Stupid White Men (gebundene Ausgabe) / Moore Michael Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Humorvoll, sachlich, informativ
- sehr witzig und trotzdem ernst,viele Hintergrund Infos,ein echter Moore,
- interessant, deckt viele Dinge und Misstände auf, aktuell, sollte jeden interessieren und betreffen, manche Stellen lassen einen schmunzeln
Nachteile / Kritik
- Nichts
- gibbet nichts,
- oft erschreckend und vielleicht teilweise etwas überzogen
Tests und Erfahrungsberichte
-
Die \"Geschichte\" Amerikas!
21.06.2005, 20:59 Uhr von
Placebo26
Momentan sehr wenig Zeit...:-( Bei Gelegenheit gibt es wieder was zu lesen. Dankeschön und viele ...4Pro:
Siehe Bericht!
Kontra:
Siehe Bericht!
Empfehlung:
Ja
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Vorwort
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Ich habe meine Freizeit mal wieder meinem Lieblingshobby, dem Lesen, gewidmet, so dass ich Euch an dieser Stelle das Buch von Michael Moore "Stupid White Men" vorstellen möchte.
Ganz allgemein möchte ich erstmal sagen, dass es in dem vorliegenden Werk um eine "Abrechnung", wie es auch ganz zutreffend auf dem Cover steht, mit dem Amerika unter der Regierung George W. Bush geht.
Wir alle - hoffe ich zumindest - haben uns sehr oft gefragt, wie Mr. Bush es wohl geschafft hat, der "mächtigste Mann der Welt" zu werden. Viele unserer Überlegungen wurden bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet. Die Medien hatten nie klare Antworten und auch die Politik ist immer ein großes Rätsel geblieben.
Daher wurde es endlich Zeit für Michel Moore sich dem Ganzen zu stellen und uns seine Meinung kund zu tun, und dem "Spuk" ein Ende zu setzten.
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Das Buch
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Das Buch "Stupid White Men - Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush" ist in der amerikanischen Originalausgabe unter dem Titel "Stupid White Men - and Other
Sorry Excuses for the State of the Nation!" im Jahr 2002 auf dem Markt erschienen. Der amerikanische Text wurde vor dem 11. September 2001 abgeschlossen.
Das vorliegende Werk wurde aus dem Amerikanischen von Michael Bayer, Helmut Dierlamm, Norbert Juraschitz und Heike Schlatter ins Deutsche übersetzt.
Die deutsche Ausgabe wurde beim "Piper Verlag GmbH", München 2002, gedruckt.
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Der Autor
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Michael Moore wurde am 23. April 1954 in Flint, Michigan, USA geboren. Er ist ein kritischer Dokumentarfilmer und ein satirischer Autor.
Michael Moore wurde für viele Menschen aufgrund seines Filmes "Bowling for Columbine" berühmt. Er schreitet oft mit dem Titel "Rebell Amerikas" durch das Leben und gibt sich auch stets Mühe, diesem gerecht zu werden. In der Öffentlichkeit kennt man ihn oft als einen kritischen Menschen, der gerne seine Meinung fast ohne Zensur ausspricht.
Er hat sich auch sehr ausführlich mit der Thematik "Amerika und Mr. Bush" auseinander gesetzt und seine Gedankengänge in dem vorliegenden Buch dokumentiert.
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Stupid White Men
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Das Buch fängt mit einer "Einleitung" an, wo der Autor ganz allgemein auf einige kritische Punkte im System von Amerika aufzeigt. Darunter fallen natürlich auch die "dummen weißen Männer" (Damit ist wohl die "weiße" Bevölkerung von Amerika gemeint *g*) sowie der "Präsident" (also Mr. Bush) höchstpersönlich.
In seinem "Ein sehr amerikanischer Coup" greift er das Problem der "Wahlmanipulation" des "Präsidenten" auf und versucht diese Manipulation an Hand von Zahlen zu belegen.
Danach stellt er seine "Who`s Who der Junta" Liste auf und bringt die "wichtigsten" Persönlichkeiten von Amerika zum Vorschein, indem er z.B. den Justizminister John Ashcroft, den Finanzminister Paul O´Neil, den Verteidigungsminister Don Rumsfeld...und so weiter, und so weiter...vorstellt.
Weiterhin ist in dem Buch ein offener Brief an "Präsident" Bush abgedruckt, welcher mit Tipps und Tricks von Moore versehen ist. Dort zeigt er Bushs Schwächen und "Stärken" auf und stellt ihm einige Fragen, die er auch gleich selber beantwortet...;-)
Gefolgt von weiteren "Problemen" in Amerika, wie z.B. die unterbezahlten Pädagogen und Piloten sowie die Problematik der "schwarzen" Bevölkerung (Überlebenstipps für Schwarze), nimmt Moore auch Stellung zu der ganzen Nation ("Nation der Dummköpfe") und zeigt anhand dieses Kapitels die "Unwissenheit" der Bevölkerung bzgl. deren Rechte und Pflichten.
Des Weiteren schreibt er über die Schulen und die Schüler und diskutiert über das Problem von "Waffen" in den Schulen sowie allgemein in Amerika.
Auch das Problem der Umweltverschmutzung greift er auf und stellt fest, dass die "Mülltrennung" nicht immer die Lösung darstellt. Seine Vorstellungen gehen viel weiter...
Auch das Aussterben der "männlichen Spezies" wird dokumentiert...SEHR LUSTIG...;-)
Inhaltlich könnte ich jetzt stundenlag so weiter schreiben, aber ich denke, dass Ihr mit der Aufzählung erstmal gut bedient seit, so dass ich mich nun langsam aber sicher der Schlussbetrachtung widmen möchte.
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Meine Meinung/Fazit
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Das Buch ist SATIRE pur...sehr lustig, regt aber auch zum (Nach-)Denken an.
Mir hat das vorliegende Werk sehr gut gefallen. Ich habe es innerhalb von drei Tagen gelesen und sehr viel gelacht (natürlich, wenn man den Humor von ihm auch verstanden hat).
Mir hat es gut gefallen, dass er mehrere problematische Themen in seinem Buch bearbeitet, jedoch nicht wirklich in die Tiefe geht, dafür aber die "aktuellen" Thematiken aufgreift und abarbeitet. So hat man die Möglichkeit, über mehrere Themen grob eine Vorstellung zu bekommen.
Obwohl das Buch eine "Abrechnung mit Amerika" vornimmt, kann man gut und gerne viele Parallenen zu anderen Staaten ziehen. Man entdeckt (leider) viele Gemeinsamkeiten.
Es fällt aber auch auf, dass das Buch den Amerikanern gewidmet ist, denn zu einigen politischen Persönlichkeiten konnte ich leider keinen Bezug aufbauen. Er hat zwar immer versucht, diese Perönlichkeiten zu beschreiben, aber gerade für Leute, die sich in der amerikanischen Politik nicht gut auskennen, blieben diese eher unklar.
Daher möchte ich an diese Stelle einen Stern abziehen und eine Gesamtbewertung von 4 Sternen abgeben.
Insgesamt betrachtet, hat mir das Buch von ihm aber sehr gut gefallen, so dass ich es ohne Bedenken weiter empfehlen kann.
