engländer Nick Hornby. Trotz all der Probleme, die die Hauptperson mit sich herumträgt, fand ich es eigentlich eher amüsant als schwermütig, da alles mit einer gewissen Prise Selbstironie und Galgenhumor dargestellt wird.
Das die Figur Hakim ein Deutscher türkischer Herkunft ist, spielt zwar im Buch eine große Rolle und es gibt immer wieder Berührungspunkte der Kulturen, sei es seine Putzfrau Ötzlem, einer blitzgescheiten Studentin die Hakim immer mal den Kopf gerade rückt (übrigens ein der besten Figuren im Roman), der Reise zum schwerkranken Großvater nach Istambul, die gleichzeitig eine Art Sinnsuche ist oder der häufige Gebrauch türkischer Ausdrücke. Doch dieses Leben zwischen den Kulturen wird nie als Problem dargestellt, es ist vielmehr einfach der Background der Figur, weder besonders negativ noch besonders positiv. Ein aus meiner Sicht sehr interessanter und sympathischer Ansatz. Man muss diese Thematik nicht automatisch in jedem Buch, in dem ein Deutsch-Türke vorkommt, problematisieren. Hier wird nichts schön gefärbt oder verschwiegen, aber man wird dieser immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe (wobei das natürlich für alle Nationalitäten gilt) nicht gerecht, wenn man ihr Leben auf diesen einen Konflikt zu fixieren versucht.
Ein weiteres erzählerisches Element, das mir häufiger aufgefallen ist, ist die Rückerinnerung an die Jugend. Manchmal kam ich mir vor, als ob Bingül dem Kultbuch „Generation Golf“ Konkurrenz machen will. Doch im Gegensatz zu diesem Buch, das mich durch die ständigen Wiederholungen nach etwa 40-50 Seiten gelangweilt hat, findet der Autor hier ein gesundes Mittelmaß. Die Rückerinnerungen sind so gut dosiert und immer zum Handlungsverlauf passend. Und so konnten diese Teil bei mir, der etwa genauso alt ist, machen schöne Erinnerung wecken.
Die zweite grundlegende Betrachtungsweise des Romans hat für mich etwas mit dem Tischtennis zu tun. Denn Tischtennis hat für die Romanfigur Hakim in gewisser Form die Aufgabe des Katalysators. Es werden zwar auch in liebenswerter und etwas überzeichneter Form all die kleinen Macken und Besonderheiten dieser Sportart, von Belagpräparierung und Vorbereitungszeremonien über bestimmte Spielertypen bis zu den psychologischen Spielereien an der Platte dargestellt. Dies mach das buch für jeden Tischtennisspieler fast zur Pflichtlektüre und jeder wird garantiert eine seiner eigenen Macken wiederfinden :-)
Doch Tischtennis wird im Buch auch immer wieder dazu benutzt, gewisse allgemeine Lebenssituationen, Probleme oder Entscheidungen Hakims zu verdeutlichen. Die Figur benutzt Tischtennis-Beispiele um sein Beziehungen zu charakterisieren oder seine nervosität vor seiner Radioshow zu schildern.. Tischtennis zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und es ist doch keinesfalls ein Roman über die Sportart und man muss sich nicht unbedingt mich Tischtennis auskennen, um den Roman mit Freude zu lesen.
Wahrscheinlich kann ich als langjähriger Tischtennisspieler so etwas nicht ganz neutral beurteilen, aber mir persönlich haben gerade diese Einbindung der Bilder aus der Sportart in die alltägliche Lebenssituation sehr gut gefallen.
Erschienen ist das Buch als Taschenbuch in der Knaur Reihe Lemon; gekostet hat es 8,90 €.
Fazit.
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Ein gelungener Roman aus der Rubrik „Pop-Kultur“, der zwar das Genre nicht neu erfindet, aber flott und unterhaltsam zu lesen ist. Durch die Einbindung des Themas Tischtennis wird er natürlich für Leute aus diesem Umfeld noch viel interessanter und auch diese werden nicht enttäuscht. Eine 2 mit Tendenz zur 1.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-24 20:05:13 mit dem Titel Baldacci, David - Simple Truth: Spannung pur, doch Unlogik in der Handlung
Nach einem (überraschend guten) Ausflug in die literarische Welt des deutschsprachigen Krimis hat es mich bei meinem nächsten "Lesefutter" aber doch wieder in gewohnte Gefilde der amerikanischen Thriller-Spezialisten zurückgezogen. David Baldacci zählt neben Namen wie John Grisham, Jeffery Deaver oder Ken Follett zu den absoluten Top-Autoren im Bereich Thriller.
(Kleine Anekdote am Rande: Erstaunlich viele dieser Top-Autoren sind von Beruf eigentlich Rechtsanwalt. Werden da Berufserfahrungen verarbeitet oder ist dieser Berufsstand so wenig ausgelastet, dass er sich eine Nebenbeschäftigung suchen muß? :-)))))
Nachdem ich von den beiden Baldacci-Werken "Der Präsident" und "Das Labyrinth" sehr überzeugt wurde, hat es sich aufgrund von Auktionen und Schnäppchen in Antiquariaten ergeben, dass ich noch einige seiner Bücher "auf Vorrat" gekauft habe. Von den drei ungelesenen Baldacci-Romanen, die in meinem Regal noch warten, fiel meine Wahl auf: The Simple Truth (auf Deutsch als "Die Wahrheit" erschienen)
Inhalt:
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Rufus Harms, ein schwarzer Soldat, sitzt seit 25 Jahren wegen dem Mord an einem kleinen Mädchen im Militärgefängnis. Als er sich mit Hilfe seines ehemaligen Anwalts mit neuen Fakten an den Obersten Gerichtshof der USA in Washington wendet, fällt dieses Schreiben Michael Fiske, einem äußerst begabten jungen Juristen und persönlichen Assistenten eines Bundesrichters in die Hände. Als er feststellt, dass am ursprünglichen Verfahren gegen Harms Leute, beteiligt waren, die heute große Macht haben, sorgt er dafür, dass der Eingang des Briefes nirgendwo im Obersten Gerichtshof registriert wird, in dem er ihn unterschlägt, und macht sich sofort auf den Weg zu Harms. Am nächsten Tag wird er tot in einem verrufenen Viertel Washingtons aufgefunden. Alles sieht wie ein Raubüberfall aus.
John Fiske, sein älterer Bruder, ehemaliger Polizist und nun Pflichtverteidiger, kommt in die Hauptstadt, um die Leiche seines Bruders zu identifizieren. Doch als er dabei einige Ungereimtheiten entdeckt, versucht er auf eigene Faust, den Tod seines Bruders zu klären. Unterstützt wird er dabei von Sara Evans, die auch als Assistentin eines Bundesrichters am Gerichtshof arbeitet und seinem Bruder scheinbar sehr nah stand. Sehr bald müssen sie erkenne, dass jemand versucht, ihrer Suche zu verhindern und dabei auch vor Morden nicht zurückzuschrecken. Das FBI arbeitet scheinbar gegen sie und schließlich fällt sogar auf John Fiske der Verdacht, seinen eigenen Bruder getötet zu haben.
In einem zweiten Handlungsstrang gelingt Rufus Harms nach dem Zusammentreffen mit Michael Fiske die Flucht. Doch statt sich abzusetzen, versucht er auch in seiner wiedergewonnenen Freiheit weiterhin sein Recht zu bekommen.
Mehr als das es natürlich zu einem dramatischen Showdown kommt, sei an dieser Stelle nicht mehr verraten.....
Schließlich soll diese eine Meinung über das Buch, die eine Entscheidung, ob man es lesen will, beeinflusst, sein und keine vollständige Inhaltszusammenfassung.
Meinung:
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The Simple Truth enthält eigentlich alles, was ich an einem Thriller schätze. Der Stoff verpackt eine interessante Thematik, nämlich das Gebiet der obersten Rechtssprechung in den USA, in eine spannende Rahmenhandlung.
Baldacci, der ja wie weiter oben schon erwähnt von Hause aus Rechtsanwalt ist, zeigt deutlich auf, dass Recht haben und Recht bekommen nicht unbedingt das gleiche ist. Es wird geschildert, wie der Ablauf einer Anrufung des Obersten Gerichtshofes geschieht, wie viele Formalien dabei zu beachten sind und wie durch Mitarbeiter schon eine Auswahl getroffen, die dann den Bundesrichtern vorgelegt wird. Außerdem erfährt man, wie (wahrscheinlich, da natürlich auch Baldacci an den vertraulichen Beratungen dieses Gremium teilgenommen hat) eine Stimmmehrheit zustande kommt. Da wird geschachert und gehandelt nach dem Motto "stimmst du hier zu, stimme ich dann bei dir zu". Doch dies ist garantiert nicht nur in den USA so, sondern wird am deutschen Bundesverfassungsgericht genauso ablaufen.
Dadurch das die eigentlich Hauptperson Militärangehöriger und dazu noch schwarz und aus der Unterschicht ist, kann Baldacci gleich mehrere gesellschaftlich relevante Themen einbringen. Zum eine natürlich das momentan in den USA wieder heiß diskutierte Problem, das afroamerikanische Angeklagte im Vergleich immer härter bestraft werden, als vergleichbare weiße Straftäter. Ein Grossteil der Insassen der Todeszellen sind schwarz. Zum anderen wird auch ausführlich der besondere Status des Militärs in der amerikanischen Rechtsprechung im Rahmen der Handlung aufgezeigt und kritisch betrachtet.
Dies ist alles sehr interessant und gleichzeitig unterhaltsam zu lesen. Da diese Informationen auch in der Handlung gut verpackt sind und diese wirklich mit überraschenden Wendungen und der Ungewissheit über die wirklich Schuldigen ganz bis zu Schluss aufwartet, müsste das Buch eigentlich überzeugen. Es gibt Aktion, es entwickelt sich eine Liebesgeschichte und für Spannung ist reichlich gesorgt.
Doch beim Handlungsrahmen beginnt mein Problem: Denn in der Handlung gibt es meiner Ansicht nach einige Ungereimtheiten zuviel. Für mich ist immer wichtig, die Handlungen der Personen und ihre Beweggründe nachvollziehen kann. Und dabei hat Baldacci hier doch etwas zu viele Annahmen und Zufälle eingebaut, um die Handlung einigermaßen glaubwürdig zu machen:
Ohne zuviel von der Handlung zu verraten, will ich doch einige wenige Ansätze geben. Wie man schon vermutet, gibt es ein Geheimnis hinter dem Mord, den Rufus Harms vor 25 Jahren begangen hat. Doch erst nach dieser Zeit kann er sich selbst, ausgelöst durch einen Brief, daran erinnern. Schon sehr weit hergeholt. Das die Verantwortlich von damals u.a. zwei Männer abstellen, die ihn 25 Jahre als Gefängniswärter überwacht haben und auch bei der Verlegung in andere Militärgefängnisse bei ihm bleiben, ist dann noch utopischer. Warum wurde er, wenn die potentielle Gefahr bestand, das er sich an etwas Verfängliches erinnert, nicht beiseite geschafft? (Es wird im Buch angedeutet, dass dies nicht gelungen sein ??????) Kurze Zeit später sind die gleichen Personen nicht so zimperlich und morden skrupellos. Außerdem ist dieser Zufall, dass alle Beteiligten von damals gerade im Umfeld des Obersten Gerichtshofes gelandet sind, auch sehr unwahrscheinlich. Alles in allem habe ich doch an vielen Stellen nur mit dem Kopf geschüttelt. Auch fiktive Literatur braucht ein Mindestmaß an Realismus, um zu überzeugen. Daher war ich, gerade im Vergleich zu den Büchern, die ich vorher von Baldacci gelesen habe, doch etwas enttäuscht.
Zum Abschluss wieder mein üblicher Hinweis: Ich habe das englische Original gelesen und hat damit keinerlei Probleme. In Bereich der Unterhaltungsliteratur kann man mit normalem Schulenglisch und ein klein wenig Übung problemlos der Handlung folgen und hat dabei auch noch den positiven Nebeneffekt, dass man etwas für seine Bildung tut.
Fazit:
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Sowohl von der Spannung als auch vom Hauptthema, dem Rechtssprechungssystem der USA und seiner obersten Instanz, eigentlich ein absoluter Top-Roman. Doch der manchmal doch sehr konstruierte Handlungsverlauf, in dem meiner Ansicht nach ein wenig zuviel und nicht unbedingt glaubhafte und nachvollziehbare Gegebenheiten und Zufälle, gerade in der Personenkonstellation, eingebaut wurden, hat mir den Lesespaß etwas verdorben. Daher gibt es nur eine 3, obwohl das Buch unwahrscheinlich spannend war.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-06-26 12:44:35 mit dem Titel Bellingen, Barbara von: Der steinerne Gast / Mal wieder ein Krimi im Frankfurt des 19.Jh
Krimis, die in einem historischen Umfeld spielen, gehören ganz eindeutig zu meinem Lieblingslesestoff. Wenn dann ein Buch auch noch in meiner Heimatstadt Frankfurt am Main spielt, dann kann ich ihm definitiv nicht widerstehen.
Und so verwundert es auch nicht, daß ich das folgende Buch gekauft habe und jetzt bespreche:
Bellingen, Barbara von Der steinerne Gast
Inhalt:
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Felicitas Faber ist die Ehefrau eines angesehenen Arztes in Frankfurt am Main in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Als eine junge Frau eines Abends an ihrem Haus läutet und ihren Mann um Hilfe bittet, aber gleich darauf zusammenbricht und stirbt, wird ihre Neugier geweckt und sie beobachtet heimlich die Obduktion der Leiche, die ihr Mann mit einigen Kollegen vornimmt. Dabei stellt sich heraus, daß die Frau im dritten Monat schwanger war und an den Folgen einer mißglückten illegalen Abtreibung verblutet ist. Kurze Zeit später stirbt ein angesehener Kaufmann, der noch am Abend vorher eine Loge in der Oper mit dem Ehepaar Faber geteilt hat, angeblich durch Selbstmord. Doch der Arzt hat Zweifel am Selbstmord und seine Frau „stibitzt“ aus den Sachen des Toten eine geheimnisvolle Nachricht, die er am Vortag in der Oper bekommen hatte. Diese Notiz deutet auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen hin. Felicitas beginnt daher, auf ein eigene Faust den Spuren nachzugehen und begibt sich auch an Orte in Frankfurt, die eine „edle Dame“ der damaligen Zeit weder kennen noch besuchen sollte.
Die Autorin:
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Ich bin auf das Buch durch die Auslage einer Buchhandlung gestoßen. Von der Autorin habe ich vorher noch nie etwas gehört; daher kann ich auch nur die Infos, die über sie im Buch selbst stehen, wiedergeben:
Barbara von Bellingen stammt aus der Gegend von Köln, hat Malerei studiert, als Übersetzerin gearbeitet und schreibt seit 1982 vorwiegend historischen Kriminalromane, u.a. eine Reihe von Büchern, die in Hamburg spielt.
Meine Meinung:
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Fangen wir einmal ganz bewußt umgekehrt an und stellen das Fazit an den Anfang: Das Buch ist ein netter Krimi zum Zwischendurch-Lesen im Park oder während einer Bahnfahrt.
Wer hier zwischen den Zeilen ein „Aber“ gelesen hat, liegt damit schon ganz richtig. Doch da die nun folgenden Kritikpunkte zumindest teilweise ganz speziell mit meinen Vorlieben und Abneigungen im Zusammenhang mit diesem Genre zutun haben und das Buch an sich nicht wirklich schlecht ist, wollte ich den doch insgesamt noch positiven Eindruck voranstellen.
Aber kommen wir nun zu den Kritikpunkten:
Die Krimihandlung selbst, die bei allem historischen Beiwerk immer noch das Stützgerüst für diese Art von Büchern darstellt, weist zwar einige nicht vorhersehbare Wendungen auf und ist eigentlich in sich schlüssig. Aber ich hatte an manchen Stellen doch das Gefühl, das einiges zu sehr konstruiert war. Mit dazu beigetragen hat auch die Tatsache, das viele der dargestellten Figuren doch sehr stereotyp waren. Die Guten sind gut, die Bösen sind bis auf wenige Ausnahme sofort als Böse zu erkennen und bei vielen Figuren wird die Persönlichkeit zu wenig differenziert dargestellt. Dies gilbt leider teilweise auch für die Hauptfigur.
