Börse online Testbericht

Boerse-online
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  gut
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von ghostwriterk

Eine gute Entscheidungshilfe

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

ist Börse Online für mich. Sie ist eine des besten Zeitschriften, wenn es Finanzinformationen geht. Allerdings hat auch diese Zeitschrift ihre Schwächen, wie die anderen Produkte auch. Gut ist die Zeitschrift für mich in der Einschätzung von Neuemissionen. Das ist vor allem in schlechten Börsenzeiten wie jetzt ein Vorteil. Denn wenn ich mir jetzt gute Titel mit der nötigen Weitsicht ins Depot lege, ist die Freude in ein paar Monaten oder auch Jahren groß. Sicher ist auch hier mal eine Niete dabei, im Vergleich zu anderen sind es aber doch relativ wenige, finde ich. Eine Entscheidungshilfe in diesem Bereich ist BO allemal, aber alleine auf die Einschätzung dieser Zeitschrift verlasse ich mich auch nicht.
Pflichtlektüre ist für mich Webers Web mit Einschätzungen aus dem High Tech-Bereich. Wer nicht gerade auf die schnelle Mark aus ist und etwas Geduld mitbringt findet dort manchmal sehr nützliche Tips. Diese betreffen für mich weniger die altbekannten Firmen, sondern die neuen, aufstrebenden. Auch findet sich in den Artikeln ab und zu auch mal eine Internetadresse, wo sich gute Tips oder Analysen finden.
Als sehr nützlich empfinde ich auch die Artikel, die sich um Wirtschaft und Politik drehen. Hier werden manchmal politische Entscheidungen betrachtet und die Auswirkungen , die sie auf die Wirtschaft haben. In anderen Fällen geht es spezielle um die Situation von einzelnen Ländern oder Regionen. Auch die Berichte über steuerliche Aspekte finde ich hilfreich.
Sehr nützlich ist für mich der umfangreiche Statistikteil. In diesem werden die Aktien vom Euro Stoxx 50 und die wichtigsten deutschen Aktien aufgelistet. Neben der WKN finden sich dort Informationen über die Volatilität, das Jahreshoch und Tief, die Marktkapitalisierung und wieviel Aktien sich im Streubesitz befinden. Weiter wird das gezeichnete Kapital angegeben und bei diesen Aktien das Ergebnis und die Dividende der letzten vier Jahre und für das kommende Jahr die Schätzung. Dann folgen noch die Zahlen zum KGV und die Dividendenrendite, der Cash flow der Firma und das KCV, sowie der Gesamtumsatz und der Börsenwert je Euro Umsatz. Bei ausländischen Papieren ist die Statistik leider nicht annähernd so ausführlich. Aber die Zahlen zu Gewinn je Aktie sind vorhanden und auch eine gute Hilfe. Nach den Aktien folgen noch Seiten mit Fremdwährungsanleihen und Euroanleihen, sowie Fonds (hauptsächlich Aktien- und Rentenfonds), sowie Indexaktien und -Zertifikate und einige Aktienbaskets.
Einige Leute wird dieser Zahlendschungel vielleicht abschrecken, aber für mich ist er sehr brauchbar. Gut finde ich die gelegentlichen Serien, in denen das Grundwissen über Wertpapierhandel oder Analyse vermittelt wird. Vor allem für Neulinge ist das wertvolles Wissen, das hier vermittelt wird.
Für den Rest des Heftes trifft das dann nur noch bedingt zu. Die Empfehlungen der Redaktion kommen für mich meist zu spät. Da ist meist schon ein gutes Stück der Rallye vorbei, bis BO eine Aktie empfiehlt. Da lohnt es sich meisten ein paar Wochen zu warten, dann bekomme ich die vorgestellte Aktie meist billiger. Das BO eine vielgelesene Zeitschrift ist, mag dabei auch eine Rolle spielen. Auch bei den Besprechungen von Aktien finde ich wenig neues, oder gar mir unbekanntes. Allerdings werde ich durch solche Berichte auch mal auf Aktien aufmerksam, von denen ich sonst keine Notiz nehmen würde. Mit Abstrichen sind dann noch die Artikel über einzelne Branchen interessant, aber die kommen für mich oft zu spät. Als Kontraindikator benutze ich die technische Einschätzung der Märkte, die BO in jedem Heft liefert. Denn es kommt kurzfristig meist genau anders, als die Einschätzung des Schreibers ist (aber nicht immer, also Vorsicht).
BO hat, wie jede andere Zeitschrift auch den Nachteil, das sie hautsächlich über geschehene Ereignisse Berichtet. Wenn ich auf ein Ereignis sofort reagieren will/muß, kann ich mit BO nichts anfangen. Aus diesem Grund werden wohl auch viele Empfehlungen der Redaktion ausgestopt, obwohl sie auf lange Sicht nicht schlechter sind, als die von anderen Zeitschriften. Der Werbung mit dem Geld verdienen im Schlaf glaube ich allerdings auch nicht, denn von BO werden immer wieder auch Nieten empfohlen. Das geht aber jedem Analysten so. Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne.
Unterm Strich ist Börse Online eine recht gute Entscheidungshilfe, vor allem wegen des umfangreichen Statistikteils. Alleine auf das Urteil dieser Zeitschrift verlasse ich mich aber nicht. Im Internet gibt es schließlich auch gute Quellen, wo sich gute Informationen finden.
Ob sich ein Abo lohnt, sollte jeder für sich selbst Entscheiden. Ich habe meines vor zwei Jahren wieder gekündigt und lese die Zeitschrift nur noch sporadisch, z. B., wenn ich einen guten Bericht finde, oder neue Zahlen brauche.

© ghostwriterk
alias bugsbunny (ciao); trashwriter (dooyoo);

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