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Pro & Kontra
Vorteile
- spannend, unterhaltsam
- intelligent und sensibel geschriebener Roman, der sich um das Thema Geschlechteridentität dreht
- gibts nicht
- sehr gutes SF-Buch
Nachteile / Kritik
- zum Ende hin etwas abfallend
- keines ersichtlich
- alles
- nichts
Tests und Erfahrungsberichte
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Kontakte mit dem Sternenreich
29.05.2003, 00:23 Uhr von
FrauNeedle
Hallo :-)Da ich schon immer gerne geschrieben habe, sind Meinungsplattformen ja ideal für mich :-...3Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Ich lese schon seit einiger Zeit Bücher über das alte Ägypten, den Pharaonen und Göttern und alles, was damit zusammenhängen könnte. Manchmal werden wieder neue Buchvorschläge beschrieben und so kam ich auf das Buch "Die Götter des Sirius" von K. O. Schmidt.
Worum geht es in diesem Buch?
Dieses Taschenbuch ist unterteilt in
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Das Vorwort schreibt Dr. med E. Bierski. Er schreibt, daß man sich zuerst an diese Gedankenwelt gewöhnen muß, die geistige Botschaft in sich einwirken lassen muß. Eine Vision ist wie ein helles Licht, daß man plötzlich sieht und man zunächst geblendet ist, bis sich das Auge an das Licht gewöhnt hat. Bei Visionen fragt man sich oft, ist das nun wahr? Auch die Mondlandungen fingen mit Visionen an und sind heute wahr...
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Das Geleitwort wurde von Hermann Ilg geschrieben und in ihm steht, daß wir in einem Zeitalter leben, in dem noch die großen Fragen offen sind. Erst wenn wir unser Denken umstellen, werden wir Antworten bekommen.
Am Ende schreibt er ein kleines Gedicht:
"Wesen aller Welten weben
am Geschick des großen Seins.
Überall ist dienend Leben -
eins im All und All im Eins"
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K. O. Schmidt beschreibt hier, wie die Menschheit so langsam anfängt, kosmisch zu denken. Sei es durch Science Fiction Romane und -Filme, oder durch die unzähligen UFO-Sichtungen. War die Menschheit doch bis vor kurzem doch noch so eigensinnig zu glauben, wir wären die einzigen Lebewesen im Universum.
Und dann beginnt Schmidt zu erzählen, wie seine Visionen waren. Visionen, die er als Kind erlebt hatte, wenn seine Seele den Körper verließ, und er in fremde Welten zeit- und raumlos umherschwirrte. Auf diesen Reisen begegnete er Wesenheiten, die ihm die Einigkeit des großen Universums erklärten.
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Es ist Nacht, die Dunkelheit umgibt ihn und doch ist ihm so, als sei er aus einem Traum erwacht und gleitet nun in eine tiefere Wirklichkeit. In der Ferne sieht er viele Lichter. Er gleitet an zwei Sonnen vorbei und befindet sich nun im Sirius-System. Er "landet" auf dem Planeten "Maha" und ein Wesen, daß sich "Samana" nannte sprach ihn im Gedanken mit "suchende Seele" an.
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Bei der nächsten Seelenwanderung zu dem Planeten "Maha" wurde K. O. Schmidt erklärt, wie die Maha leben und daß eines Tages auch die Erdenmenschen so leben werden. Die Maha kennen keine Zeit und keinen Raum, sie nutzen nicht mehr die Schrift und die Sprache, sondern kommunizieren über Gedanken. Sie sind höher entwickelt als wir Menschen, aber das war nicht immer so...
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Früher waren die Maha auch Menschen mit Körpern, genauso wie wir es jetzt sind. Im Laufe der Zeit jedoch hat sich ihr Denken entwickelt, die Körper wurden zu vollkommenen Werkzeugen des Denkens. Unsere Sinne können die kosmischen Strahlungen noch nicht wahrnehmen. Nur wenige Menschen können eine Aura strahlen sehen. Wir achten noch zu sehr auf das Äußerliche. Erst wenn unsere Sinne soweit entwickelt sind, daß wir die Strahlungen sehen können, dann brauchen wir unsere Körper nicht mehr und leben genauso als "Energiewesen" wie die Maha und Millionen andere Wesen im Weltall. Aber diese Entwicklung wird noch sehr lange dauern.
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Da die Maha sehr hoch entwickelt sind, hatte Schmidt gefragt, ob sie Götter wären. Das wurde sofort verneint, obwohl sie mit Hilfe ihrer kraftvollen Gedanken eine Entwicklung eines Planeten in die richtige Richtung lenken könnten. Die passiert jedoch sehr selten, und wenn, dann auch nur ein klein wenig, um den Planeten vor dem Untergang zu bewahren.
Der Wille ist die eigentliche und bestimmende Kraft im Universum.
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In diesem Kapitel erklärt Schmidt, wie er auf eine "Reise" durch das Universum mitgenommen wurde, um die vielen Welten zu sehen, auf denen es Leben gibt. Die Gestaltung der Wesen richtet sich im Großen und Ganzen danach, in welcher Galaxie sie sich entwickelt. In unserer Galaxie findet man Wesen mit Armen und Beinen - in anderen gibt es Libellenartige Wesen oder welche, die unter Wasser leben.
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Hier wird nocheinmal beschrieben, wie die Entwicklung der Wesen abläuft. Vom Menschen, der noch sehr auf das Äußerliche achtet zum Maha, der auf die innere Harmonie achtet. Aber auch die Maha stecken noch in "Kinderschuhen" und werden eines Tages aufsteigen und Satya werden, noch höhere Wesen.
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Traurig darüber, daß er nun keine "Wanderungen" zu den mehr Maha unternehmen darf, hatte Schmidt nun doch die glückliche Gewißheit, daß es eine schöne Zukunft für den Menschen geben wird....
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In meinen Augen klingt das alles ja ein wenig utopisch, obwohl man einige Vergleiche zu anderen unabhängigen Aussagen ziehen könnte. Da wären z. B. die Todeserfahrungen, bei denen man erst durch einen dunklen Tunnel schwebt und dann diese Lichtgestalt sieht. Genauso sollen die Maha gewesen sein.
Man könnte jetzt annehmen, es handelt sich hier um einen Science Fiction-Roman, doch dem ist nicht so. Alles, was K. O. Schmidt in diesem Buch geschrieben hat, beruht auf Wahrheit und wurde von ihm selbst erlebt. Nun könnte man wiederum annehmen, daß dieser Schmidt ein kleiner Spinner ist, doch das scheint auch nicht der Fall zu sein.
Einige Worte zum Autor:
Karl-Otto Schmidt wurde 1904 in Schleswig-Holstein geboren und verbrachte den größten Teil seiner Jugend in Flensburg. Er erlernte die Berufe Buchhändler und Verwaltungsfachmann. Seit 1925 war er Verlagsbuchhändler im Baum-Verlag tätig, bis er 1941 von der Gestapo verhaftet wurde. Nach seiner Entlassung aus dem KZ Welzheim arbeitete er in verschiedenen Ämtern bis 1970 in seiner neuen Heimat Reutlingen.
Er war Herausgeber, Schriftleiter und freier Mitarbeiter in verschiedenen Fachzeitschriften wie JA, Die Weisse Fahne, Vivos Voco, Zu freien Ufern und Esotera. Seine damaligen Erfahrungen, die er unter anderem in diesem Buch geschrieben hat, bestimmten seine schriftstellerische Richtung.
Am 13. März 1972 bekam Schmidt auf Anraten des damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg durch Bundespräsident Heinemann, für seine schriftstellerischen Leistungen das Verdienstkreuz am Bande.
