Age of Empires (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 13,65
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Erfahrungsbericht von Anonym114

Alt, aber spannend

Pro:

spannendes Strategiespiel, abwechslungsreich, viel Spielspaß

Kontra:

nicht mehr das neueste Spiel

Empfehlung:

Ja

Vor ein paar Jahren habe ich in einem großen Elektromarkt so in den Regalen gestöbert. Dabei ist mir ein Schnäppchen in die Hände gefallen, Age of Empires. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob dieses Spiel fünf oder zehn Mark gekostet hat. Und auch wenn es zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr das allerneueste war, so kann man sich doch damit auf spannende Weise die Zeit vertreiben.

HINTERGRUND DES SPIELS:
Als Spieler muss man strategisch denken und ein Imperium aufbauen. In den meisten Fällen hat man zunächst einen kleinen Stamm mit einem Dorfplatz sowie drei Bewohnern. Indem man Rohstoffe (Nahrung, Holz, später auch Gold und Steine) sammelt, kann man neue Gebäude bauen. Hat man genügend Nahrung beisammen, besteht die Möglichkeit, in ein neues Zeitalter voran zu schreiten. Das hat den Vorteil, dass man dann noch bessere Gebäude bauen und seine Militäreinheiten besser ausbilden kann. Dadurch ist man im Kampf mit Feinden stärker und man sammelt mehr Punkte.


SPIELEN:
Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten: Zum einen kann man alleine spielen oder aber online zu mehreren. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen.

KAMPAGNE:
Aus meiner Sicht ist das am spannendsten. Man gehört einer von vier Kulturen (Ägypter, Griechen, Babylonier oder Yamato-Königreich (Japaner)). Die ägyptische Kampagne ist gut zum Einstieg geeignet und nach meiner Einschätzung am einfachsten. Zu Beginn einer jeden Kampagne ist der jeweilige Stamm auf einem relativ niedrigen Entwicklungsstand. Es gibt verschiedene Spiele, die aufeinander aufbauen. Dazu wird jeweils eine Aufgabe gestellt. Die ist anfangs relativ einfach, wird dann aber im Verlauf immer komplexer. Während man mit dem ersten Spiel in der Altsteinzeit auf dem einfachsten Stand beginnt, basieren die späteren Spiele häufig schon auf einem fortgeschrittenen Entwicklungsstand. Man muss (zumindest beim ersten Mal) erst ein Stadium beenden, um das nächste spielen zu können.
Der andere Stamm (oder auch die anderen Stämme) wird/werden vom Computer gesteuert. Man kann einstellen, wie schwer oder leicht man es haben will ...

SZENARIO:
Das ist ein einzelnes Spiel mit bereits vorbereiteten Aufgaben und Konstellationen. D.h. zum Beispiel, es gibt zwei Teams mit je zwei Stämmen, die auf verschiedenen Inseln Rohstoffe sammeln müssen, um in den Zeitaltern voran zu schreiten und damit auch militärisch immer stärker zu werden und die Gegenseite zu beseitigen.

ZUFALLSKARTE:
Auch hier sind verschiedenen Varianten vorhanden: Zum einen kann man auf Leben und Tod spielen. Dazu hat jedes Team bereits zu Spiel Beginn einen großen Rohstoffvorat und muss zusehen, wie der eigene Stamm möglichst schnell sich weiter entwickelt und so stark wird, dass er den oder die Gegner besiegen kann.
Die Zufallskarte kann man aber auch so spielen, dass in einer vorgegebenen Zeit eine möglichst hohe Punktzahl erzielt werden muss oder auch nur an sich eine zu erreichende Punktzahl angegeben wurde.

MEHRSPIELER:
Sie müssen über ein Netzwerk oder per Internet miteinander verbunden sein. Über den Mehrspieler-Modus kann dann jeder auf einen Stamm zugreifen. Ein Spiel mit bis zu acht Teilnehmern ist möglich.

