Aufbesserung des Taschengeldes - Tipps & Tricks Testbericht

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Erfahrungsbericht von Nyaasu

Du willst mehr Geld? Dann geh arbeiten!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

GELD FÜR DIE TASCHE?
Spätestens in der ersten Klasse lernt jeder das tolle Gefühl des ersten, zum verprassen erhaltenen Geldes – das Taschengeldes, welches sich aber, anders als der Name vermuten lässt, meist nicht sehr lange in der Tasche aufhält.
Anders als das Geld von Omas, Tanten & Co., das man zum Geburtstag und an anderen Feiertagen bekommt, ist das Taschengeld nicht dazu da, auf dem Sparbuch zu landen, und wenn doch, dann grundsätzlich nur freiwillig.
Angeblich soll es den Kindern helfen, schon früh zu lernen, wie man mit Geld umgeht, aber wenn ich mir meine Stufe so ansehe, kann das bis heute kaum einer...


ICH UND MEIN TASCHENGELD
Ich hab damals in der ersten Klasse mit knapp 2 DM in der Woche angefangen. Das war nicht ganz so viel, wie es für manch andere Erstklässler ist, denn ich gebe zu, dass ich durch zwei Omas und eine Uroma (die mir übrigens bis heute erhalten geblieben sind) nie knapp bei Kasse war. Aber das war wenigstens etwas eigenes, regelmäßiges, und ich muss gestehen, dass der Großteil davon breitwillig am Kiosk ausgegeben wurde.
Bei mir stieg das Geld aber nicht proportional (jedes Schuljahr so und so viel DM mehr), sondern je nach Bedürfnissen. In der achten Klasse bekam ich also schon 70 DM im Monat, da meine Mutter wusste, wie teuer mittlerweile ein einziger Kinobesuch oder ein Kirmestag waren, und sie wollte, auch wenn wir nie viel hatten, nicht, dass ich hinter anderen herhinke und aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werde, weil ich einfach nie mitmachen kann.
Mit dem Geld von meinen Omas war es dann meistens schon dreistellig.


TASCHENGELD AUFBESSERN IST GAR NICHT SO SCHWER!
70 DM plus Oma-Zuschläge waren für mein Alter eine Menge, aber es war mir aber immer noch zu wenig, da sich alleine meine monatlichen Kosten für Zeitschriften auf knapp 55 DM beliefen. Aber ich wollte keine bloße Erhöhung sondern schon was tun für mein Geld, so viel Stolz hatte ich schon immer.

Mit knapp 14 kann man schlecht arbeiten gehen, also hab ich meine Mutter gefragt, was ich tun kann. Sie bot mir an, ihr ihre unliebsamsten Arbeiten abzunehmen – alle 2 Wochen den Flur zu Putzen und wenigstens einmal im Monat die Küche gründlich zu wischen. Dafür wollte sie mein Taschengeld auf satte 100 DM im Monat erhöhen (ihr seht, es waren wirklich SEHR unliebsame Arbeiten!). Gesagt, getan, Geli putzte und tut es noch heute, allerdings unentgeltlich, da ich dann doch irgendwann ein schlechtes Gewissen bekam, mich für etwas selbstverständliches bezahlen zu lassen.

Als ich mit 15 das Internet für mich entdeckte (allerdings keinen eigenen Anschluss haben durfte sondern für satte 6 DM / Stunde das Internetcafé nutzen musste), waren auch 100 DM plötzlich wieder ziemlich wenig. Da bot mir meine damals beste Freundin an, mit ihr Prospekte für EDEKA auszutragen. Die Dame am Telefon hatte ihr gesagt, man würde alleine ungefähr 3 Stunden dafür brauchen. Na, das wäre zu zweit dann ja ein Klacks!
Haha, weit gefehlt! An unserem ersten Sonntag packten wir die 1000 (!) Prospekte in unsere Rucksäcke, jeder 500 Stück, und glaubt mir, in dieser Größenordnung wiegen die Dinger echt viel! Hinzu kam, dass unsere Austragungsgegend fast ausschließlich aus Ein- oder Zweifamilienhäusern bestand... Wir brauchten zu zweit satte 6 Stunden und waren am Abend mehr als tot.
Die nächsten Male nahmen wir uns einen Rollenkoffer mit, aber auch mit dem brauchten wir knapp 4 Stunden.
Als dann die ersehnte Auszahlung kam, waren wir schwer enttäuscht – statt der versprochenen und erwarteten 75 DM (für jeden, was eh schon wenig genug war), befanden sich gerade mal 120 DM auf unserem Konto, denn wir bekamen für den Prospekt 0,03 Pfennig, also gerade mal 30 DM pro Sonntag. Das war uns dann doch zu viel, und nach zwei Monaten kündigten wir resigniert.

