Stupid White Men (gebundene Ausgabe) / Moore Michael Testberichte
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Tests und Erfahrungsberichte
-
Nothing funny left to say
3Pro:
regt zum Überlegen an, offenbart wissenswerte Fakten
Kontra:
vereinfacht meiner Meinung nach zu stark, einseitig
Empfehlung:
Ja
Hey Folks,
Nach dem Film Bowling For Columbine war dann wohl auch das Buch von Michael Moore Pflichtlektüre. Allerdings bleiben für mich die Filme glaube ich eindeutig sehenswerter als die Bücher lesenswert.
Denn, was habe ich erwartet? Ich habe zwei Filme von Moore schon gesehen und fand beide unglaublich überzeugend, überhaupt nicht einseitig, natürlich auch unterhaltsam und haben immer zum Nachdenken angeregt, ohne belehrend zu wirken. Also habe ich das auch alles von dem Buch erwartet. Ich wusste, dass es sich mit der Politik um Bush beschäftigt, und hatte also damit gerechnet, dass er die Bush-Regierung ziemlich nieder macht, dass er uns mit Fakten beweist, was wir alle schon wissen, nämlich dass da ziemlich was schief läuft. Und dass das alles mit einer guten großen Portion Zynismus und angeschwärztem Humor passiert.
Beim Lesen wurde ich dann jedoch ein bisschen desillusioniert.
Zunächst einmal geht es dann doch nicht nur um die Aufdeckung verschiedenster Skandale um Bush, denn schließlich heißt das Buch nicht Stupid White Man, sondern immer noch Men, und das schließt also auch noch verschiedenste andere Themen mit ein. Darunter natürlich ausführlichst die sehr suspekten Wahlergebnisse und wie es zu diesen kam und damit die Beweise, dass es einfach mal brutalster Wahlbetrug war, gesellschaftliche Probleme wie Umweltschutz, Schulbildung, Schwarz-Weiß-Konflikte und immer wieder Politik aus allen Perspektiven. Besonders interessant und gleichzeitig besonders schockierend fand ich das Kapitel was im groben die Aussage hat, Clinton war keinen Deut besser als Bush. Generell, die Demokraten sind nicht anders als die Republikaner. Nur dass bei Bush und Co. es für alle offensichtlich ist, dass er da was falsch versteht und ziemliche scheiße macht, und Clinton alles perfekt aussehen lässt, alle ihn lieben und überzeugt von der guten Politik sind und hinten ’rum läuft es aber nicht besser. Ist das nicht fast noch schlimmer, etwas zu versprechen und es so aussehen zu lassen, als wenn man alles toll macht und hinter den Fassaden genau das Gegenteil davon ausübt? Mich hat das jedenfalls sehr schockiert und irgendwie ratlos zurückgelassen, scheint nicht viel Hoffnung für die Amis zu geben.
Diese ganzen Probleme sind immer mit den verschiedensten Quellen belegt, oft Statistiken, aber meistens sind es auch einfache Fakten, die scheinbar nicht gerne verbreitet sind, aber eigentlich doch so offensichtlich sind, dass ich mich frage, warum aus solchen skandalösen Aufdeckungen noch keine handfesten Skandale gemacht wurden. Man kommt nämlich beim Lesen einfach nicht drum ’rum, ungläubig den Kopf zu schütteln oder schockiert die Stirn in Falten zu legen und zu denken „Das kann doch gar nicht wahr sein“. Vielleicht stehe ich deswegen dem Buch ein bisschen skeptisch gegenüber, weil ich es einfach irgendwie nicht glauben kann, dass so etwas ungestraft passiert! Dass eigentlich so ziemlich alles was die US-Regierung macht, an Illegalität grenzt und nichts passiert. Jedenfalls hab ich diesen Eindruck von dem Buch gekriegt.
Das war auch eine Sache, die mich so für den Film begeistern konnte. Dass dort nämlich einfach Fakten aufgedeckt wurden und jeder konnte danach selbst für sich nachdenken, was man daraus macht. In diesem Buch dagegen werden für viele Probleme „Lösungen“ angeboten. Natürlich sind sehr viele davon völlig überzogen und unrealistisch und jedem, der das liest, ist vollkommen klar, dass es Ironie, Sarkasmus oder ähnliches sein soll, die das Problem noch verdeutlichen. Für einiges klingt es aber auch ganz passabel und der einzige Gedankengang kann dann nur noch sein „ja, so ist es, wenn es doch so einfach ist, warum macht man es nicht??“ Genau das ist aber meiner Meinung nach das Problem, es ist einfach nicht so einfach, die Lösungen sind überhaupt nicht realisierbar. Sie klingen logisch, funktionieren aber nicht. Da einem diese Lösung so schön vorgesetzt wurde, braucht man auch nicht weiter drüber nachdenken, wie es denn wirklich funktionieren könnte, man braucht nur noch Hass auf die US-Regierung schieben, die die einfachsten Lösungen nicht sehen (wollen). Wahrscheinlich sind die meisten Leser eines solchen Buches clever genug, auch noch selber zu denken, allerdings gibt es meiner Meinung nach viel zu viele Leute, die sich an diese Verallgemeinerungen à la Amis sind dumm und oberflächlich und dem ganzen Land ist nicht mehr zu helfen klammern. Und genau diese Gruppe kann ein solches Buch als perfekte Bestätigung sehen.
Andererseits, wozu darüber nachdenken? Das Buch lässt einen wirklich, wie schon öfter geschrieben, schockiert und zumindest mich sehr sehr ratlos zurück. Man könnte fast den Eindruck kriegen, mit dem Land kann es gar nicht mehr bergauf gehen und eigentlich sind sie ziemlich verloren. Man grübelt also und kommt nur zu völlig abstrusen Lösungen. Und selbst eventuell realistische Vorschläge würden ja doch nicht gehört werden. Es zieht einen, wenn man irgendeine positive Beziehung zu dem Land habt, also ziemlich runter und lässt einen ratlos da sitzen.
Und ich hätte noch einen weiteren Kritikpunkt. Michael Moore zieht sehr oft Vergleiche zu historischen Ereignissen und politischen Skandalen in der Vergangenheit. Aber oft werden auch Namen von politischen Figuren der Gegenwart genannt. Nur, dies wird nicht weiter erläutert. So kann man sich oft zwar denken, worum es gerade geht, jedoch wäre es bedeutend interessanter und verständlicher, wenn man diese Menschen und Situationen kennen würde, so sind also meiner Meinung nach zu viele Kenntnisse vorausgesetzt. Da ich die nicht unbedingt habe, hatte ich des öfteren ein großes Häh-Fragezeichen in meinem Gesicht.
Das Buch wird überall, und auch auf dem Buch selber, als extrem lustig und witzig usw. dargestellt. Huh? Also vom Inhalt her sehe ich wirklich nichts witziges, es ist deprimierend, traurig, keine Ahnung was. Also bleibt vielleicht noch die Sprache... Ich hab schwarzen Humor und Sarkasmus erwartet. Und ihn nicht gefunden. Sorry, vielleicht hab ich irgendwas übersehen, aber ich habe vielleicht ein oder zwei Mal gelacht. Das waren aber auch die einzigen Stellen. Ansonsten ist die Sprache vielleicht ein bisschen ironisch angehaucht, aber das macht es ja nicht lustig. Das macht es vielleicht leichter lesbar und unterscheidet sich somit mit trockener Fachliteratur, aber erwartet keine humoristischen Hochleistungen.
Und wo wir schon mal bei der Sprache sind: Ich habe es in der Originalversion gelesen und kann also nichts zur deutschen Übersetzung sagen, aber ich denke ja generell, dass Originalversionen die Stimmungen viel authentischer rüberbringen. Und da kann ich sagen – es liest sich sehr einfach und flüssig und wie mal eben so nebenbei erzählt. Vielleicht ist das günstig für eine unterhaltsame U-Bahn-Lektüre, aber irgendwie fand ich es hier unpassend. Oder vielleicht nicht unpassend, denn wenn ich so darüber nachdenke, fällt es nicht auf. Es fällt beim Lesen nicht auf, dass es irgendwie flapsig wäre oder so, aber da ich ja schon wie oben genannt keinen echten Humor in diesem Buch gefunden habe, hätte ich ein bisschen mehr Anspruch passender gefunden, einfach um es nicht als unwichtig und mal-eben-so-nebenbei dastehen zu lassen.
Also? Wenn man sich für die USA oder Politik generell interessiert, unbedingt lesen, denn es werden wissenswerte Fakten dargelegt und überlegenswerte Thesen (!) angeboten. Allerdings denke ich eben wirklich, dass man sich damit weiter beschäftigen muss, um sich wirklich eine Meinung bilden zu können, diese Buch ist vielleicht ein guter Einstieg, aber hat viel zu viele
Aspekte, die erst mal ausdiskutiert werden müssten als dass es als meinungsbildend so stehen bleiben kann. Also nicht alles einfach so hinnehmen und dann ist es auch empfehlenswert.
Els lässt grüßen.
P.S. Der ganze Spaß kostet so zwischen € 7 und € 13, das erste ist beim amazon zum Beispiel die Originalversion, da ist das englische Buch also sogar mal billiger als die deutsche Übersetzung. :o) weiterlesen schließen -
Irre, dass er gewonnen hat.
Pro:
Humorvoll, sachlich, informativ
Kontra:
Nichts
Empfehlung:
Ja
„Irre, dass ich gewonnen habe. Ich trat an gegen Frieden, Wohlstand – und gegen den Amtsinhaber.“
( Georg W. Bush am 14. Juni 2001 zum schwedischen Premierminister Göran Persson. Bush hatte nicht bemerkt, dass eine Fernsehkamera noch lief. )
[Ein Bericht über ein Bestseller ( z.B. monatelang im Spiegel auf Platz 1 ) von Michael Moore.]
______________________________________________________
[Inhaltsverzeichnis:]
[1][ Der Buchumschlag ]
[2][ Der Aufbau ]
[3][ Der Inhalt ]
[4][ Geschäftliches ]
[1] [Der Buchumschlag] [1]
____________________________
In diesem Kapitel steht alles, was so in und auf dem Buchumschlag steht:
Michael Moore kam 1954 auf die Welt. Er arbeitete schon als Regisseur, Fernsehmoderator und Schriftsteller. Berühmt wurde er durch seinen Dokumentarfilm „Roger & Me“. Sein Film „Bowling for Columbine“, ein Film über die Waffenvernarrtheit der Amerikaner, lief auch erfolgreich in deutschen Kinos und wurde 2003 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm des Jahres ausgezeichnet.
„Stupid White Men“, Dumme weiße Männer, ist eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush.
„Bananenrepublik USA: Im Weißen Haus sitzt ein „Präsident“, der nie gewählt wurde, und regiert mit einer Junta aus Geschäftsfreunden seines Daddys. Michael Moore, Filmemacher und Bestsellerautor, rechnet in dieser beißenden Satire gnadenlos ab mit den „Stupid White Men“ an der Spitze der USA. Eine Pflichtlektüre für alle, die immer noch an die „bedingungslose Solidarität“ mit den USA glauben!“
„Moore ist ein Satiriker der Superlative; was er anpackt, wird zum Triumph.“ (Stern)
„Der letzte Rebell Amerikas . . . Moore sagt die Wahrheit über die hässlichen Dinge, die im Bush-Amerika totgeschwiegen werden.“ ( Der Spiegel )
Das Buch aus dem Piper Verlag ist rot gehalten. Die Schriften auf dem Umschlag sind dick und mal schwarz, mal weiß. In der Mitte der Vorderseite guckt Michael Moore ( mit einer Flagge der USA) einen an. Im inneren des Umschlages stehen eine kurze Inhaltangabe und eine kurze Biographie wie ich sie oben (leicht verändert) abgeschrieben habe.
[2] [ Der Aufbau ] [2]
____________________________
Das Buch hat 329 Seiten und ist in 12 Kapitel aufgeteilt. Ganz am Anfang steht noch eine Einleitung, und am Ende eine Danksagung sowie eine Anmerkung. Hier steht alles noch mal in der richtigen Reihenfolge (mit Seitenzahl):
[ ] Einleitung (9)
[ONE] Ein sehr amerikanischer Coup (21)
[TWO] Lieber George (53)
[THREE] Ab zum Abschwung (73)
[FOUR] Los, killt die Weißen (85)
[FIVE] Nation der Dummköpfe (119)
[SIX] Netter Planet, aber keiner da (155)
[SEVEN] Das Ende des Mannes (179)
[EIGHT] Wir sind die Nummer Eins! (201)
[NINE] Ein großes glückliches Gefängnis (235)
[TEN] Demokraten – ein hoffnungsloser Fall (251)
[ELEVEN] Das Gebiet für die Menschheit (273)
[EPILOG] Tallahassee HI-Ho (281)
[ ] Dank (305)
[ ] Anmerkung (309)
[3] [ Der Inhalt ] [3]
________________________
Ich kann hier unmöglich eine Zusammenfassung des Buches geben, die wäre viel zu lang, da ich dazu neige vor allem sehr interessante und/oder witzige Stellen zu erwähnen, doch dann müsste ich praktisch das Buch abschreiben, und das ist bestimmt nicht im Sinne des Autors.
