Allgemeines über Weltliteratur Testbericht

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Erfahrungsbericht von DaliM

Im Westen nichts Neues / Remarque, Erich M.

Pro:

bildlicher Schreibstil, Kriegsschilderung

Kontra:

nichts für schwache nerven

Empfehlung:

Nein

dieses Buch
empfohlen. Das mich ein Buch so fesseln könnte hätte ich nie gedacht...!

Zum Buch:
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1. Biographie und Werkverzeichnis

Erich Maria Remarque, der eigentlich Erich Paul Remark hiess, wurde am
22.6.1898 in Osnabrück geboren. Nach dem Besuch des Lehrerseminars,
wurde er 1916 als Soldat eingezogen. Nach dem Krieg war er in
verschiedenen Berufen tätig, unter anderem als Lehrer, Grabsteinverkäufer
und Journalist in Berlin. Mit dem Roman \"Im Westen nichts Neues\", der in
über 30 Sprachen übersetzt wurde, errang Remarque Welterfolg. Der
Weltkriegsroman wurde noch im Erscheinungsjahr 1929 verfilmt. Seit April
1932 lebte Remarque in der Schweiz. Seine beiden Bücher \"Im Westen
nichts Neues\" und \" Der Weg zurück \" wurden 1933 von den
Nationalsozialisten verboten und verbrannt. Als Folge davon übersiedelte
er 1939 in die USA. Ab 1947 war er amerikanischer Staatsbürger. 1948
kehrte Remarque nach Europa zurück. Mit seinen häufig verfilmten
Erzählungen und Romanen war er einer der erfolgreichsten Autore des 20.
Jahrhunderts. Remarque starb am 25.9.1970 in Locarno.


Remarque wurde von den Schiftstellern London, Hemingwaz und Hamsun
beeinflusst. Seine grössten Erfolge nebst \"Im Westen nichts Neues\" waren
\"Der Weg zurück\", \"Drei Kameraden\" und \"Ar de Triomphe\". Remarque
schaffte es als einer der wenigen, in den USA als hochgeschätzter
Erfolgsautor gehandelt zu werden, während sich die Kritik in Europa stets
eher verhalten zu seinem Werk äusserte. Seine Romane und Erzählungen
verzichten auf die künstlerische Attitüde, seine Helden siedelt Remarque
vorzugsweise in den existenziellen Not- und Konfliktsituationen seiner Zeit
an, im Krieg, auf der Flucht, in der Emigration.



Werkverzeichnis

1920 Die Traumbude

1929 Im Westen nichts Neues

1930/31 Der Feind

1931 Der Weg zurück

1938 Drei Kameraden

1941 Liebe deinen Nächsten

1946 Ar de Triomphe

1952 Der Funke Leben

1954 Zeit zu leben und Zeit zu sterben

1956 Die letzte Station

1961 Der Himmel kennt keine Günstlinge

1962 Die Nacht von Lissabon

1971 Schatten im Paradies




Zusammenfassung von Remarques Roman \"Im Westen nichts Neues\"

Remarque schreibt in Vorwort: \"Dieses Buch soll weder eine Anklage noch
ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation
zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie seinen
Granaten entkam. \'Im Westen nichts Neues\' war eines der sensationellsten
Erfolgsbücher der deutschen Literatur überhaupt. Es wurde in 45 Sprachen
übersetzt und hatte bereits vier Jahre nach Erscheinen eine Auflage von
eineinhalb Millionen erreicht. 1933 verboten, erlebte das Buch nach dem 2.
Weltkrieg eine Renaissance, denn die Schrecken des 1. Weltkrieges sind
die Schrecken aller Kriege. Der Roman ist lebendig, in der schonungslosen
Sprache der Jugend geschrieben. Bei Erscheinung des Romanes kam es zu
ungewöhnlich kontroversen Diskussionen. \"Im Westen nichts Neues\" wird
nicht nur als Bericht, sondern eben doch auch als Anklage gegen den Krieg
und vor allem auch gegen die Eltern und Lehrer, die diese \"eiserne Jugend\"
in den Krieg trieben, verstanden. Durch den von Remarque gewählten
kargen, beschreibenden Ton ist die bittere Resignation der Soldaten
spürbar. Wie auch bei \"Hemingway\" fällt das Wort der \"verlorenen
Generation\", die nach dem Krieg nicht mehr in der Gesellschaft Fuss fassen
kann, weil sie im Alter von 18 bis 20 Jahre schon zuviel Grauen erlebt hat
und dem Tod zu oft ins Auge sehen musste, um vergessen zu können.
Kindlers Literatur Lexikon