Ähnlich ging es mir mit den historischen Tatsachen, die im Buch vermittelt wurden. Eigentlich wird das Leben der damaligen Zeit häufig mit einbezogen und auch soziale Unterschiede und Problemeund das Klassendenken werden eingearbeitet. Die weibliche Hauptfigur, die sich entgegen der damaligen Konventionen verhält und selbständig denkt und handelt und an wissenschaftlichen Methoden interessiert ist, ist eigentlich ideal um all dies aufzuzeigen. Aber auch hier wirkt vieles seltsam leblos und wird hauptsächlich benutzt, um die Handlung voranzutreiben. Man mag hier zurecht einwerfen, daß dies doch der Zweck aller verwendeten Elemente in einem Unterhaltungsroman sein sollte. Dem stimme ich zu, doch ich persönlich mag es wenn auch noch eine kleine Prise an Sozialkritk und Moral in diesen Romanen vermittelt wird. Gar nicht mal den großen Anspruch, aber doch den kleinen „erhobenen Zeigefinger“. Dies hat mir in diesem Buch etwas gefehlt; obwohl eigentlich die Elemente verwendet wurden.
Kommen wir auch noch zur lokalen Komponente. Da ich nun schon weit mehr als ein Jahrzehnt in Frankfurt am Main lebe und mich auch für die Geschichte meiner Heimatstadt interessiere, bin ich gerade in diesem Zusammenhang sehr kritisch. (Bei anderen Städten (bis auf London :-), ist meine Kritikfähigkeit mangels intensiver Kenntnisse einfach geringer; siehe z.B. die Hamburg-Romane von Petra Oelker).
In diesem Buch werden zwar sehr viele Details aus Frankfurt verwendet, es tauchen ständig Straßennamen auf, der Dialekt wird verwendet und auch so Dinge wie der damals noch selbständige und verrufene Stadtteil Bornheim, der sich noch heute als das „lustige Dorf“ bezeichnet, werden verwendet. Aber wer sich etwas besser auskennt, merkt schon, daß die Autorin nicht aus der Gegend stammt und die lokalen Infos „angelesen“ sind.
Mein Urteil wird garantiert auch dadurch getrübt, daß es seit einigen Jahren mit dem Roman „Die Detektivin“ von Nikola Hahn ein erfolgreiches Werk gibt, das mit fast der gleichen Grundkonstellation (Frankfurt Mitte des 19.Jh, Frau als Ermittlerin etc.) aufwartet und das mich begeistert hat. Und all die Punkte, die ich oben kritisiere sind in diesem Buch (zumindest nach meiner Ansicht) ideal verbunden. Daher habe ich natürlich beim Lesen unbewußt immer verglichen und daher kommt das hier besprochenen Buch vielleicht etwas schlechter weg, als es eigentlich ist.
Das Buch ist noch im Handel erhältlich; im Heyne-Verlag erschienen (ISBN 3-453-21149-9) und kostet 8,95 €
Fazit:
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Für alle, die erst das Ende eines Berichtes lesen und daher mein vorgezogenes Fazit nicht gelesen haben, hier noch einmal die Wiederholung:
Ein netter Krimi zum Zwischendurch-Lesen im Park oder während einer Bahnfahrt. Typische Unterhaltungsliteratur; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Da viele der aufgeführten Kritikpunkt doch sehr durch mein besonderes Verhältnis zu dieser Art des Genres und dem Handlungsortes geprägt sind, gibt es insgesamt dann doch noch knapp mittelmäßig (3) weiterlesen schließen -
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packender Verschwörungstriller - Illuminati von Brown, Dan
13.05.2003, 16:36 Uhr von
leser@tte
Interessen sind vielfältig und sollen es auch bleiben! Mehr von mir auch bei ciao und ecomments. ...Pro:
packende Story mit unvorhergesehenen Wendungen
Kontra:
teilweise etwas viel >Blödsinn<
Empfehlung:
Ja
Illuminati von Dan Brown ist eines der fesselnsten Bücher, die mir in letzter Zeit unter die Finger gekommen sind. Die 137 Kapitel hatte ich dann auch nach vier Nächten ausgelesen, obgleich mein Plan war das Buch in kleineren Portionen zu verschlingen. Ob der Autor 137 Kapitel gewählt hat um dem Kehrwert der Sommerfeldschen Feinstrukturkonstante seinen Tribut zu zollen und sich somit für die Verleumdungen an den Illuminaten zu entschuldigen wage ich zwar zu bezweifeln, muß aber einräumen, daß es durchaus in das Konzept des Romans passen würde.
Auch wenn der Wälzer, welcher in deutscher Übersetzung als Paperback bei Bastei-Lübbe erschien, unter der Rubrik Triller läuft, hat er doch deutliche Science Fiction Einschläge und erinnert mich stilistisch stark an die Romane von Philip Kerr. Wenn ich auch zugeben muß, daß für Science Fiction die Science teilweise merkwürdig verzerrt wird. So habe ich mich doch an einigen Stellen arg gestoßen, wenn z.B. erklärt wird, daß ein Vorteil bei der Antimaterie-Materie-Anhilation darin besteht, daß keine Strahlung entsteht. (Was bitte dann???) Ich denke hier sind entweder Grundlagen falsch verstanden (oder übersetzt??) worden. Auch daß die (zugegebenermaßen hübschen) Ambigramme im Buch nicht einmal mit moderner Technik herzustellen waren...
Aber sieht man mal drüber hinweg kann die Story durchaus begeistern und durch zum Teil unvorhergesehene Wendungen überraschen. Ich will garnicht groß verraten, worum es geht, um keinem den Spaß zu nehmen. Vielleicht zitiere ich einfach den Klappentext zum Inhalt:
Ein Kernforscher wird in seinem Schweizer Labor ermordet aufgefunden. Auf seiner Brust finden sich merkwürdige Symbole eingraviert, Symbole, die nur der Harvardprofessor Robert Langdon zu entziffern vermag. Was er dabei entdeckt, erschreckt ihn zutiefst: Die Symbole gehören zu der legendären Geheimgesellschaft >>Illuminati<<. Diese Gemeinschaft scheint wieder zum Leben erweckt zu sein, und sie verfolgt einen finsternen Plan, denn aus dem Labor des ermordeten Kernforschers wurde Antimaterie entwendet.
Nun, zwar könnte ich auch hier schon einwenden, daß Robert Langdon überhaupt nicht in die Handlung mit einbezogen worden wäre, wenn er tatsächlich der einzige wäre, der die Symbole entziffern könnte...
Aber ich wollte ja über die Unschlüssigkeiten hinwegsehen.
Wer mit dem Illuminatus Zyklus von Wilson und Shea vertraut ist wird hier zwar wenig neues zu dem Bund finden, dennoch hat auch Brown seine lustigen Lichtblicke. So wird nach ihm die Unterwanderung des CERN bereits an dem Logo des Kernforschungszentrums deutlich. Sowohl die 23 wie auch die 666 laßen sich dort finden – wenn das nichts zu bedeuten hat!? ;)
Soweit meine Recherchen ergaben ist Illuminati das erste Buch von Dan Brown, welches in deutsch erschien. Nach dem Erfolg rechne ich aber damit, daß sich dies in naher Zukunft ändern wird. Wer Informationen zu Brown und seinen werken sucht wird auf seiner homepage sicher fündig.
www.danbrowne.com
Auch zu dem Illuminati-Roman (Im Original Angels & Demons) gibt es nette Hintergrundinformationen und weiterführende links.
So, mehr will ich nun aber wirklich nicht verraten.
DATEN
Illuminati von Dan Brown
Übersetzung von Axel Merz
Bastei Lübbe Band 14866
1.-3. AuflageMärz 2003
Originaltitel: Angels & Demons
701 Seiten Paperback
Preis 8,90 €
FAZIT
Auf alle Fälle ein heißer Tip für alle die sich gerne mit Verschwörungstheorien auseinandersetzen. Trotz einiger Unschlüssigkeiten ein Roman der fesselt. Die 137 Kapitel waren äußerst kurzweilig und fesselnd. Auch wenn ich auf Grund inhaltlicher Schwächen einen Punkt in der Wertung abziehe möchte ich das Buch doch jedem wärmstens ans Herz legen. weiterlesen schließen -
Birnstein, Uwe - Göttliches Gift
16.04.2003, 22:26 Uhr von
der_Baer
Besucht mich in der Bärenhöhle auf www.baerenhoehle.tv, wo man Altes, Neues, Interessantes und Un...Pro:
amüsante Phrasierungen in den Dialogen
Kontra:
aber so spricht kein Mensch
Empfehlung:
Ja
Als mir das erste Mal das Wort Kirchenkrimi unterkam, dachte ich zu allererst an die grausigen Mönchsgestalten eines Edgar Wallace oder die geschichtlichen Vergehen, die uns Umberto Eco in „Der Name der Rose“ schilderte. Mit Spannung erwartete ich also das Buch „Göttliches Gift“ von Uwe Birnstein, dass im Gütersloher Verlagshaus in der Reihe GTB Krimi demnächst erscheinen wird. (ISBN 3-579-01279-7, € 8,50, Taschenbuch, 142 Seiten)
Zum Inhalt:
Tatort Hamburg. Bei Teufelsbrück wird die Leiche einer jungen Frau angeschwemmt. Blessuren durch die mehrtägiges Treiben im Wasser und leere Augenhöhlen (angeblich lieben Fische die eiweißhältigen Substanzen der Sehorgane), aber ansonsten keinerlei Anzeichen für Fremdeinwirkung mit Todesfolge oder gar Mord. Auch die Obduktion bescheinigt ein Ableben infolge Suizid.
Aber die Mutter der jungen Frau glaubt nicht daran. Angela von Reelen war zu lebenslustig und ihrem (protestantischem) Glauben verwurzelt, als dass sie diesen Notausgang aus dem Leben gesucht hätte. Ein Zeitungsinserat führt Frau von Reelen zu einer Privatdetektivin, namens Maren Meister, die den Fall untersuchen soll.
Maren Meister, die nach einem Theologiestudium die Laufbahn als private Ermittlerin eingeschlagen hat, ist mit dem Pastor Stefan ein Liebesverhältnis hat, obwohl dieser verheiratet ist und auch nicht kinderlos, erkennt, dass hier offensichtlich von der Polizei, respektive dem Herrn Hauptkommissar Sörensen, nicht so ganz wahrheitsgetreu ermittelt wurde. Der Körper der Toten weist Spuren eines Schlangenbisses auf.
Und bald findet Maren Meister einen Hinweis auf eine kirchliche Sekte, der „Kirche Jesu Christi der nachfolgenden Zeichen.“ Ihr Oberhaupt Pastor Friedemann Lucht legt einen Psalm des Markusevangeliums auf seine Weise aus und betreibt in seinem Umkreis Schlangenverehrung. Ist Angela von Reelen zu nahe in seinem Dunstkreis gewesen und kann Frau Meister im Umgang mit der Diamantklapperschlange ihren Meister stehen und dem Sektenführer das Handwerk legen?
Zum Autor:
Uwe Birnstein weiß, wovon er schreibt. Er ist Diplom-Theologe und Journalist und hat bereits mehrfach Veröffentlichungen mit religiösem Background unter die Leserschaft gebracht. (Tödliches Abendmahl; Wenn Gottes Wort zur Waffe wird; Sagen Sie mal, Herr Jesus ...) Der 1962 in Bremen geborene und jetzt in Oberbayern lebende Publizist ist an einigen Hörfunk- und Fernsehproduktionen beteiligt. Genaueres findet sich auf seiner Homepage www.birnstein.de
Lesegefühl:
Unabhängig von der persönlichen Glaubenshaltung verwundert zu Beginn die Beschreibung körperlicher Liebesakte. Wenn man jedoch bedenkt, dass das Leben nicht nur aus Beten und Arbeiten besteht, wird deutlich, dass auch Menschen, die in ihrer Religion verwurzelt sind, in erster Linie eben Menschen sind, mit den selben Bedürfnissen und Trieben, wie jeder andere auch. Schon aus dieser Sichtweise darf es nicht verwundern, dass auch Verbrechen und Tod genau dort präsent werden, wo man eigentlich Liebe und Frieden erwarten sollte. Besonders am Anfang wirken die religiösen Elemente eher aufgesetzt. Es ist kein Zufall, dass praktisch jeder Beteiligte in irgendeiner Form der (protestantischen) Kirche zugehörig ist, und das wirkt störend, wie wohl es sich im Laufe der Handlung als dramaturgisches Muss ergibt.
Schon nach den ersten Seiten werden die Fronten bezogen. Hier herrscht das Gute und hier das Böse. Dass dem nicht unbedingt so ist, merkt der Leser früher oder später. Mit ständig wiederkehrenden Effekten, etwa dem Zischen einer Süßstofftablette, treibt Herr Birnstein seinen Leser in Richtung der Schlange, die auch im sehr spannenden und überraschenden Showdown ein wichtiges Mittel im Handlungsablauf ist.
Sprachlich zeigt das Buch keinerlei Längen und ist zügig geschrieben. Gelegentlich wäre eine etwas sparsamere Anwendung theologischer Floskeln wünschenswert gewesen, doch hindern diese keineswegs daran, Gefallen an dieser Art Lektüre zu finden.
Herr Birnstein kann mit diesem Buch sicherlich nicht in die Rubrik „Hohe Literatur“ eingeordnet werden. In der Sparte „Unterhaltungsroman“ kann er jedoch mit vielen gängigen Krimiautoren mithalten. Viel wichtiger erscheint mir der Versuch, über religiöse Themen zu sprechen und zu zeigen, wie sehr sie in unser Leben involviert sind, auch wenn man nicht als Kirchgänger gilt. Die Momente, an denen man im Lesen inne hält und ins Grübeln kommt, sind selten, aber vorhanden. Die Figuren, die dieses Buch bevölkern, haben nichts von der depressiven Gehirnakrobatik der modernen Nordlandkrimis mit ihrer psychologischen Selbstzerfleischung.
Vom Ansatz her darf man gespannt sein, wie Uwe Birnstein die Gestalt der Maren Meister weiter entwickelt. In diesem Krimi ist sie noch zu sehr Anfängerin, aber sie hätte das Zeug zu einer Kultdetektivin, wenn es gelingt, sich mehr mit der Hauptperson zu identifizieren. Ein paar Brocken mehr Humor, anstatt Theologie, und ein wenig mehr Persönlichkeit und Lokalkolorit könnten dem Nachfolger nicht schaden.
© W. Weninger
www.baerenhoehle.tv
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-16 20:26:30 mit dem Titel Bellini, Umberto - Arriverderci Venezia
Nirgendwo anders hätte diese Geschichte so ihren Lauf nehmen können als in Griechenland. In einer schaurigen Novembernacht 1949 wird auf der sagenumwobenen Insel Lesbos unter widrigsten Umständen ein Kind geboren. Hässlich wie die Nacht ist das Bündel Mensch, gebrandmarkt durch seine Echsenhaut und es wächst heran, beseelt von schwarzen, mörderischen Gedanken. Dimitros Kasasis tötet seinen Bruder, schwängert ein junges Mädchen und verschwindet für immer.
Jahrzehnte später. Wonnemonat Mai. Aber Commissario Benedetti ist nicht in Frühlingsstimmung. Weil sein Vorgesetzter Manzoni in den Ruhestand geht, hat er ihm ein letztes Kuckucksei ins Nest gelegt und die Versetzung von Herrn Benedetti von Venedig nach Rom arrangiert. Was diesem überhaupt nicht schmeckt. Immerhin teilt der bekennende Single sein Leben nicht nur mit der luxuriösen Lebensart seiner Mutter, einer gefeierten Ex-Operndiva, sondern auch noch mit seiner Leidenschaft zu Venedig, Lebenslust und gutem Essen. Na ja, eben typischer Venezianer. Und ein solches Vorgehen des schleimigen Manzoni muss man sich ja auch nicht gefallen lassen. Gottlob hält wenigstens seine Sekretärin Margherita zu ihm, die allerdings auch sehr geknickt ist, wenn sie an den bevorstehenden Fortgang ihres innig verehrten Chefs denkt.
Während des Studiums der Tageszeitungen fällt dem Commissario eine kleine Notiz auf, die besagt, dass aus dem berüchtigtsten Gefängnis von Santa Cruz (Bolivien) drei Gewaltverbrecher entflohen sind. Wo werden diese wohl untertauchen? Italien wäre ein optimales Pflaster und so beschließt unsere Hauptfigur, den wohlverdienten Urlaub zu nehmen und sich ein wenig in Bolivien umzusehen. Und natürlich auch dort das ein oder andere Auge auf die holde Weiblichkeit zu werfen. Als hätte alles auf die Ankunft unseres Italopolizisten gewartet, wird Benedetti eine heiße Spur serviert.