Seit Jahrzehnten veröffentlicht er nun sein geistiges Schriftentum und gibt somit Lebenshilfe. Mit über 100 Büchern in einer Auflage von ca. 2 Millionen Bücher in verschiedenen Sprachen, gehört K. O. Schmidt neben Norman Vincent Peale und Dr. Joseph Murphy zu den Klassikern des positiven Denkens.
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Wie ich ja oben schon erwähnte lese ich sehr viel über die Götter aus dem Alten Ägyten. Als ich auch vom Sirius-System las, war für mich klar, daß ich hierrüber auch mehr wissen möchte und so kam ich auch auf das Buch "Die Götter des Sirius". Doch ich muß gestehen, ich hatte mir unter dieses Buch etwas anderes vorgestellt. Es war für mich schwer nachzuvollziehen, was dort in diesem Buch geschrieben stand - ich bin eben ein sehr typischer Mensch und habe wohl noch nicht dieses geistige Denken und nutze wohl auch noch nicht alle meine Sinne, wie es in diesem Buch so schön heißt. Doch ich muß auch gestehen, daß dieses Buch am Ende eine beruhigende Wirkung auf mich hatte, da der Schriftsteller doch sehr überzeugend klar macht, daß nach dem körperlichen Tod noch nicht Ende ist.
Selbstverständlich ist auch klar, daß wir nicht die einzigen Lebewesen im Universum sind, doch daß wir in einer späteren Entwicklung die Körperhülle nicht mehr brauchen und nur noch "Energiewesen" sein sollen, ist für mich Utopie.
In meinen Augen passen die Aussagen von K. O. Schmidt auch nicht ganz mit den Geschichten der Alten Ägypter zusammen, denn sie wandelten ja noch als richtige Menschen auf der Erde herum mit "Hülle" und nicht als geistige Wesenheiten.
Trotz allem liest sich das Buch relativ leicht. Ab und zu werden mal Fachwörter benutzt, doch auch wenn man deren Bedeutung nicht hundertprozentig kenn, so versteht man doch deren Aussage.
Gekauft habe ich das Buch bei bol.de zu einem Preis von 12,90 DM.
Erschienen in der 4. Auflage im Artha Verlag als Taschenbuch mit 85 Seiten.
ISBN 3-89575-063-8
Danke für´s Lesen - FrauNeedle
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-05-28 22:23:33 mit dem Titel Lehrer sucht Schüler, um die Welt zu retten
Wieder einmal habe ich ein Buch erwischt, bei dem es verdammt schwer fiel, es aus der Hand zu legen. Als ich bei Ciao einen Bericht über das Buch „Ismael“ las, war mir gleich klar, das ist auch eins für mich – also gleich mal gekauft (was ich habe, hab ich) und ins Regal gestellt, denn durch meine Umbauarbeiten, blieb mir wenig Zeit zum Lesen.
Vor ungefähr einer Woche war es dann soweit, ich nahm das Buch zur Hand und fing an zu lesen, und las.... und las.... und las.....
Der Inhalt:
=*=*=*=*=*=
Als der Mann die Zeitungsanzeige las, in der stand „Lehrer sucht Schüler mit ernsthaftem Verlangen, die Welt zu retten“, warf er die Zeitung wütend in die Ecke. Was war das für ein verrückter Guru, der so etwas in die Zeitung setzte? Mehr aus Neugier, als aus Idealismus, ging er zu der genannten Adresse.
Dort traf er auf eine große Überraschung: Der Lehrer war niemand anderes als Ismael, ein Gorilla!
Der Gorilla konnte per Gedankenaustausch mit seinem neuen Schüler kommunizieren und so begann eine lange philosophische Unterredung, die über einige Wochen andauerte.
Sie redeten über die Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Warum sind Menschen Menschen geworden? Die gesamten Bewohner der Erde wurden in Nehmer und Lasser unterteilt und so lehrte Ismael die Geschichte der Nehmer und auch die Geschichte der Lasser.
Schnell lernte der Schüler, was Mutter Kultur schon seit Beginn der Zivilisation den Nehmern eintrichtert, warum Adam vom Baum die verbotene Frucht aß und warum Kain Abel erschlug. Am Ende, als Ismael mit seinem sogenannten Unterricht fertig war, fiel es dem Schüler schwer, Abschied zu nehmen. Er nahm alles Geld, was ihm zur Verfügung stand und wollte den Gorilla aus seiner „Gefangenschaft“ freikaufen, doch er erlebte eine Überraschung.....
°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°=°
Ein solches Buch wie Ismael habe ich bisher noch nie gelesen. Es ist in der Ich-Form geschrieben von der Seite des Mannes, also dem Schüler aus.
Mehr oder weniger handelt das ganze Buch nur von den Gesprächen zwischen Lehrer und Schüler, abgesehen von manchen Geschehnissen, die außerhalb dieser „Sitzungen“ stattfinden.
Beim Lesen hat man von Anfang an das Gefühl, als wäre man selbst der Schüler. Sehr oft passierte es mir, dass ich, wenn Ismael eine Frage an seinen Schüler stellte, selbst erst mal nach einer Antwort suchte, bevor ich weiter las. Nun kann man ja sagen, dass man so etwas auch bei vielen anderen Bücher hat, aber nicht in dieser Intensität. Es ist wirklich so, als ob ich selbst das Gespräch mit dem Gorilla geführt habe.
Sehr interessant fand ich die Erklärung der kulturellen Bedeutung von Adam und Eva und der verbotenen Frucht. Auch die Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel erschlug, ist toll. Kain war der Nehmer und Abel der Lasser – und Kain erschlägt Abel auch heute noch!
Das Wort „Evolution“ bekommt plötzlich eine neue Bedeutung für mich.
Hier noch zwei Kritiken, die auf der Buch-Rückseite stehen:
Bücherpick – „Eine faszinierende Version der Weltentstehungsgeschichte aus kritisch-ökologischer Sicht.“
Playboy – Ein Roman mit verblüffend-brillianten Gedanken, ein Roman, der das Zeug zum Kultbuch hat.“
Dieses Buch regt gewaltig zum Überlegen an und man hat am Ende das Bedürfnis, die Welt zu verbessern und die Evolution wieder in Ordnung zu bringen. Auch wenn es fast ausschließlich um die Gespräche zwischen Lehrer und Schüler geht, ist es unheimlich spannend zu lesen, so dass ich wahrhaftig Schwierigkeiten hatte, es aus der Hand zu legen. Aus diesem Grund bekommt es auch von mir eine ausdrückliche Empfehlung.
Daten:
*=*=*=*
Titel: Ismael
Autor: Daniel Quinn
Verlag: Goldmann
Seiten: 250
ISBN: 3-442-42376-7 weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Kranich, 22.03.2006, 02:34 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
sh - *lg* und danke für gute rückbewertungen :-))
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Ein farbloser Roman ohne Seele...
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Wie gut, dass es Bibliotheken gibt und man dadurch bei den heutigen
Wucherpreisen für Bücher ruhig auch mal einen Fehlgriff landen darf. So
geschehen ist mir dies vor wenigen Tagen mit einem Roman namens Die
Aztekin von einem Autor namens Colin Falconer. Der Klappentext klang sehr spannend, zumal ich schon immer für Indianer und die Hochkulturen Mittel- und Südamerikas interessiere. Hier nun der Grund, warum ich dieses Buch niemandem empfehle:
Story:
In seiner eigenen Form handelt die Geschichte von der Eroberung des großenReiches der Azteken durch die Spanier. Hernán Cortés, bekanntermaßen der Anführer jener relativ kleinen Gruppe von Eroberern, die im 16. Jahrhundert im Namen der christlichen Kirche Tod und Verwüstung über jene große Zivilisation brachte, spielt eine der Hauptrollen in Falconers Roman. Er landet mit seinen Männern in Südamerika, wo er sich als intelligenter und autoritärer Feldherr den Respekt seiner Leute erhält und mit scheinbarer Diplomatie und geschickt eingesetzter Grausamkeit die Indianer Untertan macht und dabei in der Gier nach großen Mengen Gold der glanzvollen
Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan näher kommt, um sie zu erobern.
