America's Army (PC Strategiespiel) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Bjoerner2001

\"I am an American Soldier.

Pro:

Freeware, Technisch ausgereift, große Spielergemeinde, Langzeitmotivation ist vorhanden, Einige erfrischende Ideen für das Genre

Kontra:

Nicht gerade einfach als Neuling zu meistern, Relativ hohe Systemanforderungen

Empfehlung:

Ja

I am a Warrior and a member of a team. I serve the people of the United States and live the Army Values.

I will always place the mission first.
I will never accept defeat.
I will never quit.
I will never leave a fallen comrade.

I am disciplined, physically and mentally tough, trained and proficient in my warrior tasks and drills. I always maintain my arms, my equipment and myself.
I am an expert and I am a professional.
I stand ready to deploy, engage, and destroy the enemies of the United States of America in close combat.
I am a guardian of freedom and the American way of life.
I am an American Soldier.\"

Auf diese vorangegangen Zeilen schwören die Soldaten der US-Armee und als Spieler des Spiels America’s Army kommt man nicht umhin um diese Zeilen zu lesen, denn sie machen den Ladebildschrim eines jeden Onlinegefechtes aus. Was manch einer als Kitsch oder überzogene Selbstverherrlichung oder übertrieben Patriotismus bezeichnen würde ist tatsächlich der Eid, den Soldaten der US Army schwören. Aber was hat die US Army mit PC-Spielen zu tun?? Lest selbst und wundert und staunet...


1. Hintergrund des Ganzen
2. Spielmodi + Karriereleiter
3. Realismus
4. Grafik/Sound/Steuerung
5. Fazit
6. Daten zum Spiel



1. Hintergrund des Ganzen
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Wie der Name des Spiels (America’s Army) verrät, geht es um die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika, der US Army eben. Das Spiel selbst ist Freeware und der Zweck des Ganzen wird von vielen als Rekrutenfang der virtuellen Art bezichtigt, dem kann man aber wirklich keinen Funken Glaubwürdigkeit abwringen, da alle vernünftigen Menschen mit einem IQ über 80 wohl verstehen sollten, dass das wahre (Soldaten)Leben nicht solche Formen annehmen kann, wie im Spiel präsentiert. Was ist also dann der Zweck? Ich habe mich wirklich etwas eingehender damit beschäftigt, kam aber zu keinem schlüssigen Ergebnis, da man nur Kosten damit verursacht (also bei der Army und schließlich beim Department of Defense und somit im US-Haushalt). Einziger positiver Effekt ist vielleicht, dass die Spielegemeinde um einen Taktikshooter bereichert wurde, der wirklich seines Gleichen sucht und durchaus zu überzeugen weiß und das auch noch zum Nulltarif. Gute „Werbung“ dürfte also für die US Army rausspringen, aber wie gesagt, es ist durchaus undenkbar, dass sich viele aufgrund des Spiels dem chronischen Rekrutenmangel der US-Streitkräfte entgegenstellen und ihren Hintern riskieren.



2. Spielmodi + Karriereleiter
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Wie auch in der glorreichen deutschen Armee, beginnt die Laufbahn in der virtuellen US Army mit der Grundausbildung, welche lediglich 4 Etappen umfasst, aber ohne diese erfolgreich absolviert zu haben kommt man erst gar nicht in den Genuss des Onlinespielens. Hierbei sei angemerkt, dass im wirklichen Leben US Soldaten eine Grundausbildung von 8 Wochen haben (vgl. Deutschland 12), jedoch verbringen die Rekruten in den USA jeden Tag dieser 8 Wochen in der Armee und haben weder Wochenendfrei wie bei der Bundeswehr ja üblich, keinen Alkoholgenuss, keine Süßigkeiten!! und Rauchen ist sowieso nur sehr sehr selten erlaubt (hatte während meiner Armeezeit insgesamt 6 Wochen mit Amerikanern zu tun, weiß daher was die erleiden mussten).

Was einem da allerdings im Spiel geboten wird, spottet dieser wirklichen Ausbildung. Es geht gleich mit Schießausbildung am berühmten M-16A2 los und hierbei gilt es, 26 aus 40 Zielen zu bekämpfen um zu bestehen und ein Marksman zu werden. Sharpshooter brauchen mindestens 30 Treffer (ich kam nur auf 32..) und ein Expert muss es auf sage und schreibe 36 Treffer bringen. Ein Expert qualifiziert sich obendrein noch für die Lektion „Advanced Marksmanship“ und wird gleichzeitig zum Scharfschütze ausgebildet. Alle anderen absolvieren ebenso den Hindernisparcour der Grundausbildung und schießen noch M16+M203, M249 SAW und diverse Granaten und machen eine kleine Abschlussübung.