Also, es geht um George W. Bush, wie er an die Macht kam, was er tat (vor der Zeit als Präsident und während dieser Zeit) Auch geht es um seine Vorgänger ( Daddy und Clinton), seine Gegner ( Gore und Nadder ). Moore schreibt auch über die Gehilfen von Bush (hier kann ich nur „Bush“ hinschreiben, immerhin sinds ja auch Freunde von Daddy). Es geht um die ganze manipulierte Wahl und die vielen beschissenen Gesetze in den USA.
Michael Moore hat auch überall ins Buch „Infoboxen“ gesetzt, es sind grau hinterlegte Abschnitte in denen z. B. Tipps stehen wie man eine Partei gründet oder Informationen über Staatschefs in östlichen Gebieten.
Ich möchte noch gerne was zum Kapitel „ Lieber George“ schreiben. Wie man vermuten könnte ist das ganze Kapitel ein Brief an George W. Bush. Dort beschreibt Michael Dinge die ihm aufgefallen sind und fragt Bush danach. Michael Moore will wissen ob Bush lesen kann. Er hat viele Argumente gefunden, die dagegen sind. Er fragt, ob es Bush beeinflusst, das er Alkoholiker wäre/ist. Er fragt ob Bush eine Verbrecher ist...
Auch hat der Autor 5 Seiten mit Stichpunkten welche „tollen“ Dinge Bush seit seiner Amtseinführung vollbracht hat u.a. : Ausgaben für Bibliotheken beschränkt (wahrscheinlich mag er keine Bücher), Umweltschützende Gesetze abgeschafft, zum Bau von Atombomben gedrängt ... und, und, und.
Interessant fand ich auch was Clinton tat, in den letzten Tagen seiner Regierungszeit verordnete er noch viele Ding um sein Image zu verbessern. Ihm war klar, dass alles in der Bush oder Gore Zeit sofort wieder abgeschafft wird. Aber egal er hat ja so viele super Dinge getan: Regenwald geschützt, Grenzwerte gesetzt,... und Bush macht es wieder rückgängig.
Im Kapitel „Nation der Dummköpfe“ beschreibt Michael Moore die „Leseschwäche“ der Amis. So können 44 Millionen nicht besser lesen und schreiben als ein Viertklässler. Die anderen 200 Millionen können es zwar, aber tun es nicht. Der Durchschnittsami liest 99 Stunden im Jahr, hockt aber 1450 Stunden vor der Glotze. ( Man kann sich an irgendeinem Morgen um 9:00 irgendeines Tages irgendeinen Amerikanischen Bürger aussuchen, und sich sicher sein, das er schon Unmengen (!!!) (Die Mappe mit den genauen Werten habe ich in der Schule vergessen) von Werbung konsumiert hat.
Zusammengefasst:
Moore zieht die USA und deren Regierung einmal richtig durch den Dreck. Sei es der manipulierte Wahlkampf, die „wunderbaren Taten“ der Präsidenten, oder nur die Dummheit der Bevölkerung, Moore kriegt sie alle.
Das Buch ist wunderbar humorvoll gehalten, bleibt aber immer (IMMER) sachlich und informativ. Es macht Spaß es zu lesen, man erfährt viele unglaubliche neue Dinge und bekommt ein ganz anderes Bild der USA.
[4] [ Geschäftliches] [4]
_____________________________
Das Buch wurde von Michael Bayer, Helmut Dierlamm, Norbert Juraschitz und Heike Schlatterer übersetzt. Der englische Text war schon vor dem 11. September 2001 fertig. In Amerika ist das Buch unter Regan Books, einem Inprint von HarperCollins, New York, erschienen.
Das Buch „Stupid White Man“ ist bei uns im Piper Verlag erschienen.
Die ISBN-Nr.: 3-492-04517-0.
Ich habe dafür 12,00 Euro bezahlt.
Danke fürs lesen,
Dominik weiterlesen schließen -
Well, they are very stupid
Pro:
Humorvolle Darstellung, trotz ernster Thematik
Kontra:
keine Contar-Argumente
Empfehlung:
Ja
Hallo Yopi Freunde
ch bin ein Buchfan, ich lese gerne...Früher habe ich mich mehr auf Romane bezogen, aber nach diesem Buch werde ich mehr Politisch-kritisch-stirisches lesen. Das Buch ist einfach nur klasse. Man kann eigentlich nichts anders darüber sagen.
Wie bin ich aber auf diese Buch gekommen? - Ganz einfach, ich habe Michael Moore bei der Oscar-Verleihung im Fernsehen gesehen und mir gedacht:" hm, der Mann ist gut" und hab mir seinen Film Bowling for Columbine angesehen. Der Film ist auch super. Und so hab ich nac´h dem Buch gesucht und hab es gefunden.
In dem Buch deckt Michael Moore Missverhältnisse der amerikanischen Gesellschaft auf, besonders bezogen auf den Präsidenten Geoge W. Bush und die Umstände, wie er an die Macht gekommen ist. Er kritisiert auf streckenweise sehr srakastische bzw. ironische Art die Politik der amtierenden Republikaner-Regierung, die Diskriminierung von Minderheiten und weitere brisnate Themen, die sonst hinter dem Deckmantel der Supermacht USA - "wir sind die Guten" - verborgen bleibt. Das macht das Buch wert es zu kaufen. Ich kann den Kauf dieses Buches sowohl in Ennglisch als auch in Dutsch empfehlen, obwohl in der englisch/amerikanischen Ausgabe der Originaltext steht, von dem einiges in der deutschen Ausgabe verloren ging. Schoin der erste Satz der im Buch steht hat mich fasziniert und den Ausschlag bei mir gegeben, das Buch zu kaufen. Er lautet:
It's amazing I won. I was running against peace, prosperity, and incumbency( George W.Bush) weiterlesen schließen -
A book that made me think
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich habe ja schon viele Bücher gelesen, die mich gefesselt, schockiert oder nachdenklich gemacht haben. Das waren allerdings Romane, Geschichten. „Stupid White Men“ ist alles andere als ein Roman und hat es trotzdem geschafft, bei mir genau diese Gefühle hervorzurufen.
Warum also habe ich mich entschlossen, dieses Buch zu lesen? Es war zunächst einmal pure Neugier. Ich hatte ein paar Berichte bei Ciao dazu gelesen, hatten Rezensionen oder Verweise gesehen und wollte mir endlich selbst ein Bild machen, was Michael Moore, den ich bis dato gar nicht kannte, über sein Heimatland verfasst hat. Dann stand besagter Mann plötzlich auf der Bühne der diesjährigen Oscar-Verleihung und rief ins Mikrofon: „Shame on you, Mr. Bush!“. Genug Gründe, sich einmal sein Werk zu Gemüte zu führen.
Das Buch „Stupid White Men – Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Satire? Sachbuch? Irgendwie ist von allem ein bisschen vorhanden.
Moore, seines Zeichens Autor und Regisseur, gliedert seine Abrechnung in elf Kapitel. Sofern man sich denn dazu durchringen kann, die Einleitung zu lesen, wird einem eines ganz deutlich klar: Moore will provozieren. Und das mit Fakten, die sogar am Ende des Buches durch diverse Quellenangaben belegt sind. Bereits in der Einleitung erfährt man so, dass Moore ein klarer Gegner der momentanen Regierung ist (wie könnte es bei diesem Buchtitel auch anders sein...) und dass er den Politikern seines Landes mehr als kritisch gegenüber steht.
Sein erstes Kapitel beschäftigt sich so auch gleich mit den leicht wirren Umständen, unter denen George W. Bush überhaupt Präsident werden konnte. Von Wahlbetrug an schwarzen Bürgern ist ebenso die Rede wie von Fehlern beim Stimmen auszählen. Fazit: George W. Bush IST NICHT der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten, sondern Al Gore. Ein Faktum, welches zwar schon länger immer mal wieder auftaucht, jedoch nie in dieser Art und Weise bewiesen wurde. Durch diverse Statistiken und Informationen aus Republikaner- und Wahlhelferkreisen belegt er, dass die Wahl zum Präsidenten nicht gültig ist und die Amerikaner nicht von dem Mann regiert werden, den die meisten gewählt haben. Außerdem stellt Moore hier auch die Mitglieder der Bush-Junta, wie er es nennt, vor. Viele – Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Condoleeza Rice – sind mittlerweile auch in Europa jedem bekannt, der in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgt hat. Wenn man jetzt über diese Personen erfährt, dass sie neben ihrer politischen Tätigkeit auch noch in diversen Aufsichtsräten von Firmen sitzen, von diesen großzügige Wahlkampfspenden entgegennehmen und so auch schon mal ihre eigentliche Überzeugung vergessen, sieht man diese Menschen doch in einem anderen Licht. Leider ist diese Vermischung von Politik und Wirtschaft wohl auch in Deutschland nicht viel anders.
Mit Bush selbst ist Michael Moore nach diesem Kapitel noch lange nicht fertig. Sein Brief „Dear George“ ist noch einmal direkt an den „Präsidenten“ (immer schön in Anführungsstrichen) gerichtet. Moore zählt hier noch einmal alles auf, was ihn an Bush stört. Sein lascher Umgang mit der Umweltschutzmaßnahmen (sofern er dieses Wort überhaupt schon einmal gehört hat), das Aufrüsten gegen sämtliche Verträge und die Besetzung von Regierungsposten durch Firmenchefs oder –mitarbeiter, durch deren Wahlkampfspenden sich die Partei finanziert hatte.
Diese Aufzählung zeigt noch einmal in detaillierter Form, was Moore uns schon in der Einleitung hat mitteilen wollen: Bush ist seiner Meinung nach völlig unfähig, das Land zu führen. Unter seiner Präsidentschaft scheint es besonders mit der Demokratie total bergab zu gehen. Und das war eigentlich das, was mich so geschockt hat. „Amerika, Wiege der Demokratie“. Mit einem Präsidenten, der nicht gewählt ist. Mit einem Parlament, das mit Politikern besetzt ist, deren Handlungen nie dem eigenen Gewissen unterliegen, sondern den Interessen ihrer Förderer. Und nicht zuletzt mit Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe auch jetzt noch nicht die gleichen Chancen haben wie ihre Mitbürger.
Diese Ungleichheit ist ein weiterer Punkt, den Moore aufgreift. Im Kapitel „Los, killt die Weißen!“, spricht er die Tatsache an, dass „der Schwarze“ immer noch Synonym für das Böse und Bedrohliche ist. Wenn in der Schule ein Kind ein anderes erschießt, war es ein Schwarzer. Wenn ein Laden ausgeraubt wird, war es ein Schwarzer. Wenn ein Drogendealer geschnappt wird, war es auf jeden Fall ein Schwarzer. Moore versucht, dieses starke Klischeedenken der amerikanischen Bevölkerung anhand diverser Beispiele deutlich zu machen. Besonders die soziale Benachteiligung zeigt er anhand verschiedener Statistiken auf.
Was bleibt? Man wird sehr, sehr nachdenklich. Ist es wirklich so, wie Michael Moore es beschrieben hat? War uns das wirklich so bewusst? Mir nicht.
Ein Kapitel, das mich ebenfalls ziemlich nachdenklich gemacht hat, war „Nation der Dummköpfe“. Hierbei geht es besonders um die Tatsache, dass der Staat sein Geld an den falschen Stellen ausgibt...soll heißen: statt für Bildung, werden Millionen von Dollar für die Rüstung ausgegeben. Folge: Heruntergekommene Schulen, Lehrermangel, demotivierte Schüler. Einige Schulen haben allerdings einen eher zweifelhaften Weg aus der Misere gefunden: Sponsoring durch große Firmen. So kann es durchaus sein, dass sich eine Schule ihre neues Dach durch eine große Spende von Pepsi finanziert. Dieses ist natürlich nicht ganz im Sinne der unabhängigen Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern. Aber auch verständlich, denn schließlich haben die Schulen die Wahl zwischen Werbung und kaputten Tischen und Stühlen.
Bei all diesen Argumenten kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich fragt, was Michael Moore für ein Mensch ist und was ihn bewogen hat, dieses Buch zu schreiben. Ich denke, er ist einfach verbittert. Ist wütend über die Zustände in einem Land, das eigentlich das Vorbild an Demokratie für viele andere Staaten sein sollte. Er selbst lebt in diesem Land und kann nicht mehr ertragen, was er täglich mitbekommt. Die Frage ist, was er mit seinem Buch bezwecken möchte. Sicherlich ist es einmal dazu da, seine eigenen Landsleute aufzuklären. In vielen Teilen richtet es sich direkt an die amerikanische Bevölkerung, fordert sie auf, dies und jenes zu tun. Aber ist das wirklich richtig? Ist es richtig, den Menschen die Lösung ihrer Probleme gleich auf dem Präsentierteller aufzuzeigen? Wäre es nicht besser, sie nur mit den Fakten zu konfrontieren und ihnen die Lösung selbst zu überlassen? Dieses ist ein Problem, das ich bei „Stupid White Men“ sehe. Natürlich ist es sinnig, den Menschen zu zeigen, was täglich in ihrem Land geschieht. Allerdings weiß ich nicht, ob Michael Moore entscheiden kann, wie diese Probleme am besten zu lösen sind. Eher nicht.
