Allgemeines über Weltliteratur Testbericht
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Erfahrungsbericht von Mattes1203
Ein Bauernjunge wird Roms größter Dichter!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Es war im Oktober des Jahres 70 v. Chr., als Publius Vergilius Maro als Sohn eines Bauern in Pietola bei Mantua geboren wurde. Zu jener Zeit befand sich Rom in einer innenpolitisch schweren Krise. Gnaeus Pompeius und Licinius Crassus standen mit ihren Heeren vor den Toren Roms und begehrten für sich das Konsulat. Unzufriedenheit über die ungelösten sozialen und wirtschaftlichen Probleme ließen Unruhe aufkommen. Man fürchtete einen politischen Umschwung, als die Männer der Volkspartei ihre Häupter wieder erhoben.
Vergil verbrachte die ersten Lebensjahre auf dem Hof seines Vaters. Sorgfältig war seine Ausbildung, die er in Cremona begann. Im Alter von 15 Jahren setze er seine Ausbildung in Mailand fort. Sein Vater hatte die Absicht, ihn zum Redner oder Politiker ausbilden zu lassen. Doch Vergil zog weiter nach Rom, um sich vom Epikureer Siron und Terentius Varro gründlich in Philosophie und Rhetorik unterrichten zu lassen.
Doch als Anwalt blieb Vergil erfolglos. Liebe zur Wissenschaft und Poesie und die Vorliebe zu friedlichem Landleben ließen ihn wieder in seine Heimat zurückkehren. Einerseits bewirtschaftete er dort sein Gut, widmete sich aber auch dem Studium griechischer Dichter, vor allem des Idyllendichters Theokrit. „Zu Hause“ schuf Vergil auch seine bukolische Dichtung. Sie brachte ihm Anerkennung und Freundschaft des Statthalters von Gallia cisalpina, Asinius Pollio. Später stellt sich heraus, daß Vergil diese Freundschaft noch sehr hilfreich wurde.
Im Jahr 40 v. Chr. hat sich viel verändert. Pompeius, Cäsar und Cicero sind bereits tot und die Cäsarenmörder besiegt. In Folge der Abrüstung muß für 200.000 Veteranen aus 34 Legionen Ackerland als Abfindung beschafft werden. Viele landbesitzende Bürger wurden dabei vertrieben. Auch Mantua wurde nicht verschont, so daß auch Vergil seine Güter verlor. Durch die Intervention von Asinius Pollio bekam er es aber kurzfristig zurück und wurde später durch ein anderes Gut vollkommen entschädigt. In Rom wurde Vergil die Rückkehr durch Octavian ausgeredet und durch ihn großzügig entschädigt. Durch die Entschädigung war Vergil in der Lage, ein Haus am Esquilin und ein Landsitz bei Neapel zu erwerben.
Obwohl er lieber auf dem Land wohnte, gewann Vergil in Rom viele Freunde, darunter Cornelius Gallus, Aemilius Macer, Properz, Horaz, Varius und Plotius Tucca. Vor seinem Tod übergab Vergil die „Aeneis“ an Varius und Tucca. Sie erhielten den Auftrag, das unvollendete Werk zu vernichten oder es unverändert zu veröffentlichen.
Das Volk liebte Vergil wegen seiner Erfolge als Dichter und wegen seines bescheidenen Wesens.
Selbst Caesar Octavian machte Vergil zum Freund. Octavian wollte zu einer dauernden Ordnung zurückkehren und förderte Literatur und Kunst. Die Dichter ließ er während dieser Zeit ziemlich unabhängig schaffen.
Vergils Werke, wie z. B. Catalepton, Bucolica und Georgica sind ein schöner Spiegel der Stimmung dieser Zeit. Octavians Sieg über Antonius und Cleopatra (29 v. Chr.) verwirklicht Vergil seinen lange gehegten Plan, ein großes Epos zu dichten. Nach zehn Jahren Arbeit an der „Aeneis“ macht sich Vergil auf den Weg nach Griechenland und Asien, um sie zu vollenden und sich der Philosophie zu widmen. Diese Reise sollte drei Jahre dauern. In Athen trifft er auf Augustus, der ihn zur Rückkehr bewegt. Doch nach einem Hitzschlag verschlechtert sich Vergils Gesundheitszustand. Nach der Landung in Brindisi stirbt Vergil am 21. 09 19 v. Chr.
