Anno 1602: Erschaffung einer neuen Welt (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 11,07
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Erfahrungsbericht von letsthommes

Siedeln in der Südsee!!!!!!

Pro:

hoher Suchtfaktor; mit Add - On für 10 EUR; zu haben; guter Handelpart;

Kontra:

kleinere Fehler im Multiplayer; nicht ganz so gute Grafik;

Empfehlung:

Ja

Jahrhunderte bevor die Karibik ein Urlauberziel erster Klasse war schlugen sich alle möglichen Seefahrermächte dort mit Piraten die Köpfe ein. Um diese Zeit verschlägt es sie im Aufbauspiel Anno 1602 dorthin. Mit jede Menge Handelsgeschick und einer guten Wirtschaft versuchen sie dort zum mächtigen Handelsherren zu werden. Das wohl meistverkaufte deutsche Computerspiel bietet Siedelspaß und fesselt auch nach fast vier Jahren noch ewig lange an den Monitor.

Zur Story:
Als junger Seefahrer machen sie sich auf, auf einen Weg voller Gefahren, um in die Karibik zu kommen. Dort wird ihnen von ihrem Vorgänger das Amt übergeben und sie ziehen dann mit ihrer Flotte durch die Gegend und bauen ihr Handelsimperium auf. Das ganze Spiel folgt keiner strickten Handlung, da sie die Missionen unabhängig von einander absolvieren.

Zum Spiel:
Hier haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie spielen sie Kampagne durch, welche ihnen Missionen in Hülle und Fülle bietet oder versuchen im Endlosspiel möglichst lange zu Überleben. Mit der Missions-CD bekommen sie dann noch mal einen Karteneditor und neue knackige Missionen dazu.

Die Kampagne:
In der Kampagne spielen sie ein paar Duzend Missionen unabhängig voneinander durch, welche alle einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad haben. Der geht von eins bis vier. Vor jeder Mission wählen sie ihre Farbe, verschiedene Völker gibt es nicht. Das Missionsdesign ist sehr unterschiedlich. Mal müssen sie möglichst schnell eine große Stadt erbauen, ein anders Mal einem Freund genügend Rohstoffe liefern und Schutz vor dem Feind bieten. Jede Mission starten sie mit einem kleinen Schiff als Rohstofflager. In einigen Missionen steht ihnen aber schon eine kleinere Siedlung zur Verfügung. Die Missionen dauern besonders wegen der niedrigen Spielgeschwindigkeit ewig lange, werden aber nur selten langweilig.

Zum Endlosspiel:
Hier wählen sie auch Schwierigkeitsgrad und die Farbe ihrer Partei. Mit bis zu drei Gegnern siedeln und handeln sie dann auf einer zufallsgenerierten Karte um die Wette. Für den Start ist eine florierende Wirtschaft wichtig, welche nicht durch Überinvestition in den Ruin treiben sollten, da sie sonst von ihren Untertanen abgesetzt werden. Da die Gegner immer nur auf ihrer eigenen Insel blieben, können sie getrost alle anderen Inseln besiedeln, da dort spezielle Nahrungsmittel besser wachsen. Manchmal begegnen sie Eingeborenen oder Piraten. Krieg sollten sie möglichst wenig führen. Ihre Siedlungsinseln sollten sie gut schützen und eine große Seemacht aufbauen.

Die anderen Völker:
In Anno 1503 soll es davon neun geben, hier gibt es leider nur zwei. Piraten sind keinem freundlich gesinnt, lassen sich aber mit ein wenig Bestechungsgeld auf den Gegner hetzen. Sie selbst verteidigen sich sehr gut und greifen des öfteren Handelsschiffe und Siedlungen an. Sie sollten also immer genügend Kanonen für Schiffe und Türme bereit haben. Eingeborene sind anfangs sehr gute Handelspartner. In der Startphase erweist sich eine Eingeborenensiedlung auf der Insel als guter Tauschmarkt, da sie mehr als das doppelte wieder reinbekommen. Später werden sie mal von kleineren Trupps angegriffen, wenn die Eingeborenen sich ihrer Heimat beraubt fühlen. Ein Turm reicht aber schon aus um solche Kämpfer fern zu halten.

Die Rohstoffe:
In Anno 1602 ist alles mögliche ein Rohstoff und des öfteren müssen sie einige Produkte zusammenbekommen um besonders hochwertige Waren herstellen zu können. Ab und zu lassen sich auch ein par Händler an ihrem Kontor blicken um mit ihnen möglichst lukrative Geschäfte zu machen. Dabei verkaufen diese sehr teuer und bezahlen nicht viel fürs gekaufte. In der Startphase sind diese Schiffe besonders wichtig um an Werkzeuge zu kommen, die horrend teuer sind. Sie sollten möglichst viele verschiedene Inseln besiedeln, da auf jeder Insel ein Nahrungsmittel besonders gut wächst oder besonders viele Erz- und Goldvorkommen zu finden sind. Kaufen können sie die Rohstoffe und Fertiggüter bei Händler und Gegner auch gegen Geld, welches sie für den Betrieb ihrer Produktionsstädten brauchen und durch Steuern einbeziehen. Insgesamt gibt es 23 Fertigwaren und Rohstoffe.

