Condor Testbericht

condor
Shop-Informationen
5 Sterne
(5)
4 Sterne
(12)
3 Sterne
(5)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(5)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Arapahoe

Komfort, Bordunterhaltung? Bei denen nicht!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Der originale und nicht geklaute Bericht von Arapahoe über Condor.
In der gleichen Kategorie befindet dieser Bericht mit dem gleichen Wortlaut auch von dem User \"tschaksel\". Aber der gute tschaksel hat den Bericht von mir geklaut! Wers nicht glaubt: Bei Ciao und Dooyoo hab ich den Bericht auch unter Arapahoe gepostet.

Und nun zum eigentlichen Bericht:

Letztes Jahr hatte ich aus beruflichen Gründen nur zu einer ganz bestimmten Zeit im Jahr die Möglichkeit, Urlaub zu nehmen. Ausserdem musste alles sehr kurzfrisitig über die Bühne gehen. Meine Schwester und ich beschlossen, eine Rundreise in Thailand zu unternehmen. Also ins Reisebüro Neckermann und nach Angeboten Auschau gehalten. Angebote gabs auch sehr viele. Auch preislich ansprechend.

Da ich mich sehr für Fluggesellschaften interessiere, hab ich natürlich auch danach gefragt. Die Reise konnte man mit Thai Airways, Singapore Airlines, Emirates, Lufthansa, LTU und Condor machen.
Da ich nunmal von Charterfliegern wie Condor und LTU nichts halte, wollte ich die Reise mit einer der genannten Linienfluglinien durchführen. Tja, und da begann das Problem.
Angeblich waren alle Flüge ausgebucht, ausser die mit LTU oder Condor.

Und somit war das Dilemma perfekt; ich hatte genau 2 Wochen im Jahr in denen ich wegfahren konnte, aber alle vernünftigen Airlines sind ausgebucht zu dem Termin. Na super!
Was sollte ich tun? Also ich hab mir gedacht, so schlimm wird?s ja mit Condor nicht sein, aber es kam schlimmer als erwartet.

Wer sich vorab über Condor informieren möchte, kann das auf der Homepage condor.de machen. Da gibts alles. Von Flug und Sitzplatzverfügbarkeit, über Flotteninfos und Bordunterhaltung.

Dabei hören sich die Daten von Condor gar nicht mal so schlecht an. Gegründet 1955 als Tochter der Lufthansa, aber mit dem Schwerpunkt Charterverkehr. Condor hat sogar eine relativ moderne Flotte, mit Boeing 767, Boeing 757 und Airbus A320.

Auf unseren Flug von Frankfurt nach Bangkok wurde eine Boeing 767-300ER eingesetzt. Bestuhlung war 2-3-2 in Economy und in der Comfort Class 2-2-2.

Nun ist die 767-300 schon für die Langstrecke gedacht, aber nicht für eine Strecke wie Frankfurt-Bangkok. Das schafft der Flugzeugtyp gerade mal so mit dem letzten Tropfen Kerosin und mit der Hilfe des Jetstreams, der in West-Ost Richtung verläuft. Auf dem weg zurück musste nämlich ein Tankstopp in Sharja eingelegt werden. Warum? Weil man Richtung Westen fliegend gegen den Jetstream anfliegen muss. Aber die Zwischenlandung von ca. 1 Stunde Dauer war mehr als willkommen. Denn so war es möglich, aus der überaus engen Kabine mit dem unverschämt knapp bemessenen Sitzabstand raus zu kommen und sich die Beine zu vertreten. Eine Airline die was auf sich hält, setzt auf so einer Strecke einen Airbus A330 oder A340 oder ne Boeing 747 ein.

Also der Hinflug FRAU-BKK:
In Frankfurt lief alles recht zügig. Einchecken und Sicherheitskontrolle waren auch nach dem 11. September kein Problem. Boarding ging auch recht schnell, aber der erste Schock für mich war, als ich mich auf meinem Platz niederließ. Ich bin ca 188cm gross und habe bei United, Lufthansa, Delta, Thai und Emirates in der Economy Class immer genügend Beinfreiheit gehabt. Nicht so bei Condor. Da musste ich meine Füsse entweder so spreizen, dass sich der vordere Sitz zwischen meinen Beinen befand, oder ich musste mich ziemlich verdrehen und eine unbequeme Sitzposition einnehmen, und das auf einem Flug, der etwas über 11 (!) Stunden dauern sollte. Ihr könnt euch also vorstellen, wie mir meine Glieder nach dem Flug schmerzten...