Doch all das wäre nicht möglich ohne Mali, eine treue, schöne Verbündete ausdem Volk der Azteken, die in Cortés den zurück gekehrten Gott Gefiederte Schlange sieht und außerdem selbst ihre persönlichen Rachepläne gegen den Aztekenkönig Montezukoma hegt.
Sie wird schließlich Cortés' Geliebte und mit ihrer Hilfe gelingt ihm der Vorstoß in die große Hauptstadt. Auch als sie längst Zweifel an seiner Identität als Gottheit hat, bleibt sie seine treue Untergebene und hat damit ihren Anteil am Untergang des Volkes der Azteken...
Meinung:
Die Geschichte klingt auf den ersten Blick sehr spannend und so begann ich auch begierig sie zu lesen. Sie beginnt mit der Landung in Südamerika und der Bekanntmachung mit den wichtigsten Personen. Nun ja, es ist selten dass ein Buch schon in dieser Phase spannend ist. Wenn ein Autor es aber nach der Hälfte des Buchesnoch nicht geschafft hat, Spannung aufzubauen und man sich nur noch zwingen muss weiterzulesen (bis man dann die letzten Kapitel nur noch durchblättert
und überfliegt, um zu wissen wie es ausgeht), kann man doch davon ausgehen mit diesem Werk einen ziemlichen Griff ins Klo gelandet zu haben.
Aus einer solchen Geschichte hätte man viel machen können, einen großen
historischen Roman mit zahlreichen geschichtlichen Hintergründen, Einblicken in die Kultur der Azteken und interessanten Charakteren.
Nicht, dass die Ausführungen über Glauben und Leben jenes großen Volkes
nicht da wären. Im Gegenteil, sind diese häufig in wenigen Sätzen
abgefassten Beschreibungen von Ritualen, Kulten und Bauten das einzige, was das Buch interessant macht. Denn bei allem was einen guten Roman ausmachen sollte, hat der Autor kläglich versagt.
Fangen wir mit den Charakteren an. Cortés erweißt sich als großer,
intelligenter und ebenso grausamer Führer. Falconer gibt ihm auch eine
menschliche Seite, die ihm die Historie oft aberkennt. Doch schafft der
Autor es nicht den Leser irgend einen Bezug zu seiner Hauptfigur finden zu lassen. Man betrachtet Cortés, wie alle anderen handelnden Personen, rein von außen wie eine Figur im Wachskabinett. Er bleibt ein Mensch, in den man sich nicht hinein versetzen kann.
Doch viel mehr hätte man von der weiblichen Hauptfigur erwarten können.
Mali, die junge Aztekin mit stolzem aber durchtriebenen Charakter, die einen Hass hegt gegen ihr eigenes Volk. Sehr intelligent soll sie sein und als Führerin geboren, erscheint dem Leser doch meist nichts anderes zu sein als ein naives Kind, das blindlings einer Geschichte folgt, die es mit neun Jahren gehört hat und dafür sein Volk und ihre Kultur auf das Grausamste verrät. Sie erscheint einseitig und unsympathisch, so dass es schwer ist ihre Beweggründe zu verstehen.
Auch alle anderen Figuren bleiben weitgehend farblos, alle Betrachtungen zerrütteter oder wilder Seelen bleiben oberflächlich und unbefriedigend.
Die Abschnitte und Kapitel des Buches sind meist ungewöhnlich kurz gehalten. Falconer scheint an Beschreibungen und Ausschweifungen zu sparen wo er nur kann. Und genau hier liegt die größte Schwäche des Buches. Es gelingt ihm in keinster Weise eine Atmosphäre aufzubauen. In stickige, feuchte, insektenverseuchte Sumpflandschaften kann der Autor den Leser genauso wenig führen wie in tiefe Abgründe der menschlichen Seele. Seine Sätze sind kurz und solide, seine Wortwahl überlegt und abwechslungsreich, aber mehr nicht.
Falconer hat nicht die Fähigkeit großer Schriftsteller den Leser in die Zeit und an die Orte seines Geschehens mitzunehmen.
Schade, um ein so schönes Thema, aber ich war von Falconers Roman sehr
enttäuscht, der auch beim besten Willen nicht mehr als durchschnittlich ist.
Der Roman erschien 1997 bei Heyne. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Ich bin ein ZONENKIND
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Heute widme ich mich einem Buch, das in mir verschiedene Gefühle ausgelöst hat. Ein Buch über meine Vergangenheit, meine Kindheit, meine Jugend. Oder vielleicht doch nicht?
JANA HENSEL „ZONENKINDER“
Ich bin ein Zonenkind (um es mal mit den Worten von Jana Hensel zu beschreiben). Mein Freund bezeichnet mich schon seit Jahren als (seinen Lieblings-) Zonie. Ich kann damit leben, obwohl einige meiner Freunde aus dem Osten nicht verstehen, warum ich mir das von ihm gefallen lasse. Er meint es doch liebevoll!!! Warum sind wir Ossis denn so verdammt empfindlich???
Ich wurde 1978 in der DDR geboren und bin auch dort aufgewachsen. Ich lebte in (man kann wohl sagen) gut situierten Verhältnissen, mir hat es weder zu DDR-Zeiten noch nach der Wende an irgendetwas gefehlt. Das liegt zum einen wohl daran, dass meine Eltern beide in der Partei und beide im öffentlichen Dienst waren. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich die DDR als Kind noch mit völlig anderen Augen gesehen habe?!?
WIE ICH ZU DEM BUCH KAM
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Die Nachbarin meines Freundes fand es schon immer recht drollig, wenn er mich in bestimmten Situationen seinen Lieblingszonie nannte. Da ich keinen Hehl aus meiner Herkunft mache und bisher auch Fragen aus meinem Umfeld recht offen gegenübergetreten bin, haben Tina (so heißt die Nachbarin) und ich uns in ein tiefes Gespräch über die Zeit im Osten verstrickt. Sie wollte soviel über meine Gefühle und Empfindungen bei einem Rückblick wissen, dass ich sie dann doch fragte, wie sie denn überhaupt darauf komme.
Dann holte sie das Buch „Zonenkinder“ von Jana Hensel hervor. Sie ist wohl beim letzten Einkauf darüber gestolpert und da es nicht allzu dick war, hat sie es gekauft und mit dem Lesen begonnen. Nur konnte sie einige Schilderungen nicht ganz nachvollziehen. Und genau das wollte sie jetzt von mir wissen.
Mein Interesse an dem Buch war bald geweckt und so versprach Tina, mir das Buch zu leihen sobald sie mit dem Lesen fertig ist.
Das war ungefähr Ende November. Dann rückte Weihnachten immer näher und mir fehlten diverse Geschenkideen. Bei einem Bummel durch die Geschäfte fiel mir dann genau dieses Buch in die Hände. Also kaufte ich gleich 2 davon: Eins für meine Mutter und eins für meine Mitbewohnerin – beides Ossis – und war auf deren Meinung gespannt.
DIE ERSTEN REAKTIONEN
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Sie machten beide das gleiche verwirrte Gesicht, als sie den Titel des Buches lasen. Irgendwie haftet in den Köpfen aller (ein wenig wohl auch in meinem) ein gewisser Hintergedanke zu eben dieser „Zonie“-Bezeichnung. Nachdem beide den Buchrücken gelesen hatten, waren sie aber gespannt, was sie in diesem Buch erwartet. Sollte es doch um unsere Erinnerungen gehen.
