8 Mile Testbericht

8-mile
ab 30,42
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5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Senilm

Roadmusic !

4
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hip Hop and ya don`t stop...

HipHop steht immer noch in meinen Berichten ganz vorn - auch wenn dies einer meiner letzten aus der Berichtereihe \"HipHop Wochen\" sein wird.

Diesmal möchte ich über den Soundtrack von 8 Mile rezensieren - der Sound zu einem Film, der Superstar Eminem auch als Schauspieler durchaus etablieren konnte und wohl als moderner \"HipHop\"-Film gelten darf.
Die Geschichte vom jungen Aufsteiger brachte viele ins Kino und sicherlich auch sehr viele, die sich danach einen der Soundtracks kauften.


Schon das Pianointro verrät das der Hit \"Lose yourself\" den Einstand des Album präsentiert - und ganz klar ist das hier ein echter Burner! Fette Beats gepaart mit dem schrammelig, griffigen Gitarrenspiel lassen Eminem`s Reime wie Zement festbetoniert im Gehörgang zurück.
Als nächstes darf sich Eminem mit seinem Detroit Homie Obie Trice und dem damals noch weitgehen unbekannten 50Cent bei \"Love Me\" vergnügen, hier sorgen düstere Klänge für schwermütige Stimmung! Allerlei tiefgetonte Streicher unterstreichen das schleppende Tempo, während die MC´s ihren Flow ans gemächliche Tempo anpassen und dadurch äusserst melancholisch wirken.

Das Eminem nicht nur den Film sondern auch den Soundtrack beehrt beweist er uns mit \"8Mile\" dem Titeltrack der 6 Minuten lang mit gekonnt eingängigen Beats das Leben eines Rappers beleuchtet! Hier wird ein kurzer Pianoakkord geloopt und mit getakteten Drumbeats versehen, welche sich wiederum von hibbeligen Synthies Leben einhauchen lassen müssen.
Dazu gibts erstklassigen Wordflow vom Weisswurstrapper!

Vetternwirtschaft könnt man dem Soundtrack vorwerfen, denn als nächstes darf sich wiederum Obie Trice zu schwerfälligen Beats und mellow Synthies bei \"Adrenaline Rush\" beweisen - seine Aggrostyle-Lyrics greifen nicht wirklich und auch ansonsten mag der Track nicht wirklich ins Ohr gehen, ein Umstand der sich auch bei 50Cent`s \"Places to go\" nicht ändert. Zu verspielt bastelt dieser Track mit billigen 8Bit Synthesizerklängen herum, welche auch den Nuschelreimstyle von 50ty nicht wirklich bessern können.

Und die nächsten Detroit Homies greifen ans Mikrofon -die Irren von D12 greifen bei \"Rap Game\" ein explizites Thema auf ! \"niggas that sell their soul\" werden hier mit pumpenden Bässen und eingängig tempogetakteten Beats kritisiert ! Der Flow der D12 Jungs geht runter wie heisse Butter - auch wenn man Eminems Einsatz wieder zu deutlich in den Vordergrund rückt - oder liegt das nur an seinem Style ?

Ganz anderes Kaliber am Mikro findet man mit Freeway und Jay-Z, welche \"8 Miles and Running\" mit orgelndem Keyboardsound und droppend, knochenharten Beats antreiben! Dazu gibts den relaxten Storytellerstyle von Jay-Z und den bemüht plappernden Freeway, welche den Titel souverän textlich garnieren. Mit Xzibit hingegen muss man zurechtkommen, dieser hatte seinen nuschelnden aggressiven Style zu lange zelebriert. Zum Glück hat er das bei \"Spit Shine\" weitestgehend hinter sich gelassen - was wohl auch am reichlich hochgeschraubten Tempo des synthesizerverliebt firpend, bouncenden Titel liegt.

Doch schon wenig später findet sich eine Dame am Mikrophon - jawohl die wundervolle Lady mit der Krähenstimme - Macy Gray beehrt uns! \"Time of your life\" ist ein relaxtflockiger Track mit chillendem Kopfnickerbeat und etwas zu arg zelebrierter Vorliebe zu orgelnden Synthesizerklängen - dafür aber entschädigt aber der grandiose Mehrstimmenrefrain!
\"You wanna be me\" lässt wieder mal nen Egotripper vom Stapel - Nas lässt zu hektischen Pianos und droppenden Beats seine Reimstyles vom Stapel ohne den rechten Flow zu finden.

