1&1 Testbericht
Erfahrungsbericht von Ankepunkt
Suche Gartenlaube mit Meerblick oder wie 1&1 die Kunden vertreibt
Pro:
Bei einem Datenvolumen unter 20 GB einer der besten Provider überhaupt
Kontra:
Über 20 GB Volumen ist man \"nicht tragbar\" und wird zur Kündigung genötigt
Empfehlung:
Nein
Da sich meine Internetnutzung von Tag zu Tag steigerte, ich eine Homepage mit eigener Domain wollte und ich vielerlei Dateien von A nach B und wieder zurück transferiere, wechselte ich 2002 in einen DSL-Flat-Tarif. Bei 1&1 gab es damals 3 FLATs, die je nach Surfeigenschaft im Preis variierten:
1&1 DSL Flat mit FPO*:
bis zu 100 h online-Zeit...........................................16,90 € pro Monat
1&1 DSL Flat mit FPO*
über 100 h online-Zeit und unter 20 GB Transfervolumen.................. 26,90 € pro Monat
1&1 DSL Flat mit FPO*
always online, über 20 GB Transfervolumen ................. 36,90 € pro Monat
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FPO* = Fair-Preis-Option:
Bei der Fair-Preis-Option wird je nach ausgewähltem Tarif bei Internet-Abstinenz (Rechner kaputt, Krankheit, Urlaub) immer der jeweils günstigere Tarif berechnet. Bei meiner FLAT mit FPO zahle ich also 36,90 €, sofern ich über 100 Stunden und über 20 GB Volumen im Monat nutze. Falle ich unterhalb dieser Grenzen surfe, berechnet 1&1 mir den darunter liegenden Tarif, also bei Abstinenz nur 16,90 € oder eben 26,90 €, wenn ich nicht gar so viel und lang surfe.
Diese FPO hatte mich schnell überzeugt, denn jeden Monat einen Festpreis zu zahlen auch, wenn ich gar nicht online bin, muss ja nicht sein. Bei 1&1 jedenfalls nicht.
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Heute kostet die „always online“-Flat für Neueinsteiger geringfügig mehr – interessant sind jetzt allerdings wohl nur noch die DSL 1000, DSL 2000 und DSL 3000 Tarife, die Ihr auf www.1und1.de nachschlagen könnt.
Vor 14 Tagen beantragte ich bei 1&1 ein Upgrade auf DSL 3000. Mit nur einigen Klicks auf der Website meines Lieblingsproviders war das schnell erledigt, prompt erhielt ich eine Bestätigungsmail, in der mir versprochen wurde, dass die höhere Geschwindigkeit für mich auch bei der Telekom beantragt würde, da 1&1 ja nur in Verbindung mit T-DSL funktioniert. Am letzten Samstag erhielt ich eine weitere Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass man die höhere Bandbreite bei der Telekom beantragt habe und das diese sich bei mir meldet, sobald mein 3000er DSL Zugang startklar sei. Das ging doch fix. Oder?
Am Montag klingelte mein Telefon. Das macht es öfter. Aber diesmal hatte ich einen Mitarbeiter der 1&1 am Apparat, der mir nahe legte, meinen Zugang bei 1&1 schleunigst zu kündigen. Ja, Ihr habt schon richtig gelesen – man bittet mich, meinen Account bei der 1&1 Internet AG zu kündigen. Möglichst zum nächsten Abrechnungszeitpunkt, das ist bei mir der 14. Juni – also der kommende Montag.
Ich war platt. Der junge Mann am Telefon bot mir 100 Euro, für den Fall, dass ich das an mich geschickte Kündigungsfax umgehend unterschreibe und zurücksende. Was ist denn das?
Zur Erinnerung: Mein Tarif lautet: DSL-Flat mit FPO, always online und ohne Datenvolumenbegrenzung. Das habe ich schwarz auf weiß.
Da ich aber seit Monaten einen Volumen-Verbrauch von 40-50 GB habe, werde ich der 1&1 AG zu teuer und soll mir einen anderen Provider suchen.
Ganz entgegen meines Vertrages hat die 1&1 AG kein Interesse an Usern, die mehr als 20 GB Volumen verbrauchen. Angeblich habe man bei der Telekom für jeden 1&1 Kunden ein Volumen von max. 20 GB erkauft und muss nun für mich (und ich bin sicher nicht die einzige) allmonatlich bis zu 30 GB zukaufen. Das rechne sich nicht, wäre nicht wirtschaftlich und schon gar nicht mehr gewinnbringend. Also legt man mir nahe, 100 € „Schmerzensgeld“ zu kassieren und schleunigst einen anderen Provider zu suchen.
