Pro:
ruhige, verträumte Gegend mit Geschichte, ideal für Erholungsurlaub
Kontra:
schlechte Verkehranbindung
Empfehlung:
Nein
Liebe LeserInnen,
Abtreibung ist ein sehr schwieriges Thema, das wohl immer die Gemüter erregen und die Lager spalten wird.
Dieser wird sicher zur Erregung der Gemüter beitragen.
Hardcoregegner und empfindliche Gemüter sollten vielleicht nicht weiterlesen. Aber zuerst kommen nur Zahlen.
Bevor ich auf diese Thema eingehen - ich schreibe über Mifegyne oder auch RU 486, ein Präparat
das aus Prostaglandin besteht - zuerst die Infos zum Stoff an sich.
Der Pschyrembel sagt dazu:
Prostaglansin ist eine Sammelbezeichnung für zahlreiche natürliche
(oder teilsynthetisch hergestellte) hormonähnliche Substanzen, die in ihrer Struktur geringfügig variieren und chemische Derivate der Prostansäure sind. [...] Verwendung unter anderem: Durchblutungsstörungen in den peripheren Aterien (Stadien III und IV), zur Geburtseinleitung,
Abortinduktion, bei atonischen Nachblutungen. Nebenwirkungen: je nach Stof z.B. Übelkeit, Kollikartige Schmerzen, Durchfall, Kopfschmerz, Tarchykardie. Gegenanzeigen: Astma Bronchiale, fieberhafte Infekte, vaginale und uterine Infekte, Lungen- und Herzerkrankungen, Glaukom.
Dann fragte ich mich: was sagt die Statistik?
Dazu fand ich im Netz folgende Infos:
"Die Abtreibungsstatistik, die jedes Jahr vom Statistischen Bundesamt in Deutschland erstellt wird, ist schlicht und ergreifend unvollständig.
Diese Unvollständigkeit hat mehrere Ursachen. Als erstes muss davon ausgegangen werden, dass nicht alle Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland vorschriftsmäßig zur Bundesstatistik gemeldet werden, da nicht alle Ärzte ihrer Meldepflicht nachkommen.
Ferner muss mit einer gewissen Zahl von illegalen Abbrüchen gerechnet werden. Bis zu 45 Prozent der tatsächlichen Abbrüche werden dadurch nicht erfasst.
Um eine korrekte Statistik bemüht sich zur Zeit niemand. Der Gesetzgeber steckt den Kopf in den Sand, obwohl das Statistische Bundesamt auch der neuen Statistik jedes Jahr die Warnung voranstellt, die Zahlen seien nicht realistisch. Dies liege, so das Statistische Bundesamt, vor allem daran, dass die Landesärztekammern und Gesundheitsbehörden der Länder die Anschriften der Ärzte, die abtreiben, und der Kliniken, in denen Abtreibungen vorgenommen werden, nur lückenhaft und ohne einheitliches Kontrollverfahren an das Statistische Bundesamt schicken.
Man kann also sagen, dass Jahr für Jahr die Statistiken schlichtweg falsch sind und die tatsächliche Zahl der Abtreibungen viel zu niedrig angesetzt werden.
Traurig und blamabel finden wir es, dass es selbst gravierende Unterschiede in den Abtreibungszahlen zwischen dem Statistischen Bundesamt Berlin und Wiesbaden gibt. Das Statistische Bundesamt Berlin hat für das Jahr 1997 130.899 Abtreibungen gemeldet, das Statistische Bundesamt Wiesbaden 210.000. "
Danach kam die Frage: welche Gefahren "bieten" herkömmliche Methoden.
Dazu fand ich Folgendes:
Zitat on
1.) Perforation: Die Wand der Gebärmutter ist in der Schwangerschaft so weich, dass sie mit jedem Gerät (Saugrohr oder Curette) schon bei ganz geringem Druck durchstoßen werden kann. Folge: Starke Blutung, innere Blutung, Bauchfellentzündung. Manchmal ist die sofortige Entfernung der Gebärmutter notwendig.