Nur einige Gedichte des „Catalepton“ (Poetische Tändeleien) sind wirklich von Vergil, alle anderen stammen aus seiner Umgebung.
Die Jahre 42 – 39 v. Chr. nutzte Vergil, an der „Bucolica“ zu arbeiten. Es sind zehn Hirtengedichte im Stile des von ihm verehrten Theokrit. Darin flüchtet Vergil in das Traumland "Arkadien". Angeblich war die Ankündigung des „Goldenen Zeitalters“ eine messianische Weissagung.
Auf seinem Landgut schrieb Vergil in der Zeit von 37 – 30 v. Chr. ein Lehrgedicht über den Landbau, die „Georgica“. Beschrieben werden in vier Bänden Ackerbau, Weinkultur, Vieh- und Bienenzucht und Baumpflege. Ferner besingt Vergil darin die friedliche Stille des Landlebens, vor allem aber das reale Italien und nicht das ideale Arkadien.
Vergils zentrales Werk, die „Aeneis“, ist ein patriotisches und religiös – politisches Epos und kein Heldengedicht. Vergil will darin den Ursprung Roms und des römischen Volkes, das julische Geschlecht und die Sendung Roms mythisch begründen. Gewissenhaft betrieb er Vorstudien an hellenistischen Epikern wie z. B. Homer und Rhodios. Doch auch Naevius, Ennius, Cato und Lukrez wurden von ihm studiert. Das, was Augustus reformierte, politisch wahrte und erneuerte, leistete Vergil in der Dichtkunst. Selbst das Volk erkannte, das hier ein Nationalepos entstanden ist. Die „Aeneis“ wurde bald zum Lehrbuch in den Rhetorenschulen und sogar ins griechische übersetzt. Allein aus den Zitaten, die von vielen Dichtern benutzt wurde, läßt sich die „Aeneis“ fast vollständig rekonstruieren.
Ohne die „Aeneis“ wäre das „Waltharilied“ des Mönches Ekkehart nie geschrieben worden, Dante ließ sich durch Vergil in seiner „Göttlichen Kommödie“ durch das Inferno führen und Wolfram von Eschenbach machte Vergil zum Ahnherrn seines Zauberers Klingsor.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-21 18:24:40 mit dem Titel Cicero - Roms größter Redner!
Am 03. 01. 106 v. Chr. wurde Cicero in der Kleinstadt Arpinum geboren. Heute heißt die Stadt übrigens Civitavecchia. Obwohl sein Vater nicht dem römischen Amtsadel angehörte, war er ein wohlhabender Ritter. Seinem Stand entsprechend, ergriff Marcus eine politische und rhetorische Laufbahn, nachdem er in Rom eine gründliche Erziehung genoß. Er vertiefte seine Bildung, indem er in den Jahren 79 – 77 v. Chr. Griechenland und Kleinasien bereiste. Pomponius Atticus, ein reicher und feingebildeter Römer, wurde in Athen sein Freund. Seinen Ruhm als Redner begründete Cicero nach seiner Rückkehr nach Rom. Im Jahr 63 v. Chr. wurde er Konsul, obwohl er nicht dem Amtsadel angehörte, dem diese wichtigen Ämter eigentlich vorbehalten waren.
Als Konsul deckte er die Verschwörung des Catilina auf. Politisch war dies sein größter Erfolg. Die Hinrichtung der Verschwörer ohne Urteil wurde ihm später zum Verhängnis. 58 v. Chr. wurde durch seine Gegner die Verbannung und Einziehung seines Vermögens erwirkt. Allerdings wurde er 57 v. Chr. rehabilitiert und kehrte nach Rom zurück.
Den Ehrentitel „Imperator“ wurde ihm verliehen, nachdem er als Proconsul Ciliciens durch seine Rechtschaffenheit und militärischen Erfolge ausgezeichnet hatte.