Die Armee:
Sie können wenn sie im Besitz einer Festung sind bis zu vier verschiedene Truppentypen ausbilden. Die brauchen jede Menge Waffen und können auf Schiffen zum Feind überführt werden. Jede Einheit ist besonders gut gegen eine andere. Es gibt zwei Nah- und zwei Fernkampfeinheiten. Kavallerie und Infanterie lassen sich gut gegen die Fernkampfeinheiten Kanonier und Musketier einsetzen, während diese mit genügend Abstand schwer klein zu kriegen sind. Ihre Armeen sollten möglichst aus allen der vier Einheiten bestehen. Als standhafte Verteidigungsanlage dienen Türme. Während er Holzturm zwar gut im Angriff ist und wenig kostet ist der Steinturm wesentlich robuster und kostet weniger. Jede Einheit hat eine bestimmte Reichweite, welche sie geschickt ausnützen sollten.
Ihre Seemacht können sie dagegen nur in einer großen Schiffswerft erbauen, welche Unmengen an Rohstoffen verschlingt aber dafür prächtige Handelssegler und mächtige Kriegsschiffe, welche sie erst noch bestücken müssen, hervorbringt. Die kleine Werft ist nur für die Standardsegler zuständig.

Die Untertanen:
Während anfangs nur Pioniere mit niedrigen Anforderungen an Rohstoffen und Gebäuden bei ihnen einziehen, haben sie am Ende mit der fünften Stufe den Adeligen ohne eine gut laufende Wirtschaft keine Überlebenschance, da diese alles mögliche an teuren Gebäuden und Fertigwaren wollen. Jedes der fünf verschiedenen Häuser kann je nach Entwicklungsstufe der Einwohner eine bestimmte Zahl von Bewohnern aufnehmen. Dabei bekommen sie für jeden Einwohner einer bestimmten Klasse eine gewisse Punktzahl, die für die Endabrechnung für die Platzierung in der Liste der Besten wichtig ist. Anfangs kostet die Erneuerung der Häuser bei Aufstieg eines Hauses in eine höhere Stufe fast nur Holz, später brauchen sie jede Menge sauteuren Stein. Je nach Entwicklungsstufe verlangen die Untertanen einige bestimmte Gebäude, sodass sie mit ihnen zufrieden sind. Diese Gebäude haben eine bestimmte Reichweite. So müssen sie von den weniger wichtigen Gebäuden schon mal ein halbes Duzend platzieren und brauchen um ein riesiges Gebiet zu erreichen nachher nur eine Kathedrale zu bauen, die sie aber erst ab einer bestimmten Anzahl an Untertanen auf einer Stufe bekommen. Dafür sind die Steuerzahler dann auch für eine gewisse Zeit auch mit besonders hohen Steuern einverstanden. Steuern sollten sie aber nicht zu hoch stellen, da sonst die Leute aus ihrer Siedlung fliehen. Durch die Steuern beziehen sie auch einen Großteil ihres Etats für die Produktionskosten der Fertigwaren und so weiter.

Die Katastrophen:
Im Spiel werden sie eineigen Katastrophen gegenüber stehen. Mal bricht in ihrer Prunksiedlung die Pest aus, welche einige stinkreiche Steuerzahler das Leben kosten kann. Dafür sollten sie in de Umgebung möglichst viele Ärzte wohnen haben, welche sofort das Übel beseitigen oder sie speichern schnell ab und laden neu und die Katastrophe ist ohne Verluste überstanden. Gleiches gilt auch für Häuserbrände, welche ebenfalls das Leben ihrer Untertanen bedrohen. Dem kann mit einer Feuerwehr in kurzer reichweite entgegengewirkt werden. Besonders Besitzer des Add-Ons werden mit Naturkatastrophen nur so überschüttet.

Aufbau einer Kolonie:
Sie starten im Endlosspiel, was sowieso am meisten Spaß macht mit einem kleinen Segler, mit welchem sie eine möglichst große Insel ansteuern, die ein bis zwei Berge aufweist. Die Insel wird direkt mit dem Bau eines Kontors erforscht und sie bekommen in kleinen Videos mit, dass eventuell Erz und Gold gefunden wurden. Um die Wirtschaft anzukurbeln bauen sie möglichst viele Holzfällerhütten, die genügend Geld für den Einkauf von Waren bieten. Dann ziehen sie die ersten Wohnungen hoch, kümmern sich um die Bedürfnisse ihrer Leute und sorgen für genügend Nahrung. Dann bohren sie erst mal die Rohstoffvorkommen, um an Werkzeuge und Waffen zu kommen, die in ewig langen Produktionsketten, die sehr an die Siedler erinnern, zum Endprodukt gefertigt werden. Nach und nach sollten sie eine kleine Handelsflotte aufbauen, welche mit genügend Rohstoffe und Werkzeugen eine neue Insel anfährt und dort neue lukrative Produktionsstätten errichtet. Mit einem schnell verstandenen Handlesmenü legen sie Handelsrouten fest, auf welchen die Schiffe dann ihre Runden drehen und Rohstoffe zur Hauptinsel mit der entwicklungsbedürftigen Bevölkerung bringen. Da Piraten und die Gegner nach ihrem Vermögen trachten, sollten sie ihre Armee aufbauen, zur See und zu Lande, welche dann mit großen Befestigungsanlagen auf den Inseln für die Sicherheit der Bewohner und Güter sorgt. Lästige Piraten lassen sich mit einer größeren Seemacht niedermachen, während tauschbereite Eingeborene möglichst lange ausgebeutet werden sollten. Wenn sie dann mit wohlhabenden und gut verpflegten Adeligen genügend Kohle gemacht haben und die Armee und Verteidigung überall gut genug ist, sollten sie zum Angriff auf die Gegner blasen und diese mit einem Großangriff plattmachen.