2.) Andere Folgen einer starken Blutung: Mangelnde Fähigkeit der Gebärmutter, sich zusammenzuziehen, mangelnde Blutgerinnung. Bluttransfusion und manchmal auch die Entfernung der Gebärmutter sind die notwendigen Maßnahmen.
3.) Gefahr der örtlichen Betäubung: Auch bei korrekter Dosierung geschieht es immer wieder, dass Menschen auf das eingespritzte Mittel allergisch reagieren. Tod durch Atemstillstand oder Herzstillstand aufgrund einer allergischen Schockreaktion kann eintreten.
Unmittelbare Folgen nach dem Eingriff
1.) Entzündung der Gebärmutter und der Eileiter bis zur tödlich verlaufenden Bauchfellentzündung durch Verschleppung von Krankheitserregern
2.) Verschleppung von Blutgerinnseln - Thrombosen - Embolien
Folgeschäden
1.) Folge der entstandenen Entzündung nach der Ausheilung: Verschluss beider Eileiter und damit anschließende Sterilität besonders nach dem Abbruch der ersten Schwangerschaft.
2.) Fehlgeburten: Entzündungen bewirken Veränderungen in der Gebärmutter und am Gebärmutterhals; nachfolgende Schwangerschaften können nicht mehr gehalten werden; es kommt zu ungewollten Fehlgeburten.
3.) Mangelnder Reifegrad des Kindes: Diese oft narbigen Veränderungen in der Gebärmutter beinhalten das Risiko eines mangelnden Reifegrades des Kindes.
4.) Missbildungen: Die Veränderungen in der Gebärmutter haben oft die mangelnde Versorgung des Kindes zur Folge. Diese ist wiederum die Ursache für gehäufte Missbildungen nach Abtreibungen.
5.) Störung weiterer Schwangerschaften durch Blutungen: es kann zu Früh- und Fehlgeburten kommen.
Zitat off
Die Geschichte, die ich noch fand, von Frauen, denen Ärzte Salzlösungen in die Bäuche spritzten ect, will ich nicht weiter eingehen.
Nein, wie es sich gehört, wird es ein witch_craft Erfahrungsbericht, wartet es nur ab.
Nach folgender statistischer Einlage geht es los.
Zitat on
Abtreibung in Deutschland
Von 1983 bis 1994 wurden 1.023.237 legale Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Ab 1993 ist ein deutlicher Anstieg von ca. 35 % auf jährlich über 111.000 Abtreibungen zu verzeichnen. Die jährlichen Zahlen der Schwangerschaftsabbrüche können Sie der Grafik und der Tabelle entnehmen.
1994 wurden 103.506 Schwangerschaftsabbrüche aus folgenden Gründen durchgeführt:
- ohne Begründung (nach der Beratungsregelung) 93.895 (90,6 %)
- allgemeinmedizinische Gründe 5.572 (5,4 %)
- sonstige Gründe 4.119 (4,0 %)
Bis zum Abbruch dauerten die Schwangerschaften:
- bei 102.240 Abbrüchen (98,7 %) bis 12 Wochen
- bei 903 Abbrüchen (0,9 %) bis 13 - 22 Wochen
- bei 26 Abbrüchen bis 23 und mehr Wochen
- bei 417 Abbrüchen war die Schwangerschaftsdauer unbekannt.
(Quelle: Statistisches Bundesamt, 1996)
Abtreibungen in Deutschland
1983 86.529
1984 86.298
1985 83.538
1986 84.274
1987 80.540
1988 83.784
1989 75.297
1990 78.808
1991 74.571
1992 74.856
1993 111.236
1994 103.506
gesamt 1023237
© MED medine online 1996
Zitat off
Es war 1975, ich war 15 und verliebt, in einen 10 Jahre älteren Mann. Doof war ich nicht, brav ging ich zum Frauenarzt und wollte die Pille. Der Azrt schickte mich mit Themperaturmesslisten heim und meinte: "zuerst muss ermittelt werden, ob überhaupt schon ein Eisprung stattfindet."