In der Zwischenzeit ist in Venedig der Teufel los. Schamloses Erpresserpack will die Stadt um 150 Millionen Euro erleichtern, ansonsten soll die Lagunensiedlung mit einem Ölteppich verseucht werden. Benedetti ist natürlich noch immer beleidigt ob der Intrigen der Obrigkeit und beginnt im Urlaub alleine zu ermitteln. Wichtigstes Bindeglied ins Büro ist natürlich seine Sekretärin, die er nach einem fulminanten Dinner mit anschließendem Betthupferl entgültig auf seine Seite ziehen kann.
Und Commissario Zufall hilft seinem Ermittlerkollegen kräftig auf die Sprünge. Niemand anderer als die Tochter des zu Beginn genannten Dimitros Kasasis läuft ihm über den Weg und somit ist sicher gestellt, dass auch kein anderer Übeltäter für diese Schandtat verantwortlich sein kann. Und Benedetti hat alle Hände voll zu tun, um dem Verbrecher samt Compagnons nach Möglichkeit das Handwerk zu legen, bevor Schlimmes passiert.
Der in Deutschland geborene Umberto Bellini, hat den vierten Band seiner Reihe um Commissario Benedetti vorgelegt. Man merkt, dass der Autor Psychologie, Germanistik und Philosophie studiert hat. Die Sprache dieses Kriminalromans wirkt künstlerisch bis künstlich, die Dialoge laufen in geschnörkeltem Singsang ab, wie in kein Mensch normalerweise sprechen würde (höchstens vielleicht Reich-Ranitzki) und die gesamte Story ist unterlegt mit Abhandlungen und Bonmots über Gott und die Welt. Dabei erlaubt sich der Autor in manchen Sequenzen genauso zynisch mit seiner Betrachtungsweise umzugehen, wie dies auch sein Commissario tut. Gelegentlich hat man das Gefühl, dieser sei zwar nicht ganz mit der (Um)Welt in Einklang, lächelt aber sehr von oben herab auf die Menschen rundum. Würde mir dieser gebildete Zeitgenosse über den Weg laufen, ich wüsste nicht, ob er mir besonders sympathisch wäre.
Die Geschichte kann genügend Spannung aufbauen, um den Leser bei der Stange zu halten. Allerdings scheint der Fall mehr von Zufällen und Intuition zu leben, als von konstruktiver Ermittlungsarbeit. Ähnlich wie der Romankollege bei Camilleri läuft die Ermittlungsgeschichte ziemlich nebenher, während das Hauptlesevergnügen eher in den mit ironischem Augenzwinkern vermittelten Ansichten und Einsichten des Autors liegt. Das bei Bastei-Lübbe erschienene Buch „Arrivederci Venezia“ ISBN 3-404-14688-3, Preis € 7,90 bringt auf seinen 270 Seiten ein angenehm entspanntes Lesevergnügen ohne allzu großen Krimianspruch. Über weite Passagen ist der Inhalt vorhersehbar und das Ende ist keineswegs überraschend. Resüme: Nette Durchschnittskrimikost für jedermann.
(c) W.Weninger
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Sattelclub - leichte Literatur für pferdebegeisterte Mädchen ab 10 Jahren
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich Euch mal ein Buch aus der Reihe "Sattelclub" vorstellen.
Der Titel dieses Buches lautet: "Drei Mädchen gründen einen Club" von Bonnie Byrant.
kurze Inhaltsangabe:
Laura und Jenny, zwei Freundinnen, verbringen jede freie Minute im Reitstall "Pine Hollow". Eines Tages taucht dort eine neue Reitschülerin auf: Julia Atwood. Laura und Jenny meinen, daß die "Neue", so herausgeputzt wie sie ist, unmöglich zum Reitstall passt. Aber dann entpuppt sich Julia doch als ein prima Kumpel und die drei gründen einen Club: den Sattelclub. Mitglied darf nur werden, wer völlig pferdebegeistert ist und anderen bei Schwierigkeiten helfen möchte.
Der Club hat gleich eine schwere Aufgabe zu bewältigen: Die drei Freundinnen wollen an einem mehrtägigen Reitausflug in die Berge teilnehmen, trotz Jennys miserabler Mathenote und Julias geringer Reiterfahrung.
Werden sie es schaffen?
Dieses Buch ist als Taschenbuch im Ravensburger Buchverlag erschienen.
ISBN Nr.: 3 - 473 - 54901 - 0 und für 4.95 Euro erhältlich.
Die Autorin vermittelt den Leserinnen einen Eindruck davon, wie es auf einem Reiterhof zugeht. Wichtig dabei ist, daß die Reiter alle mit anpacken müssen, d.h. Pferdepflege und Stall ausmisten ist genauso ein wichtiger Bestandteil wie das Reiten selbst.
In der Hauptsache geht es in den Büchern darum, daß man viele schöne Dinge auf einem Reiterhof gemeinsam erleben kann, daß aber ohne gemeinsames Miteinander gar nichts so richtig läuft.
Meine Tochter hat mittlerweile 5 Bände aus der Reihe Sattelclub (es gibt mindestens 17 Bände)und verschlingt die Bücher geradezu.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-23 12:48:14 mit dem Titel "Nee!", sagte die Fee
"Nee!", sagte die Fee
ein Kinderbuch von Kirsten Boie und Jutta Timm
Verlag Oetinger, ISBN 3-7891-6319-8
Gebundene Ausgabe, für 12,00 € erhältlich
Kurze Inhaltsangabe:
Vor langer, langer Zeit lebte in einem großen Wald eine Fee, die schon viele kleine Feenkinder großgezogen hatte. Allerdings ist ihr dabei noch nie eine so halsstarrige und sture Fee untergekommen, wie die kleine Fee. Sie wollte nur das tun, was sie wollte und dazu gehörten auf gar keinen Fall all die lästigen Dinge wie Zähne putzen, Hände waschen, Haare kämmen oder vielleicht sogar Füße waschen. Nicht einmal ihren Zauberstab und ihre Flügel wollte sie putzen.
Jedesmal, wenn die Fee etwas derartiges von ihr forderte, wurde die kleine Fee bockig und schrie: "Nee!"
Eines Tages hatte die kleine Fee genug und beschloß eine böse Fee zu werden, denn die brauchte all die unmöglichen Dinge nicht zu tun. Gesagt, getan. Sie flog in den Wald und bewies sogleich ihren Freunden, daß sie nun keine kleine Fee mehr war. Sie zauberte die Rehe auf den Baum, verwandelte Hasen in Frösche und stellte noch so manchen Unsinn an ...
Wieder einmal ist es Kirsten Boie gelungen sich in die Situation vieler kleiner "Feen" (unserer Kinder) hineinzuversetzen.
Wer kennt ihn nicht, den täglichen Kampf ums lästige Waschen und Putzen? Amüsant und mit witzigen Bildern schildert die Autorin, wie langweilig es doch werden kann, wenn man unbedingt seinen Kopf durchsetzen will und dabei merkt, daß die "Wegweiser" der Erwachsenen vielleicht doch nicht so schlecht sind.
Nicht nur für Kinder ein unterhaltsames Lesebuch (empfohlenes Alter: Vorschule, ich denke man kann es auch mit jüngeren Kindern anschauen) weiterlesen schließen -
David Baldacci: "The Simple Truth" oder "Die Wahrheit"
29.12.2002, 15:08 Uhr von
halcion
Ich bin unter dem selbigen Namen auch schon bei ciao tätig, von daher sollte sich niemand wundern...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Geschichte beginnt in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA. Rufus Harms sitzt seit 25 darin seine lebenslängliche Haft ab. Warum? Als Harms noch bei der Army war, brachte er, ein Dunkelhäutiger ein weißes Mädchen um. Zumindest glaubten das alle, auch Harms selbst. Kniend wurde er neben der Leiche gefunden, weinend und am Boden zerstört. Alles eindeutige Beweise dafür, dass er das Mädchen umgebracht hat, oder?
Er ist sehr stark, kann sich im Gefängnis, wo Prügeleinheiten und Quälerei an der Tagesordnung sind, gut behaupten. Doch in ihm entsteht ein Konflikt. Warum sollte er, der gläubige und zufriedene junge Mann ein Mädchen grundlos umbringen. Aber dann erreicht ihn ein folgenschwerer Brief...
[Hier wird mit der Erzählung gestoppt und das tägliche Geschehen am obersten Gerichtshof wird beschrieben. Allerdings ist das nicht besonders prickelnd zu lesen, von daher erspare ich euch das.]
Eines Tages bittet Harms seinen einstigen Anwalt namens Rider, der damals auf leichte geistige Unzurechnungsfähigkeit plädiert hatte und ihm so die Todesstrafe ersparte, zu sich ins Gefängnis. Der Grund: Er hatte erfahren, dass er 25 Jahre lang zu unrecht im Gefängnis gesessen hatte und wollte daher eine Wiederaufnahme des Falles erreichen. Rider, völlig verblüfft von den eindeutigen Beweisen, fühlte sich verpflichtet ihm zu helfen. Immerhin hatte er Harms damals sozusagen im Stich gelassen, war er doch auf ein höchstwahrscheinlich illegales Angebot der Staatsanwaltschaft eingegangen. Er fährt ins Hochsicherheitsgefängnis und erhält dort von Harms den Brief. Den sendet er dann auch sofort zum obersten Gerichtshof.
Michael Fiske, Staatsanwalt am obersten Gericht überprüft ihn, als er jedoch die Sachlage erkennt, unterschlägt er den Brief und beschließt zu Hatms in das Gefängnis zu fahren. Dort angekommen unterhält er sich mit Harms. Allerdings hat er das Original des Briefes dabei, ein folgenschwerer Fehler. Vor allen Dingen, weil auch noch z
wei Männer, die im Brief von Harms erwähnt werden, im Gefängnis arbeiten! Leider erkennt Fiske das zu spät und so wird sein Leben auf unangenehme Weise beendet. Auch Harms soll auf der Stelle umgebracht werden, er erleidet jedoch einem Herzinfakt und muss sofort ins Krankenhaus. Dort gelingt es ihm mit seinem Bruder Josh zu fliehen. Die beiden setzen sich ab und die Erzählung schwenkt um auf den Bruder des Verstorbenen, der mit einer Kollegin seines Bruders versucht, den Mörder zu schnappen.
Bis hier hin, habe ich alles so detailgetreu, wie möglich berichtet, das Ende müsst Ihr allerdings schon selbst herausfinden!
Leseprobe:
[...] Gut drei Stunden, nachdem Billy Hawkins ihn vom Tod seines Bruders unterrichtet hatte, schritt John Fiske die Gänge des Leichenschauhauses von Washington. Er folgte einem mit weißen Kittel bekleideten Mann, der sich um die Neuzugänge kümmerte. Fiske hatte dem Mann Papiere zeigen müssen und ihm beweisen, dass er tatsächlich Michael Fiskes Bruder war. Er war darauf vorbereitet gewesen und hatte Fotos mitgebracht, auf denen die Fiske-Brüder gemeinsam zu sehen waren. Er hatte versucht, seinen Vater zu erreichen, doch es war niemand ans Telefon gegangen. Fiske war bei ihm vorbeigefahren, aber der alte Herr war nicht zu Hause gewesen. Schließlich hatte John seinem Dad eine Nachricht dagelassen, ohne Einzelheiten zu nennen. Er musste sich vergewissern, dass es wirklich sein Bruder war, und das konnte er nur an dem Ort, zu dem er nun unterwegs war.
Fiske war überrascht, als sie sein Büro betraten, und noch verdutzter, als der Angestellte ein Polaroid-Foto aus seiner Akte zog und es ihm hinhielt.
„Ich identifiziere kein Foto. Ich will die Leiche sehen.“
„Hier gehen wir anders vor, Sir. Wir sind gerade dabei, ein Videosystem zu installieren, sodass wir die Identifizierungen über Bildschirm vornehmen können, aber es ist noch nicht einsatzfähig. Bis dahin benutzen wir Polaroid-Aufnahmen.&
#8220;
;
„Diesmal nicht.“
Der Mann schlug mit dem Foto auf seine Handfläche, als wollte er damit Fiskes Neugier erregen. „Die meisten Hinterbliebenen würden es vorziehen, ein Foto ztu benutzen. Das ist sehr ungewöhnlich.“
„Ich bin nicht >die meisten
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-23 23:02:40 mit dem Titel Widerstehst du der "Versuchung" (Die Versuchung von D. Baldacci)
Vorgeschichte:
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Ich war vor kurzem im Urlaub, auf Rhodos. Leider hatte ich mir zu wenig Lesestoff mitgenommen und so musste ich hinterher mit den Büchern meiner Mum Vorlieb nehmen: David Baldacci, Die Versuchung. Schon nach den ersten paar Seiten war ich begeistert...
Der Autor:
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David Baldacci wurde 1960 in Virginia geboren. Dort lebte er mit seinen Eltern bis zum Ende seines Studiums; er studierte Politik und Jura.
Danach arbeitete er 9 Jahre als Anwalt in Washington D.C.
Dann fing er an Romane zu schreiben. Seine Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, man kann sie in über 70 Ländern erwerben. Baldacci schrieb auch Drehbücher für etliche Filme.
Im Moment lebt er mit seiner Frau und seinen 2 Kindern in Alexandria, Virginia.
Die Bücher: 1999 Der Präsident
Das Labyrinth
Die Wahrheit
2000 Die Versuchung
Die Verschwörung (Meinung folgt bald...)
2002 Das Versprechen
Das Buch:
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erschien, wie schon gesagt in 2000. Der Originaltitel lautet „The Winner“. Übersetzt wurde von Edda Petri, das Buch wurde von Bastei Lübbe herausgegeben. In Amerika erschien es schon 1997.
Der Roman hat 637 Seiten und kostet 9,45 €uro.
Die ISBN-NR. ist 3404143485
Die Story:
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Luann lebt mit ihrem faulen Freund und ihrer kleinen Tochter Lisa im Elend. Der Wohnwagen, der ihnen als Behausung dient zerfällt langsam und natürlich fehlt es ihnen an Geld. Doch dann erhält Luann einen Anruf von einem Mr. Jackson (Nein nein, nicht Michael...). Er bietet ihr an, sie zur Gewinnerin der Lotterie zu machen. Anfangs ist Luann noch mistrauisch, aber dann denkt sie an ihre Tochter, und die Entscheidung fällt ihr immer schwerer. Was sie nicht weiß: ihr Freund hat mit Drogen gehandelt und liegt tot im Wohnwagen, außerdem würde Jackson sie bei einem „Nein“ umbringen. Als sie dann zu ihrer Behausung zurückkehrt und dem Kerl, der ihren Freund getötet hat direkt in die Arme läuft und ihn mit einem Telefon erschlägt, seinen Wagen klaut und auf Jacksons Angebot eingeht kann sie nichts mehr stoppen. Doch natürlich gibt es auch bei diesem Angebot einen Haken: Wenn Luann gewonnen hat, muss sie das Land verlassen und darf nie wieder zurückkehren. Außerdem darf Jackson mit dem Geld machen, was er will, ihr fallen nur die sehr beachtlichen Zinsen zu. Erst nach 10 Jahren, kann sie über das Geld verfügen. Doch nach den 10 Jahren hat Luann keine Lust mehr herumzureisen und kommt zurück nach Amerika. Damit bringt sie sich selbst und ihre Tochter Lisa in eine schreckliche Gefahr....
Die Personen:
°°°°°°°°°°°°°°
Luann Tyler:
hat den schlechtesten Freund, den man sich vorstellen kann. Sie will nicht mehr in Armut leben, und geht auf das Angebot ein. Sie ist nicht unbedingt die Vernünftigste, aber ihre Tochter liebt sie heiß und innig.
Jackson:
ist kaltblütig und herzlos. Für ihn zählen Menschenleben nichts! Er ist auf seine Art genial und, wie ich schätze, verrückt.
Charlie:
arbeitete eigentlich für Jackson: er betreute die zukünftigen Lotteriegewinner. Doch Luann freundet sich mit ihm an und so begleitet er sie und ihre Tochter auch weiterhin.
uvm.