Zur Grafik:
Obwohl das Spiel schon mehr als drei Jahre als ist sie die isometrische Grafik, welche viele Details aufweist immer noch sehr hübsch aus. Ohne überwältigende Grafikeffekte fesselt das Spiel für Stunden an den PC. Leider lassen sich außer der Armee und einigen Arbeitern nur selten die Einwohner der Stadt sehen, was sich im Nachfolger gründlich ändern soll. Ein paar Rendervideos verschönern die Errungenschaften ihres Handels noch um einiges mehr. Schiffe und Kriegseinheiten sind nur sporadisch animiert und haben nicht viele Bewegungsabläufe, während die Gebäude ihrer Siedlung sehr detailverliebt dargestellt werden. Karibikflair kommt bei der schönen Landschaftsgrafik nur auf einem Teil der Inseln auf. Höhenstufe gibt es keine. Man könnte sagen man hat einen handlungsmäßig aufpolierten Siedlerklon mit Karibikflair vor sich.

Zum Sound:
Die wunderschöne Hintergrundmusik, welche sich der Vorkommnisse immer anpasst macht auch einen Großteil der Atmosphäre aus. Ein Kommentator warnt sie vor Katastrophen oder gibt Auskunft über den Warenbestand und Warenknappheit:“... ist Mangelware!!“ ist der wohl häufigste Satz den faule Spieler im Spiel zu hören bekommen. Kampfgeräusche und die restliche Geräuschkulisse sind sehr gut gelungen.

Zur Steuerung:
Hier liegt der große Unterschied zum Konkurrenten Siedler. Die Steuerung und das Handeln vor allem sind leicht kapiert. Jedes Gebäude verbraucht einen gewissen Platz. Dieses System lässt jede Siedlung aussehen, als wäre sie auf dem Reisbrett geplant. Die Befehligung der Armee und Handelsschiffe ist sehr einfach genauso wie die Festlegung der Handelsruten und die Platzierung von Gebäuden. Nur mit Minen, welche an größeren Bergen platziert werden müssen, gibt’s ein paar kleine Platzierungsprobleme. Die Handhabung der wichtigsten Dinge ist zwar schwer zu erlernen geht nachher aber viel leichter von der Hand.

Zum Multiplayer:
Mit bis zu vier Spielern können sie über Internet und LAN sich gegenseitig die Inseln streitig machen, Bündnisse schließen und handeln was das Zeug hält. Nur gelegentlich kommt es zu Fehlern, wenn zum Beispiel der eine menschliche Gegenspieler einen der immer auf vier Gesamtspieler hochaddierten Computerspieler besiegt verschwindet dieser beim anderen menschlichen Mitspieler nicht. Also sollten sie möglichst immer mit maximaler Spieleranzahl spielen. Im Multiplayer macht das ganze trotz der kleinen Fehler immer noch am meisten Spaß.

Hardwareanforderungen:
Minimum: CPU mit 133 Mhz, 16 MB RAM und keine Grafikkarte.
Empfohlen: CPU mit 200 Mhz, 32 MB RAM und keine Grafikkarte.
Optimal: CPU mit 300 Mhz, 64 MB RAM und keine Grafikkarte.

Fazit:
Wer Aufbauspiele mag wird Anno 1602 lieben. Das etwas abgekupferte und verbesserte Siedlerprinzip macht dank Add-On und einem hohen Suchtfaktor auch heute immer noch Spaß. Nicht umsonst ist es das meistverkaufte deutsche Computerspiel.

LETSTHOMMES

26 Bewertungen, 3 Kommentare

  • bmwumska

    22.04.2006, 05:52 Uhr von bmwumska
    Bewertung: sehr hilfreich

    Supi! würde mich über gegenlesungen sehr freuen!^^

  • diearschmade

    09.09.2005, 10:24 Uhr von diearschmade
    Bewertung: sehr hilfreich

    mal jemand, der versteht wie man einen Spielebericht richtig angeht. TOP

  • dirkstapelfeld

    09.09.2005, 09:23 Uhr von dirkstapelfeld
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr informativ und gut zu lesen , DST