Während ich nun maß, sprangen die Eier schon freudig und wahrscheinlich war spätestens der dritte Schuss ein Treffer: ich war schwanger. Zu meinen Eltern hatte ich viel zu wenig Vertrauen. Der frauenarzt gab mir (es war 1975) eine holländische Adresse und wünschte mir Glück. Mein Bruder besorgte mir eine andere Adresse: in Hessen gab es einen Arzt, der es tat, der schon im Gefängnis dafür gesessen hatte, dass er Frauen half. Dieser Azrt gab mir ein Schmerzmittel, nach zwei Stunden kam ich zurück, e spritzte mir die Prostaglandinelösung in die Gebärmutter und meinte, wenn innerhalb von drei Tagen nicht geschieht, solle ich wiederkommen, ich müsse nicht nochmal zahlen. Ja 300 DeutschMark hat das gekostet, der 25jährige Erzeuger hat gezahlt. Zwi Tage später war es soweit: ich mußte auf einmal kotzen, hatte das Gefühl, ich müsse nun dringend aufs Klo und zum Glück tat ich es. Ich setzte mich aufs Klo und drückte eine Kugel aus mir herraus, eine Kugel, die keinerlei Ähnlichkeit mit einem Lebewesen hatte, ich habe es mir genau angesehen.
Und abgespült (ja mancheiner mag nun denken: wie kaltschnäuzig, aber damit kann ich leben).
Es ging mir nach dem Abort schlagartig besser. Ich habe es nie bereut, weil ich mit meinen 15 Jahren wusste: wenn Du dieses Kind bekommst, dann bekommt es Deine Mutter in die Finger und das wollte ich ebenso wenig wie ein Wesen zur Adoption frei zu geben: Ich wüsste nie, ob nicht Ein Schwein mein Kind hat. Ob das jemand versteht, hier? Ich bin heute noch froh über diese Entscheidung.
Es war 1984. Ein magisches Datum, wenn man George Orwell kennt. Mein Sohn wurde geboren.
Vorgeschichte: Als ich 1983 meine Schwangerschaft bemerkte, war der erzeuger schon im Sanatorium mit einer offenen TBC. Ich hatte diesmal alle Papiere für einen legalen Abbruch beisammen.
Aber diesmal wollte ich dieses Kind. Als ich im 5. Monat selber mit offener TBC ins Sanatorium
musste, wurde mir !IM 5.MONAT! eine medizinische Indikation angeboten. Ich lehnte ab.
Dieser mein Sohn sagt übrigens zum Thema: Wenn Du mich abgetrieben hättest, war mir das echt egal, weil. ich wäre garnicht da....
Es war 1998. Mein frauenarzt stellte an meinen Muttermund Papilome fest: Viruswarzen, die an solchen Orten zu Krebs führen können. Da ich unregelmässig zu den Vorsorgeuntersuchungen ging, muss ich mal wieder feststellen: ganz schön Glück gehat...Nun gehe ich zweimal im Jahr....
Also: Termin im Krankenhaus, Konisation hies das Ganze. Konisation ist der kegelförmige Ausschnitt des Muttermundes (alles verdächtige Gewebe kommt weg in die Pathologie), wonach der Mutermund wieder in seine ursprüngliche Form wächst. Dazu gehört (und damit sind wir wieder beim Thema) auch eine Ausschabung. Diese Ausschabung hat mir das folgende Jahr 12mal versaut: Nach einer Ausschabung sind die ersten Tage, die dann kommen, oberheftig mit viel Blutverlust. Mir war hundeelend, ich hing reflexmässig würgend übern Eimerchen und auch der Notart konnte mir nicht helfen. Danach habe ich ein ganzes Jahr lang Monat für Monat, sobald ich anfing zu bluten, überm Eimerchen gehangen und manchmal über sechs Stunden noch nicht mal Trinken bei mir behalten können. Beim Internisten war, der stellte die Genmutation fest, die aber nichts damit zu tun hat.