Das Highlight des Soundtracks war damals aber eigentlich \"Wanksta\" - der Track der 50Cent im Rapgame etablierte! Der Nuschelstyle des Wannabegangstas war einfach neu - und der flötende Synthiesound gepaart mit den furztrocken drückenden Bässen auf Uptempobeats tat sein übriges das man einen neuen Star am Himmel sah! Was sich dann leider auch bestätigte - wenig später war 50Cent überall und sein kritisches Machwerk vergessen.

Das natürlich noch eine Schauspielerin ihren musikalischen Beitrag abliefern musste ist klar... doch \"Boomkat\" ist ein Bruder/Schwester Projekt von gehörigem Potential! Das kommt schon bei der Ballade \"Wasting my time\" zum Vorschein - wenn sich der pulsierende Beat mit den verträumten Streichern und Keyboardspiel zu purer Melodie vereint, während sich die Stimme krächzend, hächelnd in dieser Harmonie räkelt. Eine wunderschöne Perle...

Doch auch Altmeister sollen wieder ans Mikro dürfen - und so darf auch Rakim bei \"R.A.K.I.M.\" antreten! Das er leider schon lange nicht mehr zum heissen Eisen gehört wird auch hier wieder klar! Auch wenn er der erste Rapper mit zusammenhängenden Texten war, ist er jetz bei weitem nicht mehr der beste! Der tempogepitchte Electrostyle mit den nervös tackernden Beats passt einfach nicht zu seinem bemüht souveranem Reimstil. Welcher noch dazu mit abgedroschenen Phrasen nicht zu überzeugen vermag.
Nach den Rentnern kommen die \"Young Zee\"´s bei \"That`s my nigga for real\" dran - doch auch hier unterdurchschnittliche Westcoastklänge! Schwerfällig bouncende Beats auf Pianospiel lassen wenig Abwechslung aufkommen - erst recht nicht wenn der ziemlich nervig vertönte Refrain ertönt und wir mit Nasalraps der härteren Sorte konfrontiert werden.

Doch es gibt noch Highlights - wiedermal die berühmten 5 Sekunden bis man merkt welcher Producer die Finger im Spiel hatte braucht man bei \"Battle\"!
Wenn sich Jazztrompeten mit harten bassgetränkten Beats loopend paaren dann kann nur DJ Premier die Regler in der Hand haben! Scratches auf höchstem Niveau garantiert dieser Mann der gemeinsam mit seinem Sprachorgan Guru Gangstarr ist und mit diesem Track einem für diese Crew typischen präsentiert! Guru`s harte Egotrips und Niveaubattleraps machen ihre gewohnt geliebten kurzatmigen Temposprünge, welche wiederum von Premier mit Beats garniert werden... \"you had one hot single, but your album sounds wack!\"

Als Outro versteht sich \"Run Rabbit Run\", welches wiederum von Eminem und einem ganzen Streicherorchester angetrieben wird - der hektische, fast schon fluchtartig adrenalingepeitschte Track beweist Standhaftigkeit und baut sich zu einem furiosen Bouncer auf, welcher von Eminems aggressiven Reimstil profitiert !

YOU NEED PEACE ON MIND - HERE`S A PIECE OF MINE

Alles in allem präsentiert man uns hier einen hochwertigen Soundtrack - der leider anfangs zu sehr von den Detroitern bestimmt wird - und damit leider zu sehr mit Synthiebeats aufwartet.
Erst spätet öffnet man sich auch anderen Stilen und kann dann mit Macy Gray, Boomkat und Gangstarrs-Monster-Werk nochmal richtig gewaltige Highlights präsentieren, welche wiederum von Eminems Omnipräsenz etwas in den Hintergrund gedrückt werden.

Dennoch vier Sterne für einen Soundtrack der nach Eminem einen weiteren HipHop Star förderte - 50 Cent!

12 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LadyInDaHouse

    04.10.2004, 13:33 Uhr von LadyInDaHouse
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter und ausführlicher testbericht. könnte schon etwas übersichtlicher sein, aber nicht so schlimm! ;) LG