ISBN: 3-492-04517-0
Preis: EUR 12,00
Ist etwas teuer, wenn man das Preis-Leistungsverhältnis betrachtet. (Auch ein Grund für "nur" vier Sterne). Aber Michel Moore läßt sich gut vermarkten, wie man ja auch an "Fahrenheit 9/11" gesehen hat. Das ganze steht doch etwas im Gegensatz zu seinem gepredigten "Gutmenschentum", das machmal beim Lesen auch etwas übertrieben erscheint (halt typisch amerikanisch).
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
LG Placebo26 weiterlesen schließen -
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George W. Bush und seine Machenschaften
Pro:
sarkastisch gegen Bush
Kontra:
teilweise langweilig
Empfehlung:
Ja
Buchtitel: „Stupid White Men“ – Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush
Autor: Michael Moore
Verlag: Piper München Zürich
Kaufpreis: 9 Euro
Seitenanzahl: ca. 330
Ein Spruch in diesem Buch hat mir besonders gefallen:
„Irre, dass ich gewonnen habe. Ich trat an gegen Frieden, Wohlstand und gegen den Amtsinhaber.“
Bush sagte dies am 14.Juni 2001 zum schwedischen Premierminister Göran Perrson.
Er hatte nicht bemerkt, dass eine Fernsehkamera noch lief.
Michael Moore
Wurde 1954 in Flint/Michigan geboren. Er arbeitet als Schriftsteller, Regisseur und Fernsehmoderator. Wir alle kennen seine Dokumentarfilme „Roger & Me“ oder „Bowling for Columbine“, der 2003 mit dem Oscar prämiert wurde.
Als Schriftsteller eroberte er mit „Stupid White Men“ und „Querschüsse“ die internationalen Bestsellerlisten.
Er ist einer der größten Feinde der Bush-Regierung und lässt kein gutes Haar an dem Präsidenten der USA. Kaum ein Film oder Buch, dass nicht von diesem Thema handelt.
Buch „Stupid White Men“
Für Moore sitzt mit Bush ein Präsident im Weißen Haus der eigentlich gar nicht gewählt wurde, wie er auch immer wieder deutlich macht.
Die Wahlen sind einfach nicht fair gelaufen, aber das hat die ganze Welt sowieso mitbekommen.
Der Stab rund um Bush, besteht aus Geschäftsfreunden seines Vaters und die Lage der Nation ist dementsprechend schlecht. Die Außenpolitik sieht Moore als eine Häufung von Fehlentscheidungen, die Börse ist eine Spielwiese für Betrüger und die Wirtschaft ist auf Talfahrt.
Dieses Buch nutzt Moore als Abrechnung und zeigt mit viel Boshaftigkeit alle Mängel der amerikanischen Politik auf und klärt warum daher alles schief läuft bei der einzigen verbliebenen Weltmacht.
Dieses Buch kann man nicht in die Schublade „politisches Buch“ stecken, es ist viel zu witzig und interessant, es wird viel lächerlich gemacht und man erfährt Dinge, die wahr oder nur halbwahr einfach unglaublich sind.
Zum Beispiel wie viel Zeit Bush im Urlaub verbringt.
Auch ist in diesem Buch, ein typischer Tagesablauf von Bush abgedruckt, wann kriegt man sonnst mal die Möglichkeit in solche Sachen Einblick zu bekommen.
Außerdem finden sich neben den interessanten Storys auch viele Extras wie eine Auflistung wichtiger Ereignisse in der Geschichte der USA oder ein Präsidentenspickzettel als Beilage.
Mir hat das Buch jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, wobei man vielleicht nicht alles lesen sollte, auch ich habe ab und zu etwas übersprungen.
Weil sich Herr Moore doch zu oft wiederholt oder sinnlose Äußerungen von sich gibt.
Aber insgesamt ist es durchaus lesenswert oder man sollte sich zumindest seine Filme anschauen, dann erfährt man ja auch alles.
Mfg Spissi weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Moore for President!
Pro:
interresante Fakten,genialer Schreibstil,provokativ
Kontra:
...einige Dinge sind wohl doch erfunden
Empfehlung:
Ja
Heute schreibe ich über den Bestseller STUPID WHITE MEN mit dem Untertitel "Eine Abrechnung mit dem Amerika unter Georg W. Bush"
Gliederung:
1.Inhalt
2.Der Author
3.Wichtige Infos
4.Meine Meinung
****Inhalt****
Michael Moore gilt als der letzte Rebell Amerikas.Er nimmt nicht die USA als absolute Macht an und verschweigt auch nicht die Ausbeutung der Bürger,den (politisch "geduldeten") Rassismus und schon gar nicht die (massigen) Fehlschläge,Fehlentscheidungen oder verplapperungen seines Lieblingsfeind, dem Presidenten Georg W. Bush persönlich.
Um seine Meinung zu verdeutlichen geht Moore über Leichen, verfolgt mit seinen knapp 120 Kilo Mitglieder der US-Regierung und stellt hinterhältige Fragen.
Er will endlich verdeutlichen, dass es keinen perfekten "American Way Of Live" gibt und das nicht alles Gold ist was glänzt.
Moore bringt in seinem Buch 4 (!) Seiten, welche in kleiner Schrift geschrieben sind, mit den "guten" Entscheidungen des symphastischten US-Presidenten aller Zeiten.
z.B.: Bush lässt Gelder für eine Organisation streichen, welche arme Kinder mit Büchern versorgt.Mit dem Geld will er im Irak "für Frieden sorgen".
Dann stellt er fest, dass der durchschnittliche Afroamerikaner weniger als die Hälfte des Gehalts erhält als ein weiser Arbeiter bei der gleichen Stelle.
Oder er findet ein aufgezeichntes Interview in dem Bush eine Jahreszahl nennt in der die "Kleine Raupe Nimmersatt" sein Lieblingsbilderbuch war, da er noch nicht lesen konnte.
Moore findet heraus das Bush zu der Zeit etwa 17 war und nennt ihn sarkastisch ein Analphabeten.
Auch nennt er Bush einen "Präsidenten der niemals gewählt wurde mit einer Vetterlwirtschaft die sich duzt!"
Auch gibt Bush damit an das er kein besonders guter Schüler war und trotzdem "der mächtigste Mann der Welt" wurde.
Aber das man dafür einen Daddy der schonmal Präsident war und einen Bruder der Gouvaneur ist braucht, dass sagt er wieder nicht.
Dann gibt Moore satirisch Tipps zum Weltverbessern.
z.B.:Es nervt Sie,immer wenn sie an einer Haltestelle aufs Klo müssen, ist es total versaut.
Nehmen Sie sich die Zeit und putzen Sie es so lange und so gründlich wie Sie es vorzufinden wünschen.
Sie werde nsehen beim nächsten mal komme hat das ein anderer getan...
****Der Author****
Michael Moore ist ein Genie!
Er kam1954 zur Welt und hat mittlerweile als,Regisseur,Fernsehmoderator und Schriftsteller gearbeitet.
Bekannt wurde durch seinen Dokumentarfilm "Roger & Me".
Sein bisher größter Erfolg war "Bowling For Columbine",eine satirische Doku über die Waffenvernehrtheit der Amerikaner.
Dafür wurde er mit dem Oskar als beste Doku des Jahres ausgezeichnet.
Mittlerweile hat Moore noch den Film "Der Große Macher" eine Dokumentation über sich selbst und zwei weitere Bücher ("Volle Deckung Mr. Bush" und "Querschüsse" ) rausgebracht.