Dann wars weg, von heute auf morgen.
Was will ich eigentlich sagen?
Ungewollte Kinder können zu Mördern werden.
Ja, ich stehe dazu, lieber getötet als es weggegeben zu haben, das erste meiner Kinder.
Ich hätte mich sicher bemüht. Aber die Kinder, die ich später bekam, zu erziehen, war mit 24 immer noch schwer genug.
Und das hat nicht nur mit wenig Geld zu tun. Sicher wird der alleinstehenden Mutter geholfen, sie wird nicht verhungern, aber wenn sie nicht stark genug ist, moralische Werte zu vermitteln...was kann herauskommen? Meine Eltern haben auch nur das Beste gewollt. Das mein Bruder ein "Versager" war, wer war daran Schuld? Wäre mein behinderter Cousin lieber tot? Stephen Hawking lebt tapfer mit seiner Behinderung weiter...die blinde Magda ist ein lebensfroher Mensch.
Erziehung kostet sehr viel Energie, die besser unter mindestens zwei Erwachsenen aufgeteilt ist.
Lernen tut in der Schule darüber niemand etwas. Selbst die Ausbildung unserer Pädagogen basiert auf Theorie und "nun schau wie Du damit klarkommst.
Die Jahre, in denen ich zum Erzieher mutierte, waren hart. Als mein Großer seinen ersten "Weltschmerz" mit drei Jahre hatte, fragte ich mich: ist es richtig, Menschen in diese finstere,
verlogene, dreckige Welt zu setzen und zu zuschauen, wie ihnen wehgetan wird?
In dem Dorf, in dem ich 8 Jahre mit meinen Kindern lebte, hat sich vor zwei Jahren ein einstmals fröhlicher Junge versucht, das Leben zu nehmen...er wurde zuviel gemobbt, in seinen Dorf unter seinesgleichen.
In dieser Welt muss jeder sehen, was er tut und wie er damit zurecht kommt. Nichts bleibt ohne Folgen, da bin ich mir sicher.
Den Menschen, die mich nun für eine kaltschnäuzige Mörderin halten, denen sage ich noch zum Abschluß: Jede ameise, die Du zertreten hast, macht Dich zum Mörder. Ich bin nicht kirchengläubig, ich glaube nicht an "Den Einem", aber ich glaube, dass eigentlich jedes Wesen ein Recht auf Leben hat und wir uns über die Hühner in den Legebatterien ect ebenso aufregen sollten, wie über dieses wirklich brisante Thema.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-08 20:32:38 mit dem Titel Amöneburg-Mardorf, ein Dorf in Hessen
Liebe LeserInnen,
heute möchte ich Euch etwas über den Ort Mardorf, berichten, der ein Stadtteil
der Gemeinde Amöneburg ist.
Also werde ich erst einmal kurz Amöneburg beschreiben:
Wenn wir, von Marburg kommend den Lahnberg überschreiten, erreichen wir an Fuße das Dörfchen Schröck. . Vor uns liegt weiträumiges Land, waldlose Ackerfluren, sanftwellige Hügel, eingebettete Dörfchen. Mitten in diesem Bilde ein kantiger Basaltklotz mit dem alten Städtchen der Amöneburg. Ein einst (nirgends fand ich Daten) aktiver Vulkan, der möglicherweise schon früh Anlaß zur Naturverehrung gab, zumal an seiner Nordseite Warmluft aus Klüften im Basalt austritt, so daß im Winter dort kein Schnee liegen bleibt.
Das weite Ohmbecken vor uns ist Teil der Hessischen Senke, die von Frankfurt bis Kassel hinzieht, ältestes Jagd-, Wohn- und Siedlungsgebiet des Hessenlandes.
Amöneburgs Geschichte lässt sich bis 450 v. Chr. Geburt zurückverfolgen.
Zu dieser Zeit beherrschten die Kelten von der Stadtfestung "Amanaburg" (Amöneburg) aus das Umland.
