Pro:
Tolle Architektur, schöne Wandmalereien
Kontra:
Massiver Touristenstrom,
Empfehlung:
Ja
Hallo zusammen,
nachdem wir uns etwas erholt und gestärkt haben, nehmen wir Abschied vom Schloss Hohenschwangau und dem Alpsee und machen uns auf in Richtung Schloss Neuschwanstein.
Natürlich hatten wir am Morgen bereits ein Königsticket zum Preis von 17 Euro gekauft, denn wir wollten ja beide Schlösser besichtigen.
Auch jetzt haben wir wieder die Wahl zu Fuß oder mit der Pferdekutsche. In Richtung Schloss Neuschwanstein wird sogar ein Bustransfer angeboten, der aber oberhalb des Schlosses endet. Von dort geht es dann ca. 10 Minuten zu Fuß hinab zum Schloss. Ähnliches gilt für eine Fahrt mit der Kutsche. Endstation ist etwa 200 Meter unterhalb des Schlosses, zu Fuß ist die restliche Wegstrecke zu bewältigen. Der Weg ist aber nicht steil und daher leicht begehbar.
Achtung: Busse und Pferdekutschen fahren unabhängig von Einlasszeiten und sind kostenpflichtig. (Bus 1,80 Euro und Pferdekutsche 6 Euro)
Zurück ins Tal geht es für 1 Euro mit dem Bus, für 3 Euro mit der Kutsche oder für 0 Euro zu Fuß.
Vergessen wir Bus und Kutsche und begeben uns zur asphaltierten Straße und wagen den Aufstieg. Laut Info-Tafeln dauert der Aufstieg 40 Minuten. Wir laufen ganz gemütlich den Berg hinauf und schaffen es locker in 25 Minuten.
Der Zeitpuffer zwischen beiden Schlossbesichtigungen ist ausreichend um pünktlich an den jeweiligen Treffpunkten zu sein. Zwischen beiden Besichtigungen hatten wir ca. 90 Minuten Zeit.
Oben angekommen, heißt es wieder warten bis unsere Tournummer angezeigt wird.
Nach dem Aufruf bewegten sich etwa 40 Personen Richtung Drehkreuz, wo wir unsere Tickets entwerteten. Danach gab das Drehkreuz den Weg frei.
Geschichte des Schlosses
Schon in frühen Jahren suchte Ludwig II. Abstand von Schloss Hohenschwangau und seiner Mutter.
Als 1864 sein Vater, König Maximilian II. verstarb und Ludwig kurze Zeit später gekrönt die Regierungsgeschäfte übernahm, gab es für den jungen König nur ein Ziel: Eine eigene Burg!
Oberhalb von Schloss Hohenschwangau befand sich eine Burgruine aus Zeiten der Schwangauer Ritter. Diese Ruine kannte Ludwig II. von Ausflügen während seiner Jugendzeit.
Vier Jahre lang blieb dieser Wunsch ein Traum. Nach dem Tod seines Großvaters erhielt Ludwig eine große Menge an finanziellen Mitteln und beschloss, dieses Geld in eine eigene Burg zu investieren. Inspiriert von den Opern seines Freundes Richard Wagner und von Besuchen der Wartburg in Eisenach, befahl Ludwig II. 1868 den Bau einer Burg im Stil einer alten deutschen Ritterburg.
An seinen Freund Richard Wagner schrieb er damals folgendes:
„Ich habe die Absicht, die alte Burgruine bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen. Der Punkt ist einer der schönsten, die zu finden sind, heilig und unnahbar, ein würdiger Tempel für den göttlichen Freund“.
Seinen „göttlichen Freund“ wollte er bereits nach 3 Jahren als Gast auf seinem Schloss begrüßen, aber daraus wurde nichts.
Im Jahr 1868 erfolgten umfangreiche Sprengarbeiten um mehr Bauplatz zu bekommen. Im darauf folgenden Jahr wurde der Grundstein gelegt und das Bauende auf 1872 datiert.
Von nun an war das Projekt unter dem Namen „ Schloss Vorderhohenschwangau“ bekannt.
Sein Schloss sollte aus vielen Baukörpern mit Türmen und Balkonen im Stil der Romanik bestehen.
Da Ludwig II. die Baupläne immer öfter korrigierte, schon fertig gestellte Zimmer umbauen und immer mehr Prunk einarbeiten ließ, wurde das Geld knapp und die Fertigstellung verzögerte sich ständig. Die Baufortschritte beobachtete der König von Schloss Hohenschwangau aus, wo heute noch das entsprechende Fernglas ausgestellt ist.