Da ich bis dahin nur Tinas Erzählungen und einen TV-Bericht über dieses Buch kannte, konnte ich ihnen auch nicht sagen, wie das Buch nun wirklich ist. Ich habe sie gebeten es in Ruhe zu lesen, und mir dann ihre Meinung mitzuteilen.
Christina machte sich auch gleich an die „Arbeit“ und meinte schon nach einem Kapitel zu mir: Hey, hier jagt ein AHA-Effekt den nächsten. Nach 2 Tagen war sie fertig und übergab mir das Buch. Der Meinungsaustausch sollte also nach meiner Lesung folgen.
DAS BUCH UND MEINE ANSICHTEN
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Wir haben das Buch als gebundene Ausgabe (172 Seiten). Es ist 2002 beim Rowohlt-Verlag erschienen.
ISBN: 349802972X
In großen roten Buchstaben prangt das Wort ZONENKINDER auf einem beige-farbenen Untergrund.
Die Autorin Jana Hensel war im November 1989 13 Jahre alt (nur 2 Jahre älter als ich zum damaligen Zeitpunkt) und ist in Leipzig aufgewachsen. In diesem Buch fasst sie ihre Erinnerungen an ihre Kindheit in der DDR und ihr Erwachsenwerden als Wossi zusammen.
So erinnert sie sich zum Beispiel an ihre Schulzeit: die typischen Pioniertreffen, Timuraktivitäten, Eigenheiten aus dem Schulalltag. Das alles schildert sie mit einem leicht wehmütigen Ton. Ich weiß genau, wovon sie spricht, da ich die gleichen Erfahrungen gesammelt habe und den von ihr angeführten Zusammenhalt und die Unbeschwertheit unseres Schulalltages auch in sehr schöner Erinnerung behalten habe.
Jana Hensel schreibt auch über die Beziehung zu ihren Eltern und zu Respektspersonen wie Lehrern oder der Patenbrigade. Wie das Elternaktiv und die Patenbrigade gemeinsam Ausflüge organisiert hat. Unser Verhältnis zu Idolen – und wenn ihr mich fragt, hatten wir davon mehr als genug – in politischer und sportlicher Sicht. Wir hatten Teddy (Ernst Thälmann), Margot Honnecker, Irma Thälmann aber auch Katharina Witt, Jens Weisflog später dann die Gold-Franzi, Jan Ullrich, Henry Maske... „Unsere Ossis halt.“
Dem Erfolgsdruck in sportlicher Hinsicht hat Jana Hensel ein ganzes Kapitel gewidmet. Wie wir bei Olympischen Spielen vor dem Fernseher gehockt haben, immer in der Hoffnung, nach den Russen die beste Nation zu werden, wie wir mit unseren Assen gefiebert und sie veehrt haben....
All das sind Erinnerungen und Empfindungen, die ich teile.
Und zwischendrin immer wieder die Zeichen der Veränderung: unsere Heimatstädte, die sich so schrecklich (aber schön) verändert haben. Klar ist unser alter Spielplatz verschwunden und wurde durch einen neuen ersetzt, oder unsere Schul wurde renoviert und erinnert so gar nicht mehr an die Penne, in die wir Jahr für Jahr 6 Tage die Woche gerannt sind. Ich weiß auch hier, wovon sie spricht – aber nicht wieso sie das alles nur wehmütig sieht. Sicher es sind unsere Erinnerungen, und all diese Gefühle hatte ich auch schon mal, aber ich habe mich nicht ganz so schwer getan, dies zu akzeptieren, wie es bei Jana Hensel den Anschein macht.
In einem Kapitel berichtet sie über die „Wendegeneration“ über die niemand spricht. Sie meint uns damit. Uns, die wir die Kindheit im Sozialismus und die Jugend im Kapitalismus erlebten. Wir sind nicht die letzte echte Generation DDR-Bürger, das waren unsere Eltern. Wir sind aber auch nicht, die ersten eingeborenen Wessis im Osten, die sind ca. 10 Jahre jünger als wir.
Wir haben die Zeit der 90er Jahre zur Anpassung an unsere westlichen Altersgenossen genutzt, fühlten uns wie zwishen zwei Stühle gesetzt. Zitat“Wir waren keine DDR-Bürger mehr, aber deshalb noch lange keine Wessis“.
Jana Hensel stellt die These auf, dass wir die Umstellung am leichtesten weggesteckt haben, aber auch die mit den größten Verlusten sind, da man uns laut Jana Hensel die Kindheit gestohlen hat.
Ob das jeder so sieht? Entscheidet, wenn ihr das Buch selbst gelesen habt.
MEIN FAZIT
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Ich erinnere mich an Christinas Worte: Hier jagt ein AHA-Effekt den nächsten. Damit hat sie recht. Für mich war dieses Buch ein Schwelgen in Kindheitserinnerungen, die mein Freund (danke für dein Verständnis) über sich ergehen ließ, weil ich jede noch so kleine Übereinstimmung mit ihm diskutieren musste.
Ich fand das Buch für mich als Ossi sehr hilfreich, weil ich wieder einmal an Dinge gedacht habe, die in Vergessenheit geraten waren. Trotzdem bezweifel ich, ob Wessis das Buch interessant finden, oder überhaupt etwas damit anfangen können, wenn sie niemandem in ihrem engeren Umfeld haben, der das gelesene erklärt.
Liebe Grüße,
Diana
PS: Jegliche Begriffe wie z.B. Ossi, Wessi, Wossi, Zonie etc. enthalten keine Wertung im negativen oder positiven Sinn, es sind einfach nur Worte. weiterlesen schließen -
Kabale und Liebe
Pro:
-
Kontra:
den inhalt kent man schon so ziemlich von romeo und julia
Empfehlung:
Nein
Hallo,
heute möchte ich ein bisschen was über das Buch Kabale und Liebe von Friedrich Schiller zum Besten geben. Wir haben das Buch gerade in Deutsch gelesen und ich fand es gar nicht mal so schlecht. Und vielleicht nützt es ja auch dem einen oder anderem was :-)
Der Autor
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Friedrich Schiller lebte zwischen 1759 und 1805 und war ein berühmter Autor des Sturms und Drangs, was man auch deutlich in seinen Werken merkt.
Kabale und Liebe war mit Die Räuber eines der ersten Werke. In seinen Büchern baute er Erfahrungen seines eigenen Lebens aber auch politische Hintergründe mit ein.
Personen
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In Kabale und Liebe sind die Hauptpersonen Ferdinand von Walter und Luise Millerin. Ferdinand von Walter ist der Sohn des Präsidenten von Walter, und Luise ist die Tochter von dem Stadtmusikanten Miller. Außerdem kommen die Lady Milford, Wurm, ein Haussekretär des Präsidenten, Sophie, die Kammerjungfer der Lady und verschiedene Nebenpersonen in dem Stück vor.
Konflikt
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In Kabale und Liebe geht es um den Konflikt zwischen Adel und Bürgertum. Ferdinand, ein Adliger, liebt Luise, eine Bürgerliche. Es ist ein bürgerliches Trauerspiel.
Die Kabale, ein Verbrechen, geht von Wurm aus, da er selbst das Paar trennen will, weil er selbst Luise heiraten will.
Inhalt
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1. Akt:
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Miller und dessen Frau reden über ihre Tochter und ihre Liebe zu dem Präsidentensohn. Der Vater ist sehr aufgebracht und seine Frau versucht ihn zu beruhigen. Dann kommt Sekretär Wurm zu dem Haus der Familie Miller, der eigentlich Luisen ehelichen will. Die Mutter von Luise versucht Wurm zu erklären, dass ihre Tochter einen anderen liebt und ihn bestimmt nicht heiraten will. Wurm ist darüber sehr aufgebracht und um ihn beruhigen, verspricht Herr Miller noch einmal mit seiner Tochter zu sprechen.