****Wichtige Infos****
Seitenzahl: ca.330
ISBN:3-492-04517-0
Preis: (damals) 12.00 Euro
Meine FSK: ab 13, sonst wirklich zu anspruchsvoll.
Verlag: Piper
****Meine Meinug****
ich halte Michael Moore für ein Genie, der sich nicht zensieren lässt und eiskalt sagt was er denkt.
Die Fakten die herausfindet sind toll, kommen mir aber doch teils unwiesen vor.Aber nach wie vor:In den USA passiert vile mehr als uns der Haufen STUPID WHITE MEN erzählen will und Michael Moore ist scheinbar der einzige, der sich mal eiskalt hinter die Kulissen gucken traut.
Ich finde das Buch einfach super!
Note 1! weiterlesen schließen -
Michael Moore hält seinen Mitbürgern den Spiegel vor, nicht nur der Regierung
08.05.2004, 14:35 Uhr von
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Die Arche Noah wurde von Amateuren gebaut, für die Titanik sind Profis verantwortlich gewesen!Pro:
amüsant, regt zum Nachdenken an
Kontra:
manchmal etwas ausschweifend
Empfehlung:
Ja
Das Buch
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Michael Moore - Stupid white men
Piper Verlag GmbH
ISBN 3-492-24127-1
Taschenbuch
329 Seiten
Auflage von März 2004
7,90 Euro
Der Autor
=======
Michael Moore
Jahrgang 1954
Regisseur und Schriftsteller
Der (Klappen)text erwähnt seine Dokumentarfilme "Roger and me" und "Bowling for Columbine". In letzterem nimmt Moore den Amoklauf an der Columbine Highschool in Littleton zum Anlass, über die Waffenvernarrtheit seiner Mitbürger herzuziehen. Hat 2003 den Oscar als bester Dokumentarfilm bekommen und damit den Bekanntheitsgrad von Michael Moore vermutlich rapide ansteigen lassen.Weitere Bücher von ihm: "Volle Deckung, Mr. Bush" und "Querschüsse".
Inhalt/Meinung
==========
Normalerweise trenne ich Berichte immer in eine Inhaltsbeschreibung und meine Meinung dazu. Das würde hier aber bedeuten, dass ich viel wiederholen müßte.
Im Kapitel 1 geht Moore auf die Wahl in Florida ein. Dabei legt er den Schwerpunkt auf die Aufstellung der Wählerlisten und die Auswertung der Briefwahlstimmen. Weiterhin werden die Minister des Kabinetts von George W. Bush vorgestellt - Stand vor dem 11.September 2001 - und in welchen Positionen sie vorher tätig waren. Die Zielrichtung dabei ist klar: Die Vorkommnisse werden so dargestellt, dass die Wahlen zugunsten von George W. Bush manipuliert wurde und dass die Minister aufgrund ihrer früheren Tätigkeiten die Interessen der Unternehmens-Lobby vertreten. Meiner Meinung nach eines der besten Kapitel, auch wenn einiges nach Verschwörungstheorie klingt.
Kapitel 2 ist ein offener Brief an den Präsidenten, in dem er zunächst seinen Tatendrang lobt, um ihn dann zu fragen, ob er angesichts seiner Jugendsünden überhaupt regieren kann. Nun ja ...
Kapitel 3 beschäftigt sich mit der größer werdenden Kluft zwischen arm und reich.
Im Kapitel 4 gelangt Moore zur Ansicht, dass alles Leid der Welt von Weißen ausgeht und nicht von den Schwarzen.
Kapitel 5 beschäftigt sich mit dem Bildungssystem der USA und das Regierungen seit Nixon daran sparen.
In Kapitel 6 geht es um die Umweltsünden, die sich die amerikanische Gesellschaft leistet.
usw.
Alles in allem hinterläßt das Buch bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Der Untertitel lautet "Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush". Das ist ja durch aus noch doppeldeutig. Der Text auf der Rückseite des Taschenbuches wird da schon präziser: "Michael Moore rechnet in dieser beißenden Satire gnadenlos ab mit den 'Stupid White Men' an der Spitze der USA.". Meine Erwartung war dementsprechend, dass der Regierung der USA ihre Fehler vorgehalten werden. Aber davon ist nur am Anfang die Rede. Leider kenne ich die Origianlausgabe nicht, möglicherweise hat sich der Piper Verlag bem Übersetzen nicht an die Vorlage gehalten ...
Ich will dem Buch natürlich nicht seinen Unterhaltungswert absprechen. Es schon belustigend, wenn Moore erzählt, wie er die Gesetze ausgenutzt hat, um zum Vorgesetzten seines Schuldirektors zu werden. Aber ab Kapitel 3 driftet das Buch ab. Moore legt die Finger in die Wunden der amerikanischen Gesellschaft. Vieles davon sind Sünden, die Präsidenten lange vor George W. Bush begangen haben.
Und beim Kapitel 7 "Das Ende des Mannes" sehe ich keinen Zusammenhang mehr zum Thema des Buches. Das war auch das Kapitel, bei dem ich beim Lesen stutzig wurde und mich gefragt habe "Was hat das noch mit dem Titel zu tun?". Das Kapitel 10 ("Demokraten - ein hoffnungsloser Fall") ist dann noch mal sehr aufschlussreich, in dem Moore die Regierungsarbeit von Bill Clinton unter die Lupe nimmt und darstellt, dass er der besten republikanische(!) Präsident war.
Fazit
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Ein lesenswertes Buch, das teilweise vom Thema abschweift. Aber im Grunde sitzen die "Stupid white men" nicht nur in der Regierung, sondern sie stecken in jeder Bürger, der gedankenlos seine Umwelt verschmutzt oder seinem Profit - teilweise auf Kosten seiner Mitmenschen - nachjagt. weiterlesen schließen -
A book that made me think
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich habe ja schon viele Bücher gelesen, die mich gefesselt, schockiert oder nachdenklich gemacht haben. Das waren allerdings Romane, Geschichten. „Stupid White Men“ ist alles andere als ein Roman und hat es trotzdem geschafft, bei mir genau diese Gefühle hervorzurufen.
Warum also habe ich mich entschlossen, dieses Buch zu lesen? Es war zunächst einmal pure Neugier. Ich hatte ein paar Berichte bei Ciao dazu gelesen, hatten Rezensionen oder Verweise gesehen und wollte mir endlich selbst ein Bild machen, was Michael Moore, den ich bis dato gar nicht kannte, über sein Heimatland verfasst hat. Dann stand besagter Mann plötzlich auf der Bühne der diesjährigen Oscar-Verleihung und rief ins Mikrofon: „Shame on you, Mr. Bush!“. Genug Gründe, sich einmal sein Werk zu Gemüte zu führen.
Das Buch „Stupid White Men – Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Satire? Sachbuch? Irgendwie ist von allem ein bisschen vorhanden.
Moore, seines Zeichens Autor und Regisseur, gliedert seine Abrechnung in elf Kapitel. Sofern man sich denn dazu durchringen kann, die Einleitung zu lesen, wird einem eines ganz deutlich klar: Moore will provozieren. Und das mit Fakten, die sogar am Ende des Buches durch diverse Quellenangaben belegt sind. Bereits in der Einleitung erfährt man so, dass Moore ein klarer Gegner der momentanen Regierung ist (wie könnte es bei diesem Buchtitel auch anders sein...) und dass er den Politikern seines Landes mehr als kritisch gegenüber steht.