Ein weitere Kritikpunkt, den ich schon des öfteren gehört habe, ist der Vorwurf des Antiamerikanismus, durch den dieses Buch a) geprägt sein soll und den es b) angeblich schürt. Hierzu kann man zunächst einmal sagen, dass Moore ja selbst Amerikaner ist und somit seinen Zorn in diesem Buch auch gegen sich selbst richtet. Nicht umsonst schreibt er „wir Amerikaner“, „wir Weiße“. Das Recht, sich selbst und seine Landsleute zu kritisieren, wird man ihm nicht nehmen wollen. Allerdings ist natürlich die Frage, wie europäische Leser sein Buch interpretieren. Wäre es von einem Nicht-Amerikaner verfasst worden, wäre der Vorwurf wohl noch lauter gewesen. Meiner Meinung nach ist er allerdings nicht gerechtfertigt. Denn: Moore ist zwar sehr kritisch und schreibt mehr oder weniger wütend über sein Land, allerdings hat er für sämtliche von ihm aufgestellten Thesen eine Begründung. Sei es eine Statistik, seien es Informationen aus dem Weißen Haus. Das, was er über Amerika schreibt, ist belegt und kann somit nicht als Antiamerikanismus bezeichnet werden. Es sind Zustandsbeschreibungen, die einfach wahr sind. Auch wenn es weh tut. Ein bisschen kritisch sind die von ihm verfassten Ratschläge an seine Mitbürger. Ironie ist ja gut und schön, aber teilweise wird es schon ein bisschen zu viel. Amerikaner sind nicht blöd und verstehen, was Moore ihnen sagen möchte. Dazu brauchen sie keine Anweisungen mehr.
Empfehlenswert? Auf jeden Fall. Wenn man es richtig liest. Wenn man versteht, dass es nicht darum geht und gehen kann, Amerika und seine Menschen in einem besonders schlechten Licht darzustellen. Es geht vielmehr darum, aufzuzeigen, was in den USA schief läuft und welchen Anteil jeder Bürger an diesen Missständen hat. Die Lösungen sind vielleicht ganz nett, müssen aber letztendlich nicht von Michael Moore, sondern von der amerikanischen Politik und den Bürgern des Landes gefunden werden.
liebe grüße,
marenmoon
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-30 13:32:00 mit dem Titel A book that made me think
Ich habe ja schon viele Bücher gelesen, die mich gefesselt, schockiert oder nachdenklich gemacht haben. Das waren allerdings Romane, Geschichten. „Stupid White Men“ ist alles andere als ein Roman und hat es trotzdem geschafft, bei mir genau diese Gefühle hervorzurufen.
Warum also habe ich mich entschlossen, dieses Buch zu lesen? Es war zunächst einmal pure Neugier. Ich hatte ein paar Berichte bei Ciao dazu gelesen, hatten Rezensionen oder Verweise gesehen und wollte mir endlich selbst ein Bild machen, was Michael Moore, den ich bis dato gar nicht kannte, über sein Heimatland verfasst hat. Dann stand besagter Mann plötzlich auf der Bühne der diesjährigen Oscar-Verleihung und rief ins Mikrofon: „Shame on you, Mr. Bush!“. Genug Gründe, sich einmal sein Werk zu Gemüte zu führen.
Das Buch „Stupid White Men – Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Satire? Sachbuch? Irgendwie ist von allem ein bisschen vorhanden.
Moore, seines Zeichens Autor und Regisseur, gliedert seine Abrechnung in elf Kapitel. Sofern man sich denn dazu durchringen kann, die Einleitung zu lesen, wird einem eines ganz deutlich klar: Moore will provozieren. Und das mit Fakten, die sogar am Ende des Buches durch diverse Quellenangaben belegt sind. Bereits in der Einleitung erfährt man so, dass Moore ein klarer Gegner der momentanen Regierung ist (wie könnte es bei diesem Buchtitel auch anders sein...) und dass er den Politikern seines Landes mehr als kritisch gegenüber steht.
Sein erstes Kapitel beschäftigt sich so auch gleich mit den leicht wirren Umständen, unter denen George W. Bush überhaupt Präsident werden konnte. Von Wahlbetrug an schwarzen Bürgern ist ebenso die Rede wie von Fehlern beim Stimmen auszählen. Fazit: George W. Bush IST NICHT der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten, sondern Al Gore. Ein Faktum, welches zwar schon länger immer mal wieder auftaucht, jedoch nie in dieser Art und Weise bewiesen wurde. Durch diverse Statistiken und Informationen aus Republikaner- und Wahlhelferkreisen belegt er, dass die Wahl zum Präsidenten nicht gültig ist und die Amerikaner nicht von dem Mann regiert werden, den die meisten gewählt haben. Außerdem stellt Moore hier auch die Mitglieder der Bush-Junta, wie er es nennt, vor. Viele – Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Condoleeza Rice – sind mittlerweile auch in Europa jedem bekannt, der in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgt hat. Wenn man jetzt über diese Personen erfährt, dass sie neben ihrer politischen Tätigkeit auch noch in diversen Aufsichtsräten von Firmen sitzen, von diesen großzügige Wahlkampfspenden entgegennehmen und so auch schon mal ihre eigentliche Überzeugung vergessen, sieht man diese Menschen doch in einem anderen Licht. Leider ist diese Vermischung von Politik und Wirtschaft wohl auch in Deutschland nicht viel anders.
Mit Bush selbst ist Michael Moore nach diesem Kapitel noch lange nicht fertig. Sein Brief „Dear George“ ist noch einmal direkt an den „Präsidenten“ (immer schön in Anführungsstrichen) gerichtet. Moore zählt hier noch einmal alles auf, was ihn an Bush stört. Sein lascher Umgang mit der Umweltschutzmaßnahmen (sofern er dieses Wort überhaupt schon einmal gehört hat), das Aufrüsten gegen sämtliche Verträge und die Besetzung von Regierungsposten durch Firmenchefs oder –mitarbeiter, durch deren Wahlkampfspenden sich die Partei finanziert hatte.
Diese Aufzählung zeigt noch einmal in detaillierter Form, was Moore uns schon in der Einleitung hat mitteilen wollen: Bush ist seiner Meinung nach völlig unfähig, das Land zu führen. Unter seiner Präsidentschaft scheint es besonders mit der Demokratie total bergab zu gehen. Und das war eigentlich das, was mich so geschockt hat. „Amerika, Wiege der Demokratie“. Mit einem Präsidenten, der nicht gewählt ist. Mit einem Parlament, das mit Politikern besetzt ist, deren Handlungen nie dem eigenen Gewissen unterliegen, sondern den Interessen ihrer Förderer. Und nicht zuletzt mit Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe auch jetzt noch nicht die gleichen Chancen haben wie ihre Mitbürger.
Diese Ungleichheit ist ein weiterer Punkt, den Moore aufgreift. Im Kapitel „Los, killt die Weißen!“, spricht er die Tatsache an, dass „der Schwarze“ immer noch Synonym für das Böse und Bedrohliche ist. Wenn in der Schule ein Kind ein anderes erschießt, war es ein Schwarzer. Wenn ein Laden ausgeraubt wird, war es ein Schwarzer. Wenn ein Drogendealer geschnappt wird, war es auf jeden Fall ein Schwarzer. Moore versucht, dieses starke Klischeedenken der amerikanischen Bevölkerung anhand diverser Beispiele deutlich zu machen. Besonders die soziale Benachteiligung zeigt er anhand verschiedener Statistiken auf.
Was bleibt? Man wird sehr, sehr nachdenklich. Ist es wirklich so, wie Michael Moore es beschrieben hat? War uns das wirklich so bewusst? Mir nicht.
Ein Kapitel, das mich ebenfalls ziemlich nachdenklich gemacht hat, war „Nation der Dummköpfe“. Hierbei geht es besonders um die Tatsache, dass der Staat sein Geld an den falschen Stellen ausgibt...soll heißen: statt für Bildung, werden Millionen von Dollar für die Rüstung ausgegeben. Folge: Heruntergekommene Schulen, Lehrermangel, demotivierte Schüler. Einige Schulen haben allerdings einen eher zweifelhaften Weg aus der Misere gefunden: Sponsoring durch große Firmen. So kann es durchaus sein, dass sich eine Schule ihre neues Dach durch eine große Spende von Pepsi finanziert. Dieses ist natürlich nicht ganz im Sinne der unabhängigen Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern. Aber auch verständlich, denn schließlich haben die Schulen die Wahl zwischen Werbung und kaputten Tischen und Stühlen.
Bei all diesen Argumenten kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich fragt, was Michael Moore für ein Mensch ist und was ihn bewogen hat, dieses Buch zu schreiben. Ich denke, er ist einfach verbittert. Ist wütend über die Zustände in einem Land, das eigentlich das Vorbild an Demokratie für viele andere Staaten sein sollte. Er selbst lebt in diesem Land und kann nicht mehr ertragen, was er täglich mitbekommt. Die Frage ist, was er mit seinem Buch bezwecken möchte. Sicherlich ist es einmal dazu da, seine eigenen Landsleute aufzuklären. In vielen Teilen richtet es sich direkt an die amerikanische Bevölkerung, fordert sie auf, dies und jenes zu tun. Aber ist das wirklich richtig? Ist es richtig, den Menschen die Lösung ihrer Probleme gleich auf dem Präsentierteller aufzuzeigen? Wäre es nicht besser, sie nur mit den Fakten zu konfrontieren und ihnen die Lösung selbst zu überlassen? Dieses ist ein Problem, das ich bei „Stupid White Men“ sehe. Natürlich ist es sinnig, den Menschen zu zeigen, was täglich in ihrem Land geschieht. Allerdings weiß ich nicht, ob Michael Moore entscheiden kann, wie diese Probleme am besten zu lösen sind. Eher nicht.
Ein weitere Kritikpunkt, den ich schon des öfteren gehört habe, ist der Vorwurf des Antiamerikanismus, durch den dieses Buch a) geprägt sein soll und den es b) angeblich schürt. Hierzu kann man zunächst einmal sagen, dass Moore ja selbst Amerikaner ist und somit seinen Zorn in diesem Buch auch gegen sich selbst richtet. Nicht umsonst schreibt er „wir Amerikaner“, „wir Weiße“. Das Recht, sich selbst und seine Landsleute zu kritisieren, wird man ihm nicht nehmen wollen. Allerdings ist natürlich die Frage, wie europäische Leser sein Buch interpretieren. Wäre es von einem Nicht-Amerikaner verfasst worden, wäre der Vorwurf wohl noch lauter gewesen. Meiner Meinung nach ist er allerdings nicht gerechtfertigt. Denn: Moore ist zwar sehr kritisch und schreibt mehr oder weniger wütend über sein Land, allerdings hat er für sämtliche von ihm aufgestellten Thesen eine Begründung. Sei es eine Statistik, seien es Informationen aus dem Weißen Haus. Das, was er über Amerika schreibt, ist belegt und kann somit nicht als Antiamerikanismus bezeichnet werden. Es sind Zustandsbeschreibungen, die einfach wahr sind. Auch wenn es weh tut. Ein bisschen kritisch sind die von ihm verfassten Ratschläge an seine Mitbürger. Ironie ist ja gut und schön, aber teilweise wird es schon ein bisschen zu viel. Amerikaner sind nicht blöd und verstehen, was Moore ihnen sagen möchte. Dazu brauchen sie keine Anweisungen mehr.
Empfehlenswert? Auf jeden Fall. Wenn man es richtig liest. Wenn man versteht, dass es nicht darum geht und gehen kann, Amerika und seine Menschen in einem besonders schlechten Licht darzustellen. Es geht vielmehr darum, aufzuzeigen, was in den USA schief läuft und welchen Anteil jeder Bürger an diesen Missständen hat. Die Lösungen sind vielleicht ganz nett, müssen aber letztendlich nicht von Michael Moore, sondern von der amerikanischen Politik und den Bürgern des Landes gefunden werden.
marenmoon, 30.8.o3 weiterlesen schließen -
Anyone stupid out here?
Pro:
amüsant, lehrreich, regt zum Nachdenken an, trainiert die Sprache
Kontra:
Kenntnisse der Systeme der USA zwingend erforderlich
Empfehlung:
Ja
Auch im Urlaub will man ja nicht völlig verblöden und sich eventuell ein wenig mit den politischen Gegebenheiten dieser Welt beschäftigen. Wenn die entsprechende Literatur dann auch noch in Englisch vorliegt, trainiert man auch gleich noch seine Fremdsprachenkenntnisse. So entschied ich mich diesmal für das Buch „stupid white men“ von Michael Moore ...
Fakten
„Stupid white men“ von Michael Moore ist erstmal 2001 beim amerikanischen Verlag HarperCollins erschienen. Mein Exemplar wurde bei englischen Verlag Pinguin im Jahr 2002 veröffentlicht, trägt die ISBN 0-141-01190-4, kostet im Vereinigten Königreich 7.99 Pfund und ist bei uns unter anderem bei amazon für 7,94 Euro zu haben. Es handelt sich um eine englischsprachige Originalausgabe ...