Als der Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompeius ausbrach, schloß er sich nach einigem zögern Pompeius an. Seine Rolle als aussichtsreicher Politiker war erst einmal zu Ende, obwohl er von Cäsar nach Pompeius‘ Niederlage begnadigt wurde.
Die politische Bühne bestieg er wieder, als Cäsar an den Iden des März 44 v. Chr. ermordet wurde. Er trat dabei als Idealist für die römische Freiheit ein. In Marcus Antonius sah er einen Nachfolger Cäsars und bekämpfte ihn in seinen „14 phillipischen Reden“. Auf Cicero wurde ein Kopfgeld ausgesetzt, nachdem Antonius sich mit Octavian und Lepidus zu einem Triumvirat zusammengeschossen hatte. Cicero versuchte daraufhin die Flucht, wurde aber am 07. 03. 43 v. Chr. auf seinem Gut bei Formia ermordet.
Cicero konnte nur zwischen Cäsar und Pompeius, Octavian und Antonius bestehen. Als Freund des Friedens war er zu weich und unentschlossen. Sein Ruhm besteht darin, der größte Redner der Römer gewesen zu sein. Dabei half ihm seine Schlagfertigkeit, sein vielschichtiges Wissen und Beherrschung der Sprache und sein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Trost suchte Cicero in der griechischen Philosophie. Seine Tätigkeit als Rechtsanwalt gab ihm Gelegenheit für glänzende Gerichtsreden. Er wurde Schöpfer der lateinischen philosophischen Sprache, da er sowohl Latein als auch griechisch exzellent beherrschte. Die Philosophie war sein ein und alles.
Ciceros Briefe sind aufschlußreiche Dokumente. Sie geben einen sehr guten Überblick über die damalige Zeit. Sie lassen aber auch auf eine vielseitig interessierte und bewundernswerte Persönlichkeit schließen. In einer Zeit, wo nur die Selbstsucht regiert, tritt Cicero als Idealist und Humanist heraus.
Die Iden sind im römischen Kalender der 13. oder 15. Tag eines Monats.
Lucius Sergius Catilina war ein Verschwörer gegen den römischen Senat, der 62 v. Chr. auf der Flucht nach Gallien ermordet wurde.
Octavian war der 44 v. Chr. adoptierte Großneffe Cäsars. Besser bekannt ist er als Kaiser Augustus.
Gnaeus Pompeius lebte von 106 – 48 v. Chr. Als römischer Staatsmann und Feldherr bekämpfte er den Sklavenaufstand des Spartacus (71), Mithridates (66 – 63) und die Seeräuber(63). 60 v. Chr. bildete er mit Cäsar und Crassus ein Triumvirat. Von Cäsar wurde er bei Pharsalus besiegt (48) und auf der Flucht nach Ägypten ermordet.
Über Ciceros Reden
Insgesamt sind 57 Reden erhalten, die Cicero als Verteidiger und als Staatsmann hielt. Davon sind die 1. – 3. Rede gegen Catilina, die er als Konsul im Jahre 63 v. Chr. hielt, und die vierte und siebente gegen Antonius, als er 44 v. Chr. nach der Ermordung Cäsars wieder in die Politik eingriff, die berühmtesten. Bekannt sind auch seine „Reden gegen Verres“ und sein Werk „De re publica“.
Lucius Catilina hoffte, auf legalem Weg Konsul zu werden. Er unterlag aber Cicero bei der Wahl. Catilina versuchte einen gewaltsamen Umsturz, nachdem Attentate auf Cicero fehlschlugen, der durch einen Mittelsmann über Catilinas Pläne informiert war. Begünstigt wurde Catilinas Untergrundbewegung durch Schäden im privaten und öffentlichen Leben. Dazu gehören u. a. politisches Strebertum, Bestechlichkeit der Beamten, bittere Not bei der Mehrheit des Volkes.
Auf einer Senatssitzung spielte Catilina den Unschuldigen, bekam aber in der ersten Rede Ciceros sein Sündenregister zu hören. Darauf verließ er Rom und begab sich zu den aufständischen Streitkräften. Die zweite und dritte Rede richtete Cicero an das Volk, um über Catilinas Pläne und Motive aufzuklären und die Rädelsführer der Verschwörung zu überführen.
