Obscure (PS2 Spiel) Testbericht

ab 15,65
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  einfach
  • Wird langweilig:  nach wenigen Wochen
  • Suchtfaktor:  durchschnittlich
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von Kw02

ObScuRE - Ein obskurer Spaß

Pro:

Guter technischer Stand, Schokmomente, gute Inszenierung, cooler Koop

Kontra:

Ideenklau, kurze Spielzeit, leicht ausgelutschtes Szenario

Empfehlung:

Ja

\"Obscure\" scheint sich an alle Leute zu richten, die sich bei unseren armen Politikern über ungenügend und völlig veraltetes Lehrmaterial, überfüllte Klassen sowie schimmelnde Wände beschweren.
Denn nebst diesen Problemchen, hat die \"Leafmore Highschool\" (dem Schauplatz in \"Obscure\") mit weitaus Größerem zu kämpfen: grünem, pulsierendem Schleim, dem kontinuierlichen Verschwinden von Schülern, sowie einem dunklen Geheimniss...

Frühstens beim Anblick des Covers und spätestens in den ersten Spielszenen wird unmissverständlich klar worum es in Obscure geht:
Ein Horro-Survival Szenario im Highschool - Gewand.
Wer sich schon immer in einer grottige Schule statt einem alten Herrenhaus gruseln wollte, ist hier genau richtig. Und das mit dem Herrenhaus kommt nicht von ungefähr, denn Obscure hat sich kräftig \"inspirieren\" lassen von diversen Horror-Klassikern, sowohl Filmen als auch Spielen.


Die Schule, Ursprung allen Grauens...

Im stylischen Intro mit passender Musikuntermalung lernt ihr die fünf Highschoolgänger Kenny, Ashley, Josh, Stan und Shannon kennen.
Als Kenny eines Abends nach dem Basketballtraining beschließt noch ein paar Körbe zu werfen nimmt das Schicksal seinen Lauf...
Von nun an untersteht Kenny unserem Kommando.
Als wir völlig allein in der Sporthalle stehen hören wir plötzlich ein leises Klingeln - definitiv NICHT die Pausenklingel !
Wir bewegen uns also durch die stockfinstere Turnhalle und gelangen schließlich in den Duschraum der Jungs. Das Klingeln wird immer lauter.
Nach einigem Drehen und Wenden sehen wir plötzlich ein blinkendes Handy, offensichtlich die Ursache für das Klingeln. Ahnungsvoll nehmen wir ab und wer ist dran....
Nicht etwa irgendein Verrückter sondern unsere Freundin Ashley, welche uns dezent freundlich an unser Date mit ihr erinnert.
Aus dem Augenwinkel heraus sehen wir wie Jemand unsere Tasche an sich nimmt.
Panisch drehen wir uns um, doch... Nichts! Weder unsere Tasche noch eine Menschenseele ist, von uns mal abgesehen in diesem Raum.
Unruhig machen wir uns auf die Suche nach unserer Tasche.
Nachdem wir unverhofft einen uns bis dahin unbekannten Schulgarten entdecken betreten wir eine Art Keller und treffen tief unten auf einen verängstigten, einem Zombie SEHR ähnlichen Jungen, der uns bittet ihn hier rauszubringen.
Der Gute hat offenbar schon einige Nervenzusammenbrüche hinter sich, so dass wir ihn uns schnappen und eiligst aus dem Keller flüchten wollen, doch bevor wir den rettenden Ausgang erreichen, verfolgt von undefinierbaren Fleischwucherungen, wird direkt vor unserer Nase der Keller von außen verschlossen.....

Die eben beschrieben Szene bildet eine Art Tutorial in \"Obscure\", ihr bekommt die Grundlegende Steuerung erklärt und könnte euch mit dem Szenario vertraut machen.
Nachdem Kenny nun verschwunden ist, beschließen seine Schwester Shannon, Ashley und Josh ihn zu suchen, wobei sie vom Hausmeister versehentlich in der Schule eingesperrt werden...


Die drei Musketiere

Bevor es überhaupt losgeht, müsst ihr euch für einen Schwierigkeitsgrad entscheiden, zur Verfügung stehen \"leicht\", \"normal\" und \"schwer\".
Zunächst spielt ihr das oben beschrieben \"Tutorial\" in Form von Kennys Verschwinden um euch anschließend mit auf die Suche nach ihm zu begeben.
In der Regel dürft ihr zu Zweit das Schulgebäude erkunden, wobei ihr über eure Spielfigur volle Kontrolle habt und der Anderen einfache Befehle wie \"Hilf mir\", \"Warte\" oder \"Komm her\" erteilen könnt.