Inhaltliches
Den gesamten Inhalt hier darzustellen ist nicht einmal annährend möglich. Im Groben rechnet der Autor in diesem Buch mit dem politischen und sozialen System der Vereinigten Staaten ab, deckt Missstände auf und schreibt zu vielen Themen unverholen seine eigene Meinung. Im ersten Kapitel stellt er da, wie die Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 manipuliert worden ist und warum seiner Meinung nach George W. Bush nicht der rechtmässige Präsident ist. In einem weiteren Kapitel schreibt er einen offenen Brief an George und fragt in die drei grundlegenden Fragen: „können sie auf dem dem Nievau eines Erwachsenen lesen?“, „haben sie ein Alkoholproblem?“ und „haben sie ein Drogenproblem?“. Alle Fragen beantwortet er auf seine Art, wobei ganz deutlich wird, wie Michael Moore überhaupt auf diese Frage gekommen ist. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit dem Sozialsystem, der Rassenproblematik, der Emanzipation der Frau, der Umweltpolitik ...
Literarisches
Um es vorweg zu nehmen, das Buch ist keine leichte Kost. Leser, die sich nicht im politischen und sozialen System der Vereinigten Staaten von Amerika auskennen, werden an vielen Stellen den Erläuterungen nicht folgen können. Zwar werden die „Hauptakteure der derzeitigen amerikanischen Regierung“ im ersten Kapitel kurz vorgestellt, aber es tauchen auch immer wieder politische Akteure auf, die ohne Erläuterung für Begründungen oder Thesen herangezogen werden, ohne dass dies groß erklärt wird. So muss man beispielsweise einfach wissen, dass Nadder der politische Führer der amerikanischen „Grünen“ ist – sonst versteht man das entsprechende Kapitel nur sehr schwer.
Für alle, die mit den politischen Gegebenheiten vertraut sind, ist das Buch der reinste Hochgenuss. Michael Moore deckt in einer fast penetrant zu nennenden Art Lücken und unlautere Machenschaften auf, wobei er stets Statistiken und allgemein zugängliche politische Statements der Personen als Basis heranzieht und somit seine Thesen indirekt oder direkt beweisen kann.
Der Schreibstil ist durchaus als sarkastisch zu bezeichnen, wobei der Humor auf keinen Fall zu kurz kommt. Ich habe an so mancher Stelle geschmunzelt und musste mich auch einige Male zusammen reissen, um (am Strand liegend und lesend) nicht laut zu lachen. Dabei muss aber auch hier gesagt werden, dass dieses fremdsprachliche Werk nichts für Anfänger ist – Queensenglisch findet man nur selten, Moore schreibt in jener Umgangssprache, die seinem amerikanischen Naturell entspricht. Hinzu kommen diverese politische Ausdrücke, die auch nicht zum Standardwortschatz einer Person gehören, die Englisch als Fremdsprache sprechen. Wen die Geschichte interessiert, wer aber des Englischen nicht auf einem relativ hohen Niveau mächtig ist, der sollte lieber zu deutschen Ausgabe greifen ....
An einigen Stellen findet man übrigens sehr schöne Querverbindungen zur deutschen und europäischen Politik. So beschreibt Moore beispielsweise, dass die beiden großen amerikanischen Parteien (Demokraten und Republikaner) sich in sehr sehr vielen Punkten äusserst ähnlich sind und es wohl keiner merken würde, wenn eine Partei daraus gemacht werden würde – mit anderen Worten: eine echte politische Opposition existiert nicht. Ähnliche Tendenzen sieht man ja auch bei den großen Parteien in Deutschland und Europa, so dass die dargestellten amerikanischen Verhältnisse nicht nur interessant sind, sondern durchaus auch zum Nachdenken über unsere Gegebenheiten anregen.
Fazit
Ein äusserst interessantes Buch über die politischen und sozialen Vorgänge in den USA, welches aber auf jeden Fall Grundkenntnisse über die dortigen Systeme vorraussetzt. Als englischsprachiges Werk auf keinen Fall für Anfänger in der Sprache geeignet – und auch für Leute, die es gewohnt sind Englisch zu Sprechen keine leichte Kost. Trotzdem hat es mir sehr sehr gut gefallen und ich breue den Kauf auf keinen Fall (auch nicht den Kauf im Original) und vergebe daher die volle Punktzahl mit der Empfehlung, bei etwaigen Sprachproblemen lieber die deutschsprachige Version zu kaufen.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren
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Shame on you, Mr. Bush!
Pro:
macht nachdenklich
Kontra:
Oftmals Gallenbitter
Empfehlung:
Ja
Mit diesem Buch liefert Michael Moore nicht nur seine Abrechnung mit der Regierung von George W. Bush ab, sondern holt in 12 Kapiteln gleich zu einem Rundumschlag gegen den dummen weißen Mann an sich aus. Im Klappentext wird Moore sicherheitshalber als Satiriker bezeichnet, aber Vieles (allzu vieles ?) ist in diesem Buch sicher ernst gemeint und gerät auch derartig gallenbitter, das einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Gerade in solchen Momenten kommt mir Moore wie ein Überzeugungstäter vor, aber er bleibt seinen Überzeugungen wenigstens treu.
One: Ein sehr amerikanischer Coup:
In diesem Kapitel weist er anhand von Indizien und scheinbar allgemein bekannten Ereignissen nach, das George W. Bush niemals zum US-Präsidenten gewählt worden ist. Das Gore insgesamt mehr Stimmen erhalten hat war mir bereits bekannt; das auch der entscheidende Staat Florida ohne die Schützenhilfe von Georges Bruder (zufälligerweise Gouverneur von Florida) nicht an Bush gegangen wäre hatte ich vermutet. Aber Moore gelingt es auf durchaus glaubwürdige Weise, die Mechanismen des Wahlbetrugs offenkundig werden zu lassen. Wenn auch nur die Hälfte davon stimmt gehört die ganze Sippschaft statt ins Weiße Haus in den Knast. Und es spricht leider viel dafür, das Moore mit seiner Sicht der Dinge recht hat. Um nur ein Beispiel zu nennen: es wurden Briefwahlstimmen von US-Soldaten noch NACH der Auszählung der Wahl angenommen. Dies ist nach bestehenden Wahlgesetzen illegal, die Republikaner konnten aber auf diese Art und Weise noch genug Stimmen einsammeln, denn Soldaten Wählern erfahrungsgemäß hauptsächlich republikanisch. Gleichzeitig wurden tausende schwarze Wähler durch Manipulierung der Wählerlisten von ihrem Wahlrecht ausgeschlossen, und diese Wählerschicht gibt zumeist den Demokraten ihre Stimme.
Damit nun keiner glaubt, Moore habe dies alles nur erfunden, gibt er am Ende des Buches für jedes Kapitel ausführliche Quellenangaben und weitere Anmerkungen. Dies zwingt allerdings zu ständigem Herumblättern. Es wäre sicherlich leichter Handhabbar gewesen, wenn Moore die Angaben in Fußnoten direkt in die betreffenden Kapitel integriert hätte.
Nach der Darstellung des Wahlbetruges stellt Moore noch in Kurzbiographien die führenden Mitglieder der „Junta“ vor. Die Karrieren der Regierungsmitglieder mitsamt ihren Beziehungen zur Industrie werden aufgeführt und das Abstimmungsverhalten der aufrechten Republikaner durchleuchtet. (Vize-Präsident Cheney z. B. stimmte früher gegen einen Verfassungszusatz zur Gleichberechtigung der Frau, ist aber gleichzeitig selbst dann gegen Abtreibungen, wenn diese nach einer Vergewaltigung durchgeführt werden.) Die lange Verbundenheit der Regierung mit der Öl-Industrie ist jedenfalls auffällig.
Two: Lieber George
Dieses Kapitel ist ein offener Brief an Präsident Bush, in dem Moore ihm eine Liste seiner brutalen politischen Entscheidungen vor hält. (Der Irak-Krieg wird natürlich genauso wie der Afghanistan-Krieg nicht erwähnt, denn das Buch wurde VOR dem Anschlag auf die Twin-Towers fertiggestellt.)
Insbesondere im Umweltschutzbereich hat Bush ja ziemliche Grausamkeiten begangen, wobei die fehlende Unterschrift unter den Vertrag von Kyoto nur ein Punkt unter vielen ist. Fragwürdiger als diese umfangreiche Aufzählung finde ich allerdings die ins Private zielenden Fragen nach Bushs angeblicher Legasthenie oder seinem ehemaligen Alkoholproblem. Dies hat schließlich nicht mehr politische Substanz als Clintons Frauengeschichten...
Three: Ab zum Abschwung
Hier vertritt Moore die These, das es trotz anderslautender Berichte noch keinen Abschwung in der US-Wirtschaft gibt (Stand 2001). Die Firmen würden zwar sicherlich weniger verdienen als in den neunziger Jahren, dies wäre aber auch eine Dekade des Goldrausches gewesen, in denen die Firmen durch unrealistisch hohe Börsenkurse satte Gewinne einfuhren. So sind General Motors Gewinne inzwischen zwar um 73 Prozent geschrumpft, trotzdem gäbe es immer noch einen Reingewinn von 835 Millionen Dollar zu bejubeln.
Die Panikmache in den Medien diene vor allem dazu, den ärmeren Schichten Angst vor einem Jobverlust zu machen. Sonst kämen die Arbeiter vielleicht auf den Gedanken, ein größeres Stück vom Kuchen für sich selbst einzufordern. Das Ganze „belegt“ Moore mit ein paar Statistiken zur Wirtschaftsentwicklung und zu den Steuertricks großer Konzerne.
Seit meiner Schulzeit ist mir allerdings bekannt, das Statistiken Alles beweisen können was man gerade beweisen will, also bin ich keineswegs überzeugt. In Deutschland jedenfalls scheint die Gefahr der Arbeitslosigkeit durchaus real zu sein.
Four: Los, killt die Weißen!
„Ich habe einen Mann in Reno erschossen, nur um ihn sterben zu sehen.“
„Ich tötete alles was meinen Weg kreuzte, ich kann nicht sagen, das mir das was wir taten leid tut.“
Diese Zeilen stammen aus Songs amerikanischer Sänger. Sicherlich handelt es sich dabei um schwarze Gangsta-Rapper mit Drogenerfahrung und einer Knarre im Hosenbund?
Das vermuten jetzt die Meisten, aber in Wahrheit stammen die Texte von solidem weißem Urgestein wie Johnny Cash und Bruce Springsteen. Trotzdem würde Niemand diesen Sängern vorwerfen, damit der Gewalt Vorschub zu leisten. Bei schwarzen Musikern sieht dies schon anders aus, denn ihnen unterstellt man schon gewohnheitsmäßig Kontakt zu Verbrechern. Das Klischee des schwarzen Kriminellen wird von den Medien aufrecht erhalten, laut Moore werden aber die wirklichen Verbrechen von Weißen begangen.
In diesem Kapitel geht Moore auf die immer noch wirksame Rassendiskriminierung ein, welche die Afroamerikaner auch 140 Jahre nach dem Ende der Sklaverei immer noch auf der untersten sozialen Stufe hält. Schwarze sind im Durchschnitt ärmer als Weiße, werden doppelt so häufig arbeitslos und erhalten eine schlechtere medizinische Versorgung.
Moore macht einige mehr oder weniger praktikable Vorschläge zur Überwindung der sozialen Ungerechtigkeit. So hat er angeblich inzwischen 5 Schwarze in seiner Produktionsfirma eingestellt. Das ist schön für die Betroffenen, ändert aber Nichts an der Gesamtsituation.
Ansonsten gibt er noch Überlebenstipps für Schwarze in einer weißen Gesellschaft. Diese Tipps sind von einem wenig aufbauendem Sarkasmus erfüllt. Trotzdem ist dieses Kapitel längst nicht so platt geschrieben wie man nach der Überschrift hätte meinen können.
Five: Nation der Dummköpfe
Hier geht es um Amerikas Schulsystem, welches wohl allerlei Defizite aufweist. Dies gilt allerdings auch für das deutsche System (ich sage nur „Pisa“), also konnte ich mich hier nicht so recht erregen. Immerhin schlägt Moore einen Fragebogen für Politiker vor, damit man den verantwortlichen für die Misere mal auf den Zahn fühlen kann.
Six: Netter Planet, aber keiner da
Hier kommt Moore auf das Umweltverhalten der Amerikaner zu sprechen, welche ja erheblich mehr Umweltressourcen zerstören als jeder andere Staat auf der Welt. Seltsamer Weise hat Bush sich zuhause ein ökologisch völlig korrektes Haus gebaut, während er als Präsident alles dafür tut das die Öko-Katastrophe immer noch ein wenig schlimmer wird. (Habe ich bereits „Kyoto“ erwähnt?)
Eigentlich ein ziemlich trauriges Kapitel, denn auch wir tragen noch genügend zur Umweltzerstörung bei.
Seven: Das Ende des Mannes
Hier behauptet Moore, das die Natur den Mann auf Dauer ausrotten will. In seiner Familie würden weniger Jungen als Mädchen geboren und auch statistisch würde der Männeranteil in der Gesellschaft sinken. Frauen haben sowieso schon eine höhere Lebenserwartung usw. und so fort. Dies ist sicherlich die fragwürdigste Thesensammlung des ganzen Buches, aber durchaus auch ein Kapitel, welches man wirklich als Satire bezeichnen kann.
Eight: Wir sind die Nummer Eins!
Hier geht es um das amerikanische Machtstreben und Bushs ungeschickte Außenpolitik. Schon vor dem Irak-Krieg hat Bush ja eine sichere Hand darin gehabt, den Rest der Welt gegen Amerika aufzubringen. Moore wirft der US-Politik besonders das Versäumnis vor, nach Ende des kalten Krieges nicht auch für eine vollständige Abrüstung der Atomwaffen gesorgt zu haben.