Fazit:
^^^^^^
Ein durchgehend spannendes und genial ausgedachtes Buch. Ich hoffe, dass auch seine anderen Romane an diesen Erfolg anschließen können!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-29 14:08:51 mit dem Titel Too much murderes oder Zu viele Köche verderben den Mord
K. Bengelsdorf
Too much murderes oder Zu viele Köche verderben den Mord
Inhalt: 1. Traditional teatime
2. A long night
3. One day before the lawyer came
….
Traditional teatime
Sir Archibald war ein älterer Herr und legte großen Wert auf die Traditionen. Gleich morgens wurde er von seiner Haushälterin Agnes mit einem typisch-englischen Frühstück begrüßt: Beans, toast und natürlich durfte auch das Kännchen Darjeeling nicht fehlen. Dann zog er sich an und ging um seine Mitbewohner zu begrüßen. Seine Schwester Elisabeth, seinen Sohn Henry, seine Enkelin Beth und seinen Neffen Charles. Sie alle wohnten schon seid Jahren bei ihm im Haus, einerseits um ihm auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin, Gesellschaft zu leisten, andererseits wegen dem fantastischen Ausblick auf das Vermögen des Mannes. Doch auch ein Gast war noch anwesend, nämlich sein ältester Freund, Colonel James Cromway.
Anschließend ging Archibald in sein Büro, um mit seinem Privatsekretär, der erst seit kurzem angestellt war, einige wichtige Dinge zu besprechen. Nachmittags nahm er dann seinen Tee ein. Es war ihm sehr wichtig, dass diesem altenglischen Zeremoniell jeden Tag von allen Hausbewohnern gefrönt wurde. Dabei konnte man die Neuigkeiten des Tages austauschen und darüber diskutieren. Doch an diesem Tag ging es ihm nicht darum. Er wollte nur etwas ankündigen, etwas dass schwere Folgen tragen würde.
„Ich bin sehr froh, dass Ihr Euch heute in meiner Bibliothek versammelt habt, denn ich habe Euch etwas sehr wichtiges mitzuteilen. Ich weiß, dass ich bald sterben werde und Ihr wisst es auch...“
Tatsächlich blickte keiner der Versammelten erstaunt. „Woran Ihr jetzt natürlich denkt, ist das Testament, bitte leugnet dies nicht. Und ganz genau darum geht es mir. Bisher wart Ihr die Begünstigten, Elisabeth und Henry die Haupterben, auch dir, Beth wird eine bestimmte Summe gutgeschrieben. Daher dürftest du keine Probleme haben, dein Studium zuende zu finanzieren. Auch dir, James, wird etwas hinterlassen. Du wirst mein gesamtes Mobiliar erben einschließlich meiner Antiquitäten. Auch du, Charles, hättest etwas erben sollen...“
„Moment mal, Vater was heißt hier ‚hättest sollen’?“
„Das werdet Ihr Euch sicher alle fragen, die Frage ist leicht zu beantworten. Ich werde mein gesamtes Vermögen dem Kinderhilfswerk in Afrika vermachen. Morgen werde ich meinen Anwalt herbestellen und keiner von Euch bekommt auch nur einen Teil. Ich bitte Euch, bevor Ihr mich jetzt mit Fragen bestürmt, mich in Ruhe zu lassen.“
Bestürzt und verärgert verließ die Familie den Raum, nur Colonel James blieb sitzen und starrte seinen alten Freund mit vorwurfsvollem Blick an. „Und deshalb hast du mich jetzt eingeladen, ich denke, du solltest keine Spielchen mit deinen Angehörigen treiben. Schon manch einer hat aus Gier dumme Dinge getan.“ Dann stand auch er auf und schritt mit ärgerlichem Blick aus der Tür, nicht wegen der verlorenen Erbschaft, sondern wegen dem kindischen Verhalten seines Freundes.
Kaum hörte er keine Schritte mehr lehnte er sich, befriedigt lächelnd an die samtroten Polster seines Ohrensessels.
A long night
Mit starrem Blick schaute Henry die Decke seines Zimmers an. Warum musste der alte Narr so kurze Zeit vor seinem Tod sein Testament ändern? Denn er wäre bald gestorben, das wusste Henry genauso wie sein Vater. Hatte er, Henry, nichts verdient? War er nicht extra nach seiner Scheidung in dieses Haus zurück gekommen, hatte er nicht tagtäglich seinen Vater betüttelt, mit der baldigen Aussicht auf ein riesiges Erbe? Schon vor zwei Jahren, so hatten die Ärzte prophezeit, sollte sein Vater sterben, dennoch hatte er es geschafft, die Nerven seiner Familie zwei weitere Jahre zu strapazieren.
Elisabeth wälzte sich unruhig im Bett, ihr war furchtbar warm. Wie konnte ihr Bruder ihr das antun. Sie hatte sich so liebevoll um ihn gekümmert, war immer freundlich gewesen und hatte Dienstmädchen gespielt. Und nun? Sie war sich sicher, dass sie die einzige gewesen wäre, die um Archibald getrauert hätte. Über das Erbe hätte sie sich natürlich gefreut, vielleicht hätte sie sich endlich ihre Wünsche erfüllen können. Durfte es so weitergehen? Nein, durfte es nicht!
Sie runzelte die Stirn. Was konnte sie denn tun?
Mit einem Ruck fuhr Beth hoch. Sie hatte Schritte auf der Treppe gehört. Tränen rannen über ihre Wangen, wie sollte sie nur ihr Studium finanzieren. Ihr Großvater war doch immer so stolz auf sie gewesen und nun? Langsam stand sie auf und stolperte zur Tür. Das durfte er ihr nicht antun, und das würde sie ihm auch sagen...
Charles saß auf einem großen Ohrensessel und dachte nach. Gemächlich schob er sich eine Zigarette in den Mund, es hatte keine Eile. Oder doch? Schließlich sollte der Anwalt ja schon morgen kommen...
Auch James konnte nicht schlafen, er machte sich Sorgen um seinen alten Freund. Warum tat er so etwas Absurdes? Warum machte er sich seine ganze Familie zum Feind? Langsam ließ er sich in sein Bett sinken, wie in eine Wanne voll von warmen Wasser. Morgen musste er mit ihm reden, nur wie sollte er das fertig bringen?
One day before the lawyer came
Wie immer stand Sir Archibald auf und ging zum Spiegel. Nur betrachtete er sich heute anders als sonst. Etwas Verschlagenes lag in seinem Blick, auch noch als James eintrat.
„Archibald, ich muss mit dir reden. Es geht um...“, begann James „...um dein ähm... Vorhaben, was dein Testament anbetrifft. Du weißt, ich bin nicht hinter deinem Reichtum her, das schon gar nicht, aber bei deiner Familie bin ich mir da überhaupt nicht sicher. Sie haben lange darauf gewartet, schon vor zwei Jahren hättest du sterben sollen, das weißt du genauso gut, wie deine Familie. Trotzdem erfreust du dich bester Gesundheit. Was glaubst du, wie wird eine Familie, die nichts hat und völlig abhängig von dir ist, reagieren, wenn ihnen sogar nach deinem Tod nichts abfällt?“
„Ich bitte dich James, du solltest dich da wirklich raushalten. Ich muss vor niemandem Rechenschaft darüber ablegen, warum ich in einer bestimmten Situation so handle, wie ich es für richtig halte!“ Mit gesenktem Blick trat James aus dem Zimmer und noch während er die Tür schloss murmelte er „vielleicht hast du nun eine Situation geschaffen, in der die anderen es für richtig halten, zu handeln...“.
Ich habe hiermit Inhalt und Leseprobe geliefert, denn ich denke, dass aus dem wortwörtlichen Text der Inhalt deutlich wird...
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist unbedingt zu empfehlen...
Vor allem dieses altenglische Flair macht das Buch zu etwas besonderem. Obwohl der Anfang eher knapp gehalten ist, ist der Hauptteil sehr ausführlich und gut durchdacht. Was mir aufgefallen ist, ist dass sich die Schriftart mit der Agatha Christies vergleichen lässt.
Euch allen frohe Weihnachten nachträglich und einen guten Rutsch... weiterlesen schließen -
Wenn man nachts wachliegt und nachdenkt ...: Beta, Katharina "Katharsis"
Pro:
eine ergreifende, wahre Geschichte
Kontra:
streckenweise schwer zu lesen
Empfehlung:
Nein
... wie es ist, mitten im Leben ins Nichts geboren zu werden und sich nie wieder an etwas erinnern zu können.
Liebe Leser,
meinem Lese-Hobby bin ich bis jetzt bei Yopi noch nicht gerecht geworden; daher möchte ich Euch mit diesem Bericht ein Buch vorstellen, dass ich gerade ausgelesen habe.
Es handelt sich um die Autobiographie „Katharsis – Aus dem Wasser geboren“.
~ Die Autorin ~
Katharina Beta – ihr „neuer“ Name – erzählt in diesem Buch ihre Lebensgeschichte: ein Leben, dass im Alter von 32 Jahren begann.
In ihrem „ersten“ Leben geboren in Berlin, Medizinstudentin und Mutter von drei Söhnen, erlitt sie 1970 einen schweren Autounfall und mußte ihr Leben wie von Geburt an neu beginnen.
Sie lebt nun als freie Schriftstellerin in Österreich und publiziert hauptsächlich zur Geschichte des Ostens.
~ Der Inhalt ~
Um zukünftigen Lesern nicht die Freude an diesem Buch zu nehmen, möchte ich an dieser Stelle nicht die Geschichte zusammengefasst wiedergeben, sondern nur grob umreißen. Haltet Euch bitte immer eins vor Augen: es ist eine wahre, wirklich erlebte Geschichte.
Katharina hört, dass sie gerufen wird, immer wieder ... und endlich erwacht sie aus dem Koma in einer fremden Welt. Sie ist umgeben von ‚Gestalten‘, die auch eigenartigen ‚Schlitzen‘ verschiedene Töne formen, die mit ‚Kugeln‘ auf sie herabblicken und an ihren Körpern seltsame lange ‚Dinge‘ bewegen. Sie beobachtet Helligkeiten und Dunkelheiten, die sich abwechseln. Furchtbare Schmerzen quälen sie. Oft fällt sie in ein seliges Nichts.
Die 32jährige erleidet bei dem schweren Autounfall ein Trauma; fortan ist ihr Vergangenheit ausgelöscht. Wie ein Neugeborenes „kommt sie auf die Welt“ und muss, wie ein Baby, von Grunde auf alle erlernen. Keine Begriffe, keine Worte oder Zusammenhänge sind in ihrem Gedächtnis erhalten.
Langsam beginnt sie, ihre Umwelt wahrzunehmen, Menschen anhand von ‚Tönen‘ zu unterscheiden, sich selbst zu begreifen. Aufopferungsvoll kümmert sich eine Krankenschwester um sie; bringt ihr bei zu essen, zu laufen, später auch zu sprechen und zu schreiben. Ein langsamer, mühevoller Lernprozess beginnt,.
Doch der eigentliche Leidensweg steht der jungen Frau noch bevor. Sie wird aus dem Krankenhaus entlassen in ihr früheres Leben – ein Leben, das ihr völlig fremd ist. Mutter und Schwester erwarten von ihr, dass sie ihre Rolle wieder aufnimmt, sich um ihre Söhne kümmert, eine Wohnung sucht und Arbeit. Die völlig hilflose, orientierungslose Frau nimmt aufgrund ihrer alten Zeugnisse eine Stelle im Krankenhaus an, obwohl sie nicht mal in der Lage ist, einfache Zusammenhänge zu begreifen, geschweige denn ein selbständiges Leben zu führen. Mit dem Verständnis eines Kleinkindes versucht sie, das Leben eines Erwachsenen zu führen.
Die Autobiographie erzählt von einem mühevollen Weg zurück ins Leben, von einer Suche nach einem Platz in der Welt. Es ist eine fesselnde Geschichte von einem unfassbaren Schicksal.
~ Die Erzählweise ~
„Katharsis“ ist in der Ich-Perspektive geschrieben und beschreibt so die Welt aus der Sicht der Autorin. Dieser Stil hat bei der Geschichte einen unglaublich eindrucksvollen Effekt: Als Leser fühlt man sich ebenso gefangen, hilflos, ohne Orientierung. Gerade zu Beginn des Buches ist es oft schwer zu begreifen, was sie sieht, hört, erlebt, da alles in kindlich beschreibenden Worten wiedergegeben ist.
Man liest, und möchte um Hilfe schreien, möchte begreifen, Zusammenhänge sehen.
Später macht das Buch fast wütend – auf die Umwelt der jungen Frau, die unmögliches von ihr erwartet, die sie wie einen erwachsenen Mensch behandelt, obwohl sie gerade erst zu leben lernte. Es macht auch hilflos – so viele Fragen stürmen von der Autorin auf den Leser ein ... was bedeutet dieses Wort oder jenes, warum tauscht man ‚bunte Scheine‘ gegen Waren.
Der Schreibstil ist es, der uns tatsächlich in die Lage von Katharina versetzt. Wir sehen das Leben aus ihren Augen, und damit aus den Augen eines Kindes. Wir spüren ihre Entfremdung von der Welt. Nie redet sie von „meinen Söhnen“, immer sind es „die Söhne“, „die Schwester“, „die Mutter“.
Als Leser fühlen wir uns mit ihr fremd und allein gelassen.
Später verfolgen wir die Autorin bei ihrem Ausbruch aus diesem Leben, bei ihren Versuchen, ein neues Ich zu finden. Wir begleiten sie bei vielen Umzügen, immer neuen Wegen, neuen Begegnungen; und wir erleben ihre immer komplexer werdenden Gedanken.
In diesem – zweiten – Teil des Buches wird das Lesen mitunter recht kompliziert. Verwirrende Gedanken wollen verfolgt werden; abrupte Sprünge und das völlige Fehlen wörtlicher Rede gestalten dies recht schwierig; Realität mischt sich mit Träumen, Ideen und Fantasien.
Doch gleichzeitig trägt all das dazu bei, „Katharsis“ zu einem authentischen Werk zu formen.
Und so erleben wir schließlich den Beginn eines neuen Lebens, die Formung einer starken Persönlichkeit.
~ Für wen würde ich dieses Buch empfehlen? ~
Empfehlungen auszusprechen ist natürlich gerade bei Literatur sehr schwierig; trotzdem möchte ich kurz darstellen, wem dieses Buch meiner Meinung nach gefallen könnte.
Besonders für Leser, die sich gern in komplizierten Gedankengänge hineinversetzen und in einem Buch vielleicht eine „Herausforderung“ zum Denken suchen, finde ich „Katharsis“ sehr geeignet. Darüber hinaus ist es ein interessantes Erlebnis für alle, die sich für das Thema Amnesie interessieren, oder generell für die (Persönlichkeits)entwicklung eines Menschen, da die Autorin diesen Prozess ja im Prinzip noch mal vollständig durchlaufen muss.
Freunde von Büchern über die östliche Kirchengeschichte finden im zweiten Teil des Buches sehr viel wissenswertes. Darüber hinaus werden zahlreiche Themen aus den unterschiedlichsten Bereichen angeschnitten, wie zum Beispiel politische Gedanken, Erfahrungen als Schriftstellerin sowie sehr viele Fragen zum zwischenmenschlichen Umgang und des Wertes des Einzelnen.
Es ist in meinen Augen kein Buch für anspruchslose Unterhaltung (sowas lese ich ja auch gern mal ...), auch weniger zum „Abschalten“, da es sehr fesselt und zum Nachdenken anregt. Teilweise muss man sich wirklich bemühen, den Gedankenstrom nachzuvollziehen ... also in erster Linie eher aktives Lesen. Außerdem sollte man ein wenig Geduld bzw. Ausdauer mitbringen, um auch dann weiter zu lesen, wenn die Geschichte an einigen Stellen etwas langatmig wird.
Ich denke, das Buch sollte Kindern nicht geschenkt werden, da es nicht nur sehr aufwühlend sein kann (besonders im ersten Teil der Geschichte), sondern auch stellenweise recht kompliziert geschrieben ist.
~ Ein paar Infos ~
Diese Autobiographie ist im Jahre 2001 im Ullstein-Verlag erschienen und kostet € 9.95.
Daneben ist auch eine gekürzte Hörfassung erhältlich.
Das Buch umfaßt knapp 500 Seiten
Zum leichteren Auffinden im Buchladen: Der Buchrücken ist knallorange mit weißer und grüner Schrift. Die Vorderseite zeigt eine – meiner Meinung nach beunruhigend wirkende – Zeichnung: ein Umriß eines Frauenkopf in blau, mit einem Spalt in der Mitte.