Dazu fand ich noch im Netz:
„Keltisches Oppidum (Eisenzeitliche Großsiedlung)
Auf einem Bergplateau gelegenes Oppidum am nördlichen Rand des von den Kelten bewohnten Gebietes. Spuren bereits aus der Zeit von 300 bis 150 v.Chr.. Im 1.Jahrhundert v.Chr. sicher dicht besiedelt.
Am Südhang des Plateaus haben Ausgrabungen in den Jahren 1983-85 neue Ergebnisse erbracht. Dieser Bereich war dicht mit in Reihen angelegten, kleinen Häusern bebaut. Die noch heute die Stadtanlage umgebende Stadtmauer vermittelt einen Eindruck von der mittelalterlichen Bebauung."
Im Jahre 721 erste historische Erwähnung durch Bonifatius.
Ab 1200 bildet sich das mainzische Amt Amöneburg. Im 13. und 14. Jahrhundert wird Amöneburg Sitz des mainzischen Oberamtes mit den Ämtern Amöneburg, Neustadt, Fritzlar und Naumburg.
In den Jahren 1802 und 1803 endet die Mainzer Herrschaft. Stadt und Amt fallen an Hessen-Kassel.
Als im Jahr 1932 die Kreise Kirchhain und Marburg zum Kreis Marburg zusammengefasst werden, verliert Amöneburg sein Amtsgericht und die eigene Stadtsparkasse. Am 31.12.1971 erfolgt der Zusammenschluss der Stadt Amöneburg mit den Gemeinden Erfurtshausen, Mardorf, Roßdorf und Rüdigheim zur Großgemeinde Amöneburg.
Ein malerisches Städtchen, Luftkurort, ideal für den ruhigen Urlaub.
Eine url für weitere Informationen -> http://www.hessennet.de/amoeneburg/Tourismus/3.html
Nun aber zu Mardorf, wo ich immerhin acht Jahre meines Lebens verbrachte.
Mardorf Amöneburg, Kreis Marburg-Biedenkopf (Hessen)
Die ersten Bauern nennen wir Lößbauern, weil sie sich die besten Ackerböden, den Löß, aussuchten. Wir finden sie in der ganzen Hessischen Senke, so auch bei Mardorf.
Auf der Hobern bei Mardorf (es gibt im Ort eine Strasse, die so heisst) fand man schon 1928 einen "Halbkeil" und 1951 eine Masse Schaber, Bohrer und Handspitzen, Klingen, Kratzer lind Kernstücke aus einer späteren Periode. Diese Kernstücke, auch Eselshufe genannt, sind die Reststücke, von denen man die schlanken Steinklingen mit geübtem Schlag absplitterte und die man dann noch für anderweitigem Gebrauche nutzte. Beispiele dieser Funde kann man im Mineralien Museum in Marburg neben der Elisabethkirche sehen.
Desweiteren gibt es in der Umgebung (unter anderem im Mardorfer Wald)
einige Hügelgräber, die uns zeigen, wie lange dieses Gebiet schon besiedelt ist.
Mardorf ist Teil der Diözese Fulda und der Frohnleichnamsumzug, der dort jährlich stattfindet, ist berühmt. Am Tage vorher beginnt auf dem Kirchhof
der Kirche (St. Hubertus Wandermalereien im alten Wehrturm aus dem 13./14. Jahrhundert. Barockkirche viele Ähnlichkeiten mit Schröck, St.Michael ) das schmücken der Tore: torförmige Gestelle, die das Jahr über an den Hauswänden aufgehängt sind, werden mit unzähligen von Blumen geschmückt. Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Am Frohnleichnamsmorgen um 5 h geht es mit Kanonenschüssen los. Wieviele es sind, kann ich nicht sagen, aber reichlich, alle werden garantiert wach. Und das ist wichtig für alle, die die Freude haben, an der Hauptstrasse und somit in der „Kette" der Prozession zu wohnen: Es werden fromme Frauen in Tracht in Eure Zimmer kommen und Eure Fenster für die Prozession schmücken. Natürlich werden die Anwohner, die betroffen sind und noch nicht lange dort wohnen (z. B. Studenten) rechtzeitig gewarnt. Solche Opfer muss man bringen, wenn man in einer so traditionsträchtigen Gegend wohnt.