Gestern habe ich mich nun durch das 1&1 Control-Center geklickt, einem Portal für 1&1 Kunden, wo die Tarife wesentlich übersichtlicher beschrieben sind als auf der allgemein zugänglichen 1und1.de-Website. Nichts, aber auch rein gar nichts wurde an den Preisen geändert. Nach wie vor gibt es die Tarife, die explizit auf ein Datenvolumen > 20 GB zugeschnitten sind. Auch in den AGBs (die ich zugegebenermaßen bisher nur immer überflogen habe) deutet nichts auf eine Volumenbegrenzung hin.
Ich wiederhole mich nur ungern, aber ich bin echt fasziniert von dieser Firmenpolitik:
Ein Tarif für eine Internetnutzung von ÜBER 100 Stunden online-Zeit und ÜBER 20 GB Datenvolumen kostet 39,90 € im Monat. Nutze ich das, werde ich gebeten, den Provider zu wechseln. Haben jetzt die einen Knall oder ich? Ist das nicht unlauterer Wettbewerb?
Das ist ja, als würde ich ein Auto für 20.000 Euro kaufen und wenn ich dann losfahren will, bittet mich das Autohaus, den Wagen zurückzugeben – man hätte sich verkalkuliert .... Lasst Euch das doch bitte mal durch den Kopf gehen oder besser noch: auf der Zunge zergehen...
Fakt ist also, ich soll den Tarif wechseln und muss unterschreiben, dass ich, solange ich ein Volumen von mehr als 20 GB verbrauche, nie wieder eine FLAT bei 1&1 bestelle. Dafür zahlt man mir 100 Euro. Jeder andere Depp dieser Welt kann sich aber nach wie vor eine FLAT für ein Volumen über 20 GB bestellen. Wahrscheinlich fliegt er dann auch raus, sobald er sich an den Tarifinhalt hält und mehr als 20 GB verbraucht... Hätte man die Tarife geändert, könnte ich sagen: gut, die haben gemerkt, dass sie nichts verdienen und haben ihre Preise entsprechend erhöht, die Tarife geändert. Nix ist. Alles bleibt, wie es war. Nur ohne mich. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.
Nun könnte man sagen, Vertrag ist Vertrag. So einfach ist das aber nicht. Einem Bekannten ist unlängst das Gleiche passiert. Er weigerte sich, aus dem Vertrag auszusteigen und blieb vehement bei seiner FLAT. 1&1 erhöhte den Preis um 30 Euro und nahm diese Vertragsänderung zum Anlass, diesem Menschen fristlos zu kündigen. Er sei nicht tragbar. 100 Euro hat er natürlich auch nicht mehr bekommen und von jetzt auf gleich waren all seine Mailadressen und seine Homepage deaktiviert.
Gestern fiel mir weiterhin auf, dass man mir in der nächsten Rechnung (gestellte Rechnungen und laufende Abrechnungen sind online abrufbar) 14,90 € für Microsoft Profimail berechnet, ein Feature, das in meinem Vertrag „deaktiviert“ ist und quartalsweise abgerechnet wird, sofern man es aktiviert und nutzt. Ich nutze es nicht, aktivierte es nie. Fängt jetzt die Schikane an?
Tja, was tut ein Punkt in so einem Falle? Am besten doch wohl den Schwanz einziehen, die 100 Euro kassieren und schnellstens einen anderen Provider suchen,
denn ich habe keine Lust und momentan auch nicht die Nerven, mich mit denen ernsthaft anzulegen, obwohl so etwas mit einer Rechtschutzversicherung im Rücken sicher Spaß machen würde. Allerdings hätte ich garantiert während der „Verhandlungsphase“ keinen Internetzugang – und DAS wäre momentan das Schlimmste, was mir noch passieren könnte ;-)
Außerdem ist mir aufgefallen, dass bei 1&1 die FLAT für DSL 3000 (die ich ja beantragt habe) 59,90 € monatlich kostet. Die T-Com bietet den gleichen Tarif (allerdings leider, soweit ich das erkennen kann, ohne Homepage und all die anderen netten Features) für 49,90 € an. Also für glatt einen 10er weniger. Allerdings muss ich die 49,90 € auch dann zahlen, wenn mein Rechner monatelang ausser Gefecht ist. Die Tarifspringerei gibt es ja wohl nur ausschließlich bei der 1&1 AG und die will mich ja nicht mehr ;-( Geh ich also doch zur Telekom, von der ich ja so gar nichts halte? Haben die am Ende doch den längeren Atem, was die Internetnutzung angeht? Freenet oder so was kommt nicht in Frage, die wollen zudem noch 99,95 € Gebühren für den Providerwechsel. Da ich ja schon T-DSL beziehe, kann ich zur T-Com ohne Gebühren wechseln ... Da muss ich wohl nicht lange überlegen .....