Mit 16 machte ich mich dann auf Jobsuche, aber das war leichter gesagt als getan, denn viele wollten keine Schüler – zu viele Regeln sind da einzuhalten, zu unflexibel, blablabla. Ich wurde überall abgelehnt oder auf ein „Wir melden uns“ (haha, von wegen!) vertröstet.
Da hatte ich die Faxen dicke und gab für 15 DM eine Anzeige auf, in der ich angab, eine Schülerin zu sein, die dann und dann arbeiten kann.
Es meldete sich zuerst ein Kerl vom Stadttheater, der eine Aushilfe fürs Café suchte. Ich ging zum Vorstellungstermin, und er war nicht da, und er meldete sich auch nicht mehr. Also wieder nix.
Aber dann meldete sich meine zukünftige Chefin und lud mich ebenfalls zu einem Vorstellungsgespräch ein – in einen Imbiss, nicht mehr als eine „Heiße Kiste“ am Arsch der Welt, 25min Busfahrt von mir entfernt. Ich machte sofort einen guten Eindruck und konnte direkt am nächsten Montag zur Einarbeitung kommen, welche 2 Wochen dauerte.
Während dieser 2 Wochen stand ich Mo, Di, Mi und Fr von 14-21 Uhr und Sa von 12-20 Uhr in dem Imbiss (Do ging nicht wegen Sport), hatte keine Zeit mehr für die Schule und fiel abends ins Bett wie ein Stein. Hinzu kam ja, dass es November und schon sehr kalt war und meine Kolleginnen dauernd lüften wollten – keine gute Sache, wenn man aufgrund eines Gewichts von 45kg sowieso schon mehr friert als andere. Während der Einarbeitung erhielt ich 5 DM die Stunde – und laut meiner Chefin könne ich froh sein, überhaupt was zu kriegen, da angebliche andere Arbeitgeber während der Probezeit nichts zahlen...
Nach der Einarbeitung wurde ich fest eingestellt und erhielt 10 DM die Stunde. Wenn man bedenkt, dass ich alleine in dem Imbiss stand, als alle Aufgaben, vom Verkauf über Zubereitung bis hin zum Putzen komplett alleine übernehmen musste, war das nicht viel. Hinzu kam, dass ich bezahlt wurde, bis der Imbiss zumachte, also bis 20 bzw. 21 Uhr – die halbe bis dreiviertel Stunde danach, die fürs Saubermachen draufging (ebenso wie morgens beim Aufmachen), verbrachte ich unentgeltlich. Aber ich durfte umsonst essen und trinken.
Ich hatte mir gedacht, jeden Samstag zu machen und hier und da mal eine Wochentag, aber daraus wurde nichts, denn andauernd klingelte das Telefon und man bat mich, doch einzuspringen – teilweise lagen zwischen einem Anruf und Dienstbeginn wenigere als 2 Stunden... Im Februar hatte ich z.B. satte 100 Stunden dort gearbeitet.
14 Monate hielt ich es aus, dann hatte ich keine Lust mehr, da ich weder die Arbeitsbedingungen (als Minderjährige hätte ich z.B. nie länger als 6 Stunden am Tag und 20 10 Stunden pro Woche arbeiten dürfen; nach Feierabend fuhr der Bus nur einmal die Stunde) noch die Kunden (die einen teilweise bedrohten, rechtsradikal waren und auch mal Schneebälle in die Friteuse warfen...) für länger zumutbar hielt, war ich am 1. Januar 2003 arbeitslos.
Ja, ich wurde über den Tisch gezogen, aber sämtliche (erwachsenen) Kolleginnen verdienten auch nicht mehr, und ich war froh, etwas gehabt zu haben. Es waren wichtige Erfahrungen, die ich nicht missen möchte, da sie mir geholfen haben, den Wert des Geldes schätzen zu lernen und irgendwie auch erwachsen zu werden.