Dann kommt Luise zu ihren Eltern und gesteht ihnen, wie sehr sie Ferdinand von Walter liebt, doch dass sie auch ihre Eltern über alles liebt und sie nie aufgeben würde.
Dann kommt der Sohn des Präsidenten und die Eltern von Luise gehen hinaus.
Während die beiden Liebenden zusammen sind, gestehen sie sich ihre Liebe zueinander und versprechen sich, dass sie immer um ihre Liebe kämpfen werden.
Unterdessen unterhält sich der Sekretär Wurm mit dem Präsidenten. Wurm erzählt ihm, dass sein Sohn sich in die Tochter des Geigenspielers verliebt hat, der Präsident findet das gar nicht so schlecht, weil er denkt, dass sein Sohn sie zu seiner Mätresse machen wird und je mehr Mätressen man früher hatte, desto mehr wurde man anerkannt.
Dann reden sie noch, dass Ferdinand von Walter mit der Lady Milford verheiratet werden soll.
Dann kommt Hofmarschall von Kalb, ein guter Freund des Präsidenten und der Präsident sagt ihm, dass er in der Stadt überall sagen soll, dass Ferdinand und Lady Milford heiraten werden.
Als nächstes folgt ein Gespräch zwischen Ferdinand und seinem Vater, in welchem er seinem Sohn vorschlägt, Luise zu seiner Mätresse zu machen und Lady Milford zu seiner Frau zu nehmen. Ferdinand ist sehr aufgebracht darüber.
2. Akt
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Lady Milford unterhält sich mit ihrer Kammerjungfer Sophie über die Hochzeit mit Ferdinand. Dann kommt ein Kammerdiener des Herzogs um ihr Diamanten zu schenken, welche durch den Soldatenhandel bezahlt wurden. Als die Lady das erfährt, schmeißt sie die Diamanten weg. Dann tritt Ferdinand ein und gesteht Lady Milford, dass er eine andere liebt, daraufhin beschließt die Lady, ihn nicht zu heiraten, was sie ihm aber noch nicht direkt sagt. Dann geht Ferdinand zu Luise und ihrer Familie, wo auch kurz darauf sein Vater eintrifft. Alle unterhalten sich angespannt und der Präsident behandelt Luise wie die Hure seines Sohnes, worüber das Liebespaar sehr aufgebracht war. Als der Präsident Luise und ihre Eltern einsperren lassen will, will Ferdinand seinen Vater umbringen, woraufhin dieser alle frei lässt.
3. Akt
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Der Präsident unterhält sich mit seinem Sekretär Wurm, worauf dieser einen Plan äußert. Die Eltern von Luise sollen eingesperrt werden, und Luise soll gezwungen werden dem Hofmarschall von Kalb einen Liebesbrief zu schreiben, den der Präsidentensohn dann finden soll. Daraufhin soll die Beziehung der beiden scheitern und Ferdinand mit Lady Milford verheiratet werden.
Dieser Plan gelingt auch, Luise schreibt den Brief und bekommt ihre Eltern wieder, und alle leisten einen Eid, dass sie niemanden erzählt, was vorgefallen war.
4. Akt
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Als Ferdinand den Brief an den Hofmarschall liest, will er diesen zum Duell vordern, was er dann aber unter gutem zureden aufgibt. Danach treffen Vater und Sohn aufeinander und Ferdinand betet seinen Vater um Verzeihung, und dass er die Lady unverzüglich heiraten will.
Dann treffen Luise und Lady Milford aufeinander und Luise beschimpft die Lady, welche die in dieser Unterhaltung merkt, dass die beiden sich wirklich lieben.
5. Akt
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Luise und ihr Vater unterhalten sich und der Vater sagt zu ihr, dass wenn sie sich umbringen will, er ihr nicht im Wege stehen wird, aber sie sich vorher überlegen soll, ob es wirklich der einzige Ausweg ist.
Dann kommt Ferdinand und bittet Luise mit ihm zu fliehen, damit sie irgendwo ein neues Leben beginnen können. Aber Luise will das nicht. Darauf hin vergiftet er Luise und im Sterben gesteht sie ihm die Intrige, welche durch seinen Vater zustande kam.
Dann stirbt sie und Ferdinand trinkt den Rest der vergifteten Limonade. Als letztes trifft er noch einmal auf seinen Vater und er verzeiht ihm im Augenblick des Todes die Intrige.
Ende
Man erkannt, dass es ein Stück es Sturmes und Dranges ist, da sich Ferdinand gegen seinen Vater auflehnt. Außerdem war Shakespeare das Vorbild dieser Zeit und das Stück Kabale und Liebe enthält so ähnlich den Inhalt wie Romeo und Julia.
Meine Meinung
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Ich finde das Buch gar nicht mal soo schlecht. Es ist aber auch nicht gerade spannend.
Man weis eigentlich schon am Anfang des Buches, das die beiden sterben werden, deshalb habe ich auch das Ende gleich mit hingeschrieben.
Vielleicht hat ja jemanden ludst bekommen dieses Stück zu lesen.
Eure Kleine125 weiterlesen schließen -
"Mr. Aufziehvogel" von Haruki Murakami - Perücken und feuchte Träume
08.06.2002, 16:44 Uhr von
Daverigger
Der Name ist Daverigger und die Interessen sind breit gestreut. Ich schreibe gerne über Bücher, M...Pro:
Interessante Geschichte
Kontra:
Hätte ausführlicher sein können
Empfehlung:
Nein
Ich habe bisher mehrere Bücher von Haruki Murakami gelesen, darunter auch "Gefährliche Geliebte" und "Naokos Lächeln". Ich war bisher von jeder Geschichte aus Murakamis Feder beeindruckt und beim Lesen dieser Bücher gefesselt bis zur letzten Seite. Seine Geschichten sind roh, oft surreal und versprühen einen einzigartigen Charme, der sich in einer unglaublich bildhaften Erzählweise niederschlägt, die ihresgleichen sucht und den Leser immer wieder in eine Welt entführt, die in ihrer unglaublichen Vielfalt absolut einzigartig erscheint.
Ich ging daher mit sehr hohen Erwartungen an "Mr. Aufziehvogel" heran. Ich kannte den Autor, seine Geschichten und seine Erzählweise, war von seiner Sprache beeindruckt und konnte mir einfach nicht vorstellen, dass man mit einem seiner Bücher einen Fehlgriff tun könnte, gerade wenn das Buch vom Spiegel und anderen namenhaften Zeitschriften als eines seiner besten Werke tituliert wird. Um so enttäuschter war ich nach der Lektüre.
Aber erst einmal ein kurzer und sehr grober Überblick über die Story von "Mr. Aufziehvogel".
Toru Okada ist ein junger, verheirateter und momentan arbeitsloser gelernter Jurist, dessen Frau Kumiko in der Redaktion einer Zeitschrift arbeitet. Das Leben des Pärchens verlief in den vergangenen 6 Jahren ihrer Ehe stets normal. Doch plötzlich sind da diese Anrufe einer fremden Frau, die mit Toru Telefonsex machen will, der nach Kumikos Bruder benannte Kater Noboru Wataya ist plötzlich verschwunden, und dann lernt Toru auch noch die 16jährige May Kashara kennen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun scheint, als sich im Garten zu sonnen und nicht im Mindesten daran denkt wieder in die Schule zu gehen, sondern lieber darüber nachdenkt, wie wohl die „Sache Tod“ aussieht und sich in den Händen anfühlt, wenn man sie fassen könnte.
Kumiko ist der Kater sehr wichtig, daher engagiert sie die medial veranlagten Schwestern Malta und Kreta Kano, mit denen sich Toru treffen soll. Auch Noboru Wataya soll bei diesem Termin dabei sein, was Toru einiges Unbehagen bereitet, da Noboru seit jeher das schwarze Schaf der Familie ist. Niemand kann ihn leiden, er ist hochintelligent, stets abweisend, schroff und gedanklich so gut wie immer in seiner eigenen, seltsamen Welt.