Der König lebte nur wenige Monate im Schloss und verstarb noch vor Abschluss der Bauarbeiten.
Nach dem Tod des Königs, am 13. Juni 1886, wurden nur noch die notwendigsten Baumaßnahmen ausgeführt. Schon sechs Wochen nach seinem Tod wurde das Schloss für Besucher geöffnet und in „Schloss Neuschwanstein“ umbenannt.
Aus einer Stätte der Ruhe und Abgeschiedenheit wurde urplötzlich ein Publikumsmagnet.
Schlossbesichtigung
Durch einen roten Gang geht es erst einmal über 63 Stufen hinauf in das 3. Stockwerk. Dort befindet sich eine Vorhalle, die die Wohngemächer und Geschäftsräume voneinander trennt.
Diese Vorhalle ist trapezförmig angelegt, bedingt durch den natürlichen Bauuntergrund.
Entlang den Wänden stehen viele geschnitzte Bänke aus Eichenholz. Die Wandmalereien stellen Szenen einer nordischen Sage dar. Beeindruckend ist das Gewölbe mit überkreuzten Bögen, die am Ende jeweils mit Tierdarstellungen enden.
Allein beim Betrachten dieser Halle wird dem Besucher bewusst, wie sehr König Ludwig II. vom Leben im Schloss Hohenschwangau geprägt wurde.
Der Thronsaal.
Außer schönen Bildern, einem tollen Mosaikfußboden und einem überdimensionalen Kronleuchter (18 Zentner schwer) gibt es nichts zu bewundern.
Auffallend ist eine halbkreisförmige Nische, die aber leer ist. Hier sollte ursprünglich der Thron des Königs stehen. Auf Grund der Bauverzögerungen und ständigen Geldknappheit, wurde dieser Saal aber nie fertig gestellt.
Der Mosaikfußboden soll aus über zwei Millionen Steinchen bestehen und symbolisiert das Leben der Tiere und Pflanzen. Ein Puzzle bestehend aus zwei Millionen Teilchen, Wahnsinn.
In diesem Raum gibt es auch ein Bild, auf dem das geplante, aber niemals gebaute, vierte Schloss des Königs, die Burg Falkenstein, zu sehen ist. (s. meinen Bericht zur Burg Falkenstein).
Von einer Plattform aus, dem so genannten Söller, hat der Besucher einen herrlichen Blick auf das Schloss Hohenschwangau, die umliegenden Seen und auf die herrliche Bergwelt.
Leider bleiben nur wenige Momente, diesen Ausblick zu genießen.
Das Speisezimmer
Ein kleiner und verhältnismäßig karg eingerichteter Raum. Auffallend sind viele Bilder an den Wänden, die Szenen aus der Wartburg zur Zeit des sagenhaften Sängerkrieges darstellen und an die Reise Ludwigs dorthin erinnern.
In der Mitte des Raumes steht ein kleiner Tisch auf dem ein Tafelaufsatz steht und Siegfrieds Kampf mit dem Drachen zeigt. An der Zimmerdecke hängt ein einfacher Kerzenhalter aus vergoldetem Messing. Zum Inventar gehören noch zwei kleine Schränke für Besteck und ein Stuhl.
Das Schlafzimmer
Dieses Zimmer hat sich der König einiges kosten lassen, denn Prunk in jedem Winkel des Raumes ist hier zu bewundern. Wunderschöne Kerzenhalter, herrliche Eichenholzschnitzereien und sehr schöne Gemälde füllen diesen Raum.
Hier kommen zum ersten Mal die bayrischen Farben, blau und weiß, zum Einsatz. Alles was irgendwie mit Stoff zu tun hat, ist in den Farben blau-weiß gefertigt.
Die Wandgemälde zeigen Szenen aus „Tristan und Isolde“, einer der Lieblingssagen des Königs.
Sehr schön anzuschauen ist der Waschtisch mit seinen Verzierungen und dem Schwan als „Wasserhahn“.
Es ist wahr, der König hatte dort oben fließendes Wasser. Die dafür notwendige Wasserleitung wird von einer Quelle gespeist, die etwa 200 Meter über dem Schloss liegt.
Die Hauskapelle
Ähnlich des Betraumes im Schloss Hohenschwangau, ließ sich König Ludwig II. in seinem Schloss einen hauseigenen Kirchenraum bauen. Bewundernswert sind hier der dreiflüglige Altar und ein Kruzifix aus Elfenbein. Die Deckenwölbung gleicht einem Sternenhimmel und ist mit halbrunden, vergoldeten Verstrebungen verziert.