Einen Monat nach der Kündigung fing ich bei Mc Donald’s an (mein Kündigungsgrund :-), und da bin ich noch heute. Ich habe geregelte Arbeitszeiten, ein faireres Gehalt, meine mir zustehenden Pausen, Maximalarbeitszeiten usw. und ich bin nicht allein, ich hab also genug Leute, die mir sowohl bei der Arbeit als auch bei Problemen helfen. Während der ersten 3 Monate verdiente ich 5,98 Euro, mittlerweile 6,13 Euro die Stunde, nach 20 Uhr, Sonn- und Feiertags mit Zuschlag. Bis zum Studienbeginn werde ich auch da bleiben. Es ist kein Traumjob, aber besser als alles davor!


FAZIT
Es ist nie falsch, für sein Geld zu arbeiten, denn es hilft einem beim Großwerden und es ist zudem ein besseres Gefühl, das hart erarbeitete Geld auszugeben als das, was man sonst in den A**** geschoben bekommt. Sobald ich im Imbiss angefangen hatte, habe ich auf sämtliche Taschengelder verzichtet. Das mein Erzeuger keinen Unterhalt zahlt und uns diese 600 DM im Monat fehlen, wollte ich meine Ma nicht noch zusätzlich belasten.
Man sollte aber aufpassen, dass man nicht verarscht wird und sich selbst auch nicht zu viel zumutet, denn hauptberuflich ist man schließlich meistens immer noch Schüler, und auch wenn man es nicht gern hört – Schule gehr vor!
Ich schäme mich nicht, bei Mc D zu arbeiten, ich würde mich viel mehr schämen, wenn ich alles von Mami und Papi finanziert bekäme und darauf auch noch stolz wäre...


TIPPS
>> besonders unter 16 kann man kleinere Jobs wie Babysitten, Hunde Ausführen oder Blumen gießen, wenn mal wer im Urlaub ist; einfach mal bei Nachbarn und Bekannten nachfragen oder einen Zettel im Supermarkt aufhängen, die machen das meistens gern.
>> einmal im Jahr (am besten Frühjahr, wenn es trocken, aber nicht zu warm ist) auf den Trödelmarkt gehen, denn besser, noch ein bisschen für den alten Krempel zu bekommen als ihn wegzuwerfen, zumal Kinder mit Decke meistens nicht mehr als 5 Euro Standgebühr zahlen; für wertvollere Dinge Ebay nutzen, irgendein Erwachsener (jaaaa, Ebay ist erst ab 18!) wird da schon helfen können!
>> Kleinanzeigen lesen! Besonders in kostenlosen Zeitungen, die durch Werbung finanziert werden, lassen sich oft Jobs für Schüler und Jugendliche finden, z.B. Zeitungen austragen (ist besser als Prospekte!) oder Aushilfenjobs.
>> Auf Anzeigen persönlich antworten und alleine zum Vorstellungsgespräch gehen – Mama vorschicken oder eine Freundin mitnehmen kommt nicht gut!
>> Nicht unter Wert verkaufen! Für einen Bürojob sind 5 Euro die Stunde ok, aber für mehr Leistung könnt ihr auch mehr Geld erwarten! Also Angebote für 3,50 Euro (so eines hat ne Freundin von mir mal bei nem Kiosk bekommen) die Stunde ablehnen!
>> Mögliche Verträge nicht ungelesen unterzeichnen und sich immer nach der Einhaltung des Jugendschutzgesetztes erkundigen! Nach 4 Stunden habt ihr ein Recht auf eine Pause!
>> Und ansonsten: Mehr Geld durch eine Jon heißt nicht sinnlos prassen und 3 Tage nach Zahltag wieder pleite sein! Also das Geld gut einteilen und am besten teilweise auf ein Sparbuch packen. Spießig? Vielleicht, aber durchaus sinnvoll!

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