Die ISBN-Nummer lautet 3-548-36281-8.
~ Mein Fazit ~
Die Bewertung fällt mir bei diesem Buch besonders schwer, da meine Stimmung beim Lesen extrem schwankte. Bis ungefähr zur Hälfte ist es zweifellos ein fesselndes, faszinierendes und sehr bewegendes Werk. Danach empfand ich es streckenweise jedoch als sehr langatmig, teilweise auch wirklich uninteressant; ebenso störte mich der „weise Zeigefinger“ der Autorin ein wenig.
Letztendlich möchte ich trotz diesem negativen Punkt jedoch Note 2 geben, in erster Linie deshalb, weil es eine wahre, wirklich gelebte Geschichte ist, die hier erzählt wird. Besonders hoch möchte ich anrechnen, dass die Entwicklung und die inneren Gedanken der Autorin im gesamten Buch nachzuvollziehen sind. Der Leser bleibt nicht außen vor, sondern „lebt“ beim Lesen mit.
Obwohl einige Abschnitte nicht meinen Vorstellungen und meinem persönlichen Interesse entsprachen, bin ich sehr froh, dass ich „Katharsis“ gelesen habe und ich habe das Buch als große Bereicherung empfunden.
Abschließen möchte ich mit ein paar sehr schönen Worten aus diesem Buch:
„Seit ich reden gelernt habe, kann ich nicht mehr schweigen. Seit ich schreiben gelernt habe, kann ich nicht mehr aufhören zu schreiben.“
Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinem Bericht einen kleinen Einblick verschaffen und Euch bei der Entscheidung helfen, dieses Buch eventuell selbst zu lesen oder zu verschenken.
~ Schlussbemerkung ~
Da ich noch wenig Erfahrung mit dem Berichte-Schreiben über Bücher habe, bin ich hier besonders dankbar für Kommentare und Anregungen. Habe ich vielleicht zu viel verraten? Oder könnt ihr Euch noch gar keine Vorstellung vom Inhalt des Buches machen? Darüber hinaus interessiert mich natürlich auch die Meinung derer, die das Werk schon gelesen haben: wie hat Euch das Buch gefallen?
Ich danke für Euer Interesse – besonders denen, die den ganzen Bericht lesen und nicht nach der Hälfte auf „sehr nützlich“ klicken. :-)
Eure RainWoman weiterlesen schließen -
Jutta Beyrichen, Die Pferdefrau....
07.10.2002, 23:34 Uhr von
little_maryann
Hallo, ich heiße Marion, bin 53 Jahre alt und lebe mit meinem Lebensgefährten und meinem 26 jäh...Pro:
bringt einem Irland nah, man lernt einiges über Pferde
Kontra:
man kann es nicht aus der Hand legen
Empfehlung:
Nein
In meinem Freundeskreis wurde ein Buch weitergereicht, das eine junge Frau geschrieben hat, die mit uns im Datingcafe chattet. Ich kenne sie seit Silvester 2000/2001 persönlich und kann nur sagen: Jutta das hast Du fein gemacht.
Es handelt sich um ein Taschenbuch, das im Knaur Verlag verlegt wird und den Titel „Die Pferdefrau“ trägt. Hier eine kurze Übersicht:
Die 28 jährige Tierärztin Christine besucht ihren Vater in Irland. Sie trägt einen tiefen Kummer in sich , den sie jedoch auch ihrem Vater nicht anvertraut. Der hatte sie als kleines Mädchen nach der Scheidung bei ihrer Mutter zurück gelassen und war als Aussteiger nach Irland gegangen
Auf dem Gestüt, das neben dem Haus des Vaters liegt, lernt sie die Geschwister O ´Flaherty kennen, freundet sich mit ihnen an, und findet so wieder Gefallen am Leben. Dazu trägt inbesondere ein schreckhaftes Rennpferd bei, das völlig verängstigt jedes Vertrauen zu den Menschen verloren zu haben scheint. Mit viel Geduld, Zuneigung und Leckereien gelingt es Christine sich diesem Tier zu nähern um es wieder ins Leben zurück zu bringen.
Dazwischen passiert viel aufregendes, ein Hund wird vergiftet, ein Pony erstochen, ein weiteres verletzt und zwischen all dem und einer unerwarteten Liebesgeschichte, bekommt man viel von der grünen Insel und von Pferden erzählt.
Ich habe dieses Buch an einem Abend durchgelesen, na ja der Abend war etwas länger, aber ich konnte es, nachdem ich damit begonnen hatte, nicht mehr aus der Hand legen. Es ist wirklich flüssig und gut geschrieben, man kann sich leicht hinein versetzen und es so ein bisschen miterleben. Es ähnelt etwas dem Pferdeflüsterer, aber wer sagt, das nur ein Robert Redford zu so was in der Lage ist. ;-)
Ich hab´s sonst nicht mit Pferden, für mich sind diese Tiere sonst nur laufende Sauerbraten, aber dieses Buch fand ich toll.
Ich würde es für ein typisches Frauenbuch halten und Jutta schreibt selbst, „in der Tat dürften es wohl nur sehr wenig Männer geschafft haben es zu lesen“
Die Autorin Jutta Beyrichen ist jetzt 38 Jahre alt und lebt mit ihren beiden Jungs in Franken. Ich schätze sie sehr, denn sie ist eine sehr liebenswerte, gebildete und immer freundliche junge Frau, mit der das Leben bisher nicht immer freundlich umgegangen ist
Das Buch hat die ISBN Nummer 61457 hat 500 Seiten und ist für 6 Euro bei amazon erhältlich. Wem der Titel bekannt vorkommt, der gleichnamige Film ist vor einigen Wochen auf einem Privatsender gelaufen. weiterlesen schließen -
Absolute Power - Der Präsident / David Baldacci
Pro:
raffinierte Wendungen, spannend
Kontra:
leicht durchschaubar
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich Michael Connelly gelesen hatte, meinte Amazon, daß viele Leute, die Connelly geklauft haben, dann auch David Baldacci kaufen würden. Und da ich immer auf der Suche nach neuen Autoren bin, hab ich mir also "Der Präsident" von David Baldacci besorgt.
Zum Inhalt
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Luther Whitney, ein Einbrecher, plant seinen letzten großen Coup. Eine leerstehende Villa scheint dazu wie geschaffen. Doch als er gerade das Schlafzimmer ausräumen will, fährt ein Wagen vor. Luther kann nicht mehr fliehen und versteckt sich. Von seinem Versteck muß er mit ansehen, wie das Schäferstündchen des Paares in einem Kapmf endet, bei dem einer auf der Strecke bleibt. Obwohl er helfen könnte, traut er sich nicht aus seinem Versteck. Er sieht zu, wie alle Spuren schnell beseitigt werden und ist wieder allein.
Er schwört, den Täter zu überführen, aber wer glaubt schon einem kleinen Einbrecher ? Zumal hinter dem Mord ein übermächtiger Gegner steht.
Ihm zur Seite steht seine Tochter Kate und deren Ex-Freund, der Anwalt Jack Graham.
Doch bevor Luther Whitney sein Geheimnis verraten kann, passiert das Unglaubliche...
...und das wird nun nicht mehr weiter verraten.
Leseprobe
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Luther hörte die Autos die Auffahrt heraufkommen. Seine Augen bestätigten ihm, was die Ohren ihm bereits mitgeteilt hatten. Ihm war sofort klar, daß der Rückweg abgeschnitten war und daß er sich etwas einfallen lassen mußte.
Er wechselte an ein anderes Fenster, um dem Weg der Wagen um die Ecke zu folgen. Luther zählte vier Personen, die aus der Limousine stiegen; eine weitere stieg aus dem Kasten-
wagen. Wer waren diese Leute? Die Gruppe war zu klein, als daß es sich um die Bewohner des Hauses handeln konnte, andererseits so groß, daß es kaum jemand sein konnte, der nur im Haus nach dem Rechten sehen wollte. Gesichter auszumachen war unmöglich. Einen Augenblick kam Luther der ironische Gedanke, daß in das Haus zweimal in der selben Nacht
eingebrochen werden sollte; dann jedoch schüttelte er den Kopf Das wäre ein gar zu großer Zufall gewesen. In diesem Geschäft, wie auch in vielen anderen, vermied man Zufälle tunlichst. Außerdem fuhren Einbrecher nicht mit mehreren Fahrzeugen vor und trugen Kleider, die eher für einen Streifzug durch das Nachtleben einer Großstadt geeignet waren.
Seine Gedanken rasten, als Lärm zu ihm drang, offenbar von der Hinterseite des Hauses her.
Luther zwang sich zur Ruhe, ergriff den Sportbeutel, aktivierte, voll stummer Dankbarkeit für die zweite Schalttafel
im Schlafzimmer, die Alarmanlage des Hauses, schlich durch das Zimmer in den Tresorraum und zog vorsichtig die Tür hinter sich zu, bis sie einschnappte. Dann kauerte er sich
in die hinterste Ecke des kleinen Raumes. Nun mußte er abwarten.
Er fluchte auf sein Pech, nachdem alles so glatt gegangen war.
Der Autor
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David Baldacci, geboren 1960, erzielte mit "Der Präsident" (1996) einen Überraschungserfolg. Der Roman stand über vier Monate auf der Bestsellerliste der "New York Times" und wurde unter dem Titel "Absolute Power" mit Clint Eastwood erfolgreich verfilmt.
Der Autor, der selbst als Strafverteidiger und Wirtschaftsjurist in Washington, D.C., tätig war, lebt heute als freier Schriftsteller mit seiner Frau und zwei Kindern in Alexandria, Virginia.
Fazit
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Ich wollte das Buch locker in 2 Wochen Mallorca durchlesen - aber wie das halt im Urlaub so ist... - und dann war es auch noch so, daß es zwar durchaus spannend war, aber viel zu vorhersehbar. Man weiß eigentlich schon zur Mitte des Buches, wie es ausgeht - und das motiviert nicht unbedingt, das Buch zügig durchzulesen. Positiv sind allerdings immer wieder die Überraschungseffekte der Handlung, so daß man doch weiterliest, um zu wissen, was nun passiert. Zusätzlich ist die Handlung mal was anderes - immerhin geht es um den Präsidenten der Vereinigten Staaten der Dreck am Stecken hat.
Aber knapp 600 Seiten sind im Nachhinein betrachtet doch sehr viel für die Handlung, die man auch in sehr viel kürzerer Zeit erzählen könnte.
Ich habe schließlich 4 Wochen mit dem Lesen gebraucht, was bei mir lange bedeudet - und daher kann ich das Buch zwar empfehlen, aber es gibt durchaus spannendere Literatur.
Das Buch
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David Baldacci "Der Präsident"
Bastei Lübbe Verlag 1996
573 Seiten
ISBN: 3-404-25528-3
Preis: 10 DM (Taschenbuch) weiterlesen schließen -
Rückkehr nach Midway / Ballard, Robert D.
28.09.2002, 12:16 Uhr von
Tut_Ench_Amun
Der virtuelle Pharao existiert nun schon seit über 10 Jahren und macht das Netz mit seinem Geschr...Pro:
Schöner Bildband mit tollen Bildern und informativem Text
Kontra:
leider derzeit vergriffen, Preis
Empfehlung:
Nein
Schiffswracks interessieren mich nicht nur vom historischen / archaölogischen Kontext her, sie umgibt als düstere Zeugen von Katastrophen und Tragödien etwas gespenstisch Düsteres & Geheimnissvolles, dass mich seit ich denken kann in seinen Bann schlug. Angefangen hat diese Manie, als ich zum ersten Mal vom Unglück der TITANIC in meinen Kindertagen hörte, seither stapelt sich Buch um Buch in meinem erklecklichem Fundus, war meine Sammelwut zuerst nur auf dieses wohl berühmteste Schiffswrack der Geschichte focussiert, habe ich mittlerweile ein zweites Steckenpferd entdeckt – meine Vorliebe von Seeschlachten - und dadurch eine ganze Menge anderer Titel meiner kleinen Bibliothek einverleibt...ein nicht geringer Teil davon stammt vom Entdecker der Titanic, Dr. Robert D. Ballard, so auch der vorliegende Titel „Rückkehr nach Midway – Die Suche nach versunkenen Schiffen der grössten Schlacht im Pazifik“. Kaum ein anderer Konflikt hat dem Meeresboden mehr riesige Schiffsfriedhöfe geliefert, als der unsägliche 2. Weltkrieg...einen davon hat Ballard auch diesmal in seinem (derzeit) aktuellsten (Bild-)Band aufgetan und erforscht...
Der Steckbrief- Titel: „Rückkehr nach Midway“ („Return to Midway“)
- ISBN: 3 550 08302 5 (HC)
- Art: Sachbuch Forschung / Unterwasser-Archäologie
- Autoren: Dr. Robert D. Ballard und Rick Archbold
- Schiffs-Illustrationen: Ken Marshall
- Verlag: Ullstein Verlag (Original: Madison Press)
- Erscheinungsjahr: 1999
- Übersetzung: Ralf Friese
- Ausführung: gebundenes Hardcover mit farbigem Schutzumschlag
- Format: 22,5 x 28,5 cm (Bildband-Format)
- Seiten: 196, zahlreiche S/W und (grossformatige) Farbbilder
- Aktueller Preis: 25,90 Euro
Historischer Kontext
Anfang Juni 1942, Pazifik – Midway-Inselgruppe- nordwestlich Hawaii. Ein gutes halbes Jahr vorher hat das japanische Kaiserreich den Überraschungs-Überfall auf Pearl Harbor durchgeführt und der amerikanischen Flotte bekanntermassen eine der schlimmsten Schlappen und den Verlust von insgesamt 18 Schiffen (darunter auch 3 sogenannte Grosskampfschiffe) der Pazifikflotte zugeführt. Wie durch ein Wunder befand sich aber kein einziger Flugzeugträger im Dezember 1941 im Hafen, sondern alle waren zu dieser Zeit im Einsatz auf See. Dieser für die Amerikaner glückliche Umstand, gepaart mit dem unmodern gewordenen Seekrieg mittels Schlachtschiffen, läutet nun auch bei den Amerikanern die Ära der trägergestützten Kriegsführung ein, welche die Japaner schon länger erfolgreich unter Admiral Yamamoto praktizieren.
Yamamoto beabsichtigt sich die Midway Inseln und den dort befindlichen Flugplatz einzuverleiben, damit Japan einen vorgeschobenen Posten zur Kontrolle des Mittel-Pazifiks zur Verfügung steht. Die US Navy hat - seit Pearl Harbor geschwächt – nicht allzu viel den gut trainierten japanischen Flottenverbänden entgegen zu setzen, doch fusst Yamamotos Plan wieder einmal auf absolut perfektes Timing und genaues Vorhersehen des gegnerischen Handelns. Diesmal soll er sich irren, seine beiden Hauptgegenspieler Admiral Chester Nimitz und Admiral Spruance sind unberechenbare, kühne Befehlshaber, die aus der Not eine Tugend machten, sich mit unvorherzusehenden Nadelstichen und effektiven Kommandoeinsätzen den übermächtigen Japanern entgegen zu stellen und Paroli zu bieten.
Im Morgengrauen des 4. Juni 1942 wendet sich das Blatt zugunsten der Amerikaner und soll ein Wendepunkt des gesamten Pazifik-Konflikts werden. Zum allerersten Male bekämpfen sich Marine-Einheiten beinahe ausschliesslich mit Flugzeugen und U-Booten, können dabei den Gegner hinter dem Horizont grösstenteils nicht mal sehen, das heisst: Die Stunde der Flugzeugträger und versteckt und/oder schnell operierenden Einheiten ist angebrochen und Grosskampfschiffe spielen seither in allen Marinen der Welt keine Rolle mehr. Der 4. Juni kostet die Japaner ganze 4 Träger und etliche Begleitschiffe, während die Amis lediglich den Total-Verlust des Flugzeugträgers „Yorktown“ und seines Begleitzerstörers „Hammann“ zu beklagen haben. Nimitz hatte das Schlachtglück an diesem Tag wohl gepachtet, ein japanischer Aufklärer hat den Verband beim Überflug schlichtweg übersehen, bzw. kam vom Kurs ab...Die Midways werden zum Synonym der japanischen Niederlage im WK 2.