Dieser Betraum kann vom Schlafzimmer und vom Ankleidezimmer aus betreten werden.
Das Ankleidezimmer
Gemälde über Gemälde. Dieser Raum hat wenig mit einem Ankleidezimmer zu tun, eher mit einer Gemäldeausstellung. Allerdings sind es wunderschöne Gemälde mit Szenen aus dem Leben des „Walther von der Vogelweide“.
Selbst die Zimmerdecke ist ein einziges Gemälde, gemalt in den Farben hellblau und gold. Durch die Farbgebung und Anordnung der einzelnen Segmente bekommt der Besucher den Eindruck eines nach oben offenen Raumes.
Als Schlafzimmer wäre dieser Raum eher geeignet gewesen.
Gerade dieses Zimmer zeugt von der Schwermütigkeit und Sehnsucht des Königs. Ich glaube, dieser Raum war nur zum Ausleben seiner Träume entstanden, vielleicht entstanden hier aber auch neue Träume.
Das Wohnzimmer
Ein wunderschöner Raum, der L-förmig gebaut wurde und sich in zwei Bereiche unterteilt, dem eigentlichen Wohnzimmer und einer kleinen Sitzecke. (der untere Teil des „L“)
Da der Schwan Ludwigs Wappentier war und er den Schwan als „Herrn von Schwangau“ ansah, nannte er diese Ecke „Schwaneneck“.
In diesem Zimmer kommt die Liebe des Königs zu Richard Wagner und seinen Werken besonders zum Ausdruck, denn alle Gemälde und Wandmalereien beschäftigen sich mit der „Lohengrin-Saga“.
In der Mitte des Raumes hängt ein großer vergoldeter Leuchter, der mit 48 Kerzen bestückt wurde. Vertrauen einflößend sieht diese Konstruktion aber nicht aus.
Auf allen Stoffen, die wie schon im Schlafzimmer in den bayrischen Farben gearbeitet wurden, ist deutlich das Schwanenmotiv zu erkennen und zeigt die enge Verbundenheit des Königs zu seinen Lieblingstieren.
Jetzt kommt etwas überraschendes, kaum fassbares auf uns zu. Statt im nächsten Raum, stehen wir in einer Grotte.
Diese Grotte ist eine kleine künstliche Tropfsteinhöhle, die farbig (vorrangig blau und rot) beleuchtet werden kann und an den Hörselberg der Tannhäuser-Sage erinnern soll.
Früher soll es in der Grotte einen künstlichen Wasserfall und einen goldenen Mond gegeben haben. Tolle Spielerei, aber irgendwie beängstigend.
Durch eine versenkbare Schiebetür gelangen wir in den Wintergarten und weiter in den nächsten Raum.
Das Arbeitszimmer
Langsam wird es langweilig, irgendwie wiederholt sich alles. Die Wandgemälde zeigen uns wieder Sagengestalten oder Szenen aus Wagners Opern , die Leuchter bestehen aus vergoldetem Messing, Schwäne wohin man schaut, viele Eichenmöbel und die schweren Seidenvorhänge. Alles wunderschön anzusehen, aber nicht neu.
Etwas Neues erfuhren wir aber dennoch. Sämtliche Holzarbeiten im Schloss, sind aus astfreier Eiche geschaffen. In diesem Zimmer war wirklich kein Astloch zu finden. Warum hat man uns diese Information nicht zu Beginn der Führung gegeben, dann hätte ich doch in jedem Zimmer geschaut, ob diese Aussage zutrifft.
Der Sängersaal
Eigentlich müsste dieser Raum „Richard-Wagner-Gedenksaal“ heißen, denn alle Gemälde sind der Parzifal - Sage entnommen, aus der Wagner sein Glanzstück schuf.
Was wäre wohl aus Richard Wagner geworden, ohne die große finanzielle Unterstützung durch Ludwig II.?
In diesem prunkvollem Saal stehen und hängen unzählige Leuchter mit hunderten von Kerzen. Entlang den Wänden stehen viele lederbezogene Stühle.
Zu Ludwigs Lebzeiten wurde dieser Raum nie benutzt. Heute ist dies anders, denn jedes Jahr im September finden hier Schlosskonzerte statt.
In diesem Jahr beginnen die Konzerte am 18.09.2010 und enden am 26.09.2010.