GRAFIK:
Gut, die ist nicht so niedlich wie die der (neueren) Siedlerspiele, die ja einen ganz ähnlichen Hintergrund haben, nämlich auch Wirtschaftssimulationen sind. Dafür wirken Menschen und Gebäude sehr real, sprich menschlich gezeichnet. Die Figuren sind klein und schlank.

FIGUREN:
Die Liste der Figuren ist möglicherweise nicht ganz vollständig. Ich versuche aber die wichtigsten aufzuzählen, um grob klar zu machen, was für Möglichkeiten einem beim Age of Empires bestehen.
DORFBEWOHNER: Sie entstehen, indem man mit 50 Nahrungseinheiten über das Dorfzentrum einen neuen Bewohner anfordert. Den Bewohnern kann man unterschiedliche Funktionen zuweisen.
SAMMLER: Das ist eine der ersten sinnvollen Tätigkeiten: Die Bewohner pflücken von kleinen runden Sträuchern Beeren und sorgen so für Nahrungspunkte.
JÄGER: Oft sind zu Beginn eines Spieles einige Gazellen vorhanden. Aber auch das Fleisch von Aligatoren, Elefanten und Löwen kann von den Jägern zerlegt werden.
FISCHER: Auch er sorgt für Nahrungspunkte. Dazu müssen Fische in der Nähe eines Ufers deutlich im Wasser erkennbar sein. Bei dieser Methode kann man meist nicht so sehr Punkten.
BAUERN: Um einen Bauernhof zu errichten, muss man bereits einen Kornspeicher haben und in die Jungsteinzeit vorgeschritten sein. Mit der Zeit kann man die Bauernhöfe (über Marktplätze) weiter entwickeln und die Produktion steigern.
HOLZFÄLLER: Sie braucht man, um Material zu haben, mit dem man Häuser errichten kann.
GOLDGRÄBER: In den fortgeschrittenen Zeitaltern haben sie eine sehr wichtige Funktion. Denn Gold ist wichtig, um Militäreinheiten fort zu entwickeln.
STEINHAUER: Er braut Steine ab. Die werden für Türme und Befestigungsmauern benötigt. Aus meiner Sicht kein Muss.

MILITÄREINHEITEN:
KNÜPPELSCHLÄGER: Das ist der erste Kämpfer, den man in einem altsteinzeitlichen Dorf ins Leben rufen kann. Voraussetzung ist, dass man eine Kaserne baut. Mit seinem Knüppel kann er sich zwar ganz gut gegen Dorfbewohner durchsetzen, ist aber gegen andere Militäreinheiten ziemlich machtlos.
AXTKÄMPFER: In der Jungsteinzeit kann man die Knüppelschläger in Axtkämpfer umwandeln. Auch sie sind zwar noch nicht sehr stark, haben aber immerhin mehr Schlagkraft als die Männer mit den Knüppeln.
SCHWERTKÄMPFER: Um sie zu entwickeln, braucht man dann schon Gold und zwar für jeden einzelnen. Die einfachen Schwertkämpfer sind immer noch nicht sehr kampfkräftig. Bei einigen Stämmen hat man jedoch die Chance, sie zu Kurz-, Breit- und Langschwertkämpfern weiter zu entwickeln und damit einiges zu erreichen.
AKADEMIEEINHEITEN: Sie sind vor allem in der Form von Phalanx und Zenturio die stärksten Infanterie-Kämpfer. Um sie ausbilden zu können, braucht man eine Akademie.
BOGENSCHÜTZEN: In der Jungsteinzeit besteht die Chance eine Bodenschießanlage zu bauen und damit auch Bogenschützen auszubilden. Aus der Distanz können sie etwas bewirken. Kommen aber etwas stärkere Nahkampfeinheiten in ihre Nähe, so sind sie ziemlich schnell tot.
VERBESSERTER UND KOMPOSITBOGENSCHÜTZE: Diese beiden sind ebenfalls Fortentwicklungen. Um sie auszubilden braucht man Holz und Nahrung sowie Gold. Kompositbogenschützen können auf Distanz sehr gefährlich sein.
BERITTENE BOGENSCHÜTZEN: Sowohl auf dem Pferd als auch auf dem Elefant haben sie mehr Überblick. Eine Abwandlung sind außerdem Streitwagen. Der Vorteil der berittenen Schützen ist, dass sie leichter Distanzen zurück legen können. Dennoch mag ich persönlich diese Schützen nicht so.
KAVALLERIE: Für die normalen Berittenen braucht man einen Stall, der auch ab der Jungsteinzeit zur Verfügung steht. Die ersten Reiter sind normale, relativ ungeschützte Späher, geeignet, um das Gebiet auszukundschaften.
SCHWERE KAVALLERIE: Auch sie gehören zu den ganz starken Figuren im Spiel. Ich mag sie, weil sie einerseits schnell Distanzen zurück legen können, andererseits im Kampf sich gegen die meisten anderen durchsetzen.
KATAPULT: Hierbei handelt es ich nicht um eigentliche Figuren, sondern um Holzkatapulte, mit denen man Befestigungsanlagen und feindliche Gebäude gut zerstören kann. Es ist mit ihnen allerdings nicht möglich, eigene, nicht mehr gewollte Anlagen nieder zu reißen. Die Katapulte schießen schwere Steinkugeln.
BALLISTE: Sie sind kleiner und etwas schwächer als die Katapulte und schießen Pfeile ab.