Sein erstes Kapitel beschäftigt sich so auch gleich mit den leicht wirren Umständen, unter denen George W. Bush überhaupt Präsident werden konnte. Von Wahlbetrug an schwarzen Bürgern ist ebenso die Rede wie von Fehlern beim Stimmen auszählen. Fazit: George W. Bush IST NICHT der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten, sondern Al Gore. Ein Faktum, welches zwar schon länger immer mal wieder auftaucht, jedoch nie in dieser Art und Weise bewiesen wurde. Durch diverse Statistiken und Informationen aus Republikaner- und Wahlhelferkreisen belegt er, dass die Wahl zum Präsidenten nicht gültig ist und die Amerikaner nicht von dem Mann regiert werden, den die meisten gewählt haben. Außerdem stellt Moore hier auch die Mitglieder der Bush-Junta, wie er es nennt, vor. Viele – Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Condoleeza Rice – sind mittlerweile auch in Europa jedem bekannt, der in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgt hat. Wenn man jetzt über diese Personen erfährt, dass sie neben ihrer politischen Tätigkeit auch noch in diversen Aufsichtsräten von Firmen sitzen, von diesen großzügige Wahlkampfspenden entgegennehmen und so auch schon mal ihre eigentliche Überzeugung vergessen, sieht man diese Menschen doch in einem anderen Licht. Leider ist diese Vermischung von Politik und Wirtschaft wohl auch in Deutschland nicht viel anders.
Mit Bush selbst ist Michael Moore nach diesem Kapitel noch lange nicht fertig. Sein Brief „Dear George“ ist noch einmal direkt an den „Präsidenten“ (immer schön in Anführungsstrichen) gerichtet. Moore zählt hier noch einmal alles auf, was ihn an Bush stört. Sein lascher Umgang mit der Umweltschutzmaßnahmen (sofern er dieses Wort überhaupt schon einmal gehört hat), das Aufrüsten gegen sämtliche Verträge und die Besetzung von Regierungsposten durch Firmenchefs oder –mitarbeiter, durch deren Wahlkampfspenden sich die Partei finanziert hatte.
Diese Aufzählung zeigt noch einmal in detaillierter Form, was Moore uns schon in der Einleitung hat mitteilen wollen: Bush ist seiner Meinung nach völlig unfähig, das Land zu führen. Unter seiner Präsidentschaft scheint es besonders mit der Demokratie total bergab zu gehen. Und das war eigentlich das, was mich so geschockt hat. „Amerika, Wiege der Demokratie“. Mit einem Präsidenten, der nicht gewählt ist. Mit einem Parlament, das mit Politikern besetzt ist, deren Handlungen nie dem eigenen Gewissen unterliegen, sondern den Interessen ihrer Förderer. Und nicht zuletzt mit Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe auch jetzt noch nicht die gleichen Chancen haben wie ihre Mitbürger.
Diese Ungleichheit ist ein weiterer Punkt, den Moore aufgreift. Im Kapitel „Los, killt die Weißen!“, spricht er die Tatsache an, dass „der Schwarze“ immer noch Synonym für das Böse und Bedrohliche ist. Wenn in der Schule ein Kind ein anderes erschießt, war es ein Schwarzer. Wenn ein Laden ausgeraubt wird, war es ein Schwarzer. Wenn ein Drogendealer geschnappt wird, war es auf jeden Fall ein Schwarzer. Moore versucht, dieses starke Klischeedenken der amerikanischen Bevölkerung anhand diverser Beispiele deutlich zu machen. Besonders die soziale Benachteiligung zeigt er anhand verschiedener Statistiken auf.
Was bleibt? Man wird sehr, sehr nachdenklich. Ist es wirklich so, wie Michael Moore es beschrieben hat? War uns das wirklich so bewusst? Mir nicht.
Ein Kapitel, das mich ebenfalls ziemlich nachdenklich gemacht hat, war „Nation der Dummköpfe“. Hierbei geht es besonders um die Tatsache, dass der Staat sein Geld an den falschen Stellen ausgibt...soll heißen: statt für Bildung, werden Millionen von Dollar für die Rüstung ausgegeben. Folge: Heruntergekommene Schulen, Lehrermangel, demotivierte Schüler. Einige Schulen haben allerdings einen eher zweifelhaften Weg aus der Misere gefunden: Sponsoring durch große Firmen. So kann es durchaus sein, dass sich eine Schule ihre neues Dach durch eine große Spende von Pepsi finanziert. Dieses ist natürlich nicht ganz im Sinne der unabhängigen Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern. Aber auch verständlich, denn schließlich haben die Schulen die Wahl zwischen Werbung und kaputten Tischen und Stühlen.
Bei all diesen Argumenten kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich fragt, was Michael Moore für ein Mensch ist und was ihn bewogen hat, dieses Buch zu schreiben. Ich denke, er ist einfach verbittert. Ist wütend über die Zustände in einem Land, das eigentlich das Vorbild an Demokratie für viele andere Staaten sein sollte. Er selbst lebt in diesem Land und kann nicht mehr ertragen, was er täglich mitbekommt. Die Frage ist, was er mit seinem Buch bezwecken möchte. Sicherlich ist es einmal dazu da, seine eigenen Landsleute aufzuklären. In vielen Teilen richtet es sich direkt an die amerikanische Bevölkerung, fordert sie auf, dies und jenes zu tun. Aber ist das wirklich richtig? Ist es richtig, den Menschen die Lösung ihrer Probleme gleich auf dem Präsentierteller aufzuzeigen? Wäre es nicht besser, sie nur mit den Fakten zu konfrontieren und ihnen die Lösung selbst zu überlassen? Dieses ist ein Problem, das ich bei „Stupid White Men“ sehe. Natürlich ist es sinnig, den Menschen zu zeigen, was täglich in ihrem Land geschieht. Allerdings weiß ich nicht, ob Michael Moore entscheiden kann, wie diese Probleme am besten zu lösen sind. Eher nicht.
Ein weitere Kritikpunkt, den ich schon des öfteren gehört habe, ist der Vorwurf des Antiamerikanismus, durch den dieses Buch a) geprägt sein soll und den es b) angeblich schürt. Hierzu kann man zunächst einmal sagen, dass Moore ja selbst Amerikaner ist und somit seinen Zorn in diesem Buch auch gegen sich selbst richtet. Nicht umsonst schreibt er „wir Amerikaner“, „wir Weiße“. Das Recht, sich selbst und seine Landsleute zu kritisieren, wird man ihm nicht nehmen wollen. Allerdings ist natürlich die Frage, wie europäische Leser sein Buch interpretieren. Wäre es von einem Nicht-Amerikaner verfasst worden, wäre der Vorwurf wohl noch lauter gewesen. Meiner Meinung nach ist er allerdings nicht gerechtfertigt. Denn: Moore ist zwar sehr kritisch und schreibt mehr oder weniger wütend über sein Land, allerdings hat er für sämtliche von ihm aufgestellten Thesen eine Begründung. Sei es eine Statistik, seien es Informationen aus dem Weißen Haus. Das, was er über Amerika schreibt, ist belegt und kann somit nicht als Antiamerikanismus bezeichnet werden. Es sind Zustandsbeschreibungen, die einfach wahr sind. Auch wenn es weh tut. Ein bisschen kritisch sind die von ihm verfassten Ratschläge an seine Mitbürger. Ironie ist ja gut und schön, aber teilweise wird es schon ein bisschen zu viel. Amerikaner sind nicht blöd und verstehen, was Moore ihnen sagen möchte. Dazu brauchen sie keine Anweisungen mehr.