Wer jetzt überlegt eines dieser Konzerte zu besuchen, wird enttäuscht sein, denn alle Konzerte sind ausverkauft. Erstaunlich bei Preisen zwischen 45 und 80 Euro.
Der Sängersaal ist der größte, und für mich auch der schönste Raum des Schlosses.
Natürlich gibt es im Schloss Neuschwanstein auch eine Küche, welche sogar noch vollständig erhalten ist.
Für damalige Verhältnisse eine moderne und fortschrittliche Küche, mit fließend Warm- und Kaltwasser und vollautomatischen Drehspießen für besondere Braten. Kam damals überhaupt etwas anderes als Braten auf den Tisch?
Es ist kaum zu glauben, ein Raum ohne Malerei. Wenigstens ein paar Obst- oder Wildmotive hätten es doch sein können. Etwas Bekanntes entdecken wir dann aber am Fischbassin, der Wasserhahn über dem Bassin hat die Form eines Schwanenkopfes.
Unsere kleine Schlossführung ist nun zu Ende und es heißt nun das Gesehene zu sortieren und zu verarbeiten. Das allerwichtigste…. Luftholen!!
Meine Einschätzung
Die Frische Luft tut, nach dieser Hatz durch die Räume, sehr gut. Unsere Gruppe mit etwa 40 Personen war definitiv zu groß, scheint aber Standard zu sein. Zur Besichtigung der Räume blieb sehr wenig Zeit, obwohl die Führung mit einer Dauer von 45 Minuten angegeben wurde. Nach 30 Minuten war alles erledigt, viel gehört, einiges gesehen, wenig verstanden.
Sehr negativ wirkt sich die Gruppengröße auf die Verständigung zwischen Führerin und Besucher aus. So wie ein Teil der Gruppe sich in einem Raum befindet, beginnen die Erläuterungen, der Rest der Gruppe bekommt nur die Hälfte mit oder hört sich die Ausführungen der nach uns folgenden Gruppe an. Es ist leider so, eine Gruppe jagt die andere.
Die Erklärungen kommen auch hier sehr emotionslos herüber und vermitteln den Eindruck von Langeweile.
Mir persönlich hat Hohenschwangau besser gefallen. Das Schloss Neuschwanstein ist zwar schön gebaut und hat eine schöne Einrichtung, aber die Gestaltung der Räume ist sehr eintönig. Schloss Hohenschwangau hat in Bezug auf die Gestaltung der Räume mehr Abwechslung und mehr Themenvielfalt zu bieten.
Ludwig II. war eben zur sehr auf Richard Wagner fixiert, teilweise schon besessen von dessen Kunst.
Empfehlen kann ich einen Besuch auf jeden Fall, allerdings muss das Wetter passen. Bei dichter Bewölkung, Nebel oder Regen ist zwar das Schloss zu besichtigen, aber von der herrlichen Landschaft nur sehr wenig zu sehen.
An den Außenwänden des Schlosses wird sehr viel gebaut. Ich war nun schon einige Male hier oben, aber noch nie habe ich das Schloss ohne ein Baugerüst bewundern dürfen.
An die Versorgung der Besucher wurde natürlich auch gedacht. Unterhalb der Schlösser befinden sich Imbissstände, Restaurants, Biergärten und Eiscafes. Die Preise sind aber deftig.
Auch etwas unterhalb des Schlosses befinden sich kleine Stände mit Getränken, Snacks und Eis. Ein Rucksack, gefüllt mit einigen Getränken und etwas Obst oder anderen Snacks, schont die Portokasse.
Souvenirläden gibt es bestimmt 15 Stück im direkten Umfeld der Schlösser.
Auf dem Weg zum Schloss ist etwas Vorsicht geboten, denn die Pferdekutschen nehmen den gleichen Weg und so manches Pferd lässt ein paar Klumpen fallen. Hier hinein treten ist bestimmt nicht angenehm. Für die schnelle Beseitigung der „Pferdeäppel“ ist aber gesorgt, denn der Weg wird mindestens zweimal pro Stunde gesäubert.
Während des Aufstieges empfehle ich euch einen kleinen Zwischenstopp, etwas unterhalb des Schlosses, einzulegen, um einmal die Menschen zu beobachten, die hinaufgestiefelt kommen. Sehr interessant! Da sind allen voran die Japaner, die trotz riesiger Fotoausrüstungen auf den Schultern, schnellen Schrittes und mit einem Lächeln im Gesicht nach oben eilen. Die Schönheit der Landschaft nehmen sie erst am Schloss wirklich wahr. Irgendwie wirken diese Menschen gehetzt und trotzdem gut drauf. Wer sieht, wie viele Japaner dort hoch laufen, könnte auf den Gedanken kommen, Ludwig hat japanische Wurzeln und Neuschwanstein wurde nur für sie gebaut.