PRIESTER:
Auch sie sind ganz wichtig. Denn die Priester können feindliche Figuren und im besten Fall auch feindliche Gebäude bekehren, so dass sie zu Mitgliedern des eigenen Stammes werden.


GEBÄUDE:
DORFZENTRUM: Es ist die Basis der meisten Spiele. Denn mit dem Dorfzentrum kann man neue Bewohner erschaffen und in weitere Zeitalter fortschreiten.
HÄUSER: Jedes von ihnen nimmt eine gewisse Zahl von Bewohnern auf. Sind nicht genug Häuser vorhanden, kann man keine neuen Bewohner erschaffen.
LAGER: Hier sammeln Holzfäller, Steinesammler und Goldgräber ihre Rohstoffe. Gleichzeitig kann man mit dem Lager die Schlagkraft seines Stammes fortentwickeln. Lager verkürzen die Wege, so dass die Bewohner vom Abbauort nicht mehr weite Strecken bis zum Dorfzentrum laufen müssen.
KORNSPEICHER: Das Pendant zum Lager für Nahrung. Sowohl Beeren als auch die Ernte der Bauernhöfe kann hier deponiert werden. Dieses Gebäude ist Voraussetzung zum Bau von Bauernhöfen, zum Bau des Marktplatzes und zum Bau von Mauern und Türmen.
KASERNE: In ihr werden Knüppelschläger, Axtkämpfer und Schwertkämpfer ausgebildet.
HAFEN: Notwendig, um die Wasserwege zu nutzen. Man kann hier Fischerbote bauen (gute Quelle für Nahrung), Handelsschiffe (um mit anderen Nahrung, Holz oder Steine gegen Gold zu tauschen), Transportschiffe (um die eigenen Bewohner übers Wasser zu neuen Rohstoffen oder zum Feind zu transportieren) und Kriegsschiffe (wichtig, um sich wehren zu können oder den Gegner anzugreifen).
BOGENSCHIESSANLAGE: Zur Ausbildung von Schützen.
MARKTPLATZ: Notwendig, um Bauerhöfe zu erbauen. Durch den Marktplatz kann man die eigenen Bewohner auch schneller machen, dafür sorgen, dass sie mehr Holz fällen oder Gold abbauen können.
TEMPEL: Hier werden die Priester aus- und fortgebildet. Beim Angriff auf andere Stämme ist es hilfreich, den Tempel schnell zu zerstören und zuzusehen, dass keine feindlichen Priester mehr leben.
AKADEMIE: Wichtig, um schlagkräftige Kämpfer auszubilden.
WAFFENSCHMIEDE: Hier entstehen Katapulte und je nach Stamm auch Baliste.
REGIERUNGSGEBÄUDE: Hilfreich, um die eigenen Streitkräfte noch stärker zu machen und die Zusammenarbeit mit Verbündeten in die Wege zu leiten.
WELTWUNDER: Wem es gelingt, ein Weltwunder (dafür sind zahlreiche Rohstoffe notwendig) zu bauen und es 2000 Jahre aufrecht zu erhalten, gewinnt. Daher gilt es, feindliche Weltwunder so schnell es geht zu zerstören bzw. ihren Bau zu verhindern.