Nun hat man es quasi schon geschafft und kann sich auf den Onlineschlachtfeldern rumtreiben, lediglich bleibt dem normalen Infanteriesoldaten nicht so viel zur Auswahl, aber für den Anfang reicht es wohl. Wohl beliebteste Karte ist die sog. „Bridge Crossing“, bei der, wie es der Name schon verrät, eine Brücke überquert werden muss, zumindest von einem Team, das andere beschränkt sich aufs Verteidigen jener Brücke. Bevor es aber zum Showdown kommt, muss man eines der Teams des jeweiligen Squads wählen. Alpha-, Bravo-, Charlie-, Delta- oder sogar Echo-Team stehen dabei zur Wahl, jeweils untergliedert in verschiedene Waffenklassen. Team Alpha beispielsweise besteht aus 3 Infanteristen (M-16A2), einer davon ist Teamführer, und einem Maschinengewehrschützen (M249 SAW). Bravo- und Charlie bestehen in der Regel jeweils aus einem normalen Infanterist und einem Scharfschützen. Alles wird vom sog. Squadleader überwacht, der meist die größte Erfahrung mitbringt, aber auch selbst mitkämpft.

Via Tastenkürzel geben die jeweiligen Teamführer ihren Mitstreitern Kommandos, die möglichst zum Erfolg des gesamten Squads führen sollten. Wer nun welche Waffe tragen darf, bestimmt die jeweilige Erfahrung, die jeder Soldat im Spiel bisher gesammelt hat, damit wird sichergestellt, dass wirklich nur die Besten die wichtigsten Position besetzen können, was aber nicht heißt, das einem Anfänger nicht auch mal die Führungsrolle des Squads übertragen wird. Je nachdem wie erfolgreich man als Team nun fungiert, oder auch als einzelner, desto mehr Scorerpunkte sammelt man und diese machen irgendwann den Unterschied aus und heben das sog. Honor-Level (Honor = Ehre), was mit der Erfahrung gleichzusetzen ist (Man startet mit 10). Je mehr, desto besser und desto seltener ist man. Um aber wirklich weiter nach oben zu kommen, braucht man ein ganzes Stück, für Motivation ist also gesorgt.

Sollte man nun aber mal den Drang verspüren, auch die anderen Maps ausprobieren zu wollen, so muss man wieder ins Trainingslager, diesmal wird’s aber etwas schwieriger. Neben dem Sanitäterkurs, der übrigens sehr gut gelungen ist (man sitzt mit anderen Kameraden in einem Raum und hört dem Kursleiter zu, während über den Beamer Bilder passend zur Thematik laufen). Das gewonnene Wissen gilt es in mehreren Tests unter Beweis zu stellen, was gar nicht so einfach ist (alles in Englisch), man aber schaffen kann. Lustiger ist hingegen die Ausbildung zum Fallschirmjäger und später zu den Special Forces, da wird man noch mal etwas mehr gefordert und erlebt auch mal was anderes. Nach erfolgreichem Abschließen dieser Ausbildungen stehen einem nun auch die letzten Onlineeinsätze zur Auswahl und man kann, mit Honorwert von 15, bei Special Forces-Einsätzen auch seine Waffen mit beliebigen Extras ausrüsten, wie z.B. Granatwerfer, Zielfernrohr oder Schalldämpfer.



3. Realismus
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Da ich ja selber dienen durfte, daher auch ein gewisses Rüstzeug im Umgang mit Sturmgewehren, Maschinengewehr, Grantwerfer, Panzerfaust und diversen Granaten habe, denke ich, den dargestellten Realismus im Spiel doch recht gut beurteilen zu können. Beim Zielen über Kimme und Korn mit dem M-16A2 kommt vor allem die Atemtechnik zum Tragen, die der virtuelle Recke an den Tag legt. Man hört die Atemzüge und als erfahrener Soldat weiß man, wenn man 2/3 der Atemluft wieder ausatmet, hat man es am ruhigsten mit dem Zielen.

Was mir sehr gut gefallen hat, und was America’s Army von Möchte-Gern-Taktikshootern wie Counterstrike abhebt, ist das Nachladen einer Waffe. Nicht der Vorgang an sich, sondern die Tatsache, dass der Magazinwechsel bei einem noch nicht verschossenem Magazin noch die eine Patrone im Lauf mitgerechnet wird. (Beispiel: Man hat noch 15 Schuss, entscheidet sich aber ein volles Magazin zu benutzen, gibt einem 30+ 1 Schuss im Lauf = 31 Schuss). Leider wird dies von bisher keinem anderen sog. Taktikshooter beherzigt. Genauso wenn die Waffe klemmt... Wenn’s klemmt wird durchgeladen und dabei geht die Patrone, welche momentan im Lauf ist, verloren. Schöne kleine Details, die natürlich nicht jedem auffallen würden, aber wenn’s um den Realismus geht...

Weiterhin positiv ist mir der Umgang mit Maschinengewehr und Scharfschützengewehr aufgefallen. Auf Zweibein schießt so ein Ding eben genauer als aus der Hüfte oder freihändig. Pluspunkte sammelt das Spiel auch bei den Geräuschen (realistisch), aber dazu später mehr sowie einigen physikalischen Spielereien mit Geschossen und den Soldaten selbst. Getroffene fallen doch schon recht realitätsnah zu Boden, auf übertriebene Gewaltdarstellung oder Blutlachen wird aber verzichtet, was eigentlich auch ok ist.