Die Mitwirkenden
Dr. Robert D(uane) Ballard ist eigentlich Meeres-Geologe an der Woods Hole Oceanographic Institiution und hat seine von der US Navy gesponsorten Entwürfe von Tiefsee-Gerätschaften zur Vermessung des Meeresbodens anfangs auch ausschliesslich zu genau diesem Zweck verwendet, bis er 1986 auf die Idee kam, damit das berühmteste aller Wracks zu suchen, den Luxus-Liner „RMS Titanic“. Nachdem ihm dieses geglückt ist, hat er sich an weiteren Wracks versucht (unter anderem auch die „Bismarck“) und ist seit dem irgendwie die oberste Korephäe in Sachen Unterwasser/Tiefsee-Archäologie geworden. Seine Arbeit bei/für National Geographic Society ist allerdings seit dem Titanic-Fund nicht immer auf Gegenliebe gestossen, damals hat er es sich mit dem französischen Co-Partner verscherzt, man munkelt aus wirtschaftlichen/populistischen Gründen – in seinen Büchern und Filmen stellt er es natürlich etwas anders dar, doch ist Ballard in der Fachwelt nicht ganz unumstritten, wohl aber ein äusserst hartnäckiger (und überaus erfolgreicher) Forscher.
Rick Archbold, ein angesehener Historiker, arbeitet häufiger mit Ballard zusammen und sorgt zudem dafür, dass die Berichte und Texte auch gut lesbar und vor allem spannend sind. Archbolds berühmtestes eigenes Werk ist „Hindenburg“, eine minutiös geschriebene Recherche über das Unglück, dass den deutschen Luftschiff-Stolz in den 30er Jahren bei Lake Hurst ereilte. Auch diesmal sorgt Archbold dafür, dass Ballards Buch auch für Nicht-Kenner der Materie gut zu lesen ist, wobei er sich historisch nicht in Unwichtigkeiten verzettelt, sondern die Facts kurz und knackig und ohne Pathos (den Ballard manchmal im Übermass zu haben scheint) präsentiert.
Ken Marshall, ist der geniale Illustrator, der auch schon einen ganzen Bildband mit Titanic-Motiven herausbrachte, sowohl schwimmend als auch das Wrack – Ich kenne niemanden, der diese Art bedrückende Bilder so plastisch per Airbrush und Pinsel aufs Papier bringt und das manchmal nur anhand mehrerer Einzelbilder, aus denen er packende Unterwasser-Stilleben erstellt, welche man (wegen der in den grossen tiefe herrschenden Finsternis) so sicher niemals zu sehen bekommen würde. Auch er arbeitet häufig mit Ballard zusammen und hat (wieder einmal) das Titelbild erschaffen, wobei er diesmal das Wrack der „Yorktown“ gespenstisch und detailreich in Szene setzt. Allein seine Bilder sind den Kauf so manchen Buches wert.
Das Buch
„Rückkehr nach Midway“ ist ähnlich gegliedert, wie Ballards übrige Werke – ein wenig Vorgeschichte, Lobhudelei auf die Sponsoren und Marine, danach führt er den Leser in die Kunst des Suchens ein, wobei er dann auch jedes Mal seine „Rasenmäher“ Technik aufs Neue erklärt. Diese ist sein Schlüssel zum Erfolg, er bringt im mutmasslichen Untergangs- /Suchgebiet ein Netz aus Sonarbojen aus und fährt mit „seinem“ Schiff (tatsächlich sinds verschiedene Schiffe) parallele Suchbahnen nach einem bestimmten Muster ab. Mittels GPRS kann er seine Position ständig auf den Meter genau feststellen. Der Sonar- /Kameraschlitten, den er dabei im Schlepp knapp über dem Meeresboden hinter sich herzieht liefert Bilder und Sonarreliefs der Umgebung in die Leitzentrale.
Das ist nicht immer ungefährlich, schliesslich baumelt der Schlitten an einem etwa 4 Kilometer langem Kabel hinter dem Schiff her – sollte sich urplötzlich ein Hindernis vor ihm befinden sind Millionen Dollar ratz fatz perdú. Das ganze System ist dadurch und durch den immensen Wasserdruck sehr sensibel und fehleranfällig, wenn irgendwelche Apparate ausfallen, ist unter Umständen das ganze Unternehmen gefährdet. Auch bei dieser Expedition geht wieder allerhand schief, ich weiss nicht, ob Ballard es extra spannend macht, doch gleichen sich die Probleme auf allen seinen Expeditionen um dann doch – mit viel Aufwand und viel Einsatz – genau zum rechten Zeitpunkt beseitigt zu werden. Wie dem auch sei, die gesuchten Schiffe werden auf diese Art auch hier wieder aufgespürt und unter die Lupe genommen.
Zwischendurch werden durch alte Aufnahmen und Texteinlagen die geschichtlichen Hintergründe der Schlacht beleuchtet, das ist meist Aufgabe von Rick Archbold, der analog zur Suche nach den Wracks nebenher die Ereignisse die zum Untergang führten erklärt, oftmals lässt er dabei Zeitzeugen zu Wort kommen oder stützt sich auf erhalten gebliebene Log-Bücher und anderes historisches Material. Ich finde diese Auflockerung meist interessanter, als Ballards immer wiederkehrenden technischen Probleme mit seinem Equipment, dadurch kann man sich so ein genaueres Bild davon machen, was damals geschah, somit bekommt ein Wrack eine eigene Identität und ganz individuelles Flair.
Fazit
Das Buch bietet einen historischen Abriss zu einer denkwürdigen Schlacht, leider kümmert sich Ballard in diesem Werk fast ausschliesslich um das Wrack der „Yorktown“ und lässt den Zerstörer „Hammann“ und die japanischen Träger „Kaga“, „Soryu“, „Hiryu“ und „Akagi“ bildtechnisch leider ausser acht, aus dem einfachen Grunde, weil Ballard sie nicht fand, was daran liegen mag, dass mal wieder durch technische Schwierigkeiten zuviel Zeit bei der Suche nach der „Yorktown“ draufging. Das kann man ihm nicht wirklich ankreiden, doch hatte ich mir alleine durch den Untertitel: „Auf der Suche nach den versunkenen SCHIFFEN (plural / sic!)...“ eigentlich etwas mehr erwartet. Der Teil der Wrack-Erkundung fällt diesmal etwas kleiner aus und nimmt nur wenig Raum am Ende des Buches ein.
Ballard schon bessere Bildbände abgeliefert und „Rückkehr nach Midway“ gehört somit zwar zu den guten Büchern ist aber sein bisher Schwächstes. Man kann sich des Eindrucks manchmal nicht erwehren, dass durch die grossformatigen Bilder und die immer wiederkehrenden Ausfälle des Equipments, nebst der Litanei, wie die Suche nun technisch durchgeführt wird, Platz bzw. Seiten geschunden werden sollen. Lesenswertes aus der Zeit des Pazifik-Seekrieges, das ein „Gut“ redlich verdient hat bietet das Buch dennoch (allein schon durch die Bilder Ken Marshalls), für eine höhere Bewertung langts aber nicht.
„Wir haben mehr Kenntnisse über die Oberfläche des Mondes, als über den Meeresgrund unseres eigenen Planeten“ (Robert D. Ballard)
Jürgen
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-21 16:58:27 mit dem Titel Versenkt im Pazifik / Ballard, Robert D.
Ein Schauplatz erbitterter Kämpfe zu Lande, zu Wasser und in der Luft ist die Pazifik-Insel Guadalcanal und der darauf befindliche Flughafen „Henderson Field“. Von Japan und Amerika während des WK 2 heiss umkämpft, doch in der Konsequenz ist das Ganze ziemlich unwichtig gewesen – Als eine tragische Ironie des Krieges lieferten diese taktisch eigentlich unsinnigen Kämpfe den grössten bekannten Schiffsfriedhof, der dem Meeresgrund dort auch den treffenden Namen „Eisen-Sund“ einbrachte, weil unzählige Wracks sich dicht an dicht in der Tiefe quasi aneinander reihen. Die dort abgehaltenen Seeschlachten standen seit jeher im Schatten der Land- und Luftkämpfe, die dieses idyllische Eiland immer wieder heimsuchten.
Bekannt geworden ist Guadalcanal daher auch eher durch TV-Serien wie „Pazifik-Geschwader 214 – Die schwarzen Schafe“ oder neuerlich mit dem Anti-Kriegs-Streifen „Der schmale Grat“. Dass sich dort ganze Kriegsschiff- Flotten unerbittlich beharkt haben ist dagegen zumindest hierzulande fast in Vergessenheit geraten. Robert D. Ballard hat sich 1993 erneut mit seinem beispiellosen Tiefsee-Equipment aufgemacht, um den dort liegenden stummen Zeugen des Wahnsinns einen Besuch abzustatten...ganze 13 gespenstische Wracks wurden von seinem Team gefunden und erforscht, was der vorliegende Bildband „Versenkt im Pazifik – Schiffsfriedhof Guadalcanal“ eindrucksvoll illustriert.
Der Steckbrief- Titel: „Versenkt im Pazifik“ („The Lost Ships of Guadalcanal“)
- ISBN: 3 550 06384 4 (HC)
- Art: Sachbuch Forschung / Unterwasser-Archäologie
- Autoren: Dr. Robert D. Ballard und Rick Archbold
- Schiffs-Illustrationen: Ken Marshall
- Verlag: Ullstein Verlag (Original: Madison Press)
- Erscheinungsjahr: 1993
- Übersetzung: Uwe D. Minge
- Ausführung: gebundenes Hardcover mit farbigem Schutzumschlag
- Format: 22,5 x 28,5 cm (Bildband-Format)
- Seiten: 232, zahlreiche S/W und (ausklappbare) Farbbilder
- Aktueller Preis: 25,90 Euro
Historisches
Die Schlachten um die Salomonen-Insel Guadalcanal im süd-östlichsten Ende des von Japan kontrollierten Pazifiks fanden über mehr als 3 Monate hinweg statt (August – November 1941), primär stand dabei die Kontrolle des auf der Insel befindlichen „Henderson Airfield“, den man als Ausgangsbasis für den gesamten südlichen Raum gut nutzen konnte. Sowohl die Japaner, als auch die Amerikaner sahen in der unscheinbaren Insel den Schlüssel zur Nierderringung des Gegners, da beide davon ausgingen, dass eine jeweilige Invasion nicht durch den Zentral-Pazifik, sondern über die bewohnten Inselgruppen erfolgen müsse. Wenn man so will ein kriegerisches Island-Hopping, dass sich in der Nachlese der Geschichte aber als falsch erwies, da die wirklich elementaren Gefechte beispielsweise genau dort erfolgten, wo keiner der beiden Kontrahenten (aufgrund der bescheidenen Versorgungslage) sich mit dem anderen Duellieren wollte.
Waren die Gefechte bei Midway und Truk noch zeitlich auf wenige Stunden oder Tage ziemlich begrenzte Einzelgefechte zwischen Marineverbänden, die den Krieg letztendlich entscheiden sollten, handelte es sich beim Konflikt um die Salomonen-Insel laut einem Zeitzeugen eher um eine „blutige Kaschemmen-Prügelei“, bei der keine Seite trotz sämtlicher aufgebotener Truppengattungen (nicht nur Schiffe, sondern auch Flugzeuge, Panzer und Infanterie) wirklich einen Sieg erringen konnte, dementsprechend häufig wechselte Guadalcanal dann auch immer wieder den „Besitzer“. Trafen Flottenverbände mal auf keine maritimen Gegner oder gegnerische Frachter, feuerten die Schlachtschiffe auch gerne mal auf Landziele und unterstützten somit ihre Bodentruppen mit der Schiffs- Artillerie oder deckten mit ihren FLAK-Kanonen den Luftraum ab, während man wieder mal versuchte die Insel einzunehmen und/oder zu verteidigen.
Der Schiffsfriedhof von Guadalcanal ist die direkte Konsequenz dieses Hin- und Hers und verdeutlicht wie kaum ein Zweiter, die Sinnlosigkeit einen total unwichtigen Fleck Erde mit allerhand Menschen und Technik zu umkämpfen, nur um nachher festzustellen, dass die wirklich entscheidenden Schlachten ganz woanders geschlagen werden. So war das Gerangel um Guadalcanal gemessen am taktischen Nutzen reine Verschwendung von Mensch und Material auf beiden Seiten, dem nicht wenige Schiffe, Flugzeuge, Panzer und Fuss-Truppen zum Opfer fielen. „Gewonnen“ haben diesen Konflikt die Amerikaner, nach der Versenkung des japanischen Superschlachtschiffes „Kirishima“ war der Widerstandswille der japanischen Invasionsflotte ziemlich gebrochen und es begann nunmehr die Zeit der Bodentruppen, versprengte und verschanzte Nester des Gegners auszuheben...Bei den erlittenen Verlusten der Amerikaner, kann man wahrhaftig aber nicht von einem „Sieg“ reden.
Die Mitwirkenden
Dr. Robert D(uane) Ballard ist Meeresgeologe an der Woods Hole Oceanographic Institiution, Mitglied der National Geographic Society und seit seiner Endeckung der „Titanic“ schon eine Berühmtheit unter den Tiefseeforschern, wenn auch nicht überall wohl gelitten. Sein zweiter Geniestreich war das Auffinden des deutschen Schlachtschiffes „Bismarck“ und dessen Erforschung. Ballard steht in dem Ruf viel Wert auf Publicity zu legen – einige seiner Wissenschaftskollegen mögen ihn dafür nicht sonderlich. Auf der anderen Seite ist eine solche Expedition mit einem immensen Kostenaufwand verbunden, so was Wunder, wenn er seine Funde entsprechend vermarktet und viel die Werbetrommel für die US Navy rührt, auf Basis deren Technik er seine Forschungen durchführt. Man kann über ihn denken was man will – er ist und bleibt der Shooting-Star unter den heutigen Unterwasser-Archäologen, der mit seinem System schon so manches verschollen geglaubte Wrack aufspüren konnte.
Rick Archbold, ein angesehener Historiker, dessen berühmtestes eigenes Werk „Hindenburg“, eine minutiös geschriebene Recherche über die Tragödie des deutschen, gleichnamigen Luftschiff-Stolzes LZ119 ist, welches in den 30er Jahren bei Lake Hurst verunglückte. Auch in diesem Band sorgt Archbold wieder dafür, dass sich Ballard ganz auf die Schilderung der eigentlichen Suche in den Tiefen des Pazifiks beschränken kann, den historischen Part setzt er gewohnt neutral in Text- und Bildform um, was sich allerdings auf alle Waffengattungen und die politischen Hintergründe bezieht und nicht nur auf die Seeschlachten (diese nehmen aber den grössten Teil ein). Dabei kommen auch wieder unzählige Geschichten zusammen, die das Ausmass der Sinnlosigkeit der Zerstörung rund um Guadalcanal verdeutlichen und illustrieren.
Ken Marshall, ist der Illustrator, der auch schon einen ganzen Bildband mit Titanic-Motiven herausbrachte – Ich kenne niemanden, der gerade diese Art bedrückender Wrackbilder so plastisch per Airbrush und Pinsel darstellen kann. Auch er ist seit dem Titanic-Band für Ballard in jedem seiner Bücher für die Illustration der Wracks zuständig und hat auch hier (wieder einmal) das Titelbild erschaffen, wobei er bei „Versenkt im Pazifik“ einen Teil des Wracks der „Quincy“ zusammen mit dem Tauchboot „Sea Cliff“ verwendet hat. Sehr düster und bedrohlich, ein Bild, das mir wieder mal eine Gänsehaut über den Rücken jagt.
Das Buch
Ballards dritte grosse Expedition zu gesunkenen Schiffen führt ihn 1992 nach Guadalcanal, diesmal bedient er sich wieder seiner gerühmten „Rasenmäher“-Such-Technik, wobei er mittels GPRS seine Position ständig auf den Meter genau feststellen kann und einen Sonarschlitten dabei im Schlepp knapp über dem Meeresboden hinter sich herzieht, dieser liefert Bilder und Sonarreliefs der Umgebung in die Leitzentrale des Forschungsschiffes. Ballard wird nie müde den Lesern dieses Suchmuster unter die Nase zu reiben, allerdings sind die Wracks im Suchgebiet diesmal so dichtgedrängt und auch der „Eisen-Sund“ längst nicht so tief, wie die Fundstellen der Titanic und der Bismarck, daher ist ein Auffinden von irgendwelchen Wracks diesmal wahrlich nicht das Problem. Die Exkursion bleibt Wunder-Oh-Wunder weitgehend von den sonst Ballard-Üblichen Pannen verschont.