Ich persönlich hatte das Glück, in einer mehr nach hinten gelegenen Gasse zu wohnen, die den Namen Ketzerbach trägt. Es gibt dort auch einen kleinen Bach:
Ketzerbach. Da ich in meinem Marburgbericht nicht auf diesen Namen einging (gegenüber der Elisabethkirche ist eine Strasse mit einem unterirdisch gelegten Bach, die ebenfalls Ketzerbach heisst), will ich es nun nachholen. Man könnte denken, der Name Ketzerbach hat was mit Ketzern zu tun, aber es ist der alte Name für Kerzenmacher oder was daraus entstand. Der Umzug ist sehr feierlich, wie solche Umzüge halt sind (mein Ding ist das nicht so).
Tradition, das wird in Mardorf gepflegt. Ob es das Backhaus ist, dass regelmässig am qualmen ist, das Tragen der hessischen Tracht. Oder das Bemalen von Eiern.
„ Ältester deutscher Ostereiermarkt mit einer Ausstellung von örtlichem Brauchtum mit und um das traditionelle Mardorfer Osterei.
Das Bemalen von Ostereiern in den katholischen Dörfern um Amöneburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen blickt auf eine 200jährige Geschichte zurück.."
url http://www.ostereiermarkt.de/hessen/
Nun fehlen noch ein paar Berühmtheiten...die finden wir auf kirchlicher Ebene.
Viele Söhne Mardorfs machten sich um die Kirche verdient, ich will nun den jüngsten an Stelle aller erwähnen:
Eduard Schick, geboren am 23 Februar 1906 in Mardorf, erreichte den Stand eines
Bischofs. Er war der älteste katholische Bischof in Deutschland und hat offensichtlich positives Aufsehen auf sich geladen, denn er erhielt nicht nur die Ehrenbürgerrechte der Stadt Fulda und der Stadt Amöneburg, sondern auch das Grosse Bundesverdienstkreuz sowie die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät Fulda und schliesslich wurde er auch noch zum Ehrenritter des Deutschen Ordens ernannt. Über google sind da Einzelheiten zu bekommen.
Am 20. November 2000 verstarb im er und wurde in seiner Heimat begraben.
Ich selber nun lebte mit meinen Söhnen und meinem Ex acht Jahre in diesem Dorf.
Da ich wieder in meinem Marburg bin, ist klar: das war nichts für mich. Und auch meine Söhne sind lieber in der Stadt, was in ihrem Alter auf der Hand liegt. Nun, so als Zugezogene hat man es nicht immer leicht auf Dörfern, vor allem, wenn der Gatte arbeitslos ist. Vielleicht wäre uns die Bevölkerung auf mehr entgegen gekommen, wenn ich ein Vereinsmensch wäre. Bin ich aber nicht. Einige Leute traf ich dort, die ich nicht mehr missen möchte (z.B. meinen Ganneff), an andere denke ich noch sehr gerne...zum Besuch auf dem Bauernhof, da ist es sicher klasse... wenn man studiert und sowieso nach einiger Zeit wieder weg will (und man ist motorisiert!)...wenn man ‘nen reichen Mann hat, kann man da sicher auch sehr gut wohnen....oder man ist eben Eingeborener oder hat gut eingeheiratet.....
Da unterscheidet sich Mardorf sicher nicht von anderen Dörfern in Deutschland.
Vielleicht etwas frommer. ...
Aber das Land, die Äcker, Wiesen und Wälder: zum Träumen. Marburg und seine Umgebung inspirieren die Phantasie. Nirgends kann ich mich so gut in die Vergangenheit rein versetzen wie im Marburger Land. weiterlesen schließen
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