Zunächst stehen euch drei mögliche Charaktere zur Verfügung, im späteren Spielverlauf findet ihr allerdings noch Stan und auch Kenny.
Charaktere die gerade nicht gebraucht werden warten auf dem Hof bis ihr sie braucht oder den Löffel abgeben solltet. Das Wechseln zwischen den Charakteren ist durchaus sinnvoll, denn jeder verfügt über eine bestimmte Stärke.
Welche u.a. aus den Schülerakten (kleine Steckbriefe die ihr anwählen könnt) hervor gehen.
So ist Stan beispielsweise Meister im Schlösser knacken und öffnete euch scheinbar verschlossene Wege schneller als die Anderen.
Ashley kann kräftig zuhauen und verfügt über eine Spezialattacke, wogegen Kenny ein äußerst guter Sprinter ist. Shannon ist die Heilerin der Truppe und heilt bis zu 25% effektiver als die Anderen, außerdem gibt sie (meist überflüssige) Hinweise zu dem jeweils aktuellen Rätsel.
Josh kann auf euch Knopfdruck sagen ob ihr in einem Raum wichtige Gegenstände findet und immer wenn er einen Raum betritt leuchten alle Gegenstände die ihr einsammeln könnt auf, was bei den Anderen nur der Fall ist, wenn sie nahe an einem Objekt dran stehen.


Der Quell der Inspiration oder:
Wenn schon, denn schon!

Die Fünferriege enthält so ziemlich jeden \"Schülertypus\".....

Kenny :
Verkörpert den Supersportler, der auf Körper-
statt Geisteskraft setzt.

Shannon:
Sehr kluges Mädchen,
welches sich durch auffälliges
Styling hervortut.

Ashley:
Die Freundin des Supersportlers,
welche u.a. modelt und dem
Beauty-Club angehört.

Stan:
Klassenclown und potenzieller
Drogendealer.

Yosh:
Überengagierter Schülerzeitungs-
reporter, der seine Nase überall
reinstecken muss.

....und bedient somit ein typisches Teenie-Horror-Klichee.
Fortgeführt wird das u.a. mit der obligatorischen Sport- und Duschraumszene
(ein Wunder das da Niemand ermordet wurde...),
sowie einem verschrobenen Direx, der offenbar etwas zu
verbergen hat.
Etwas dreist sind die bereits erwähnten Resident - Evil - Anleihen.
So haben die Monster in Obscure gewisse Ähnlichkeiten mit
Fleischklöpsen aus Resi bzw. Silent Hill.
Die Feinde sind zwar gut gelungen und muten wirklich eklig an, aber
etwas mehr Eigenständigkeit und Kreativität wäre durch angebracht
gewesen.
Offensichtlich haben sich MC2 auch von dem Horrostreifen \"Faculty\"
beeinflussen lassen, nicht nur was die Monster angeht, sondern auch ein Stück
die Story betreffend.
Was wirklich herb auffällt, ist die verblüffende Ähnlichkeit von Stan (wir erinnern uns, der
Streiche ausheckende Unruhestifter) mit \"Josh Hartnett\" aus \"Faculty\".
Und zwar sowohl vom Aussehen her, als auch vom Charakter/ Verhalten).
Doch, was MC2 sich von anderen \"geborgt\" hat, wurde wengistens anständig im Spiel
verarbeitet, weshalb einige offensichtliche Ideenklauereien zu verschmerzen sind.


optisch ansprechende Obskuritäten !

Habt ihr euch für zwei Charaktere entschieden, streift ihr gemeinsam durch die Leafmore High.
Auf euren Wanderungen findet ihr nebst ekligen Monstern und Zombies auch Briefe, Nachrichten, Videobänder und Tagebucheinträge, die die Story voran treiben und langsam aber sich das Ausmaß des Geheimnisses der Leafmore High andeuten.
Ebenfalls storyentwickelnd wirken dezent eingesetzte Rendersequenzen, welche sich durchaus sehen lassen können.
Das gilt übrigens auch für den Rest des Spiels, denn die düster und teils dreckige Grafik
trägt hervorragend zur Gruselatmosphäre bei.