4. Grafik/Sound/Steuerung
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Grafik: Die Grafik ist doch schon recht schick, kann sich aber freilich mit aktuellen Titeln nicht messen. Dennoch ist es sehr ansehnlich, was da auf den Bildschirm gezaubert wird. Seien es die Soldaten selbst, die Animationen, die durchaus gelungen sind oder die Umgebungsgrafik, alles sieht wie aus einem Guss aus. Aber auch bei den Details wurde nicht gespart, vor allem die Waffen sehen erfrischend anders aus und wirken plastischer als in manch anderem Taktikshooter. Die Waffeneffekte stehen dem in Nichts nach. Das Mündungsfeuer ist, wie eigentlich bei fast jedem Spiel, etwas überdimensioniert, Max Payne stell dabei aber immer noch den Rekord. Explosionen und Einschusslöcher sind recht detailgetreu, wenn auch man die Veränderung der Landschaft, vor allem bei Explosionen hätte berücksichtigen können. Insgesamt ist die Grafik gut, für diese Hardwareanforderungen aber vielleicht nicht gut genug.

°°°°

Sound: Der Sound ist natürlich, neben der Grafik, einer der wichtigsten Faktoren für gute Atmosphäre in einem Spiel, daher wurde auch hier nicht gekleckert sondern geklotzt. Die Waffen klingen äußerst realitätsnah (außer das M249SAW + die M9), Grananten stehen ihren realen Vorbildern wenig nach und gerufene Kommandos der Kameraden klingen, ich will nicht sagen echt, aber doch überzeugend. Die wenig vorhandene Musik (eigentlich nur im Menü) klingt natürlich sehr imposant und macht einiges her, trifft aber bestimmt nicht den Geschmack von jedem. Er klingt, sagen wir mal, sehr einnehmend. Kurzum, kann man den Sound als sehr gut beschreiben.

°°°°

Steuerung: Gesteuert wird, wie für einen Taktikshooter üblich, mit Tastatur und Maus. Die schon vordefinierten Tasten sind allesamt sehr mit Bedacht gewählt und man sollte sich nicht daran schicken, jene zu verändern. Ein Tastaturlayout kann man sich ausdrucken und somit optimal spielen und befehligen. Auf meine Kommandos wird, erwartungsgemäß ohne zu Zucken reagiert und auch die Maus ist je nach Bedarf (Geschwindigkeit) einstellbar. Hier gibt’s sicherlich nichts zu meckern, die Entwickler haben sich sehr große Gedanken gemacht, den Spieler sein virtuelles Ebenbild einfach steuern zu lassen.



5. Fazit
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Ich bin mir dessen bewusst, dass ich vor allem bei Punkt 2 viel geschrieben habe, aber das Spiel ist wirklich sehr komplex und es war das Mindeste, was man darüber schreiben konnte. Wie ich schon erwähnte, ist das Spiel Freeware. Und dafür, dass es Freeware ist, ist es richtig gut! Grafisch total in Ordnung und auch sonst technisch sehr ausgereift präsentiert sich dieses Spiel einem Millionenpublikum. Bisher sind fast 4 Millionen Spieler registriert und es werden pro Monat 80000-100000 mehr. Der Support ist glänzend. In Foren bekommt man auf jede Frage eine Antwort, das Spiel selbst wird regelmäßig in 3-4 monatigen Abständen aktualisiert und das, obwohl es keinen einzigen Cent kostet. Klar, man kann es nur online spielen, aber das macht doch bei Taktikshootern gerade den Reiz aus, sich mit anderen Menschen zu messen. Erfrischen auch die Idee der Grundausbildung, welche zwingend absolviert werden muss, da sonst keine Onlinespiel möglich ist. Das Spiel America’s Army gibt es zwar schon seit über 2 Jahren, aber in Deutschland ist es nicht so wirklich populär, zumindest liest man wenig darüber und auch auf den Servern trifft man wenig Deutsche. Das ist eigentlich egal, denn Hauptsache der Spielspaß stimmt und das ist hier in jedem Fall zutreffend und ich kann das Spiel eigentlich uneingeschränkt für Taktikshooter-Fans empfehlen.


6. Daten zum Spiel
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Preis: Freeware (ca. 730 MB als Download)
Download unter: http://www.americasarmy.com/downloads/


Systemanforderungen:

benötigt:
Pentium III mit 1,3 GHz, 256 MB RAM, 64 MB 3D Grafikkarte (Direct X 8.1) sowie 1,62 GB HDD

°°°°

empfohlen:
Pentium IV mit 2 GHz, 512 MB RAM, 128 MB 3D Grafikkarte sowie 1,62 GB HDD

Zusätzlich empfiehlt sich ein DSL-Zugang, alles andere hat keinen Sinn.




© 2004 by Bjoerner2001

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