Austausch - Organisationen Allgemein Testbericht

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  • Kosten:  durschnittlich
  • Informationsangebot:  schlecht
  • Betreuung vor Abreise:  schlecht
  • Betreuung vor Ort:  schlecht

Erfahrungsbericht von Beikilein

Mit AYUSA ein Austauschjahr in Alaska

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Alles fing im Januar 1998 an, als meine beste Freundin auf die Idee kam, ein Austauschjahr in Australien zu verbringen. Als ich das hörte, dachte ich, Mensch das wäre doch eigentlich auch was für mich. Also besprach ich das ganze mit meinen Eltern und wir planten, mich für ein Jahr nach Michigan zu schicken, denn dort hat meine Mutter eine Tante. Das stellte sich allerdings als Problem heraus, denn meine Verwandten waren zu alt und trauten sich nicht, mich für ein Jahr bei sich aufzunehmen.

Daraufhin schrieb ich dann eine Menge Austauschorganisationen an. Ich bekam auch viele Antworten, allerdings leider viele negative. Bei den meisten war die Anmeldefrist schon abgelaufen oder sie hatten schon zu viele Schüler, die in die USA gehen wollten. Zum Schluss blieben nur noch zwei Organisationen übrig eine war AYUSA (Acadamy Year in the USA) und die andere EURO Vacances. Bei beiden Organisationen hatte ich ein paar Wochen später Vorstellungsgespräche, die auch beide sehr positiv verliefen, allerdings war ich noch nicht angenommen und musste mich nun auch noch für eine Organisation entscheiden. Ich entschied mich für AYUSA, denn dort gefiel mir das Vorstellungsgespräch besser und sie hatten schneller geantwortet als EURO Vacances.

Nachdem ich AYUSA mitgeteilt hatte, dass ich mich für sie entschieden hatte, bekam ich ein dickes Bewerbungsformular zugeschickt, welches einen umfangreichen Fragebogen über meine Person, ein ärztliches Gesundheitszeugnis, einen Bewertungsbogen meines Tutoren und meiner Englischlehrerin und noch vieles mehr enthielt. Ca. zwei Wochen später bekam ich dann ein Schreiben von AYUSA, dass ich nun entgültig in das Programm aufgenommen worden war. Erleichterung und wahnsinnige Freude standen mir ins Gesicht geschrieben.

Nun ging das Warten auf eine Gastfamilie los. In dem Bewerbungsbogen hatte ich angegeben, dass ich gerne in den nördlichen Teil der USA vermittelt werden wollte, denn ich habe Probleme mit zu großer Hitze. Nach ungefähr 2 Monaten - inzwischen war es schon Mitte Juli - traf endlich ein dicker Umschlag von AYUSA ein. Als ich den Umschlag öffnete, traf es mich wie ein Blitz. AYUSA hatte doch tatsächlich in Alaska eine Familie für mich gefunden. Obwohl ich mir das nicht vorgestellt hatte, habe ich mich wahnsinnig gefreut. Der einzige, der sich erst langsam an den Gedanken gewöhnen musste, war mein Vater. Für ihn war Alaska gleich Grönland und auch noch weiter weg. Er konnte sich nicht vorstellen, dass ich es ein Jahr in Alaska aushalten würde. Falsch gedacht !!

Am 23.08.98 um 8.15 Uhr ging es dann endlich los. Mein Flugzeug hob ab in Richtung Amsterdam. Dort musste ich Umsteigen und flog nach Seattle. In Seattle hieß es dann noch einmal Umsteigen und nun ging es in Richtung Anchorage, der größten Stadt Alaskas.

Endlich dort angekommen erwarteten mich auf dem Flughafen schon meine Gastfamilie, mein Community Representative (Örtlicher Betreuer) und mein Regional Director (Regionaler Betreuer) und nahmen mich ganz lieb in Empfang. Das Abenteuer Alaska konnte beginnen.

Und das tat es auch. Ich hatte eine ganz liebe Familie mit drei Kindern. Christopher war 10 Jahre alt, Jeremy 8 Jahre und Zachary 6. Ich wurde von Anfang an als Familienmitglied aufgenommen und den anderen Kindern gegenüber gleichwertig behandelt. Ich verstand mich super mit den Jungs und meinen Gasteltern Debbie und Lee. Und die beiden Hunde Buck und Puccini waren genau das, was ich mir immer gewünscht hatte.

Bevor ich allerdings den eisigen alaskanischen Winter erleben durfte, ging es erst noch einmal in die Sommersonne nach Jamaika, wo wir drei gigantische Wochen verbrachten. Das war einer der schönsten Urlaube, die ich je erlebt habe.

Als wir Mitte November wieder von Jamaika zurück kamen, war schon der erste Schnee gefallen, und es war recht kalt geworden. Die nächsten Wochen und Monate hörte es auch nicht wieder auf zu schneien und es wurde kälter und kälter, was mir aber nicht viel ausmachte, denn durch die warmen Kleidung fror man sehr selten, und im Haus war es auch immer schön warm. An den Wochenenden fuhren wir oft zu dem an einem See gelegenen,
3 Stunden von Anchorage entfernten Wochenendhaus, wo wir das ganze Wochenende damit verbrachten, auf den “Snowmachines“ über den See zu düsen, was unheimlichen Spaß machte. Da wir vier “Snowmachines“ besaßen und sechs Leute waren, fuhr Jeremy immer bei mir mit und Zachary bei Lee. Oft hatten wir auch sogenannte “Poker-runs“, bei denen man mit der “ Snowmachine“ von Wochenendhäuschen zu Wochenendhäuschen fährt und somit Punkte sammelt für das anschließende Pokerspiel bei warmen Getränken in einer der Herbergen, die außer den Wochenendhäuschen auch noch an dem See liegen.