GEWINNMÖGLICHKEITEN:
Das Weltwunder ist eine, allerdings erst in den fortgeschrittenen Spielen.
In der KAMPAGNE ist ein Spiel gewonnen, wenn man die anfangs beschriebene Aufgabe erfüllt hat.
Gewinner ist man aber immer auch, wenn die Gegenspieler GETÖTET sind und man als einziger noch überlebt.
Ferner kann man siegen, indem man alle RUINEN auf der Karte einnimmt und diese auch über 2000 Jahre sicher hält. Das gleiche gilt auch für ARTEFAKTE: Sie sind im Gegensatz zu den Ruinen beweglich, ,können in das eigene Dorf gebracht und dort bewacht werden. Hat man nach 2000 Jahren immer noch alle, so ist das Spiel gewonnen.

STEUERUNG:
Durch Anklicken mit der linken Maustaste kann man Bewohner auswählen und sich mit rechts zu ihrem Ziel schicken. Wer eine ganze Einheit bilden will (z.B., um einen Gegner anzugreifen), kann entweder die linke Maustaste gedrückt halten und eine Quadrat um die gewünschten Figuren ziehen (alle ausgewählten haben dann einen grünen Balken) oder mit der linken Maustaste und der Taste Shift Figuren nach Wahl zusammen stellen.

SYSTEMVORAUSSETZUNGEN:
Das Minimum, das notwendig ist, ist ein Pentium 90 mit Windows 95, 16 MB RAM Arbeitsspeicher und Direct X 5.0. Richtige Cracks werden nun wahrscheinlich müde lächeln. Trotzdem macht das Spiel Spaß!
Ein großer Vorteil (gegenüber Siedler II und II beispielsweise) ist es, dass man das Age of Empires auch mit Windows XP spielen kann. Das geht bei den Siedlern (nach meinem Wissen) leider nicht.

HERSTELLER:
Leider (denn ich denke, dieser Hersteller sollte nicht immer und überall sein) handelt es sich um Microsoft:
www.microsoft.com/games/age
www.mattelingeractive .de

PREIS:
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, denke aber, dass ich vor drei Jahren nur 5 DM für dieses Spiel bezahlt habe. Aber selbst 10 DM oder 5 Euro wäre Age of Empires allemal wert.

FAZIT:
Auch wenn das Age of Empires nicht mit dem allermodernsten technischen und grafischen Schnickschnack ausgerüstet ist: Es liefert auf alle Fälle einen unheimlich fesselnden Spielspaß. Ich finde die Grafik durchaus gelungen, die Handhabung ist sehr angenehm. Besonders spannend finde ich es, die Szenarios zu durchlaufen. Denn hier erwarten einen immer wieder herausfordernde, abwechslungsreiche Aufgaben. Gerade weil es verschiedene Stämme und verschiedene Gewinnmöglichkeiten gibt, wird das Spiel (für mich) nicht so schnell langweilig. Wer also nicht immer nur das Neueste haben muss, hat mit dem Age of Empires sicher eine gute Wahl. Ich würde es immer wieder nehmen und vergebe daher eine 1.

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