Und nach diesem Treffen beginnt die Geschichte wirklich merkwürdig zu werden. Kumiko verschwindet plötzlich, der Kater taucht auch nicht wieder auf und Toru beginnt, feuchte Träume von Kreta Kano zu haben und klettert für mehrere Tage auf den Grund eines Brunnens auf dem Nachbargrundstück.
Für Toru ist nach diesen einschneidenden Erlebnissen nur eins klar: Er muss Kumiko zu sich zurückholen, egal wie, und nachdem er einen Brief von ihr erhält, in dem sie ihm erklärt warum sie ihn verlassen hat, bildet sich auf seiner linken Wange ein großes, dunkelblaues Mal, wie ein Leberfleck.
Und mit diesem Mal beginnt eine völlig neue Geschichte um den jungen, verlassenen und orientierungslosen Mann, der von May Kashara in Anlehnung an den Vogel, der jeden Morgen durch seinen Gesang vor Torus Haus die Feder der Welt neu aufzuziehen scheint, "Mr. Aufziehvogel" genannt wird und eine dubiose Agentur, betrieben einzig von Frau Muskat und ihrem stummen Sohn Zimt, die sich Aufziehvogels Mal auf der Wange zunutze machen wollen.
Die Geschichte scheint auf den ersten Blick seltsam, zusammenhanglos, undurchsichtig, unlogisch und wie aus einem surrealistischen Albtraum abfotografiert zu sein. Und an vielen Stellen ist es auch tatsächlich so.
Das Buch ist durchwachsen wie eine Scheibe Roastbeef, durchzogen von zu vielen Sehnen. Zu Beginn liest es sich wie fast jedes Buch von Murakami. Locker, luftig, köstlich. Aufziehvogel kocht sich Spaghetti und es herrscht Alltagsstimmung, doch diese wird durch den plötzlichen Anruf einer Unbekannten zerfetzt, die mit ihm anscheinend Telefonsex machen will. Nach und nach häufen sich die seltsamsten Ereignisse rund um den arbeitslosen Aufziehvogel und er wird in einen Strudel der Merkwürdigkeiten hineingesogen.
Doch irgendwann fängt es an. Es tauchen Passagen auf, die genauso wie die Sehnen im Roastbeef schwer zu kauen sind und in den Zähnen hängen bleiben. Unangenehm stechen sie aus dem vollkommen erscheinenden Ganzen der Geschichte um Aufziehvogel, seiner Frau Kumiko, May Kashara und den vielen anderen mehr oder weniger durchsichtigen Charakteren heraus. Dies sind z.B. die ellenlangen Briefe von Leutnant Mamiya, oder die ausschweifenden Schilderungen von Muskats Vergangenheit.
Schier unerträglich scheinen sich diese Kapitel auszudehnen und die eigentliche Geschichte in den Hintergrund zu drängen, als gäbe es in "Mr. Aufziehvogel" nichts anderes mehr.
Eine Sache, die mir auch eher negativ als positiv in Erinnerung geblieben ist, bezieht sich auf die unterschwellige, manchmal sogar prall hervortretende Erotik, die sich durch den ganzen Roman zieht. Kumiko und Kreta Kano als Prostituierte des Körpers und des Geistes, als willenlose Befriedigungsmaschinen der verschiedensten Männer, das lustvolle Erkunden von Torus Mal mit der Zunge durch die Kundinnen von Muskat und Zimt, und die dauernden feuchten Träume Torus, wenn er sich wieder und wieder im Traum mit Kreta Kano vereinigt.
Vielleicht mögen all diese erotischen Zwischenspiele für die Handlung von Wichtigkeit sein, aber irgendwie stört es beim Lesen auch hin und wieder. Spätestens nach dem 3ten "Und ich bemerkte, das ich in die Unterhose ejakuliert hatte" wird es eher langweilig und nervend als interessant oder neugierigmachend.
Natürlich hat "Mr. Aufziehvogel" auch einige positive Aspekte. Die Geschichte an sich ist sehr ungewöhnlich und durch Murakamis Gabe, selbst das irrwitzigste als vollkommen natürlich erscheinen zu lassen, wirkt die Welt von Toru Okada zu beginn der Geschichte natürlich und mehr als nur "normal". Doch die Häufung der Seltsamkeiten, die mit dem ersten anzüglichen Anruf der Unbekannten Frau beginnt, fällt dem Leser zuerst nicht wirklich auf. Murakami beschreibt Toru’s Gedanken, Worte und Handlungen in einer Leichtigkeit und auch Genauigkeit, in der man sich als Leser verliert. Alles ist normal, alles ist ruhig, alles ist gut, auch wenn es nicht so ist.
Die Katze ist verschwunden und seine Frau ebenso, doch Mr. Aufziehvogel legt sich erst mal auf die Couch, döst ein bisschen und isst sich etwas Kartoffelsalat nachdem er den ausgetrockneten Brunnen vom Nachbargrundstück mitten in der Nacht verlassen hat, in dem er fast 3 Tage gesessen hat ohne etwas zu essen. Man liest das und denkt sich nichts dabei. Natürlich, jeder von uns hat doch schon mal für ein paar Tage auf dem Grund eines ausgetrockneten Brunnens gesessen, oder etwa nicht? Das ist das Besondere an Murakamis Geschichten. Er erzeugt Normalität, wo keine ist, füllt leeren Raum mit etwas, das man als Leser nicht erkennen, erfassen kann, aber dennoch da ist, wie ein weiches Polster, das alles unnatürlich auffängt, bevor es uns mit unvermittelter Härte treffen und unangenehm auffallen kann.
Genauso verrückt wie die Story sind auch die Charaktere, die neben Toru "Aufziehvogel" Okada eine wichtige Rolle spielen. Neben Malta und Kreta Kano, den beiden medial veranlagten Schwestern, die geheimnisvolle mystische Kräfte besitzen und sich nach ihren Lieblingsinseln getauft haben, wären da zum einen noch May Kashara, die 16-jährige nicht-Schülerin, die den ganzen Tag in ihrem Garten liegt, sich bräunt und als Nebenjob Marktforschungsanalysen für eine Firma anstellt, die Perücken entwirft und herstellt. Außerdem wäre da noch Muskat, die modebewusste, reiche Agenturchefin, die Toru für ihr "Geschäft" engagiert und ihn komplett neu mit teuren Anzügen und Accessoires ausstattet, weil sie gegen schlechten Geschmack bei Kleidung allergisch ist, und ihr Sohn Zimt, der als kleiner Junge aufgehört hat zu sprechen, weil er keinen Sinn darin sieht. Noboru Wataya, Kumikos Bruder, der Sonderling der Familie, der hochintelligent seine Karriere bis in die hohen Etagen der Lokalpolitik geplant hat und skrupellos alles tut um seine Ziele zu verwirklichen und dabei sogar seine "spezielle Kraft" benutzt. Und zu guter Letzt wäre da noch der Kater von Mister Aufziehvogel, zu Beginn der Geschichte noch mit seinem ursprünglichen Namen, Noboru Wataya (Er sieht angeblich Kumikos Bruder sehr ähnlich) bezeichnet, später von Toru in "Oktopus" umgetauft, weil der Kater nach über einem Jahr Abwesenheit als erstes Tintenfisch fraß. Dieser ist das Wesen, das ihm über lange Zeit hinweg die nötige Wärme und Zuneigung gibt, die Toru braucht um nicht zu verzweifeln.
Natürlich gibt es in "Mr. Aufziehvogel" noch weitaus mehr Personen die auftauchen und das Leben von Toru Okada beeinflussen und/oder in gewisse Bahnen lenken, aber die hier genannten sind zweifelsohne die wichtigsten. Auch an diesen extrem kurzen Beschreibungen wird deutlich, wie unkonventionell Murakami diese Geschichte gestaltet hat.