Da ich auf Flügen einfach nicht schlafen kann, und wenn, dann höchstens mal ne Stunde oder so, hab ich gehofft, dass ich mir mit dem Bordunterhaltungsprogramm die lange Zeit vertreiben kann. Aber nö, Condor versteht nichts von Bordunterhaltung. Auf einem 11 stündigen Flug, werden gerade mal 2 Kinofilme gezeigt. Und die werden auf Monitoren gezeigt, die alle 5 oder 6 Reihen von der Decke hängen. Bei Linienfliegern ist es fast schon selbstverständlich, dass man auf neueren Flugzeugtypen einen kleinen LCD-Schirm in der Lehne des Vordersitzes hat. Natürlich wurden keine wirklich bekannten Filme, sonder eher drittklassige Streifen gezeigt. Der zweite Film war auch kein richtiger Kinofilm, sonder eher ne 1,5 stündige Produktion fürs TV. Ansonsten wurde noch eine speziell für Condor produzierte Folge von Galileo gezeigt, aber auch nichts wirklich Interessantes.
Also hab ich mir das Radioprogramm vorgenommen. Zumindest das war ziemlich gut. Es gibt ein Rock/Pop Kanal, Klassik, Oldies, Comedy und noch ein paar andere. Aber da diese Kanäle in ca 1,5 stündigen Endlosschleifen laufen, werden die auch langweilig mit der Zeit.
Übrigens: Die Kopfhörer, die man braucht, um Radio hören zu können, oder um den Ton der Filme zu verstehen, gabs nicht etwa umsonst, nein, dafür werden extra nochmal 5DM (2,51?) kassiert. Bei jeder Liniengesellschaft gibts die auf Langstrecke und auch in der Touristenklasse übrigens kostenlos!

Bordverpflegung:
Nun die Bordverpflegung war annehmbar. Es gab nen kleinen Salat, Braten mit Kartoffeln und Bohnen, eine kleine süsse Nachspeise und ein Brötchen. Dazu wurden Kaffe oder Tee angeboten, oder auch verschieden Säfte. Das war das einzig wirklich akzeptable an Condor. For der Ankunft in BKK wurde dann noch ein kleiner Snack gereicht.

Service:
Auch über den Service kann man nicht meckern. Es war genügend Personal vorhanden, um das Essen in kurzer Zeit zu verteilen und wenn man mal noch etwas mehr Saft oder Tee haben wollte, wurde einem dieser Wunsch erfüllt. Allerdings wär der Service schon noch steigerbar. Bei Thai und bei Emirates geht das alles noch eine Spur fröhlicher zu, und die Stewards und Stewardessen wirken ungekünstelter. Wer wollte, konnte sich ein Nackenkissen oder eine Decke bringen lassen, das war kein Problem.

Über die Qualität der Piloten kann ich nicht viel sagen, ausser, dass wir heil wieder runtergekommen sind. Da es ein Nachtflug war, konnte man am Boden ohnehin nicht viel erkennen, und so hilten sich die Ansagen aus dem Cockpit in Grenzen. Aber als wir über Teheran und später über New Delhi geflogen sind, wurde uns Bescheid gesagt. Sieht fantastisch aus, das Lichtermeer einer Grosstadt in der Nacht.

Na und nach fast endlosen 11 Stunden Flug kam dann auch endlich Bangkok in Sicht. Dort kamen wir am frühen Morgen reichlich gezeichnet von den unbequemen Sitzen und dem nicht unterhaltenden Bordprogramm pünktlich an. Gottseidank!

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Bei Condor gibts noch Raucherflüge. Ja richtig, Raucherflüge. Das Rauchen eine Sucht ist, weis ich, aber dass man es mal einen halben Tag nicht ohne Zigarette aushält, ist mir unbegreiflich. Jedenfalls aren die Passagiere in den Reihen, an die die Raucherzone angrenzte bestimmt nicht froh darüber, dass sie 11 Stunden eingenebelt wurden.

Mein Fazit:
Kurz: Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, dann nie wieder Condor, schon gar nicht Langstrecke. Das Argument, die Reise wäre mit Condor preisgünstiger gilt nicht. Wäre Singapore Airlines oder Thai nicht bereits ausgebucht gewesen, wär der Preis der gleiche gewesen.
Wer die Wahl hat, sollte Linie fliegen, und selbst wenn das ein paar Euro mehr kosten sollte - das Geld ist verdammt gut angelegt. Von Condor jedenfalls rate ich absolut ab.

Euer Arapahoe
Achtung: Dieser Bericht ist von mir verfasst! Er ist auch unter \"Arapahoe\" bei Ciao und bei Dooyoo zu lesen.

10 Bewertungen