Empfehlenswert? Auf jeden Fall. Wenn man es richtig liest. Wenn man versteht, dass es nicht darum geht und gehen kann, Amerika und seine Menschen in einem besonders schlechten Licht darzustellen. Es geht vielmehr darum, aufzuzeigen, was in den USA schief läuft und welchen Anteil jeder Bürger an diesen Missständen hat. Die Lösungen sind vielleicht ganz nett, müssen aber letztendlich nicht von Michael Moore, sondern von der amerikanischen Politik und den Bürgern des Landes gefunden werden.
liebe grüße,
marenmoon
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-30 13:32:00 mit dem Titel A book that made me think
Ich habe ja schon viele Bücher gelesen, die mich gefesselt, schockiert oder nachdenklich gemacht haben. Das waren allerdings Romane, Geschichten. „Stupid White Men“ ist alles andere als ein Roman und hat es trotzdem geschafft, bei mir genau diese Gefühle hervorzurufen.
Warum also habe ich mich entschlossen, dieses Buch zu lesen? Es war zunächst einmal pure Neugier. Ich hatte ein paar Berichte bei Ciao dazu gelesen, hatten Rezensionen oder Verweise gesehen und wollte mir endlich selbst ein Bild machen, was Michael Moore, den ich bis dato gar nicht kannte, über sein Heimatland verfasst hat. Dann stand besagter Mann plötzlich auf der Bühne der diesjährigen Oscar-Verleihung und rief ins Mikrofon: „Shame on you, Mr. Bush!“. Genug Gründe, sich einmal sein Werk zu Gemüte zu führen.
Das Buch „Stupid White Men – Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Satire? Sachbuch? Irgendwie ist von allem ein bisschen vorhanden.
Moore, seines Zeichens Autor und Regisseur, gliedert seine Abrechnung in elf Kapitel. Sofern man sich denn dazu durchringen kann, die Einleitung zu lesen, wird einem eines ganz deutlich klar: Moore will provozieren. Und das mit Fakten, die sogar am Ende des Buches durch diverse Quellenangaben belegt sind. Bereits in der Einleitung erfährt man so, dass Moore ein klarer Gegner der momentanen Regierung ist (wie könnte es bei diesem Buchtitel auch anders sein...) und dass er den Politikern seines Landes mehr als kritisch gegenüber steht.
Sein erstes Kapitel beschäftigt sich so auch gleich mit den leicht wirren Umständen, unter denen George W. Bush überhaupt Präsident werden konnte. Von Wahlbetrug an schwarzen Bürgern ist ebenso die Rede wie von Fehlern beim Stimmen auszählen. Fazit: George W. Bush IST NICHT der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten, sondern Al Gore. Ein Faktum, welches zwar schon länger immer mal wieder auftaucht, jedoch nie in dieser Art und Weise bewiesen wurde. Durch diverse Statistiken und Informationen aus Republikaner- und Wahlhelferkreisen belegt er, dass die Wahl zum Präsidenten nicht gültig ist und die Amerikaner nicht von dem Mann regiert werden, den die meisten gewählt haben. Außerdem stellt Moore hier auch die Mitglieder der Bush-Junta, wie er es nennt, vor. Viele – Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Condoleeza Rice – sind mittlerweile auch in Europa jedem bekannt, der in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgt hat. Wenn man jetzt über diese Personen erfährt, dass sie neben ihrer politischen Tätigkeit auch noch in diversen Aufsichtsräten von Firmen sitzen, von diesen großzügige Wahlkampfspenden entgegennehmen und so auch schon mal ihre eigentliche Überzeugung vergessen, sieht man diese Menschen doch in einem anderen Licht. Leider ist diese Vermischung von Politik und Wirtschaft wohl auch in Deutschland nicht viel anders.
Mit Bush selbst ist Michael Moore nach diesem Kapitel noch lange nicht fertig. Sein Brief „Dear George“ ist noch einmal direkt an den „Präsidenten“ (immer schön in Anführungsstrichen) gerichtet. Moore zählt hier noch einmal alles auf, was ihn an Bush stört. Sein lascher Umgang mit der Umweltschutzmaßnahmen (sofern er dieses Wort überhaupt schon einmal gehört hat), das Aufrüsten gegen sämtliche Verträge und die Besetzung von Regierungsposten durch Firmenchefs oder –mitarbeiter, durch deren Wahlkampfspenden sich die Partei finanziert hatte.
Diese Aufzählung zeigt noch einmal in detaillierter Form, was Moore uns schon in der Einleitung hat mitteilen wollen: Bush ist seiner Meinung nach völlig unfähig, das Land zu führen. Unter seiner Präsidentschaft scheint es besonders mit der Demokratie total bergab zu gehen. Und das war eigentlich das, was mich so geschockt hat. „Amerika, Wiege der Demokratie“. Mit einem Präsidenten, der nicht gewählt ist. Mit einem Parlament, das mit Politikern besetzt ist, deren Handlungen nie dem eigenen Gewissen unterliegen, sondern den Interessen ihrer Förderer. Und nicht zuletzt mit Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe auch jetzt noch nicht die gleichen Chancen haben wie ihre Mitbürger.
Diese Ungleichheit ist ein weiterer Punkt, den Moore aufgreift. Im Kapitel „Los, killt die Weißen!“, spricht er die Tatsache an, dass „der Schwarze“ immer noch Synonym für das Böse und Bedrohliche ist. Wenn in der Schule ein Kind ein anderes erschießt, war es ein Schwarzer. Wenn ein Laden ausgeraubt wird, war es ein Schwarzer. Wenn ein Drogendealer geschnappt wird, war es auf jeden Fall ein Schwarzer. Moore versucht, dieses starke Klischeedenken der amerikanischen Bevölkerung anhand diverser Beispiele deutlich zu machen. Besonders die soziale Benachteiligung zeigt er anhand verschiedener Statistiken auf.
Was bleibt? Man wird sehr, sehr nachdenklich. Ist es wirklich so, wie Michael Moore es beschrieben hat? War uns das wirklich so bewusst? Mir nicht.
Ein Kapitel, das mich ebenfalls ziemlich nachdenklich gemacht hat, war „Nation der Dummköpfe“. Hierbei geht es besonders um die Tatsache, dass der Staat sein Geld an den falschen Stellen ausgibt...soll heißen: statt für Bildung, werden Millionen von Dollar für die Rüstung ausgegeben. Folge: Heruntergekommene Schulen, Lehrermangel, demotivierte Schüler. Einige Schulen haben allerdings einen eher zweifelhaften Weg aus der Misere gefunden: Sponsoring durch große Firmen. So kann es durchaus sein, dass sich eine Schule ihre neues Dach durch eine große Spende von Pepsi finanziert. Dieses ist natürlich nicht ganz im Sinne der unabhängigen Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern. Aber auch verständlich, denn schließlich haben die Schulen die Wahl zwischen Werbung und kaputten Tischen und Stühlen.