Ich weiß nicht, was der große Unterschied zwischen diesem Buch und den anderen von Murakami ist. Die erzählten Geschichten finden alle in der Gegenwart statt, jedes Mal in Japan, es sind ganz normale Menschen, die plötzlich mit Dingen konfrontiert werden, die sie aus ihrem alltäglichen Leben herauskatapultieren.
Noch nicht mal Banalitäten wie z.B. das Design des Buchcovers hebt sich ab. Bunt, psychedelisch-bunte Farben und ein Auge sind vorne zu sehen. Aufziehvogel lässt grüßen.
Während ich die im Ganzen 765 Seiten, die sich in 2 "Bücher" unterteilen, gelesen habe überkam mich das zu Beginn angesprochene Zähigkeitsgefühl mehrere Male, und obwohl es weitaus mehr interessante und fesselnde Passagen gibt als jene langweiligen, trockenen und nervenden. Richtiger Lesespaß, der von der ersten bis zur letzten Seite an die Geschichte bindet, richtiggehend fesselt und das Gefühl erzeugt, man müsse das Buch unbedingt in einem Rutsch durchlesen, entsteht leider nicht. Ich war oftmals versucht, das Buch gänzlich in mein Regal zu verbannen. Manche Passagen, die sich auf den Lesefluss lähmend auswirkten habe ich sogar übersprungen, dies zwar nur 2 oder 3 Male, aber selbst 1x ist meiner Ansicht nach schon viel zu viel und darf in einem guten Buch nicht vorkommen!
Ich mag die Bücher von Haruki Murakami, habe mehrere gelesen und besitze diese auch. Ich muss sagen, dass, so sehr mich die vorhergehenden auch beeindruckt und gefesselt haben, "Mr. Aufziehvogel" nicht vermochte, mich auf die gleiche oder eine vergleichbare Weise zu faszinieren. Trotz der unvergleichlich individuellen Charaktere und der verqueeren Story kommt kein wirklicher Lesegenuss auf. An manchen Stellen hatte ich sogar das Gefühl, Murakami selbst habe beim Schreiben den Überblick über sein Werk verloren, so verworren und unlogisch setzte sich das Geschehen fort.
Wie schon angesprochen, wird "Mr. Aufziehvogel" in 2 Bücher unterteilt. Das erste Buch von S. 9 – 223 mit dem Titel "Die diebische Elster, Juni und Juli 1984", und das zweite Buch, von S. 227 – Ende mit dem Titel "Vogel als Prophet, Juli bis Oktober 1984".
Ich kann das Buch zusammenfassend nicht wirklich weiterempfehlen, es dürfte nur für wirklich hartgesottene Liebhaber und Fans geeignet sein, Einsteiger in die Welt von Haruki Murakami sollten tunlichst die Finger von diesem Roman lassen!
Der Preis von ca. 12,5 € mag zwar für die 765 Seiten der Taschenbuchausgabe gerechtfertigt sein, aber der Inhalt ist mir das Geld nicht wert. Ich würde es zwar nicht als Fehlkauf bezeichnen, aber dies ist wirklich ein Buch, das man sich besser nur ausleiht, liest und dann wieder loswird. Ich finde dies zwar schade, aber ich glaube kein Künstler oder Schriftsteller kann von sich behaupten ausschließlich Meisterwerke geschaffen zu haben.
Zum Schluss noch eine kleine Kostprobe für Murakamis bessere, gelungene Passagen in diesem Buch, ein Stück Text, das ich sehr schön finde:
"Als wir nebeneinander durch den Wald zurückgingen, zog May Kashara ihren rechten Handschuh aus und schob die Hand in meine Tasche. Das erinnerte mich an Kumiko. Sie hatte das früher auch oft getan, wenn wir im Winter zusammen spazieren gegangen waren; so konnten wir uns an einem kalten Tag eine Tasche teilen. Ich hielt May Kasharas Hand in der Tasche fest. Es war eine kleine Hand, und warm wie eine einsame Seele."
Wen es interessiert: Dieser Roman wurde von Giovanni Bandini und Ditte Bandini aus dem englischen ins Deutsche übersetzt, die auch schon "Gefährliche Geliebte" übersetzten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-08 14:44:43 mit dem Titel Zeit in Flammen / Kenson, Stephen - Verschenktes Potential
In der Shadowrun-Reihe bei Heyne ist es seit einiger Zeit recht beliebt, wenn ein Autor bekannte Charaktere wieder aufleben lässt, die schon in früheren Abenteuern die Rolle der Protagonisten innehatten. So machte sich nun auch Stephen Kenson daran, den beim Publikum äußerst beliebten Magier Talon für den 44ten band der SR-Reihe aus der Versenkung zu holen und diesen mitsamt seinem Team durch ein flammendes Action-Inferno zu schicken.
„Zeit in Flammen“, Band 44 der Shadowrun-Reihe, schließt somit an den früher erschienenen Band 36 (Am Kreuzweg) an, in dem sich Talon endgültig von seinem ehemaligen Team bei „Assets inc.“ loslöste um sein eigenes aufzubauen.
Eine kleine Vorgeschichte zu Talon, um diejenigen, die nicht mit ihm vertraut sind, nicht im Dunkeln tappen zu lassen.
Talon ist ein homosexueller menschlicher Magier, der in Shadowrun erstmals als Mitglied der Elite-Truppe um Ryan Mercury auftauchte. Ryan, der Schüler des toten Großdrachens und ehemaligen Präsidenten der vereinigten Amerikanischen und Canadischen Staaten, kurz UCAS, Dunkelzahn, musste die magische Komponente seiner Truppe nach einem gescheiterten Run ersetzen und stellte Talon ein, einen bis dato noch unbekannten, aber dennoch sehr guten Magier. Zum Ende der Drachenherz-Saga wurde Talon festes Mitglied von Assets und in Band 36 bereits zum vollwertigen Einzelgänger und Protagonisten, als es darum ging, Insektengeister und einen Feuerelementar, den er selbst in seiner frühen Jugend geschaffen hatte, zu bekämpfen. Talon entwickelte sich so zu einem eigenständigen Runner, der sich nach und nach ein eigenes Team aufbaute, das nun in „Zeit in Flammen“ komplett im Mittelpunkt steht.
In „Zeit in Flammen“ geht es darum, das Talon von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Während eines Deals erscheint ihm eine geisterhafte Form, die wie sein toter Geliebter und Mentor Jase aussieht. Durch Talons heftige Reaktion auf diese Erscheinung platzt der Run, der den Diebstahl einer Biochemischen Substanz zum Ziel hat und die Kontaktperson, Dan Otabi, flieht. Während des kompletten Runs wird Talon immer wieder von Visionen und Erscheinungen eingeholt, bis ihm klar wird, das Jase aus den Metaebenen zu ihm Kontakt aufzunehmen versucht.
Zwischenzeitlich bereitet die Untergrundhexe Mama Iaga sich darauf vor, ihre Macht zu verstärken, indem sie mit einer Bio-Waffe, die sie von ein paar Terroristen beschaffen lässt, eine Feier anlässlich des 40ten Jahrestages des Erwachens zu sprengen. Als Hilfe hat sie den auf Rache sinnenden Feuerelementar Gallow herbeibeschworen, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seinen Vater Talon, der ihn einst vernichten wollte, leiden zu sehen. Gallow beginnt einen eigenen Rachefeldzug und bemächtigt sich Troubles Körper, ein Mitglied von Talons Team und sozusagen seine engste Freundin.