Schade ist nur, dass ich mit dem 1&1-Zugang auch eine eigene Domain (jaja, ich bastle noch an meiner Homepage), 50 eMail-Adressen (von denen ich ca. 10 nutze, da ich auch geschäftlich Mailverkehr habe und auch meine Kinder je ein eMail Postfach haben), ein virtuelles Laufwerk mit 100 MB Speicherplatz und viele andere, mir lieb gewordene Features verliere.
Um meine Mailaddys und die Homepage zu behalten, bot 1&1 mir „Webhosting 5.0“ für 6,99 im Monat an. Nein, danke. Wenn ich gehe, dann gehe ich für immer und will mit dem Verein rein gar nichts mehr zu tun haben. Pöh! Auch habe ich auf dooyoo einige Hinweise gefunden, dass die Nutzer dieses Webhostings überhaupt nicht zufrieden sind. Da werden wohl laufend die Preise erhöht, Features aufgedrängt, die man zwar zahlen muss, aber nicht gebrauchen kann und all so’n Tüddelkram. Öhöh, da hat mein Punkt keine Lust zu und ich schon gar nicht.
Nun habe ich also meine Koffer gepackt und werde wohl in nächster Zeit aus der Welt der 1&1 verschwinden. Aber, wohin soll ich jetzt?
Mein allerbester Freund riet mir zunächst, 1000 Euro für den Providerwechsel zu fordern. Warum nicht noch mehr Geld rausschlagen, schließlich wollen die was von mir?! Ich bin mir jedoch sicher, dass die da nicht drauf eingehen werden, also lasse ich das. Besser fand ich seinen Vorschlag, mir im Netz eine Gartenlaube zu suchen und fortan ganz ins Internet zu ziehen. In meiner virtuellen „Heimat“, also auf meiner Heimatplattform dooyoo, habe ich bereits einen Strandkorb, Muscheln und Sand von der Insel Ameland, eine Hängematte, ein Windlicht, eine Wolldecke und eine Blechdose voller Milkinis, deren Anzahl sich täglich vermehrt. Antjeeule und RandalFlag2 kümmern sich liebevoll um mein Wohlergehen und so werde ich vermutlich dem Vorschlag Folgeleisten und in eine virtuelle Gartenlaube umziehen.
Seriöse Angebote zum Kauf einer Gartenlaube mit Meerblick und einem kleinen Grundstück sind bitte in der zu dieser Meinung gehörenden KS auf dooyoo oder bei ciao im Gästebuch abzugeben. Schön wäre es noch, wenn auf dem Grundstück zwei Pfirsichbäume stünden, zwischen denen ich meine Hängematte aufhängen könnte...
Weiterhin bitte ich um Eure Meinung / Eure Erfahrungen zu dieser Kundenloskauferei, die 1&1 da wohl gerade in großem Umfang betreibt. Nachrichten hierzu bitte auch in die dooyoo-KS oder –wenn es sein muss- in mein Gästebuch auf ciao.
So wirklich weiß ich nämlich im Augenblick nicht, was ich tun soll .....
Aber eines steht fest: Ich möchte eine Gartenlaube mit Meerblick und eine uneingeschränkte voluminöse Aussicht!
Ankepunkt, im Juni 2004
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PS: Info zur Sternchenvergabe:
Bis zur letzten Woche hätte ich jedem Internetsurfer den Provider 1&1 wärmstens empfohlen. Alles hat geklappt, alles hat gestimmt. Da man mich aber mit 100 Euro aus dem Vertrag kaufen will und ich dies für unlauteren Wettbewerb halte, vergebe ich nur einen Stern. Das ist so mies - mieser geht es nicht.
Nur bedingt empfehlenswert.
30 Bewertungen, 5 Kommentare
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06.03.2008, 14:47 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichbin neu hier und brauch noch feedback. danke !
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12.12.2007, 11:39 Uhr von westerwald_1
Bewertung: sehr hilfreichsh und lg
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22.07.2007, 18:57 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichoh da bin ich aber froh, das ich nicht zu 1& 1 gegangen bin. Grüße nach Ameland
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11.06.2004, 19:58 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichAnke, ich finde deinen Bericht super. Und weil du ihn hierhin übernimmst, übergebe ich dir hiermit den Kommentar, den du schon kennst. Selbst bin ich bei T-online und bezahle eben monatlich, auch wenn ich mal meine vier bis fünf Wochen an einem Stück auf m
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11.06.2004, 19:50 Uhr von Indigo
Bewertung: sehr hilfreichhabe ich mit Talkline als Handy-Provider gemacht. Die haben dann vertragsgemäß einfach einseitig die Tarifgebühren geändert, so dass ich nach ein paar Wochen mein Sonderkündigungsrecht wahrgenommen habe und gleichzeitig ein neues
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