Remarque schildert den 1.Weltkrieg \"aus der Perspektive des einfachen
Soldaten, den gemeinsam mit seinen Klassenkamaraden von der Schule
direkt aufs Schlachtfeld geschickten Paul Bäumer\". Im Laufe der
Geschichte erfährt man einige Einzelheiten aus seinem Leben und dem
seiner Familie, so zum Beispiel vom Krebsleiden seiner Mutter und den
Kommunikationsschwierigkeiten mit seinem Vater, dessen
Bertachtungsweise des Krieges nicht mit derjenigen von Paul
übereinstimmt. Auch Paul und seine Kollegen sind anfangs Rekruten, die
voller Begeisterung in den Krieg zogen. Die ganze Klasse wird von dieser
Euphorie angesteckt und förmlich an die Front getrieben. Es soll für Ehre
und Vaterland gekämpft werden. Auch der Tod als Soldat gilt als
ehrenhaft. Für die 19-Jährigen lockt das Leben als Held. Doch schon durch
die Schikanen bei der Ausbildung wird ihnen diese Begeisterung
ausgetrieben. Durch den Kasernenhoftyrannen Himmelstoss werden sie
gedrillt, doch dieser Drill nützt ihnen für das Überleben in wirklicher Gefahr
nichts. Auch auf dem Schlachtfeld sieht es ganz anders aus als sie es sind
vorgestellt haben. Die Soldaten sind keine Helden, und dort kämpft man
nicht um Ehre, sondern ums nackte Überleben. Bäumer wird klar, dass er
vorher nie recht wusste, was Krieg wirklich bedeutet. Bäumer und seine
Freunde \"schlagen sich dann durch das Leben als Frontsoldaten, das sich
zwischen Trommelfeuer, Verzweiflung und Mannschaftsbordells abspielt
und sie zu Menschentieren macht\". Ausser Angst existiert hier kaum
etwas. Diese Angst verleiht Paul einen fast tierischen Überlebensinstinkt
und lässt ihn nicht untergehen. Das anfängliche Entsetzen durch die
ständige Konfrontation mit dem Tod wandelt sich in Gleichgültigkeit. Alle
Soldaten werden gegen das Schreckliche abgestumpft. Man denkt nicht
mehr darüber nach, da man sonst daran zugrunde gehen würde. Als das
einzige Positive erscheint die an der Front entstehende Kameradschaft
quer durch alle Dienstgrade. Besonders durch die Freundschaft mit
Katczinsky wird Pauls Wille zum Überleben gestärkt. Seine Kameraden
verstehen ihn besser als alle anderen, da sie das Gleiche durchmachen wie
er. Vor ihnen muss er sich nicht entschuldigen, wenn er über den Tod
eines Kameraden Witze macht. Durch sie, die später älteren Soldaten
lernen die noch jüngeren Neuankömmlinge, wie sie sich an der Front
verhalten müssen. Es darf keine verräterische Lichtquelle angemacht
werden, die Soldaten lernen, sich innerhalb kürzester Zeit in Deckung zu
bringen und die verschiedenen Geschosse am Geräusch zu erkennen. An
der Front muss man sich aufeinander verlassen können. Jeder hilft jedem.
Beim Anblick von Toten und Verletzten, wie zum Beispiel Kemmerichs Tod,
muss man eine Menge aushalten können. An der Front besitzt man eine
Geschwindigkeit der Sinne, der ganze Körper ist dauernd in Bereitschaft.
Oftmals kommt das Essen nicht in die Frontstellung der Soldaten. Für
solche Fälle gibt es Stanislaus Katczinsky, das erfahrene und gerissene
Frontschwein, das sich auch gerne mal unterhält. Dazu ein Zitat aus dem
Buch:
\"Kat ist nicht zu entbehren, weil er einen sechsten Sinn hat. Es gibt
überall solche Leute, aber Katczinsky ist der gerissenste. Ich bin
überzeugt, wenn man ihn in der Wüste aussetzten würden, könnte er in
einer Stunde ein Abendessen aus Datteln, Braten und Wein
zusammenfinden.\" Katczinsky ist stets da, wenn man ihn braucht. Er
organisiert überall Nahrung, findet in der kältesten Nacht Stroh, in der
dunkelsten Nacht den Weg - er hilft den jungen Soldaten sich
zurechtzufinden und lässt sich nur schwer aus der Ruhe bringen. Die
Kompanie von Bäumer, Katczinsky und den anderen gerät in ein
Trommelfeuer, welches tagelang zahlreiche Tote und Verletzte fordert.
Einigen Rekruten gehen die Nerven durch, da sie durch den ewigen
Granatenhagel auf engstem Raum in den Schützengräben und in durch
Granateneinschläge entstandenen Löchern sitzen müssen. Nicht nur die
Platzangst, sondern auch der Hunger nagen an ihren Nerven. Durch Ratten
ist nur noch knapp die Hälfte des Essbaren vorhanden. Ausserdem