Danach macht Moore uns mit einer Liste vertraut, in welchen Bereichen die USA wirklich die Nummer 1 in der Welt sind. Da sind so nützliche Dinge wie das stärkste Militär und die meisten Milliardäre dabei, aber leider auch eher abträgliche Spitzenplätze wie dem Haushaltsdefizit Todesopfer durch Feuerwaffen, Hinrichtungen von Jugendlichen sowie Verkehrstoten.
Ansonsten bietet Moore in diesem Kapitel die Lösung für verschiedene internationale Probleme wie Israel und Nordirland an. Manche Vorschläge klingen durchaus praktikabel, andere sind wiederum eher als Satire zu werten.
Nine: Ein großes glückliches Gefängnis
Hier geht es zunächst um die Ungleichbehandlung armer und reicher Gesetzesbrecher sowie die überbordende Gefängnis-Industrie. Zwei Millionen Menschen befinden sich derzeit in den USA im Gefängnis, und die meisten sitzen wegen des Besitzes von Rauschgift ein. Während Kleinkriminelle nach der dritten Verurteilung in einigen Staaten lebenslänglich erhalten können, werden reiche Wirtschaftsverbrecher natürlich etwas freundlicher behandelt und können auf eine schnelle Niederschlagung des Prozesses hoffen; wozu hat man schließlich Beziehungen zu Politikern und bezahlt deren Wiederwahl? Da ist eine Amnestie doch selbstverständlich...
Nachdem Moore einige Beispiele für die Einflussnahme von Politikern auf die Strafverfolgung von Wirtschaftsbossen gebracht hat wendet er sich dann der Todesstrafe zu. Da 70 Prozent von überprüften Todesurteilen schwere Verfahrensfehler aufwiesen hält Moore deren Abschaffung für notwendig.
Ten: Demokraten – ein hoffnungsloser Fall
Hier geht Moore nun nicht nur der Ausgewogenheit wegen auf die Demokraten los und wirft ihnen vor, nicht für eine echte Alternative zu den Republikanern gesorgt zu haben. Im Parteiensystem der USA werden sich die beiden großen Parteien immer ähnlicher, und auch unter der Clinton-Regierung gab es genügend politische Grausamkeiten, welche die Bush-Regierung nun einfach fortsetzt. (Das Syndrom des „geringeren Übels“ gibt es auch bei deutschen Wahlen zu „bewundern“.)
Moore fordert dazu auf, die Demokraten zu einer besseren Oppositionsarbeit zu zwingen: etwa durch Übernahme von Ortsvereinen und der Abwahl besonders konservativer Parteimitglieder. Sicherheitshalber liefert Moore gleich eine Liste von besonders willfährigen Abgeordneten mit (so stimmte der texanische Abgeordnete Hall zu 80 Prozent mit den Republikanern ab).
Eleven: Das Gebet für die Menschheit
Dieses Gebet kommt eher wenig freundlich daher, denn Moore wünscht den Politikern und Machteliten so ziemlich jedes Gebrechen der Welt auf den Hals. Nicht so sehr aus Hass, sondern weil die beispielsweise die AIDS-Forschung in dem Moment besser finanziert wird, wenn auch die Familien der regierenden mit einem solchen Schicksal konfrontiert werden. Seitdem Ronald Reagan an Alzheimer leidet stimmen die Republikaner plötzlich für die Stammzellenforschung, und viele Geiseln der Menschheit könnten auf diese Art und Weise besser bekämpft werden.
Auch wenn ich diese Einstellung ziemlich hartherzig finde muss ich zugeben, das dieser Mechanismus vermutlich tatsächlich funktionieren würde.
Epilog: Talahassee Hi-Ho
Im Epilog berichtet Moore über seine Tätigkeit für die amerikanischen Grünen-Partei von Nader. Es waren die Stimmen für diese Partei, welche Gore vermutlich den Wahlsieg gekostet haben. Moore gibt die Schuld aber eher Gore selber, welcher sich wie ein halber Republikaner aufgeführt habe und zu sehr auf Schmusekurs mit den Konservativen ging.
Fazit: Moore ist ein wirklich gutes Buch gelungen, auch wenn nicht jedes Kapitel überzeugen kann und er sich nicht immer zwischen politischer Streitschrift und satirischen Witzeleien entscheiden kann. Ich würde nicht Alles unbesehen schlucken was er schreibt, aber zum Nachdenken lädt das Buch sicherlich ein. Und Vieles was er über Amerika schreibt würde auch auf Deutschland und deren Eliten zutreffen. weiterlesen schließen -
Amerika - die Zweite
Pro:
gut lesbar, informativ, witzig
Kontra:
reißerisch und sehr trivialer Stil
Empfehlung:
Ja
~^~^~ Vorwort ~^~^~
Nachdem ich vor einiger Zeit Michael Moores Meisterstück „Bowling for Columbine“ gesehen habe, welches – völlig zurecht – mit einem Oscar prämiert wurde, musste ich mir kurz darauf auch sein zeitgleich erschienenes Buch „Stupid white men“ zulegen. Thematisch ist es doch recht unterschiedlich, wenn es auch sowohl im Buch als auch im Film um die USA geht. Um mal konkreter zu werden: Es geht um das, was in der US-Gesellschaft nicht in Ordnung ist. Aber insbesondere sieht sich das Buch als eine Abrechnung mit Präsident Bush und seiner Regierung. Dies steht zumindest auf dem Umschlag, aber es weicht teilweise sehr stark ab. Nun gut, man kann ja nicht 330 Seiten nur über dasselbe schreiben. Aber auch die Themenverfehlungen sind durchaus lesenswert...
~^~^~ Der Inhalt ~^~^~
Ich denke, es ist das Beste, wenn ich zunächst jedes Kapitel einzeln auseinander nehme. Warum auf diese Weise? Keine Ahnung! Mir ist danach :o)
Die Einleitung! Gut okay, es ist halt eine Einleitung! Sie gibt einen Eindruck davon, worum es in dem Buch geht! So, wie es sich nun einmal für eine gute Einleitung gehört. Ein Leitthema wird angegeben und los geht’s.
Aber dann geht das Buch schon los mit einem „sehr amerikanischen Coup“, meinem wohl liebsten Kapitel. Keine Frage, dieses Kapitel beschäftigt sich wohl am nahesten mit den eigentlichen Thema. Moore hat leider ein wenig die Angewohntheit, ein Thema anzugeben und dann abzuweichen. Dies war bei „Bowling for Columbine“ so und auch hier ist es nicht anders. Aber das macht nichts, denn langweilen tut Moore nie. Dieses Kapitel erklärt nachvollziehbar, wie Bush Präsident geworden ist. Oder besser gesagt „Präsident“, denn Moore zieht es vor, ihm diesen Titel nicht anzuerkennen. Das liegt daran, dass Bush die Wahl durch Manipulation und Betrug gewonnen hat. Absolut lesenswert. Dies sind auch alles Fakten, weshalb ich mich über die Gültigkeit der Wahl wundere. Des weiteren stellt er auch kurz Bush’s Junta vor, also das Kabinett. Auch dieses besteht aus sehr suspekten Gestalten.
Weiter geht es mit einem offenen Brief an George Bush. In letzter Zeit ist dies keine Seltenheit, doch zur Zeit der Fertigstellung des Buches – übrigens vor dem 11. September 2001 – etwas Neues. Moore weiß einiges über Bushs Vergangenheit. Dass er ein sehr schlechter Schüler war, dass sein Lieblingskinderbuch „die Raupe Nimmersatt“ war – erschienen 2 Jahre nach Bushs Collegeabschluss“, dass er Alkoholprobleme hatte, dass er mehrere Firmen, deren Leitung er hatte, in die Pleite getrieben hat und vieles mehr. Schon ganz schön krass, dass so ein Mann Präsident geworden ist. Dem würde ich nicht mal mein Auto anvertrauen, geschweige denn gleich einen ganzen Staat. Andererseits fand ich es schon ein wenig zu hart von Moore, dass er Bush sein ehemaliges Alkoholproblem noch so sehr nachträgt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Bush seit über 20 Jahren keinen Tropfen mehr angerührt. Wer so lange trocken bleibt, ist mit Sicherheit nicht mehr gefährdet. So denke zumindest ich. Moore aber hackt da ein wenig unfair darauf rum.
Das nächste Kapitel finde ich aber weitaus erschreckender. „Auf zum Abschwung“ heißt es, und dies ist durchaus bezeichnend. Durch Zufall erfuhr Moore was manche Piloten am Anfang ihrer Karriere verdienen. Je nach Fluggesellschaft 17.000 $ pro Jahr, aber auch 13.000 $ sind möglich. Nach Abzug aller einmaligen Kosten, ist das erste Jahresgehalt für manche Piloten sogar gerade mal 9.000 $ Brutto. Absolut erschreckend, wenn man überlegt, dass man völlig unterbezahlen Menschen sein Leben in die Hand gibt. Wer kann denn da noch für meine Sicherheit garantieren, wenn ich nicht einmal sicher sein kann, dass mein Pilot in den letzten 24 Stunden etwas in den Magen bekommen hat? Unvorstellbar!
Ein wenig Stilbruch ist dann das Kapitel „Los! Killt die Weißen!“, welches ich persönlich nicht so gut fand. Viel zu reißerisch wird hier der „weiße Mann“ verteufelt und der Schwarze in den Himmel gehoben. Moore stellt die Schwarzen als wahre Engel dar, die Weißen aber als Wurzel allen Übels. Sicher, die Verteufelung der Schwarzen in den US-Medien ist unter aller Sau und komplett übertrieben, ich würde aber nicht so weit gehen und behaupten, dass eigentlich die Weißen viel schlimmer sind. Ich denke, das ist mehr oder weniger ausgeglichen. Dadurch, dass mehr Schwarze in unteren Schichten leben, gibt es mehr Gewaltverbrechen. Und bei den „reicheren Weißen“ halt mehr Wirtschaftskriminalität. Beides ist nicht schön. Dieses Kapitel ist zwar durchaus amüsant, aber extrem reißerisch und weit übertrieben. Ich bin mir bewusst, dass Moore es nicht ernst meint, wenn er schreibt „er bekommt Panikanfälle, wenn er alleine auf der Straße einem Weißen begegnet“, aber das Niveau in diesem Kapitel ist nicht gerade hoch.
Wenn man schon gerade bei niedrigem Niveau ist, dann geht es passender Weise weiter mit der „Nation der Dummköpfe“. Dies ist eine heftige Abrechnung mit dem unterbelichteten US-Präsidenten und dem maroden Zustand der öffentlichen Schulen. Ich hatte mich zwar schon vor dem Genuss des Buches gewundert, warum die US-Schüler bei der PISA-Studie besser abgeschnitten haben, als die Deutschen, aber jetzt habe ich nicht einmal mehr den Hauch einer Ahnung, warum. Die amerikanischen Schulen sind in einem so miserablen Zustand, wie noch nie zuvor. Es herrscht Lehrermangel, manche Schulen haben keinen Rektor, die Gebäude sind baufällig, das Material veraltet etc. Wenn man überhaupt etwas Neues in ein Schulgebäude kommt, dann sind es Spenden von Unternehmen, die die Schüler schamlos für Werbekampagnen nutzen. Es ist doch eine Schande, wenn gesunde Schul-Frühstücks mit Milch und Brötchen dank Exklusivverträgen zwischen Schulen und Unternehmen durch Cola und Snickers ersetzt werden. Die Liste der Ausbeutung der Schüler ist lang und erschreckend. Ich bin froh, dass es in Deutschland noch nicht so weit ist. Hoffen wir mal, dass es auch niemals zu solchen Zuständen kommt. Zwar ist auch dieses Kapitel ein wenig reißerisch, aufgrund der Fakten verblasst dies aber leicht.
Gut, nach sozialen Problemen und Problemen im Bildungsbereich, schneidet Moore ein weiteres großes Thema an, den Umweltschutz. Arg ernüchternd ist dieses Kapitel, wobei wir es in Europa doch noch ein wenig besser haben. So scheint es, als wären in den letzten Jahren massive Rückschritte im Umweltschutz vorgenommen worden. Insbesondere beim Benzinverbrauch von Autos und dem Arsengehalt im Trinkwasser. Ersteres ist durch gelockerte Bestimmungen leicht angestiegen, letzteres sehr stark. Auch von Recycling hält Moore nicht mehr viel, seit er erfahren hat, dass dieses angeblich kaum stattfindet. Ähnliche Vorwürfe gibt es auch in Deutschland, doch was daran dran ist, kann ich nicht beurteilen. Dass die republikanische Regierung in den USA, und auch die ehemalige Clinton-Regierung, nur sehr wenig positives für den Umweltschutz getan hat, konnte man allerdings auch in der Zeitung nachlesen.