Vor dem Senat hielt Cicero seine vierte Rede. In ihr verlangte er für die verhafteten Rädelsführer die Todesstrafe, welche auch beschlossen wurde.
Catilina selbst starb in der Schlacht bei Pistoria, nachdem seinen Truppen der Weg nach Gallien verlegt war.
Cicero wurde wenige Jahre später verbannt, angeblich wegen nicht legaler Hinrichtung der Catilinarier.
Nach der Ermordung Cäsars hofften die Republikaner, die freiheitliche Verfassung neu errichten zu können. Doch durch die Unentschlossenheit der Verschworenen konnte Marcus Antonius die Gewalt an sich reißen. In vierzehn Philippischen Reden vor Volk und Senat trat Cicero als Wortführer der Gegner Antonius auf. Doch der Kampf scheiterte an der Schwäche des Senats, so daß Antonius mit Octavian und Lepidus ein Triumvirat bilden konnte.
Ciceros Briefe
Von den vielen Briefen, die Cicero schrieb, sind etwa 1000 erhalten geblieben. Sie stammen aus der Zeit von 68 – 43 v. Chr., also aus der Zeit, in der Cicero auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt war. Die Briefe werden in vier Sammlungen eingeteilt:
1. an Atticus,
2. an die Familiaren (Angehörige seiner Familie und seines Haushalts),
3. an Bruder Quintus und
4. an Brutus.
Jede Sammlung ist in mehrere Bücher unterteilt.
Einmalig ist die Tatsache, daß sich die Geschehnisse von 20 Jahren fast Tag für Tag verfolgen lassen. Auch Ciceros Wesen kennt man dadurch bis tief in sein Innerstes. Viele seiner Briefe haben rein menschlichen Charakter, vor allem die an Atticus und an seine Frau Terentia. In ihnen sucht er Rat und Trost, um in der Not nicht zu verzweifeln. Aber es geht ihm nicht nur um persönliche Existenz, sondern auch um Volk und Vaterland.
Das Urteil der Nachwelt war ihm wichtiger als alles andere. Seinem Freund gesteht er: „Was wird die Geschichte nach 1000 Jahren wohl von mir sagen? Ihr Urteil fürchte ich mehr als das kleinliche Geraune meiner Zeitgenossen“.
Vergil verbrachte die ersten Lebensjahre auf dem Hof seines Vaters. Sorgfältig war seine Ausbildung, die er in Cremona begann. Im Alter von 15 Jahren setze er seine Ausbildung in Mailand fort. Sein Vater hatte die Absicht, ihn zum Redner oder Politiker ausbilden zu lassen. Doch Vergil zog weiter nach Rom, um sich vom Epikureer Siron und Terentius Varro gründlich in Philosophie und Rhetorik unterrichten zu lassen.
Doch als Anwalt blieb Vergil erfolglos. Liebe zur Wissenschaft und Poesie und die Vorliebe zu friedlichem Landleben ließen ihn wieder in seine Heimat zurückkehren. Einerseits bewirtschaftete er dort sein Gut, widmete sich aber auch dem Studium griechischer Dichter, vor allem des Idyllendichters Theokrit. „Zu Hause“ schuf Vergil auch seine bukolische Dichtung. Sie brachte ihm Anerkennung und Freundschaft des Statthalters von Gallia cisalpina, Asinius Pollio. Später stellt sich heraus, daß Vergil diese Freundschaft noch sehr hilfreich wurde.
Im Jahr 40 v. Chr. hat sich viel verändert. Pompeius, Cäsar und Cicero sind bereits tot und die Cäsarenmörder besiegt. In Folge der Abrüstung muß für 200.000 Veteranen aus 34 Legionen Ackerland als Abfindung beschafft werden. Viele landbesitzende Bürger wurden dabei vertrieben. Auch Mantua wurde nicht verschont, so daß auch Vergil seine Güter verlor. Durch die Intervention von Asinius Pollio bekam er es aber kurzfristig zurück und wurde später durch ein anderes Gut vollkommen entschädigt. In Rom wurde Vergil die Rückkehr durch Octavian ausgeredet und durch ihn großzügig entschädigt. Durch die Entschädigung war Vergil in der Lage, ein Haus am Esquilin und ein Landsitz bei Neapel zu erwerben.