Bei all diesen Argumenten kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich fragt, was Michael Moore für ein Mensch ist und was ihn bewogen hat, dieses Buch zu schreiben. Ich denke, er ist einfach verbittert. Ist wütend über die Zustände in einem Land, das eigentlich das Vorbild an Demokratie für viele andere Staaten sein sollte. Er selbst lebt in diesem Land und kann nicht mehr ertragen, was er täglich mitbekommt. Die Frage ist, was er mit seinem Buch bezwecken möchte. Sicherlich ist es einmal dazu da, seine eigenen Landsleute aufzuklären. In vielen Teilen richtet es sich direkt an die amerikanische Bevölkerung, fordert sie auf, dies und jenes zu tun. Aber ist das wirklich richtig? Ist es richtig, den Menschen die Lösung ihrer Probleme gleich auf dem Präsentierteller aufzuzeigen? Wäre es nicht besser, sie nur mit den Fakten zu konfrontieren und ihnen die Lösung selbst zu überlassen? Dieses ist ein Problem, das ich bei „Stupid White Men“ sehe. Natürlich ist es sinnig, den Menschen zu zeigen, was täglich in ihrem Land geschieht. Allerdings weiß ich nicht, ob Michael Moore entscheiden kann, wie diese Probleme am besten zu lösen sind. Eher nicht.
Ein weitere Kritikpunkt, den ich schon des öfteren gehört habe, ist der Vorwurf des Antiamerikanismus, durch den dieses Buch a) geprägt sein soll und den es b) angeblich schürt. Hierzu kann man zunächst einmal sagen, dass Moore ja selbst Amerikaner ist und somit seinen Zorn in diesem Buch auch gegen sich selbst richtet. Nicht umsonst schreibt er „wir Amerikaner“, „wir Weiße“. Das Recht, sich selbst und seine Landsleute zu kritisieren, wird man ihm nicht nehmen wollen. Allerdings ist natürlich die Frage, wie europäische Leser sein Buch interpretieren. Wäre es von einem Nicht-Amerikaner verfasst worden, wäre der Vorwurf wohl noch lauter gewesen. Meiner Meinung nach ist er allerdings nicht gerechtfertigt. Denn: Moore ist zwar sehr kritisch und schreibt mehr oder weniger wütend über sein Land, allerdings hat er für sämtliche von ihm aufgestellten Thesen eine Begründung. Sei es eine Statistik, seien es Informationen aus dem Weißen Haus. Das, was er über Amerika schreibt, ist belegt und kann somit nicht als Antiamerikanismus bezeichnet werden. Es sind Zustandsbeschreibungen, die einfach wahr sind. Auch wenn es weh tut. Ein bisschen kritisch sind die von ihm verfassten Ratschläge an seine Mitbürger. Ironie ist ja gut und schön, aber teilweise wird es schon ein bisschen zu viel. Amerikaner sind nicht blöd und verstehen, was Moore ihnen sagen möchte. Dazu brauchen sie keine Anweisungen mehr.
Empfehlenswert? Auf jeden Fall. Wenn man es richtig liest. Wenn man versteht, dass es nicht darum geht und gehen kann, Amerika und seine Menschen in einem besonders schlechten Licht darzustellen. Es geht vielmehr darum, aufzuzeigen, was in den USA schief läuft und welchen Anteil jeder Bürger an diesen Missständen hat. Die Lösungen sind vielleicht ganz nett, müssen aber letztendlich nicht von Michael Moore, sondern von der amerikanischen Politik und den Bürgern des Landes gefunden werden.
marenmoon, 30.8.o3 weiterlesen schließen -
Amerika - die Zweite
Pro:
gut lesbar, informativ, witzig
Kontra:
reißerisch und sehr trivialer Stil
Empfehlung:
Ja
~^~^~ Vorwort ~^~^~
Nachdem ich vor einiger Zeit Michael Moores Meisterstück „Bowling for Columbine“ gesehen habe, welches – völlig zurecht – mit einem Oscar prämiert wurde, musste ich mir kurz darauf auch sein zeitgleich erschienenes Buch „Stupid white men“ zulegen. Thematisch ist es doch recht unterschiedlich, wenn es auch sowohl im Buch als auch im Film um die USA geht. Um mal konkreter zu werden: Es geht um das, was in der US-Gesellschaft nicht in Ordnung ist. Aber insbesondere sieht sich das Buch als eine Abrechnung mit Präsident Bush und seiner Regierung. Dies steht zumindest auf dem Umschlag, aber es weicht teilweise sehr stark ab. Nun gut, man kann ja nicht 330 Seiten nur über dasselbe schreiben. Aber auch die Themenverfehlungen sind durchaus lesenswert...
~^~^~ Der Inhalt ~^~^~
Ich denke, es ist das Beste, wenn ich zunächst jedes Kapitel einzeln auseinander nehme. Warum auf diese Weise? Keine Ahnung! Mir ist danach :o)
Die Einleitung! Gut okay, es ist halt eine Einleitung! Sie gibt einen Eindruck davon, worum es in dem Buch geht! So, wie es sich nun einmal für eine gute Einleitung gehört. Ein Leitthema wird angegeben und los geht’s.
Aber dann geht das Buch schon los mit einem „sehr amerikanischen Coup“, meinem wohl liebsten Kapitel. Keine Frage, dieses Kapitel beschäftigt sich wohl am nahesten mit den eigentlichen Thema. Moore hat leider ein wenig die Angewohntheit, ein Thema anzugeben und dann abzuweichen. Dies war bei „Bowling for Columbine“ so und auch hier ist es nicht anders. Aber das macht nichts, denn langweilen tut Moore nie. Dieses Kapitel erklärt nachvollziehbar, wie Bush Präsident geworden ist. Oder besser gesagt „Präsident“, denn Moore zieht es vor, ihm diesen Titel nicht anzuerkennen. Das liegt daran, dass Bush die Wahl durch Manipulation und Betrug gewonnen hat. Absolut lesenswert. Dies sind auch alles Fakten, weshalb ich mich über die Gültigkeit der Wahl wundere. Des weiteren stellt er auch kurz Bush’s Junta vor, also das Kabinett. Auch dieses besteht aus sehr suspekten Gestalten.
Weiter geht es mit einem offenen Brief an George Bush. In letzter Zeit ist dies keine Seltenheit, doch zur Zeit der Fertigstellung des Buches – übrigens vor dem 11. September 2001 – etwas Neues. Moore weiß einiges über Bushs Vergangenheit. Dass er ein sehr schlechter Schüler war, dass sein Lieblingskinderbuch „die Raupe Nimmersatt“ war – erschienen 2 Jahre nach Bushs Collegeabschluss“, dass er Alkoholprobleme hatte, dass er mehrere Firmen, deren Leitung er hatte, in die Pleite getrieben hat und vieles mehr. Schon ganz schön krass, dass so ein Mann Präsident geworden ist. Dem würde ich nicht mal mein Auto anvertrauen, geschweige denn gleich einen ganzen Staat. Andererseits fand ich es schon ein wenig zu hart von Moore, dass er Bush sein ehemaliges Alkoholproblem noch so sehr nachträgt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Bush seit über 20 Jahren keinen Tropfen mehr angerührt. Wer so lange trocken bleibt, ist mit Sicherheit nicht mehr gefährdet. So denke zumindest ich. Moore aber hackt da ein wenig unfair darauf rum.