Auch hier, wie bei der Titanic, greift Ballard nicht nur zu seinen ferngesteuerten Videoaugen, sondern begibt sich selbst in seinem tiefseefesten Mini-Tauchboot „Sea Cliff“ (dem Nachfolger seines legendären „Alvin“) zu einigen der interessanteren Wracks hinunter – das hat den Vorteil, dass er dort sein ferngesteuertes Tauchboot „Scorpio“ zusätzlich in Winkel schicken kann, die sonst nicht bildtechnisch zu erfassen oder für das bemannte Boot zu gefährlich sind. Dementsprechend detailliert kann dann auch hernach Ken Marshall seine Arbeit aufnehmen und die einzelnen Schiffe sehr stimmungsvoll und genau darstellen. Glücklicherweise finden sich auch in diesem Bildband die ausklappbaren Seiten, welche die perfekten Illustrationen auf ein dreifaches Panorama ausbreiten – meist sind noch markante Fakten darauf verzeichnet, die in der Bild-Legende erklärt werden, d.h. hier wird auf besonders interessante Fundstellen hingewiesen.
Rick Archbold ist für die Aufbereitung der geschichtlichen Hintergründe zuständig, so besteht das Buch zwar aus einem grossen Teil Wrackbildern und den Tauchgängen, die Hintergründe werden aber dennoch ausführlich von ihm dargestellt – Zu beinahe jedem Wrack gibt Archbold Augenzeugenberichte oder andere Quellen betreffend des Schicksals zum Besten. Er beschränkt sich aber nicht nur auf die Seeschlachten selbst, sondern liefert gleichzeitig noch interessante Nebeninformationen, sei es der Kampf an Land oder in der Luft, wenn’s geht sogar mit genauem Datum und Uhrzeit, damit man sich vom zeitlichen Zusammenhang der Ereignisse ein gutes Bild machen kann. Archbold heroisiert keine Seite und verhält sich bei seinen Recherchen sehr neutral, Ballard setzt dagegen manchmal etwas mehr auf Showmanship und Pathos, weswegen er wohl auch wieder Überlebende der Schlachten an Bord seines Forschungsschiffs eingeladen hat.
Fazit
Reich an verschiedenen Schiffen und die Sinnlosigkeit dieses Krieges durch die gut präsentierten geschichtlichen Hintergründe verdeutlichend, kann man dieses Buch als eins der Besten Ballards bezeichnen, vor allem durch das Fehlen grösserer Pannen und deren sonst so melodramatischen Beschreibung, konzentriert sich „Versenkt im Pazifik“ auf die Geschichte der einzelnen Wracks. Der Leser bleibt diesmal von ausladenen Erklärungen wie, wo und warum man genau „so“ nach versunkenen Schiffen sucht (und nicht anders) verschont, die sonst Ballards Werke schmücken. Archbold liefert einen akkuraten historischen Background ohne Pathos und sehr neutral, während der einfach geniale Ken Marshall wieder einmal seine Klasse beweist, die Unterwasserszenen bildlich darzustellen. Daher kann mein Urteil für diesen Bildband auch nur „sehr gut“ lauten, was beweist, dass Ballards Bücher am Besten sind, wenn der notorische Selbstdarsteller mal ein wenig zurücksteht und sich sein Co-Team hauptsächlich um den Inhalt kümmert.
„Eine gewaltige Explosion lief durch die Quincy, als sie zu sinken begann – Sie kenterte nach Backbord und ging steil mit dem Bug voran unter - Das Heck ragte hoch in der Luft und die Propeller drehten sich noch...“ (Warren P. Baker, Artilleriebeobachter der Quincy)
Jürgen
PS: Für Lesefaule gibts auch noch die Video-Reihe von National Geographic, zu beinahe allen bisher von Ballard unternommenen Exkursionen zu den Wracks dieser Welt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-25 17:55:56 mit dem Titel Das Geheimnis der Lusitania
Die meisten Menschen bringen den Begriff U-Boot Krieg mit Deutschland des 2. Weltkriegs in Verbindung, doch das Bild vom pickelhaubigen und barbarischen Hunnen wurde bereits schon viel früher kultiviert, nämlich schon im WK 1 zur Zeit des Kaisers Wilhelm. Massgeblich ist ein Vorfall, der zur Versenkung des zivilen Passagierschiffs „Lusitania“ im Mai 1915 vor Irlands Küste führte – wenige Meilen bevor der Dampfer der Cunard-Line in den sicheren Hafen von Queenstown (dem heutigen Cobh) einlaufen konnte fiel der Stolz der Reederei einem deutschen Torpedo - abgefeuert von U-20 - zum Opfer. 1195 Menschen starben im frühjährlich kaltem Atlantikwasser, als das Schiff sank, was die englische Propaganda-Maschine weidlich ausschlachtete und somit erstmals das Bild vom zähnefletschenden, hässlichen Deutschen schuf. Diese hingegen sahen in der Lusitania ein legitimes Ziel und deklarierten es kurzerhand zu einem sogenannten „Hilfskreuzer“, zu dessen Versenkung sie sich berechtigt sahen. Ballard will in diesem Band klären, warum die Lusitania so rasch sank, ob sie tatsächlich Kriegsmaterial an Bord hatte und warum es mehrere Explosionen gab, obwohl die deutsche Seite steif und fest behauptete, dass nur ein einziger Torpedo abgefeuert wurde und nicht - worauf die Briten bestanden - 2 oder sogar 3. Um dies alles herauszufinden begibt sich Ballard samt Tauchboot nach Irland versucht dem Schiff seine Geheimnisse mit moderner Technik zu entreissen...
Der Steckbrief- Titel: „Das Geheimnis der Lusitania“ („Exploring the Lusitania“)
- ISBN: 3 550 06888 3 (HC)
- Art: Sachbuch Forschung / Unterwasser-Archäologie
- Autoren: Dr. Robert D. Ballard und Spencer Dunmore
- Schiffs-Illustrationen: Ken Marshall
- Verlag: Ullstein Verlag (Original: Madison Press)
- Erscheinungsjahr: 1995
- Übersetzung: Klaus-Peter Schmidt
- Ausführung: gebundenes Hardcover mit farbigem Schutzumschlag
- Format: 22,5 x 28,5 cm (Bildband-Format)
- Seiten: 232, zahlreiche S/W und teils grossformatige Farbbilder
- Aktueller Preis: 25,90 Euro
Historisches
Unterseeboote und die Kriegsführung mit ihnen kam mit Beginn des ersten Weltkriegs in „Mode“, dabei galten beim Einsatz jedoch international schon immer strenge Seekriegs-Konventionen. Zum Einen war es U-Booten per se verboten nicht-militärische Schiffe anzugreifen, es sei denn der Kommandant hatte den dringenden Verdacht, dass die Ladung aus Kriegsmaterial bestand, aber selbst dann nicht ohne sich vorher zu erkennen gegeben zu haben und der Besatzung fairerweise die Chance einzuräumen das Schiff mit Rettungsbooten zu verlassen, sollte sich bei einer Überprüfung der Ladung herausstellen, dass Konterbande transportiert wurde – in diesem Falle gilt ein Passagierschiff oder Frachter laut Seekriegsrecht dann nicht mehr als ziviles Fahrzeug sondern als legitimes, militärisches Ziel. Diese Regelung wurde auch im zweiten Weltkrieg noch angewandt und trieb so einige Stilblüten auf beiden Seiten des Periskops...
Ein nicht getauchtes U-Boot ist ein leichtes Opfer, schliesslich ist seine grösste Stärke das heimliche und unentdeckte Operieren und seine Bewaffnung auch für diesen Zweck hin ausgelegt. Da Kaiser-Deutschland jedoch (wie das Dritte Reich später auch) von der Annahme ausging, dass es zur Nierderringung Englands deren Handelrouten unterbrechen zu müssen und die Briten somit faktisch auszuhungern, war dieses Vorgehen zuerst ein Prisenkommando auf ein ziviles Schiff schicken zu müssen natürlich mit der Gefahr verbunden relativ schutzlos an die Oberfläche zu kommen und leichte Beute, selbst für Waffen mit kleineren Kalibern – so ein U-Boot ist schliesslich empfindlich... Die Alliierten statteten – dessen voll bewusst - immer mehr zivile Schiffe mit versteckten Waffen aus, um ein aufgetauchtes U-Boot, das zur Aufbringung längsseits gehen musste um die Papiere des jeweiligen Dampfers zu überprüfen, dann bequem unter Feuer nehmen zu können.
Derart zu oft ausgetrickst gingen immer mehr U-Boot Kommandanten nach dem alten Motto: „Erst schiessen – dann fragen!“ dazu über getaucht zu bleiben und im Zweifelsfall lieber versteckt nen Torpedo abfeuern, als sich durch Auftauchen der Gefahr des Beschusses von vermeintlich hilflosen Dampfern auszusetzen. Ähnlich muss es KapitänLeutnant Schwieger auf U-20 gegangen sein, als er am 15. Mai 1915 vor der irischen Küste zum ersten Mal Sichtkontakt zu einem grossen Dampfer mit 4 schwarz gestrichenen Schornsteinen (Die Lusitania hatte in Friedenszeiten orange-rote Schlote) erhielt. Er war sich sicher, dass ein Schiff dieser Grösse eine Menge versteckter Waffen an Bord haben könne, sowohl an Deck, als auch als Ladung sprich Nachschub für die englische Kriegsmaschinerie. Als die Lusitania plötzlich den Kurs genau in seine Richtung ändert, vermutet er fälschlicherweise, er sei entdeckt worden und erwartet jede Sekunde unter Feuer genommen zu werden, macht die Rohre klar und schickt den verhängnisvollen Torpedo auf seine zerstörerische Reise...
Die Mitwirkenden
Meeresgeologe Dr. Robert D. Ballard vom Woods Hole Oceanographic Institiution, Mitglied der National Geographic Society ist seit seiner Endeckung der „Titanic“ und der „Bismarck“ eine Berühmtheit unter den Tiefseeforschern, der nach den beiden erstgenannten und einer weiteren Exkursion in den Pazifik (Guadalcanal) nunmehr seine 4. grosse Expedition zu berühmten Wracks unternimmt. Ballard ist mittlerweile von der reinen Geologie ziemlich abgerückt und auf Wrackerforschung fixiert, zudem legt er viel Wert auf Publicity. Auf der anderen Seite ist eine solche Expedition mit einem immensen Kostenaufwand verbunden, so kann man schon irgendwie nachvollziehen, dass gerade die filmtechnische Verwertung durch National Geographic das benötigte Kleingeld in die Kasse spülen muss, damit sich ein solches Unternehmen ansatzweise refinanziert.
Unterstützt wir Ballard auch dieses Mal von der US Navy bzw. deren Equipment, zudem wird als Co-Autor Spencer Dunmore genannt, dessen Name mir aber nichts sagt, auch das Buch schweigt sich darüber aus, welchen Teil er dazu beitrug. Anders bei Ken Marshall, der ist so was, wie Ballards Leib-Und-Magen-Illustrator, er ist seit dem Titanic-Band für Ballard in jedem seiner Bücher für die Illustration der Wracks zuständig und darf auch hier wieder (neben dem obligatorischen Titelbild) – gewohnt perfekt - künstlerisch tätig werden, wenn auch das arg gebeutelte & zerschmetterte Wrack optisch nicht soviel hermacht, wie beispielsweise die beinahe intakte Bismarck. Dennoch kann ich mir keinen Besseren vorstellen, die Geschichte der Lusitania einst und heute visuell darzustellen, da sitzt jeder Pinselstrich.
Das Buch
Titanic-Endecker Robert D. Ballard fischt in diesem Buch in für ihn ungewöhnlich seichten Gewässern, auch suchen braucht er das Schiff nicht, die Sinkposition nahe der Küste ist seit jeher bekannt und schon früher wurde das berühmte Wrack von Tauchern besucht, da es in lediglich 85 Metern Tiefe liegt ist es relativ einfach zu erreichen, doch Ballard treibt – wie so oft – der Forscherdrang herauszufinden, warum alles so abgelaufen ist, wie es nun mal durch mehrere Augenzeugen verbrieft ist: Die Lusitania war innerhalb von nicht mal 25 Minuten verschwunden und einhellig wird von mehreren (mindestens 2) Explosionen, doch nur von einer Torpedo-Blasenbahn berichtet, hatte die Lusitania doch – wie von den Deutschen behauptet – Munition an Bord, die nach dem Treffer hochging? Wie konnte ein Schiff mit so stattlichen Ausmassen und sehr Havariesicher konzipiert in so kurzer Zeit sinken nach nur einem Torpedo? Theoretisch hätte die Konstruktion sogar 3 – 5 derartige Treffer wegstecken können müssen, zum Vergleich: die nur geringfügig grössere und ähnlich gebaute Titanic hatte sich 3 Jahre zuvor trotz ungleich massiverem Wassereinbruch immerhin noch 2,75 Stunden über Wasser halten können...
War die Lustania wirklich ein Hilfskreuzer, war bewaffnet und/oder hatte Munition/Kriegsgerät geladen (und somit Schwieger nun das „Recht“, seine grösste Prise einzufahren) oder nicht? Beide Nationen haben den Vorfall weidlich propagandistisch ausgeschlachtet, auf Seiten der Deutschen war klar, dass diese Versenkung ein buchstäblich todsicherer und militärischer Schlag war, daran bestand für die Reichsmarine nicht der geringste Zweifel – Die Lusitania war in deren Augen ein 1A-Blockadebrecher. Die Briten sahen das natürlich naturgegeben anders, für sie stellte der Angriff einen Akt der Barbarei dar und das Bild vom „hässlichen Deutschen“, der ohne Vorwarnung und hinterrücks Zivilisten hinmordet geisterte seitdem quer durch die Presse. Das U-Boot als Waffe ist nach diesem Wendepunkt der Geschichte das Schmuddelkind aller Waffengattungen geworden.
Dazu gibt’s eine ausführliche Beschreibung des Hergangs aus der Sicht der Zeugenaussagen, garniert mit allerhand historischem Bildmaterial und den schlichtweg genialen Gemälden aus der Hand von Ken Marshall. Obligatorisch für die Meisten von Ballards Büchern ist die Gegenüberstellung des Schiffes damals und heute, so findet sich auch hier wieder eine grossformatige, ausklappbare Panorama-Ansicht des Wracks und eine Schnittzeichnung basierend auf den Original-Plänen der Werft. Es wird beobachtet, berechnet und logische Schlussfolgerungen gezogen, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte – nebenher wird die Geschichte der Lusitania beleuchtet und eine gute Unterscheidung zwischen Wahrheit & Mythos gezogen. Ein grosser Teil des Buches geht für die historischen Facts drauf, doch auch die Wrack-Untersuchung kommt nicht zu kurz, zwar ist sie nicht so üppig geschildert, wie beispielsweise die der Titanic oder der Bismarck, jedoch handelt es sich bei der Lusitania um ein weitgehend bekanntes und zuvor erforschtes Wrack, daher ist das Wie und Warum sicher interessanter, als zahllose schnöde Bilder von einem ziemlich mitgenommenen Schrotthaufen.
Fazit
Ballard taucht nicht nur, sondern rekonstruiert in diesem Band unter Zurhilfenahme von verschiedenen Schiffsbauern und anhand der Daten, die er vor Ort gesammelt hat, was damals nun wirklich geschah. Basierend auf seinen eigenen Beobachtungen und den überlieferten Schilderungen klärt Ballard zusammen mit Co-Autor Dunmore, welche Verkettungen vor beinahe 90 Jahren zu dieser Katastrophe führten. Sicher sind weder der Zustand des Wracks an sich noch die Umstände ihres Untergangs so spektakulär, wie das der Titanic, jedoch ein gut aufgearbeitetes Stück (auch deutscher) Geschichte, das lesenswert ist. Mein Urteil lautet trotz de hohen Preises, den man für Bildbände nun mal hinblättern muss eindeutig: „Sehr Gut“ – wer übrigens lesefaul ist, für den gibt es alle Bücher Ballards (dank des ihn ständig beleitenden Kamerateams von National Geographic) auch auf Video.
Der Sieger schreibt die Geschichte – manchmal korrigiert er sie auch ;-)
Jürgen
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-28 10:16:45 mit dem Titel Lost Liners / Ballard. Robert D.
...“so vergeht der Ruhm der Welt“...