Obwohl er lieber auf dem Land wohnte, gewann Vergil in Rom viele Freunde, darunter Cornelius Gallus, Aemilius Macer, Properz, Horaz, Varius und Plotius Tucca. Vor seinem Tod übergab Vergil die „Aeneis“ an Varius und Tucca. Sie erhielten den Auftrag, das unvollendete Werk zu vernichten oder es unverändert zu veröffentlichen.
Das Volk liebte Vergil wegen seiner Erfolge als Dichter und wegen seines bescheidenen Wesens.
Selbst Caesar Octavian machte Vergil zum Freund. Octavian wollte zu einer dauernden Ordnung zurückkehren und förderte Literatur und Kunst. Die Dichter ließ er während dieser Zeit ziemlich unabhängig schaffen.
Vergils Werke, wie z. B. Catalepton, Bucolica und Georgica sind ein schöner Spiegel der Stimmung dieser Zeit. Octavians Sieg über Antonius und Cleopatra (29 v. Chr.) verwirklicht Vergil seinen lange gehegten Plan, ein großes Epos zu dichten. Nach zehn Jahren Arbeit an der „Aeneis“ macht sich Vergil auf den Weg nach Griechenland und Asien, um sie zu vollenden und sich der Philosophie zu widmen. Diese Reise sollte drei Jahre dauern. In Athen trifft er auf Augustus, der ihn zur Rückkehr bewegt. Doch nach einem Hitzschlag verschlechtert sich Vergils Gesundheitszustand. Nach der Landung in Brindisi stirbt Vergil am 21. 09 19 v. Chr.
Nur einige Gedichte des „Catalepton“ (Poetische Tändeleien) sind wirklich von Vergil, alle anderen stammen aus seiner Umgebung.
Die Jahre 42 – 39 v. Chr. nutzte Vergil, an der „Bucolica“ zu arbeiten. Es sind zehn Hirtengedichte im Stile des von ihm verehrten Theokrit. Darin flüchtet Vergil in das Traumland "Arkadien". Angeblich war die Ankündigung des „Goldenen Zeitalters“ eine messianische Weissagung.
Auf seinem Landgut schrieb Vergil in der Zeit von 37 – 30 v. Chr. ein Lehrgedicht über den Landbau, die „Georgica“. Beschrieben werden in vier Bänden Ackerbau, Weinkultur, Vieh- und Bienenzucht und Baumpflege. Ferner besingt Vergil darin die friedliche Stille des Landlebens, vor allem aber das reale Italien und nicht das ideale Arkadien.
Vergils zentrales Werk, die „Aeneis“, ist ein patriotisches und religiös – politisches Epos und kein Heldengedicht. Vergil will darin den Ursprung Roms und des römischen Volkes, das julische Geschlecht und die Sendung Roms mythisch begründen. Gewissenhaft betrieb er Vorstudien an hellenistischen Epikern wie z. B. Homer und Rhodios. Doch auch Naevius, Ennius, Cato und Lukrez wurden von ihm studiert. Das, was Augustus reformierte, politisch wahrte und erneuerte, leistete Vergil in der Dichtkunst. Selbst das Volk erkannte, das hier ein Nationalepos entstanden ist. Die „Aeneis“ wurde bald zum Lehrbuch in den Rhetorenschulen und sogar ins griechische übersetzt. Allein aus den Zitaten, die von vielen Dichtern benutzt wurde, läßt sich die „Aeneis“ fast vollständig rekonstruieren.
Ohne die „Aeneis“ wäre das „Waltharilied“ des Mönches Ekkehart nie geschrieben worden, Dante ließ sich durch Vergil in seiner „Göttlichen Kommödie“ durch das Inferno führen und Wolfram von Eschenbach machte Vergil zum Ahnherrn seines Zauberers Klingsor.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-21 18:24:40 mit dem Titel Cicero - Roms größter Redner!