Das nächste Kapitel finde ich aber weitaus erschreckender. „Auf zum Abschwung“ heißt es, und dies ist durchaus bezeichnend. Durch Zufall erfuhr Moore was manche Piloten am Anfang ihrer Karriere verdienen. Je nach Fluggesellschaft 17.000 $ pro Jahr, aber auch 13.000 $ sind möglich. Nach Abzug aller einmaligen Kosten, ist das erste Jahresgehalt für manche Piloten sogar gerade mal 9.000 $ Brutto. Absolut erschreckend, wenn man überlegt, dass man völlig unterbezahlen Menschen sein Leben in die Hand gibt. Wer kann denn da noch für meine Sicherheit garantieren, wenn ich nicht einmal sicher sein kann, dass mein Pilot in den letzten 24 Stunden etwas in den Magen bekommen hat? Unvorstellbar!
Ein wenig Stilbruch ist dann das Kapitel „Los! Killt die Weißen!“, welches ich persönlich nicht so gut fand. Viel zu reißerisch wird hier der „weiße Mann“ verteufelt und der Schwarze in den Himmel gehoben. Moore stellt die Schwarzen als wahre Engel dar, die Weißen aber als Wurzel allen Übels. Sicher, die Verteufelung der Schwarzen in den US-Medien ist unter aller Sau und komplett übertrieben, ich würde aber nicht so weit gehen und behaupten, dass eigentlich die Weißen viel schlimmer sind. Ich denke, das ist mehr oder weniger ausgeglichen. Dadurch, dass mehr Schwarze in unteren Schichten leben, gibt es mehr Gewaltverbrechen. Und bei den „reicheren Weißen“ halt mehr Wirtschaftskriminalität. Beides ist nicht schön. Dieses Kapitel ist zwar durchaus amüsant, aber extrem reißerisch und weit übertrieben. Ich bin mir bewusst, dass Moore es nicht ernst meint, wenn er schreibt „er bekommt Panikanfälle, wenn er alleine auf der Straße einem Weißen begegnet“, aber das Niveau in diesem Kapitel ist nicht gerade hoch.
Wenn man schon gerade bei niedrigem Niveau ist, dann geht es passender Weise weiter mit der „Nation der Dummköpfe“. Dies ist eine heftige Abrechnung mit dem unterbelichteten US-Präsidenten und dem maroden Zustand der öffentlichen Schulen. Ich hatte mich zwar schon vor dem Genuss des Buches gewundert, warum die US-Schüler bei der PISA-Studie besser abgeschnitten haben, als die Deutschen, aber jetzt habe ich nicht einmal mehr den Hauch einer Ahnung, warum. Die amerikanischen Schulen sind in einem so miserablen Zustand, wie noch nie zuvor. Es herrscht Lehrermangel, manche Schulen haben keinen Rektor, die Gebäude sind baufällig, das Material veraltet etc. Wenn man überhaupt etwas Neues in ein Schulgebäude kommt, dann sind es Spenden von Unternehmen, die die Schüler schamlos für Werbekampagnen nutzen. Es ist doch eine Schande, wenn gesunde Schul-Frühstücks mit Milch und Brötchen dank Exklusivverträgen zwischen Schulen und Unternehmen durch Cola und Snickers ersetzt werden. Die Liste der Ausbeutung der Schüler ist lang und erschreckend. Ich bin froh, dass es in Deutschland noch nicht so weit ist. Hoffen wir mal, dass es auch niemals zu solchen Zuständen kommt. Zwar ist auch dieses Kapitel ein wenig reißerisch, aufgrund der Fakten verblasst dies aber leicht.
Gut, nach sozialen Problemen und Problemen im Bildungsbereich, schneidet Moore ein weiteres großes Thema an, den Umweltschutz. Arg ernüchternd ist dieses Kapitel, wobei wir es in Europa doch noch ein wenig besser haben. So scheint es, als wären in den letzten Jahren massive Rückschritte im Umweltschutz vorgenommen worden. Insbesondere beim Benzinverbrauch von Autos und dem Arsengehalt im Trinkwasser. Ersteres ist durch gelockerte Bestimmungen leicht angestiegen, letzteres sehr stark. Auch von Recycling hält Moore nicht mehr viel, seit er erfahren hat, dass dieses angeblich kaum stattfindet. Ähnliche Vorwürfe gibt es auch in Deutschland, doch was daran dran ist, kann ich nicht beurteilen. Dass die republikanische Regierung in den USA, und auch die ehemalige Clinton-Regierung, nur sehr wenig positives für den Umweltschutz getan hat, konnte man allerdings auch in der Zeitung nachlesen.
Was das siebte Kapitel noch mit dem Thema Bush und Co. Zu tun hat, weiß ich aber langsam nicht mehr. Viel mehr geht es dabei um das allmähliche Aussterben des männlichen Geschlechtes. Naja, es wird schon ein wenig übertrieben, aber man schätzt, dass in wenigen Jahren ca. 102 Frauen auf 100 Männer geboren werden. Moore verifiziert einige wissenschaftliche Fakten aber zu sehr an persönlichen Erfahrungen. Also das z.B. in seiner Familie 13 Jahren kein Junge mehr geboren wurde, oder dass es bei vielen seiner Bekannten mehr Mädchen als Jungs in der Familie geboren werden. Ein bisschen sehr vage und zweifelhaft, was Moore hier abliefert. Aber auch sehr amüsant; ich musste gut über seine „Überlebenstipps für Männer“ lachen!
Im folgenen Kapitel geht es dann wieder um das eigentliche Thema. Und ich muss sagen, diese Kaptiel gefiel mir am besten. Hier nimmt er gnadenlos das „Wir sind die Nummer 1“ – Denken der Amerikaner auseinander und zeigt ihnen mal die andere Seite auf. Denn die Amerikaner sind nicht nur die Nummer 1 was wirtschaftliche Erfolge betrifft, sondern auch die Nummer 1 beim Energieverbrauch, der Umweltverschmutzung, bei den Schusswaffenopfern und bei hingerichteten Jugendlichen, um mal einige traurige Dinge zu nennen. Nun ja, wenn schon Nummer 1, dann könnten die Amerikaner auch Nummer 1 in Friedensschaffenden Maßnahmen werden. Michael Moore erstellt sodann einen Plan zu Wahrung und Sicherung des Weltfriedens auf, und schlägt vor, wie man Konflikte in Israel, Nordirland oder Nordkorea mal auf friedliche Weise lösen könnte. Leider ist diese Möglichkeit ein wenig in Vergessenheit geraten...
Weiter schneidet Moore in „ein großes glückliches Gefängnis“ ein äußerst brisantes Thema auf. Nicht nur, dass das amerikanische Rechtssystem mehr einem türkischen Basar ähnelt denn einer geregelten Institution, nein, es ist auch noch teilweise absolut schwachsinnig und diskriminiert Minderheiten. So sind z.B. die Strafen auf Crack, welches vorwiegend von Schwarzen und Hispanics konsumiert wird, dreimal so hoch wie auf die Schicki-Micki Droge der weißen Oberschicht, Kokain. Der Hammer ist aber, dass man in Kalifornien für die dritte Verurteilung für eine Straftat lebenslänglich ins Gefängnis kommt EGAL UM WAS FÜR EIN VERBRECHEN ES SICH HANDELT! Das heisst, man wandert für dreimal Ladendiebstahl genau so in den Knast, wie für dreifachen Mord. Schon heftig, wie ich finde. Auch die Alternative – die Todesstrafe – ist sehr uneinheitlich. Alleine in Texas werden ein Drittel aller Hinrichtung der USA getätigt. Da fragt man sich doch warum das dort so heftig ist. Andererseits werden Wirtschaftsverbrecher fast gar nicht bestraft, was weiter Zweifel am amerikanischen System erzeugt. Naja!