Auch die Charaktermodelle sind sehenswert und brauchen sich ihrer Polygone nicht zu schämen.
Die Animationen sind lässig und wirken fast durchweg passend.
Ebenfalls ansprechend sind die Spiegelungen auf glatten Böden, wie dem der Eingangshalle oder der Turnhalle. Wer einmal einen Blick zu den Lampen wirft wird kleine Fliegen erkennen, die sich flatternd um den Wärme ausstrahlenden Lichtspender drängen.
Das Licht ist in diesem Spiel übrigens existenziell,
schlagt ihr ein Fenster ein, wird der Raum durch ein trübes Nachmittagslicht erhellt, welches alle Monster tötet, die sich ihm nähern.
Leider wird es nach etwa 1 1/2 Stunden Spielzeit Abends, weshalb ihr auf diesen Joker fortan verzichten müsst.
Ähnlich gut wie die Optik ist die Kameraführung.
Wie in anderen Horrorgames ist diese fest, um der Athmosphäre Willen.
Dank fast durchweg gut positionierter Kamerawinkel verliert ihr selten die Orientierung.

Scheinbar verfügt \"Obscure\" auch über so etwas wie eine kleine \"Physikengine\".
Denn einige Kisten, Kartons, Stühle und Reinigungswägen lassen sich quer durch die Räume kicken, ähnlich wie in May Payne.
Lauft ihr Beispielsweise zu nah an einem Regal mit Flaschen vorbei, fallen diese um, rollen herunter und kullern über den Boden.
Das Balancing ist allerdings nicht ganz so gut geworden. Denn einen mannshohen Fernsehtisch mit anmontierten TV könnt ihr genauso leicht wie eine kleine Pappkiste durch den Raum schubsen.
Die Zerstörbarkeit von Getränkeautomaten und Türfenstern ist keine sinnlose Möglichkeit der Frustentladung, sondern aus besagten Automaten können sie heilende Energydrinks herausprügeln.
Zerstört ihr das Glasfenster in einer Tür, könnt ihr diese anschließend mit einem Griff durch das kaputte Fenster öffnen.
Einleuchtenderweise gibt es auch Ladezeiten, diese sind glücklicherweise recht kurz und tauchen immer dann auf, wenn ihr einen Raum verlasst bzw. betretet.


Der Weg durch die Horror - Schule

Nebst den erwähnten Tagebucheinträge, Briefe usw. die die Story verdichten, gibt es auch kleinere, nicht unbedingt storyrelevante Infos:
So könnt ihr etwa die Noten eurer Schützlinge in einem herumliegenden Notenheft einsehen.
Auch für die \"Bildung\" des Spielers wird etwas getan.
Laut eines im Lehrerzimmer herumliegenden Artikels warnt das Gesundheitsamt vor den Auswirkungen von Energydrinks, das Zeug was wir uns zur Heilung hinterkippen! Na dann - Prost !
Für Lehrer dürfte der Artikel \"10 ways to tame your students\" interessant sein ;).

Wer schonmal Horrorgames gespielt hat müsste wissen, was neben Action ebenfalls nicht fehlen darf - Rätsel !
Diese hat man auch in Obscure nicht vergessen. Wobei der Anspruch der Levels relativ gering ist.
Das Repartoir reicht von \"such-den-Schlüssel\" über \"such-den-Code-für-das-Schloss\" bis hin zum
richtigen Einstellen von Kompassnadeln auf einer Weltkarte.
Aber richtige Kopfnüsse alá \"Silent Hill\" braucht ihr nicht erwarten.
Wer trotzdem einmal ein Problem mit einem Rätsel hat, braucht sich nur Shannon schnappen.
Sie hilft euch durch weisende Kommentare und bringt euch in der Regel schnell auf des Rätsels Lösung. Das Zurechtfinden in dem großen Schulgebäude wird dank der sehr übersichtlichen Karte erleichtert.
Verschlossene Türen werden mittels \"x\" markiert, sollt ihr einen bestimmten Ort aufsuchen, wird dieser auf der Karte eingezeichnet, so dass ihr euch nicht verlauft.
Nebst der Karte gibt es noch die erwähnten Schülerakten, wo Infos über die Charaktere und deren Gesundheitszustand einzuholen sind.
Denn es gibt keine Healthanzeige im Spiel ! Das ihr gesundheitlich angeschlagen seid, merkt ihr entweder mittels eines vibrierenden Controllers (Konsolen), oder ihr seht es anhand eures Portraits in der Schülerakte, was \"dezent\" mit Blut beschmiert wird, je nachdem wie angekratzt eure Gesundheit ist.


Sound der unter die Haut geht...