Was das siebte Kapitel noch mit dem Thema Bush und Co. Zu tun hat, weiß ich aber langsam nicht mehr. Viel mehr geht es dabei um das allmähliche Aussterben des männlichen Geschlechtes. Naja, es wird schon ein wenig übertrieben, aber man schätzt, dass in wenigen Jahren ca. 102 Frauen auf 100 Männer geboren werden. Moore verifiziert einige wissenschaftliche Fakten aber zu sehr an persönlichen Erfahrungen. Also das z.B. in seiner Familie 13 Jahren kein Junge mehr geboren wurde, oder dass es bei vielen seiner Bekannten mehr Mädchen als Jungs in der Familie geboren werden. Ein bisschen sehr vage und zweifelhaft, was Moore hier abliefert. Aber auch sehr amüsant; ich musste gut über seine „Überlebenstipps für Männer“ lachen!
Im folgenen Kapitel geht es dann wieder um das eigentliche Thema. Und ich muss sagen, diese Kaptiel gefiel mir am besten. Hier nimmt er gnadenlos das „Wir sind die Nummer 1“ – Denken der Amerikaner auseinander und zeigt ihnen mal die andere Seite auf. Denn die Amerikaner sind nicht nur die Nummer 1 was wirtschaftliche Erfolge betrifft, sondern auch die Nummer 1 beim Energieverbrauch, der Umweltverschmutzung, bei den Schusswaffenopfern und bei hingerichteten Jugendlichen, um mal einige traurige Dinge zu nennen. Nun ja, wenn schon Nummer 1, dann könnten die Amerikaner auch Nummer 1 in Friedensschaffenden Maßnahmen werden. Michael Moore erstellt sodann einen Plan zu Wahrung und Sicherung des Weltfriedens auf, und schlägt vor, wie man Konflikte in Israel, Nordirland oder Nordkorea mal auf friedliche Weise lösen könnte. Leider ist diese Möglichkeit ein wenig in Vergessenheit geraten...
Weiter schneidet Moore in „ein großes glückliches Gefängnis“ ein äußerst brisantes Thema auf. Nicht nur, dass das amerikanische Rechtssystem mehr einem türkischen Basar ähnelt denn einer geregelten Institution, nein, es ist auch noch teilweise absolut schwachsinnig und diskriminiert Minderheiten. So sind z.B. die Strafen auf Crack, welches vorwiegend von Schwarzen und Hispanics konsumiert wird, dreimal so hoch wie auf die Schicki-Micki Droge der weißen Oberschicht, Kokain. Der Hammer ist aber, dass man in Kalifornien für die dritte Verurteilung für eine Straftat lebenslänglich ins Gefängnis kommt EGAL UM WAS FÜR EIN VERBRECHEN ES SICH HANDELT! Das heisst, man wandert für dreimal Ladendiebstahl genau so in den Knast, wie für dreifachen Mord. Schon heftig, wie ich finde. Auch die Alternative – die Todesstrafe – ist sehr uneinheitlich. Alleine in Texas werden ein Drittel aller Hinrichtung der USA getätigt. Da fragt man sich doch warum das dort so heftig ist. Andererseits werden Wirtschaftsverbrecher fast gar nicht bestraft, was weiter Zweifel am amerikanischen System erzeugt. Naja!
Doch nicht nur Präsident Bush und seine Republikaner bekommen ihr Fett weg, sondern auch die Demokraten. In einem Staat mit einem Zweiparteien-System ist es ein wenig frustrierend, wenn man bemerkt, dass die Demokraten nichts anderes als kaschierte Republikaner sind. Scheinbar gibt es für Moore keinen Unterschied mehr, und die Demokraten sind keine richtige Alternative. Viel mehr sind sie – für Moore, wohlgemerkt – entweder völlig unfähig sich durchzusetzen oder tatsächlich kein Unterschied zur Konkurrenz. Nun, wenn man sich so die Amtszeit von Clinton ansieht, dann scheint es auch mir so zu sein. Seine Politik unterschied sich kaum von der von Bush, er konnte sich nur verdammt gut verkaufen. Auch Moore ist auf ihn reingefallen. Insbesondere auf Clintons Last-Minute-Entscheidungen kurz vor seinem Amtsende. Da konnte man erstmals von vernünftiger Politik reden, doch leider wurden die meisten sehr guten Entscheidungen von Bush prompt wieder zurückgenommen. Aber mit Gore als Präsident wäre es wohl kaum besser geworden, wollte dieser doch ein noch höheres Rüstungsbudget, als die Amerikaner es jetzt schon haben.
Okay, im letzten Kapitel scheint Moore echt zu verzweifeln. In seinem „Gebet für die Menschheit“ wünscht er allen Reichen und Mächtigen Menschen alles nur erdenklich Schlechte. Nein, das ist kein Sozialneid. Aber man muss es so sehen: Was macht ein mächtiger Politiker, der an einer schweren Krankheit leidet? Er wird natürlich das Budget für die Erforschung dieser Krankheit massiv erhöhen. Oder wenn ein Politiker Schwule diskriminiert und sein Kind selbst homosexuell ist? Er wird selbstverständlich diskriminierende Gesetze blockieren. Aus dieser Sicht ist es zwar irgendwie gemein, den Mächtigen schlimme Dinge (wobei Homosexualität selbstverständlich nicht schlimm ist) an den Hals zu wünschen, aber für die übrigen Menschen ist es eine Linderung ihrer Krankheiten, gesellschaftlichen Diskriminierungen etc. Des einen Freud, des anderen Leid - ganz einfach.
Alle elf Kapitel waren einfach verständlich, doch beim Epilog hatte ich ernsthafte Schwierigkeiten. Der Stil war zwar weiterhin trivial, aber der Inhalt setzt sehr gute Kenntnisse über amerikanische Politik und insbesondere der Wahl voraus. Ich konnte so z.B. nur aus dem Zusammenhang verstehen, dass Ralf Nader der Kandidat einer dritten Partei war, der Partei die Michael Moore favorisiert. Naja, er macht auch genug Werbung für die amerikanischen Grünen, aber der Epilog ist eher eine Aufforderung, sie nicht zu wählen. Im Grunde sind die Grünen schuld am Sieg Bushs, denn die Partei hat fast nur den Demokraten Stimmen weggenommen – über 100.000! Naja, wer das starre Mehrheitswahlsystem der USA kennt, der kann ohnehin feststellen, dass es ein Mehrparteiensystem kaum zulässt. Naja, im Grunde ist der Epilog ein Schuldgeständnis Moores am Status Quo, nicht ohne die gehörige Ironie. Doch wenn man einmal Moores Meinung über die Demokraten berücksichtig, ist es eigentlich fast egal, wer da an die Macht gekommen ist. Wie gesagt, für nicht-Amerikaner (oder sagen wir besser, für nicht-die-amerikanische-Politik-Kennende, denn Amerikaner sein heißt noch lange nicht, sich mit der Politik auszukennen) ist der Epilog nur teilweise sinnvoll. Aber eigentlich trotzdem interessant, Moore hätte nur weniger Fragen offen lassen sollen.
~^~^~ Konklusion ~^~^~
Okay, wie man langsam wissen sollte, ist bzw. war „Stupid White men“ lange Zeit ganz oben auf den deutschen Bestseller-Listen. In den USA fand es übrigens kaum Beachtung. Anscheinend ist die Wahrheit wohl zu hart! Für 12 Euro kann man das Buch aus dem Piper-Verlag erwerben und hat knapp 330 Seiten Lesevergnügen.
Auf jeden Fall ist das Buch sehr interessant und auch amüsant. Die Fakten sind größtenteils mit Quellen belegt, wenn wir hier in Deutschland auch nur sehr schwer an diese rankommen können. Moore zieht sich demnach nichts aus der Nase. Auch musste man an vielen Stellen doch schon ein wenig schmunzeln, denn Moore ist ein recht humoristischer Schreiber. Doch sein Schreibstil ist auch sehr trivial, ja, gelegentlich sogar auf BILD-Niveau. Diese unheilvolle Analogie trägt nicht gerade zu meiner Begeisterung zu. Auch nicht, dass Moore stellenweise sehr reißerisch ist und gerne übertreibt. Für den Humor ist es zwar wichtig, doch wirkt es ein wenig unseriös, wenn er schreibt „250 Millionen Amerikaner haben Bush nicht gewählt!“ Aber über solche Kleinigkeiten kann man schon einmal hinwegsehen.
Seine Argumentation ist größtenteils sehr schlüssig, aber gelegentlich für mich nicht ganz nachvollziehbar. Ich will es nicht alles im Einzelnen auseinander nehmen, aber wenn er z.B. sagt, dass er weiterhin seinen 20-liter Van benutzen will und so weiter. Auch schweift er manchmal sehr stark von seinem eigentlichen Leitthema ab. Dieses ist eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush, doch was hat Bush mit biologischen Phänomenen wie dem Geschlecht von Neugeborenen zu tun? Vielleicht wäre es ja ein wenig einseitig, die gesamten 330 Seiten nur mit Bush und seiner Junta zu füllen, aber dann sollte man das nicht auf den Titel schreiben. Ich würde sagen, dass sich nur ca. 50 % des Buches direkt oder indirekt mit dem Leitthema beschäftigen.
Ein wenig nervig fand ich auch die ständige Werbung für Moores Partei. Er schreibt zwar nicht „wählt Grüne“ oder so was, aber alles außer den Grünen ist mehr oder weniger doof und dämlich. Die Republikaner machen alles schlecht, die Demokraten sind verkappte Republikaner. Ob er damit Erfolg haben wird, ist im extrem starren 2-Parteienstaat USA sehr fraglich, und auch deshalb für den Leser eher lästig.
~^~^~ The Fazit ~^~^~
Auch wenn der Schreibstil arg trivial ist, auch wenn Moore sehr oft vom Thema abweicht, das Buch ist dennoch sehr lesenswert. Man erhält einen umfassenden, gut fundierten, wenn auch stark grünen Überblick von der amerikanischen Politik. Wenn es auch so seine Mängel hat, kann ich das Machwerk weitgehend empfehlen. Derzeit arbeitet Moore übrigens an einer filmischen Adaption seines Buches. Mit „Bowling for Columbine“ hat er ja schon sein Können gezeigt, so dass wir gespannt bleiben dürfen. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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GEORG KANNST DU LESEN UND SCHREIBEN?
10.04.2003, 15:07 Uhr von
MOFFt
Hallo ... ich bin bereits ein "alter Yopi-User" ... zumindest war ich bereits einige Monate dabei...Pro:
interessant, deckt viele Dinge und Misstände auf, aktuell, sollte jeden interessieren und betreffen, manche Stellen lassen einen schmunzeln
Kontra:
oft erschreckend und vielleicht teilweise etwas überzogen
Empfehlung:
Ja
Spätestens seit dem Film Bowling for Columbine wird Michael Moore wohl einigen ein Begriff sein, so musste ich nach diesem begeisternden aber zugleich erschreckenden Film mehr von ihm sehen/lesen. Und das tat ich dann auch mit seinem Buch >Stupid White Man - eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush!<
=ALLGEMEINES===
Michael Moore ist 1954 geboren und lebt meines Wissens nach in New York (was er im Buch auch des öfteren schreibt). Er arbeitet als Regiesseur, Moderator und Schriftsteller und wurde lt. Biographie durch seinen ersten Dokumentarfilm >Roger & Me bekannt<
An Büchern war >Downsize This< seine erste Herausgabe, wobei ich von beiden bisher nichts in unseren Breitengraden gehört hatte. Seinen Nachfolger >Stupid White Man< habe ich mir dann von meiner Freundin ausgeliehen, von dem ich Dir nun berichten möchte.
Im Piper Verlag erschienen und ins deutsche übersetzt erschien das Buch 2002 (ISBN 3-492-04517-0).
Das gut 300 Seiten starke Buch in rotem Einband zeigt den etwas verdutzt blickenden Michael Moore mit Baseballkappe und amerikanischer Flagge, so wie wir ihn auch im Film Bowling for Columbine meist sahen. Name und Untertitel sind so wie der Titel gross mit weisser Schrift vorne angebracht.
Als Information ... der amerikanische Text wurde VOR dem 11.September 2001 - der Tag des verherrenden Anschlages - abgeschlossen.
=INHALT===
In den 11 Kapiteln (sowie Anhang, Anmerkung, Epilog ...) geht es um Amerika unter ihrem aktuellen Präsidenten George W. Bush und hier speziell auch um selbigen, das/den M.Moore kritisch betrachtet und der hier mehr als schlecht aussteigt.
Nach einer Einleitung kommt klarerweise Kapitel ONE - ein sehr amerikanischer Coup.
Hier behandelt Moore die Präsidentenwahl und den Kampf um einzelne Stimmen, den Bush gegenüber Gore äusserst knapp >gewann< ... zumindest offiziell, denn der wirkliche Ablauf dieses Wahlkampfes war lt. Moore und diversen Belegungen mehr als glatt - sondern ergaunert, einen Begriff den Moore des öfteren in seinem Buch benutzt. Gleichzeitig stellt Moore die einzelnen Minister von Bush dar und deren Verknüpfungen bzw. Bestrebungen - auch das erschreckt einen mehr als einmal beim Lesen.
Kapitel TWO - offener Brief an >Präsident< Georg W. Bush
In diesem mehrseitigem Brief duzt er Bush und deckt allerlei private Dinge auf, für die ihn G.W. Bush wohl verfluchen wird. Eine Liste von Massnahmen die Bush seit seinem Eintritt durchgebracht bzw. abgeschafft hat, lässt ihn ebenso wenig in gutem Licht erscheinen, wie die drei sehr persönlichen Fragen, die ihm Moore abschliessend stellt wobei in allen wohl ein treffender Hintergedanke steckt.