überleben viele junge Rekruten das Hagelfeuer aufgrund ihrer
Unerfahrenheit nicht. Die meisten Verletzten müssen einige Tage mit
schwersten Verletzungen auf dem Schlachtfeld liegen. Entweder sterben
sie oder sind ihr ganzes Leben lang vom Krieg gekennzeichnet. Nur gerade
32 von 150 Mann haben das Trommelfeuer überlebt. Die mörderischen
Kämpfe, den Stellungskrieg, die Materialschlachten, die Gasangriffe, die
nächtlichen Patrouillen durch zerschossene Wälder, das hundertfache
Sterben wiederholen sich mit fast stereotyper Gleichförmigkeit. \"Nur ein
einziges Mal entspringt zwischen den Soldaten eine Diskussion über die
Ursache von Kriegen. Diese Fragen bleiben bis zum Ende des Romans
ungelöst für den Ich-Erzähler.
Der Krieg wird für Paul zu einer anderen Welt, die er mit der normalen
Welt, seinen Eltern und seiner Heimat nicht mehr vereinbaren kann. Auf
einem Heimaturlaub merkt Paul, dass das Familienleben für ihn zur Qual
wird. Er sieht den Krieg mit ganz anderen Augen als sein Vater und die
anderen Herren am Stammtisch, die immer noch an den ganz grossen Sieg
glauben. Er kommt nicht mit der Naivität der Bevölkerung zurecht, mit der
sie dem Krieg gegenübersteht. Seine Erfahrungen im Krieg haben ihn so
sehr verändert, dass er sich eine Welt ohne ihn nicht mehr vorstellen
kann. In der Schule wird immer noch mit derselben Methode Werbung für
die Armee betrieben. Immer jüngere Soldaten werden an die Front
geschickt, müssen sich vom Unteroffizier Himmelstoss quälen lassen und
ziehen als Kanonenfutter in den Krieg. Doch auch Himmelstoss wird später
an die Front geschickt, wo er dann erfährt, wie hart der Kampf ums
Überleben wirklich ist. Bei seinem Besuch in der Heimat hat Paul zum
letzten Mal seine Eltern gesehen. Er ist fast erleichtert, wieder \"zu Hause\"
an der Front zu sein. Trotzdem sieht er den Krieg schon lange als sinnloses
Massaker an, das nicht mehr mit dem Kämpfen fürs Vaterland zu tun hat.
Bäumer wird verletzt und kommt ins Lazarett. Sie werden gut verpflegt
von Nonnen und freiwilligen Helferinnen. Doch auch hier begegnen die
Anwesenden Verletzten dauernd dem Tod. Die Sterbezimmer sind überfüllt,
lieb gewonnene Kollegen werden tot abtransportiert, Verwundete
versuchen sich selber umzubringen, es mangelt an Verbandsmaterial. Die
Wunden werden mit Crepp-Papier notdürftig verbunden. Alle diejenigen,
die noch irgendwie gehen können, werden wieder für den Fronteinsatz
aufgeboten. So kommt auch Paul zurück auf das Schlachtfeld. Auch seine
letzten Kameraden fallen oder versuchen abzuhauen. Gegen die englischen
Tanks sind die deutschen Truppen chancenlos, doch ihr Überlebenswille ist
gross. Keiner von ihnen will jetzt, wo Frieden in Sicht ist, noch sterben.
Doch einen nach dem andern erwischt es. Einer will einen Meldehund
retten. Er wird durch einen Beckenschuss getötet. Einem anderen wird aus
nächster Nähe eine Leuchtkugeln in den Magen geschossen. Er lebte noch
eine halbe Stunde bei vollem Verstande und furchtbaren Schmerzen. Der
Kompanieführer hat einen Brustschuss, Leer wird die Hüfte aufgerissen, er
verblutet rasch, niemand kann ihm helfen. Es ist nur noch ein sinnloses
Abschlachten von unschuldigen Menschen, von Rekruten ohne Erfahrung,
die fast noch Kinder sind, die ohne Grundausbildung lediglich mit einer
kurzen Lektion im Schiessen mit dem Gewehr aufs Schalchtfeld an die
Front getrieben werden. Das Leben kurz vor Ende des Krieges ist für Paul
schier unerträglich. Hin und her gerissen zwischen Tod und dem sich
nähernden Frieden ist Kat Pauls einzige Stütze. Zu zweit halten sie durch.
Doch dann geschieht das Unfassbare. Kat wird von einem Granatensplitter
getroffen. Kat und Paul versprechen sich, sich nach dem Krieg zu treffen.
Doch dazu kommt es nicht mehr. Paul trägt mit letzten Kräften seinen
Freund zum nächsten Sanitätsposten, wo jedoch nur noch dessen Tod
festgestellt wird. Von Paul unbemerkt wurde Kat unterwegs von einem
weiteren kleinen Splitter am Kopf getroffen. Für Paul stirbt damit auch der
letzte Rest Menschlichkeit und Überlebenswille. Pauls Ende ist
voraussehbar:

Er fällt im Oktober 1918, an einem Tag, der so ruhig und still ist, dass der
Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkt; Im Westen nichts Neues.
Man sah Paul an, dass er nicht lange leiden musste; sein Gesicht hat einen
so gefassten Ausdruck, als wäre er beinahe zufrieden damit, dass es so
gekommen ist.



Die wichtigen Personen


Paul Bäumer
- Hauptperson, Ich-Erzähler
- Remarque identifiziert sich mit der Figur Bäumers
- 20-jährig
- Fällt als letzter seiner Klasse


Stanislaus Katczinsky (Kat)
- 40-jährig
- Verheiratet, hat einen Sohn
- Schuster von Beruf
- Haupt der Gruppe, \"altes Frontschwein\", zäh, schlau
- Besitzt einen \"sechsten Sinn\"
- Wird am Schluss von einem Splitter am Kopf getroffen

Haie Westhus
- 19-jährig
- Torfstecher von Beruf
- Einfacher Soldat
- Gehilfe von Katczinsky


Kemmerich
- Wird verletzt, ein Bein muss amputiert werden
- Stirbt weinend im Lazarett


Himmelstoss
- Unteroffizier, bildet Rekruten aus
- Nutzt Machtposition aus, Schinder
- Bescheidener Briefträger von Beruf
- Muss später selbst an die Front
- Kleiner, zierlicher Mann



Interpretation / Aufbau


Paul Bäumer, die Hauptperson des Romans ist eine rein fiktive Person. Nie
hat ein Mensch dieses Namens gelebt oder auch ein Tagebuch dieses
Inhalts geschrieben. Remarque selbst hat allerdings ähnliche Erfahrungen
gemacht und identifiziert sich mit der Person Paul Bäumers
Klassenkameraden Pauls: (Kropp, Leer, Kemmerich, Müller, etc.)
Remarque führt diese Personen ein, um die Dramatik zu erhöhen. Einer
nach dem anderen stirbt, bis nur noch Paul übrig ist, und auch er muß
dran glauben. Die Funktion dieser Personen im Buch ähnelt der der
Schuhe, die ehemals von Kemmerich an Müller, von diesem an Paul und
schließlich an Tjaden übergeben wurden.
Der Klassenlehrer steht symbolisch für alle Erziehungsberechtigten, die bei
der Erziehung der Jugend versagt haben und so einen solchen Krieg erst
möglich gemacht haben.



Meine Meinung:
Im Westen nichts Neues beeindruckt mich sehr. Ich finde die
Schilderungen des Kriegselends äußerst erschreckend. Im Themenkreis
Grausamkeit und Blutrünstigkeit kann es dieses Buch noch mit dem
härtesten Horrorfilm aufnehmen, mit einer Ausnahme: Das, was in diesem
Buch geschildert wird, ist wirklich geschehen und geschieht mit
abgewandelten Spielregeln und perfektionierten Waffen auch heute noch.
Während in Splatterfilmen kranke Fantasien gestörter Regisseure gezeigt
werden, sind Handlung und Thematik in Remarques Roman auch jetzt noch
realistisch und zeitgemäß. Im Zeitalter des Vietnamkrieges, des
Golfkrieges, der kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen
Jugoslawien, der Kriege in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, in
Afghanistan ... sollte dieses Buch bzw. seine Verfilmung viel weiter
verbreitet sein.

Fazit:
Ein Muss für jeden!!!

Hoffe mein Bericht gefällt euch.

Besten Dank für das Bewerten und Kommentieren :-)

Gruss DaliM

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