Auf kein anderes Verkehrsmittel trifft dieses Zitat mehr zu, als auf Transatlantik-Schiffe, denn ihre Zeit ist längst vorbei, dank dem Aufkommen der Fliegerei sind diese Ozeanriesen immer mehr in den Hintergrund gedrängt und schliesslich komplett obsolet geworden. Doch auch während ihrer Hochzeit war nicht immer alles zum Besten bestellt und spätestens seit dem Untergang der Titanic hat die Technikgläubigkeit der Menschheit einen schweren Schlag erlitten. Seereisen sind gefährlich und die Natur lässt sich selbst mit der ausgeklügelsten Technik nicht überlisten und allzu oft waren Schiffskatastrophen auch durch schlichtes menschliches Versagen gekennzeichnet. Ballard und Marschall beleuchten in diesem Band die Geschichte der Passagier-Seefahrt und führen den Leser zu ausgewählten Wracks der einst stolzen und erhabenen Ozeanriesen...gemäss des Untertitels: “Von der Titanic zur Andrea Doria – Glanz und Untergang der grossen Luxusliner“
Der Steckbrief- Titel: „Lost Liners“
- ISBN: 3 453 12905 9 (HC)
- Art: Sachbuch Forschung / Unterwasser-Archäologie
- Autoren: Dr. Robert D. Ballard und Ken Marschall
- Schiffs-Illustrationen: Ken Marschall
- Verlag: Wilhelm Heyne Verlag (Original: Madison Press)
- Erscheinungsjahr: 1997
- Übersetzung: Helmut Gerstberger
- Ausführung: gebundenes Hardcover mit farbigem Schutzumschlag
- Format: 30,5 x 28,5 cm (Bildband-Format)
- Seiten: 232, zahlreiche S/W und teils grossformatige Farbbilder
- Preis: 39,90 Euro (zurzeit vergriffen – Neuauflage ungewiss)
Die Mitwirkenden
Meeresgeologe Dr. Robert D. Ballard vom Woods Hole Oceanographic Institiution, Mitglied der National Geographic Society ist seit seiner Entdeckung der „Titanic“ und der „Bismarck“ eine Berühmtheit unter den Tiefseeforschern. Nicht überall ist Ballard gut angesehen, das liegt aber an seiner plakativen Art aber ganz bestimmt nicht an seiner Fachkompetenz, diese zweifeln auch seine Kritiker nicht an. Mittlerweile hat Ballard seine Meeresgeologie an den Nagel gehängt und konzentriert sich ausschliesslich auf das Auffinden vermeintlich verschollener Schiffe, wobei ihm seine Erfolgsquote durchaus Recht gibt. Seine Connections zur US Navy ermöglicht es ihm immer wieder an Schiffe und Tauchboote zu kommen, damit er sich in Tiefen wagen kann, die wohl noch keine Menschenseele lebend gesehen hat. Ansonsten lässt sich Ballard auch gerne von anderen Institutionen sponsern, um seine Expeditionen und das übrige Equipment/Personal zu finanzieren. Für den vorliegenden Band, der auch eine Zusammenfassung früherer Unternehmungen darstellt, ist auch wieder Rick Archbold als Texter/Historiker mit von der Partie, wird aber nicht auf dem Cover genannt, sondern muss sich mit einer Erwähnung auf Seite 4 im Impressum zufrieden geben.
Anders bei Ken Marschall, der ist vollkommen zurecht Ballards erklärter Leib-Und-Magen-Illustrator, er ist seit dem Titanic-Band für Ballard in jedem seiner Bücher für die Illustration der entsprechenden Schiffe zuständig, darf auch hier wieder (neben dem obligatorischen Titelbild) künstlerisch tätig werden, diesmal sogar als genannter Co-Autor des Werkes. Marschall steuert gewohnt souverän seine Artwork bei, wobei sich diese, wie schon bei der „Lusitania“ oder der „Titanic“ nicht nur auf Bilder der Wracks, sondern auch im „schwimmenden Zustand“ und auf die Bilder der Katastrophen und deren bildliche Darstellung selbst ausdehnt. Marschall, der nach eigenen Angaben einen Hang zu Schiffen und ihrer Geschichte hat, visualisiert das Geschehen für den Leser, wie kein Zweiter.
Das Buch
Das Titelbild ziert der wohl berühmteste aller Luxusliner, die Titanic – steuerbordseitig, noch unter voller Beleuchtung schwimmend - mit abgefiertem Rettungsboot und einem bereits zu dieser Phase des sich abzeichnenden Untergangs bedrohlich tief unter Wasser liegendem Bug. Das Buch an sich ist sehr schwer, leinengebunden und sämtliche Seiten sind in glattem, hochwertigem Glanzdruck gehalten, aufgelockert wird der informative Text durch Bilder Ken Marschalls und zeitgenössische Fotos, Zeichnungen und Zeitungsausschnitte. Der Inhalt gliedert sich, wie folgt:- Prolog / Wiedersehen mit den Luxuslinern – Ballard führt den Leser in die Welt der Ozeanriesen ein, erklärt, warum er davon so fasziniert ist und warum er dafür ist, die Schiffswracks so zu belassen, wie sie derzeit auf dem Meeresgrund liegen.
- 1) Angenehmer über den Ozean – Ein geschichtlicher Abriss über die Entstehung des Linienverkehrs auf dem Atlantik von 1819 – 1900. Viele zeitgenössische Darstellungen und ein Einblick in eine Zeit, die zur Entwicklung der ersten Dampfer, die vollkommen ohne Segel auskamen, führte.
- 2) Freundschaftliche Rivalen – Die Geschichte der fast baugleichen Schwestern Mauretania und Lusitania, während Erstere lange Zeit das „Blaue Band“ als schnellstes Transatlantik-Schiff inne hatte, ereilte die Lusitania im Mai 1915 ein deutscher Torpedo. Sie sank nahe der irischen Küste, das Wrack hat Ballard bereits 1995 untersucht und ihr einen eigenen Bildband / Videofilm gewidmet.
- 3) Gescheiterte Träume – Dieses Kapitel enthält wieder zwei Schwestern, die ruhmreiche und gefeierte Titanic, deren Untergang 1912 beinahe die ganze Welt schockte und der zuverlässigen Olympic, die im ersten Weltkrieg zum Truppentransporter umgebaut wurde, um schliesslich in allen Ehren demontiert und verschrottet zu werden. Der Fund und die Erforschung der lange verschollenen Titanic hat Ballard berühmt gemacht – sein Buch und Film darüber ist weltweit ein Bestseller geworden.
- 4) Die Schwester der Titanic – richtiger müsste es heissen: die jüngere Schwester, die eigentlich GIGANTIC getauft werden sollte, wovon man aber wegen des Titanic-Desasters schliesslich absah und ihr den Namen Britannic gab. An ihrem Wrack im Mittelmeer/Ägäis „übte“ Ballard 1984/85 die Unterwasser-Navigation für den Fall der Entdeckung der baulich sehr ähnlichen Titanic (was ihm 1986 ja auch geglückt ist). Die Britannic lief zum Lazarett-Schiff umgebaut vermutlich auf eine deutsche Ankertau-Mine und sank rasch.
- 5) High-Society auf hoher See – hauptsächlich geht es in diesem Kapitel um die Normandie, welche im Hafen von New York während eines Umbaus durch Schweissarbeiten in Brand geriet und kenterte. 18 Monate lag das Wrack im Hafen auf der Seite, bis es demontiert und weggeschafft werden konnte. Schiff Nummer 2 in diesem Kapitel ist die Queen Mary, die später zum reinen Hotelschiff umgebaut wurde. Dieser Teil des Buches ist insofern bemerkenswert, da keine Passagiere zu schaden kamen und man die Geschichte der beiden Liner nicht als „Katastrophe“ im herkömmlichen Sinne betrachten kann.
- 6) Der plötzliche Tod – 1956 nahm der Transatlantik-Transfer per Luxusliner ein relativ jähes Ende, der Untergang der Andrea Doria markiert diesen Punkt, als sie von einem anderen Schiff im Nebel und unter Missinterpretation des Radars dessen Kurs schneidet und gerammt wird. Von diesem Untergang gibt es sogar Filmaufnahmen und er gilt als einer der Bestdokumentierten der Seefahrt. Das Wrack liegt in verhältnismässig seichten 90 Metern Tiefe und ist ein beliebter Tummelplatz für erfahrene Sporttaucher.
- 7) Schutz für gesunkene Passagierschiffe – Ballards abschliessendes Plädoyer (insbesondere) zivile Schiffswracks als Friedhöfe anzusehen, die man zwar erforschen solle, doch tunlichst daran keine Veränderungen vorzunehmen – oder gar versuchen Teile zu entfernen/heben.
Fazit
Diese Sammlung von Facts rund um die zivile Passagierschifffahrt ruft nicht zuletzt durch Ken Marschalls exzellenter Artwork und Ballards Erfahrung beim Aufinden und Erforschen von Wracks die alten glanzvollen (und auch die tragischen) Zeiten des Transatlantik-Verkehrs wieder ins Leben. Da Ballard diesmal nicht ein Buch mit Informationen zu einem einzigen Wrack füllen muss, gehört „Lost Liners“ eher zu seinen kurzweiligen Werken, ohne viel SchnickSchnack und das sonst andauernde Gesülze, wie man ein Wrack aufspürt. Hier kümmert man sich eher um die Schiffe und ihre Story, denn auf dröge technische Vorträge über die Tiefseeforschung. Leider ist der Bildband (laut BOL) derzeit vergriffen und eine Neuauflage ungewiss, doch hoffe ich, dass Verlagshäuser wie beispielsweise die Weltbild-Gruppe die Lizenz (durchaus nicht ungewöhnlich) erwerben und diesen Band neu verlegen, er ist es absolut wert...von mir gibt’s – trotz des happigen Preises – jedenfalls ein „sehr gut“.
„Keine Panik auf der Titanic – Alles Klar auf der Andrea Doria“ (Udo Lindenberg)
Jürgen weiterlesen schließen - Titel: „Rückkehr nach Midway“ („Return to Midway“)
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Terrry Brooks "Hexenzauber"
14.08.2002, 15:04 Uhr von
Fantaghiro
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentlich ist für die Augen unsichtbar.Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Hallo,
nun es sind Ferien und somit habe ich auch nachdem ich mein Praktikum bageschlossen habe , Zeit um sehr viel zu lesen. So folgt nun das nächste Buch was ich euch vorstellen möchte und diesmal ist es von einem Autor den ich bisher noch nicht gelesen habe. Mal wieder ist es ein Autor der einen Schreibstil hat , der nicht mit den andereren die ich bisher gelesen habe zu vergleichen ist , es ist weder Pratchett ähnlich noch mit Hohlbein zu vergleichen , aber dazu will ich später mehr schreiben . Ich denke ich sollte nun als erstes mal schreiben worum es in dem Buch überhaupt geht und euch dann selber entscheiden lassen wie es euch gefällt. Viel Spass beim Lesen.
***Inhalt***
Ben Holiday hat seine Frau verloren und mit ihr sein ungeborenes Kind. Er sieht keinen Sinn mehr im Leben und will weg er kauft sich aus einem Weihnachtskatalog eine Zauberwelt. In dieser Zauberwelt ,die Landover heißt, lebt er mit seiner Elfenfrau Willow und seiner Tochter Mistaya zusammen. (Hört sich etwas kitschig an aber das ist quasi die Vorgeschichte und nicht das Thema des Buches)
Ben ist König von Landover und im Land herscht Frieden bis zu dem Tag , wo ein schwarzer Ritter vor dem Tor steht und ihn herausfordert. Ben weist diese Herausforderung zurück und der Ritter verspricht in drei Tagen wiederzukehren um Ben seine Macht zu beweisen.
Weil Ben Angst um seine Tochter Mistaya hat , beschließt er diese zu ihrem Großvater ins Seenland zu schicken , wo sie sicherer wäre als in ihrem Schloss Sterling Silver. So schickt er sie mit dem Zauberer Questor Thews und dem verzeuberten Hund Abernathy und vielen Wachen um sie zu beschützen ins Seenland zu ihrem Großvater. Dort kommt sie aber nie an und Abernathy und Questor Thews verschwinden.
Der schwarze Ritter , der sich Rydall von Marnhull nennt, sagt Ben das er seine Tochter entführt hat und fordert ihn heraus gegen 9 Kreaturen zu kämpfen , erst dann bekäme er seine Tochter MIstaya wieder. Mismutig nimmt er die Herausfoderung an , nur um das Leben seiner heißgeliebten Tochter zu retten.
Was Ben nicht weiß ist das Rydall von Marnhull gar nicht existiert sondern nur ein Scheinwesen ist , was die böse Hexe Nightshade geschaffen hat . Selbige hat auch Mistaya entführt. Mistaya lernt bei Nightshade mit Magie umzugehen , doch plant Nightshade böse Dinge von denen Mistaya nichts ahnt.
Ben durchsucht ganz Landover nach Mistaya und fragt jeden der etwas wissen könnte , sogar den Drachen Strabo , aber niemand kann ihm helfen.
Wird es ihm gelingen Mistaya zu befreien ? Wird er Questor Thews und Abernathy wiederfinden? Um das zu erfahren müßt ihr schon selber zum Buch greifen und lesen um zu wissen wie es weitergehen wird.
***Meine Meinung***
Heute mal wieder ein neuer Autor und eine ganz andere Art von Fantasy. Man kann Autoren eh schwer miteinander vergleichen , doch es ist mir bei Fantasyautoren besondern aufgefallen , was aber vielleicht auch daran liegt das ich momentan besonders viel Fantasy lese. Der Schreibstil von Terry Brooks erinnert ein bißchen an ein Märchen auch von der beschreibung der Gestalten und von der Handlung her . Es ist leicht lesbar und bereitet keine Problem beim einlesen. Es ist für alle verständlich und ich denke selbst Kinder können Spass daran haben , was ich bei Pratchett zum Beispiel nicht sagen würde , da dieser schon komplizierter schreibt.
Meiner Meinung nach ist es aber ein schönes Buch , was zum Zwischendurch lesen ganz klar geeignet sind , doch würde ich wohl wenn ich vor der Entscheidung stünde einen Pratchett vorziehen , was aber nichts an der Qualität des Buches ändert.
Auch ist das Buch nicht so kitschig geschrieben wie es sich vielleicht anhört wenn man den Klappentext liest , wo beschrieben steht das Ben Holiday sich seine Zauberwelt im Weihnachtskatalog gekauft hat , denn im Buch selber findet es keine Erwähnung. Das das Buch ein bißchen auf kindlich getrimmt ist erkennt man auch schon daran das am Anfang ein Zitat aus Peter Pan steht , wo es um das Erwachsenwerden geht. Das zeigt schon auf eine Weise das es sich um eine kindliche Geschichte handelt , die aber durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden sollte , denn ich denke tief in uns drin sind wir alle Kinder.
Die Fantasy die beschrieben ist , ist eigentlich die typische Art , der König wohnt in einem Schloß und es gibt Elfen , die in ihrer eigenen Welt wohnen und es gibt auch einen Drachen und eine böse Hexe. Außerdem natürlichen einen lieben Zauberer der manchmal nicht weiß was er tut. Alle "wichtigen" Fantasy Kriterien sind erfüllt und so ist eine Geschichte entstanden , was sich jetzt negativer anhört als es sicherlich ist. Auch wenn der Stil recht einfach ist ist das Buch dennoch schön. Ich denke ihr solltet euch einfach selber davon überzeugen und mal reinlesen , denn so kann man sich am besten ein Bild machen.
***Fazit***
Ein Buch das zwar auf kindlich gemacht ist und einen einfachen Stil hat , aber dennoch nicht in die Ecke gestellt gehört . es lohnt sich es zu lesen. Auch wenn ich anderes lieber lese , bin ich nicht enttäuscht von dem Buch und würde auch weitere Werke des Autors lesen. Aber wie schon erwähnt am besten macht man sich sein eigenes Bild denn es gibt immer unterschiedliche Meinungen und jeder hat zum Glück seinen eigenen Geschmack. Ich würde es trotz der vielleicht an manchen Stellen skeptischen Meinung weiterempfehlen und denke das es vorallem für nebenbei im Urlaub oder so geeignet ist.
***Autor & Co.***
Terry Brooks
Hexenzauber
Goldmann
ISBN 3-442-24797-7
Preis: ca. 8,50 € (16,90DM)
Danke fürs Lesen ich hoffe es hat euch gefallen , ich freu mich auf eure zahlreichen Kommentare Gruß Fantaghiro :o)>. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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schnekuesschen, 09.04.2006, 14:44 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Der Bericht ist einfach sh.... LG Sandy :-))))
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Informationen
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