Dann sind da die etwas beleibteren Herrschaften zu sehen. Leicht nach vorn übergebeugt, die Kamera um den Hals gehangen und das Gesicht zur Faust geballt, geht es schnaufend und schwitzend nach oben. So mancher hat sogar noch einen Pappteller mit Wurst und Pommes dabei und versucht krampfhaft Essen, Laufen, Schweiß abwischen, Fotografieren und Getränkeaufnahme zu koordinieren. Echt lustig!
Ganze Familien, teilweise mit Kinderwagen begeben sich ebenfalls nach oben. Bei denen geht es eher lustig und sehr gemütlich zu.
Einige Leute heben sich sehr von der Masse ab. Das sind die geübten Wanderer und Bergsteiger, die diesen Weg nutzen um an Stellen zu gelangen, wo sich keiner der Sandalentouristen hinwagt. Sofort zu erkennen am besonderen Schuhwerk und der Ausrüstung.
Die Gruppe der älteren Menschen ist weniger zu sehen, denn diese nehmen verständlicher Weise den Bus.
Der Menschenauflauf Richtung Schloss Neuschwanstein ist um ein vielfaches höher als Richtung Schloss Hohenschwangau. Das liegt sicher daran, dass Hohenschwangau nur „das kleine Schloss“ genannt wird und dadurch eine Geringschätzung erfährt.
Kommen wir nun noch einmal zum König und meiner Aussage des vorhergehenden Berichtes.
Auch wenn Ludwig II. nicht der Bauherr von Schloss Hohenschwangau ist, so ist es doch ein König-Ludwig-Schloss.
Im Schloss seines Vaters lernte er den Krieg kennen (wenn auch nur auf Bildern) und verabscheuen,
hier sah er, was überzogene Autorität anrichten kann,
hier fand er die Möglichkeit sich zurück zu ziehen, ohne das jemand Notiz davon nahm und hier wurde er zum dem was er bis heute ist. Ein legendärer Märchenkönig.
Ohne sein Leben im Schloss Hohenschwangau, gäbe es kein Schloss Neuschwanstein und keine anderen König-Ludwig-Schlösser.
Hier sind wir schon bei der zweiten Aussage. Muss man Hohenschwangau gesehen haben, um Neuschwanstein zu verstehen?
Ein klares Ja. Nur wer den Vergleich mit dem Schloss Hohenschwangau hat, kann die Gestaltung der Räume, die vielen Wagner bezogenen Malereien und die vielen Spielereien (z.B. die künstliche Grotte) in den einzelnen Zimmern von Neuschwanstein verstehen.
Seine unglaubliche Liebe zur Natur und zu den Sagengestalten spiegelt sich in fast jedem Raum wieder und die Eintönigkeit der Bilder zeigt die Schwermütigkeit des Königs. Ein König umhüllt von Sehnsucht, Träumen und Musik.
Anfangs habe ich geschrieben, „wir nehmen Abschied vom Schloss Hohenschwangau…“. Wie ihr seht, so einfach ist es nicht. Schloss Hohenschwangau ist allgegenwärtig und beschäftigt den Besucher auch auf Schloss Neuschwanstein.
Ein Besuch der Schlösser ist immer wieder schön und erlebnisreich, denn irgendwie sehen sie bei jedem Besuch anders aus. Im Innern der Schlösser war ich erst einmal und ich muss gestehen, das reicht auch. Das Gesehene und Gehörte prägt sich ein, so dass der teure Eintritt beim nächsten Besuch getrost eingespart werden kann.
Allein der Aufstieg und die Aussicht sind goldwert und bringen riesigen Spaß.
Anmerkung:
Wer genaueres über Anfahrt, Parkplätze und Ticket-Verkauf wissen möchte, darf diese Infos gerne meinem Bericht über das Schloss Hohenschwangau entnehmen.
Mehr Informationen zu Eintrittspreisen, aktuellen Änderungen und Öffnungszeiten sind unter www.neuschwanstein.de abrufbar.
Nach der Besichtigung des Schlosses ist unbedingt ein Besuch der Marienbrücke oberhalb von Schloss Neuschwanstein zu empfehlen. Dazu später mehr!
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