Am 03. 01. 106 v. Chr. wurde Cicero in der Kleinstadt Arpinum geboren. Heute heißt die Stadt übrigens Civitavecchia. Obwohl sein Vater nicht dem römischen Amtsadel angehörte, war er ein wohlhabender Ritter. Seinem Stand entsprechend, ergriff Marcus eine politische und rhetorische Laufbahn, nachdem er in Rom eine gründliche Erziehung genoß. Er vertiefte seine Bildung, indem er in den Jahren 79 – 77 v. Chr. Griechenland und Kleinasien bereiste. Pomponius Atticus, ein reicher und feingebildeter Römer, wurde in Athen sein Freund. Seinen Ruhm als Redner begründete Cicero nach seiner Rückkehr nach Rom. Im Jahr 63 v. Chr. wurde er Konsul, obwohl er nicht dem Amtsadel angehörte, dem diese wichtigen Ämter eigentlich vorbehalten waren.
Als Konsul deckte er die Verschwörung des Catilina auf. Politisch war dies sein größter Erfolg. Die Hinrichtung der Verschwörer ohne Urteil wurde ihm später zum Verhängnis. 58 v. Chr. wurde durch seine Gegner die Verbannung und Einziehung seines Vermögens erwirkt. Allerdings wurde er 57 v. Chr. rehabilitiert und kehrte nach Rom zurück.
Den Ehrentitel „Imperator“ wurde ihm verliehen, nachdem er als Proconsul Ciliciens durch seine Rechtschaffenheit und militärischen Erfolge ausgezeichnet hatte.
Als der Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompeius ausbrach, schloß er sich nach einigem zögern Pompeius an. Seine Rolle als aussichtsreicher Politiker war erst einmal zu Ende, obwohl er von Cäsar nach Pompeius‘ Niederlage begnadigt wurde.
Die politische Bühne bestieg er wieder, als Cäsar an den Iden des März 44 v. Chr. ermordet wurde. Er trat dabei als Idealist für die römische Freiheit ein. In Marcus Antonius sah er einen Nachfolger Cäsars und bekämpfte ihn in seinen „14 phillipischen Reden“. Auf Cicero wurde ein Kopfgeld ausgesetzt, nachdem Antonius sich mit Octavian und Lepidus zu einem Triumvirat zusammengeschossen hatte. Cicero versuchte daraufhin die Flucht, wurde aber am 07. 03. 43 v. Chr. auf seinem Gut bei Formia ermordet.
Cicero konnte nur zwischen Cäsar und Pompeius, Octavian und Antonius bestehen. Als Freund des Friedens war er zu weich und unentschlossen. Sein Ruhm besteht darin, der größte Redner der Römer gewesen zu sein. Dabei half ihm seine Schlagfertigkeit, sein vielschichtiges Wissen und Beherrschung der Sprache und sein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Trost suchte Cicero in der griechischen Philosophie. Seine Tätigkeit als Rechtsanwalt gab ihm Gelegenheit für glänzende Gerichtsreden. Er wurde Schöpfer der lateinischen philosophischen Sprache, da er sowohl Latein als auch griechisch exzellent beherrschte. Die Philosophie war sein ein und alles.
Ciceros Briefe sind aufschlußreiche Dokumente. Sie geben einen sehr guten Überblick über die damalige Zeit. Sie lassen aber auch auf eine vielseitig interessierte und bewundernswerte Persönlichkeit schließen. In einer Zeit, wo nur die Selbstsucht regiert, tritt Cicero als Idealist und Humanist heraus.
Die Iden sind im römischen Kalender der 13. oder 15. Tag eines Monats.
Lucius Sergius Catilina war ein Verschwörer gegen den römischen Senat, der 62 v. Chr. auf der Flucht nach Gallien ermordet wurde.
Octavian war der 44 v. Chr. adoptierte Großneffe Cäsars. Besser bekannt ist er als Kaiser Augustus.