Der Jahrestag des Erwachens verursacht im Gefüge des Astralraums starke Fluktuationen und überall auf der Welt beginnt ein neues Erwachen, ähnlich dem von 2011, so dass die Menschheit in Panik verfällt. Diese Unruhen nutzt Mam Iagi aus, um ihren Schlag vorzubereiten. Gallow lockt Talon zum Detonationspunkt der Bio-Waffe, um sich dort an ihm zu rächen, und Talon gelingt es, Jases Geist aus den Metaebenen zu befreien.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn wenn der Kanister mit dem Virus explodiert, würde dies ein schreckliches Kapitel für die erwachte Welt des Jahres 2061 bedeuten. Talon muss also Gallow besiegen, Trouble retten und die Bombe entschärfen.
Die Story des Romans ist noch weitaus vielschichtiger und verworrener als die Zusammenfassung meinerseits es ohnehin schon ist, aber ins Detail zu gehen würde den Rahmen sprengen.
Die junge Deckerin Trouble ist noch immer in Talon verliebt, doch da dieser homosexuell ist und von Jase nicht loskommt, gibt es für sie keine Chance an Talon heranzukommen. Gleichzeitig taucht ihr früherer Lebensgefährte, der irische Terrorist Ian, wieder auf, da er mit seinen Leuten für die Installation der Biochemischen Bombe zuständig ist. Somit entwickelt sich für Trouble ein ungeheurer Gefühlszwiespalt, da sie sich zu Ian hingezogen fühlt, der ihr einen Heiratsantrag macht, aber dennoch in Talon verliebt ist, der für sie unerreichbar bleibt. Sie muss erkennen, das ihre Gefühle für Talon den Rahmen sprengen und erwägt sogar eine Geschlechtsumwandlung.
Was hierbei sehr überrascht ist die absolute Lockerheit, mit der diese Themen in „Zeit in Flammen“ angegangen werden. Überaus nüchtern beschreibt Stephen Kenson die Gefühle Troubles und ihr Arzttermin, bei dem sie sich über eine Geschlechts-OP informiert, erscheint so normal wie ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt. Es ist sehr interessant zu lesen, wie alltäglich mit solchen Themen in einer Gesellschaft umgegangen wird, die der unseren nur knapp 60 Jahre voraus ist. Zwar erscheint das Shadowrun-Universum größtenteils als eine alptraumhafte Zukunft, jedoch gibt es auch solche Lichtblicke, die von einem großem Zuwachs an Toleranz zeugen. Eine Einstellung, über die unsere heutige Gesellschaft ernsthaft nachdenken sollte!
Die Wiederaufbereitung des Konflikts zwischen Talon und seinem Feuerelementar Gallow gelingt leider nicht so gut wie von mir anfangs erhofft. „Zeit in Flammen“ setzt leider wiederholt die Kenntnis von Band 36 voraus und liefert nur wenige Erklärungen zu Talons Vergangenheit, die inhaltlich soweit komplett sind, das man die Entwicklung auch ausreichend nachvollziehen kann. Nach und nach bekommt der Leser zwar durch Träume von Talon und eingeschobene erzählerische Einlassungen einen Überblick über die vergangenen Ereignisse und Entwicklungen, ein komplettes Bild entsteht jedoch leider nicht.
Im Gegensatz dazu wird die Beziehung zwischen Talon und Jase kurz, aber dafür vollständig erklärt, sodass der Leser nicht das Gefühl hat, das noch wichtige Informationen zum Verständnis der Geschichte fehlen.
Ähnlich auch die Beziehung zwischen Trouble in Ian. Auf diese wird in Band 36 eingegangen, in „Zeit in Flammen“ jedoch kaum. Natürlich gehört sie nicht in den Vordergrund, jedoch wäre es für den Leser interessant und auch hilfreich, ein wenig mehr über Ians Vergangenheit und seine gescheiterte Beziehung zu Trouble zu erfahren.
Leider erscheinen durch die oftmals sehr knappen Schilderungen von Stephen Kenson einige Geschehnisse fast schon als alltäglich. Die Trennung von Talon und seinem Familiar (Ein mit dem Magier verbundener eigenständig denkender Geist mit magischen Fähigkeiten) Aracos am Ende des Romans im U-Bahntunnel wird so beiläufig erzählt wie das verspeisen eines Fertiggerichts, obwohl es für einen Magier und den Verbündeten ein unglaublich großer Schritt ist, wenn er überhaupt gemacht wird, was an sich schon eine Seltenheit darstellt, da der Magier sterben oder dem Tod zumindest sehr nah sein muss. Dies wurde in anderen SR-Romanen weitaus nachvollziehbarer erzählt, so z.B. in Nuke City (18) von Tom Dowd.
Auch bei anderen Passagen und allgemein in diesem Roman würde ich mir einige ausführlichere Schilderungen wünschen. Auf den nur knapp 270 Seiten dieses Romans vermisse ich die gewohnte Detailverliebtheit von Kenson, einige Kapitel erscheinen sogar abgehakt, als wolle er Platz sparen. Schade, denn der Stoff für diese Geschichte hätte das Potential zu einer der großen Sagen zu werden, wie z.B. Drachenherz, da der Feuerelementar Gallow an sich viel Stoff bietet, Talon recht beliebt ist, und die beginnende neue Welle des Erwachens auch noch für Furore sorgen wird.
In diesem Zusammenhang muss ich Kenson jedoch für die Erschaffung des neuen Charakters Kilroy loben. Der zu anfangs unter dem Namen Roy Kilaro agierende Konzerndecker wird im Laufe der Geschichte zum Shadowrunner und birgt viel Potential, zu einem interessanten und vor allem amüsanten Teil von Talons Team zu werden. Außerdem lockert er durch sein unbeholfenes Verhalten die Stimmung oftmals auf, was durchaus für den einen oder anderen Schmunzler beim Lesen sorgt.
Positiv fällt hingegen auf, das es Heyne offenbar immer öfter gelingt, zum Buch das passende Cover zu finden. Oft kam es vor, das man vergeblich die auf dem Cover abgebildete Szene im Buch suchte, um dann zu erkennen, das sich das Cover auf einen späteren Roman bezog. Seit Band 39 scheint dies aber endgültig der Vergangenheit anzugehören, mit dem neuen Farbdesign wurden die Cover auch abgeglichen. So sehen wir auf diesem Talon und sein Team im Kampf gegen 3 Agenten der Cross-Konzernsicherheit in einem geheimen Zugang zu Booms Nachtclub „The Avalon“. Die Zeichnung ist zwar nicht so detailverliebt wie bei Band 36, auf dessen Cover Talon sehr genau gezeichnet wurde, aber ein Hingucker ist dieses sehr schön gestaltete Cover auf jeden Fall.
Auch der Buchrücken ist positiv zu erwähnen, verrät der abgedruckte Text ausnahmsweise einmal nicht zu viel über die Story. Bei anderen Bänden kam es öfter vor, das ein Teil der Spannung schon durch den Klappentext genommen wurde, hier wird jedoch der Großteil noch nicht einmal erwähnt.
Insgesamt gesehen ist das Buch „Zeit in Flammen“ für einen Fan der Shadowrun-Reihe ein Muss. Die Geschichte um Talon und seine Freunde wird weitergeführt, und es beginnt eine Einführung in das zweite Erwachen. Für Einsteiger und Neulinge kann ich den Romane auf keinen Fall empfehlen, da er zu viel voraussetzt. Ich verweise hier mal auf Band 1, der den perfekten Einstiegsroman darstellt.
Ich selbst habe das Buch größtenteils mit Vergnügen gelesen, da die aufkommende Action überzeugt und die Story inhaltlich einiges bietet. Zwar gibt es Lücken, und so manche Passage hätte länger sein können, aber für seine 270 Seiten und dem üblichen Preis von 7,95 Euro bietet dieser Band einen netten Lesespaß für zwischendurch, der zwar ein wenig kurzweilig, dafür aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam erscheint. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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