THREE - ab zum Abschwung
In diesem Kapitel behandelt Michael die scheinbar schlechte Wirtschaftslage in den USA. Er schreibt dass es klarerweise Rückgänge gegenüber den enorm guten Jahren zuvor gegeben hat aber dennoch fette Gewinne geschrieben werden. Um die Gier der ganz Reichen jedoch weiter zu befriedigen, gaukeln diese Einbrüche, Rezessionen und Rückgänge vor und entlassen ganze Scharen von Mitarbeiter. Weiters behandelt er die Steuerproblematik und zeigt auf dass die armen noch mehr gemelkt werden und die ganz grossen Konzerne so lange geschickt chonglieren bis sie einen minimalen oder gar keinen Steueranteil mehr bezahlen.
FOUR - Los, killt die Weissen!
Der böse, schwarze Mann geistert in den Köpfen der Weissen herum. Vor den Afro-Amerikanern fürchten sich der Grossteil der weissen Amerikaner. Doch es sind in Wirklichkeit die Weissen, die einen aus dem Job werfen, überfallen, übers Ohr hauen, abzocken, betrunken Anfahren, Bomben bauen usw. - so laut Moore. Warum also fürchten wir uns nicht vor Weissen? Auch geht er auf die Benachteiligung der Schwarzen ein, die heute genau so ist wie vor vielen Jahren.
FIVE - Nation der Dummköpfe
Hier geht es um den Wissensstand der Amerikaner bzw. deren Schulen. Er zeigt verschiedene Punkte der amerikanischen Schulbildung auf und diese sieht in seinen Augen alles andere als rosig aus. Er verurteilt hier aber nicht die Lehrer, sondern die Regierung die für diese Zustände durch zu wenig Geldmittel verantwortlich ist. Es folgten verschiedene Spenden von Konzernen wie Coca-Cola, wenn die Schüler im Gegenzug deren Getränke verbrauchen. Noch weiter gingen Firmen wie GM, die sogar am Lehrstoff mitwirken konnten indem sie sich sozusagen einkauften.
SIX - Netter Planet, aber keiner da
Hier geht es um unseren Planeten, der stetig durch die Menschheit - hier im speziellen Amerika - vernichtet wird. Umweltsünden, verschwenderischer Benzin- und Stromverbrauch, Ozonloch, BSE, PBB sind hier nur einige Schlagworte die auch dieses Kapitel zu keinem lustigen machen.
SEVEN - Das Ende des Mannes
Das Verhältnis Mann:Frau schwankt und Frauen kommen mehr und mehr in die Überzahl. Das Kapitel stellt im grossen einen Angriff auf uns Männer uns somit auch M.Moore selbst dar. Mutter Natur rächt sich in seinen Augen an denen die hauptsächlich die Erde zerstören und will die Männer ausrotten.
EIGHT - Wir sind die Nummer Eins!
Weltmacht, Vergangenheit, Wettrüsten mit ehemaligen Sowjetunion sind nur ein paar Schlagworte auf die Michael M. hier eingeht. Weiters ein paar Zeilen an verschiedene Staatsmänner in denen er Tipps gibt wie er langjährige Konflikte (Israelis/Palästinenser, IRA in Irland, ...) lösen würde/könnte, die nicht immer ganz ernst zu nehmen sind.
NINE - Ein grosses glückliches Gefängnis
Hier behandelt Moore die Problematik mit der oftmals sehr ungerechten Justiz, der Benachteiligung der armen und schwarzen und im Gegenzug die reichen Gauner, die sich die Freiheit >erkaufen< können. Auch geht er als klarer Gegner genau auf die Todesstrafe ein.
TEN - Demokraten - ein hoffnungsloser Fall
Auch die (jetzigen) Demokraten kommen bei Michael Moore nicht ungeschoren weg. So schreibt er hier über Demokraten die sich zwar gegen Bush und seine Republikaner aussprechen, doch sich im Stillen denen unterwerfen und fleissig mitstimmen bei neuen, meist für das kleine Volk ungerechten Gesetzen. Clinton und Gore müssen hier einiges über sich ergehen lassen. Auch hier findet man wieder einige Fakten die einem beim Lesen erstaunen lassen bis schockieren.
ELEVEN - Das Gebet für die Menschheit
Politiker richten sich die Gesetze wie sie ihnen selbst recht sind. Sie verbieten Dinge nur solange es sie nicht selbst trifft. Daher hat Moore hier ein >Gebet< verfasst in dem er Politikern und Abgeordneten Krankheiten bittet, damit sich diese endlich für Bedürftige, Arme und Leidende einsetzen. Jedem Abgeordneten des Repräsentantenhauses sein Krebsgeschwür, jeden reichen Manager zu einem armen Bürger usw.
=EINDRUCK/MEINUNG===
Michael Moore hat sich mit dem Buch in der amerikanischen Führungsflotte wohl ebenso wenig beliebt gemacht, wie schon mit Bowling for Columbine, oder seinem erst kürzlichen Auftritt bzw. kurzen Rede bei der Oscar Verleihung für selbigen Film. Doch in diesem Buch greift er noch viel härter und direkter Personen wie George W. Bush an und ich bewundere seinen Mut.
Als Friedensaktivist und Waffengegner lässt er keine Möglichkeit aus, die amerikanische Regierung und ihre Einsätze anzugreifen und anzuprangern.
Stupid white man liegt zeitmässig etwas zurück (Beispiel Irak), doch auch hier gibt es mehr als genügend Misstände und Gaunereien aufzudecken die in Amerika ablaufen. Wobei Gaunereien hier fast noch harmlos ausgedrückt ist. >Früher wurden Politiker erst als im Amt zu Gaunern, jetzt hat man uns einen gezüchteten Gauner an die Spitze gesetzt< um nur einen kurzen Ausschnitt aus Moores Buch widerzugeben.
Das Buch ist (wie auch der Film) faszinierend und erschreckend zugleich. Stimmen die Angaben und Aussagen in seinem Buch auch nur annähernd (und davon ist auszugehen, den vielen genauen Quellen und Belegungen zu den einzelnen Kapiteln in den nachfolgenden Amerkungen, wo man auch äusserst interessante Links findet), ist man stellenweise regelrecht schockiert wer momentan an der Spitze der Weltmacht sitzt und welche Bestrebungen sie verfolgt, bzw. über welche Dinge sie sich hinwegsetzt um auch in Zukunft eine solche Weltmacht zu bleiben.
Um es nur kurz zusammenzufassen - da kommen Mutter Erde und die Menschen zu kurz, da fehlen jedliche Anstrengungen bezüglich Umweltschutz, soziale Bedürfnisse oder Energie- Ressourcenschondende Vorkehrungen. Raubbau, Gaunerei und eine Vergrösserung der Kluft zwischen Arm und Super-Reich überschatten eigentlich das gesamte Buch.
Das Buch vermag es einen zu begeistern, man ist gespannt welche Dinge Moore im nächsten Kapitel aufdeckt, dass die amerikanische Regierung wohl gerne vertuscht hätte. Welche >Katastrophe< war es, als sich Ex-Präsident Clinton damals männlichen Freuden hingab, wie wurde er in den Medien verrissen ... doch ist es nicht viel schlimmer, wenn man so wie G.W. Bush (bevor er Präsident war) bereits dreimal verhaftet wurde (wie im Buch zu lesen ist), alkoholisiert am Steuer saß, oder ein Wahlversprechen bricht jährlich 100 Mio Dollar für die Erhaltung des Regenwaldes zu investieren?
Kurz ich war/bin bisher von Moore und seinen Veröffentlichungen begeistert und erwarte schon gespannt seinen nächsten Film, den er momentan dreht und in dem es scheinbar um das Leben von G.W. Bush geht - so vermute ich stark, dass er sich in diesem Film in vielen Dingen stark an das Buch hält. Ein Film, den ich mir mit Sicherheit ansehen werde.
=ZUSAMMENFASSUNG===
Das Buch hat Potential zum Wachrütteln - nicht nur der amerikanischen Bevölkerung - sondern auch der Menschen ausserhalb. Zumindest wird es vielen bewusst werden, was derzeit und in den letzten Jahren Übersee abläuft bzw. schon geschehen ist.
Viele werden das Buch spätestens nach dem Film >Bowling for Columbine< sowieso lesen, und Fans von Michael Moore kennen es sicherlich auch schon. Aber auch allen anderen kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen uns spreche hier eine volle Empfehlung aus.
Wer sich auch nur etwas interessiert, was ausserhalb seinen eigenen vier Wänden abläuft, sollte sich dieses Buch - gerade auch aus aktuellem Anlass (Irak) - lesen ... ich denke keiner wird enttäuscht sein.
In diesem Sinne ... ALLES GUTE MICHAEL MOORE ... heute schon geMOFFt? weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Cicila, 07.11.2005, 16:47 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ich habe mich mal ein bisschen in das Buch gelesen, sehe allerdings lieber die Filme. <br/>LG Cicila
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Stupid White Man - Lustig und Informativ -
07.04.2003, 02:05 Uhr von
sTaNy
Hey ho, Ich bin sowas wie der geborene Hobby Mixer also nicht wundern das fast alle meiner beitr...Pro:
Sehr Informativ, Lustig geschrieben, Nette Nebenbemerkungen
Kontra:
Hab nichts gefunden ;-)
Empfehlung:
Ja
Stupid White Man - Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush ! So lautet der Titel 329 Seiten langen Buches von Michael Moore.
Schon alleine die Kapitelnamen, die sich von "Lieber George" über Nation der Dummköpfe bis hin zu Demokraten - Ein Hoffnungsloser Fall erstrecken geben schon eine leichte auskunft darüber, das Michael Moore nicht grade ein großer Freund der Amerikanischen Politik, beziehungsweise der Art und Weise wie die Politik der Amerikanischen Führungspositionen ausgeführt wird, ist.
Nach einer kurzen Einleitung, schildert Moore wie bei den Amerikanischen Wahlen wahrlich gepfuscht wurde und das sein "bester Freund" Mister Bush nicht rechtens Präsident geworden ist. Durch die damaligen Verwirrungen bei der Auszählung im Bundesstaates Florida, wurden zwei Oberste Richter eingesetzt die die Aufgaben hatten, die Stimmen für die Kandidaten George W. Bush und Al Gore nochmals aus zu zählen. Das diese beiden Obersten Richter zwei gute Freunde von Bush Senior waren, war nur eine kleine Entdeckung von Moore.
Durch seinen Witz und überaus lustigen Schreibstil macht es Wahnsinnig Spass langsam aber sicher hinter die Fassaden des maroden Amerika`s zu blicken. Schon alleine ein "Präsidentenspickzettel für Bush", in dem Moore die Staats- uns Regierungschefs der 50 größten Länder aufzählt, ist schon lesenswert. Nun gut. Auch George W. Bush kann nicht alles Wissen. Doch von seinem Staatsbesuch aus Indien sollte man den Namen jedenfalls schonmal geöhrt haben ;-).
Nach Michael Moore wussten zum Beispiel auch nur 40 Prozent der Amerikaner wann der Rezessionskrieg war obwohl sie zwischen 4 grob gewählten Jahresspannen wählen konnten. ( Beavis & Budhead dagegen kannten 99 Prozent der Befragten).
Dies sind nur einiger der relativ Lustigen Eindrucke die man aus diesem Buch gewinnen kann. Michael Moore ist wahrscheinlich einer der Amerikanischen Autoren, die den Misstand der Poltik erkannt haben und auch wiedergeben wie man nach der letzten Oscar-Verleihung deutlich sehen konnte als er (wieder einmal) Bush öffentlich attackierte...
Ich kann nur jedem das Buch ans Herz legen der sich ein wenig für Amerika interessiert. Auch für Nichtinteressten der Westlichen Zivilisation ist dieses Buch ein wahres muss.
Michael Moore, ich danke dir !
Zitate aus dem Buch:- ... Wenn man ans andere Ende der Stadt will, ist es billiger sich als FedEX-Paket aufzugeben, als selbst hinzufahren . . .
- ... Sie wollen im Kundendienst mit einem richtigen Menschen sprechen ?? HA HA HA Drücken Sie die Vier und verabschieden Sie sich von allen Aufgaben für den rest des Tages . . .
- ... (Nein, Sally, die Sowjetunion ist nicht unser Feind. Die Sowjetunion gibt es seit zehn Jahren nicht mehr . . . (bezogen auf die Schulbildung und die Schulbücher aus den 70er Jahren)
Ich hoffe das ich Ihnen dieses Buch ein bisschen näher bringen konnte und wünsche viel Spass beim lesen der wahrscheinlichst lustigsten Satire über Amerika die Ich kenne.
Der Bericht ist mit Absicht etwas kürzer geworden also bitte nicht wundern. Ich sehe es nicht grade als Sinnvoll an auf jedes Kapitel im Buch hieb- und Stichfest ein zu gehen, denn ein wenig Spannung und Überrauschung soll ja vor dem lesen auch nocht übrig bleiben ;-) weiterlesen schließen - ... Wenn man ans andere Ende der Stadt will, ist es billiger sich als FedEX-Paket aufzugeben, als selbst hinzufahren . . .
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Hail to the Chief - oder: Wee luv da "Prez"!