Gnaeus Pompeius lebte von 106 – 48 v. Chr. Als römischer Staatsmann und Feldherr bekämpfte er den Sklavenaufstand des Spartacus (71), Mithridates (66 – 63) und die Seeräuber(63). 60 v. Chr. bildete er mit Cäsar und Crassus ein Triumvirat. Von Cäsar wurde er bei Pharsalus besiegt (48) und auf der Flucht nach Ägypten ermordet.
Über Ciceros Reden
Insgesamt sind 57 Reden erhalten, die Cicero als Verteidiger und als Staatsmann hielt. Davon sind die 1. – 3. Rede gegen Catilina, die er als Konsul im Jahre 63 v. Chr. hielt, und die vierte und siebente gegen Antonius, als er 44 v. Chr. nach der Ermordung Cäsars wieder in die Politik eingriff, die berühmtesten. Bekannt sind auch seine „Reden gegen Verres“ und sein Werk „De re publica“.
Lucius Catilina hoffte, auf legalem Weg Konsul zu werden. Er unterlag aber Cicero bei der Wahl. Catilina versuchte einen gewaltsamen Umsturz, nachdem Attentate auf Cicero fehlschlugen, der durch einen Mittelsmann über Catilinas Pläne informiert war. Begünstigt wurde Catilinas Untergrundbewegung durch Schäden im privaten und öffentlichen Leben. Dazu gehören u. a. politisches Strebertum, Bestechlichkeit der Beamten, bittere Not bei der Mehrheit des Volkes.
Auf einer Senatssitzung spielte Catilina den Unschuldigen, bekam aber in der ersten Rede Ciceros sein Sündenregister zu hören. Darauf verließ er Rom und begab sich zu den aufständischen Streitkräften. Die zweite und dritte Rede richtete Cicero an das Volk, um über Catilinas Pläne und Motive aufzuklären und die Rädelsführer der Verschwörung zu überführen.
Vor dem Senat hielt Cicero seine vierte Rede. In ihr verlangte er für die verhafteten Rädelsführer die Todesstrafe, welche auch beschlossen wurde.
Catilina selbst starb in der Schlacht bei Pistoria, nachdem seinen Truppen der Weg nach Gallien verlegt war.
Cicero wurde wenige Jahre später verbannt, angeblich wegen nicht legaler Hinrichtung der Catilinarier.
Nach der Ermordung Cäsars hofften die Republikaner, die freiheitliche Verfassung neu errichten zu können. Doch durch die Unentschlossenheit der Verschworenen konnte Marcus Antonius die Gewalt an sich reißen. In vierzehn Philippischen Reden vor Volk und Senat trat Cicero als Wortführer der Gegner Antonius auf. Doch der Kampf scheiterte an der Schwäche des Senats, so daß Antonius mit Octavian und Lepidus ein Triumvirat bilden konnte.
Ciceros Briefe
Von den vielen Briefen, die Cicero schrieb, sind etwa 1000 erhalten geblieben. Sie stammen aus der Zeit von 68 – 43 v. Chr., also aus der Zeit, in der Cicero auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt war. Die Briefe werden in vier Sammlungen eingeteilt:
1. an Atticus,
2. an die Familiaren (Angehörige seiner Familie und seines Haushalts),
3. an Bruder Quintus und
4. an Brutus.
Jede Sammlung ist in mehrere Bücher unterteilt.
Einmalig ist die Tatsache, daß sich die Geschehnisse von 20 Jahren fast Tag für Tag verfolgen lassen. Auch Ciceros Wesen kennt man dadurch bis tief in sein Innerstes. Viele seiner Briefe haben rein menschlichen Charakter, vor allem die an Atticus und an seine Frau Terentia. In ihnen sucht er Rat und Trost, um in der Not nicht zu verzweifeln. Aber es geht ihm nicht nur um persönliche Existenz, sondern auch um Volk und Vaterland.
Das Urteil der Nachwelt war ihm wichtiger als alles andere. Seinem Freund gesteht er: „Was wird die Geschichte nach 1000 Jahren wohl von mir sagen? Ihr Urteil fürchte ich mehr als das kleinliche Geraune meiner Zeitgenossen“.
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