Über Weihnachten und Neujahr hatten wir dann eine Woche schulfrei. Da man in den USA Weinachten ja am 25.12. anstatt am 24.12 feiert, war auch dies eine neue Erfahrung für mich. Ich muss sagen, es hat mir nicht schlechter gefallen als in Deutschland, ganz im Gegenteil. Ich hatte zwar ein bisschen Heimweh, da alles ein wenig ungewohnt war, aber trotzdem war es sehr schön. Vor allen Dingen hatte ich zu Weihnachten noch nie soviel Schnee wie im letzten Jahr. Am 24./25. 12. 98 hatten wir knapp 3 Meter Schnee, der allerdings von Räumungsfahrzeugen in die Vorgärten geschoben worden war, denn sonst hätte man ja kaum die Haustür aufgekriegt, und die Straßen wären auch schwer zu befahren gewesen. Die Schneeballschlachten mit Christopher, Jeremy und Zachary waren auch eines der Highlights, die ich ganz bestimmt dieses Jahr vermissen werde.

Neujahr war allerdings eine nicht so schöne Erfahrung, denn Debbie und Lee waren über Nacht weg, und ich habe auf die Jungs aufgepasst. Man darf aber wegen Waldbrandgefahr in der Innenstadt von Anchorage nicht knallern, so dass wir noch nicht einmal ein Feuerwerk hatten und beim Videoschauen beinahe das Neujahr verpasst hätten. Außerdem war der Januar auch der kälteste Monat im Jahr. Anfang Januar hatten wir eine Woche –40°C. Danach wurde es dann langsam wieder etwas wärmer. Ca. eine Woche –30°C, dann –20°C und so weiter...

So kam es auch das wir im Januar ein paar Tage schulfrei hatten, weil es so kalt und verschneit war, dass die Schulbusse einfach nicht mehr durchkamen. Viele Leute mussten auch nicht zur Arbeit, da man auch mit dem Auto nicht gegen den Schnee und die Glätte ankam. Außerdem war es wirklich kein Spaß bei solcher Kälte 10 Minuten auf den Bus zu warten, der meistens so wie so zu spät kam, wenn überhaupt.

Ostern war dafür aber doppelt so schön. Der Schnee fing langsam an wegzutauen und da, wo der Boden nicht mehr gefroren war, zeigte sich sogar schon ein bisschen Grün. Ein paar Tage vor Ostern sind meine Gastfamilie und ich ein paar Freunde besuchen gefahren, die Kinder in Jeremys und Zacharys Alter hatten. Dort haben wir dann jede Menge Ostereier angemalt und beklebt, die der “Easter-bunny“ am Ostersonntag dann aus dem Kühlschrank geklaut und versteckt hat.

Als im Juli 99 meine Eltern kamen, um mich abzuholen, mussten sie mich regelrecht loseisen. So gerne wäre ich da geblieben. Mein Aufenthalt in Anchorage, Alaska war einfach ein unbeschreibliches Erlebnis, von dem ich keine Sekunde missen möchte. So ein Auslandsaufenthalt kann ich allen Leuten nur wärmstens empfehlen, auch ganz besonders in Alaska, denn ich denke das ist noch ein ganz anderes Erlebnis als zum Beispiel in Kalifornien, Ohio oder Tennessee. Man erlebt so viel bei einem Auslandsaufenthalt. Ich stehe noch in regelmäßigem Kontakt zu meiner Gastfamilie und vermisse sie wahnsinnig. Deshalb werde ich sie auch nächstes Jahr in den Sommerferien wieder besuchen fahren.

AYUSA veranstaltete 1 mal im Monat auch ein treffen aller Austauschschüler die von AYUSA in Anchorage untergebracht waren. Unter ihnen waren Jungs und Mädels aus Norwegen, Kroatien, Spanien, Frankreich etc. Diese Treffen waren dazu da, Probleme anzusprechen, wie Heimweh, unwohlsein in der Gastfamilie und ähnliches.

Einmal während des Austauschjahres fuhren wir, die AYUSA Austauschschüler sogar übers Wochenende zusammen Weg um besseren Kontakt zu einander zu bekommen.

Eine weitere tolle Veranstatung von AYUSA war, dass wir Austauschschüler die Möglichkeit hatten im PAC, dem sogenannten Performing Arts Center (Theater), vor beginn der Vorstellung Broschüren auszuteilen und dann die Vorstellung umsonst sehen zu dürfen. Somit kam ich in den Genuß \"TAP DOGS\" und \"THE NUTCRACKER\" völlig umsonst sehen zu können.

Auch fühlte ich mich von meinem Community Representative sehr gut betreut. Sie kam einmal im Monat in die Gastfamilie um ihren monatlichen Bericht zu verfassen. Dabei fragte sie mich sowie meine Gastfamilie ob irgendwelche Probleme beständen oder irgendetwas zu besprechen sei. Wenn nötig hätte sie mich auch aus meiner Gastfamilie rausgeholt und eine neue Gastfamilie für mich gesucht. Aber da ich das Glück hatte in einer ganz tollen Gastfamilie zu leben kam, dass bei mir nicht in Frage. Einmal habe ich allerdings ein Wochenende bei meinem Community Rep. verbracht, da meine Gastfamilie geplant hatte übers Wochenende hoch zur Cabin zu fahren und ich wegen einer schulischen Veranstaltung in der Stadt bleiben mußte.


Für alle junge Leute die an anderen Kulturen interessiert sind ist so ein Austauschjahr ein muss!!! Und als Austauschorganisation würde ich AYUSA zu 100% weiterempfehlen!

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