04.04.2003, 17:15 Uhr von
Tut_Ench_Amun
Der virtuelle Pharao existiert nun schon seit über 10 Jahren und macht das Netz mit seinem Geschr...Pro:
Genial triefender sarkastisch-ironischer Schreibstil, ein Must-Read für Bush-Gegner
Kontra:
Einige Behauptungen dürften schwer nachweisbar sein...egal! ;-)
Empfehlung:
Ja
Kaum ein Thema hat uns derzeit so im Griff, wie der verfluchte, unnötige Irak-Krieg, dabei ist das Thema so neu nun wirklich nicht, mehr noch: Es war bereits abzusehen und man muss den Bush-Kriegern und der politischen Administration der USA vorwerfen, dass dieser Streich nicht nur vorhersehbar, sondern von langer Hand vorbereitet gewesen ist. Alleine die „Wahl“ von Georgy „Dumbya“ Bush jun. weist klassische Züge eines Staatsstreichs auf, den man wohl eher in Südamerikas Diktaturen vermutet, doch nicht in Gods Own Country, das sich einbildet die Demokratie erfunden zu haben (NB liebe Amis: das waren die Griechen). Doch immerhin haben die Amerikaner in der Neuzeit den Gedanken neu kultiviert und damit die Monarchien zurückgedrängt....bis Junior das Zepter in die Hand bekam...Doch wo ich grade mal so richtig in Fahrt bin auf geistig minderbemittelte, amerikanische Präsidenten verbal einzuprügeln, hole ich mir im Rahmen des Bücherfrühlings ein wenig Hilfe herbei und überlass das doch lieber berufenerem Munde. Daher übergebe ich das Wort, einem echten Amerikaner. Einer, der sogar den Schneid hatte auf der hochheiligen, unpolitischen Oscar-Verleihung sein Lästermaul aufzureissen, auf welcher er für seinen Doku-Film „Bowling For Columbine“ einen der begehrten Goldjungen abgeräumt hat. Die Rede ist von Michael Moore, dem fleischgewordenen Gewissen der USA (und da ist ne MENGE Fleisch an dem Burschen *g*). Schon vor seiner preisgekrönten, sozialkritischen Verfilmung hat „Mike“ mit bissigem Humor zugeschlagen und uns ein Buch beschert, dass obwohl es noch vor dem denkwürdigen 11.9.2001 entstand kaum etwas von seiner Aktualität eingebüsst hat. Moore rechnet mit der Bananenrepublik Amerika, der regierenden Junta und seinem „Präsidenten“ gnadenlos ab...
Der Steckbrief
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Titel: „Stupid White Men“
Autor: Michael Moore
Erscheinungsjahr: 2002 (D), 2001 (USA)
Erschienen bei: PIPER Verlag
Seiten: 329
ISBN: 3 - 492- 04517 - 0
Preis: 12,90 €
Allgemeines
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Michael Moore stammt aus dem Automobil-Staat Michigan, zwar nicht aus Detroit selbst, sondern aus einem Kaff namens Flint, doch behauptet er von sich selbst auch dort jede Menge unbekannte Schadstoffe, welche die Industrie dort zuhauf und staatlich sanktioniert in die Luft bläst (und viel zu viel ungesundes Rindfleisch in Form von Burgern), in sich aufgenommen zu haben. Eine Nebenwirkung dieses ungesunden Umfelds und Lebensstils zeigt sich nicht nur in seiner beachtlichen Leibesfülle, vielmehr scheint es das Interesse zu verstärken dokumetarische Filme zu drehen, Bücher zu verfassen und den Präsidentenkandidaten Ralph Nader zu unterstützen (den hier wohl kaum einer kennen dürfte). Zudem fährt „Mike“ zu allem Überfluss einen der verhassten, spritfressenden Mini-Vans (in Amiland kurz: „SRV“ genannt), wofür er sich tief in seinem tiefsten Herzen schämt, denn damit fördert er nicht nur die Ölindustrie, sondern ganz speziell seinen heissgeliebten „Präsidenten“ George W. Bush (Mike setzt immer Anführungszeichen, wenn er von Bush jun. spricht). Mike ist, wie wir sehen von der Biographie her also ein (fast) normaler Amerikaner...
Doch halt!...nicht nur dass er sich grämt ein Luftverpester zu sein, er verabscheut auch Waffen und diejenigen, die sie tragen – allen voran die Waffennarren der NRA (National Rifle Association), welche es als gottgegebenes, verdammtes Recht betrachten, dass jeder „gute“ Ami mindestens das Arsenal der Marke „Schwarzenegger meets Stallone“ im Waffenschrank hat, wenn nicht sogar eine unterwassergestützte Pershing II im heimischen Swimming Pool. Noch etwas unterscheidet ihn von dem hierzulande so oft gepflegten Bild des ungebildeten Durchschnittsamerikaners: Er besitzt eine Riesenportion selbstkritische Ironie, beissenden Spott und outet sich als Frauenversteher (er wuchs in einem von Frauen dominierten Haushalt auf...wenn das nicht mal ein Schicksalsschlag ist *g*), ausserdem hat er so seine Thesen, wie das „Weisse“ Amerika mit seiner schwarzen Bevölkerung umgeht...Tja wenn so einer ein Buch schreibt, kann man sein Zwerchfell am besten festketten! ;-)
Zum Inhalt
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Moore beginnt seine Abrechnung mit Amerika vor der Präsidentschaftswahl 2000, die bekanntlich George W. Bush und seine „Falken“ im Hintergrund gewannen. Er zeigt hier die plumpe Wahlmanipulation auf, die betrieben wurde, und bei der die gesamte Sippschaft derer von Bush verwickelt ist, doch auch eine Menge alter Seilschaften seines Daddys (beispielsweise im Obersten Gericht). Trotz der lächerlichen Aussperrung von tausenden Schwarzen von den Wahlurnen, wegen angeblicher Straftaten (oftmals bestand deren grösstes „Verbrechen“ darin falsch zu parken), oder wegen NAMENSGLEICHEITEN, geriet Florida (regiert von Bush-Bruder Jeb) beinahe in die Hände der Demokraten um Al Gore. Mit einem juristischen Zaubertrick (wir erinnern uns an die Berichterstattung aus dieser Zeit) wurde trotz des eigentlichen Wahlsieges von Gore dann doch Dumbya Prez in Washingtoner Capitol. Der Präsident der eigentlich gar keiner ist, weil er nicht von der Mehrheit des Volkes gewählt wurde. Dabei lässt Moore es jedoch nicht bewenden, sondern fordert (sicher nicht ganz ernst gemeint) Kofi Annan auf, doch bitte ein paar UN-Blauhelm Truppen nach Washington zu schicken, um den Usurpator Bush zu entmachten und das geknechtete, amerikanische Volk zu befreien. Nebenher kriegen die wirklichen Drahtzieher im White House, wie Powell, Rumsfeld, Cheney, Ashcroft und Rice (allesamt Hardliner, die schon Bush Senior hilfreich zur Seite standen) eins auffe Mütze, doch auch die vorherige Clinton-Administration kommt nicht sehr gut weg. Mike zeigt politische Verknüpfungen und Parallelen auf, wie welche Firmen, welche politische Entscheidungen beeinflussten und immer noch beeinflussen.
Alsbald hangelt sich Moore durch den Querschnitt der amerikanischen Bevölkerung und Kultur, prangert himmelschreiende, gesellschaftliche Missstände an, was den Umgang mit Schwarzen, Frauen und in Todeszellen hockende „Verbrecher“ angeht. Seine allergrösste Nemesis jedoch ist das verrückte Waffengesetz der USA und derjenigen, die es weidlich ausnutzen. So stellt er nicht ohne Ironie fest, dass bei Einbrüchen in 75 % der Fälle Familienangehörige statt des Einbrechers erschossen werden...oder der Einbrecher dem Geschädigten die Waffe abnimmt und ihn dann damit umnietet. Daher plädiert Moore als Prävention gegen das Erschossenwerden für die simpelste aller Methoden: Man sollte keinerlei Waffen im Haus haben, sondern sich lieber nen Hund halten. Überhaupt: Einbrecher sind nach Ami-Lesart sowieso alles verarmte, brutale Schwarze. Nach seinem Dafürhalten, sind Schwarze aber die besseren Menschen, die aber leider immer noch in einer Art Sklaverei stecken, da sie von „Dummen, Weissen Männern“ regiert werden, die nichts dagegen tun, dass ein Grossteil der Bevölkerung immer noch Afroamerikaner, als den literarisch verbuchten „Schwarzen Mann“ sehen. Der ganze Neo-Liberalismus sei also reiner Nonsens und entspräche nicht im Entferntesten der Wirklichkeit, in einer Gesellschaft, wo ein Afroamerikaner immer noch per se einfach mal für schuldig für-was-auch-immer gehalten wird, während sich ein Weisser jede Menge rausnehmen kann (oder mit einem guten Anwalt selbst bei schweren Delikten straffrei ausgeht)...das und noch viel mehr erwartet den sozialkritischen Leser von „Stupid White Men“ ;-)
Pharaos Meinung
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Zugegeben, manch kultureller Umstand und manches unsinnig anmutende Gesetz mag uns Kontinentaleuropäern doch sehr seltsam vorkommen, wie so vieles in den USA und nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar sein, doch ist es wirklich interessant, wie der Wahnsinn jenseits des grossen Teichs offenbar Methode hat. Manche Dinge sind auch in unseren Breiten (leider) immer häufiger zu beobachten. Sicherlich überzeichnet Moore manche Sachen sehr stark, was in allererster Linie an seinem bissigen und sarkastischen Ton liegt und nicht alle Behauptungen sind unanfechtbar, doch ist das Bild, dass er von der letzten noch existierenden Weltmacht präsentiert ein gar grausiges: Zustände, wie zur Zeit der Inquisition, oder wie auf dem Buchcover vermerkt, einer „Bananenrepublik“ mit einer Junta aus Hardlinern, denen es vornehmlich um die Sicherung der eigenen Pfründe geht. Die Gesetze werden gebogen, wie es gerade passt und dass auch die Demokraten keine reine Weste hatten/haben ist mir bewusst gewesen – doch wie stark Republikaner und Demokraten miteinander verwoben sind, ist schon faszinierend. Moore hat in den Anhang Dokumente und Quellangaben gepackt, die seine Behauptungen untermauern sollen. Mit Vielem hatte er damals schon recht (immerhin ist das Buch VOR dem denkwürdigen 11. September fertiggestellt worden) und man muss ihm geradezu prophetische Gaben nachsagen, denn der Irak-Krieg wird dort auch quasi schon als sichere & beschlossene Sache erwähnt – nur nen Grund bräuchte man noch und den bekam man ja bekanntlich mit den Anschlägen aufs WTC. Leider hat die harte Wirklichkeit, einige der schwärzesten Prognosen nicht nur eingeholt, sondern gar übertroffen. Trotz des manchmal echt haarsträubenden und beängstigenden Bildes, kann man nicht umhin den absolut genialen Stil zu loben in welchem das Buch verfasst ist, ich hab oftmals lauthals lachen müssen, dabei ist das Beschriebene eher dazu angetan sich handfeste Sorgen zu machen...Leider geht in der deutschen Version der oft geniale Wortwitz etwas verloren, doch die Übersetzung ist ansonsten wirklich sehr gut gelungen.
Fazit
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Moore nimmt das amerikanische Volk (und was viel wichtiger ist: auch sich selbst) ironisch ordentlich auf die Schippe, wenngleich der zum Brüllen komische Schreibstil nicht darüber hinwegtäuschen sollte, wie traurig dieses Bild unserer heutigen Welt ist. Scheinbar muss man in den Staaten so drastisch und sarkastisch schreiben, um einige Leute wachzurütteln, uns mag so Manches davon wirklich lächerlich und töricht vorkommen, doch nehme ich Mike viel von dem Geschriebenen ab, er ist schliesslich nicht der Erste und der Einzige, der derart über Amerika herzieht – leider werden solche kritischen Stimmen, ganz gern zum Schweigen gebracht. Moore hat daher wohl sich selbst den Ruf zugelegt ein überdrehter Spinner zu sein, doch auch wer nicht akribisch-genau liest bemerkt, dass dies nur Fassade ist, um (vielleicht) als solcher abgestempelt zu werden und dementsprechend eher milde belächelt statt behelligt zu werden. Hinter der flappsigen Art schlägt in Wahrheit nämlich ein gutes Herz und ein noch wacherer Verstand, der gnadenlos analysiert und anprangert. Hätte er nicht schon ne Auszeichnung in Form eines Oscars für seinen ebenso genialen Film kürzlich erhalten, für dieses Buch allein hätte eine verdient. Zwar ist das Buch so gesehen nicht mehr ganz neu, doch immer noch in beinahe allen Punkten gültig und aktuell, wenngleich sich in den USA vieles noch zum Schlimmeren gewendet hat. Ich verleihe 5 dumme, weisse Punkte und spreche ne Empfehlung für Freunde von knallhartem, plakativem Sarkasmus aus...Allen anderen ist eh nicht mehr zu helfen und sollen weiter an ihre heile Welt glauben ;-)
Feed Your Head!
Der Patrioten-Pharao
Warnhinweis:
Schnellklicker sollen mal just for Fun im texanischen Todestrakt schmoren... weiterlesen schließen
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