Doch nicht nur Präsident Bush und seine Republikaner bekommen ihr Fett weg, sondern auch die Demokraten. In einem Staat mit einem Zweiparteien-System ist es ein wenig frustrierend, wenn man bemerkt, dass die Demokraten nichts anderes als kaschierte Republikaner sind. Scheinbar gibt es für Moore keinen Unterschied mehr, und die Demokraten sind keine richtige Alternative. Viel mehr sind sie – für Moore, wohlgemerkt – entweder völlig unfähig sich durchzusetzen oder tatsächlich kein Unterschied zur Konkurrenz. Nun, wenn man sich so die Amtszeit von Clinton ansieht, dann scheint es auch mir so zu sein. Seine Politik unterschied sich kaum von der von Bush, er konnte sich nur verdammt gut verkaufen. Auch Moore ist auf ihn reingefallen. Insbesondere auf Clintons Last-Minute-Entscheidungen kurz vor seinem Amtsende. Da konnte man erstmals von vernünftiger Politik reden, doch leider wurden die meisten sehr guten Entscheidungen von Bush prompt wieder zurückgenommen. Aber mit Gore als Präsident wäre es wohl kaum besser geworden, wollte dieser doch ein noch höheres Rüstungsbudget, als die Amerikaner es jetzt schon haben.
Okay, im letzten Kapitel scheint Moore echt zu verzweifeln. In seinem „Gebet für die Menschheit“ wünscht er allen Reichen und Mächtigen Menschen alles nur erdenklich Schlechte. Nein, das ist kein Sozialneid. Aber man muss es so sehen: Was macht ein mächtiger Politiker, der an einer schweren Krankheit leidet? Er wird natürlich das Budget für die Erforschung dieser Krankheit massiv erhöhen. Oder wenn ein Politiker Schwule diskriminiert und sein Kind selbst homosexuell ist? Er wird selbstverständlich diskriminierende Gesetze blockieren. Aus dieser Sicht ist es zwar irgendwie gemein, den Mächtigen schlimme Dinge (wobei Homosexualität selbstverständlich nicht schlimm ist) an den Hals zu wünschen, aber für die übrigen Menschen ist es eine Linderung ihrer Krankheiten, gesellschaftlichen Diskriminierungen etc. Des einen Freud, des anderen Leid - ganz einfach.
Alle elf Kapitel waren einfach verständlich, doch beim Epilog hatte ich ernsthafte Schwierigkeiten. Der Stil war zwar weiterhin trivial, aber der Inhalt setzt sehr gute Kenntnisse über amerikanische Politik und insbesondere der Wahl voraus. Ich konnte so z.B. nur aus dem Zusammenhang verstehen, dass Ralf Nader der Kandidat einer dritten Partei war, der Partei die Michael Moore favorisiert. Naja, er macht auch genug Werbung für die amerikanischen Grünen, aber der Epilog ist eher eine Aufforderung, sie nicht zu wählen. Im Grunde sind die Grünen schuld am Sieg Bushs, denn die Partei hat fast nur den Demokraten Stimmen weggenommen – über 100.000! Naja, wer das starre Mehrheitswahlsystem der USA kennt, der kann ohnehin feststellen, dass es ein Mehrparteiensystem kaum zulässt. Naja, im Grunde ist der Epilog ein Schuldgeständnis Moores am Status Quo, nicht ohne die gehörige Ironie. Doch wenn man einmal Moores Meinung über die Demokraten berücksichtig, ist es eigentlich fast egal, wer da an die Macht gekommen ist. Wie gesagt, für nicht-Amerikaner (oder sagen wir besser, für nicht-die-amerikanische-Politik-Kennende, denn Amerikaner sein heißt noch lange nicht, sich mit der Politik auszukennen) ist der Epilog nur teilweise sinnvoll. Aber eigentlich trotzdem interessant, Moore hätte nur weniger Fragen offen lassen sollen.
~^~^~ Konklusion ~^~^~
Okay, wie man langsam wissen sollte, ist bzw. war „Stupid White men“ lange Zeit ganz oben auf den deutschen Bestseller-Listen. In den USA fand es übrigens kaum Beachtung. Anscheinend ist die Wahrheit wohl zu hart! Für 12 Euro kann man das Buch aus dem Piper-Verlag erwerben und hat knapp 330 Seiten Lesevergnügen.
Auf jeden Fall ist das Buch sehr interessant und auch amüsant. Die Fakten sind größtenteils mit Quellen belegt, wenn wir hier in Deutschland auch nur sehr schwer an diese rankommen können. Moore zieht sich demnach nichts aus der Nase. Auch musste man an vielen Stellen doch schon ein wenig schmunzeln, denn Moore ist ein recht humoristischer Schreiber. Doch sein Schreibstil ist auch sehr trivial, ja, gelegentlich sogar auf BILD-Niveau. Diese unheilvolle Analogie trägt nicht gerade zu meiner Begeisterung zu. Auch nicht, dass Moore stellenweise sehr reißerisch ist und gerne übertreibt. Für den Humor ist es zwar wichtig, doch wirkt es ein wenig unseriös, wenn er schreibt „250 Millionen Amerikaner haben Bush nicht gewählt!“ Aber über solche Kleinigkeiten kann man schon einmal hinwegsehen.
Seine Argumentation ist größtenteils sehr schlüssig, aber gelegentlich für mich nicht ganz nachvollziehbar. Ich will es nicht alles im Einzelnen auseinander nehmen, aber wenn er z.B. sagt, dass er weiterhin seinen 20-liter Van benutzen will und so weiter. Auch schweift er manchmal sehr stark von seinem eigentlichen Leitthema ab. Dieses ist eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush, doch was hat Bush mit biologischen Phänomenen wie dem Geschlecht von Neugeborenen zu tun? Vielleicht wäre es ja ein wenig einseitig, die gesamten 330 Seiten nur mit Bush und seiner Junta zu füllen, aber dann sollte man das nicht auf den Titel schreiben. Ich würde sagen, dass sich nur ca. 50 % des Buches direkt oder indirekt mit dem Leitthema beschäftigen.
Ein wenig nervig fand ich auch die ständige Werbung für Moores Partei. Er schreibt zwar nicht „wählt Grüne“ oder so was, aber alles außer den Grünen ist mehr oder weniger doof und dämlich. Die Republikaner machen alles schlecht, die Demokraten sind verkappte Republikaner. Ob er damit Erfolg haben wird, ist im extrem starren 2-Parteienstaat USA sehr fraglich, und auch deshalb für den Leser eher lästig.
~^~^~ The Fazit ~^~^~
Auch wenn der Schreibstil arg trivial ist, auch wenn Moore sehr oft vom Thema abweicht, das Buch ist dennoch sehr lesenswert. Man erhält einen umfassenden, gut fundierten, wenn auch stark grünen Überblick von der amerikanischen Politik. Wenn es auch so seine Mängel hat, kann ich das Machwerk weitgehend empfehlen. Derzeit arbeitet Moore übrigens an einer filmischen Adaption seines Buches. Mit „Bowling for Columbine“ hat er ja schon sein Können gezeigt, so dass wir gespannt bleiben dürfen. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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