\"Obscure\" unterstützt Pro Logic II und bietet durchweg guten Horror-Gruselsound.
Lauft ihr durch eine weitläufige Halle ertönen furchteinflößende Choalgesänge.
Schleicht ihr hingegen durch enge Gänge hört ihr gespenstisches Stöhnen und Röcheln.
Für schreckmomente sorgt auch das oft einsetzende Poltern von Kisten, was euch den Eindruck vermittelt, dass Jemand im Nebenraum randaliert.
Auch krank verzerrte Musik dringt zuweilen an euer Ohr und treibt euch besonders in kritischen Situationen den Schweiß auf die Stirn.
Ähnlich gut wie der Sound ist die dt. Synchonisation. Die Sprecher machen einen ordentlichen Job,
kleinere Merkwürdigkeiten bei der Betonung inklusive.
Was jedoch zuweilen etwas schräg aus der Bahn fällt sind die Kommentare einzelner Charaktere im Spiel, wie beispielsweise Ashley: \"Wo sind die alle? Ich will jemanden zusammenschlagen!\".
Ansonsten Daumen hoch für den Sound.


Euer Team fest in der Hand

Das Handling wurde wirklich gut gelöst und eure Charaktere steuern sich sehr intuitiv.
Ihr lauft mittels des linken Sticks, während der Rechte zum schwenken der Waffe bzw. Taschenlampe dient.
Ihr Laufgeschwindigkeit regeln sie mittels Druck auf den Stick.
Mit dem rechten Trigger visieren sie ihre Feinde an, der Linke verleiht der Taschenlampe kurzzeitig ein stärkeres Licht, was zur Überhitzung führen kann danach muss kurz gewartet werden bis die Taschenlampe wieder abgekühlt ist.


Die Waffen eines Schülers

Sie haben die Wahl, klassisch Holz oder lieber jugendlich modernes Aluminium?
Die Rede ist von Baseballschlägern! Zu Beginn habt ihr nur einen Holzürügel, später findet ihr dann einen Aluschläger und anschließend sogar eine Pistole.
Habt ihr Klebeband im Inventar und eine Taschenlampe könnt ihr diese an auf die Waffe kleben und seht somit besser wo ihr hinschießt. Euer Charakter zielt übrigens automatisch.
Später wandert noch eine Schrotflinte sowie ein Laser in euer Inventar.
Ihren Spielstand können sie mittels sogenannter \"Disks\", jederzeit und überall abspeichern.
Es ist somit auch möglich Disks zu bunkern, aber in der Regel erhält man genug im Laufe seines Abenteuers.


Gruseln zu zweit = doppelter Spaß

Wer ungern allein zittert, kann sich auch zusammen mit einem Freund auf die gefährliche Erkundungstour machen, im Koop!
Ein wirklich cooles Feature, denn das Spielen mit einem \"realen\" Partner ist um einiges effektiver und erfreulicher, als mit den nicht immer ganz hellen KI Kumpels.
Das Tolle ist, dass ihr nicht extra einen Kop-Modus starten müssen, sondern ihr schließt einfach ein zweites Gamepad an und betätigen die \"Start\" Taste auf ihrem Controller und spielen mit.
Das heißt, wenn mal keiner zur Hand ist, können sie auch mit der KI weiterspielen und sind nicht davon abhängig, dass Jemand ihren Partner übernimmt.
Ebenfalls lobenswert ist das Teaminventar. Beide Mitspieler haben Zugriff auf Medikits, Schraubenzieher usw. Anders sieht es bei Waffen aus. Hier hat jeder sein eigenes Inventar.
Wenn ihr wollt könnt ihr jedoch Waffen mit einem Freund tauschen.
Da ihr nicht im Splitscreen spielt, konzentriert sich die Kamera immer nur auf einen Spieler.
Weshalb es passieren kann, dass der Andere nicht mehr weiß wo er ist, dann hilft es nur noch, wenn er die Kamera auf sich konzentriert, worauf Ihr dann wieder nichts seht...
Praktisch: Betritt ein Charakter einen neuen Raum wird der Andere automatisch mitgenommen.

Fazit:

Trotz auffallendem Ideenklau und recht kurzer Spielzeit bietet \"Obscure\" einige sehr gut inszenierte Schokmomente, die Story ist kein Innovationswunder aber durchaus stimmig.
Optik und Sound sind auf einem guten Stand und tragen viel zur dichten Amtosphäre bei.
Zusätze wie freispielbare Kostüme und neue Waffen sind nicht unbedingt ein Anreiz für mehrmaliges Durchspielen. Interessanter sind da schon die Musikstücke, je weiter sie im Spiel sind, desto mehr Musikstücke schalten sie frei. Ebenfalls vorhanden sind Trailer u.a. zum Spiel selbst.
Wem das genügt und wer sich mit derkurzen Spielzeit anfreunden kann, soll ruhig zugreifen.
In der Regel erhält man \"Obscure\" für um die 41 Euro.
Allen anderen würde ich empfehlen sich das Spiel übers Wochenende auszuleihen, dann habt ihr genug Zeit um es einmal, oder wer es nötig hat auch zweimal durchzuzocken.